The Last Englishmen: A Thru-Hiking Adventure on the Pacific Crest Trail [Buch]

The last Englishman - Keith Foskett

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Keith Foskett

Titel:

The Last Englischman – A Thru-Hiking Adventure on the Pacific Crest Trail (353 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

I have a recurring dream in which I am 85 years old, sitting in my living room, swaying back and forth in a rocking chair, and studying the newspaper. I pause, look up and think of the adventures I could have experienced and say, “Shit, I should have done that.” That scenario will not happen in real life.

Keith Foskett entschließt sich den Pacific Crest Trail (kurz PCT) zu wandern. Knappe 4300km quer durch die USA von der mexikanischen Grenze bis nach Kanada.

Er hat vorher bereits den Jakobsweg (oder auch Camino) gewandert.

Erinnert ihr euch noch an den unaussprechlichen Vulkan (Eyjafjallajökull), der 2010 weite Teile des Flugverkehrs lahmgelegt hat? Genau damit beginnt Keiths Reise. Er verpasst fast den Einstieg in den Trail, weil sein Flug storniert wird. Über Umwege quer durch Europa gelangt er in die USA.

It’s an old adage but one of my favourites: It’s better to have tried and failed than never to have tried at all. I admire everyone who commits to an adventure and those that don’t make it.

Wie bei allen Reiseberichten des PCT gibt es auch in diesem viele Höhen (Begegnungen auf dem Trail oder die Landschaft) und auch einige Tiefen (auch Begegnungen aber eher wenige und das Wetter, oder wenn einfach mal nicht klappt).

Ich habe nun bereits ein paar Bücher über Trailerfahrungen und Abenteuer gelesen. Dieses Buch stellt eine Mischung zwischen Tipps (die stehen nicht so stark im Vordergrund, es wird z.B. auf verschiedene Themen wie Bärenkanister, Essen usw. eingegangen) und einem Bericht über die Erlebnisse auf dem Trail dar.

You couldn’t reason with Upchuck; he did his own thing regardless. He could have arrived minus a leg, an eyeball hanging out, a branch through his chest and a case of diarrhoea but he’d still have drunk a can or two and turned in.

Ich finde das Buch recht unterhaltsam. Während sich einige Bücher eher nur für Leute eignen, die den Trail wirklich selbst wandern wollen oder das zumindest erwägen, finde ich bei diesem Buch ist der Kompromiss zwischen interessiertem Leser und Thru-Hike Anwärtern recht gut gelungen.

Auch dieser Hike – wie schon einige andere von denen ich gelesen habe – ist kein durchgängiger Thru-Hike, weil Keith anfangs nicht so schnell unterwegs ist, wie es erforderlich ist, um dem Winter im Norden zu entkommen muss er also Flip-Floppen. Flip-Flop bedeutet im Kontext PCT Hike, dass man den Trail nicht an einem Stück Süd Nord (NOBO für north bound) oder andersrum (SOBO) läuft, sondern Sektionen überspringt, um sie dann später nachzuholen. Aufgrund der Wetterlage läuft er auch knapp 10% des Trails auf einer Straße.

I found things in the woods that I didn’t know I was looking for, and now I’ll never be the same. Jennifer Pharr Davis, 2011 record holder for the fastest ever thru-hike of the Appalachian Trail

Aufgrund von Sperrungen wegen Feuern gibt es aber praktisch nie die Möglichkeit den Trail komplett zu wandern. Die Wegführung ändert sich auch immer wieder etwas. Insofern kann man auch wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen (Wetter, Feuer) zwei Hikes nur sehr begrenzt miteinander vergleichen.

Ohne zu viel zu verraten wird Keith zum Verhängnis, dass er weite Teile des Trails recht relaxed angegangen ist und das rächt sich später. Das Ende hat also durchaus etwas Dramatik.

Though material pleasures provide a sense of achievement, the feeling is only temporary. Two weeks after buying a car, it is just a car. That bright, shiny new cell phone is exciting for a few days until the next model is released.

Im Nachgang zum PCT hat er auch den Appalachian Trail gewandert. Dazu hat er auch ein Buch geschrieben.

Das Buch beinhaltet einige interessante Post-Trail Überlegungen und Erlebnisse nicht nur vom Autor, sondern auch von seinen Weggefährten entlang des Trails. Ein Thru-Hike ändert die Sicht auf die Welt. Auch man selbst ändert sich mehr oder weniger etwas.

Die meisten Thru-Hiker kommen am Ende zum Ergebnis, dass sie die Zeit nicht missen wollen. Anderseits sagen aber auch viele, dass der Thru-Hike im positiven Sinn ihr Leben zerstört hat.

Fazit:

We seem to be brainwashed into thinking there’s an acceptable way of living, and anyone who moves off that path or makes their own choices against the grain is not normal. Few like straying from convention.

Ein gute Mischung aus Reisebericht und einigen Tipps rund um das Thru-Hiken. Die Inhalte lassen sich weitgehend auch auf andere Trails übertragen. Das Buch ist also nur bedingt PCT spezifisch.

Wenn jemand in das Thru-Hiken reinschnuppern möchte, ohne selbst ein derartiges Abenteuer in Erwägung zu ziehen (das wird wohl für die meisten zutreffen), ist er oder sie bei diesem Buch gut aufgehoben. Selbst von den Leuten, die den Schritt den Versuch Thru-Hike starten, kommen nur 20% an.

It’s more than just hiking. There’s a whole culture that goes along with the people. You know how you want the world to be? It’s like that on the Pacific Crest Trail. Everyone helps each other. Monty ‘Warner Springs Monty’ Tam

Für die Abbrüche gibt es diverse Gründe von zu wenig Geld, über Verletzungen, familiären Notfällen bis zu falschen Erwartungen ist alles dabei.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Balancing on Blue
  • The Journey in between
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wenn man sich so die Post Trail Erfahrungen und die Post Trail Depression anschaut, dann kommt man sich in ein wenig vor wie im Film Matrix? Willst du die Pille nehmen? Nichts wird danach mehr so sein wie es war. Oder um es präzise zu zitieren: “Das ist deine letzte Chance. Danach gibt es kein zurück. Nimm die blaue Pille — die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst was du auch immer glauben willst. Nimm die rote Pille — du bleibst hier im Wunderland und ich werde dir zeigen wie tief das Kaninchenloch reicht.”

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Picknick mit Bären [Buch]

Bill Bryson - Picknick mit Bären

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Bill Bryson

Titel:

Picknick mit Bären (352 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Wer kann schon die Worte »Great Smoky Mountains« oder »Shenandoah Valley« aussprechen, ohne dabei nicht das Bedürfnis zu verspüren, »einen Laib Brot und ein Pfund Tee in einen alten Rucksack zu werfen, über den Gartenzaun zu springen und loszuziehen«, wie es der Naturforscher John Muir ausdrückte.

Der Anfang der Buch ist genial. Ich habe schon lange nicht mehr bei der Lektüre eines Buches so herzhaft und oft lachen müssen. Die trockene und (leicht) sarkastische Art die Ausrüstungsauswahl und andere Dinge zu beschreiben, ist unglaublich humorvoll und absolut treffend.

Nach der Vorbereitungsphase geht es auf den Trail. Dort wechselt der Autor immer zwischen historischen Hindergrundinfos oder anderen Informationen und dem aktuellen Geschehen. Die diversen Zusatzinfos sind zwar besonders anfangs oft interessant, nehmen aber deutlich den Schwung aus der Geschichte.

Manchmal hat man aber auch den Eindruck, dass sie nur das Buch auf eine bestimmte Seitenzahl dehnen sollen. Warum sollte mich zum Beispiel interessieren welche Entdecker vor 200 Jahren unterwegs waren und irgendwelche Pflanzen nach Europa transportiert haben, wenn ich ein Buch über den Appalachian Trail lese? Nur weil die vor 200 Jahren in der Region des Trails unterwegs waren?

Das Baumsterben hat bereits erschreckende Ausmaße angenommen. Ulmen und Kastanien sind dort längst verschwunden; der stattliche Schierling und der blütenreiche Hartriegel sind im Verschwinden begriffen; Rottanne, Frasertanne, Eberesche und Zuckerahorn sind als nächste dran. Wenn es jemals an der Zeit war, diese einzigartige Wildnis zu erleben, dann jetzt.

Viele am Rande angeschnittene Themen haben somit bestenfalls peripher etwas mit dem Trail zu tun. Erwähnt wird zum Beispiel auch der amerikanische Bürgerkrieg. Auch diverse Morde entland des Trails über die letzten Jahrzehnte werden behandelt und wen wundert’s, der Autor schafft es sogar den Urkontinent Pangäa in einem Buch über einen Hike des Appalachian Trail zu verstecken.

Gerade nach dem sehr humorvollen Anfang fügt sich das alles nicht zu einem wirklich stimmigen Gesamtbild. Auch später im Buch gibt es immer wieder witzige Phasen aber so gut wie am Anfang wird es nicht mehr.

Man weiß auch als Leser nie so genau wie weit das Buch der Realität entspricht. Es ist sehr offensichtlich, dass einige Dinge ausgiebig vom Autor ausgeschmückt wurden.

3.000 Kilometer zu wandern ist eine Sache, 3.000 Kilometer mit einem Kleiderschrank auf dem Rücken sind etwas ganz anderes.

Die Informationen zum Hiken werden hier eher nebensächlich vermittelt und stehen keinesfalls im Mittelpunkt. Bei diesem Buch handelt es sich eher um ein Unterhaltungsbuch mit Hintergrundinfos, die sich aber eher auf den Trail und dessen Umgebung an sich als auf das Wandern des Trails beziehen.

»Glauben Sie, daß wir es schaffen werden?« sagte Katz. Er musterte uns nacheinander. »Ach, Sie werden es schon schaffen«, antwortete er, aber in seinem Gesicht stand etwas anderes zu lesen.

Genauso wie auch die berühmte Wanderung des Pacific Crest Trails von Cheryl Strayed (hauptsächlich wegen dem Film zu ihrem Buch), hat auch der Autor dieses Buches “nur” einen begrenzten Teil des Trails gewandert (1400km von rund 3500km). Aber darf man überhaupt nur sagen, wenn man selbst nicht mindestens die gleiche Leistung erbracht hat? 🙂

Wenn man einen Grund finden will nicht zu hiken, liefert dieses Buch ihn von allen Hikingbüchern, die ich gelesen habe am ehesten. Es wird eine Unmenge an tödlichen Risiken aufgezählt. Allerdings lässt der Autor die Schönheit der Natur nicht unerwähnt.

Nach den Flecken auf der Matratze zu urteilen, hatte der letzte Benutzer nicht an Inkontinenz gelitten, sondern sich vielmehr ihrer erfreut. Offenbar hatte er das Kissen in seine Freuden mit einbezogen.

Für Zitate bietet das Buch übrigens unheimlich viele tolle Stellen. Diverse Stellen haben auch eine unglaubliche Situationskomik. Wer also ein wenig Fantasie hat, wird an diversen Stellen im Buch herzhaft lachen können.

Fazit:

Das Buch startet sehr vielversprechend, lässt dann aber stark nach und verliert sich in vielen Seitenwegen, wenn wir mal bei der Analogie des Trails bleiben wollen.

Ihr Freund eilte ihr zur Hilfe. »Es gab am Anfang ein paar schwierige Phasen«, sagte er, »aber wir haben unser ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt, und Sein Wille geschah.« »Lobet den Herrn«, flüsterte die Frau fast unhörbar. »Ach so«, sagte ich und nahm mir vor, unbedingt meine Zimmertür abzuschließen, wenn ich nachher ins Bett ging. »Und gesegnet sei Allah für das Kartoffelpüree«, sagte Katz vergnügt und lud sich zum dritten Mal auf.

So richtig ist das Buch weder Fisch noch Fleisch. Ich sage das selten, aber abseits des tollen Humors gerade am Anfang hat mir der Film besser als das Buch gefallen. Am ehesten könnte man das Buch vielleicht mit einem Roadtrip (nur das es hier keine Straße ist) beschreiben.

Der Autor legt größere Teile des Trails per Auto zurück und beschreibt – ähnlich wie in vielen Reisereportagen Dinge im Umfeld des Trails.

Bewertung:

3 out of 5 stars 3,0

Vergleichbare Bücher / Serien:

Der große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

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Take A Thru-Hike: Dixie’s How-To Guide for Hiking the Appalachian Trail [Buch]

Take a Thru Hike - Jessica Mills

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jessica Mills

Titel:

Take A Thru-Hike: Dixie’s How-To Guide for Hiking the Appalachian Trail (153 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

If you are reading this, it means you have already been bitten by the hiking bug. You may or may not realize it, but somewhere throughout your life a seed was planted and has started growing. It might have happened recently or years ago.

Bei diesem Buch habe ich aufgrund des Covers einer falsche Erwartungshaltung gehabt. Das kommt davon, wenn man nur den Text liest, der in großer Schrift dargestellt ist.

Es handelt sich bei dem Buch nicht um einen Bericht über den Appalachian Trail, sondern um einen Guide zur Thru-Hike Vorbereitung. Die Autorin hat 2015 ihren Job geschmissen um den Appalachian Trail zu hiken. Gleichzeitig hat sie fleißig YouTube Videos in Netz gestellt, die teilweise extrem häufig aufgerufen wurden. Mehrere zehn oder hunderttausend Klicks sind schon beachtlich. Als nächstes hat sie den Pacific Crest Trail 2017 gewandert und in diesem Jahr den Continental Divide Trail.

I must warn you, though. The more you learn, the more you will develop an insatiable desire to break away from the chains of everyday life and chase the wind. For me, it happened on a family vacation when I was at the ripe old age of 5 years old.

Sie hat auch eine Sponsoringplattform, wo sie Geld für ihre Trails gesammelt hat. Teilweise hat sie dafür Gegenleistungen angeboten wie z.B. eine Karte vom Trail oder auch eine individuelle Beratung zur Thru-Hike Vorbereitung. Selbst eine Amazon Wunschliste gab es. Durch die YouTube Werbeeinnahmen kommt auch was rein. Der neuste Ansatz ist nun eine eigene T-Shirt Kollektion. Dixie (Trailname) oder auch Jessica ist somit eine recht erfolgreiche Geschäftsfrau und Thru-Hikerin geworden, die vom Hiken leben kann. Ihre Ausrüstung ist auch dementsprechend merklich besser geworden. Vom aktuellsten iPhone über teure Zelte, Drohnen und Satellitenkommunikation in der Luxusversion ist jetzt alles dabei. Sie hat sich und ihre Homepage zur Marke gemacht.

Too often we fence ourselves in with imaginary boundaries as we gaze at our dreams on the other side. We lie to ourselves and say that someday we will break out of our daily routines and live our wild ideas, but everyday life passes us by and someday gets a little farther away.

Im Buch verweist Dixie auf ihre diversen Videos, die kostenlos bei YouTube abonniert werden können und bereitet die vielen Tips und Infos, die sie dort gibt in Textform und etwas organisierter auf.

Es werden Informationen zur Rucksackauswahl, zu Schlafsäcken, Matratzen bzw. Pads, zum Kochen, zur Wasseraufbereitung, zur Resupply, zu Zelten aufbereitet. Allerdings ist das Buch relativ kurz. Bei einem gedrucktes Buch wurde ich von ca. 100 Seiten ausgehen.

Obwohl ich jetzt schon einige Videos der Autorin gesehen habe und auch schon vorher einiges gelesen hatte, habe ich noch ein paar neue Sachen mitgenommen und einiges was ich bisher nur mal zwischen den Zeilen gelesen hatte, bestätigt bekommen.

“All you have to do is put one foot in front of the other.”

Das Buch ist aber wirklich als Guide zu sehen. Es ist eher ein Sachbuch als ein Unterhaltungsbuch. Dabei hat dieses Buch eher eine operative Ausrichtung und geht unheimlich ins Detail. Dabei macht die Autorin auch vor den unangenehmeren Themen nicht halt.

Von Begegnungen mir Bären über Hiken mit Hunden wird wirklich jedes Thema abgedeckt. Die Planung von Resupply für einen spezifischen Trail wird in diesem Buch jedoch nicht adressiert.

“Don’t quit on a bad day.” Seriously, don’t. Everyone is going to have bad days. Here’s the test. Wait for a nice day and take a seat on a beautiful summit with the sun shining on your face, butterflies fluttering and birds singing. While you are taking it all in, if you still think, “this sucks,” only then is it time to quit.

Somit ist dieses Buch eine sehr gute Ergänzung z.B. zu Yogi’s Books, das es in mehreren Ausführungen gibt. Aufgrund der Versandkosten und der Mehrwertsteuer ist das aber noch mal wesentlich teurer. Yogi’s Books geht nicht so stark ins detail und ist etwas mehr aus die Trailstädte und Resupplypunkte ausgelegt. Also etwas weniger operativ, sondern eher strategisch.

Obwohl das Buch den Appalachian Trail adressiert sind 90% der Angaben 1:1 auf andere Trails wie z.B. den Pacific Crest Trail übertragbar.

Fazit:

Der Preis ist etwas hoch für meinen Geschmack für die wenigen Seiten aber wie ich oben schon sagte – Dixie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden.

Abseits davon wird hier wirklich alles behandelt, was man sich sonst recht mühsam im Netz zusammensuchen muss. Man findet die Informationen aber auch kostenlos. Mit dem Buch ist es aber etwas bequemer.

Bewertung:

5 out of 5 stars 5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook

Verwandte Bücher / Serien:

Noch nicht – Dixie will aber ein Buch über ihre Tripple Crown also den Appalachian Trail, den Pacific Crest Trail und den Continental Divide Trail schreiben

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde ich die Mentalität von Dixie ziemlich beeindruckend. Kurz nach dem Studium alles hin zu schmeißen und dann einfach mal ein halbes Jahr los zu ziehen ist eine Sache. Das dann mehrfach zu machen und ganz nebenbei daraus seinen Lebensunterhalt zu bestreiten ist eine andere Sache

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Pacific Crest Trail Permit / Bewerbgungsprozess

Noch mal ein Eintrag zum PCT. Heute um 19:30 deutscher Zeit hat der Anmeldeprozess für den PCT begonnen. In der ersten Welle wurden 35 Plätze pro Tag vergeben. Die restlichen 15 Plätze pro Tag werden im Januar vergeben. Es dürfen also pro Tag maximal 50 Leute starten. Was schon relativ viel ist, denn die müssen ja alle auch irgendwo entlang des Trails campen.

Dieses Jahr gab es bei der Bewerbung zum ersten Mal ein Warteschlangensystem. Der Nachteil an dem System war, dass es das reinste Lotto war. Wenn man vor der Startzeit in der Warteschlange war, hat man um 10:30 einen zufälligen Platz in der Schlange bekommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits rund 4000 Plätze lang war. Nach anderthalb Stunden war der April quasi komplett ausgebucht. Wenn man die belegten Plätze pro Tag mit der Anzahl der Warteschlangenplätze vergleicht, konnte man aber erkennen, dass viele Leute mehrfach in der Warteschlange waren um ihre Chancen zu erhöhen. Ich hatte Platz 960 in der schlange und im April bis auf zwei Tage noch die volle Auswahl. Das war aber auch der Punkt wo es langsam kritisch wurde.

Der Prozess lief aber unglaublich gut und glatt. Da muss man der Parkverwaltung oder auch einem evtl. externen Dienstleister großes Lob aussprechen. Ich hatte mir den Prozess deutlich holpriger vorgestellt.

Nachdem ich dann meine Bewerbung platziert hatte, sah es schon so aus:

Um 21:00 war dann quasi der ganze April rot, gegen 21:15 auch der halbe März und die erste Maiwoche. Im Bereich von 21:15 wäre man mit Platz 3xxx gelandet. Ab 21:30 waren die halbwegs realistischen Starttage weg. Um 21:45 ist der Mai zur Hälfte weg und der März fast vollständig.

Da die Queue später auf 6000 hoch ging, werden da einige bei der Anmeldung entweder deutlich von ihrem echten Startdatum abgewichen sein oder in die Röhre geschaut haben – ich hatte es in vorherigen Beiträgen schon erläutert: Das Zeitfenster für den PCT Start ist aufgrund der Witterung während des Trails relativ eng. Mitte April stellt quasi das Optimum da (davor im südlichen PCT zu viel Schnee, danach im nördlichen PCT). Dementsprechend verteilen sich die Starttage um Mitte April. Wobei es wohl eine Tendenz zur zweiten Aprilwoche gibt, wenn man sich das oben anschaut.

Die Häufung auf dem 1. April ist auch logisch, weil viele vermutlich ab da freigestellt sind oder gekündigt haben. Ein sinnvolles Startdatum ist der 1. April aber nicht wirklich.

Ich hatte es vorher bereits vermutet aber für mich ist nun absolut klar, dass es mehr als nur ein paar Leute geben wird, die sich nicht an ihre Startzeiten halten werden. Insofern werden an einzelnen Tagen vermutlich deutlich mehr als 50 Leute pro Tag starten. Das dürfte zumindest an den Campspots am Anfang des Trails nicht gerade entspannt werden. Vermutlich eher wie bei den Brummifahrern, die abends auch immer an den Rastplätzen Schlange stehen.

Es wird vermutlich Tage geben wo eher 100 oder 150 Leute statt der geplanten 50 Leute an den Start gehen werden. Dann wird es dann vermutlich auch Kontrollen der Permits geben. Wobei ich im Buch gelesen habe, dass man den Permit am Beginn des Trails überhaupt nicht benötigt.

Der nächste Schritt für mich ist nun das Gespräch mit dem Arbeitgeber. Das werde ich nächste Woche suchen.

Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich so viel zu dem Thema Pacific Crest Trail (PCT) gelesen habe, dass mir vorerst die Themen noch nicht ausgehen. Zum Thema Nahrung habe ich aber etwas intensiver recherchiert, bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe.

    

Hintergrundinfos

Kurz zur Erinnerung. Der Pacific Crest Trail ist eine Wanderstrecke quer durch die USA von knapp 4300km. Wenn man diese Strecke an einem Stück bestreiten will, hat man rund 150 Tage zeit dafür, weil einen das Wetter sowohl im Süden als auch im Norden limitiert. Wenn man früher startet (grob Mitte bis Ende April je nachdem wie viel Schnee in dem Jahr gefallen ist), gibt es zu viel Schnee in den Sierras oder sogar schon davor. D.h. es ist gefährlich oder unmöglich diesen Bereich zu überqueren. Wenn man später startet, hat man das gleiche Problem auf dem letzten Stück Richtung Kanada. Zusätzlich bekommt man dann ggf. Probleme bei Flussquerungen, weil zu viel Schmelzwasser in den Flüssen ist.

Jetzt denkt man vielleicht, dass man ja “nur” hiked und das doch nicht so eine besondere Anstrengung ist. Aber 4300 km/150 Tage sind knapp 30km am Tag. Dabei muss man bedenken, dass in dieser “Milchmädchenrechnung” nicht nicht ein Tag Pause, nicht ein Tag für Nachschubbeschaffung usw. verloren gehen darf. Realistischer sind 10-20 Tage Auszeiten oder Zeitverluste für Nachschubbeschaffung oder Trampen zu Städten. Schwups, schon ist man bei ca. 35km pro Tag. Hört sich nicht viel an? Wenn man mit 4km/h geht, dann ist man doch in grob 9 Stunden durch.

Die Herausforderung

Theoretisch mag das Stimmen aber der Trail ist kein flaches Gebiet was man mal eben so durchwandert. Der Trail hat so viele Steigungen, dass man dafür 17x! den Mount Everest besteigen könnte. Man muss auch bedenken, dass das Tageslicht begrenzend wirkt. 9 Uhr Abends ist Hiker Midnight. Der Sonnenuntergang findet schon deutlich früher statt.

Man bewegt sich temporär auf über 4000m Höhe und schleppt zusätzlich zum Körpergewicht bis zu 20kg mit sich rum und die Temperaturen in der Wüste sind von Mittags bis Abends so hoch, dass man nicht laufen kann (da läuft man teilweise sogar nachts mit Stirnlampe).

Gerade am Anfang des Trails muss man es aber etwas langsamer angehen lassen. Nichts kann die Dauerbelastung simulieren, die man auf dem Trail hat, außer der Trail selbst.

Ganz nebenbei muss das oben genanntes auch erst mal jeden Tag durchhalten, sowohl mental, als auch körperlich. Belohnt wird man mit Tollen Postkartenmotiven und einem Erlebnis, dass man nicht vergisst, wenn man Glück hat auch mit neuen Freundschaften.

Hiken = Extremsport?

Rein sportlich betrachtet ist o.g. ein unglaubliche Ausdauerleistung, die auch am Essen scheitern kann. Wenn es einem während des Trails nicht gelingt die benötigten 4000-6000 Kalorien pro Tag aufzunehmen (zum Vergleich normalerweise benötigt man eher 2000-2500), dann lebt man von seinen Reserven und die Reichen nicht über die Strecke. 500 Kalorien zu wenig pro Tag entsprechen wohl ungefähr 0,5kg Gewichtsabnahme pro Woche.

Problematisch wird das aber erst, wenn man kein Fett (z.B. am Buch) mehr abbaut, sondern die Muskeln abgebaut werden.

Nebenbei trinkt man auch sehr viel – teilweise 6-7l am Tag je nach Streckenabschnitt. Auch das ist sehr wichtig. Wenn man zu wenig trinkt, können die Giftstoffe nicht mehr abgeführt werden. Das Urin wird deutlich dunkler oder noch schlimmer man muss überhaupt nicht mehr pinkeln. Das ist brandgefährlich.

Kalorien + Fett – das Erfolgsrezept?

Die Nahrung, die man mitführt sehr leicht und mit geringem Aufwand zubereitbar sein (ansonsten benötigt man zu viel Energie und somit Brennstoff um sie zu erhitzen). Weiterhin muss sie einem die benötigten Nährstoffe und Kalorien zuführen.

Bei Thru-Hikern ist es also gängig – unter normalen Umständen – absolut ungesunde Nahrung ungeniert zu verspeisen. Bei einem McDonalds Besuch wird der Kalorienverbrauch maximiert und nicht minimiert. Wenn’s geht werden da auch mal 4000 Kalorien weggefuttert. Da man während des Trails nur eine begrenzte Auswahl von Lebensmitteln hat (es müssen welche sein, die sich über Tage ohne Kühlung halten und die leicht sind), nutzt man also jede Gelegenheit leckeres Essen zu bekommen. Und ein McDonalds entwickelt sich im Vergleich zur Trailnahrung schnell zum Gourmetrestaurant!

Was braucht man denn nun?

Als grobe Faustregel kann man von 1kg Essen pro Tag ausgehen. Das kann von Person zu Person mehr oder weniger sein. Hoch im Kurs steht dabei Nahrung, die getrocknet ist, also wenig Wasser enthält, weil Wasser in der Nahrung Gewicht mit sich bringt, dass man aber nicht direkt nutzen kann, wenn man es mehrere Tage rumträgt. Das belastet einen also nur zusätzlich.

Wann und wie oft isst man als Hiker?

Die meisten Hiker nehmen morgens und Abends eine Mahlzeit zu sich. Einige zusätzlich Mittags und auch zwischendurch wird ständig Kleinkram gefuttert. Das können Nüsse, Kartoffelchips, Kekse, Beagels, Burgerscheiben mit Aufstrich (Nutella, Marmelade, Erdnussbutter oder auch abgepackter Käse oder Wurst sein), Nüsse, Gummibärchen, M&Ms, Snikers, Müsliriegel usw. sein.

 

Morgens essen die meisten Frühstücksmischungen, die mit Wasser angereichert kalt oder warm gegessen werden. Die meisten Hiker wandern nach dem aufstehen erst ein Stück und essen dann etwas (das hat den Vorteil, dass einem ein wenig wärmer wird und das der Körper die Nahrung dann besser annimmt). Einige kommen aber auch nicht ohne Kaffee in den Tag. Mittags und / oder Abends gibt es Fertigmischungen – entweder aus dem Supermarkt die klassischen Mischungen mit Nudeln, Reis, Couscous, suppenartige Gerichte oder auch Fertigmischungen für Kartoffelpüree. Alternativ kann man auch getrocknete Gerichte kaufen, die aber deutlich teurer sind (man kann die auch selber vor dem Trail herstellen und sich dann zumailen).

Begrenzte Auswahl und Mangelerscheinungen

Das Hauptproblem der Hiker ist, dass die Auswahl beschränkt ist, und das man die meisten Sachen nach einiger Zeit nicht mehr sehen kann. Man muss aber essen und wenn man Nahrung für 6 oder 7 Tage kaufen muss, weil es teilweise entlang des Trails mehrere Tage keine Geschäfte gibt, dann muss man das gekaufte auch 6 oder 7 Tage essen und ob es im nächsten Laden etwas andere gibt, bekommt man noch zu sehen.

Die Fertiglebensmittel beinhalten nur eingeschränkt Vitamine, dafür aber oft viel Salz oder Zucker und Fett. Somit muss man auch darauf achten, dass man Vitamine wo immer es geht zuführt. Entweder über frisches Obst / Gemüse, wenn man in einer Stadt ist oder über Vitamintabletten. Übertreiben sollte man es aber auch nicht.

  

Salz nimmt man tendenziell wohl eher zu viel als zu wenig zu sich. Insofern sollte man etwas darauf achten, dass man nicht zu viele Chips, Cracker und ähnliches futtert, wenn man nicht besonder viel schwitzt.

Man kann auch keine Lebensmittel mit schweren / sperrigen Verpackungen nutzen. Dosen oder Gläser sind z.B. sind z.B. ungeeignet.

Was isst man denn nun konkret auf dem Trail?

Anbei eine Liste von Dingen, die man auf dem Trail z.B. Essen kann:

  • Bagels
  • Isostar Pulver
  • Chips
  • Oatmeal (Haverflocken mit Geschmack) / Pop Tarts / Kellogs / Quaker (siehe Oatmeal)
  • Müsliriegel (Granola Bars mit Nüssen)
  • Idahoan Mashed Potatoes (Kartoffelbrei)
  • Ramen Nudelgerichte (billig)
  • Knorr Nudelmischungen (z.B. Knorr Stroganoff / Knorr Parmesan)
  • Couscous
  • Tortillas (wie Pfannkuchen) / Sandwich Thins (Burgerbrötchenhälften)
  • Croutons
  • Thunfisch (in Tüten)
  • Belvita Breakfast Cookies
  • Abgepackter Käse
  • Reismischungen z.B Knorr (mehr Kalorien als Nudeln)
  • Beef Crumbles (verzehrfertiges Hackfleisch)
  • Getrocknete Früchte
  • Nussmischungen
  • Snickers
  • M&Ms
  • Beef Jerky (getrocknetes Rindfleisch)
  • Cracker
  • Fruit Leathers (Trockenobst)
  • PayDay Riegel / Twix / Snikers
  • Pürierte Früchte in Quetschpackung
  • SPAM Frühstücksfleisch
  • Pasta Sides
  • Palo Meals – Dehydrated meals (das ist eine recht teure Variante – beliebige Gerichte werden getrocknet – das ist gesünder als die Fertiggerichte, schlägt aber auch gerne mit 6-8€ pro Mahlzeit zu Buche)
  • Olivenöl als beigabe zum Essen (mehr Fett)
  • Jelly (Marmelade)
  • Nutella (z.B. für Tortillas)
  • Peperoni (Salami)
  • Ham (Schinken)
  • Rost Beef (Rind)
  • Pre cooked bacon (Kochschinken)
  • Pasta Roni
  • Dehydrated refried beans (getrocknete Bohnen)
  • Chicken (Huhn)
  • Nüsse
  • Milchpulver

Im Prinzip kann man alles Essen was Kohlehydrate, Fett und Proteine enthält und wenig Wasser.

Schmeckt es denn?

 

Man sollte aber auch immer darauf achten, dass einem das Essen schmeckt. Es ist ja toll, wenn man – aus wissenschaftlicher Sicht optimale Kombination isst, aber das Essen nicht mehr sehen kann. Den Moral Booster bzw. psychologischen Effekt sollte man eben auch nicht vernachlässigen. Ob man den Trail schafft, hängt eben von vielen Faktoren ab. Die optimale Kombination des Essens ist nur einer davon.

Je nach Tagesplanung macht es Sinn morgens (optional) und abends etwas warmes zu essen. Morgens kann es zum Aufwärmen dienen. Abends erfolgt dann die Hauptmahlzeit. In der Wüste kann es aber auch wegen der Mittagshitze sinnvoll sein die Hauptmahlzeit eher auf Mittags zu verschieben und dann eine mehrstündige Pause einzulegen, um die körperliche Anstrengung nicht in die größte Tageshitze legen.

Kalte Küche

Zwecks Zeitersparnis essen einige Hiker nicht mittags und Abends warm und futtern alternativ einfach zur warmen Mahlzeit Snacks wie Schoko- oder Müsliriegel. Somit hat man sich 1x kochen gespart. Es geht auch noch extremer indem man überhaupt nicht warm isst. Die Ersparnis dadurch ist aber eher gering, weil das Essen was nicht mit Wasser angereichert werden muss i.d.R. mehr Platzbedarf und Gewicht mitbringt (darüber gehen die Meinungen aber auseinander). Egal welche Variante man nutzt, man muss man sich bei seinen Einläufen für die Folgetage natürlich bereits vorher überlegen. Das kann man sich also nicht spontan auf dem Trail anders überlegen, sondern erst bei der nächsten Nachschubbeschaffung.

Was ist die “typische” Tagesration?

Kurz zusammengefasst sieht eine mögliche Tagesration wie folgt aus:

  • 250 Gramm Müsli Frühstück
  • 200 Gramm Nüsse, Riegel, Chips, Kekse (Zwischendurch)
  • 175 Gramm Tütengericht Mittags
  • 200 Gramm Nüsse, Riegel, Chips, Kekse
  • 175 Gramm Tütengericht Abends

Das entspricht ca. 1kg Proviant pro Tag

Nach dem Abendessen waschen und min. 2km weiter wandern um keine Bären anzulocken.

  

Wie “kocht” man auf dem Trail?

Genau genommen kocht man eigentlich überhaupt nicht. Das Wasser wird gerade soweit erhitzt, dass es fast kocht. Anschließend stellt man den Brenner aus und lässt das Essen 5 Minuten im Topf. Einige machen es auch anders und füllen das Essen und das erwärmte Wasser in eine Ziplocktasche und lassen die dann 5-10 Minuten im Topf. Um Energie zu sparen gehen einige auch noch weiter und geben das Essen in Kombination mit Wasser bereits eine Stunde vorher in ein verschließbares Behältnis. Lebensmittel wie Reis oder Nudeln sind dann noch schneller fertig beim “Kochen”.

Wichtig ist, dass man ausschließlich vorgekochte / -gegarte Nahrung zu sich nimmt. Wenn man Nudeln / Reis kocht, dann benötigt man viel zu viel Energie, die man wiederum mit sich rumschleppen muss.

Wie ist die empfohlene Zusammensetzung des Essens?

Recommended diet: 50-35-15 or 50% carbohydrate, 35% fat, 15% protein

Das bekommt man meiner Meinung nach in der Form nur hin, wenn man vor dem Trail die Rationen selber zusammenstellt und sie sich nur noch zuschickt und genau das isst, was für den jeweiligen Tag geplant ist. Das machen wohl nur die wenigsten Hiker. Man müsste entweder streng nach Listen kaufen und essen oder im Supermarkt eine Excel File anlegen für jedes Lebensmittel und dann ausrechnen was man wann, wie in welcher Kombination essen darf.

Abwechslung!

Meiner Meinung nach ist viel wichtiger ist am Ende, dass man Lebensmittel findet, die man noch runter bekommt, wenn man eine recht eingeschränkte Auswahl hat und die gleichen Dinge immer und immer wieder isst.

Auch auf dem Trail gilt wie immer im Leben. Man sollte nicht nur eine Sache essen, sondern möglichst Abwechslungsreich.

Es gibt auch Strategien was man wann isst. Einige heben sich bestimmte Gerichte für besonders schlechte oder anstrengende Tage auf. Einfach als Moralbooster. Andere futtern einfach die Sachen, auf die sie am meisten Lust haben zuerst. Bestimmte Gerichte haben auch besondere Vor- / Nachteile. Kartoffelpüree ist wohl zum Beispiel gut, für kühle Tage oder wenn man nicht ganz so viel Wasser hat. Irgendwo hab ich auch gelesen, dass man den zum Anwärmen in den Schlafsack stellen kann (mit flüssigerer Nahrung ist das natürlich keine gute Idee). Wenn die einem im Schlafsack ausläuft hat man größere Probleme als vorher. Das sollte man allerdings nicht in der Bärenregion machen bzw. ich gehe davon aus, dass der Schlafsack nach so einer Aktion länger riecht.

Rationierung

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man sein Essen rationiert. Es bringt nichts, wenn man 5 Tage auskommen muss aber am ersten schon die Menge für 1,5 Tage weggefuttert hat. Dafür kann man z.B. Beutel für die einzelnen Tage anlegen. Man sieht also schon so eine Nachschubbeschaffung ist Arbeit. Man muss die einzelnen Bestandteile der Tagesration zusammenrechnen.

Update nach dem Trail:

Meiner Meinung nach sind die meisten Fertiggerichte aus dem Supermarkt nicht essbar. Ganz gute Erfahrungen habe ich mit den gefriergetrockneten Gerichten gemacht. Es gibt verschiedene Hersteller. Einfach probieren. Ob es einem schmeckt variiert von Gericht zu Gericht. Der einzige Nachteil ist, dass diese Gerichte in der Regel recht teuer sind. Bekommen kann man sie z.B. bei Big 5 Sporting Goods (wenn das auch so ziemlich das einzige brauchbare für Hiker bei der Kette ist).

Abseits davon habe ich mich auf dem Trail primär von Kuchen und Muffins ernährt und deutlich Gewicht verloren. Mir ist es auf dem Trail nie auch nur Ansatzweise gelungen genug Kalorien zu konsumieren und auch die Essorgien in den Städten haben nur sehr begrenzt geholfen.

Weitere Infos zum Thema Pacific Crest Trail Hike:

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen
Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern
Pacific Crest Trail – Teil 7 – Navigation
Pacific Crest Trail – Teil 8 – Links & Guides

Secret Elements [Serie]

Scret Darkness Im Spiegek der Schatten - Johanna Danninger    Secret Elements 1 Im Dunkel der See - Johanna Danninger  Secret Elements 2 Im Bann der Erde - Johanna Danninger  Secret Elements 3 Im Auge des Orkans - Johanna Danninger  Secret Elements 4 Im Spiel der Flammen - Johanna Danninger

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Danninger

Teile der Serie:

  • Secret Elements 1 – Im Dunkel der See (336 Seiten)
  • Secret Elements 2 – Im Bann der Erde (256 Seiten)
  • Secret Elements 3 – Im Auge des Orkans (228 Seiten)
  • Secret Elements 4 – Im Spiel der Flammen (321 Seiten)
  • Secret Darkness – Im Spiegel der Schatten (319 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Prequel:

Achtung, das Prequel nimmt einen Teil der Hauptgeschichte vorweg. Ihr könnt euch also entscheiden, ob ich euch einen Teil der Spannung in der Hauptserie nehmen wollt aber dafür die Geschichte so lesen wollt, wie sie zeitlich abgelaufen ist oder ob ihr die Spannung in der Hauptserie aufrechterhalten wollt. Wenn ihr euch für letzteres entscheidet, bitte hier nicht weiterlesen, sondern zu Buch 1 springen! Ich gehe bei dieser Rezension davon aus, dass ihr erst die Hauptstory gelesen habt. Falls ihr die Bücher in der zeitlich korrekten Reihenfolge lest, dann werdet ihr durch die Rezension gespoilert!

Spoiler

»Jack, hast du eigentlich gewusst, dass unser Team die höchste Frauenquote aller Avalon-Einheiten hat?« Leah rief belustigt: »Wenn’s dir zu viel wird, Stanson, kann ich gern ein Wörtchen mit dem General reden!« »Nein«, antwortete er gedehnt. »Drei sollten zu schaffen sein.«

Im Prequel wird die Geschichte von Luisa und Alator erzählt, also der Mutter und dem Vater von Jay.

Im späteren Verlauf tritt ihre Mutter als Füchsin auf, weil sie von der Dunkelheit übernommen wurde und ihr Vater ist unterdessen General.

Wer die drei Hauptbücher kennt, der kennt auch schon den Storyverlauf in dieser Geschichte, da der Grobabriss bereits im der Hauptserie behandelt wird.

Luisa hat ihre Ausbildung als Special Forces Mitglied gerade beendet und wurde in Team 6 aufgenommen.

»Glaub mir«, sprach er weiter, »ich weiß genau, wie du dich jetzt fühlst. An keinem von uns geht so etwas spurlos vorüber. Aber genau das unterscheidet uns von skrupellosen Mördern. Sei dankbar für diesen Schmerz, denn er ist der beste Beweis dafür, dass du zwischen Gut und Böse unterscheiden kannst.«

Das Buch erzählt von ihren ersten Einsätzen, von der aufkommenden Beziehung mit Alator (wobei die sich Anfangs nicht gerade andeutet), ihrer Schwangerschaft und der Dunkelheit, die von ihr Besitz ergreift.

Als roter Faden zieht sich durch das Buch der Aufstieg der Dunkelheit. An dem war Team 6 alles andere als unschuldig. Im Prinzip war Jays Mutter also Schuld daran, dass die Dunkelheit überhaupt in die Welt zurückkehren konnte. Man könnte deren Handeln schon als Beihilfe bezeichnen.

Als Vorgeschichte füllt das Buch zwar einige Lücken aber aus meiner Sicht ist es verzichtbar. Mein Bild von Jays Mutter ist jetzt auf jeden Fall um einiges schlechter als vorher. Sie hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Dunkelheit in die Welt zurückkehren konnte und auch, dass sie sich in ihr manifestiert hat.

Die ganze Handlung in dieser Geschichte ist weitgehend unlogisch und die Aktionen der Agenten unlogisch und unprofessionell. Es macht keinen Sinn dem Unbekannten Terroristen seine „Wünsche“ zu erfüllen, da er überhaupt keinen Grund hat, seine Drohungen danach nicht trotzdem zu erfüllen.

Die Charaktere verhalten sich unglaublich naiv. Für mich ist das Prequel deutlich schlechter als der Rest der Serie und leider extrem unglaubwürdig.

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Buch 1:

Birgit machte keine Anstalten, unser Zimmer an diesem Abend wieder zu verlassen. Nicht einmal, um noch ein zweites Mal kotzen zu gehen. Dabei malträtierte sie sich schon wieder seit einer Weile selbst mit einem dieser abartigen Modemagazine, in denen kein Model auch nur annähernd vierzig Kilo wog.

Jessica lebt in einem Heim, weil ihre Eltern sie als Baby weggeben haben. Wer ihre Eltern sind weiß sie nicht und auch nicht warum ihre Eltern sie verlassen haben. Das Heim nimmt schwierige Fälle auf. Dort wohnen Jugendliche,  die sich irgendwo zwischen normal und kriminell befinden.

Jessica ist an einer öffentlichen Schule und hat ihr Abi fast in der Tasche. Da sie sich auch an der Schule nichts gefallen lässt, ist sie dort allerdings auf Bewährung. Falls sie noch mal beim Direktor wegen irgendwas erscheinen muss, dann fliegt sie von der Schule. Jessica ist Außenseiterin und versucht möglichst nicht aufzufallen. Das zeigt sich auch mit ihren überwiegend schwarzen Klamotten.

»Okay, sieh’s dir einfach mal an. Ich hab echt keine Lust, mich wieder mit Abwehrraketen herumzuärgern.« »Glaubst du etwa ich? Beim letzten Mal musste ich den ganzen Kotflügel erneuern!«

In der Schule gibt sie sich mühe und hat einen sehr guten Notenschnitt.

Als sie an einem Tag auf einer Bank sitzt und liest, setzt sich eine seltsame Frau zu ihr, die ihr ein Amulett schenkt. Das Amulett stellt sich als ein sehr mächtiges Artefakt heraus, dass Jessica allerdings auch nicht mehr ablegen kann.

Plötzlich wird in kürzester Zeit ihre Welt auf den Kopf gestellt und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Einer von der Sorte, die tagsüber ihre Ausbildung zum kaufmännischen Fachangestellten in der Küchenabteilung eines Möbelhauses absolvierten und nach Sonnenuntergang glaubten, sie könnten einen auf Turntable-Gottheit machen, um Weiber aufzureißen.

Ich will nicht zu viel Verraten, daher versuche ich es mit einem Vergleich: Wenn ihr an Man in Black / die Unglaublichen und James Bond denkt, habt ihr ein grobes Bild von dem was im Buch passiert. Das Ganze wird auch ohne große Vorwarnung und nach einer recht überschaubaren Einleitung auf den Leser losgelassen. Man fühlt sich also ähnlich überrumpelt wie Jessica.

Das Grundkonstrukt der Geschichte ist nicht außergewöhnlich: Jessica als Heldin wider Willen hat die Last, die Welt zu retten. Ansonsten gibt es hier die Paarung: Bad Boy vs. kratzbürstige Hauptakteurin was teilweise recht unterhaltsam ist.

Ich musste dringend hier weg. Die waren doch allesamt nicht ganz dicht. Vermutlich bereiteten sie sich gerade darauf vor, mich als Opfergabe in einen Vulkan zu schmeißen – oder was Sektenanhängern sonst noch einfiel.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen Fantasy mit Magie und Science Fiction und lässt sich nicht so richtig einordnen – was ich ganz Abwechslungsreich finde. Weiterhin hat die Autorin wirklich mächtig viel Fantasie.

Jessica ist ein klassischer Fall von harter Schale, weicher Kern. Nach außen ist sie unheimlich schlagfertig und teilt kräftig aus, sowohl mit Worten als auch mit Fäusten. Ihre Gedanken stehen dazu aber im krassen Gegensatz. Sie macht innerlich einen recht besonnenen Eindruck und ist auch deutlich gebildeter, als man ihr das auf den ersten Blick zutrauen würde. Zusätzlich ist sie eine gute Beobachterin.

Ich erstarrte und gab keinen Ton von mir. Ich hatte genügend Horrorfilme gesehen, um zu wissen, dass man sich von blassen, schwarzhaarigen Kindern an seltsamen Orten dringend fernhalten sollte. So leise ich konnte, schlich ich rückwärts.

Das macht sie zu einem interessanten Charakter.

Die Schreibweise im Buch, sowie die Art von Jessica sind frech, unkonventionell und frisch.

Buch 2:

Nachdem Jay im ersten Teil aus ihrer vertrauten Umgebung in eine ziemlich schräge Science Fiction / Fantasy Welt entführt oder auch gerettet wurde, kennt sie nun ihre Aufgabe und ihre Gegnerin. Sie hat von einer Göttin (irgendwie ziemlich viele Frauen in Führungspositionen) ein Amulett bekommen, mit dem  sie die Kraft der Elemente nutzen kann. Damit soll sie die Gegenspielerin, die die dunkle Seite verkörpert, vernichten. Sie hat nur leider keine Ahnung wie. Aber sie hat immerhin Team 8 und die Agency auf ihrer Seite.

Andere gruben sich einen Weg durch den Berg – ich sprengte ihn lieber. Und Lee hatte offenbar seinen Spaß daran, mich regelmäßig explodieren zu lassen.

Bevor sie mir ihrer Gegenspielerin aufnehmen kann, muss sie aber noch 3 Elemente finden und sich als Würdig erweisen.

Wird ihr das gelingen oder ist die dunkle Seite stärker?

Die Zusammenfassung vom ersten Teil am Anfang des Buches ist recht einfallslos und hab ich schon länger nicht mehr so schlecht verpackt gelesen.

Das Gefühl von Freiheit erfasste mich. So war das bei mir schon immer gewesen, wenn ich mich inmitten der Natur aufhielt. Ich fühlte mich akzeptiert und verstanden. Hier dachte niemand Schlechtes über mich. Die Natur urteilte nicht.

Das im ersten Buch begonnene Geplänkel zwischen Lee und Jay, die beide Sturköpfe sind, geht im zweiten Teil natlos weiter.

Bei dem Buch musste ich mal wieder an mein Studium denken. Bekanntes mit unbekanntem oder Neuem mischen. Wie auch in vielen anderen Büchern werden in dem Buch bekannte Dinge – der Bau der Pyramiden, die Artussage wir komplett neu geschrieben, der angebliche Ufoabsturtz in Roswell neu erklärt, Gott und auch die Evolutionstheorie. Richtet euch darauf ein, dass ihr einiges neu erklärt bekommt.

Über meine finanzielle Situation in der Anderswelt hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Doch ich war eher davon ausgegangen, als Retterin der Menschheit ehrenamtlich unterwegs zu sein.

Wie man bereits an den Namen der Bücher erkennt, wird ein Element pro Buch behandelt. In diesem Buch geht es oh Wunder um die Erde und das Erlernen der Nutzung der Fähigkeiten, die mit dem Wasser in Zusammenhang stehen.

Ganz so viel Action und Überraschungen wie im ersten Teil gibt es im zweiten nicht. Es gibt aber einige neue Charaktere, die zur Bereicherung der Geschichte Beitragen.

Buch 3:

»Mirraka ist Volk der Gastfreundlichkeit. Aber nie danke oder bitte und nur über Essen schimpfen, dann kein Freude mehr macht. Die Großgeratenen immer meckern.«

Nachdem Jay nun die Elemente des Wassers und der Erde benutzen darf und erneut eine unerfreuliche Begegnung mit der Füchsin hatte, steht nun ihre Ausbildung als Agentin bevor. Wird sie diese Herausforderung bewältigen können? Aus Lee wird sie nach wie vor nicht schlau. Sie weiß nur, dass er ein außerordentliches Talent hat sie auf die Palme zu bringen.

Das zeigte wieder einmal deutlich, dass man sich stets ein eigenes Bild machen sollte und niemals auf vorgegebene Meinungen verlassen durfte. Vorurteile konnten so vieles zerstören.

Jay bekommt ihre elementaren Energien immer besser unter Kontrolle. Zusätzlich ist sie in deutlich mehr Action und Abenteuer verstrickt als im zweiten Teil. Sie wird immer selbstbewusster, außer wenn Lee mal wieder eine kritischen Blick oder kritische Bewertung ablässt, dann trifft sie das hart.

Jay hält übrigens nach wie vor nichts davon ihre Weiblichkeit zu präsentieren. Insofern ist folgendes Situation für sie schon als Bahnbrechend zu bezeichnen:

Zögernd öffnete ich meinen Mantel und präsentierte ihr mit einem angedeuteten Knicks mein neues Outfit. »Verschärft!«, kommentierte Sina. »Gute Arbeit, Samy.«

»Niemand kann sich seine Wurzeln aussuchen. Entscheidend ist, was man daraus wachsen lässt.« Der Kater legte den Kopf schräg. »Meine Güte, das war ja fast schon poetisch.«

Spätestens bei ihrem Geburtstag merkt man, dass Jay in der Anderswelt angekommen ist. Sie hat wirklich tolle Freunde gefunden.

Mehr fällt mir zu dem Band nicht ein, ohne zu viel zu verraten. Selber lesen! Das ist der bisher beste Teil der Serie.

Etwas unglaubwürdig ist wie einige Leute im Buch vehement die Gefühle füreinander ignorieren. Brett vorm Kopf ist da fast noch untertrieben.

Dann machte ich sogar noch einen kleinen Knicks. Der Garako beobachtete meine Bemühungen mit hochgezogenen Augenbrauen. »Hast du zu viel Game of Thrones gesehen?«, fragte er. … »Ich habe dich eingeladen, um dich kennenzulernen. Nicht, um zu sehen, wie du glaubst, sein zu müssen. Und nun folgt mir, bitte.«

Am Ende des Buches wird Jay mit einer Schrecklichen Neuigkeit konfrontiert, die sie alles hinterfragen lassen.

Buch 4:

Nachdem Jay bei ihrer Geburtstagsfeier erleben durfte, dass sie in der Anderswelt angekommen ist und dort wirklich tolle Freunde gefunden hat, gab es mehrere schwere Rückschläge. Die Füchsin war überhaupt nicht in Jays Eisblock gefangen, sondern hat diesen nur als Illusion erschaffen um im das Agency Gebäude zu gelangen. Sie flieht und es gelingt ihr das Buch der Worte zu stehlen, mit dem die Welt zerstört werden kann. Weiterhin offenbart sie Jay, dass ihr Körper der ihrer Mutter ist. Daraufhin sieht Jay sich nicht in der Lage die Füchsin zu töten.

»Vielleicht hätte ich es verhindern können.« »Hätteft du nicht.« »Woher willst du das wissen? Du warst nicht dabei.« Er lächelte milde. »Aber ich bin jepft hier und in deinen Augen erkenne ich, daff du ef verhindert hätteft, wenn du ef gekonnt hätteft. Daf genügt mir.«

Aber wie soll es nun weitergehen?

Die Zusammenfassung der Vorgängerteile kommt auch hier wieder mit dem Holzhammer – stur runter gespult. Das geht eindeutig besser.

Die Bedrohung durch die Füchsin wird deutlich realer aber im finalen Teil war das nicht anders zu erwarten. Glücklicherweise haben sich auch Jays Fähigkeiten weiterentwickelt.

Bei der Fluch der Füchsin hat jemand aus dem internen Kreis, vielleicht sogar jemand aus Team 8 mitgeholfen. Aber ist das wirklich möglich? Alle im Team sind wie Freunde für Jay, außer Lee vielleicht aber zu dem ist ihre Verbindung vielleicht sogar noch stärker.

Sein Brustkorb hob und senkte sich, Captain Leannán Aherra wartete auf meinen Befehl. Das war das Faszinierendste, was ich je erlebt hatte.

Im letzten Teil werden alle offenen Handlungsstränge eingefangen und der Leser wird mit wirklich diversen ungeahnten Entwicklungen konfrontiert. Wirklich klasse gelöst.

Jay ist ein toller Charakter und trägt das Herz am richtigen Fleck. Bei Lee ist das auch so, auch wenn er es meistens nicht zeigen kann oder will.

Der letzte Teil stellt ein sehr würdiges Ende der Serie dar. Den Epilog hätte ich persönlich mir länger gewünscht. Ich hätte gern noch mehr mit Jay, Lee und Team 8 erlabt.

Fazit:

Die Serie ist mal “was anderes” trifft es ganz gut. Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen Die Unglaublichen, Men in Black und James Bond. Das Genre ist irgendwo zwischen Science Fiction, Fantasy und Realwelt angesiedelt und die Charaktere sind frisch und Abwechslungsreich. Jay hat keine schöne Vergangenheit gehabt aber genau das hat sie zu dem gemacht was sie ist. Jay ist ein Dickkopf und wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Wer sich auf ein absolut phantastisches Abenteuer mit Special Forces / Agenten einlassen will, ist hier genau richtig.

»Du trägst eine wundervolle und gute Seele in dir, Jessica«, sagte er leise. »Vergiss das niemals.« … »Du hast nun die Erlaubnis, auf meine Kraft zuzugreifen. Nutze sie klug, dann wird sie dir treu zur Seite stehen.«

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4,5/5 (ohne Prequel – mit Prequel 4,0)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde es etwas seltsam, dass Jay bis zum Gespräch mit Ivan nicht nach ihrem Schulabschluss fragt. Die Agency sollte es ihr doch ermöglichen können so kurz vor dem Abi den Abschluss zu bekommen.
  • Das man Handys per GPS verfolgen kann, wenn sie ausgeschaltet sind, ist quatsch
  • Geht es nur mir so oder findet ihre den kauzigen Alfred auch klasse?
  • Hab ich was verpasst? Die Tuata wurden von Danu erschaffen, die Miraka von dem Erdelementar geschaffen, die Meermenschen vom Wasserelementar, die Feuerelfen vom Feuerelementar. Die Felidae Linguae kommen aus dem Labor. Woher kommen Feen, Gnome, Pegasi usw.?
  • Lee zieht mit Jay ohne Verstärkung los um Samira zu befreien? Und das nur, weil er ihr eigentlich nicht glaubt? Ja klar, ist ja auch überhaupt nicht gefährlich für Jay und macht total Sinn, nachdem er sich vorher ständig um sie gesorgt hat.
  • Wie überlebt die Füchsin ohne Nahrung, Wasser, Luft in einem Eisblock?
  • Logisch ist es nicht, dass Team 8 regen Kontakt zu Praktikanten hält, die später möglicherweise die Ausbildung beginnen und dann nach Ausbildungsstart wird so getan, als wenn man sich nicht kennen würde.
  • Wieso hat die Füchsin so lange gewartet, um sich das Buch zu holen?
  • Wieso sind die Menschen eigentlich lt. Serie angeblich so machtgierig und die Tuatha nicht? Angeblich unterscheidet Menschen und Tuatha lediglich eine minimale Mutation, die ihnen erlaubt Magie anzuwenden, die in dieser Serie aber wissenschaftlich erklärt wird. Warum sollten sie sich also anders verhalten als Menschen, wenn das der einzige Unterschied ist? Generell rechtfertigt ein derart kleiner Unterschied eigentlich auch keinen Begriff für eine andere Spezies. Das sind eher Unterschiede vergleichbar mit der Hautfarbe oder anderen Besonderheiten wie der Fähigkeit Milch zu verarbeiten.
  • Die Agency ist komplett mit hightech ausgestattet aber die Erfindung von Spracherkennungsssoftware ist an ihr vorbeigegangen?
  • Jay sieht aus wie ihre Mutter und somit die Frau des verstorben geglaubte Frau des Generals und er merkt das nicht?
  • Im Prequel heißt es zuerst, dass der Leichnam nicht in den Händen der Special Forces ist und dann wird der Tatort besichtigt und er liegt dort einfach noch, obwohl die Spurensicherung durch ist?
  • In der Kirche die Pläne auszuplaudern ist sehr Intelligent …
  • Der ominöse Fremde hat einen Hightechjet, der mit Angriffsraketen aufgestattet ist, die der Jet von Luisa offenbar nicht hat (also besser ausgestattet als ein moderner Jet von der Agency) und natürlich versagen Luisas Fähigkeiten genau dann, wenn es darauf ankommt.
  • Mit einem Geländewagen im Iran 850km in einer Tagesreise? Ich habe starke Zweifel
  • Äh, klar. Luisa ist frisch im Team und nimmt diverse Fettnäpfchen mit und fällt lediglich durch Ehrgeiz auf und schon denkt die Anführerin von Team 6 darüber nach sie als ihre Nachfolgerin vorzuschlagen. Genau so läuft es beim Militär ab… vollkommen unrealistisch. Und die Teammitglieder haben abseits von Tory alle kein Problem damit übergangen zu werden.
  • Was bitte schützt der untergetauchte Zwergenklan, wenn es dort überhaupt nichts zu beschützen gibt, wenn das Bruchstück eh woanders ist?
  • Die Analyse des Virus ist ja hochgradig professionell – sinngemäß wir haben 0 Ahnung aber Virus ist hochgefährlich.
  • Wieso sollte der unbekannte den „Virus“, der die Anderswelt auffliegen lässt nicht benutzen. Da er eh die Dunkelheit freilassen will, spielt ein Krieg ihm nur in seine Hände. Das passiert natürlich auch. Die Zeilen habe ich übrigens geschrieben, bevor ich die Stelle im Buch erreicht habe. Das war so vorhersehbar.
  • Das der Unbekannte mehr mit Luisa vor hat ist auch offensichtlich, sonst hätte er sie schon mehrfach umbringen können. Im Prinzip sagt Alator das Endergebnis ziemlich gut voraus.
  • Wie soll denn der Plan gewesen sein um den Unbekannten von seinen Taten abzuhalten? Luisa begibt sich vollkommen hilflos in die Hände des unbekannten, der lässt James frei und danach nimmt ihn fest? Wohl kaum. Warum erschießt Elly ihn nicht einfach?
  • Der Sabotageakt auf den Jet lt. Beschreibung und der weitere Verlauf ist nicht nachvollziehbar. Alator ist bewusstlos und Luisa gibt ihm einen schubs in Richtung Wasseroberfläche. Da hätte ihn wohl kaum vor dem Ertrinken bewahrt. Wie erklärt sich das verschwinden von Luisa? Das sie ihr Kind zur Welt bringt ohne jemanden auf sich aufmerksam zu machen mag nachvollziehbar sein, weil sie ihr Kind beschützen will. Wovon sie gelebt hat aber z.B. nicht, denn da sie für tot gehalten wurde, hatte sie keinerlei Zahlungsmittel. Es ist auch unklar wie die Geburt erfolgt sein soll.

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Kulturschock! Au-pair USA [Buch]

Kulturschock! Au-pair USA - Miriam Traut

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Miriam Traut

Titel:

  • Kulturschock! Au-pair USA (190 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Liebe Miriam, … jetzt ist es so weit! Du bist auf dem Weg in die USA. Ein Jahr voller neuer Erfahrungen liegt vor Dir. Damit Du Deine Familie, Deine Verwandten und Deine Freunde nicht vergisst, anbei ein Geschenk. Es soll Dich an uns erinnern. Fotos, damit Du unsere Gesichter in Erinnerung behältst. Adressen, damit Du uns schreiben kannst. Geburtstage, um uns zu gratulieren. Außerdem gibt es Platz für Einträge von neuen Freundschaften, die Du wahrscheinlich knüpfen wirst. Zudem um Partys festzuhalten, die es wohl auch in den USA geben wird. Wir werden Dich vermissen! In Liebe, Clara und Ben

Miriam Traut entscheidet sich nach dem Abi für ein Jahr als Au-pair in die USA zu gehen.  In diesem Buch beschreibt sie ihre Erlebnisse.

Interessant ist das Buch für Leute, die noch nie selbst in den USA waren oder die sich ihre Eindrücke vom ersten USA Besuch mal wieder ins Gedächtnis rufen wollen. Sie beschreibt am Anfang viele Details, die einem beim ersten USA Besuch auffallen. Vieles davon ist für mich mittlerweile normal, weil ich schon ein paar Mal in den USA war. Manches es ist besser als bei uns und manches auch nicht.

Wie heißt es: Andere Länder, andere Sitten.

Die Familie in die Miriam gerät ist ziemlich wohlhabend (Manager und Anwältin) aber auch sehr oberflächlich und lebt in einem Vorort von New York. Das Kind (Cornelius) auf das sie aufpassen muss ist rotzfrech. Die Gastmutter ist der Meinung, dass er mit 4 Jahren Model werden soll. Kinder werden in New York von Geburt an auf Leistung getrimmt, wenn die Familie die Voraussetzungen dafür hat.

Das erste Viertel des Buches werden relativ intensiv die ersten anderthalb Wochen behandelt. Anfangs erscheint alles bestens zu sein. Nachdem das vorherige Au-pair Mädchen nach Deutschland zurückgekehrt ist, gibt Cornelius Miriam die Schuld dafür und erschwert ihr ihre Zeit deutlich.

Mal ehrlich, das wäre keine Option gewesen, unüberlegt alles stehen und liegen zu lassen. Das Beste kommt doch erst am Schluss, heißt es immer. Wer weiß, was ich hier alles verpasst, hätte.

Dabei wird ihr quasi die komplette Aufgabe der Erziehung übertragen. Vom Wecken bis zum ins Bett bringen ist alles was dazwischen liegt und mit Cornelius zu tun hat Miriams Aufgabe.

Dazu kommt, dass nach der anfänglichen Euphorie, die Sprache zum Hindernis wird, weil Miriam nicht so gut in Englisch ist und sie natürlich auch mit etwas Heimweh zu kämpfen hat.

Die Au-pair Freundin, die sie gerade kennengelernt hat, schmeißt nach etwa einem Monat hin, weil sie mit Ihrer Familie nicht zufrieden ist.

Der Ausflug wird zu einem unvergesslichen Erlebnis in meinem Leben. Es lehrt mich, dass man nicht voreilig urteilen sollte. Die eigene Angst zu überwinden, ist zwar eine große Hürde, doch lohnt es sich.

Miriam beißt sich durch.

Im weiteren Verlauf werden immer wieder einzelne Situationen beschrieben. Der gemeinsame Urlaub, das Kennenlernen von neuen Freundinnen, der Besuch von alten Freundinnen oder Verwandten, die Geburtstagsparty.

Man hat den Eindruck, dass Miriam sich abgesehen vom Anfang primär auf die positiven Seiten konzentriert. Zwischendurch klingt immer wieder durch, dass besonders ihre Gastmutter teilweise recht anstrengend war.

Ich versuche, mich abzulenken, indem ich zwischenzeitlich an die gemeinsamen zwei Wochen mit Lisa zurückdenke. Beim Abschied wird einem oftmals erst klar, wie kostbar jeder Moment war.

Hier und da erkennt werden auch kulturelle Unterschiede beschrieben. Und ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass es gerade für kleine Kinder alles andere als toll ist, wenn im Jahresrhythmus die Bezugsperson wechselt.

Der Schreibstil ist modern und locker – mir gefällt das.

So ganz viel Au-pair Alltag darf man sich nicht erhoffen. Das Buch hat primär Unterhaltungscharakter.

Fazit:

Das Buch liest sich recht kurzweilig – es ist ja auch nicht besonders lang. Ich fand es recht unterhaltsam.

Für alle, die ihre ersten Eindrücke in den USA auffrischen wollen oder selbst noch nie in den USA waren ist das Buch interessant.

Ich denke, nachdem ich einige Au-pair Berichte aufgeschnappt habe, dass die Erlebnisse von Miriam recht exemplarisch ist. Oft sind die Gasteltern recht wohlhabend und oft ist das Au-pair Erlebnis kein reines Zuckerschlecken. Es ist aber auf jeden Fall ein Abenteuer.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Im Land der Kangaroos
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

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Ausreisser – Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland [Buch]

Ausreisser Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland - Michaela Schmitt

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Michaela Schmitt

Titel:

  • Ausreisser – Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland (481 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

„Unser Leben ist von Gelegenheiten geprägt.
Auch von den verpassten“

Michaela und Thorben waren schon immer Reisefans. Als Michaela Mutter wurde war eigentlich geplant die großen Reisen ad acta gelegt sind. Die Reiselust war aber größer. So haben sie sich einige Jahre mit Überstunden und dem Rückfahren der Ausgaben vorbereitet und 2015 ging es mit der kleinen Tochter Romy auf die Panamericana. Zwei Jahre von Nordamerika nach Südamerika.

Der Ernst des Lebens ist acht Stunden am Tag mit voller Breitseite zu spüren und die Kindheit wird zu den Akten gelegt. Ich wünschte, dieses Wissen als Kind gehabt zu haben. Wie glücklich ich mich eigentlich hätte schätzen sollen. Beim Reisen fühle ich mich wieder frei. Wie ein Kind, das die Welt um sich herum entdeckt. Eine Welt, die man als Erwachsener längst vergessen hat.

Romy ist zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alt.

Im ersten Moment denkt man sich vielleicht wie schrecklich das für ein Kind sein muss die ganze Zeit durch die Gegend zu reisen. Aber andersrum sind beide Eltern für das Kind da. Wo ist das heute schon noch so, wo in der Regel beide Elternteile arbeiten gehen?

Wie sich dann im Buch zeigt, ist es am Anfang wirklich nicht immer einfach, gerade für Romy.

Bereits kurz nach dem Beginn der Tour stellt sich heraus, dass Michaela erneut schwanger ist. Die beiden entschließen sich die Reise fortzusetzen und es einfach auf sich zukommen zu lassen.

Ich bin mit der Handwäsche für vier Personen regelmäßig überfordert und wünsche mir beim Bearbeiten der schmutzigen Kinderkleidung sehnsüchtig meine Waschmaschine zurück. … Doch ich klage nicht. Dazu habe ich kein Recht, weil wir es uns erlauben können, durch solch arme Gegenden zu reisen und nach unserer Rückkehr wieder eine Waschmaschine auf uns wartet, die ich nur befüllen muss.

Die Reise treten sie in ihrem Fahrzeug namens „Frosch“ an (alter Mercedes LKW). Da ich mich gerade mit dem Thema Hiking beschäftige ist es interessant zu sehen, dass man beim Campen ähnliche Probleme hat. Auch beim Campen muss man sich auf das Wesentliche beschränken, wenn auch nicht so radikal wie beim Langstreckenhiken.

Sie beginnen die Tour in New York und von dort in Richtung Panamericana mit einer Tour Quer durch Kanada. Von der Ostküste nach Dawson City auf der Nordwestseite, quer durch Alaska und dann gen Süden nach Vanvoucer. Von da aus folgt die Familie lose der Panamericana, macht aber immer wieder große Abstecher und erkundet die Länder auf der Route. Bereist wird dabei die USA, Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Chile & Argentinien, Paraguay, Brasilien und Uruguay. Nachdem sie die Panamericana beendet haben, fahren sie noch ein ganzes Stück weiter auf der Ostseite von Südamerika Richtung Norden – 2 Jahre lang.

Nur die Eigenart der Klimaanlage, wie in allen tropischen Ländern auf Blizzard eingestellt, verkraftet sie nicht und ist wenig später erkältet. Da gondelt man durchs verregnete Kanada, fährt bis zum Eismeer, durchquert die Canyons in den USA, verbringt Wochen in der Wüste der Baja California und dem Dschungel Mexikos und wird letztendlich von einer kleinen Maschine in den eigenen vier Wänden niedergestreckt.

Toll ist, dass immer wieder Bilder eingebunden sind. Bei einem derartigen Reisebericht sind die aus meiner Sicht unentbehrlich.

Eine etwas seltsame Einstellung hat Michaela zu anderen Touristen (und nichts anderes ist Sie). Öfter mal hat man den Eindruck, dass sie von vielen Touristen angewidert ist und ihren eigenen Reiseweg für viel besser hält. Wenn jeder so wie die Familie mit dem Wohnmobil hinreisen würde, wäre das  nicht besser als eine Reisegruppe, die per Bus kommt. Für die Umwelt wäre am besten, wenn wir die Reisere einfach lassen würden oder zumindest keine Flugzeuge benutzen. Da fliegen aber viel zu günstig ist, sieht es nicht danach aus…

Natürlich freut sich jeder, wenn die Touristenmassen nicht gerade da sind, wo man selber ist, aber besser oder wichtiger als die anderen Reisenden braucht man sich auch nicht fühlen. Witzigerweise habe ich eine vergleichbare Einstellung bei den Thru-Hikern gefunden, die so über die Standardtouristen oder die Tageshiker denken.

Ich sehe an mir herunter und muss feststellen, wie anstößig unsere Kleidung wohl für die oberflächliche Gesellschaft sein mag, und wie uninteressant sie für uns selber geworden ist. Mittlerweile erfüllt nur noch ihre wahren Zwecke: Wärmen und Schützen. An Löchern, farblichen Unstimmigkeiten oder eingebrannten Flecken stören wir uns schon lange nicht mehr.

Interessant finde ich die vielen Begegnungen mit anderen temporären oder Vollzeitaussteigern. Wenn man mal darüber nachdenkt ist der Ansatz wirklich nicht schlecht: Wer weiß schon, ob man in 10 oder 20 Jahren noch Reisen kann und will oder nicht vorher erkrankt. Leben muss man heute und wenn man Reisen möchte, muss man das heute tun und nicht in 20 Jahren. Offenbar sehen das mehr Menschen so, als ich das vermutet hätte.

So handelt das Buch natürlich vom Reisen aber auch davon mutig zu sein, entgegen aller Konventionen zu handeln und einfach das Leben zu Leben auf das man Lust hat. Natürlich riskieren die beiden, dass sie später nur noch schlecht einen Job finden oder vielleicht auch einen schlechter bezahlten oder anderen Job machen zu müssen. Sie leben aber beide im heute und geben die Sicherheiten auf. Natürlich fehlen die Jahre bei der Rente. Aber mal ehrlich: Ich hab keine Ahnung, ob ich von der Rente noch leben kann, wenn ich mal im Rentenalter bin.

Kein Land war so anstrengend zu bereisen und hat uns so viel abverlangt. Und trotzdem leuchten unsere Augen auf, das Herz hüpft vor Freude, wenn wir an die vergangenen Wochen zurückdenken. Bolivien ist ein Abenteuerland. Eines der letzten echten

Durch die diversen durchreisten Länder erfährt man vom Reichtum (z.B. USA und Kanada) bis zu den ärmlichsten Lebensverhältnissen so ziemlich alles. Es heißt nicht umsonst andere Länger andere Sitten.

Michaela und Thorben müssen sich zwangsweise auf das wesentliche konzentrieren. Der Platz im Laster ist begrenzt. Es ist erstaunlich mit wie wenig man auskommt, wenn man all die Gewohnten Dinge nicht zur Verfügung hat.

Viele Dinge unseres Alltags sind eigentlich unnütz und teilweise sogar hinderlich. Hochhackige Schuhe? Braucht kein Mensch? Kosmetik? Überflüssig, Anzüge, Krawatten und Business Dress? Braucht auch keiner.

Je nach Ländern und Kontinenten unterscheiden sich die Vorlieben der Kinder und dementsprechend ist das Angebot in den Geschäften sehr unterschiedlich. Sind es in Europa niedliche Tiere wie Hund, Pferd und Katze, wird in Südamerika gerne mit den heimischen Exemplaren gespielt. So zählen einige kleine und große Gummispinnen zu unserem Bestand, maßstabs- und originalgetreu. Nachdem sich dazwischen ein achtbeiniges Spinnentier als recht lebendig entpuppt hat, ist es endgültig an der Zeit, für den restlichen Aufenthalt im Regenwald auszusortieren.

Diese Erfahrung machen Hiker, Langstreckensegler und Leute, die wie Michaela und Thorben als sogenannte Overlander durch die Welt fahren. Wenn die Thor Heyerdahl auf großer Fahrt ist, dann interessiert nach ein paar Tagen oder Wochen niemanden mehr wie die Klamotten aussehen oder ob man etwas unangenehm riecht.

Darauf kommt es nicht an.

Sehr interessant finde ich auch, dass am Ende des Buches die Kosten angegeben sind. Logischerweise ist die Art zu Reisen deutlich günstiger als die Standardurlaubstour, bei der allein die Flugkosten überproportional ins Gewicht fallen und teure Hotels, ein Bus oder ein Mietwagen evtl. ein Reiseleiter usw. bezahlt werden wollen. Günstig ist es aber auch nicht gerade. Allerdings sind die Entfernungen ja auch nicht gerade gering.

Fazit

Ich finde es toll, wenn jemand sein Ding entgegen aller vorgefertigten Meinungen durchzieht. Das ist Buch eine Reisereportage in epischer Länge. Teilweise hat das Buch aber auch beim Lesen seine Längen, daher ist mir die Bewertung auch nicht so leicht gefallen. Zum Glück sind aber auch relativ viele Bilder enthalten, damit man sich etwas mehr unter den Beschreibungen vorstellen kann.

Herzhaft beiße ich in eine nach Fisch riechende, trockene schwarze Gurke, setze mein höflichstes Lächeln auf und verschwinde zur Brüstung, um die Spezialität dahin zu befördern, wo sie hergekommen ist.

Man bekommt als Leser auch eine ganze Reihe Denkanstöße mit auf den Weg, die das Leben in Frage stellen was die meisten von uns führen (Schule, Studium, Arbeiten, 1 oder 2 Mal im Jahr in Urlaub fahren (wenn man es sich leisten kann) und vielleicht noch Kinder + Haus, wenn es gut läuft. Die Prozedur dann bis zur Rente). Es zeigt sich auch in diesem Buch, dass Glück in erster Linie nicht mit viel Geld zu tun hat.

Die Familie bereitet sich nach dem Bucherfolg, dass sie nach der beendeten Tour veröffentlicht haben,  auf die nächste Langstreckentour vor. Die Seidenstraße.

Und plötzlich ist alles ein letztes Mal. Das letzte Mal einen Supermarkt suchen, ein letztes Mal die Wäsche waschen. Das letzte Mal den Motor anlassen und die letzte Etappe in Südamerika fahren.

Wenn ihr an weiteren Infos interessiert seid, dann könnt ihr die Homepage anschauen – dort findet ihr übrigens einen Blog, der noch detaillierter ist als das Buch: https://hippie-trail.de/

Wenn ich mir etwas für den nächsten Teil wünschen darf. Noch etwas mehr individuelle Begegnungen, Gespräche, landesspezifische Besonderheiten oder individuelle Erlebnisse. Von mir aus auch Alltagssituationen. Vieles was für Michaela und Thorben Alltag war, ist für uns alles andere als das.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

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Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Achtung, es folgt große Tabelle, lasst euch nicht davon erschlagen. Man erkennt an der Tabelle aber ganz gut, warum einige auch von einer logistischen Leistung sprechen und der Trail auch was für Planer ist.

Man darf nicht vergessen, dass die Folgende Tabelle eine Planung für gut 5 Monate enthält. Wenn ihr sämtliche Einkäufe von 5 Monaten vorher planen würdet, käme ja auch einiges zusammen. Das sieht also viel schlimmer aus als es ist.

Ich versuche die diversen Farben und Informationen in der Tabelle nach und nach zu erklären. Fühlt sich gerade noch jemand an Geld oder Liebe mit Jürgen von der Lippe erinnerst? Nein? Ok, dann seid ihr nicht alt genug oder habt das nie geschaut. 😉

Die Spalte Location steht – logisch – für den den Ort an dem man sich befindet.

Die Spalte Trail Miles distance gibt die Position auf dem Trail wieder. Zusätzlich ist die Spalte in dem Bereich gelb markiert, in dem einen Bärenkanister benötigt (zum Thema Ausrüstung siehe auch hier). Das ist ein Kanister, in dem Essen und Nahrung bärensicher untergebracht sind.

Trail km distance gibt die vorherige Spalte in km wieder. Zusätzlich ist die Spalte gelb markiert in Bereichen in denen man mit Ungeziefer rechnen muss. Das bedeutet mindestens ein Kopfnetz dabei haben und Deet. Zusätzlich ist lange Kleidung, am besten auch gegen Ungeziefer behandelt, hilfreich. Unter Ungeziefer fallen alle Insekten, die einen attackieren. Von Mücken, über Fliegen (nicht die harmlosen wie bei uns) über Zecken. Orange sind bereiche, in denen das Ungeziefer noch lästiger ist.

Die Distance from Last Resupply bezieht sich auf die Spalte Tage Essen. Immer wenn dort eine Zahl steht, ist das die Essensmenge in Tagen, die an dem Ort mitgenommen wird. Zusätzlich ist die Spalte türkis markiert in den Bereichen in den oft Mikrospikes, Crampons oder eine Eisaxt benötigt werden. Zum Essen kann man auf den ersten paar hundert Kilometern bis zu 7l Wasser und das Basisgewicht addieren. Da sind spielend 15-20kg zusammen. Später auf dem Trail kommt man dann oft auch mit 2l Wasser aus.

Die rote Markierung in der Spalte distance from trail bedeutet, dass man sich dort keine bounce box – also eine Box hinschicken sollte, in der man Nachschub wie Zeltheringe, Socken, Sonnencreme, Zahnpasta usw. hat. Also alles Dinge, die man nicht täglich benötigt. Diese Box öffnet man, legt etwas hinein, entnimmt etwas und schickt sie dann weiter. An den rot markierten Stellen ist der Versand nicht möglich. Wo ich die Bounce Box eingeplant habe erkennt man an den braunen Markierungen im Bereich Gas.

In Warner Springs wird z.B. Essen für 4,5 Tage mitgenommen. Die Spalte M(ail) / B(uy) bedeutet, dass im Falle von B(uy) vor Ort Essen gekauft wird. M(ail) bedeutet, dass das Angebot vor Ort zu eingeschränkt ist oder das Essen einfach sehr teuer ist und man sich vorher ein Paket an die Stelle schicken muss. Die Maildrops sind grün eingefärbt. Das Packen und Verschicken von den Paketen erfolgt immer dann, wenn in der Spalte Location die Hintergrundfarbe hellgrün ist. In Camp packt man z.B. alle Pakete für M1 Maildrops – d.h. für Warner Springs und Kennedy Meadows. Wenn in der Spalte zwar M(ail) / B(uy) steht aber dahinter keine Tage, dann habe ich dort keinen Resupply geplant, M(ail) / B(uy) ist aber die Empfehlung von anderen Hikern.

Die Spalte Distance vom Trail gibt an wie weit vom Trail weg der Resupply Point ist. Oft muss man per Anhalter fahren, weil die Entfernungen einfach zu groß zum laufen sind. Zumal man auf dem Trail viel Weicher läuft als auf einer Straße und auch die Schuhe keine Schuhe sind, die für Straßen gedacht sind.

Gas bedeutet, dass man Gaskanister für den Kocher bekommt. Bei Supermarkt bedeutet das große X einen echten Supermarkt (roter Hintergrund), das kleine x mit orangem Hintergrund einen mittelgroßen Laden und das kleine x in schwarz einen kleinen Laden.

Outdoor bedeutet, dass es dort einen Laden für Hikernachausrüstung gibt, in dem man z.B. Schuhe oder andere Ausrüstungsteile nachkaufen kann.

Laundry bedeutet, dass man dort die Wäsche reinigen kann. Shower bedeutet, dass man dort Duschen kann und ATM, dass es einen Geldautomaten gibt. Klammern bedeuten jeweils Eingschränkungen (z.B. nur für zahlende Gäste oder vergleichbar).

Der Grobzeitverlauf gibt an wann man in etwa wo sein muss, damit man den PCT in einem Thru-Hike bewältigen kann, bevor es zu kalt wird. Man erkennt also, wenn man nicht gerade in Rekordgeschwindigkeit den PCT angeht (um die 60 Tage sind möglich, wenn man WIRKLICH fit und den PCT schon mal gelaufen ist), dann ist das Zeitfenster relativ knapp. Die Eckdaten sind:  Die Sierras sind erst im Bereich von Anfang oder besser Mitte Juni zu überqueren, weil dort sonst auf den Pässen viel Schnee liegt. Desto mehr Schnee bereits getaut ist, desto mehr Wasser gibt es in den Flüssen, die man Queren muss (Queren bedeutet, dass man durch den Fluss laufen muss – das kann je nach Strömung anspruchsvoll bis gefährlich sein). Zusätzlich nehmen dann die Mücken deutlich zu. Wenn man zu Spät ankommt, dann liegt Schnee. Ende September schon nicht mehr sicher, dass man den Trail beenden kann.

Zero bedeutet einen Ruhetag einlegen – also so etwas wie Wochenende. Nur das man als Hiker an diesen Tagen oft sehr beschäftigt ist, um Nahrung und Ausrüstung für den weiteren Weg zu Organisieren. Da ich gerade dabei bin: Ein Nero ist ein near zero also ein Tag an dem man sehr wenig läuft. In der Spalte Zero sind grün markiert die Orte, an denen mehr als >30% der Hiker eine Pause einlegen. Gelb markiert sind die Orte, an denen 10-<=30% der Hiker eine Pause eingelegt haben.

Wie ihr an der Gesamtsumme der Essenstage, an dem Grobzeitverlauf und an den Zeros erkennt, geht das nicht ganz auf. Man muss sich aber eh bewusst machen, dass so ein Plan als Vorbereitung sehr hilfreich ist, aber es auf dem Trail Massenhaft gründe geben kann davon abzuweichen. Es geht einem nicht gut. Man muss sich ausruhen. Man hiked gerade in einer Gruppe mit der man sich gut versteht usw. Daher ist ein Plan nur als sehr grober Rahmen zu verstehen. Der Vorteil, wenn man so einen Plan erstellt ist aber, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und danach deutlich besser einordnen kann was einen erwartet.

Die Strategie ist übrigens nicht meine Idee. Ich habe mehrere Quellen genutzt und das daraus abgemischt was ihr hier seht. Es gibt auch nicht DIE richtige Strategie. Jeder Hike ist anders. Wichtig ist nur, dass man nicht irgendwo im nirgendwo ohne Essen und Nahrung steht und noch 50km laufen muss.

LocationTrail Miles
distance
Trail km distanceDistance from
last Resupply
distance from
trail
GasSuperm.Outd.LaundryShowerATMMail
Buy
Tage
Essen
GrobzeitverlaufZero
Campo1,421.40xxxB1,521. Apr
Lake Maurena20200xxxxB1,522. Apr
Mt Laguna41,56721,50,4xxxB2,523. Apr1,0
Julian7712413xxxB
Warner Springs109,517632,51,2xxM14,526. Apr1,0
Paradise Cafe151,92441M
Idyllwild (Pines-to-Palms Hwy)151,924419B
Idyllwild (Devil’s Slide Trail)179,428969,92,6xxx(x)xxB501. Mai1,0
Cabazon209,53374,5
Big Bear City (Highway 18)266,142886,75xXxxB4,507. Mai1,0
Cajon Pass34255075,90,4xB1,5
Wrightwood (Acorn Trail)363,458521,43,6xXx(x)xxB4,513. Mai
Wrightwood (Highway 2)369,45945,5B
Agua Dulce / The Saufleys454,573191,10x(x)(x)xxxB1,519. Mai1,0
The Andersons478769
Lake Hughes485,778231,22,3xxB4,5
Hikertown Hostel517,68330.25xxM
Tehachapi – Tehachapi Willow Springs Road558,58999xXxxxB24. Mai
Mojave – Highway 58566,591280,811xXxxB7,51,0
Onyx652104917x
Kennedy Meadows702,21130135,70,7xxxxxM26,501. Jun1,0
Lone Pine  (Trail Pass)745,3119920xxxxxx
Independence – Kearsage Pass788,9127013xxx(x)xx
Bishop – Kearsage Pass788,91270103,755xXxxxxB509. Jun1,0
Muir Trail Ranch857,713801.5x
Vermillion Valley Resort878,8141489,95xxxxM21,516. Jun
Mammoth Lakes906,7145927,98 (Bus)xXxxxxB218. Jun1,0
Tuolumne Meadows942,5151735,80xx(x)B421. Jun
Lee Vining1019,2164057xxxxx
Kennedy Mdw (Sonora Pass Hwy 108)1016,9163774,411xxxxM3425. Jun
Sonora Pass Resupply1019,716410
Echo Lake Resort1092,317580xB
South Lake Tahoe1092,3175875,49xXxxxxB330. Jun
Soda Springs1153,418563,4x(x)xB
Truckee1153,4185661,18xXxxx204. Jun
Sierra City1195,41924421.5xxxxM34,506. Jul1,0
Quincy1267,1203912XxxxxB
Belden1286,8207191,4xxxxM34,510. Jul
Chester1331,321438xxxxB
Drakesbad Guest Ranch1349,721720.5x
Hat Creek (Old Station PO)1373,4221086,60,4xxxB215. Jul
Burney1411,3227137,97XxxB4,518. Jul1,0
Burney Falls State Park14192284xM
Mt Shasta1501,2241689,912xXxxxB4,5
Dunsmuir1501,224164,5xxx21. Jul1,0
Castella1501,224162,5xxx
Etna1599,7257498,510,4xxxxB4,526. Jul1,0
Seiad Valley1655,9266556,20xxxxB330. Jul
Callahans1718,727661xxM
Ashland1718,7276662,813xXxxxB503. Aug1,5
Green Springs Inn1735,427931,8
Hyatt Lake Resort1742,728051,4x
Fish Lake Resort1773,428541.25xx
Crater Lake P.O.1820,92930102,24M4408. Aug
Mazama Village Store – Crater Lake1820,929300,8xxxxx
Shelter Cove Resort1906,6306885,71,4xxxxM4412. Aug1,0
Elk Lake Resort1952,631421x
Sisters Mc Kenzie Pass1983,8319315xXxxxxB
Bend Mc Kenzie Pass1983,8319337xXxxxB
Big Lake Youth Camp1995,1321188,50,7xM44,516. Aug
Olallie Lake2066,233250x
Timberline Lodge20973375101,90(x)xxM42,5
Cascade Locks2146,9345549,90xxxxxB423. Aug1,0
Trout Lake2228,935878213x(x)xM53
White Pass2294,93693660.5xxxxM54,531. Aug1,0
Snoqualmie Pass2393,1385198,20,3x(x)xM5305. Sep1,0
Stevens Pass / Skykomish2464,139667116xxM5510. Sep
Dinsmores2461,1396124xx
Stehekin2571,94139107,811,1 BusxxxM54,515. Sep1,0
Manning Park, BC, Canada2661,4428389,50,9xxxx20. Sep
138,520

Update nach dem Trail:

Man sollte meiner Meinung nach einen Plan wie oben haben aber nach meiner Erfahrung hält man sich eh nur bedingt daran. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt (geplant) hat, fällt es einem aber auch relativ leicht spontan Anpassungen durchzuführen.

Bei mir war es so, dass ich quasi jeden Townstop mitgenommen habe, wenn möglich. Faktisch war mir das Stadtessen in der Regel wichtiger als maximale Effizienz. Zumal es gerade in den ersten paar hundert Meilen oft einfach ist die Städte zu erreichen (Stichwort: Lyft, Uber, Hitchen). Es kommt selten sogar vor, dass man bereits erwartet wird (Trail Angels). Später auf dem Trail funktioniert das nicht mehr so.

somit musste ich weniger Essen mitnehmen. Wie die persönlichen Vorlieben sind, muss man aber selber herausfinden.

Weitere Infos findet ihr hier:
Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen
Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern
Pacific Crest Trail – Teil 7 – Navigation
Pacific Crest Trail – Teil 8 – Links & Guides

Quellen:

 

Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook 2018-2019 [Buch]

Yogi's Pacific Crest Trail Handbook 2018 - 2019 - Jackie McDonnell

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jackie McDonnell

Titel:

  • Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook 2018-2019 (438 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Once snow starts melting, it melts FAST. The longer you can put off your Kennedy Meadows date, the better the snow situation will be. Of course, you’ll have more mosquitos and deeper crossings. Pick your poision. Aren’t choices great?

Das Buch ist eine Sammlung von Tipps und Hinweisen von mehreren extrem Thru-Hikern, die teilweise mehrfach die großen Trails (Appalachian Trail, Pacific Crest Trail und Continental Divide Trail) gelaufen sind. Die Hauptautorin und Namensgeberin hat 3,5x den Pacific Crest Trail, 2x den Appalachian Trail und 2x den Continental Divide Trail gelaufen. D.h. sie hat rund 20.000 Meilen hiking hinter sich. Die anderen Hiker, die im Buch zu Wort kommen liegen bei bis zu 50.000 Meilen gehikt.

Weite Teile des Buches sind recht allgemein gehalten und gelten ganz generell für Thru-Hiking. Neben dem allgemeinen Teil gibt es eine ganze Menge spezifische Informationen für den Pacific Crest Trail. Das reicht von Karten über Adressen für Resupply (wo kann man was kaufen, wo kann man Pakete hinschicken, wen kann man vor Ort ansprechen – Stichwort Trail Angel also freiwillige Helfer vor Ort).

Do not view this trip as a walk from Mexiko to Canada. That’s LONG way. Looking at he big picture can be overwhelming, especially when you’re in Mojave, it’s hot, you’re carrying six liters of water, you feel like you’ve been on the trail forever, then you realize that you have TWO THOUSAND more miles to walk. No, no, no. Don’t look at Canada as your goal. If you want to go to Canada, get on a plane and fly there.

Die ersten 150 Seiten sind überwiegend allgemeine Tipps. Der zweite Teil des Buches behandelt dann die “Städte” auf dem Trail mit Stadtkarten zu jeder Stadt, Adressen, Läden, Poststellen usw. – im Prinzip alles was man als Hiker benötigt. Der Zweite Teil ist so gestaltet, dass sich das Buch quasi Blockweise zerlegen lässt (ja, man soll das Buch wirklich zerstören 🙂 ). D.h. man trägt immer nur den Teil bei sich, den man gerade benötigt.

Da Yogi auch einen eigenen Outdoorladen aufgemacht hat, wird man auch mit einiger (schleich) Werbung konfrontiert. Die Qualität des Buches leidet darunter aber meiner Meinung nach nicht. Generell muss man sich darauf einstellen, dass im Buch primär US amerikanische Produkte genannt werden. Das macht aber auch durchaus sinn, weil man am besten mit Produkten loszieht, die sich in den USA ersetzen / reparieren lassen. Es kann auch nicht schaden, wenn die Mithiker Erfahrung mit den Produkten haben.

Das Buch besteht aus über 430 ziemlich klein beschriebenen Seiten – also wirklich einer Menge an Informationen!

If you’re considering quitting your hike, wait a week. Then re-think your decision. The PCT is an incredible trail. Every difficult situation is followed by something great. The scenery alone is enough to keep you amazed day after day after day.

Am Anfang werden die Autoren vorgestellt einschließlich deren Errungenschaften als Hiker. Dann folgt eine ganze Reihe von Links von Shops, Hintergrundinfos jeglicher Art, Videos, Tipps usw.

Es wird auch thematisiert, ob man eher Nordsüd oder andersrum hiken sollte und zu welcher Jahreszeit welche Variante empfehlenswert ist und welche Zeitfenster für den Hike bestehen.

Aus das Thema Essen auf dem Trail wird behandelt. Das ist für die Motivation nicht unwesentlich. Und da ein Thru-Hiker mehr Kalorien verbrennt als quasi jeder andere Sportler (4000-6000 pro Tag über einen Zeit raum von 130 Tagen), ist es ganz wesentlich, dass man die Kalorien mit dem Essen wieder zugeführt bekommt. Wenn das nicht gelingt ist der Hike schneller vorbei als einem lieb ist, zumindest wenn man keine Reserven hat.

Auch auf die “Sehenswürdigkeiten wird eingegangen und die unterschiedlichen Regionen entlang des Trails.

Es ist übrigens inspirierend Leuten “zuzuhören”, die 50.000 Meilen gehikt sind und die Lieber dafür noch immer nicht verloren haben. Für mich sind die grob 2500 Meilen des PCT schon mehr oder weniger nicht vorstellbar (wer ist schon ansatzweise so weit gelaufen am Stück). Aber 20.000 oder 50.000 Meilen? Wahnsinn im positiven Sinne.

Fazit:

When you go to bed at night on the trail, think about where you woke up yesterday morning. Think about how many miles, how many passes, how many ridges, how many fords, how many friends, how many conversations about everything and absolutely nothing, how many beautiful views happened in those two days. You’ll experience more in two days on the trail than in an entire month at home. THAT’s why we hike Pacific Crest Trail.

Das Buch ist eine tolle Sammlung von Tipps und Hinweisen für alle die Thru-Hike Interessiert sind oder den PCT selber wandern wollen. Man findet die Informationen auch fast alle im Internet. Der Rechercheaufwand ist aber viel größer.

Gerade der erste Teil des Buches gestaltet sich teilweise auch recht unterhaltsam. Ich musste an einigen Stellen lachen. Das schaffen einige Unterhaltungsbücher nicht.

Schade finde ich, dass es kein eBook gibt. Da das Buch nur über die Webseite von Yogi zu beziehen ist, ist es sehr teuer. Offenbar fehlt auch die Erfahrung mit dem Zoll. Ich habe schon länger keine Bestellung mehr aus dem Ausland bekommen, bei der versäumt wurde, die Rechnung außen anzubringen.

Das sorgt dann dafür, dass man das Buch selbst beim Zoll abholen muss. Somit ist man dann ruck zuck bei 100€ Kosten.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5 (-0,5 weil gerade bei einem derartigen Buch eine eBook Ausgabe sinnvoll wäre)

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

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