Garmin Fenix 5S Plus / Garmin Fenix 5 Plus [Kommentar]

Die Fenix 5S Plus ist die kleinste Uhr aus der Reihe der Fenix Uhren mit Navigationsfunktionalität. Mit 42mm und einer Höhe von 15 mm ist klein aber relativ. Im Vergleich zu einer Standard Casio Outdoorwatch, die sicher auch schon nicht als klein zu bezeichnen ist, ist die Fenix deutlich massiver. Die größeren Varianten mit 47 und 51 mm sind noch mal deutlich bulliger.

Die größeren Modelle bieten mehr Akkukapazität, das Display ist aber bei allen Modellen das gleiche. Ansonsten unterscheiden sich die Modelle optisch. Die 47mm Variante sieht etwas männlicher / martialer aus und weniger elegant als die 42er Variante aus.

Für mich ist die 42er am Handgelenk nicht wirklich bequem. Das kann auch dem recht kleinen Armband geschuldet sein (die Casios haben Standardmäßig ein deutlich längeres Armband), was bei mir eher am Limit ist. Somit sitzt der Verschluss nicht mittig, sondern seitlich versetzt. Somit wandert das Gehäuse immer Richtung äußerem Handgelenksknöchel nach einer Weile. Vielleicht ist es aber auch einfach eine Gewohnheitssache (ich war noch nie ein Freund von Armbanduhren).

Es mag aber auch einfach an der Größe und Form liegen (unten ist die Uhr nicht gerade, vermutlich, damit der mittig platzierte Pulsmesser immer aufliegt). Es gibt übrigens scheinbar auch ein größeres Armband für die 5S, was man für schlappe 50€ kaufen kann (das ist ein simples Gummiband – Herstellkosten aus meiner Sicht deutlich unter 1€). Bei der der Preisgestaltung kann Apple fast (ja nur fast) neidisch werden.

Nachdem ich also zuerst die 42er (5S Plus) bestellt hatte, habe ich später auf die 47er (5 Plus Titan) Variante gewechselt und die 42er zurückgeschickt. Die 47er als Titan Variante ist nur unwesentlich schwerer und da sie etwas größer und das Armband etwas breiter ist, sitzt sie viel besser und trägt sich angenehmer – zumindest für meinen Geschmack. Im Original hat die Uhr ein oranges Armband. Das habe ich getauscht. Ist nicht so meine Farbe. Das bischen Armband was ihr oben seht kostet übrigens ca. 40€ (wenn man es günstig bekommt und das Original von Garmin möchte).

Navigation

Mir geht es bei der Fenix primär um die Navigationsfunktionalität, weil die Uhr halt nur halb so viel wiegt wie das Garmin eTrex 30x (und das auch nur ohne Ersatzbatterien, mit der leichtesten Batterievariante und nicht aufladbar). Dazu kommt noch, dass man bei der Alternative eTrex Handgerät das Gewicht im Rucksack trägt. Jedes Gewicht was man am Arm / um den Hals hat oder einfach trägt, sorgt für eine angenehmere Verteilung (sofern man es nicht übertreibt).

Bzgl. der Navigation hat sich recht schnell die erste Ernüchterung breit gemacht. Ich hatte mir für 50$ das Kartenset Pacific Crest Trail für das Garmin eTrex 30x gekauft. Nun war mein Plan die Karten auf die Fenix zu übertragen. Das geht nicht. Wie ich festgestellt habe, ist die Bindung an ein Gerät durchaus wörtlich zu nehmen. Die Karten werden bei Erstinstallation hart mit dem Gerät verdrahtet.

Das Problem ist aber, dass man aufgrund der Limitierungen der Geräte (sowohl des eTrex als auch der Fenix) nicht den kompletten Trail auf die Geräte aufspielen kann (zumindest nicht in einem vergleichbaren Detaillevel wie auf dem Garmin Kartensatz). Somit muss man den Kartensatz 2x kaufen, wenn man ein zweites Garmin Gerät kauft oder auch nur ein altes Gerät durch ein neues ersetzt (macht 100$ für zwei Karten).

Die Alternative zum digitalen Kauf der Karte stellt der Kauf auf einer SD-Speicherkarte dar. In dem Fall ist die Karte mit der Speicherkarte verbunden (das funktioniert dann natürlich auch nur bei einer Karte pro Gerät, weil man ansonsten die Speicherkarten wechseln müsste, wenn man unterschiedliche Karten verwenden will). Bei einer Fenix nützt einem das eh nichts. Die hat zwar genügend freien Speicher aber keinen Slot für Speicherkarten (was auch keinen Sinn machen würde, bei einer Uhr die Wasserdicht sein soll).

Mit der enthaltenen Basemap ist die Navigation ziemlich flott. Trotz der recht eingeschränkten Navigationsfunktionalität (nur zwei Tasten für hoch / runter, links / rechts, zoom in / zoom out), kann man recht schnell die Darstellung auf der Karte ändern. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Worldwide Basemap nicht sehr detailliert und somit nicht sehr rechenaufwendig ist.

Sportuhr

Wenn man die Anleitung liest, wird einem schnell klar, dass der Hauptfokus der Uhr auf der Sportfunktionalität und nicht auf der Navigation liegt. Nur ein paar Beispiele (beim Skifahren erkennt die Uhr automatisch wann man abfährt und wann man im Lift sitzt und stoppt dann die Aktivitätsaufzeichnung).

Beim Golfen wird der Abstand zum Grün angezeigt (beginn des Grüns, Abstand zur Fahne, Abstand zum Ende des Grüns, Par, Hindernisse, beginn des Hindernisses, Ende des Hindernisses, Schlagweite).

Beim Schwimmen werden Schwimmstile und, Züge und Bahnen erkannt.

Das sind alles Funktionen die zwar in Kombination mit der Herzfrequenzmessung nett sind, aber für mich nicht nötig.

Da die Uhr auf Wunsch die Aktivitäten auch aufzeichnet, lassen sich per App umfassende Analysen über Schritte, bestiegene Treppenstufen, Kalorienverbrauch, Distanzen in Kombination mit dem Herzschlag usw. durchführen.

Die Uhr kann sogar den Schlaf analysieren und ermitteln wie lang die Ruhephasen nach Aktivitäten sein sollen. Wenn man möchte kann man das auch direkt mit seinem Freundeskreis teilen (das ist optional), um sich gegenseitig anzuspornen.

Neben diesen Daten kann die Uhr auch den Luftdruck (Wetter, Höhe) und die Temperatur (am Handgelenk wie üblich mit Einschränkungen, weil man eher die Körpertemperatur die Messung beeinflusst) messen.

Designs

Die Kontrastreiche Darstellung wie hier ist in der Realität fast nie gegeben, außer in direktem Sonnenlicht. Das Display ist darauf ausgelegt Licht zu reflektieren. Desto heller, desto besser die Darstellung

In der Uhrenanzeige hat man diverse Designs zur Verfügung. Es werden je nach Design Herzfrequenz, Temperatur, Höhe, Uhrzeit, evtl. zweite Zeitregion, Mondphase, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang angezeigt. Meist kann man die Designs auch über das Handy anpassen.  Ansonsten gibt es noch diverse Statusinfos wie Nachrichten, Bluetooth, Akkustand usw. Zusätzlich sind auch grafische Darstellungen obiger Parameter denkbar. Das meiste davon kann auch das eTrex für einen Bruchteil des Preises, wenn auch nicht ganz so schön und auch nicht frei konfigurierbar.

Wenn die Uhr mit dem Handy gekoppelt ist, sind auch diverse Spielereien möglich. Die Uhr lässt sich über die Handy App konfigurieren. Es lassen sich Nachrichteneingänge und Anrufe signalisieren. Alles Dinge die nett sind, die ich aber nicht wirklich brauche.

Selbst die Kopplung mit einem inReach Mini ist möglich. Es werden aber nur rudimentäre Funktionen unterstützt. Man kann das SOS Signal von der Uhr aktivieren oder eingehende Nachrichten vom inReach auf der Uhr visualisieren.

Es lassen sich Musiktitel auf die Uhr synchronisieren, die mit Bluetooth Kopfhörern abgespielt werden können. Das macht aber meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man dafür das Handy zu hause lässt. Sofern man das eh dabei hat, benötigt man die Funktionalität der Uhr nicht.

All diese Spielereien (Handy Kopplung, inReach Kopplung), Herzfrequenzmessung und vor allem das Abspielen von Musik kosten natürlich Strom (teilweise sogar recht viel), was wiederum die Laufzeit verkürzt. Das deativieren der Bluetooth Funktion hilft zum Stromsparen. Auch die GPS funktion frisst recht viel Strom.

Somit kann man sagen der Hauptstromfresser ist Musik hören, danach GPS und Bluetooth und die Displaybeleuchtung schluckt auch recht viel Strom. Die Pulsmessung braucht sehr wenig Strom.

Viele Funktionen der Uhr zielen darauf ab, dass man motiviert wird seine Leistung zu steigern. Das fängt bei den Teilen mit Freunden Funktionen an und geht über die diversen Funktionen zur Aufzeichnung, Visualisierung und Empfehlungen bzw. dem setzen von Zielen.

Vergleich eTrex 30x vs. Fenix 5S Plus

eTrex 30x

Für einen aktuellen Marktpreis von ca. 670€ + Kartenset mit 50€ ist das schon eine Ansage. Kann die Uhr irgendwas Besonderes? Im Prinzip sind viele Spielereien in der Uhr gut verpackt. Wenn man eine Sportuhr sucht, also die ganzen Aktivitäten und Aufzeichnung davon nutzen will, dann mag die Uhr ihr Geld wert sein.

Wenn es einem lediglich um die Uhrzeitanzeige und die Navigation geht, ist die Uhr recht teures Spielzeug. Dafür bekommt man eine Gewichtsersparnis von knapp 70 Gramm, wovon man das Ladekabel aber wieder abziehen muss (wobei man als Hiker bezogen auf das Basisgewicht sogar eine Einsparung von 130 Gramm minus Ladekabel hat – also grob 100 Gramm) und eine Aufladefunktion, die beim eTrex alternativ noch mal mit ca. 65 Gramm (Ladegerät ca. 35 Gramm + 2 schwerere Batterien weitere 30 Gramm) extra zu Buche schlägt.

Stellt sich die Frage, warum nicht einfach eine Apple Watch nehmen? Die ist weder so robust, noch ist die Laufzeit vergleichbar. Die Zielgruppe ist durchaus eine andere.

Ansonsten gibt es bei der Fenix vieles was nett ist, aber man nicht wirklich benötigt.

Beim eTrex als günstigere Alternative hat man allerdings den Nachteil, dass man sehr leicht vergessen kann es auszuschalten. Da man im Stromsparmodus keine Anzeige auf dem Display sieht, fällt es überhaupt nicht auf, wenn man das Gerät nicht ausschaltet. Das GPS saugt das Gerät in 2 Tagen (ca. 50h mit Lithium Batterien ohne Trackaufzeichnung, nur mit aktivem GPS und inaktivem Display) leer und die Backupfunktion für die Navigation ist nicht mehr vorhanden. Wenn man den Nachteil ausgleichen will, benötigt man Akkus und das treibt das Gewicht wieder hoch zugunsten der Fenix. Zumal man die Akkus bei dem hohen Stromverbrauch (2×2500 mAh) eh nicht mit einer Powerbank aufladen kann genügend Reservestrom.

Vorteilhaft ist beim eTrex das größere Display. Theoretisch hören sich 320240 nicht großartig anders als 240×240 bei der Uhr an. Wenn man dann aber bedenkt, dass die Uhr rund ist, dann ist der Unterschied erheblich.

Beim Stromverbrauch liegen dann allerdings Welten zwischen dem eTrex und der Fenix. Die Fenix hat vermutlich eine Akkukapazität von 150-160 mAh (in dem Bereich liegt die 5s (ohne plus) und die Laufzeiten bei der 5S Plus haben sich sogar verkürzt im Verhältnis zur 5S – die wird also nicht mehr Akkukapazität haben). Somit dürfte der Wert noch hinkommen.

Mit 150-160 mAh sind lt Garmin 25h GPS (Ultratrack) möglich. Das eTrax kommt lt. Berichten im Netz im Optimalfall auf 80h mit 6000 mAh (ich habe nur 50h erreicht und das quasi ohne Displaynutzung – 40h werden also wohl realistisch sein, wenn man ab und an das Display aktiviert). D.h. die Uhr kann man spielend aus der Powerbank laden auch gerne 5x (was 10 Tagen entsprechen würde). Das eTrex benötigt in deutlich weniger als dieser Zeit 20x so viel Akkukapazität.

Leider ist die Darstellung der Karte auf der Fenix auch anders als auf dem eTrex. Wegpunkte sieht man bei der Fenix erst ab 5km Detaillevel (auf dem eTrex kann man die Darstellung so einstellen, dass man die Wegpunkte immer sieht, auch wenn man maximal rausgezoomt hat). Auch Nebenwege sieht man auf der Fenix erst bei stärkerer Vergrößerung.

Somit ist das auffinden von Stellen an denen man den Trail für einen Stadtbesuch verlässt mit der Fenix ziemlich unbequem. Bei Städten mit größeren Entfernungen zum Trail hat man das Problem, dass man diese überhaupt sieht auf der Karte, wenn man nicht rauszoomt (dann sieht man aber wiederum keine Wegpunkte mit denen ich mit die Städte markiert habe, weil sie bei weniger Zoom deaktiviert werden). Somit muss man sich behelfsmäßig für jede Stadt einen oder mehrere Trailhead Wegpunkt anlegen. Das sprengt aber wieder das offizielle Wegpunktlimit (100) lt. Garmin.

Weiß auf Hellgrün mit Text oben drüber (fairerweise muss man sagen, dass das Display so ausgelegt ist, dass man es umso besser erkennen kann, desto mehr Licht einfällt. In direkter Sonneneneinstrahlung funktioniert das sehr gut.

Support und Produktverbesserung – Fehlanzeige

Die Software für die Navigation ist noch fehlerhaft. Beispielsweise habe ich die rund 550 Routen für den PCT auf die Uhr transferiert (offiziell werden lt. Gamin nur 50 Routen unterstützt). Teilweise ist die Navigation aber nicht möglich, weil man schlicht einen leeren Bildschirm sieht. Offenbar hat die aktuelle Software Probleme mit derart vielen Routen. Navigieren kann man trotzdem allerdings im Blindflug. Wenn man die unsichtbare Route auswählt, dann sind die Anzeigen zur Route wieder ok. Nur die Übersicht funktioniert nicht.

Eigentlich benötigt man die Routen nicht zwingend, weil auf der Garmin PCT Karte der Trail drauf ist (siehe oben). Leider ist die Darstellung wie oben erwähnt so gut gelungen. Die Uhr hat einen sehr hellgrünen Hintergrund und der Trail wird rot weiß dargestellt. Im direkten Sonnenlicht kann man das auf der Uhr gut erkennen. Wenn man die Beleuchtung der Uhr benutzen muss, ist der Kontrast aber extrem gering. Zusätzlich werden die Höhenlinien immer angezeigt, auch wenn man sie in der Uhr deaktiviert hat.

Somit ist der PCT ist auf der Fenix im Pacific Crest Trail Kartenset kaum zu erkennen, da der Trail abwechselnd in rot weiß dargestellt wird. Weiß ist aber vor quasi gleichfarbigem Hintergrund nicht auszumachen.

Der Garmin Support reagiert auf diverse Tickets und Verbesserungsvorschläge ausschließlich mit Abwimmeln. Ein paar Beispiele gefällig? Auf meinen Hinweis, dass man weiß auf dem hellgrünen Display nicht erkennt, und somit der Trail auf der Originalkarte von Garmin für 50$ nicht zu erkennen ist, kam die lapidare Aussage, dass das so ist und sich nicht ändern lässt. Auf das Problem mit der fehlerhaften Übersichtsfunktion bei der Anzeige von 550 Routen kam die Antwort, dass maximal 50 Routen unterstützt werden.

Zusätzlich mit der Restriktion von 200 Punkten pro Route aus der Webapp sind das in Summe gerade mal 10000 Punkte. Je nach Detaillevel der Route kommt man damit nicht sehr weit. Es gibt eine Option in den Einstellungen, mit der man Höhenlinien deaktivieren kann. Das sollte die Kartendarstellung übersichtlicher machen. Mit der PCT Karte funktioniert aber auch diese Option nicht. Nicht mal derartige Themen akzeptiert der Support als Fehler.

Vermutlich wird der Support nach abgewimmelten Kunden … Pardon nach gelösten Problemen im ersten Support Level bezahlt. Dabei macht es auch meiner Meinung nach keinen Unterschied, ob man den deutschen Support oder den internationalen kontaktiert.

Leider hat man die Uhr künstlich verstümmelt, in dem man die Einstelloptionen nicht anbietet, die  Probleme beheben könnten. Genügend Rechenpower hat die Uhr. Offenbar ist auch keiner von Garmin auf die Idee gekommen sich die Darstellung auf der Fenix anzusehen und mit anderen Geräten zu vergleichen. Sonst hätten dem Tester die Nachteile direkt auffallen müssen.

Auf Verbesserungsvorschläge reagiert der Support nicht aufgeschlossen, sondern mit Aussagen wie „geht nicht, hat der Produktmanager so festgelegt“. Man wird also im ersten Supportlevel abgewimmelt und es besteht offenbar kein Interesse die Produkte zu verbessern.

Etwas makaber ist der Slogan in den Mails der Supportmitarbeiter:

Spüre, was es heißt, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Das bezieht sich aber auf die Kunden und nicht wie man meinen könnte auf Garmin. Deren Ziel ist das scheinbar nicht.

Restriktionen und Erkenntnisse

Wie schon erwähnt ist die Software eine ziemliche Zumutung. Mittlerweile habe ich aber einige schmerzvolle Erkenntnisse erlangt. Die Angaben bzgl. der Restiktionen auf der Garmin Seite sind totaler Quatsch:

50 Routen lt. Garmin. – Real habe ich so 450 auf dem der Uhr anzeigen können. Darüber hinaus wird das Display dann einfach schwarz. Man kann weiter navigieren und die Routen auswählen man sieht aber erst nach der Auswahl den Namen. Für Garmin ist das kein Bug, da offiziell ja nur 50 Routen funktionieren.

Wegpunkte sind angeblich 100 möglich. Die Angabe stimmt auch nicht. Bei 100 Einträgen muss man schlicht blättern und dann kommen die nächsten 100. Warum man das bei den Routen nicht auch so macht, bleibt wohl Garmins Geheimnis.

Die Routen sind nach einer Mischung aus Alphabetisch mir höherer Priorität für Groß- / Kleinschreibung sortiert. Die Wegpunkte offenbar nach Entfernung.

Die Synchronisationsfunktionen sind hochgradig gefährlich. Wenn man eine Route in der inReach Webapp eingegeben hat, kann man die auf die Fenix syncen. Wenn man dann allerdings den Fehler macht etwas auf der Fenix zu löschen (egal, ob manuell auf der Fenix oder über die Laufwerkseinbindung der Fenix, dann löscht die Explorer App es auch in der Webapp). Jetzt könnte man meinen, dass das egal ist, weil man in der Webapp seine Routen und Wegpunkte exportieren kann.

Das stimmt aber leider nicht. Nur weil die App etwas exportieren kann, kann sie es noch lange nicht importieren. Es erscheinen z.B. inhaltlich falsche Meldungen wie “die Route darf nicht mehr als 200 Punkte haben”. Bei mir hat jede Route weniger als 200 Punkte (sonst hätte ich sie wohl vorher kaum in die Webapp importieren können, weil diese nicht mehr als 200 Punkte pro Route unterstützt).

Ich vermute, dass die App teilweise mit den Namen der Routen Probleme hat. Aber genaues weiß man nicht. Jede Route einzeln importieren geht. Das dauer nur bei z.B. 550 Routen etwas – so einen kompletten Tag ungefähr. Somit kann man sich vorstellen wie groß die Freude ist, wenn man merkt, dass Löschen auf der Uhr auch die Routen im Web gelöscht hat (ist mir so gegangen und danach durfte ich die 550 Routen manuell einzeln importieren, umbenennen und mit Symbolen ausstatten).

Als Name wird übrigens nicht der Name der Route aus dem GPX File übernommen, sondern der Dateiname. Da hat also jemand schwer bei nachgedacht (oder besser gesagt das Gehirn ausgeschaltet).

Die Synchronisation an sich klappt auch nur bedingt. Teilweise werden die Namen beim Übertragen auf die Uhr verkürzt. Da die Namen dann neu sind, werden anschließend inhaltlich identische Routen und Wegpunkte Richtung Browserapp synchronisiert. Dort hat man sie dann doppelt (mit kurzem und langen Namen). Löschen ist an der Stelle schon wieder gefährlich, weil das ja ggf. wieder Richtung Uhr synchronisiert wird…

Man merkt schon die ganze Funktionalität wurde überhaupt nicht getestet und offenbar sind Garmin bzw. dem Garmin Support die diversen Bugs auch herzlich egal. Man muss sich damit arrangieren. Wenn man die diversen Probleme kennt, geht es aber. Im Optimalfall muss man die Synchronisation nicht so oft durchführen.

Preise

  • Garmin Fenix 5S Plus – Marktpreis aktuell 670€
  • Garmin Fenix 5 Plus Titan – Marktpreis aktuell 720€
  • Kartensatz PCT mit Route – USA 45€ / DE 60€
  • Armband Schwarz für 5 Plus – Marktpreis Garmin Original 40€
  • Datenkabel (enthalten – Ersatz – ca. 30€ – Das Kabel ist übrigens lt. Aufdruck Krebserregend und macht impotent! Immerhin ist kein Radioaktiv Aufkleber drauf)

Achtung: Die Karten werden nach dem Kauf an das Gerät gebunden. Wenn ihr die Uhr zurückgebt oder verkauft, dann sind die Karten weg bzw. an das Gerät gebunden. In den USA kann man die Karten ca. 15€ günstiger erwerben als bei uns. Man muss aber eine fiktive US Adresse eingeben, damit das funktioniert.

Fazit:

Es bleibt eine Geschmacksfrage, ob man das Backup(Navi) eher auf einem separaten GPS Gerät oder in Form einer teuren Smartwatch bevorzugt oder doch zusätzlich Papierkarten mitnimmt (die einem aber bei Schneefall auch nur sehr begrenzt helfen). Fakt ist, dass die Garmin Geräte weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Das liegt primär an der bescheidenen Software (beim Explorer+ und bei der Fenix).

Das Garmin eTrex 30x ist mit Verlaub Steinzeittechnik, die recht teuer verkauft wird (der Stromverbrauch ist für das Gebotene immens und der Verbrauch könnte um den Faktor 10-20 geringer liegen, wie die Fenix Uhren beweisen). Klar, das Display ist nur halb so groß aber das ist nicht der Grund, weil das eTrex auch bei ausgeschaltetem Display ziemlich schnell leer ist. Die Fenix hat im Gegensatz dazu ein dauer an Display.

Die Fenix Software ist ziemlich fehlerhaft oder zumindest sehr eingeschränkt und zum Navigieren ist die Uhr offenbar nicht wirklich gedacht, wenn man weiter laufen will als um den eigenen Wohnblock. Gleiches gilt auch für das inReach Explorer+ (der auch gerade mal 10.000 Punkte unterstützt und bei dem die Synchronisierung meist nicht klappt).

Bei der Fenix erwecken die Einträge im Supportforum den Eindruck, als wenn die Uhr kaum jemand zum navigieren benutzt. Im Form werden alle möglichen Themen adressiert aber um Navigation geht es kaum. Insofern ist die Anwendung Navigation evtl. wirklich exotisch aber geworben wird von Garmin mit der Funktionalität, somit sollte sie auch gegeben sein.

Zumal die Hardware wirklich einzigartig ist. Ich kenne keine andere Uhr, die Navigation bietet, derartig leicht ist und dann auch noch so lange durchhält.

Der Support gibt den Rest um die Kunden zu vergraulen. Da Garmin aber ein Quasimonopol in dem Bereich hat, kann man sich das wohl leisten und selbst im aktuellen Zustand ist das Produkt konkurrenzlos. Leider!

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