Sublevel Serie

Sublevel 1 Zwischen Liebe & Leid - Sandra Hörger  Sublevel 2 Zwischen Reue & Revolte - Sandra Hörger  Sublevel 3 - Zwischen Ehre & Exil

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sandra Hörger

Teile der Serie:

  • Sublevel 1 – Zwischen Liebe und Leid (331 Seiten)
  • Sublevel 2 – Zwischen Reue und Revolte (361 Seiten)
  • Sublevel 3 – Zwischen Ehre und Exil (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Themis steht vor mir. »Heute keine Fehler, Rise!«, warnt sie mich. Schon mal was davon gehört, dass das Gehirn Negationen nicht verarbeiten kann? ›Heute Fehler‹ ist alles, was bei mir hängen bleibt. Ich werde Fehler machen. Ich bin direkt darauf programmiert.

Die Menschen Leben in einer art Kastensystem auf einer Raumstation. Corvin lebt im Toplevel und ist der jüngste Kommandant der Geschichte. Er lebt im Luxus aber unter einem sehr strengen und machtgierigen Vater, dem Präsidenten der Station Lucius.

Rise (der Name in der Buchserie Programm – fand ich etwas sehr offensichtlich) lebt im Sublevel – der untersten Stufe. Sie ist aber Hoffnungsträgerin. Hoffnungsträger dürfen in einem höheren Level in die Schule gehen, wenn die Verwandtschaft das bezahlt. Sobald sie die Schule beendet hat, wird sie sich einen Job suchen und dann alle Versorgen müssen, die heute für sie bezahlen.

Ich habe dennoch keine Gelegenheit durchzuatmen. Bereits der erste Gang – die warme Vorspeise – wird mir zum Verhängnis. Geräucherte Forelle, am Tisch filetiert. Statt eines Augenschmauses liefere ich ein Gemetzel ab, eine Anhäufung von Fischfragmenten, gespickt mit Gräten. Das Filetiermesser zittert in meiner Hand.

Da ihre Familie nicht alleine in der Lage war das nötige Geld aufzutreiben musste sie sich verloben. Zwangsverlobung nennt sich das. Später wird sie ihn zwangsheiraten. Da Rise an Produktivität verliert, wenn sie schwanger wird ist diese Möglichkeit für sie ausgeschlossen. Wenn ihre Unterstützter genügend Geld hätten, wäre sie schon längst sterilisiert worden, um das zu verhindern. Das sie über 20 Leute versorgen muss, ist für Kinder kein Platz in ihrem Leben.

In einem Monat wird es eine Mission geben um die Rückkehr der Bewohner von der Raumstation zur Erde zu ermöglichen. Ein Vorabteam wird einem Schiff losgeschickt, die die erneute Besiedlung vorbereiten soll. Der junge Kommandant der Mission sucht eine Frau die ihn begleitet und nicht nur wegen ihrem Stand und um das politische Spiel zu beeinflussen ausgewählt wurde, sondern auch die notwendigen Fähigkeiten besitzt und zu ihm passt.

»Fair? Es ist verdammt noch mal vieles nicht fair. Es ist nicht fair, dass ihr von Müll lebt, im Dreck, ohne Licht, ohne sauberes Wasser oder richtige Nahrungsmittel. Es ist nicht fair, dass bei euch schon kleine Kinder bis zum Umfallen schuften müssen. Und es ist ganz sicher nicht fair, dass du wie ein Stück Ware verkauft wirst und dass dich ein Mann bespringen wird, der dich anekelt! Fata, Rise! Wenn du zwei Wochen lang mit jemandem zusammen sein kannst, der dir genügend schöne Erinnerungen für ein ganzes beschissenes Leben schenkt, dann ergreif die Chance!«

Rise schwärmt schon lange für Corvin, den sie nur von Bildern bzw. aus dem Fernsehen kennt. Doch er wird für sie immer erreichbar sein oder ist die Suche nach ihrer Begleiterin ihre Chance. Aber was passiert mit allen, die sich auf sie verlassen, wenn sie auf diese Mission geht, kann sie niemanden unterstützen.

Es kommt zu einem Anschlag auf das Schiff, dass für die Mission genutzt werden soll. Gibt es eine Gruppe aus den Subleveln, die sich zum Ziel gemacht hat auf die unhaltbaren Umstände in den unteren Leveln hinzuweisen oder stecken andere Gruppierungen und Motive dahinter?

Das Buch fängt eher deprimierend an und es wird hinreichend veranschaulicht wie hoffnungslos das Leben im Sublevel ist. Rise ist im ersten teil des Buches etwas apathisch. Rise hat die Hoffnung längst aufgegeben – sie erlaubt sich keine Hoffnung, weil sie Angst hat enttäuscht zu werden. Ihr ganzes Leben ist vorherbestimmt, sie muss lediglich funktionieren (zumindest sagt sie sich das in Gedanken immer). Trotzdem malt sie sich in ihren Träumen das Drittel des Buches lang aus wie toll es wohl wäre mit Corvin zusammen zu sein. Danach werden die Ereignisse dann zum Glück spannender.

Mein Verstand klinkt sich aus. Er rast zum Vertikaltransporter, zu dem Essay, der fertig geschrieben werden muss, und zu dem mir vorbestimmten geordneten und geregelten Leben. Leider lässt er bei seiner überstürzten Flucht meinen Körper zurück. Irgendein anderer Teil meines Bewusstseins übernimmt die Steuerung meiner Beine.

Der Anfang fühlt sich an an wie schon mal gelesen. Dystopie im Standardmodus. Die Sprache im Sublevel ist englisch in deutscher Lautschrift auch nicht so richtig kreativ. Und die Geschichte erinnert stark an Aschenputtel mit Herzblatt / Bachelor – wie auch immer die Partnerwahlsendungen alle heißen – vermischt.

Aber ab gut der Hälfte des Buches hat mich die Autorin. Ja, es ist immer noch Aschenputtel (witzigerweise ist in Buch 3 übrigens ein direkter Bezug zu dem Märchen) aber ab der Hälfte des Buches funktioniert es für mich besser besser. Die Szenen zwischen Corvin und Rise sind interessant. Die Fernsehshows bei denen es um die Partnerwahl geht sind es nicht. Am Anfang konnte ich mit Rise nicht viel anfangen aber nach einer Zeit wird klarer wie sie tickt und das Sie sich selbst quasi komplett zurückgenommen hat. Dann macht sie etwas sehr gefährliches, was sie sich bisher verboten hat. Sie lässt Hoffnung in sich aufkeimen.

Am Ende unterscheiden sich Corvin und Rise in einem Punkt nicht. Beide tragen eine große Last der Verantwortung und beide haben nur wenig Chancen dieser Last zu entkommen.

Buch 2:

»Zieh das an.« Das letzte Mal, als jemand diesen Satz zu mir sagte und mir dabei ein schönes Kleid hinwarf, war ich sechs Jahre alt. Es war der Tag, an dem meine Eltern mich an Agris Familie verkauften.

Trotz aller Hindernisse haben Corvin und Rise zueinander gefunden aber hat ihre Beziehung eine Zukunft? Der Präsident (Corvins Vater) ist gegen eine Beziehung die nicht standesgemäß ist und ihm keine politischen Vorteile bringt. Rise kommt aus dem Sublevel. Vollkommen egal welche Leistungen sie vollbringt. In den Augen des Präsidenten ist sie nicht mehr als Dreck. Der Präsident bietet Corvin und Rise einen “Deal” an. Corvin heiratet die ihm zugedachte Partnerin und spielt offiziell den treuen Ehemann. Rise darf ihn auf dem Flug zur Erde begleiten aber treffen dürfen sie sich nur insgeheim.

Fröhlich erzählt sie weiter Baby-Anekdoten, während mein Verstand noch an dem Namen festhängt. Uprise. Der Aufstand. Sie werden ihn Rise abkürzen. Es fühlt sich an, als wäre Ersatz für mich auf die Welt gekommen. Ein guter Gedanke. Befreiend.

Doch vielleicht war dieser Deal der Anfang vom Ende seiner Herrschaft. Der Widerstand wird stärker und stärker und mit seiner Tat hat der Präsident nun auch Rise den nötigen Ansporn geliefert erneut Kontakt zum Widerstand aufzunehmen mit der Art wie er mit seinem eigenen Sohn umgeht und mit allem was er den Leuten im Sublevel angetan hat.

Rise erfährt auch durch den Kontakt zum Widerstand von immer schlimmeren Machenschaften der Regierung und des Militärapparates. Doch das ist ein gefährliches Spiel. Wenn Rise erwischt wird oder einen Fehler begeht, den der Präsident nutzen kann, bedeutet das vielleicht ihren Tod.

Die festliche Gala, mit der die Jungfernfahrt der SPES im Anschluss gefeiert wird, lässt mich die Theorie zeitlicher Relativität neu überdenken. Während die anderen Gäste sich ein paar Stunden lang köstlich amüsieren, scheinen für mich Tage zu vergehen. Erstaunlich, dass das lustlos angebissene Omega-3-Häppchen in meinen Fingern noch nicht angefangen hat zu schimmeln.

Abseits von diesen Problemen wird klar, dass die Station auf der alle Leben nicht mehr im besten Zustand ist und langfristig zerstört werden wird. Die Mission zur Erde ist also dauerhaft die einzige Überlebenschance auch wenn keiner weiß was sie dort erwartet. Irgendwer versucht den Kommandanten der Mission und den Liebhaber von Rise (Corvin) zu töten. Aber warum?

Man soll vorsichtig sein was man sich wünscht. Im ersten Buch passiert im ersten Drittel nicht viel und erst aber der Hälfte wird es zunehmend spannend.

Im zweiten Buch geht es direkt voll zur Sache – im Gegensatz zum ersten Buch greift hier auch nicht mehr die Aussage wie Aschenputtel. Das was in diesem Buch passiert ist nicht vorhersehbar.

Mein mentaler Status wechselt von gefühlt todmüde zu zombiemäßig emotionslos. Ich röchle etwas, das hoffentlich als Abschiedsgruß durchgeht, und schlurfe mit schweren Beinen in meine ›Kabine‹.

Rise verändert sich relativ schnell und deutlich. Seitdem sie sich erlaubt hat Hoffnung zu entwickeln ist sie nicht mehr bereit die unfairen Bedingungen zu akzeptieren. Ich finde den Wechsel von desillusioniert und devot zu aufmüpfig, selbstbewusst und rebellisch etwas schnell. Allerdings hat Rise auch das erste Mal im Leben etwas für das es sich zu kämpfen lohnt.

Neben dem Beschluss sich der Rebellion anzuschließen kommt Rise auch zu dem Schluss, dass sie nicht damit leben kann, wenn Corvin die Ehe mit einer Frau aufgezwungen wird, die er nicht liebt und beschließt etwas dagegen zu unternehmen. Diese Motivation wandelt sich nach den Anschlägen auf Corvin schnell dazu, dass sie die Hintergründe aufklären will.

Für die Liebe gibt es keine Materie. Und ohne Materie gibt es keinen Tod. Wer zu hundert Prozent Liebe ist, bewegt sich frei in Zeit und Raum. Er wandelt zwischen den Dimensionen. Unbegrenzt und frei.

In dem zweiten Buch passiert deutlich mehr als im ersten und ich das zweite Buch deutlich besser. Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint. Faktisch ist die Motivation der Charaktere teilweise aber ziemlich dünn (vor allem die der Terroristen). Es gibt ziemlich große Lücken in der Logik und wenn man die berücksichtigt, dann hätte die Geschichte ab dem Ende des zweiten Buches ganz anders ausgesehen.

Buch 3:

Wenn unsere Prinzipalin die Anstrengung auf sich nimmt, meinen Fahrer und den Handlanger ihres Mannes zu spielen, unterliegt meine Befreiung der höchsten Geheimhaltungsstufe. Oder Lucius gehen allmählich die verlässlichen Henkersknechte aus. Letzteres vermutlich.

Nachdem die Terroristen um Castor einen Anschlag auf Corvin durchgeführt haben und dieser dabei verstümmelt wurde, wurde vom Präsidenten alles so dargestellt, als wenn Rise die Tat begangen hat. Das einzige Raumschiff, dass die Menschheit noch retten konnte, weil die Raumstation auf der alle Leben dem Untergang geweiht ist, wurde auf Geheiß des Präsidenten beschossen, nachdem dieser erfahren hat, dass es von Terroristen gesteuert wird. Das Schiff treibt nun stark beschädigt im All. Das es Überlebende gibt ist unwahrscheinlich. Offiziell wurde das Schiff bei einem terroristischen Anschlag beschädigt.

»Wer dich kennt, Rise, weiß, dass du zu allem fähig bist, wenn du von etwas wirklich überzeugt bist. Wenn dein Wille, deine Überzeugung und deine Leidenschaft Hand in Hand gehen, kannst du Welten aus den Angeln heben, gleichgültig, wie viele atmende Wesen auf diesen Welten leben.« »Ich könnte keine Unschuldigen verletzen.« »Du könntest alles tun, wenn es sein müsste, Laienhart.« Laienhart? Löwenherz?

Rise wurde anders als in den Medien dargestellt nicht hingerichtet. Stattdessen wird an ihr ein medizinischer Eingriff vorgenommen, durch den es möglich wird ihre Gedanken zu überwachen. Angeblich lässt man sie am leben, weil man nicht weiß in welchem Zustand Corvin wieder aufwacht und ob man ihre Hilfe benötigt. Nach einigen Tagen oder Wochen, in denen sie allein in einer Zelle festgehalten wird, erfolgt ihre Verbannung in den untersten Sublevel. Dorthin wo Schwerverbrecher landen. Rise ist ganz unten, sogar noch weiter unten als im Sublevel, den sie bisher kannte. Tiefer geht es nicht mehr.

Ein Arzt rettet sie und entfernt das Implantat aber was nützt das? Es zeigt sich recht schnell, dass der Arzt es nur für Geld getan hat. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Lebt Corvin noch und wird sie Kontakt zu ihm aufnehmen können? Und selbst wenn Corvin noch lebt – was wird das nützen. Sie ist eine offiziell hingerichtete Schwerverbrecherin. Offiziell existiert sie nicht mehr. Sie kann den Aufzug zwischen den Ebenen nicht benutzen und hat auch sonst kaum noch Möglichkeiten.

»Die Schicksalsgöttinnen sind ein Haufen zahnloser alter Weiber, die aus unseren Lebensfäden Socken und Topflappen stricken! Setz dich ruhig brav zu ihnen und halte ihnen die Wollknäuel. Ich suche meinen eigenen Weg.«

Der Präsident ist nach wie vor im Amt und spinnt seine Intrigen und es es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Station auseinanderfällt.

Oder besteht doch noch Hoffnung?

Ich finde das verhalten von Rise und auch von Corvin in diesem Buch anfangs nicht ganz nachvollziehbar. Der Dramatik dient es (ich will jetzt nicht zu viel Verraten aber die große Liebe steht sehr in Frage). Gut ok, zugegeben für beide sind die Bedingungen alles andere als gut. Das Corvin seinem Vater irgendwas glaubt, nachdem was er vorher getan hat, ist sehr unwahrscheinlich (das Geständnis ist vollkommen wertlos, das weiß er selbst). Aber da sich die Ereignisse über Monate hinziehen und man speziell von Corvin nur sehr wenig erfährt, kann man sich auch nicht wirklich in die Situation versetzen.

Gegen die Explosion in meinem Inneren ist das, was Sean und ich teilen, nur ein virtuelles Tischfeuerwerk. Eine Wunderkerze, umspielt von leiser Musik, verglichen mit der intergalaktischen Pyroshow eines epochalen Live-Rockkonzerts. Mit wummernden Bässen im Magen habe ich das Gefühl, die Welt aus den Angeln heben zu können.

Rise mittlerweile sehr selbstbewusst, mutig und taff (oder tough) geworden und sie hat eine Menge erlebt. Sie und auch die anderen Charakter müssen teilweise harte und einschneidende Entscheidungen treffen. Das Gefühlspektrum wird in diesem Buch vollständig bedient.

In diesem Buch passiert eine Menge und es ist sehr spannend, allerdings anfangs ganz anders als ich erwartet habe.

In dem Buch ist er einem Autor (bzw. in dem Fall Autorin) zum ersten Mal gelungen mich davon zu überzeugen, dass man mehrere Personen gleichzeitig lieben kann, ohne das es wie Verrat und Unentschlossenheit wirkt. Der Letzte Teil mag hier und da etwas kitschig sei aber ich steh vermutlich darauf. Das ist für mich eine glatte 5 Sterne Bewertung.

Fazit:

Eine Welt ohne mich ist eine Welt ohne Farben, ohne Geräusche und ohne Geschmack. Eine Welt ohne Sinne, die keinen Sinn macht. Ich bin sprachlos. Niemals hätte ich gedacht, dass die poetischste Liebeserklärung, die ich je erhalten habe, nicht von einem meiner eloquenten, studierten Freunde, sondern von meinem Ex – einem ehemals nach Fisch und Ziege stinkenden Müllsortierer – kommen würde.

Das ist eine Serie, die es einem am Anfang nicht ganz einfach macht. Das erste Buch ist im ersten Drittel relativ langweilig. Rise hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und schwärmt insgeheim für Corvin (das nervt nach einer Zeit etwas). Ab der ersten Hälfte des Buches wird es spannender, auch wenn Geschichte zwischen Corvin und Rise anfangs stark an Aschenputtel erinnert.

Im zweiten Buch nimmt die Handlung richtig Fahrt auf aber die Motivation der Handlungen von den Terroristen ist äußerst dünn. Faktisch schaden sie sich selbst und der verbliebenen Menschheit nur und das, obwohl sie viel bessere Handlungsoptionen gehabt hätten. Das was sie tun ist vollkommen hirnlos. Da darauf wesentliche Teile der Handlung basieren, ist das nicht von Vorteil. Das zweite Buch ist aber abseits der schwachen Logik bei den Handlungen der Terroristen durchweg spanend und liest sich gut. Zugegeben, in der Realität ist das Handeln von Terroristen ja auch nicht immer gerade logisch.

Für Idiotien wie diese liebe ich ihn. Er sieht uns als Menschen, als denkende Wesen mit eigenen Rechten und einer achtbaren Eigenentwicklung. Das tun die anderen Oberlevler nicht. Sie wären nie auf den irrigen Gedanken gekommen, unser Slang könnte für eine Programmierung genutzt werden. Wenn der Stall voller Schafe ist, schreibt der Viehzüchter trotzdem nicht Mäh! auf die Tür. Genervt hackt Corvin die lateinische Version des Öffnungsbefehls in die virtuelle Tastatur. APERIARIS.

Im dritten Buch werden neue Charaktere eingeführt sie haben schwere Entscheidungen zu treffen. Die Distanz zwischen Corvin und Rise scheint nicht überbrückbar zu sein. Nach allem was passiert ist, haben alle Betroffenen große seelische Verletzungen.

Sowohl im zweiten als auch im dritten Buch durchlebt man als Leser eine Achterbahn der Emotionen. Die Bücher steigern sich von von Buch zu Buch.

Das Ende ist – wie es bei Dystopie oft der Fall ist – nicht durchweg gut. Die Chancen stehen schlecht, und die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand die folgenden Jahre überlebt ist gering (so lässt es sich kurz zusammenfassen ohne zu viel zu verraten). Aber es gibt noch etwas Hoffnung, die sich im doppelten Sinne, durch die ganze Serie zieht. Und das Ende ist im Vergleich zu manch anderen Dystopien noch relativ gut.

Insgesamt eine wirklich lesenswerte Serie mit einem grandiosen letzten Teil.

Bewertung:

Aufgrund der aus meiner Sicht stark steigenden Qualität der Bücher vergebe ich hier Einzelnoten zusätzlich zur Seriennote (Buch 1: 3,5/5, Buch 2: 4/5, Buch 3: 5/5). Die Serie ist ziemlich scharf an der nächsthöheren Einstufung vorbeigeschrammt.

4/5

Vergleichbare Serien:

Bezüglich der Liebesgeschichte einige zum Beispiel die LuxBiss oder Nebelsphäre Kiel Reihe, bezüglich des Settings in Kombination mit der Liebesgeschichte am ehesten Die Tribute von Panem

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Eine derart zentral gesteuerte Gesellschaft würde sich kaum so viel Kritik im Fernsehen erlauben. Vor allem nicht wenn es einen Herrscher gibt, der so viel Macht hat. D.h. ein kritischer Moderator wäre nie in diese Position gekommen und würde dort auch nicht belassen, wenn er sich kritisch äußert.
  • Ist ja gut und schön, dass vor dem Apartment von Rise „Sicherheitspersonal“ postiert wird, damit die Reporter nicht zu ihr gelangen. Das bringt aber wenig, wenn jeder weiß wo sie arbeitet, wann sie anfängt und welchen weg sie dorthin nehmen muss.
  • Warum muss die Verlobte die sexuellen Erwartungen des Zwangspartners erfüllen?! Das mag ja für die Geschichte Sinn ergeben, um das ganze noch abstoßender zu machen aber wenn es lediglich darum geht, dass mehr Leute für die Ausbildung zahlen, damit die Schulbildung eines Hoffnungsträgers erfüllt wird, ist der sexuelle Zwang total überflüssig. Im Gegenteil können ja auch dabei Krankheiten übertragen werden. Kinder können ja eh keine erzeugt werden, wenn die Hoffnungsträger zwangsweise sterilisiert werden. Zumal die Hoffnungsträger doch eh im oberen Level arbeiten. Insofern dürften sich die Hoffnungsträger und die Zwangsvermählten eh nicht mehr sehen, wenn die Schule beendet ist. Zumindest so lange nicht bis sie so viel Geld erwirtschaftet haben, dass der Aufstieg möglich wird.
  • Wo und wie werden die Hoffnungsträger denn Konditioniert, wenn sie unterricht mit den anderen Schülern zusammen haben? Oder muss man das als indirekte Konditionierung per Lebensumstand verstehen?
  • Die Schriftzeichen in der SPES (Schiff chinesicher Herkunft) sind doch keinerlei Beweis dafür, dass der Angriff andersrum verlaufen ist. Das beweist lediglich, dass die SPES nicht von SPHAERA erbaut, sondern übernommen wurde. Auch der weitere Verlauf den Rise herleitet ist nur eine Annahme. Zugegeben eine plausible aber Beweise hat sie weiterhin keine.

Eine große Lücke hat der Tathergang übrigens: Die Brückencrew auf der TIANLONG hätte alle Zeit der Welt gehabt einen Notruf bzw. eine Warnung zur ASIA zu senden. Ob diese sich hätte verteidigen können ist natürlich eine andere Frage. Aber da die ASIA angeblich technisch überlegen war, ist die Wahrscheinlichkeit zumindest vorhanden-

  • Die Aussage „wir töten nur im Notfall“ von Castor ist lächerlich. Er ist ein typischer Terrorist und keinen Deut besser als die Leute die er bekämpft. Er nimmt billigend den Tod von Rise und Corvin in kauf ohne sie überhaupt gefragt zu haben, ob sie sich seiner Sache anschließen. Vorher sind die dieses Risiko aber offenbar mehrfach eingegangen, sonst hätten sie nie genug Leute zusamen bekommen. Dazu kommt noch, dass über Rise sogar der optimale Zugang zu Corvin besteht. Selbst wenn er sich nicht überzeugen ließe, dann könnten sie ihn mit Rise erpressen, was viel sinnvoller ist als ihn zu verletzen oder umzubringen.

Somit ist es vollkommen egal, ob Castor selbst den Abzug betätigt oder die Tötung weiter delegiert. Im Falle von Rise nimmt er es ja sogar selbst in die Hand.

Davon mal abgesehen: Ist es besser jemanden zum Krüppel zu machen als ihn umzubringen? In meinen Augen nicht. Da braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben.

  • Wieso soll es aus politischer Sicht einen so großen Unterschied machen wo die SPES landet? Wichtig ist eher wo die Schiffe sind mit denen man zur Station zurückkehren kann, falls man weitere Überlebende retten will (offenbar sind die Stationen selbst nicht in der Lage zur Erde zurückzukehren). Somit ist die Argumentation mit dem Austausch der Besatzung wenig sinnvoll. Das bringt nichts. Es hätte viel mehr gebracht die Regierung der SPHAERA zu stürzen. Wer auf dem Schiff ist das zur Erde fliegt und wo es landet ist für die Gesamtsituation somit vollkommen unerheblich. Zumal vorher auch schon die Argumentation benutzt wird, dass die SPHAERA eh nicht lange genug halten wird, um zur Erde und zurück zu fliegen (mal hypothetisch davon ausgehend, dass die auf der Erde vorhandenen Schiffe überhaupt noch flugfähig sind – was wohl auch nicht sehr wahrscheinlich ist). Somit gefährdet die ganze Sabotageaktion im nur die Chance, dass überhaupt irgendjemand überlebt, weil man eh nicht davon ausgehen kann, dass von er Erde ausgehend eine Rettungsmission gestartet wird. Mal ganz von den offensichtlichen Problemen abgesehen, dass die Erde noch immer verseucht sein kann von chemischen Kampfstoffen und das evtl. noch vorhandene Lebewesen auf der Erde evtl. feindlich agieren.

Wie sich dann später zeigt haben die Leute um Castor sich sogar selbst sabotiert, weil Rise überlebt hat und ihre Enttarnung zu ihrem eigenen Abschuss geführt hat.

  • Selbst aus Sicht des Präsidenten ergibt es wenig Sinn auf die SPES zu feuern. Was hat er denn zu verlieren? Ohne die SPES ist die Chance in etwas gleich 0 zur Erde zu kommen.
  • Castor benutzt den Porko im Namen von Rise mit der ID von Corvin. In Anbetracht dessen, dass der Porko sogar direkt an das Gehirn verbunden ist, wäre das wohl kaum möglich.
  • Das Corvin seinem Vater glaubt, ob mit Geständnis oder ohne ist nicht nachvollziehbar. Er weiß genau, dass er nur Lügen von seinem Vater hört und er jedes Mittel hat um Rise zu Geständnissen zu bringen.
  • Die Rettungsaktion verstehe ich nicht so ganz: Der Präsident lässt Rise ein Gerät einsetzen um ihre Gedanken zu überwachen (das macht zur Überwachung in einer Gefängniszelle wenig Sinn und nur dort befindet sie sich). Dann wird sie von einem Mitglied der Regierung abgeholt und auf den Sublevel gebracht und soll dort von irgendwem abgeholt werden. Wozu? Sollte sie dort getötet werden? Falls ja, macht das Gerät zur Gedankenüberwachung wenig Sinn.
  • Das Rise sich direkt auf ihren „Retter“ einlässt (der sie allerdings nur des Geldes wegen gerettet hat), obwohl sie Corvin angeblich liebt finde ich seltsam. Gut zugegeben, die Chancen stehen sehr schlecht, dass sie Corvin je wieder sieht. Dann bestätigt sich ihr Eindruck, nachdem sie Corvin getroffen hat und sie lässt sich auf Sean ein.

Corvin macht im Prinzip das gleiche aber er kann zumindest davon ausgehen, dass Rise tot ist (wobei sich schon die Frage stellt, warum ein Raumanzug verschwendet wurde, wenn wirklich Rise in dem Anzug war)

  • Woher hat Rise ein Kleid, als sie als „Matratzenvertretung“ einspringt?
  • Die Beschreibung in Buch 3 ist nicht ganz nachvollziehbar: In der Biosphäre ist ein See mit einer Insel in der Mitte. Auf dieser Insel befindet sich Rise. Um den See befindet sich ein Wald. Danach heißt es auf der anderen Seite des Sees ist der Bunker. Wie kommt Rise dahin? Andere Seite impliziert für mich nicht auf der Mittelinsel. Das passt auch zur Beschreibung im ersten oder zweiten Buch, nachdem Corvin mit einem Gleiter über den See fliegt um zum Bunker zu kommen. Schwimmen kann Rise nicht. Von einem Boot ist nicht die Rede.
  • Die Argumentation gegenüber dem Senat warum die Sublevelschläusen geöffnet werden sollten um die Bevölkerung los zu werden hinkt gewaltig, Dabei würden immense Mengen von Sauerstoff ins all geschleudert und sehr viele Ressource in Form von Menschen verschwendet (da die normalerweise verbrannt werden, fehlen sie dafür). Da ist die Argumentation einer aufkeimenden Revolution viel stärker.
  • Das Corvin die Verantwortung allein übernimmt ist totaler quatisch. Für eine Revolution hat nie eine Person die Verantwortung. Davon ganz abgesehen – wenn er nichts getan hätte – hätte er sich am Massenmord mitschuldig gemacht.

Nach einem Putsch kann man wohl kaum innerhalb von 24 Stunden mehrere Gerichtsverfahren sinnvoll durchführen, wenn wirklich ein Rechtssystem angestrebt wird, das den Namen verdient.

Jemanden aufgrund einer Wahrscheinlichkeit per Strafrecht zu verurteilen ist nicht akzeptabel. Militärisch wäre das als Kommandant sicher sein Ende, bei einer 11% Wahrscheinlichkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass er später 90% Erfolgsquote hatte kann ich aber nicht nachvollziehen, dass er nicht trotzdem Kommandant der SPES sein sollte.

Es ist meiner Meinung nach eine äußerst zweifelhafte Vorgehensweise und Rechtsauffassung jemanden gleich in der Todeszelle festzusetzen, bevor er überhaupt eine Verhandlung hat. Bevor man über Corvins Taten überhaupt richten kann, hätte man wohl genug zu tun das aufzuarbeiten was der Präsident über Jahre angerichtet hat. Stattdessen wird der ex Präsident ohne Aufbereitung seiner Taten mal eben per Kriegsgericht zum Tode verurteilt – super Leistung!

Ein Showprozess spricht nicht unbedingt für das Rechtssystem. Derartiges steht immer unter dem Stern politischer Beeinflussung.

Die ganze Art der Abwicklung erinnert sehr an die Vorgängerregierung.

  • Vor dem Aspekt der ansteckenden Krankheiten gegen die nur die obersten Level geimpft sind, wäre es mit Sicherheit keine gute Idee den Vertikaltransporter kurzfristig freizugeben. Das hätte man so schnell nicht machen können ohne totales Chaos und Plünderungen zu provozieren.
  • Wieso soll ein Mediziner plötzlich die Fähigkeit haben ein Raumschiff zu kommandieren (Sean soll statt Corvin Kommandant werden)?!
  • Was sollen Lokalregierungen bringen? Es gibt eine Station auf der alle leben. Spätestens mit Freigabe des VT würde eine totale Vermischung enstehen.

Götterfunke Serie

Götterfunke 1 Liebe mich nicht - Marah Woolf  Götterfunke 2 Hasse mich nicht - Marah Woolf  Götterfunke 3 Verlasse mich nicht - Marah Woolf 

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Marah Woolf

Teile der Serie:

  • Götterfunke 1 – Liebe mich nicht (464 Seiten)
  • Götterfunke 2 – Hasse mich nicht (464 Seiten)
  • Götterfunke 3 – Verlasse mich nicht (464 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

»Es tut mir leid«, flüsterte er, bevor er meinen Körper sanft auf seinen Schoß hob. Selbst der körperlose Teil von mir fühlte den Schmerz, der meine Glieder erfasste. Er raste durch jede einzelne Zelle. Mein Kopf kippte nach hinten und vorsichtig bettete er ihn an seine Schulter. So verrückt das klang, aber ich war neidisch auf meinen Körper.

Das nenne ich mal einen interessanten Serieneinstieg. Die Hauptakteurin wird direkt mit ihrem eigenen Tod konfrontiert. Zack! So schnell kann es zu Ende sein. Vielleicht sollte ich sollte besser sagen ihren fast Tod aber viel hat nicht gefehlt! Aber das war nur ein Traum, oder doch nicht? Und wer war der heiße Typ, der sich so für sie eingesetzt hat?

Jessica ist zum letzten gemeinsamen Sommercamp mit ihren Freunden gefahren. Im nächsten Jahr machen sie ihren Abschluss und dann geht’s zum Studium. Jessica kümmert sich um ihre kleine Schwester, seitdem ihr Vater vor 2 Jahren abgehauen ist und ihre Mutter kaum noch was auf die Reihe bekommt. Dementsprechend wird sie in Kalifornien bleiben, während ihre Freunde an andere Unis gehen werden.

»Du hast dich mit den hübschesten Mädchen der Weltgeschichte amüsiert. Ich war tatsächlich ab und zu neidisch auf dich.« Warum hatte man nie einen Baseballschläger zur Hand, wenn man ihn brauchte? Diese Kerle waren unmöglich.

Neben den Schülern sind offenbar auch Götter im Sommercamp anwesend. Was für ein perfides Spiel treiben die Götter? Offenbar will Prometheus menschlich werden und muss es dafür schaffen, dass eine Frau die er mit allen mitteln umwirbt ihn ablehnt. Scheinbar gibt es zusätzlich eine Intrige, die zum Ziel hat Zeus zu stürzen.

Zwischen Cayden (Prometheus) und Jess gibt es direkt eine gewisse Vertrautheit und Spannung. Jess ist sich sicher, dass er der Typ ist, der im Traum dafür gesorgt hat, dass sie überlebt hat aber wie kann er in ihren Träumen auftauchen, wenn sie ihn noch nie zuvor gesehen hat? Jess verstrickt sich bei diesem Spiel unfreiwillig zunehmend in die Intrigen und Machenschaften der Götter.

Außerdem schien Väter vom Thron zu stürzen ein beliebtes Hobby unter den Göttern zu sein. Sie sollten sich mal lieber eine anständige Beschäftigung suchen.

Die Kapitel wechseln durchgängig zwischen der Göttersicht (genauer gesagt aus der Sicht von Hermes – der ist so etwas wie der rasende Reporter der Götterwelt) und der Menschensicht. Wobei die Sicht von Hermes immer sehr kurz gehalten ist. Das sorgt dafür, dass die Götter etwas geheimnisvoller wirken. Cayden ist anfangs schwer einzuschätzen. Als Leser weiß man zwar mehr als Jess, weil man den Hintergrund seiner Anwesenheit kennt aber richtig einschätzen kann man ihn trotzdem nicht. Er will Jess beschützen, fühlt sich aber auch zu ihr hingezogen und kann nicht von ihr lassen. Aber ist auch ein Gott und verhält sich somit immer etwas arrogant und bestimmend.

»Schicksal ist das, was wir aus unserem Leben machen.«

Der Schreibstil ist toll, locker und fühlt sich natürlich an. Die Dialoge sind witzig und da Cayden immer recht geheimnisvoll wirkt, liest sich die Geschichte sehr gut.

Das Buch einerseits klassisch das was man bei einem Sommercamp von jungen Erwachsenen erwartet. Andererseits ist es gut vermischt mit der Göttergeschichte und liest sich sehr interessant, obwohl anfangs nichts Bahnbrechendes passiert.

»Geh zum Teufel«, wies ich ihn ab. Es fühlte sich gut an, ihm einen Korb zu geben und ihm dabei ins Gesicht zu sehen. »Oder zu July.«

Ich mag die neckischen Sprüche und Gedanken von Jess und ihren leicht trockenen Humor. Die Götter sind in dieser Serie recht menschlich dargestellt, obwohl man aufgrund der diversen Geschichten aus der Vergangenheit merkt, dass sie nicht ungefährlich sind. Die ganze Situation ist irgendwie bizarr aber interessant. Desto mehr Geschichten über die Götter man im laufe der Handlung erfährt, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass die Götter alle nicht ganz „dicht“ sind.

Ich sollte mir von Josh eine Scheibe abschneiden. Er amüsierte sich einfach nur, ohne sich zu viel von einer Beziehung zu versprechen. Sein Herz brach in einer Million Jahren nicht und genauso sollte ich das auch handhaben. Sich verlieben war doch Mist. Wie das ganze Konzept der Liebe Mist war. Einer zog immer den Kürzeren. Ein Partner liebte immer mehr als der andere.

Die Gedanken von Jess „was übersetzt hieß“ sind oft auch witzig. Liebe Mädels – schenkt uns Jungs doch bitte ein Wörterbuch, sonst verstehen wir Aussagen wie – »Ich sehe ja meine Hand vor Augen kaum«, jammerte ich, was übersetzt hieß: Lass uns ein Bett suchen und da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben. – nicht.

Ich finde auch die Art von Jess toll – sie ist nicht der typisch naive Hauptcharakter, sondern sie fragt den Göttern Löcher in den Bauch und ihre Fragen sind gut. Lediglich ihrer „Freundin“ (Robyn) gegenüber ist sie zu loyal und gutmütig, da Robyn Jess nicht gleichwertig behandelt, sondern eher wie eine Angestellte oder sogar fast wie eine Dienerin (in Kalchas Worten: „eifersüchtiges blondes Biest“ und das ist schon eine Untertreibung).

Kalchas ist ein toller Charakter, der die Geschichte erdet, obwohl er auch zu der Götterwelt gehört.

Buch 2:

Das vertraute Neonlicht über uns flackerte an der hohen Decke, und aufgeregtes Summen lag in der Luft, wie jedes Jahr am ersten Schultag. In wenigen Wochen würde die Euphorie in Lethargie umschlagen, die meist bis zum Ende des Schuljahres anhielt.

Das Sommercamp ist zu Ende und Cayden hat Jess abgewiesen. Sie weiß nichts von der Aufgabe, die Cayden bzw. Prometheus von Zeus gestellt wurde, bei der es das Ziel ist ein Mädchen 60 Tage zu umwerben und falls sie ihn trotz seines ehrlichen Versuches abweist, bekommt er als Belohnung die Sterblichkeit, die er anstrebt. Mit Robyn, ihrer „besten“ Freundin, ist Jess nun zerstritten, weil Robyn mit Cayden geschlafen hat. Robyn hat ihn also nicht abgewiesen. Robyn präsentiert sich als das Biest, dass sie immer war. In der Vergangenheit hat Jess das ignoriert, ohne dass es ihr wirklich bewusst war. Da sie Robyn nun aber zum ersten mal widersetzt hat, zieht diese nun alle Register um Jess zu schaden. Prometheus bekommt seinen zweiten Versuch und die Aufgabe Jess zu erobern, nachdem er ihr bereits das Herz gebrochen hat.

Er versuchte sich zweimal selbst daran, ein Marshmallow zu rösten, aber nachdem der erste ins Feuer gefallen und der zweite verbrannt war, gab er es auf. Ich kicherte. »Das können nur echte amerikanische Mädchen«, klärte ich ihn auf. »Die Fähigkeit ist angeboren.«

Ihre Mutter war einige Tage trocken und nun ist sie wieder der Alkoholsucht verfallen. Jess sollte eigentlich einfach Teenager sein dürfen und stattdessen muss sie sich um ihre kleine Schwester und ihre Mutter kümmern. Ihr Vater hat ihre Mutter vor Jahren verlassen, was ihre Mutter nie verwunden hat.

Was sich anhört wie eine typische Teenagergeschichte (wenn man das Alkoholsuchtthema mal ignoriert) ist insofern besonders, als dass Götter in der Menschenwelt auftauchen und ihre perfiden Spielchen treiben. Jess ist besonders, weil sie im Gegensatz zu anderen Menschen die Welt der Götter sieht und sich an die Begegnungen mit ihnen erinnern kann. Andere Menschen haben diese Fähigkeit nicht.

»Ich hasse ihn«, erklärte ich dem wildfremden Mann, der daraufhin gutmütig lachte. »Das sagt meine Frau auch immer, gehört irgendwie dazu, Kleine. Er beruhigt sich schon wieder. Das ist nur die Angst, die bringt uns Männer manchmal um den Verstand. Sei ein bisschen nachsichtig mit ihm.«

Wie sich zeigt sind die Götter genau so idiotisch, wie man sie aus früheren Geschichten kennt, nachdem Cayden Jess bereits das Herz gebrochen hat, wird sie nun als Ziel seines Eroberungsversuches auserkoren. Das zum Thema „wir beschützen dich oder wie hatte Zeus das noch formuliert? Auch wenn man im ersten Buch teilweise den Eindruck gewinnen könnte, als würden die Götter sich Jess gegenüber freundschaftlich verhalten, ziehen sie ihr perfides Spiel weiter durch und ist „Schutz“ den sie Jess gewähren vielleicht blanker Eigennutz? Der Schutz vor Liebeskummer ist auf jeden Fall nicht inbegriffen. Jess kommt der Sache aber auf die Schliche.

Aber ich wollte den alten Zeiten nicht nachtrauern. Wenn ich eins gelernt hatte, dann, dass jedes Zeitalter seine Vorzüge besaß. In diesem war es nicht die Getränkeauswahl, aber ich würde schon noch dahinterkommen, welche es waren.

Auch in diesem Buch mag ich Jess wieder. Zumindest im ersten Buch war sie nicht naiv wie die Akteure in anderen Büchern, aber hier hat sie mehrere Aussetzer. Aber was ihre Gefühle angeht ist es menschlich darüber nicht immer die Kontrolle zu haben auch wenn ihr die Vernunft etwas anderes rät. Das ist nachvollziehbar. Sie hat das Herz am rechten Fleck und wahrscheinlich ist das genau das Problem. Bei den Göttern stimmt diesbezüglich so einiges nicht. Lediglich, dass sie bei Mateo nicht misstrauisch wird, spricht nicht unbedingt für sie. Aber da den anderen Götter an ihm auch nichts auffällt, sollte man meinen, dass er „normal“ ist.

Mit gerade mal einem Meter fünfundsechzig kam man eben nur durchs Leben, wenn man drängelte und boxte.

Cayden wirkt im zweiten Buch allerdings nicht mehr stimmig. Nachdem er Jess mehrfach das Leben gerettet hat und ständig versucht Jess zu beschützen, geht er ein lebensbedrohliches Risiko für sie ein. Das passt absolut nicht zusammen und es wird in der ganzen Buchserie nicht erklärt warum er das gemacht hat.

Leider geht das zweite Buch etwas in typisches Teenagergezicke unter. Das fand ich weniger unterhaltsam als den ersten Teil. Auch die Geschichte ist hier deutlich löchriger und nicht so stimmig wie im ersten Teil.

Buch 3:

Hatte er gerade auch über mein Schicksal bestimmt? Ein Wörtchen wollte ich da schon noch mitreden. Sobald ich wieder in meinem Körper war, konnte er was erleben. Diese Männer machten mich wahnsinnig.

Jess hat im zweiten Band von der „Wette“ der Götter erfahren, bei der es darum geht, dass Cayden menschlich wird, wenn im eine Frau trotz seines ehrlichen Versuches sie zu gewinnen, widerstehen kann. Dafür hat er alle 100 Jahre drei Versuche und dabei hat er schon sehr vielen Frauen das Herz gebrochen. Jess ist im aktuellen Jahrhundert der 2. Versuch und da sie ihn aufgrund ihrer Wut ablehnt, wird er wirklich menschlich und somit sterblich. Zusätzlich hat Jess durch das Tattoo das sie fast getötet hätte (zu dem Sie die Götter um Zeus mehr oder weniger genötigt haben) nun die Fähigkeit erlangt Sichtbares von anderen Göttern zu verbergen. Aufgrund dieser Fähigkeit wurde sie in Band 2 von Agrios dazu gezwungen ihn und seine Kumpanen in den Olymp zu führen um Zeus zu stürzen. Da Cayden nun menschlich ist, wird er bei dem darauffolgenden Kampf der Götter schwer verletzt.

Für die Götter war ich nicht mehr als ein blödes Sandkorn. Und davon gab es Milliarden. Aber ich hatte mir ja einbilden müssen, dass ihnen etwas an mir lag. Wieso fiel ich immer wieder auf sie herein? Die Antwort war denkbar einfach. Weil sie scheißbeschissene Götter waren und höchstwahrscheinlich meine Gefühle manipulieren konnten. Cayden brauchte mich ja bloß mit seinen funkelnden Augen anzuschauen und schon schmolz ich dahin. Ich war ein hoffnungsloser Fall. Am besten, ich ließ ihn im Krankenhaus versauern.

Da es Jess gelingt eine Insignie der Macht zu verstecken, kommt es zu einer Pattsituation. Wie üblich ist sie der Spielball der Götter. Jess vertraut Cayden nicht mehr und da er nun menschlich ist, meint sie, dass er ihr eh keine Hilfe mehr ist. Obwohl sie noch Gefühle für ihn hat, weigert sie sich hartnäckig ihn nach den Gründen für sein Handeln zu fragen und auch er verhält sich ziemlich bockig.

Zu allem Überfluss scheint es in Zeus Reihen auch noch einen Verräter zu geben. Wie soll sie aus sie sich verhalten? Welchen Göttern kann sie noch vertrauen (sofern sie das überhaupt jemals konnte)?

Die Putschisten bedrohen nicht nur Jess, sondern die gesamte Menschheit. Die Götter um Zeus waren zwar nicht gerade zimperlich aber dagegen noch relativ harmlos.

Die Verweigerungshaltung von Jess wirkt in diesem Teil schon etwas arg übertrieben. Im ersten Buch verzeiht sie quasi alles und versucht dies selbst im zweiten Buch bei Robyn noch ständig, obwohl Robyn schon lange ihre wahres Gesicht gezeigt hat und längst klar ist, dass sie die Freundschaft von Jess verdient.

»Ich sehe ja meine Hand vor Augen kaum«, jammerte ich, was übersetzt hieß: Lass uns ein Bett suchen und da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben.

Es ist offensichtlich, dass Jess noch etwas für Cayden empfindet aber ein vernünftiges Gespräch bekommen die beiden nicht zusammen. Jess hat ständig Angst davor ihm wieder zu verfallen und versucht sich ständig einzureden, dass sie nicht mehr für ihn empfindet. Sie flüchtet quasi die meiste Zeit vor ihm.

Weiterhin hat sie Angst um ihre Familie, das hindert sie aber nicht daran, dass sie die Götter noch wütender macht, die sie bedrohen. Um es mal vorsichtig zu formulieren finde ich es relativ unvernünftig, wenn die Familie Morddrohungen bekommt genau das zu machen was man eigentlich lassen soll und dann auch noch so, dass die Spur leicht zurück verfolgen lässt.

»Ich kann dir nicht geben, was du brauchst«, erklärte er langsam. Sein Blick ruhte auf mir. »Ich würde dir nur wehtun.« »Würdest du nicht«, widersprach ich, obwohl ich wusste, dass er recht hatte. Liebe tat meistens weh.

Die Liebesgeschichte kommt im dritten Band zu großen Teilen kaum noch zum tragen. Das war zwar im zweiten Buch schon deutlich weniger der Fall als im ersten Buch aber hier herrscht quasi totale Funkstille in der ersten Buchhälfte. Dafür ist der Abenteueranteil deutlich höher, wenn auch nicht alle Aktionen Sinn ergeben und teilweise schon äußerst Lebensmüde wirken, vor allem wenn man bedenkt, dass teilweise durch diese Aktionen nicht nur das eigene Leben in Gefahr gebracht wird.

Die vorhandenen Charaktere sind hier relativ festgefahren in ihren Haltungen und ihrem Verhalten. Es kommen allerdings noch ein paar neue dazu, die ganz interessant sind. Die Erklärungsansätze für Caydens Verhalten finde ich vollkommen unzureichend. Warum Cayden das Tattoo was Jess fast umgebracht hätte für eine „gute Idee“ gehalten hat wird überhaupt nicht erklärt.

»Eine Coke.« »Light?« »Sehe ich aus, als wollte ich mich vergiften?«

Die Götter führen sich bis zum Ende wie Idioten auf und bestimmen über das Leben von anderen Menschen und Göttern ohne diese in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Ich hätte keinem von denen verziehen, wenn ich an Jess Stelle gewesen wäre.

Fazit:

Warum gab es eigentlich kein Medikament gegen Liebeskummer? War schließlich eine Volkskrankheit.

Die Serie macht es mir echt nicht einfach. Das erste Buch fand ich toll. Das lag unter anderem am ungewöhnlichen Einstieg und auch an dem Szenario. Die Götter werden hier nicht so unnahbar dargestellt wie in anderen Buchserien. Im Prinzip sind sie auch nicht so viel anders als Menschen mit zusätzlichen Eigenschaften und da sie unsterblich sind, haben ihre Handlungen auch immer nur recht begrenzte Auswirkungen und sie denken zu wenig darüber nach was sie tun. Sie wirken oft wie überaus mächtige Kinder.

Ein Teil der Faszination des ersten Teils ist, dass vieles unklar und geheimnisvoll bleibt. Vor allem die Gründe für das Handeln der Akteure sind oft nicht klar.

»Vielleicht bereut er wirklich, euch verlassen zu haben. Findest du nicht, er hätte eine zweite Chance verdient?« »Für manche Dinge gibt es keine zweite Chance«, erklärte ich heftiger als nötig. Wir wussten beide, dass wir nicht mehr über meinen Vater sprachen.

Im zweiten Teil wird relativ klar, dass die Götter größtenteils egoistische Idioten sind und man fast keinem von ihnen trauen kann. Alle nutzen Jess aus und bringen sie in Lebensgefahr. Um die Liebesbeziehung zwischen ihr und Cayden geht es nur noch bedingt und teilweise werden die Randbedingungen (die Wette und das Handeln der Götter) weiter erläutert auch wenn die Motivationen unklar bleiben. Die Charaktere handeln an diversen Stellen nicht nachvollziehbar und nicht konform zu ihren vorherigen Handlungen (vor allem Cayden – erst Beschützer, dann Bedrohung).

Cayden stöhnte und vergrub das Gesicht in den Händen. »Agrios hat schon recht. Vor hundert Jahren haben die Mädchen noch gemacht, was man ihnen gesagt hat.«

In Teil drei werden die Motivationen der Handlungen erklärt bzw. besser gesagt es werden teilweise Erklärungsansätze gegeben, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind. Wie kann man jemand verzeihen, der einen verletzt hat und die Erklärung warum er das gemacht hat ist vollkommen sinnlos?

Trotzdem ist die Buchserie interessant. Den ersten Teil fand ich am besten und den mittleren am schwächsten. Das Ende geht für mich dann wieder in Ordnung. Bei der Serie wäre meiner Meinung nach aber noch deutlich mehr drin gewesen. Nach dem ersten Buch hatte ich noch die Hoffnung, dass am Ende 4,5 oder 5 Sterne rauskommen, weil das Buch ziemlich stimmig fand. Danach treten allerdings so viele Unstimmigkeiten auf, dass man sich wünscht, dass die letzten beiden Bücher sorgfältiger Lektoriert worden wären.

Der Schreibstil ist toll und die Ich Perspektive ermöglicht es sich voll in die Charaktere zu versetzen.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Dämomentochter

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde es nicht sehr realistisch, dass die so eine große Göttertruppe für so eine „Spaßaktion“ in der Menschenwelt auftaucht. Aber gut, wer bin ich, dass ich das Handeln von Göttern einschätzen kann? Die haben ja schon immer verrückte Sachen gemacht.
  • Ist schon lustig wie leicht sich die Götter belauschen lassen. Sich nachts in Wohnzimmer der Lodge zu stellen und zu reden ist jetzt nicht gerade diskret. Aber zugegeben. Die haben eh nichts zu verlieren und Arrogant sind sie auch,
  • Warum sollten sich die Götter dafür interessieren ob und welche Überlieferungen es über sie gibt? Um die Frage weiter zu treiben: Warum sollten sie sich dafür interessieren, dass es den Menschen (Diafani), die in der Lage sind die Götter zu sehen gut geht? Das restliche Handeln der meisten Götter, legt nicht gerade nahe, dass sie sich für das Wohlergehen von einzelnen Menschen interessieren.

Gut zugegeben – sie handeln nicht nach der Aussage, dass sie Jess beschützen wollen.

  • Wieso schließt Jess die Augen, bevor sie dann versehentlich den falschen mit einem Stein KO schlägt? Klassischer Fall von praktisch für den Storyverlauf, ergibt aber überhaupt keinen Sinn
  • Das Jess bei Mateo nicht argwöhnisch wird, ist nicht wirklich glaubwürdig. Er ist rein zufällig hergezogen und rein zufällig wird sie zweimal vor seinem Haus attackiert. Dazu kommt noch, dass er auffällig nett ist und sich in der heutigen Welt auch ein wenig verloren wirkt, wie die anderen Götter auch. Und das zeigt er auch immer wieder.

Als Mateo auf Iapetos reagiert, ist es ziemlich offensichtlich, dass er kein normaler Junge ist.

Spätestens als ihr Tattoo kribbelt als sie zu Mateo an den Tisch tritt, ist es dann offensichtlich. Gut, da ist es natürlich eh schon zu spät.

  • Das Jess darüber nachdenkt Robyn wieder zu vergeben kann ich absolut nicht nachvollziehen. Nachdem sie ihr wahres Gesicht offenbart hat, gibt es definitiv nichts was einer Freundschaft würdig ist (was Robyn ihr dann im Nachgang dann ja auch mehrfach beweist).

Witzigerweise haut sie Später Robyn eine Runter „wegen der vielen Aktionen aus den letzten Jahren“. Wenn sie das doch immer gestört hat – vorher macht es nicht den Eindruck – hätte sie doch wohl schon eher reagiert

  • In Buch 2 ist eine nette Anspielung auf die Biss Serie. Schon interessant wie eine Buchreihe die Denkweise beeinflusst. Hier wird es gleich als gegeben hingenommen, dass Vampire in die Zukunft sehen können oder Gedanken lesen. Das gehört eigentlich nicht zu den Fähigkeiten von Vampiren, wenn man andere Geschichten liest.
  • Das Cayden bei dem Tattoo für Jess zustimmt finde ich vollkommen unglaubwürdig. Entweder will er Jess beschützen, wie das in der ganzen Buchserie zigmal passiert oder nicht (er rettet ihr mehrfach das Leben). Wenn die Götter keine Ahnung haben wie sich die giftige „Tinte“ auf Jess aufwirkt, hätte Cayden das niemals zugelassen. Aber er sagt ihr sogar, dass es nicht schmerzt und vollkommen harmlos ist, obwohl er weiß, dass sie daran sterben kann Den anderen Göttern wäre es natürlich egal was ihr passiert und das Jess die Gefahren nicht weiter hinterfragt, obwohl sie merkt, dass ihr alle etwas verschweigen ist auch nicht realistisch. Selbst Kalchas verrät Jess in dieser Sache, weil er ihr nichts von der Gefahr sagt.

Das ist die erste Tat von Cayden die wirklich unverzeihlich ist.

  • Das es Frauen gibt die über Jahrhunderte versuchen die Götter bei ihrem Verführungsspiel zu stoppen (alle 100 Jahre einen Versuch), halte ich für nicht sehr wahrscheinlich. D.h. jede dieser Frauen lässt einmal im Leben alles stehen und liegen um die Götter aufzuspüren (also evtl. quer um die Welt zu reisen bzw. bei 100 Jahren wird sogar immer eine Generation übersprungen) und dann drei Mädchen zu warnen wegen der Gefahr von Liebeskummer? Nicht sehr realistisch. Ist ja nicht so als wenn die Götter irgendwen umbringen. Cayden verführt 3 Mädchen in einer vorgegeben Zeitspanne und das war’s. Das ist zwar nicht nett aber i.d.R. auch nicht gerade tödlich. Da wird sich wohl kaum jemand zur Lebensaufgabe machen jemand anderen – den man nicht kennt – vor Liebeskummer zu bewahren. Früher wäre es schon schwierig gewesen die Reise zu finanzieren und rechtzeitig vor Ort zu sein. Heute ist es ja kein großes Drama mehr, wenn eine Beziehung in die Brüche geht (es zerstört einem nicht das ganze Leben, wie das früher vielleicht der Fall war).

Die persönliche Motivation von Ariadne wird später sehr deutlich. Die ihrer Vorgängerinnen erschließt sich mir nicht.

  • In Buch 2 hat Jess auf Seite 370 zerzaustes Haar und sandige Klamotten und Angst, dass sie ihre Mutter so sieht, weil sie es nicht erklären kann. Auf Seite 372 geht sie schnurstracks in die Küche ohne sich umzuziehen und redet mir ihrer Mutter?!
  • Das Jess allein nach Hause geht, obwohl Mateo sie erkannt hat, ist einfach nur dumm.
  • Es ist ein ziemlich kurzsichtiger Ansatz von Jess Agrios zu helfen, weil der dann angeblich Jess Mutter und Schwester nicht tötet. Aber da er danach eh die Menschheit vernichten will, wird er vor den beiden kaum halt machen
  • Wenn Zeus die „Wette“ jederzeit aufheben kann, warum dann nicht in diesem Fall. Zusätzlich hat er – wie man später erfährt – auch die Fähigkeit jemandem Zum Gott zu machen. Die Story im 2. Teil ist also ziemlich löchrig. Das einzige Argument ist, dass er in dem Moment seinen Stab nicht hat. Das wäre aber noch keine Erklärung warum er Prometheus nicht später wieder unsterblich macht.
  • Warum kann Leah und Phoebe in die Götterwelt gelangen ohne dort zu einzuschlafen? Bei Robyn war die Argumentation im ersten Buch, dass sie erst aufwacht, wenn sie die Götterwelt verlassen hat
  • Auf Seite 23 in Buch 3 ist angegeben, dass Cayden noch unsterblich wäre, wenn Jess Agrios nicht auf den Olymp gebracht hätte. Offensichtlich sind aber doch die 60 Tage rum (Zeus sagt ja „die Zeit ist abgelaufen“ – wobei es sehr seltsam finde, dass das genau in dem Moment passiert, die Götter alle beieinander sind). Erst nach den 60 Tagen ist doch relevant, dass sie ihn abgelehnt hat. Somit wäre das gleiche mit Cayden passiert, wenn sie nicht da gewesen wäre, nur ohne Verletzung
  • Der Grund warum Cayden menschlich werden wollte ich lächerlich schwach bzw. eigentlich gibt es keinen echten Grund. Eine gute Entschuldigung sieht anders aus.
  • Athene und Jess besprechen den Plan, dass Jess mal wieder in die Götterwelt reist um dort eine Kopie des Stabes zu besorgen (Buch 3 Seite 325). Das ist quasi ein Himmelfahrtskommando. Cayden sitzt während des Gespräches daneben und sagt dazu nichts. Jess denkt sogar daran, dass es keine gute Idee ist das Gespräch in seiner Gegenwart zu führen. Später wird dann erwähnt, dass er auf keinem Fall von dem Plan erfahren darf, weil er ihn sonst vielleicht verhindert um Jess zu schützen (S. 366). Wenn dem so wäre, hätte er wohl schon viel eher dagegen protestiert.

Die Aktion Cayden mal eifersüchtig zu machen, damit er nichts vom Plan erfährt, nachdem sie 2 Bücher gebraucht haben um wieder zusammen zu finden ist total daneben.

  • Wieso kann Jess alleine zwar in die Götterwelt gelangen aber nicht wieder hinaus und wieso kommt nicht mal die Göttin der Weisheit auf die Idee das in ihrem Plan zu berücksichtigen?
  • Das Ziel ist es Agrios zu Zeus zu locken mit der zweiten Insignie. Um das zu erreichen wird die Kopie des Stabes benötigt. Direkt bevor Jess die Kopie erschaffen hat greift Agrios aber Zeus und die anderen Götter an. Der Plan ist also schon hinfällig bevor er ausgeführt wird.

Hephaistos schafft es also mit einem Gerücht Agrios anzulocken. Das mit der Kopie mehr erreicht werden kann, ist relativ unwahrscheinlich.

Zumal die Gefahr groß ist, dass der Stab einfach vom Verräter entwendet wird. Wieso sollten die Götter auf den Stab aufpassen können, wenn sie es bei Jess auch nie hinbekommen?

Wie sich dann später zeigt hat die Kopie des Stabes überhaupt keinen Nutzen gehabt.

  • Apoll soll nichts davon wissen, dass Jess den echten Stab hat aber von der Kopie darf er wissen. Das macht keinen Sinn. Wenn er ein Verräter wäre, sind beide Informationen gleich gefährlich
  • Nach welchem Prinzip können sich einzelne Anhänger Götter (Anhänger von Agrios) frei von und nach Mystikas bewegen und andere nicht? Offenbar können sie das auch alleine also ohne Agrios (Buch 3 Seite 390)
  • Die Motivation von Hermes ist nicht nachvollziehbar. Es mag Jess (das sagt er drei Bücher lang) und dann hat er keine Probleme die Familie (von denen er einige sehr mag) zu verraten und zusätzlich Jess. Da er auch nicht dumm ist kann er kaum annehmen, dass er einen Platz neben Agrios erhält.

Zusätzlich hab man in seiner Sicht der Dinge immer den Eindruck, als wenn er lieber seine Ruhe hat und keine Verantwortung.

Aber gut, die Götter verhalten sich alle wie Kinder und sind egoistisch und naiv. Insofern braucht es wohl nicht viel Motivation für irgendwelchen sinnlosen Handlungen.

  • Wie kommen Agrios und Hermes auf die Idee, dass Jess den Stab beschaffen kann? Die Kopie ist bei den Göttern und wenn Hermes vom echten Stab wüsste (was eigentlich wahrscheinlich ist, da es genügend Gelegenheiten gab Jess bei Gesprächen über den Stab zu belauschen), dann wäre er viel eher gekommen. Dass die Götter den Stab einfach an Jess übergeben, kann Agrios wohl kaum annehmen. Warum sollten sich die Götter dafür interessieren, ob die Schwester von Jess entführt wurde?

Gelöscht Serie

Gelöscht 1 Gelösccht - Teri Terry Gelöscht 2 Zersplittert - Teri Terry Gelöscht 3 Bezwungen - Teri Terry

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Teri Terry

Teile der Serie:

  • Gelöscht 1 – Gelöscht (432 Seiten)
  • Gelöscht 2 – Zersplittert (400 Seiten)
  • Gelöscht 3 – Bezwungen (376 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Kühe und Schafe stieren friedlich kauend vor sich hin. Wie unterscheiden wir uns eigentlich von ihnen? Auch wir werden wie eine Viehherde jeden Morgen zur Schule gekarrt und bewegen uns auf vorgeschriebenen Bahnen, ohne je das Warum zu hinterfragen.

Buch 1: Kyla ist ein Slater. Das heißt sie hat all ihre Erinnerungen verloren – nein nicht nur verloren – sie wurden gelöscht. Die weiß nicht wer sie ist und wie sich etwas anfühlt. Sie ist 16 und erlebt alles zum ersten Mal. Sie kennt ihre Familie nicht in der sie nun leben muss. Geslated werden angeblich Leute, die kriminelle Handlungen begangen haben. Ob das stimmt weiß Kyla nicht, sieht hat keine Identität mehr. Sie kann sich auch nicht verteidigen oder gar angreifen weil sie einen Chip im Hirn hat, der sie abschalten oder sogar töten kann, wenn ich Glückslevel zu tief sinkt. Und wenn sie sich aufregt sinkt der Level, genauso wenn sie traurig ist. Kyla hat allen Grund traurig zu sein.

Man merkt von Anfang an, dass irgendwas nicht stimmt und das ganze Slating Programm nicht sauber ist.

»Lass mich kurz überlegen. Hast du ein tragbares Bermuda-Dreieck, das dir überallhin folgt?« Ich blicke an mir hinab. »Hab ich heute wohl zu Hause vergessen.«

Es verschwinden zunehmend Leute und es sieht sehr danach aus, dass die Regierung dahinter steckt. Kyla ist anders als die anderen Slater. Die meisten können nach dem Eingriff nicht mehr zusammmenhängend denken und akzeptieren einfach alles.

Wer ist Freund oder Feind? Die Leute, die nett zur ihr sind, halten nicht unbedingt zu ihr und die anderen, die sie nicht so nett behandeln sind teilweise loyaler und vertrauenswürdiger als sie denkt.

Mein Tun allein bestimmt, wer ich bin. Genau wie Mums. Wer sie im Herzen ist, definiert sich durch all die Entscheidungen, die sie trifft. Sie hat getan, was ihr richtig erschien, mit ihrer Ansprache hat sie die Grenzen ausgereizt, ist aber nicht über sie hinausgegangen. Um uns zu schützen. Ich kann es nicht tun.

Die Schreibweise ist melancholisch, depressiv, sarkastisch. Ich weiß nicht wie ich das anders beschreiben soll. Ich sage nur „gibt eine Reihe besonders schöner Schafe – wenn man auf so was steht“ (da steht nicht, dass sie es nicht tut aber es steht hier eben viel zwischen den Zeilen). Dieser versteckte leicht resignierte Unterton zieht sich durch und ist insofern witzig, als dass man merkt, dass Kyla alles andere als glücklich mit ihrer Situation ist, irgendwie ist sie ein wenig gleichgültig, aber sie hat doch nicht ganz aufgegeben und sie versucht das Beste aus der Situation zu machen.

Ich mag diesen düsteren sarkastischen Unterton einfach und es gibt so viele Stellen, die witzig sind, obwohl die Grundstimmung das absolut nicht ist.

»Sie haben für das gekämpft, woran sie geglaubt haben. Eine ehrenvolle Art zu sterben.« Sagt sich leicht, wenn man am Leben ist.

Ansonsten typisch Dystopie. Der Hauptcharakter wird Megaunfair behandelt, selbst wenn sie wirklich irgendwelche Verbrechen begangen hat (mit 16 und dann schon mit die älteste Slaterin, d.h. die anderen „Verbrecher“ sind angeblich noch jünger?!) und dafür bekommt jemand sein komplette ich entzogen? Das heißt man fängt mit allem bei 0 an und wird auf das heftigste kontrolliert und mit Mediikamenten vollgestopft und wenn das nicht hilft, wird noch ein wenig am Hirn rummanipuliert.

Obwohl im ersten Buch nicht wirklich viel passiert, wird man immer wieder mit kleinen Informationshäppchen gefüttert und es bleibt durchgängig spannend.

Sie spricht nicht weiter, aber ich kann mir schon denken, worauf sie hinauswill. Die Leute aus dem Krankenhaus müssen es ihnen gesagt haben. Für den Fall, dass ich Albträume habe. Die habe ich oft, und wenn dann nicht schnell genug jemand bei mir ist, falle ich zu tief und mein Levo schaltet mich aus.

Buch 2: Kyla bzw. eigentlich Lucy weiß nun mehr über ihre Vergangenheit. Sie war eine Terroristin aber sie weiß auch, dass sie dazu gezwungen wurde und die Regierung willkürlich Menschen Slated , die nicht die gewünschte Meinung vertreten oder auffällig werden (ihre Identität und ihre Erinnerungen nimmt) ohne Prozess oder eine rechtliche Grundlage.

Kyla kann sich bruchstückhaft an ihre Vergangenheit erinnern. Zumindest an die mutmaßlichen der Terroristin oder Rebellin aber nicht mehr an die von Lucy. Die Terroristen / Rebellen haben Sie gefunden und wissen, dass sie sich teilweise an die Vergangenheit erinnern kann. Aber sind die wirklich besser als die Regierung? Beide Seiten setzen Kyla unter Druck und dann ist das noch MIA als dritte Organisation, die auch ein Interesse an Kyla hat.

Penny klappt wieder ihr Netbook auf. Mich zu fragen, wäre vielleicht auch mal eine Idee: Ich bin schließlich diejenige, die alles darüber weiß.

Ben, mit dem sich Kyla angefreundet hat bzw. in den sie vielleicht sogar verliebt ist, ist auch ein Slater und hat versucht sein Levo (Kontrollgerät für Slater) zu entfernen. Sie weiß nicht, ob er noch lebt oder was mit ihm passiert ist.

Sind wirklich alle auf der Seite, der sie vorgeben anzugehören? Wem kann Kyla noch vertrauen bzw. kann sie überhaupt noch jemandem vertrauen?

Die anderen hier sind alle jünger als ich. Sie lächeln und kauen seelenruhig vor sich hin – genau wie die friedliche Kuhherde, an der wir heute Morgen vorbeigefahren sind.

Der etwas schräge aber witzige Unterton aus dem ersten Buch kommt hier nicht mehr vor. Das ist schade, hängt aber damit zusammen, dass Kyla nun wieder mehr sie selbst ist (wobei wer ist man eigentlich, wenn man aus mehreren Persönlichkeiten besteht und sich die Errinnerungen bruchstückhaft vor und nach zurückkehren?).

Ansonsten wird der Grundablauf auch hier zumindest in der ersten Hälfte gleich gehalten. Man bekommt immer wieder kleine Informationshäppchen, die zum weiterlesen motivieren. Gegen Ende passiert dann einiges mehr aber so ganz überraschend ist die Entwicklung auch nicht. Dem aufmerksamen Leser ist zumindest die grobe Vergangenheit schon vorher aufgrund der vielen kleinen Detailhinweise schon vorher klar.

»Aber wie kann ich wissen, wer ich jetzt bin, wenn ich nicht weiß, wer ich war?«

Ich glaube aber, dass es wenige Leser gibt, die bei jedem, Charakter vorher sagen können auf welcher Seite sie stehen. Dafür zaubert die Autorin zu viele Überraschungen aus dem Hut. Ansonsten ist hier keine Seite wirklich gut, weder Staat noch Rebellen. Beide sind in der Wahl der Methoden alles andere als zimperlich und beide haben ihre Mittel und teilweise wohl auch den Zweck aus den Augen verloren.

Ich verstehe langsam, dass es verschiedene Arten von Lehrern gibt. Miss Fern, Gianelli und der Lauftrainer Ferguson: Sie sind authentisch. Ich werde ab und zu von ihnen zurechtgewiesen, sie sind nicht immer übermäßig nett, aber sie reden offen mit mir und nehmen mich wahr und ernst. Und dann gibt es diejenigen wie den Direktor Mr Rickson, Dr. Winston, die Schulpsychologin, und Mrs Ali, die trotz ihres Lächelns und des »Ich bin nur hier, um dir zu helfen«-Gelabers eigentlich nur darauf warten, dass ich einen Fehler mache oder die Regeln breche.

Buch 3: Kyla kann grob die Jahre von 10 bis 16 zusammensetzen und weiß was ihr angetan wurde und durch wen. Sie ist ihr Levo los, hat aber noch immer einen Chip im Kopf. Nico ist noch immer hinter ihr her (nun offenbar aus persönlichen Rachemotiven), Ben wurde manipuliert und kann sich nicht an sie erinnern und an die Person die er mal war. Ihr echter Vater wurde ermordet und ihr Adoptivvater hat sie verraten, wie so viele andere. Die Lorder treiben noch immer ihr Unwesen und statt Recht und Gesetz herrscht Willkür und Terror durch den Staat.

Kyla bekommt eine neue Identität und ein neues Aussehen aber wird das reichen um der Vergangenheit zu entkommen, die sie selbst nur teilweise kennt? Sie soll nun ihre mutmaßliche leibliche Mutter kennenlernen oder ist das auch nur wieder eine Falle von irgendjemandem?

Im dritten Teil kommen diverse weitere neue Enthüllungen zu den bisherigen dazu und Kyla erinnert sich an mehr und mehr Bruchstücke.

Ein „Happy End“ braucht bei einer derartigen Buchreihe niemand erwarten aber aus meiner Sicht geht das Ende so in Ordnung. Es passt zur Stimmung der restlichen Serie.

Fazit:

»Lass sie! Sie hat ein Levo, sie ist geslated.« Er zielt immer noch mit der Waffe auf mich. »Es wäre menschlicher, sie zu erschießen, oder?«

Die Serie erinnert an einen Krimi gemischt mit  Dystopie. Dadurch, dass Kyla gelöscht und in mehrere Persönlichkeiten aufgespalten wurde, kommen Erinnerungen nur sehr bruchstückhaft zurück und sie versucht über Gespräche, Unterlagen, Bilder und Orte stück für Stück wieder alles zusammen zu setzen.

Die Erzählweise ist über weite Strecken relativ langsam. Der Schreibstil ist gut. Es gibt Bücher bei denen fühlt man sich direkt „zu Hause“ und bei manchen ist das Gegenteil der Fall. Hier habe ich mich mit dem Schreibstil direkt zu Hause gefühlt. Das erste Buch ist diesbezüglich sogar etwas besser als die beiden folgenden.

Mein Magen dreht sich um, und mir kommt die tolle Idee, auf den Hund zu kotzen. Das würde seine Stimmung sicherlich heben.

Hoffnungsvoll ist die Serie nicht gerade. Die dargestellte Zukunft ist recht düster (ja, schon klar, deswegen heißt es ja Dystopie) und was der Hauptakteurin an Leid zugefügt wurde ist unvorstellbar. Erschreckenderweise gibt es aber genügend Parallelen zu echten Ereignissen in der Geschichte. Absolute Macht korrumpiert absolut und da es sich bei dem hier dargestellten System um ein nahezu totalitäres ohne echte Gewaltenteilung handelt, ist das Ergebnis absehbar.

In diesem Fall hätte es keinen Sinn, falls ich Lucy bin – falls ich Lucy war –, Kontakt mit ihnen aufzunehmen, oder? Lucy geht es nicht gut, sie ist mehr oder weniger tot. Sie existiert nicht mehr. Sie ist geslated worden.

Liebe findet sich in der Serie auch ein wenig aber wirklich nur am Rande. Hauptsächlich geht es hier um die Geschichte von Kyla, die aus Lügen, Verrat und rücksichtslosem Durchsetzen der eigenen Philosophie zu ihren Lasten und den Lasten von vielen anderen Betroffenen besteht. Weder die eine (Order / Regierung), noch die andere Seite (Rebellen / Terroristen) ist „gut“.

Die Serie ist mal was anderes. Mir hat die Serie gefallen und abschreckendes Beispiel dafür warum der Zweck nicht die Mittel heiligt.

Die Buchcover und vor allem dem Blick auf dem ersten Cover finde ich übrigens genial.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Das Kayla ihren „Dad“ nicht früher im Verdacht hat ist total unglaubwürdig. Sie ist sonst recht schlau und stellt Verbindungen her. Spätestens nach dem Verschwinden von Phoebe ist doch der Verdacht erhärtet, der sich schon vorher aufdrängt. Er hat offensichtlich einen anderen Job als ihr gegenüber erwähnt. Sie unterliegt offenbar einem Zwang ihm zu antworten. Ihre „Mutter“ verweist darauf, dass Sie nicht der Grund sein wird, wenn Kyla „zurückgegeben“ wird und direkt vor dem Verschwinden von Phoebe hat ihr „Dad“ sie ausgehorcht…Auch danach gibt es zig Hinweise und Kyla ignoriert alle, während sie sonst sehr aufmerksam ist.  Sogar er selbst gibt die nötigen Hinweise unverkennbar.
    Das Kyla erst so spät kapiert, dass die mit dem Chip im Kopf geortet werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Ihr „Dad“ sagt ihr, dass es beim Chip vom Hund nicht geht, aber bei anderen schon. Da sie nun mal weiß, dass sie einen Chip im Kopf hat, der sie ausschalten und töten kann ist es wohl naheliegend, dass man sie damit auch orten kann.Andersrum: Das Cam auch einer von denen ist, hätte man eher erkennen können eben weil Kylas „Dad“ sich immer für in einsetzt – das wiederum ist mir entgangen und es war eigentlich nicht zu übersehen.
  • Das der Englischlehrer das Heft von Phoebe nach der Korrektur zurückgibt, obwohl Phoebe schon lange nicht mehr da ist, ist sehr unwahrscheinlich. Vor allem, wenn man die Umstände bedenkt unter denen sie verschwunden ist.
  • Die starken positiven Empfindungen gegenüber Nico sind nicht nachvollziehbar. Es mag ja sein, dass er charmant ist aber er ist ein Tyrann.
  • Die Geschichte von Tori ist nicht wirklich glaubwürdig. Wenn sie Happy Juice statt einer Todesspritze bekommen hat wäre wohl aufgefallen, dass sie lebt. Zusätzlich hat sie sich ja gewehrt und von Happy Juice wird man offenbar nicht ohnmächtig. Zumal die anderen 5 per Spritze getötet wurden und somit wohl alle 6 zusammen „entsorgt“ worden wären. Nico hätte sich mit der Geschichte wohl kaum zufrieden gegeben.
  • Wieso kommt Tori nicht auf die Idee, dass der Verräter bei den Rebellen sitzt. So gut wie Carlsen informiert ist, kann es nur so sein.
  • Warum greifen die Lorder nicht eher ein? Wenn sie ein vollständiges Bewegungsprofill von Kyla haben, dann wussten sie sehr viel mehr – auch schon viel eher wo die Wohnung von Nico und sein Stützpunkt sind (auch wenn das am Ende auch Lorder sind aber sie spielen ja nicht für das gleiche Team)
  • Ich finde es sehr seltsam, dass Kyla einfach so zu ihrer angeblichen leiblichen Mutter geht, ohne darin ein Risiko zu sehen. Kyla hat 0 Erinnerung an sie. Die weiß, dass sie mit 10 bei den Terroristen gelandet ist. Aber wie sie zu den Terroristen gekommen ist, wer ihre Mutter war und welche Intentionen und Beziehungen sie hatte ist vollkommen unklar. Im Prinzip könnte ihre Mutter eine direkte Verbindung zu Terroristen oder Lordern haben. Und auch Aiden hat keinerlei Bedenken dabei?!
  • Das MIA plötzlich Zugriff auf Kommunikationssateliten hat (per Hacking), ist zwar praktisch für den Autor, aber nicht sehr realistisch. Zumal MIA vorher nur eine Internetseite im Darknet hatte, die sie nicht schützen konnten.
  • Die Geschichte mit dem Anschlag auf dem Premier isst nicht glaubhaft. Der Premier erzählt seiner Frau, dass er unglaubliches enthüllen wird (die Gefahr für Leib und Leben schwebt somit im Raum). Dann erzählt die es wiederum einer ranghohen Person aus den Reihen derer, die bei dieser Enthüllung geschädigt werden? Wohl kaum.

Ready Player One Film

Read Player One - Steven Spielberg

© Warner Bros. Pictures

Originaltitel:

Ready Player One

Laufzeit:

140 Minuten

Jahr:

2018

Veröffentlichungsdatum:

05.04.2018

Regisseur:

Steven Spielberg

Buchgrundlage:

Ready Player One von Ernest Cline

Hauptdarsteller:

Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, T.J. Miller, Simon Pegg, Mark Rylance

Rezension und Inhalt:

Ja, das ist ein Buchblog und eigentlich haben Filme hier ja nichts zu suchen. Aber da Filme ja sehr oft auf Büchern basieren, ist es ja naheliegend auch Filme zu rezensieren. In diesem Fall habe ich den Film gesehen und das Buch dazu noch nicht gelesen. Das Buch werde ich mir im Nachgang zum Film sicher auch anschauen.

Der Film handelt von einer Zukunft in der viele Menschen in Armut Leben und die Ressourcen weitgehend aufgebraucht sind. Viele Menschen flüchten in eine virtuelle Welt die Oasis heißt in der sie sein können und machen können was sie möchten. Diese Welt hat ihren Erfinder extrem reich gemacht, ihm ging es aber nie darum reich zu werden, sondern um den Spaß und die Ideale in dieser Welt.

Bevor der Erfinder stirbt, versteckt er sein Erbe in Form von drei Schlüsseln in dieser Welt. Wer diese drei Schlüssel als erster findet wird sein Erbe antreten und über die Zukunft der Virtuellen Welt entscheiden und seinen Besitz übernehmen.

Da dies ein immenser Wirtschafts- und Machtfaktor ist kämpfen auch Konzerne um diesen Sieg und setzen dafür immense finanzielle Mittel ein. Die Rätsel sind aber so ausgelegt, dass man zur Lösung eine gewisse Nerdigkeit und Fantasie besitzen muss.

Parzival und seine Freunde sehen sich als Fans dieser Welt im besten Sinne und versuchen trotz der Übermacht der Konzerne diesen Sieg zu erringen und die virtuelle Welt zu schützen. Dabei lernt er Art3mis (Artemis) kennen und zwischen den beiden funkt es relativ schnell.

Manchmal ist es ja auch ganz gut den Film zuerst zu schauen, weil man oft enttäuscht ist, wenn man das Buch zuerst gelesen hat. Hollywood hält sich ja in der Regel nur sehr grob an die Rahmenhandlung von Büchern. Klar muss ein Drehbuch zu einem gewissen Grad angepasst werden (vor allem, wenn das Buch viel mehr Handlung liefert, als sich im Film unterbringen lässt). Oft meinen Drehbuchautoren aber auch einfach nur, dass sie es besser können als der Autor und optimieren die Handlung kaputt.

Aber nun zu Ready Player one. Der Film hat mir sehr gut gefallen. Das hat mehrere Gründe. Ich war in der Vergangenheit selber zeitweise ein extremer Spieler von Onlinespielen. Dem Film gelingt es auf erstaunliche Weise den Nerd anzusprechen und zugleich massentauglich zu sein. Oft nimmt sich der Film selbst nicht ganz ernst (beispielsweise wird dargestellt, wie die Leute alle mit VR-Headsets auf der Straße rumrennen und nichts anderes mehr machen – haben wir heute schon mit Handys, es wird eine extreme Heldenverehrung und Nerdigkeit gezeigt – ich sage nur Bill Gates, Steve Jobes usw. und das Gewinnen des Spiels wird am Ende so bewundert, als wenn ein Jahrhundert Ereignis stattfindet). Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Weiterhin bezieht sich der Film auf diverse andere Filme und stelt quasi eine Hommage dar (Herr der Ringe, Chucky, Shining, Zurück in die Zukunft, …) dar.

Die virtuelle Welt fühlt sich echt an und das Gemeinschaftsgefühl erkennt jeder Onlinespieler der älteren Stunde sofort wieder (heute sind derartige Spiele meist so ausgelegt, dass man auch alles alleine kann und es auch so einfach ist, dass kein Frust aufkommt).

Fazit:

Toller Film der Potenzial zum Kultstatus hat, weil er mutig ist und eine Hommage an Filme, Videospiele und Popkultur. Es ist aber auch ein Spielbergfilm und somit vielleicht einen Touch zu sehr auch auf das jüngere Publikum ausgerichtet.

Da ich das Buch noch nicht gelesen habe bezieht sich die Bewertung auf den Film selbst und nicht auf einen Vergleich mit dem Buch. Sobald ich das Buch gelesen habe, werde ich bei Filmwertungen eine Zweite Bewertung einführen, die den Film im Vergleich zum Buch bewertet.

Der Film ist endlich mal wieder was neues, da heute meist eine Fortsetzung nach der nächsten gedreht wird und man nur noch auf Sicherheit geht.

Bewertung:

4/5

Film im Vergleich zum Buch:

Im Gegensatz zum Buch (Rezension) sind die Quests im Film komplett anders dargestellt und eher massentauglich. Das Autorennen hat nie stattgefunden und hätte von Parzival auch nicht gespielt werden können, weil er einen Char mit Level 3 und 0 Credits hatte. Das Auto hat er erst nach Abschluss des ersten Tores bekommen.

Im Buch wird Wade als dick (wegen der schlechten Nahrung) dargestellt und hat Akne. Später trainiert er dann aber hat weder Haare noch Wimpern. Auch Art3mis wiegt mit 1,68 84kg und ist somit stark übergewichtig. Ok, das ist natürlich Hollywooduntauglich. Wer will das in einem Film sehen, bei dem sich die Charaktere am Ende verlieben (wie quasi immer in Hollywoodfilmen).

Weiterhin lernt Prazival Art3mis anders kennen als im Film gezeigt und zieht nach dem Attentat auf seinen Wohncontainer um, wird also nicht direkt von Freunden von Art3mis oder einer Widerstandsbewegung aufgegriffen. Die Kennenlernphase zwischen Parzival und Art3mis ist deutlich länger als im Film.

Die Szene im Tanzclub hat vergleichbar stattgefunden (auch wenn es im Buch keine Geburtstagsparty war), ist aber im Buch sogar spektakulärer als im Film. Danach herrscht zwischen Art3mis und Wade über Monate Eiszeit und die Verbindung zu Aech hat sich von vorher abgekühlt, weil sich Wade nur noch mit Art3mis getroffen hat. Im Film wird es so dargestellt als wenn die Beziehung zwischen Aech und Wade nie gelitten hat.

Zwischen der ersten und der zweiten Quest vergeht im Buch ziemlich viel Zeit mit weitgehend belanglosem Getexte. Aech gibt Parzival den entscheidenden Hinweis und Parzival löst die Quest erst nach Art3mis und Aech. Daito stirbt bei der zweiten Quest (und zwar nicht nur als Avatar, sondern er wird von IOI umgebracht). Von einer Teamleistung wie im Film kann im Buch also keine Rede sein. Sorrento (IOI) meistert das zweite Tor als erster und findet auch den dritten Kristallschlüssel als erster.

Das zweite Leben erspielt sich Wade per Zufall auf der Suche nach er Lösung für die zweite Quest. Den NPC, der die Erinnerungen verwaltet gibt es im Buch nicht und die Bibliothek in dieser Form auch nicht. Ogden Marrows leistet aber sehr wohl Schützenhilfe aber nicht als Bibliothekar NPC, sondern als Avatar in der Oasis bzw. anschließend im realen Leben.

Weiterhin gibt es auch den Lakaien von Sorrento nicht, der im Film vorkommt und für ihn das magische Schild beschafft und Art3mis und Pazival verfolgt.

Das Dritte Tor lässt sich nicht allein öffnen und nur deshalb kommen die Konkurrenten Art3mis, Parzival, Shoto und Aech wieder zusammen.

Bevor es dazu aber überhaupt kommt opfert sich Wade für die drei (im Film passiert es aber genau andersrum – da opfert sich Art3mist für Wade).

Aech ist kein Mann sondern eine korpulente Afroamerikanerin und der Finale Kampf findet von Ogdens Haus aus statt und nicht aus dem Wohnmobil. Jeder der vier Shoto, Aech, Art3mis, Prazival hat durch die vorherige Quest einen riesigen Kampfroboter. Da jeder der die Quest löst einen riesigen Kampfroboter bekommt (zumindest die ersten 100), haben die IOI Leute lt. Buch zumindest 11. Shato greift Sorrento im letzten Kampf an, getötet wird Sorrento aber von Parzival.

Am Ende werden die getöteten Charaktere von Art3mis, Aech und Shato von Parzival wiederbelebt, der nun unendliche Macht in der Oasis hat.

Das Buch ist um einiges düsterer als der Film und deutlich nerdiger allerdings auch mit sehr vielen Fehlern gespickt (logische Fehler oder einfach Schlamprerei).

Zusammenfassend kann ich sagen, dass grundsätzliche Elemente im Film beibehalten werden, dass der Film aber nur noch sehr begrenzt mit dem Buch übereinstimmt. Ich finde den Film deswegen aber nicht besser oder schlechter, eben einfach nur anders. Allerdings wäre es auch nicht nötig gewesen alles über den Haufen zu schmeißen was im Buch steht. Aber das entspricht der typischen Arroganz von Drehbuchautoren. Die meinen fast immer, dass sie es besser können als die Buchautoren mit ihrer Vorlage.

Übereinstimmung Film im Vergleich zum Buch:

2,5/5

Link zur Buchrezension:

Die Wächter von Astaria Serie

Die Wächter von Astaria 1 Der Gefallene Stern - Thomas Finn  Die Wächter von Astaria 2 Die flüsternde Stadt - Thomas Finn  Die Wächter von Astaria 3 Der Brennende Berg - Thomas Finn

Mehrfach gelesen:

Ja

Autor(in):

Thomas Finn

Teile der Serie:

  • Die Wächter von Astaria 1 – Der Gefallene Stern (neu) / Der Letze Paladin (alt – der Name wurde wegen Rechtsstreitigkeiten geändert) (480 Seiten)
  • Die Wächter von Astaria 2 – Die flüsternde Stadt (480 Seiten)
  • Die Wächter von Astaria 3 – Der brennende Berg (512 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook + Gebundene Ausgabe (beide vollständig)

Rezension und Inhalt:

»Gut, denn du solltest nie mit einem Schwein ringen. Dabei werdet ihr beide schmutzig. Der Unterschied ist nur: Das Schwein liebt den Dreck.«

Buch 1: Fabio ist Knappe (also angehender Ritter oder Ritter in der Lehrzeit bzw. um noch genauer zu sein Paladin). Fabio hat mit seinem Herren die Aufgabe einen Esorddienst für zickige und wohlbehütete Celeste (Tochter des Barons) zur Magierschule zu leisten. Sein Herr wird zu Beginn direkt von ihm getrennt und nun ist Fabio mit Celeste auf der Flucht und versucht die Aufgabe alleine zu erfüllen.

»Alle Pilze sind essbar. Manche allerdings nur einmal …«

Nachdem er Celeste in vermeintliche Sicherheit gebracht hat, nehmen schon die nächsten bedrohlichen Ereignisse ihren lauf und Fabio erfährt in einer Prophezeiung, dass ein großer Krieg bevor steht und er eine wichtige Rolle spielen wird. Offenbar spielt auch Celeste dabei eine wichtige Rolle.

»Hast du es denn immer noch nicht verstanden? Du bist ein Paladin, Fabio. So rein, wahrhaftig und tugendhaft, wie ich keinen zweiten kenne.

Zusätzlich versuchen verschiedene Mächte ein sehr mächtiges Artefakt zu erlangen und im Hintergrund zieht noch eine viel größere Bedrohung auf (ein Stellar, dass gegen die anderen Stellare gekämpft hat, dann eingekerkert wurde und nun scheinbar eine Möglichkeit gefunden hat sich zu befreien)  – die Stellare entsprechen quasi Göttern), die ganz Astaria gefährdet.

Typisch Thomas Finn – Action, Abenteuer und ein Ereignis jagt das nächste. Die Charaktere sind toll und liebenswert.

Buch 2: Nachdem Cagliomaeus Aufzeichnungen verloren sind und Ludovicos Verrat sieht die Lage hoffnungslos aus. Es sterben immer mehr Stellare. Doch die Gefährten raufen sich zusammen und kämpfen weiter. Fabio wird endlich zum Ritter bzw. Paladin ernannt. Allerdings gehen die Gefährten anfangs teils unterschiedlichen Aufgaben nach.

Was wurde nicht schon alles im Namen des Guten getan, was letztlich zum Schlechten führte? Und wie viel Böses hat die Welt schon erlebt, aus dem bei näherer Betrachtung schließlich Gutes erwuchs?«

Fabio bekommt eine diplomatische Mission in Begleitung von Celeste und zusätzlich soll  nach einer alten “Bibliothek” gesucht werden, die wichtiges Wissen der Sternenmystikerinnen und deren vergessene Fähigkeiten enthält. Doch schon wieder sind die Gegner einen Schritt voraus.

In zweiten Buch geht es etwas geruhsamer als im ersten Band zu. Fabio wird aber schnell wieder in die wirren des bevorstehenden Krieges hineingezogen und stößt mit weiteren Astronosanhängern und dem Sternenvampir zusammen.

»Tue, was du nicht können lassen, Sohn des Leichtsinns.« Farud zuckte mit den Schultern. »Aber du dich beschweren anschließend nicht, wenn wir nicht rechtzeitig zur Stelle, um zu retten dein Leben.« »Wenn ich tot bin, werde ich mich über gar nichts mehr beschweren«, erwiderte Fabio trocken

Buch 3: Celeste wurde entführt, die Sternenburg wurde schwer geschwächt aber es bildet sich einen Bündnis zwischen Sternenmystikerinnen, Tauweberinnen und Himmelsmechanikern. Die Gegner scheinen alle Trümpfe in der Hand zu haben und von dem Waffengefüge mit dem Astronos bekämpft werden kann, befindet sich nur ein Teil in den Händen der Gefährten.

Die Gnome senden ein riesiges Heer aus, sie haben dank der Entführung von Himmelsmechanikern auch Zugriff auf deren Erfindungen, sie haben mächtige Splitterkreaturen in ihren Reihen.

Um Celeste zu befreien müssen die Gefährten zum Herz der gegnerischen Truppen vorstoßen.  Die einzige Möglichkeit Celeste zu finden ruht in Fabio. Wird seine Liebe und sein glaube ausreichen und werden die Gefährten Erfolg haben und den Aufstieg von Astronos verhindern können?

Ihre Hochwohlgeboren hat Recht. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.«

Der finale Teil beschreibt auch die  Goblinhauptstadt, die Wirkweise der Himmelsmechanik, sowie die Beziehungen zu der Magie der Tauweberinnen und Sternenmystikerinnen und man erkennt wie viel Fantasie Thomas Finn hat. Man bemerkt den Hintergrund den er hat – Stichwort “Das Schwarze Auge”.

»Langsam begreife ich es: Kameradschaft ist, wenn Kamerad schafft.«

In der zweiten Hälfte des dritten Teils dreht Thomas Finn nochmal richtig auf und führt die losen Ende, die er in den ersten beiden teilen aufgespannt hat sehr gekonnt zusammen.

Fazit:

Thomas Finn hat einen tollen Schreibstil. An darf hier keine tiefere Liebesfantasy wie Biss oder vergleichbar erwarten und auch keine großen Gefühle.

»Na ja, so wie ich es sehe, sind Jacopo und ich eh arbeitslos. Da können wir zur Abwechslung auch mal die Welt retten. Ist doch so, oder, Jacopo?«

Es geht zwar auch um Liebe, aber die ist sehr oberflächlich und Jugendgerecht oder sogar Kindgerecht gehalten. Die Beziehung wird hier sehr sachte angedeutet und gedeiht der langsam. Bei Thomas Finn geht es primär um Freundschaften und um Abenteuer. Teilweise überschlagen sich die Ereignisse in den Büchern. Der Schreibstil ist somit also recht modern. Es gibt keine Leerlaufzeiten in denen wenig oder nichts passiert. Die Bücher von ihm kann man auch als Erwachsener gut lesen. Das ist bei anderen Büchern, die auch für Kinder geeignet sind teilweise sehr anstrengend, bei dieser Serie nicht.

»Stellt euch nur vor, ich hätte euch verloren! Wie hätte ich das meinen Eltern erklären sollen? Oder der Matriarchin? Oder … oder der ganzen Welt!«

Die zweite große Serie von Thomas Finn (Chroniken der Nebelkriege) ist noch etwas besser gelungen als diese Serie und eine absolute Empfehlung. Aber mit der Astaria Serie kann man auch nichts falsch machen.

Ohne zu viel zu verraten: Wer ein positives Ende mag wird hier auf seine Kosten kommen. Das ist ein angenehmer Kontrast zu den ganzen den diversen Weltuntergangszenarien in diversen anderen modernen Jugendbüchern.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

  • Die Chroniken der Nebelkriege

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Der Hinweis auf die Juprabimsuhr ist ziemlich schlecht. Es macht doch keinen Sinn, wenn die Melodie einen Hinweis auf den Besitzer gibt, der die Uhr vor hunderten von Jahren hatte…
  • Was passiert mit dem Goblin, der Ludovico auf der Sternenwind bedroht hat?
  • Wie hat Yargo das Bei von Fabio verarztet, wenn er defekt ist?
  • In Buch 2 wird angemerkt, dass das Meteoreisenschwert zu bedeutend ist, als das man den Verlust riskieren kann. Stattdessen liegt es in der Sternenburg. Äh ja, das macht total Sinn. Man schickt die Helden ohne adäquate Waffen in den Kampf und die beste Waffe liegt in einer Burg im Lager…
  • Wieso darf Celeste mit Fabio und Denebola reiten? Sie ist Novizin und soweit ich das vorherige Gespräch in der Sternenburg richtig verstanden habe, darf Fabio auch nur wegen der Verbindung mit Denebola mit.
  • Lt. Sylvana ist die Versperuga noch immer die Ducchessa von Venezia. Wie soll das denn gehen, wenn Goblins die Stadt eingenommen haben?
  • Tjosten ist was für Bekloppte 🙂
  • Es ist etwas befremdlich, dass der Plot sich in einem Punkt häufig wiederholt: Die Gefährten verlieren alles und dann steigen sie wieder wie ein Phönix aus der Asche auf (zuerst Artefakt, dann Buch, dann Schild, dann eiserne Bibliothek)
  • Das Celeste und Fabio in Firenze nicht das Anagramm stoßen erkennen, ist nach ihren bisherigen Erfahrungen nicht glaubwürdig. Andererseits wirkt sich das auf die Handlung nicht aus, weil es ihnen eh nichts geholfen hätte.
  • Die Himmelsmechanikerwerkstatt in Buch 2 erinnert mich an Q von James Bond. 😉
  • Das Fabio direkt in eine Besprechung mit dem Schatzmeister und dem Seneschall (Verräter) platzt ist unrealistisch. Das wäre doch die naheliegendste Forderung gewesen, dass er den Schatzmeister alleine spricht. Das zu fordern wäre nicht mal notwendig, weil der Paladin, der ihn hingeführt hat auf diese Idee auch allein gekommen wäre. Die ganze Szene die darauf folgt ist komplett konstruriert und unglaubwürdig. Es ist naheliegend, dass Fabio niemand glaubt ohne konkrete Beweise. Da Fabio sonst immer als sehr intelligent dargestellt wird, konnte er das auch nicht erwarten. In diese Situation wäre er also niemals gekommen. Fabio rettet sich dann aber doch noch aus der Szene mit dem Einfallsreichtum, den man sonst von ihm kennt.

Nebelsphäre Lübeck Serie

Nebelsphäre Lübeck Der Zauber des Phönix - Johanna Benden  Nebelsphäre Lübeck Das Licht des Phönix - Johanna Benden  Nebelsphäre Lübeck Die Liebe des Phönix - Johanna Benden  

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Benden

Teile der Serie:

  • Nebelsphäre – Lübeck Reihe 1 – Der Zauber des Phönix (502 Seiten)
  • Nebelsphäre – Lübeck Reihe 2 – Das Licht des Phönix (378 Seiten)
  • Nebelsphäre – Lübeck Reihe 3 – Die Liebe des Phönix (442 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

«Wir leben nur einmal und dieses Leben kann in der nächsten Minute vorbei sein», hat er zu mir gesagt. «Genieße es, wo du nur kannst.»“

Dieses Mal habe ich mich leider nicht aufgepasst und mit der Nachfolgeserie angefangen. Wer also vorne anfangen möchte, startet mit der Kiel Serie. Nach Victorias Verhalten in dieser Serie, habe ich allerdings auch vorerst kein Interesse irgendwas über sie zu lesen (ob nun Königin oder nicht, ihr Verhalten geht überhaupt nicht).

„Vermutlich hat Eliande mich heute seinetwegen durch die Mangel gedreht. Die hatten Angst, dass ich ihm eine verpasse!“ Zorn flammte in ihr auf. „Zu recht! Ohhh, wie gerne hätte ich diesem arroganten Lichtanknipser eine vor den Koffer geknallt. Ein hübsches kleines Spinnenmuster für seine hochnäsige Visage!“

Buch 1: Die Protagonistin (Magaretha Sofie) hat Wirtschaftsinformatik studiert und ist beim Abschluss Jahrgangsbeste gewesen. Sie arbeitet im Handelskontor ihrer Großmutter und betreut dort die IT. Als Alleinerbin wird sie dieses Kontor später übernehmen.

Magaretha macht zunehmend die Erfahrung, dass ihre Gedanken Realität werden. Beispielsweise kann sie Gegenstände bewegen oder auch etwas zerstören und reparieren. Zuerst versteht sie nicht was passiert und zweifelt an ihrem Verstand.

Passenderweise landet sie auch gleich in der Psychiatrie, nachdem sie mehrere Ohnmachtsanfälle hat, die sich nicht erklären lassen. Dort lernst sie Jan kennen, der eine ungewöhnliche Anziehung ausübt und ihr von einer Welt von Drachen und Magie erzählt.

„Bei sowas machst du mit?“, zischte Bill. „Freiwillig?! Was bist du denn für ein Freund? Du hast ja … SCHMELZWASSER im Hirn! Das ist doch UNSERE Sofie! Wie kannst du mit dem aufgeblasenen Lichtheini gemeinsame Sache machen?! Der will sie uns doch WEGNEHMEN!“

Der Schreibstil ist anfangs etwas steif (diverse Weisheiten der Großmutter), nach einer Weile entspannt sich der Schreibstil aber glücklicherweise zunehmend und fühlt sich natürlich an. Auch an den norddeutschen „Slang“ gewöhnt man sich recht schnell.

Die ersten 100-150 Seiten hatte ich echte Probleme mich mit der Handlung anzufreunden. Die Geschichte nimmt einen zunehmend ein und Sofie verändert sich auch im Vergleich zu der sehr nüchternen Person, die sie am Anfang war. Interessant ist bei der Serie, dass die Autorin es schafft ohne einen riesigen Cliffhanger das Interesse für den zweiten Teil aufrecht zu erhalten. Liebe Autoren: So geht es eben auch!

„Mit niemandem ist Stille so harmonisch wie mit ihr.“

Buch 2: Sofie geht an die Magierakademie und sie hofft, dass sie  mit Jan zusammen bleiben kann und keinen Drachengefährten findet, der Ihre Beziehung zu Jan unterwandert. An der Akademie gestaltet sich der Alltag relativ schwierig, weil Sofie aufgrund ihres mentalen Schildes dem Unterricht nur schwer folgen kann.

«Sarah war meine Seelenverwandte, meine Sonne. Jetzt ist sie tot. Wie soll ich ohne sie leben? Niemand kann ohne Sonne leben! Mein ganzes Leben ist eine endlose Nacht.»“

Im zweiten Buch erlangt man Einblicke in die Dämonenwelt und eine Verschwörung, die seitens der Dämonen geplant wird und selbst eine Armee aufzubauen, die gegen die Drachen und die Menschheit kämpft.

Ein Gefährte bindet sich an Sofie, sie aber nicht an ihn und fortan benutzen die Drachen so ziemlich jedes Mittel um das zu ändern und die Beziehung zu Jan zu sabotieren. Der Gefährte ist anfangs ähnlich begeistert von der Beziehung wie Sofie.

Die äußere Bedrohung der Beziehung von Jan wirkt recht gut um die Emotionen zu vermitteln, die Sofie und Jan füreinander haben. Die Drachen und Ihre Führung lässt es aber ziemlich schlecht aussehen. Man gewinnt in diesem Buch den Eindruck, dass die Liebe zu Jan größer ist als die zunehmenden Einflüsse von außen. Toll geschrieben.

Buch 3: Im dritten Buch wird die Dämonenbedrohung größer. Die Dämonen bereiten eine Invasion vor. Xavosch wird Sophie sympatischer und Mitleid geht in Liebe über, weil sie die Nähe zulässt.

„Sobald klar ist, dass der Typ keinen an der Klatsche hat, dafür aber jede Menge Kohle auf dem Konto, kommt er als Versorger in Frage und du bist scharf auf ihn! Die archaischen Mechanismen funktionieren bei dir einwandfrei. Herzlichen Glückwunsch!“

Wie üblich in derartigen Buchreihen wird erst die große Liebe des Lebens plakatiert und ruck zuck ist das alles nicht mehr so wichtig und Sophie denkt darüber nach ihre große Liebe Jan zu seinem Wohle! (klar) zu verlassen und sich Xavosch hinzugeben. Ist für mich so nicht plausibel und dient nur dazu die Geschichte „spannender“ zu machen. Jan hier Jan da geht also nahtlos in Xavosch hier Xavosch da über.

Ich hätte mir in diesem Buch eine deutlich konsequentere Sofie gewünscht. Entweder war Jan die Liebe ihres Lebens oder nicht (man hat hier den Eindruck eher nicht). An Xavosch hat sie sich quasi selbst ohne Not aus Mitleid?! rangemacht und eiert das ganze Buch lang zwischen beiden rum. Die Wankelmütigkeit nervt einfach nur und macht Sofie ziemlich unsympathisch. Und dabei stellt sie sich auch wieder maximal naiv an. Ja, wie kann sich nur was entwickeln, wenn man ständig mit jemanden zusammen ist? Das kommt ja total unerwartet! Tja, und die Drachenführung das wieder ausnutzt ist auch so unerwartet, haben sie ja auch nicht schon mehrfach vorher gemacht. Damit kann man also nicht rechnen. Und danach wundert sie sich dann, dass Jan das nicht toll findet? Ernsthaft? Und klar, dann zerfließt sie in Selbstmitleid was sie Jan antut und hängt sich direkt wider an Xavosch. Dann kann man sich nur noch vor den Kopf schlagen…

„Ja, ja, man kann viel studieren“, lachte Jan. „Manche Theologen behaupten, es hätte die Evolution nie gegeben, obwohl Knochenfunde das Gegenteil beweisen.“

Für mich ist Sofie und ihr Handeln in diesem Buch von Anfang an unglaubwürdig. Auch das zurückziehen von Jan wirkt auf mich nicht plausibel.

Die ersten 50% des Buches passiert fast nichts. Es geht lediglich um die stärkere Bindung zu Xavosch. Und es wird viel über Atlantis und irgendwelche Unterwassereffekte erzählt (relativ unspannend für meinen Geschmack).

Die zweite Hälfte des Buches ist dann allerdings sehr spektakulär und spannend. Damit macht die Autorin wieder einiges weg!

Die Handlung im ersten Teil des dritten Buches und auch das Ende sagen mir nicht zu. Vielleicht bin ich auch zu konservativ aber mit der Idee kann ich mich nicht so richtig anfreunden.

Insgesamt fühlt sich der dritte Teil für mich konstruiert und nicht glaubwürdig an.

Fazit:

Andere können uns mit ihren Äußerungen nur deswegen reizen, weil das, was sie sagen, beispielsweise nicht zu unserem Empfinden von Gerechtigkeit passt. Je größer die Diskrepanz zwischen der fremden Äußerung und unseren eigenen Vorstellungen, desto höher der emotionale Ausschlag.

Nach einem etwas steifen Start im ersten Buch wird die Schreibweise ziemlich locker und angenehm. Anfangs hatte ich Probleme mit der plumpen, naiven Magaretha aber durch ihre Wandelung zu Sofie wird sie deutlich einnehmender (zumindest in den ersten zwei Büchern, im dritten ist das dann wieder vorbei).

Die Geschichte ist spannend, die Liebesbeziehung ist gut beschrieben (zumindest in den ersten zwei Bänden) und die Emotionen kommen an.

Die Drachen sind aber in Summe ziemlich gefühlskalt, bestimmend und haben nur ihr ziel vor Augen. Meine Sympathie mit Ihnen hält sich also sehr in Grenzen. Die dazu jeweils passenden menschlichen Gefährten sind nicht besser. Man kann niemanden dazu zwingen sich zu opfern und die Welt zu retten und bei angeblich hunderten von Jahren Alter und dementsprechend Geduld und Weisheit, sollte das recht naheliegend sein.

Der dritte Teil der Serie ist der schwächste – schade eigentlich nach einem vielversprechenden Start und einem noch besseren zweiten Teil.

Das Ende in Teil 3 hat mir nicht zugesagt.

Bewertung:

4/5 (Zwischenfazit, da mindestens noch ein weiterer Teil erscheint)

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Magaretha ist anfangs ignorant. Zuerst erkennt sie die Indizien, stempelt sie dann aber als Unsinn an. Naiv trifft es also nicht vollständig. Ihr Verhalten grenzt schon an dumm. Beispielsweise wird sie mit voller Absicht hintergangen und lässt sich anschließend mit einer fadenscheinigen Erklärung abspeisen, obwohl es sogar Beweise gibt. Nach einem Blumenstrauß und einer fadenscheinigen Erklärung ist aber alles ok für sie.

Wie sich später zeigt hat ihre vermeintliche Freundin sie nur ausgenutzt und auch das hat sie nie gemerkt.

Direkt danach erfährt sie, dass ihre Mutter von vermutlich von einem „Arzt“ unter dubiosen Umständen behandelt wurde und danach Gedächtnislücken hatte. Einige Jahre später starb ihre Mutter an Alzheimer. Dasselbe passiert ihr und wie könnte man da Zusammenhänge erkennen oder das hinterfragen…

Auch ihre neuerdings aufgekommene Zimtphobie (Spritze, Kekse, Tee, Eis, Latte, Zimtschnecken ….) hinterfragt sie nicht.

Das ist nicht glaubwürdig. Jemand der Jahrgangsbester in einem Informatikstudium ist, hat einen gewissen Intelligenzlevel. Auch wenn es Autoren offenbar immer gut in den Kram passt ihre Figuren in Situation a total schlau wirken zu lassen und in Situation b total dumm, ist das nicht realistisch und solche Charaktere nerven mich einfach, weil sie nicht konsistent und unglaubwürdig sind (das ist aber nicht spezifisch für diese Buchserie oder Johanna Benden, im Gegenteil).

  • Ich finde es seltsam, dass Sofie im ersten Buch nicht darauf reagiert, dass mehrfach angedeutet wird, dass sie für jemanden bestimmt ist und dass sie von anderen “Personen” bevormundet wird. Normalerweise würde man das nicht einfach so hinnehmen. Weiterhin nimmt sie es offenbar als gegeben hin, dass die „Königin“ (die letztlich auch nur ein ordinärer Mensch ist und auch nicht ihre Königin) über ihr Leben bestimmt. Das passt aber überhaupt nicht zu ihrer ansonsten logischen / aufgeklärten Art.

Viel später als es sie dann mehr über „Bestimmung“ erfährt, akzeptiert sie es einfach ohne zu kämpfen, obwohl sie in Jan verliebt ist.

  • Sofie hinterfragt nach dem Erstkontakt mit Jan und den Drachen nicht sofort was mit ihrer Mutter passiert ist. Das finde ich seltsam, da ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse durchaus nahelegen, dass ihre Mutter manipuliert oder vielleicht sogar getötet wurde.
  • Die beschriebene Bindung zwischen Gefährten gefällt mir wegen dem zwanghaften Charakter überhaupt nicht. Ich halte nichts von Vorherbestimmung oder Schicksal, sondern viel mehr von individueller Freiheit (ja, die ist leider immer auch diversen Zwängen unterworfen aber zumindest theoretisch hat man alle Möglichkeiten). Insofern kann ich mit einer vorherbestimmten Beziehung nichts anfangen.
  • Es ist ziemlich unglaubwürdig wie arrogant und rücksichtslos die Führung der Drachen Sofie und Jan auseinander treiben und stattdessen mit Xavosch verkuppeln wollen. Keiner denkt darüber nach was es anrichten könnte, wenn sich Sofie gegen die Drachen wendet oder aufgrund der Folgen der Manipulation selbst etwas antut. Die Drachen schaffen in Kombination mit ihren Gefährten die optimalen Voraussetzungen dafür, dass Sofie sich von ihnen abwendet. Das ist so vorhersehbar, dass es schon unglaubwürdig ist wie dumm die Führung der Drachen sich verhält.

Die Spitze bildet, dass Victoria den Totschlag (Mord wäre ja Absicht gewesen) an Sofies Mutter verheimlichen und zur Sicherheit Sofie vorher mit Xalosch verkuppeln will, bevor sie diese Info weitergibt. Falls sie die Info überhaupt weitergeben will…

Es ist doch recht naheliegend, dass man jemand der sehr schwer Vertrauen fasst, am ehesten mit der Wahrheit und ohne Manipulation gewinnen kann. Wäre ich Sofie, würde ich mit der gesamten Führungsriege der Drachen überhaupt nichts mehr zu tun haben wollen.

  • Interessant finde ich wie im Buch der Theologiestudenten als williges Opfer für Manipulation dargestellt wird. Wer Parallelen zur realen Welt findet… 😉
  • Die Frage „wann steht das Bedürfnis vieler über dem Bedürfnis einzelner“ wird in den Büchern thematisiert. Diese Frage wurde auch z.B. in Star Trek und Harry Potter (greater good / das höhere Gemeinwohl) gestellt. Diese Frage ist höchst problematisch. Wann ist es ethisch vertretbar das Wohl vieler über das Wohl einzelner zu stellen und ab welchem Verhältnis oder welcher absoluten Zahl ist es vertretbar. Diese Frage lässt sich nicht beantworten und insofern kann jede Entscheidung stellvertretend für andere in diesem Punkt nur falsch sein. Das die Drachen mit ihrem angeblichen Wissen und ihrer angeblichen Intelligenz so handeln, wie sie handeln wirf kein gutes Licht auf sie.
  • Da die Drachen die Menschen regelmäßig beeinflussen (verändern von Gefühlen), halte ich ihr Handeln für höchst unethisch, problematisch und eigennützig, obwohl sie aus der Erfahrung mit düsteren Epoche der Goldenen eigentlich gelernt haben sollten.
  • Der Reittrainer ist so sensibel wie ein Stück Brot. Das ist aber aus meiner Sicht ein schönes Beispiel für eine künstlich geschaffene Situation. An Sofies Stelle wäre es wohl normal gewesen, wenn sie einfach gesagt hätte: Nö, bei euren Verkupplungsversuchen mache ich nicht mit. Stattdessen spielt sie natürlich mit und natürlich entwickelt Zuneigung für den Drachen der Menschen hasst und der sie vorher verletzt hat und der sogar kurz überlegt hat, ob er sie nicht umbringen soll. Ganz logisch. Es passiert ja regelmäßig, dass man sich aus Mitleid in Leute verliebt, die einen umbringen wollten.
  • Dafür, dass Sofie so wichtig ist, finde ich es erstaunlich wie fahrlässig die Drachenführung (genannt Kaleidoskop) mit dem Leben von Sofie umgeht. Realistisch betrachtet, ist die Chance äußerst gering, dass Sofie das alles überlebt was sie ihr durch ihre Verbohrtheit zumuten.
  • Wenn man die Bücher liest, bekommt man den Eindruck, dass aus Mitleid Liebe entsteht. Wohl eher nicht…
  • Gabrielosch und Tyra sind einfach cool 🙂
  • Bill ist durchgeknallt und verpeilt aber ein echter Freund.
  • Das Sofie zu den freien flüchtet, nachdem sie das Gespräch mit Jan und Victoria mitbekommen hat ist nicht nachvollziehbar, weil sie keine Ahnung hat was deren Intentionen sind. Ein Hotel oder sogar ihr Auto wäre wohl deutlich realistischer gewesen um erst mal Ruhe zu haben und nachzudenken.
  • Victoria trifft durch die ganze Lübeck Serie hinweg dumme Entscheidungen. Und die Entscheidungen, die sie sich später vorwirft, sind sogar die richtigen…
  • Woher weiß Telliar wie viel Kraft nötig ist um das Tor zu öffnen bzw. welche Macht die Freien und Sofie in Summe haben?
  • Warum macht sich der Flüsterling nicht einfach vom Acker? Die Gefahr, dass es stirbt ist auch hoch, wenn er Befehle befolgt. Da könnte er sich auch einfach einen x beliebigen Wirt nehmen und verschwinden.
  • Wovon leben die Dämonen in ihrer sterbenden Welt? Im Buch wird davon ausgegangen, dass die Erde schnell entvölkert ist. Da auf ihrer eigenen Welt somit auch keine Nahrung mehr existieren kann, stellt sich die Frage wovon sie jetzt leben.
  • Wieso ist Sofie auf niemanden sauer nach dem finalen Kampf? Victoria oder die Drachen im Allgemeinen würden sich hervorragend anbieten. Wobei sauer eigentlich noch viel zu harmlos wäre.
  • Was ist überhaupt der Phönix in dieser Buchserie und woher wissen die Drachen, dass Sofie der Phönix ist? Entweder wird das nicht detailliert erklärt oder ich habe es nicht wahrgenommen. Sie wird von Jan einfach so genannt und das war es.

Nathaniel und Victoria Serie

Nathaniel und Victoria 1 Unter goldenen Schwingen - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 2 Unter höllischem Schutz - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 3 Unter irdischem Siegel - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 4 Unter venetischer Sonne - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 5 Unter südlichen Sternen - Natalie Luca

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Natalie Luca

Teile der Serie:

  • Nathaniel und Victoria 1 – Unter goldenen Schwingen (365 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 2 – Unter höllischem Schutz (363 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 3 – Unter irdischem Siegel (366 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 4 – Unter venetischer Sonne (332 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 5 – Unter südlichen Sternen (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Diese Geschichte ist definitiv mal was anderes als das übeliche einerlei. Gerade wenn man mehrere Liebesgeschichten im Jugendbuchbereich liest gleichen sie sich nach einer Zeit ziemlich. Die Idee hier mit dem Schutzengel, den man normalerweise nicht sieht und in den man sich auch nicht verlieben darf, ist wirklich mal was anderes.

Die Frau blickte mich mit jenem Krankenschwestern-ausdruck an, der mir das Gefühl gab, als wäre ich eine Gefängnisinsassin.

Buch 1: Die Geschichte beginnt mit einem potenziell tödlichen Autounfall. Wie sich recht schnell zeigt wird Victoria von einer Person gerettet, die außer ihr niemand gesehen hat. Später zeigt sich, dass die Person ein Schutzengel ist – ihr Schutzengel (Nathaniel). Die wenigsten Menschen können ihren Engel sehen, wenn man aber dazu in der Lage ist und sich dann bewusst dafür entscheidet, dass man dieses Wissen behalten möchte, dann sieht man auch die andere Seite… Der Unfall scheint aber kein Zufall gewesen zu sein, sondern geplant. Die Frage ist nur wer dahinter steckt und warum? Und offenbar ist auch Schutzengeln nicht in jedem Fall erlaubt einzugreifen. Es wird recht schnell an der Art wie Victoria und Nathaniel aufeinander reagieren deutlich, warum er eingegriffen hat.

In meinem Leben gab es nämlich ein davor und ein danach. Davor war alles in Ordnung gewesen. Danach … Genau genommen gab es in meinem Leben nur ein davor.

Buch 2: Im ersten Buch hat Victoria ihren Schutzengel kennen gelernt und ihm sein Leben gerettet, nachdem er ihr das Leben gerettet hat. Weiterhin ist sie in Ihn verliebt. Das darf er aber niemals wissen, weil Engel sich nicht in die Person verlieben dürfen, die sie beschützen. Victoria musste einen Dämonen austricksen um das Leben von Nathaniel zu retten. Kein Wunder also, dass neue Probleme warten…

Es kommt wie es kommen muss. Einer ihrer Engel wird getötet und Nathaniel fällt. Victoria versucht alles um ihn aus der Hölle zu befreien. Im letzten Moment bevor sie einen folgenschweren Deal eingeht kämpft sich Nathaniel zu ihr zurück. Aber was ist er? Engel, Dämon?
Am Anfang des Buches werden aber diverse vollkommen sinnlose Entscheidungen getroffen, die teilweise nicht nachvollziehbare Konsequenzen haben. Man hat hier den Eindruck, dass die Autorin beim ersten Buch noch nicht über das zweite nachgedacht hat. Somit wirkt der Anfang des zweiten Buches leider recht konstruiert.

»Dann hätten wir also geklärt, dass ihr beide willens seid, euch jeweils für den anderen an den Teufel zu verkaufen. Sehr schön. Butterkeks, irgendjemand?«

Buch 3: Nathaniel ist zurück, er ist sowohl Engel als auch Dämon. Nachdem sich das herausgestellt hat, sind beide Seiten (Luzifer und die Erzengel) an ihm interessiert, weil er beiden Welten wandeln kann. Beide Seiten bieten ihm Deals an, die aber diverse Nachteile haben. Wofür entscheidet sich Nathaniel und wie wirkt sich das auf Victoria aus? Es kommt natürlich wie es kommen muss. Am Ende kommt es zum Unvermeidlichen Kampf mit Lazarus.
Das dritte Buch ist so geschrieben, dass man die Serie hier guten Gewissens abschließen kann.

Buch 4: Nachdem Nathaniel Lazarus besiegt hat sieht es endlich so aus als wenn Victoria und Nathaniel eine etwas ruhigere Zeit genießen könnten. Allerdings zeigt sich, dass Nathaniel verflucht wurde. Auf der Suche nach mehr Informationen und um einen Freund von Marcello zu helfen geraden Victoria und Nathaniel in Kontakt mit der Mafia und die Hölle ist auch irgendwie verstrickt…

»Schick doch den Erzengeln eine Postkarte«, fauchte Ramiel zurück. »Lieber Michael, schöne Grüße aus Paris, euer Plan ist Schrott. Herzlichst, Nathan…«

Buch 5: Im diesem Buch steht das Abitur unmittelbar bevor. Zusätzlich schleicht sich wieder ein Dämon in die Träume von Victoria. Dieser Dämon scheint sie aber nicht verletzen, sondern waren zu wollen. Es scheint so als wenn Luzifer eine groß angelegte Verschwörung plant und die wichtigsten Erdengänger vernichten will um anschließend mithilfe der Dämonen Chaos und Vernichtung über die Erde zu bringen. Natürlich können Nathaniel und Victoria dabei nicht untätig zuschauen.

In Buch 5 bleibt die Logik leider wieder völlig auf der Strecke. Mehr noch als in Buch 2.

Fazit:

Die Idee ist wirklich kreativ. Allerdings spielt sich die Geschichte in unserer Realwelt ab. Wenn man davon ausgeht, dass jeder einen Schutzengel wie Nathaniel hat, dann sind viele anderen entweder recht demotiviert oder nicht besonders fähig. Aber auch das wird ja ansatzweise erklärt. 😉

Allein die Dreiteilung zwischen Körperlich, Rational und Emotional in Form der drei Engel sorgt für eine menge Dynamik. Das erste Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Nach dem ersten Buch geht es aber am Anfang des zweiten Buches deutlich bergab. Die von der Autorin aufgestellten Regeln werden ignoriert und die Autorin stolpert von einer Logikschwäche in die nächste. Glücklicherweise geht es danach recht schnell wieder Bergauf und das Niveau wird auch im dritten Buch durchgängig gehalten.

Nach dem dritten Buch ist die Geschichte logisch abgeschlossen. Dementsprechend gibt es auch im vierten Buch Teile, bei dem Nathaniel nicht im Interesse von Victoria handelt (das war vorher immer seine oberste Priorität). Das bedeutet der Fortgang der Geschichte wird über die durchgängige Darstellung der Charaktere gestellt.

Somit bleibt eine Tolle Liebesgeschichte mit Abenteuer, Engeln, Dämonen und viel Abwechslung aber einigen Logikschwächen.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieso werden Engel mit dem Fall bestraft, wenn sie einen Menschen lieben und der Mensch die Liebe erwidert? Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Später wird dann präzisiert, dass jegliche sexuelle Handlung einschließlich Küssen eine „unverzeihliche Tat“ darstellt.
  • Victoria kann Nathaniel ein Kissen an den Kopf werfen und sich an ihm abstützen (zu dem Zeitpunkt ist er noch Engel). Da er ja oft direkt neben ihr läuft und ihre Freunde ihn nicht wahrnehmen, ist er entweder physisch auch nicht präsent für ihre Freunde (wobei Kleidung ja nicht durch ihn hindurchgehen dürfte, die ist ja auch ein Gegenstand) oder er müsste extrem vorsichtig sein (vor allem bei Berücksichtigung der Flügelspannweite). Basierend auf der Aussage mit dem Kissen müsste sich seine Anwesenheit beweisen lassen, indem man ihn einfach mit Gegenständen bewirft. Das würden andere Menschen auch wahrnehmen können, dass die abprallen…
  • Seit wann ist ein Professor Bibliothekarin? Ist das in Österreich anders? Zusätzlich wird selbst in der Schule von Semestern und nicht von Schuljahren gesprochen.
  • In Buch 2 ist der Schild plötzlich Seraphelas Schild – vorher war es der Schild von Lazarus?!
  • Wieso ist Seraphena bereit sich zu opfern und warum will sie plötzlich, dass Nathaniel mit Lazarus kämpft? Sie weiß doch, dass der Schild durch Lazarus nicht deaktiviert werden kann. Auch die Drohung von Lazarus den Schild zu deaktivieren macht keinen Sinn, weil der Bluff sofort aufgeflogen wäre, wenn Seraphena gesagt hätte.
  • Der Begriff unverzeihliche Tat wird anfangs nicht näher erläutert. Erst ist die Rede davon, dass Engel und Menschen sich nicht verlieben dürfen. Später ist von Handlungen, die auf Liebe basieren oder Küssen die Rede. Das ist doch ein recht wesentlicher Unterschied. Insofern war Seraphinas Tod völlig überflüssig, weil der Verlust des Schildes erst mal nicht zu Nathaniels Tod geführt hätte und durch ihren Tod ja eh erfolgt.
  • In Buch 1 wird erwähnt, dass Erzengel Dämonen Töten können. Nachdem Lazarus mehrfach Victoria angegriffen hat, sollte es dafür genügend Anlass geben, wenn der Teufel schon persönlich eingreift weil Seraphina Victory physisch schützt. Stattdessen geht es mal wieder Darum Nathaniel in die ewige Verdammnis zu schicken. Mit Verlaub: Da werden die Dämonen vom Teufel aber wesentlich besser behandelt als die Engel von den Erzengeln.
  • Bei Marcellus und Sophie wird mehrfach erwähnt, dass die beiden keine Kinder haben können (weil er Erdengänger und trotzdem ihr Engel ist). Kinder zu bekommen ist aber laut den Regeln für Engel eh unmöglich, weil selbst ein Kuss schon eine unverzeihliche Tat wäre (zumindest gelten diese Regeln für Nathaniel und Victoria). Wobei hier offenbar die Ausnahme von der Regel greift. Damit schwankt die gesamte Geschichte, da alle Folgen auf der unverzeihlichen Tat beruhen. Dazu kommt, dass nie ein Grund für diese Regel genannt wird.
  • In Buch 4 ist Nathaniel so besorgt um Victoria, dass er nicht nach Italien will, um einem Freund von Marcello zu helfen. Dann ist er dort mit Vitoria und erfährt, dass sowohl die Mafia als auch ein sehr mächtiger Dämon aus Luzifers innerem Zirkel verstrickt ist. Er ist sogar bereit Victoria alleine zurück zu lassen und in die Hölle zu gehen, nur um einem Wildfremden zu helfen und etwas für Marcello zu tun, was dieser nicht mal von ihm verlangt? Es ist immer wieder „schön“, wenn Autoren erst Charaktere aufbauen und sie dann zur Spannungssteigerung unverständlich agieren lassen. Die Aktion von Nathaniel (Höllenbesuch + Alleingang) macht so richtig Sinn, nachdem Victoria und erschon so viel erlebt haben, er schon mal in der Hölle fest saß und weder er noch Victoria alleine zurechtkommen. Allein das sollte schon Motivation genug sein, um es nicht zu tun.
  • In Buch 4 erwähnt Isabella, dass die Höllengeister bei Zerstörung des Kelches, in dem sie gefangen wurden, wieder auf ihr ursprüngliches Ziel zurückfallen, es sei denn es ist noch etwas böseres in der Nähe. Woher kann sie das wissen?
  • In Buch 5 geht es um eine Verschwörung der Hölle bei der er es sehr wichtig ist, dass das Wissen um die Verschwörung geheim bleibt, damit Luzifer nicht vorgewarnt wird. Daher dürfen die Erdengänger nicht zusätzlich beschützt werden, da es sonst Verdacht erregen könnte. Der weltweit berühme halbdämonische Engel mit seiner sterblichen Freundin, der aufgrund seiner Bekanntheit überall auf der Straße angesprochen wird von Erdengängern, kann natürlich problemlos um die Welt reisen und alle gefährdeten Personen vorwarnen, ohne das es auffällt? Ja klar!
    Dann kommt es sogar noch besser: Die erste zu kontaktierende Person wird auf einer Kunstausstellung besucht, bei der Nathaniel die Person in einer Traube von Menschen anspricht. Danach entschuldigt sie sich bei dem umstehenden Pulk und geht mit Nathaniel und Victoria in andere Räumlichkeiten. Das nenne ich mal unauffällig. Das ist ein gutes Beispiel für wenig kreative Entscheidungen der Protagonisten, um die Geschichte spannend zu halten. Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Da hätte man auch gleich Luzifer direkt die Info geben können.
    In die letzte zu kontaktierende Person ist in New York. Dort wird ein Foto von der Person + Nathaniel und Victoria gemacht, dass anschließent im Internet veröffentlicht wird. Die beiden wissen von dem Foto und haben nicht verlangt, dass es gelöscht wird.
    Nachdem Sophie entführt wurde, setzt sich Marcellus sofort mit den anderen bedrohten Personen in Verbindung. Da hat sich die geheime Rundreise, bei der Victoria und Nathaniel mehrfach ihr Leben riskiert haben ja richtig gelohnt. Da hätte man auch gleich direkt Kontakt aufnehmen können.
  • Die Duschszene in Buch 5 ist nicht so richtig durchdacht – Nathaniel steht mal wieder in Flammen. Victoria schaden die Flammen nicht aber das Dushwasser verdampft komplett in seinen Flammen. Ich glaube das wäre recht schnell etwas warm für Victoria. Genauso die Szene im Taxi. Er schmilzt die Sitzbezüge aber die Klamotten (Anzug) steckt das alles problemlos weg.
  • Ein Mitglied der OPEC nimmt an einer Konferenz teil und hat seinen zwölfjährigen Sohn dabei, der während der Konferenz in eine Schule im Konferenzort geht. Dort freundet sich Malik ruck zuck mit dem Sohn an. Der Sohn organisiert auf Wunsch von Malik ein Treffen zwischen wildfremden und seinem Vater?! Konstruierter geht nicht mehr. Realistisch wäre wohl ein Privatlehrer oder der Sohn bleibt einfach zu Hause, wenn der Vater auf eine kurze Geschäftsreise geht. Zumal in dem Fall Geld keine Rolle spielt und der Vater sicher Bedienstete hat.
  • In den Büchern wird erwähnt, dass Nathaniel als Dämon noch größer ist als zu Engelszeiten. Als Engel hat er aber nicht in ein Auto gepasst. Als Dämon schon. Weiterhin hat er auch als Dämon Flügel. Wie das aber funktionieren soll, wenn er ganz normale Kleidung trägt und sich vom Erdengänger zum Dämon verwandelt, wird nicht erläutert.
  • Beim Australienabschnitt merkt man gleich, dass die Autorin sich noch nicht mit den Biergewohnheiten in Australien beschäftigt hat. Foster‘s bekommt man dort nicht (zumindest habe ich bei beiden Besuchen kein Foster‘s gesehen). Das wird uns nur so verkauft, dass wir alle glauben, dass man in Australien nichts anderes trinkt.
  • Ein 2000km Flug durch halb Australien mit einer klapprigen Propellermaschine benötigt 2,5 Stunden? Das nenne ich mal beeindruckend. Dafür würde man einen Düsenjet benötigen und das wäre schon knapp. Zurück wird es dann noch schneller. Erst nach Alice Springs, dann von dort nach Sydney und das in 2,5 Stunden. Ich glaube die Concorde ist in Australien nie geflogen…
  • Im Australischen Outback brauchen Nathaniel und Victoria Stunden um auf die Idee zu kommen, dass sie Ramiel rufen, nachdem sie mit dem Flugzeug abgestürzt sind. Klar, sie haben kein Wasser und alle Zeit der Welt, weil Luzifer die Welt ins Chaos stürzen will. Warum also die Eile, wenn man auch noch tödliche Verfolger hat. Zusätzlich schleppen sie aus emotionalen Gründen sinnlos einen Toten mit, obwohl sie verfolgt werden.
  • Die Thematik mit dem Baby was Nathaniel und Victoria bekommen ist nicht ganz schlüssig. Nathaniel sagt er könne kein Kind zeugen, weil er Engel ist. Später wird das laut Sam zu dürfen abgeschwächt. Das ist ein wesentlicher Unterschied, weil nicht dürfen bei Verletzung eine unsägliche Tat darstellt und den Fall des Engels zur Folge hätte. Das heißt Verhütung ist sehr angebracht bei den zu erwartenden Konsequenzen. Nicht können benötigt keine Verhütung, weil eh nichts passieren kann. Dummerweise erfahren Nathaniel und Victoria aber vom Erzengel, dass sie schwanger ist, passenderweise direkt als gerade eine Engelsstelle benötigt wird. Da sie aber vorher Sex hatten, war der entweder ohne Verhütung (dann wäre Victoria aber wohl schon eher schwanger gewesen) oder es läuft doch auf nicht können hinaus.

Dark Elements Serie

Dark Elements Bittersüße Tränen - Jennifer L. Armentrout    Dark Elements 1 Steinerne Schwingen - Jennifer L. Armentrout  Dark Elements 2 Eiskalte Sehnsucht - Jennifer L. Armentrout  Dark Elements 3 Sehnsuchtsvolle Berührung - Jennifer L. Armentrout

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jennifer L. Armentrout

Teile der Serie:

  • Vorgeschichte: Dark Elements – Bittersüße Tränen (126 Seiten – die Protagonisten kommen zwar später vor, aber die Handlung ist losgelöst von der Haupthandlung)
  • Dark Elements 1 – Steinerne Schwingen (368 Seiten)
  • Dark Elements 2 – Eiskalte Sehnsucht (432 Seiten)
  • Dark Elements 3 – Sehnsuchtsvolle Berührung (350 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Nachdem ich den Schreibstil der Autorin bei der Lux Serie echt toll fand, trifft das auch hier zu. Auch der frischen jugendlichen Sprache bleibt die Autorin treu.

Lieber Himmel! Meine Laune bewegte sich irgendwo zwischen Im Müllcontainer und Mit dem Gesicht voran in einer Schlammpfütze.

Leider hat mich die Geschichte anfangs emotional nicht so angesprochen wie bei der Lux Serie. Die Geschichte in der Dark Elements Serie ist zwar spannend aber ich konnte bis zur Mitte des dritten Buches (also ungefähr der Hälfte der Serie) nicht so mit den Charakteren mitfühlen, wie das bei Lux der Fall war.

Bambi hatte einen Wächter gefressen. Klopfer hatte einen Alpha gefressen. Diese Hausgeister besaßen wirklich keine Manieren.

Bei Buch eins (wobei das eh nur ca. 100 Seiten hat) hatte ich das Gefühl, dass der interessantere Teil vor dem Buch passiert ist. Zwischen Buch eins und Buch zwei gibt es ein zweijähriges Loch. Eigentlich ist Buch eins aber nur eine Einführung von Charakteren, die in der Hauptgeschichte (Buch 2 – 4) Nebenrollen spielen. Der Hauptcharakter von Buch 2 – 4 wird aber als Nebenrolle in Buch eins vorgestellt. Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz. Das erste Buch ist somit eigentständig aber auch relativ verzichtbar. Mir hat das erste Buch daher das Eintauschen erschwert, da ich mich gerade an die Personen gewöhnt hatte, die dann direkt durch neue ersetzt wurden.

Wenn ich aus Sams Tod eines gelernt hatte, dann war es, das Leben am Schopf zu packen – alles zu genießen, was es einem bot, auch die Tränen, den Zorn und den Verlust, vor allem aber das Lachen und die Liebe. Man musste das Leben nehmen, wie es kam. Denn es war flüchtig und launisch, und es gab niemanden, den ich kannte, dem das Leben den nächsten Tag zugesichert hatte.

Roth ist vom Typ vergleichbar mit Daemon in Lux nur das Daemon um einfach cooler ist. Die Vergleichbarkeit zur Lux Serie geht sogar so weit, dass man einzelne Aussagen quasi 1:1 hier wieder findet (Stichwort: Bescheidenheit ist was für Verlierer und ein Verlierer bin ich nicht / Vorliebe für Mogwais, Gremlis / Pfirsichparfüm …, kommt einem alles aus der Lux Serie bekannt vor).

Gut finde ich das die Autorin keine schwarz / weiße Welt malt (das ist in der Lux Serie auch so). Es gibt viele Grauschattierungen. Wer ist böse und wer ist gut? Aus welchen Motiven handeln die Charaktere? Auch hier gibt es teilweise Bonusgeschichten, bei denen die gleichen Szenen aus der Sicht von anderen Personen (in diesem Fall immer Roth dargestellt ist). Das hat mir bei der Lux Serie schon gefallen.

Einige wenige Logikschwächen gibt es auch hier aber weniger als bei der Lux Serie und gut verschmerzbar.

Fazit:

Gebete blieben in den meisten Fällen unbeantwortet. Oder wir bekamen eine Antwort, nach der wir niemals gesucht hatten.

Diese Serie hat länger gebraucht, als die Lux Serie um mich in ihren Bann zu ziehen. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass ich mich in die Welt etwas schlechter hineinfühlen konnte. Es geht um Himmel, Hölle, Dämonen, Gargoyles usw.. Allerdings muss ich zugeben, dass die Autorin zum Glück eher unkonventionell damit umgegangen ist. Letztendlich gefällt mir die Lux Serie in Summe etwas besser aber riesig ist der Unterschied nicht

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Warum wurde Layla überhaupt am leben gelassen, wenn beide Seiten doch wollen, dass die Beschwörung unmöglich ist?
  • Warum lassen Layla die Wächter den Ring? Die Gefahr wäre viel geringer, wenn Layla und der Ring nicht an einem Ort sind

Elementar Serie

Elementar 1 Wer den Wind Liebt - Diana Dettmann  Elementar 2 Feuerhauch - Diana Dettmann  Elementar 3 Kriegerblut - Diana Dettmann

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Diana Dettmann

Teile der Serie:

  • Elementar 1 – Wer den Wind Liebt (464 Seiten)
  • Elementar 2 – Feuerhauch (442 Seiten)
  • Elementar 3 – Kriegerblut (435 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Die Peinlichkeit war perfektioniert, es gab nichts mehr daran zu feilen. Ich hatte ein Kunstwerk geschaffen, an das ich mich mein ganzes Leben erinnern würde.

Die Serie steigt relativ gemächlich ein. Ungefähr die erste Hälfte des Buches ersten Buches geht es primär darum, dass Eva und Victor sich kennenlernen. Eva erkennt recht schnell, das Victor anders ist, weil er ihr unbeabsichtigt einen Schlag versetzt. Vor und nach erfährt sie mehr. Das hält sie aber beide nicht davon ab sich ineinander zu verlieben. Eva erfährt, dass Victor aus einer anderen Welt kommt und es kommt wie es kommen muss, sie wird in diese Welt hinein gezogen. Die Welt ist im Prinzip die Welt der Fantasie, die sich grob wie unser Mittelalter in Kombination mit Magie und mystischen Wesen darstellt. Und ab der zweiten Hälfte des Buches beginnt deine eine Achterbahn der Emotionen, mit ständig neuen Wendungen.

Die Welt, unsere und eure, ist hart. Da ist kein Platz für Leute wie dich. Niemand wird dir etwas schenken. Sie werden es für eine Weile verstehen, wenn du trauerst, aber dann erwarten sie, dass du weitermachst. Wie alle anderen auch. Du willst kein Mitleid? Dann tu was dagegen! Steh auf und kämpfe für dein Leben und gegen deine Angst.“

Im zweiten Buch versucht Eva Victors leben zu retten. Dafür nimmt sie in kauf, dass sie vielleicht selber sterben muss. Sie bekommt mit der Zeit mehr und mehr Informationen und nichts ist so wie es zu sein schien. In der Fantasiewelt gibt es drei „Länder“ – das Land der Guten, das Land der unbestimmten und das Land der Bösen. Nur sind die Guten nicht zwangsweise gut und Bösen nicht zwangsweise böse. Dann verliebt Sie sich in die Person, die ihr sehr viel Leid zugefügt hat (mal wieder zum Gemeinwohl aber eben nicht zu ihrem Wohl), obwohl sie die Rettungsaktion eigentlich wegen Victor gestartet hat und ihm ewige Liebe versprochen hat. Für mich nicht nachvollziehbar.

In dritten Buch ist klar, dass Isabella (die amtierende Königin) alles für ihren Machterhalt unternimmt. Dabei ist ihr jedes Mittel recht. Alle sind sich einig, dass Isabella zum Wohle des Volkes gestürzt werden muss. Es zieht ein Krieg herauf der viele Opfer fordern wird.

Fazit:

Sie zog eine Augenbraue hoch und sah mich mit diesem besorgte-Mama-Gesichtsausdruck an. Den hatte sie erst seit Kurzem drauf, vielleicht in einer Zeitschrift gesehen und vorm Spiegel geübt… Wer weiß, was in Müttern so abgeht?

Die Serie hat tolle Charaktere und viele unerwartete Wendungen. Die Liebesgeschichte zwischen Victor und Eva in Buch 1 zieht sich relativ lang. In der Zeit passiert nicht viel. Danach überschlagen sich dann die Ereignisse. Nachdem Victor und Eva in Buch 1 quasi eine untrennbare Liebe verbindet, sind die Ereignisse in Buch 2 für mich nicht ganz nachvollziehbar (auch wenn ich die Begründung des Erstarkens des jeweiligen Anteils in der jeweiligen Welt logisch verstehe). Sie wendet sich dem Mann zu der ihr so viel Leid gebracht hat. Die Begründung ist – aus meiner Sicht- relativ fadenscheinig. Es hätte mit Sicherheit andere Lösungen gegeben. Das Ende ist eine Geschmacksfrage, mir gefällt es nicht so gut und ich hätte mir ein Ende mit einer Eva gewünscht. Natürlich hat sie den menschlichen Teil und den elementaren Teil in sich. Aber waren schon immer vorhanden. Das schmälert aber nicht die Gesamtqualität der Serie.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

  • Shadows of Dark Ages (Spielt zeitlich nachgelagert)

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieder so ein Ende wo man nicht wirklich weiß, ob es gut ist. Die Eva die man vorher drei Bücher präsentiert bekommt gibt es laut Auflösung nicht, sie bestand in den Büchern laut Erklärung aus 2 Individuen – die menschliche Eva und das Elementar. Die menschliche Eva am Ende hat nur sehr lückenhafte Erinnerungen an alles was passiert ist und ist auch nicht wirklich die Eva, die man in den Büchern kennengelernt hat. Somit kann sie auch nichts aus dem lernen was passiert ist und keine Erfahrung daraus schöpfen.
    Die Elementare verliert die Menschliche Seite aber nicht ihre Erinnerungen oder Fähigkeiten und sie bekommt einen neuen Körper. Die elementare Eva kommt also recht gut weg.
    Meiner Meinung nach gab es nie zwei Evas. Es gab eine Eva, die beide Teile vereinte, die Elementare und die menschliche Seite. Am Ende gibt es zwei halbe Evas und keine ist vollständig.
    Die Menschliche Eva hat ihre Fähigkeiten verloren, die aufgrund ihrer Herkunft zu ihr gehörten. Zusätzlich hat sie zwei Jahre ihres Lebens verloren und einen gezeichneten Körper. Ist das jetzt wirklich ein happy End? Die Charaktere und die Story sind ansonsten toll aber das Ende sagt mir nicht zu. Wie so oft werden die eigentlichen Helden der Geschichte eher bestraft als belohnt. Mag ja sein das das realistisch ist aber als Unterhaltungsroman brauche ich nicht so viel Realismus.
    Für mich sieht es etwas nach dem good guy (Victor) bad guy (Aiden) Ansatz aus und dem Versuch beiden die Frau und eine Zukunft zu geben.
  • Die Zeit zwischen Fantasiewelt wird so gedehnt oder gestaucht wie es passt. Mal vergeht sie in der Fantasiewelt schneller, mal langsamer. Allerdings wird das auch vorher recht vage umschrieben, insofern ist das ok.
  • Die ganze Akku aufladen Thematik ist für mich nicht nachvollziehbar. Victor benutzt seine Fähigkeiten, nachdem sein Akku voll ist und muss trotzdem nicht wieder bei Eva aufladen. Andererseits kann er aber Energie von ihr abziehen zum Beispiel für die Reise als Wind als er verletzt ist (ja ok, da war sein Akku noch nicht voll aber es liest sich so, als wenn er zu dem Zeitpunkt nur von ihrer Energie zehrt). Und warum muss der Akku überhaupt aufgeladen werden, wenn das offensichtlich auch ganz normal über Schlaf geht, wenn man seine Elementarfähigkeiten einsetzt.
  • Die Argumentation, dass Eva nie mit Victor zusammen sein kann hinkt spätestens an der Stelle, als er aus dem Buch der Thronfolger verschwindet. Zu dem Zeitpunkt ist ihr das aber ziemlich egal, nachdem sie vorher kein anderes Ziel hatte als mit Victor zusammen zu sein (angeblich weil die Elementare Seite die Gefühle für Victor nicht hat, sondern nur der Mensch). Später in der menschlichen Welt meint sie selbst eine Bestimmung zu haben und wieder zurück zu müssen, um gegen Isabella zu kämpfen. Sie hat zwar ihre Gefühle zurück, entscheidet dann aber aus Vernunftgründen. Für mich alles etwas schwer nachvollziehbar, da die Elementare alles Wissen hat und sich an die Liebe erinnern kann (emotionale Entscheidung) und der Mensch die Gefühle hat, aber sich aus Vernunftgründen entscheidet (rationale Entscheidung). Aber gut, ich in auch kein Mischwesen aus Elementar und Mensch … glaube ich, insofern kann ich das nicht nachvollziehen 😉
    • Das Buch mit der Prophezeiung ist offenbar unwichtig, da Isabella sich ihm bereits wiedersetzt hat nichts und nichts passiert (außer evtl. für das Volk). Das heißt, dass die ganze Grundannahme das Victor nicht mit Eva zusammen bleiben kann hinfällig ist. Wenn Victor also nie zurückgegangen wäre, dann wäre der Großteil der Geschichte nie so passiert. Aber ok, man weiß halt nie wer wie viel weiß und was derjenige dann weitererzählt. Da man die Geschichte stets aus der Sicht von einzelnen Personen erzählt bekommt, kann jede Aussage Halbwahrheiten enthalten.
  • Eine schlüssige Erklärung warum Isabella Victor nicht beseitigt hat als er seelenlos war habe ich entweder übersehen oder war nicht vorhanden. Es wird zwar argumentiert, dass er dadurch geschützt war aber nicht warum. Es hätte sie ja auch nichts davon abgehalten Eva zu töten und Victor zu töten. Der Mehrwert des Verzichtes der Thronfolge durch Richard ist wohl relativ gering. Und die Bücher interessieren sie ja eh nicht. Ob die also vernichtet werden ist wohl relativ egal. Der Vorteil wäre höchstens, dass sie nicht selbst Hand anlegen muss.
  • Wieso rückt Noah für Victor als Thronfolger auf? Das Buch kümmert sich doch offenbar nicht um die Liebe, sondern um die Eignung als König. Wieso rückt ein Soldat an seinen Platz? Ist das wirklich der beste König nach Victor?
    • Wieso ist Isabella überhaupt Königin geworden. Offenbar ist sie ja nicht geeignet zum regieren
  • In Buch 3 Seite 47 sagt (eBook) Eva, dass der Mensch in ihr Wankelmütig war. Damit bestätigt sie das Vorurteil was sie vorher als Mensch so gestört hat. Als Mensch war sie nicht Wankelmütig. Ihre Liebe und ihr Partner hat sich erst geändert, nachdem sie mehr Elementar als Mensch war (lt. Definition des Buches – ich bin nach wie vor der Meinung es gibt nur eine Eva mit einem menschlichen und einem Elementarteil) …
  • Warum verletzt Richard Victor mit dem Seelendolch? Er hätte einfach einen Bändiger mitnehmen und ein paar kampffähige Elementare mitnehmen müssen und schon hätte er mit Victor reden können, ohne den Seelendolch jemals einzusetzen. Das ist aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Dieser Teil der Geschichte ist äußerst Wackelig und auf ihm fußt der Rest der Serie. Hier wurde aus meiner Sicht keine gute Lösung gewählt. Die Idee war wohl genügend Zeit zu bekommen um die Liebesbeziehung zu Aiden zu ermöglichen.
  • Wieso dauert der Weg von Evanna zu Richard Wochen mit dem Pferd und wieso sieht man beim finalen Kampf Rainfire am Himmel von Isabellas Festung aus, obwohl Berge dazwischen liegen?
  • Bei der Befreiung von Nayla werden erst zwei Schlösser gesprengt und eine Versorgungstür vom Gestrüpp befreit und dann soll es anhand von einem entfernten Gitterstab so aussehen, als wenn einer Person, die an Händen und Füßen gefesselt war, allein die Flucht gelungen sein soll?! Allein die „gesprengten“ Schlösser sagen doch alles.

Dämonentochter Serie

Daimon The Prequel to Halfblood - Jennifer L. Armentrout Dämonentochter 1 Verbotener Kuss - Jennifer L. Armentrout  Dämonentochter Verlockende Angst - Jennifer L. Armentrout    Elixir a Convenant Novella - Jennifer L. Armentrout  Dämonentochter 4 Verwunschene Liebe - Jennifer L. Armentrout  Dämonentochter 5 Verzaubertes Schicksal - Jennifer L. Armentrout

Mehrfach gelesen:

Ja

Autor(in):

Jennifer L. Armentrout

Teile der Serie:

  • Daimon (Prequel) – nur Englisch (117 Seiten)
  • Dämonentochter 1 – Verbotener Kuss (449 Seiten)
  • Dämonentochter 2 – Verlockende Angst – (481 Seiten) Zusätzlich als englischer Download verfügbar Zoo Szene + Liebestrank Szene aus Aidens Sicht)
  • Dämonentochter 3 – Verführerische Nähe (481 Seiten)
  • Elixir – nur Englisch und spielt zwischen Buch 3 und 4 (115 Seiten)
  • Dämonentochter 4 – Verwunschene Liebe (513 Seiten)
  • Dämonentochter 5 – Verzaubertes Schicksal (449 Seiten)

Götterleuchten ist als Serie eine direkte Fortsetzung und beginnt ein paar Monate später. Die meisten Charaktere dieser Serie tauchen dort wieder auf.

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Eine Berg- und Talfahrt der Emotionen trifft diese Buchserie vollkommen.
Die Charaktere und die Story haben mich anfangs nicht nicht wirklich angesprochen. Es geht um eine fiktive Götterwelt mit Sklaven, Halbblütern und Reinblütern.

»Ist schon in Ordnung«, antwortete Apollo und lächelte Seth auf komplett unheimliche Art an, die sagte: Bringt eure Kinder in Sicherheit!. Wenn du am wenigsten damit rechnest, verwandle ich dich in eine rote Blume, die nach Katzenpisse stinkt.

In dieser Welt gibt es ein striktes Kastensystem, bei denen jeder aufgrund seines Blutsstatus endgültig eingruppiert wird. Aufgrund dieser Eingruppierung gelten diverse Regeln. Die unteren Schichten werden dabei massiv benachteiligt bzw. weitgehend behandelt wie der letzte Dreck.
Allein dieser Umstand gefällt mir schon nicht an der Buchserie. Es wird ständig erwähnt was Halbblüter nicht können, nicht dürfen und warum sie sowieso minderwertig sind oder gleich als Sklaven gehalten werden (und das ist wörtlich zu nehmen, weil sie per Droge willenlos gemacht werden), wenn sie nicht den Anforderungen der Reinblüter genügen.

Der Alien in meinem Onkel hatte ihn inzwischen offenbar völlig im Griff. Bald würde er sich mit den Krallen aus seinem Bauch herausgraben und einen Stepptanz quer über mein Bett aufführen.

Das bedeutet die Halbblüter haben lediglich die Wahl Soldaten zu werden (wenn sie dafür geeignet sind und die jeweiligen Leistungstests bestehen) oder sie werden per Drogen willenlos gemacht und als Sklaven gehalten. Als Soldaten haben sie eine relativ kurze Lebenserwartung.

Man kommt sich vor wie in den Südstaaten der USA vor dem Bürgerkrieg (Stichwort Behandlung der dunkelhäutigen Bevölkerung). Die Ausgangslage ist auf jeden Fall eine sehr schlechte Grundlage für eine Liebesbeziehung zwischen verschiedenen Kastenstufen (die sowieso verboten ist und die Risiken gehen ausschließlich zu Lasten der unteren Stufe) und aus meiner Sicht ist dieser Hintergrund über lange Strecken sehr abstoßend.

Die Vorgeschichte handelt von den Ereignissen, die Alex for dem ersten Buch widerfahren sind

Du brauchst jemanden, bei dem du dich ausheulen kannst, jemanden, der dich nicht dauernd befummeln will. Jemanden, der mit dir zusammen sein will, und zwar nicht deswegen, was du bist, sondern wer du bist.«

Im ersten Buch geht es mehr um den jeweiligen Stand “Halbblut” / “Reinblut” als um andere Dinge (das zieht sich vor allem durch die ersten zwei Bücher). Das erste Buch habe ich zwischendurch unterbrochen und ernsthaft überlegt, ob ich die Serie abbreche, obwohl ich andere Bücher der Autorin sehr mag.

Im zweiten Buch lernt man die “Regierung” und deren Verhalten und Methoden kennen.

Im dritten Buch hat es die Autorin dann geschafft mich in den Bann zu ziehen, weil die Handlung nicht mehr nur so dahindümpelt, sondern einiges unerwartetes passiert und die Hauptakteurin (Alex) sich mehr Bedrohungen und Herausforderungen gegenüber sieht.

Elixir behandelt die Zeit zwischen Buch drei und vier wo Apollo erzwingt, dass Alex nach der Verwandlung das Elixier trinkt, dass sie willenlos macht, weil sie nach der Verwandlung von Seth kontrolliert wird und nicht mehr sie selbst ist.

Im vierten Buch gibt es anfangs eine eher ruhige Phase in der die Hintergründe der Charaktere erklärt werden und Alex ihr “Erwachen” erlebt. Später nimmt die Geschichte deutlich an fahrt auf und Alex muss herausfinden wie Sie die Bedrohung bekämpfen kann, denen Sie selbst und der Rest der Welt gegenüber steht. Dafür zahlt sie einen sehr hohen Preis.

»Ich habe mir seit Tagen weder die Zähne geputzt noch das Gesicht gewaschen. Komm mir bloß nicht zu nahe!«

»Du bist so wunderschön wie immer, Alex.« Ich starrte ihn an. Wahrscheinlich kam er nicht viel in der Welt herum.

Im fünften Buch überschlagen sich die Ereignisse und Emotionen. Für mich war das erste Buch ziemlich schlecht. Das zweite wird schon besser und ab dem dritten ist man auf dem gewohnt hohen Qualitätslevel, den man von der Autorin gewöhnt ist.

In weiten Teilen geht es um Unterdrückung, Ungleichbehandlung und die Hauptprotagonistin wird regelmäßig behandelt, als wenn sie minderwertig sei. Zwischendurch hat sie sogar einen willenlosen sklavenartigen Zustand, der per Droge herbeigeführt wird und anschließend gibt es eine unselige Verbindung, die ihren eigenen Willen und ihre Persönlichkeit unterdrückt. Seth ist leider auch nicht Daemon (Lux) oder Roth (Dark Elements) und hat quasi keinerlei Charme und ist lediglich berechnend und egoistisch und naiv.

Allerdings sieht Alex das natürlich viel zu spät ein (obwohl es genügend Hinweise gab und es dem Leser vorher schon klar ist) und verzeiht im später sogar. Man möchte sie stellenweise einfach nur schütteln
Aiden wiederum ist am Anfang nicht wirklich zugänglich was aus den vielen Zwängen resultiert, denen er in der Gesellschaftsordnung unterliegt.
Ansonsten geht es gerade anfangs in weiten Teilen primär um Training, das Kastensystem und dümpelt vor allem in den ersten zwei Büchern so vor sich hin. Der Schreibstil ist wie immer toll (wie bei den anderen Büchern der Autorin).

Sieh mal, wozu hat man Freunde, wenn man nicht gemeinsam ein paar Stunden mit psychotischen Daimonen verbringen kann?

Im Gegensatz zu Lux und Dark Elements (wo starke Parallelen auftreten bzgl. der Charaktereigenschaften vorhanden sind), ist das hier nicht so stark ausgeprägt. Weiterhin finde ich die Geschichte hier deutlich düsterer als in Lux oder Dark Elements. Das guter / böser Junge Duo gibt es auch hier aber der Charme fehlt bei dem Bösen. Die Story ist besonders anfangs nur gerade so spannend, dass man weiterliest, richtig fesseln kann sie aber nicht. Das ändert sich spätestens ab Buch drei. Die Hauptprotagonistin ist am Anfang primär aufmüpfig, rebellisch und bis zu einem gewissen Grad kämpferisch (soweit das System es zulässt). Später gewinnt sie aber deutlich dazu und auch die Geschichte wird immer spannender.

Fazit:

Etwas schlechter als die Lux Serie. Die Geschichte bei Dämonentochter fängt relativ schwach an, steigert sich dann aber gewaltig. Der Schreibstil der Autorin ist nach wie vor so toll wie eh und je. Wer schräge Wortkombinationen oder skurrile bildhafte Vergleiche mag kann diesen Schreibstil nur mögen. Das ist frisch und unverbraucht. Manche trockenen Sprüche in Situationen, in denen quasi alles dem Untergang geweiht ist, sind einfach nur lustig. Ich mag den Humor der Autorin. Sie verweist sogar indirekt auf ihre eigene Buchreihe – ein Buch über Aliens mit einem heißen Typen auf dem Cover? Na, was könnte das wohl sein? Das kommt dort nicht mal wie Werbung rüber, sondern durchaus so, als wenn sich selbst auf den Arm nimmt – sehr sympathisch. Und es gibt Szenen im Buch, die sind einfach urkomisch, während andere einfach nur grausam ungerecht sind.

Wie schon am Anfang der Rezension geschrieben: Eine Achterbahn der Emotionen.

Bei allen Büchern der Autorin sind relativ viele Fehler in der deutschen Übersetzung vorhanden.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Serien:

Verwandte Serien:

  • Götterleuchten

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde, dass Alex am Ende nicht gut genug wegkommt und somit halte ich auch in Summe nicht viel von Apollo, obwohl er machmal recht cool ist. Man muss bedenken, dass eigentlich Alex der Apollyon hätte sein sollen. Seth war nie geplant. Als dann Seth temporär Alex Persönlichkeit unterdrückt ist Apollo viel zu schnell auf den Trip, dass er Alex töten will als sie unter Seths Kontrolle steht und ihre Persönlichkeit von ihm unterdrückt wird.
    Als sie sich dann ohne die Hilfe von Apollo wieder zurückgekämpft hat, geht sie mit dem Besuch in der Unterwelt ein hohes Risiko ein. Nach diesem Besuch hat sie eigentlich schon mehr getan als Apollo von ihr erwarten kann.
    Nachdem Alex dann denn Kampf mit Ares hat, bei dem sie quasi von ihm gefoltert und auf das heftigste gezeichnet und misshandelt wird, ist Apollo immerhin so gnädig, dass er sie unwissentlich und ungefragt zum Halbgott macht (ohne weitere Gegenleistungen zu verlangen). Allerdings mit dem Beigeschmack, dass sie jeweils 6 Monate in der Unterwelt und 6 Monate in der Oberwelt verbringen muss (die Beschreibungen zum Zeitablauf sind diesbezüglich an diversen Stellen in der Buchserie und leider nicht stimmig).

Im Nachgang wird dann von ihr verlangt, dass Sie Göttermöderin wird und danach wahrscheinlich getötet wird (sie vermutet sogar zwischenzeitlich, dass sie in dafür in die in den Tatarus kommt – was quasi der Hölle entspricht, weil sie Seth töten muss). Was dann ja auch passiert, weil Apollo sie „zur Belohnung“ auf Wunsch von Zeus und den anderen Göttern tötet, weil sie nun als Göttermörder aus deren Sicht eine Gefahr darstellt. Da Aiden dazu vorher gezwungen wird seine Seele nach dem Tod an Hades zu geben um den Titanen zu befreien, bedeutet dies, dass sie sich zur Belohnung für all die Opfer und die Schmutzarbeit der Götter (und nur die sind für das ganze Chaos verantwortlich) weder im Leben noch im Tod jemals mit Aiden zusammen sein kann. Spätestens mit dem Wissen hätte ich an Ihrer Stelle gesagt „ihr könnt mich mal alle gern haben“. Warum sollte man den Göttern helfen, wenn sie so sehr darum betteln, dass man ihnen nicht hilft?

Das das Zusammenleben mit Aiden doch möglich ist liegt nur daran, dass Seth sich im Austausch für Aiden anbietet und Aiden auch zum Halbgott wird. Das war aber von Apollo nicht so vorgesehen.Was ist also die Konsequenz:
Alex ist quasi halb tot, weil sie regelmäßig in die Unterwelt muss und in der realen Welt sind beide mittellos. Klingt für mich nicht genügend nach Happy End, oder? Wenn man bedenkt, dass das die Belohnung dafür ist, dass Alex die Schmutzarbeit für die Götter erledigt hat und sehr viel Leid durchstehen musste ist das ziemlich schwach von den Göttern.

  • Es wird immer wieder erwähnt, dass ein Apollyon nicht von den Göttern getötet werden kann (außer von dem Gott aus der eigenen Abstammungslinie). Somit stellt sich die Frage warum Ares Alex quasi töten kann (sie ist nur Momente vor dem Tod), obwohl er das eigentlich nicht können sollte lt. den diversen Bekundungen, dass ein Apollyon quasi unverwundbar ist von einem Olympier.
  • Ich kann nicht nachvollziehen warum Alex Seth verziehen hat (ob Verbindung oder nicht). Er ermöglicht am Ende das Zusammensein mit Aiden aber gestorben ist sie mit dem Wissen es für Seth und die Menschheit zu tun und dafür nie wieder Aiden zu sehen – so selbstlos muss man erst mal sein vor allem mit dem Hintergrund, dass Seth sie nur belogen, betrogen und verletzt hat, sowie für viel Leid verantwortlich war (sinnloses Training nur um mit Ihr zusammen zu sein, das Aufzwingen der Runen um ihr Erwachen zu beschleunigen einschließlich der diversen Erschöpfungszustände bei Alex, der 1. Kampf mit Ares inklusive Höllenschmerzen und dem Tod als Folge, dass sie vor dem Kampf mit Jackson geschwächt war und somit sinnlos verprügelt wurde, dass sie das Elixier bekommen hat weil Seth sie kontrolliert hat, dass diverse Freunde von Alex gestorben sind, dass sie dabei sein musste wie Seth Telly und Teile des Rates getötet hat, sowie das es zu dem Krieg überhaupt gekommen ist – war alles die Schuld von Seth und den Göttern). Wenn am
    Ende jemand hätte getötet werden müssen wäre das wohl Seth gewesen und nicht Alex. Wobei natürlich klar ist, dass ihr die Macht vielleicht am Ende auch zu Kopf gestiegen wäre.
  • Warum ist Alex der Meinung, dass sie in den Tartarus (Hölle) kommt, wenn sie Seth tötet? S. 338 Buch 4
  • Woher weiß Dekan Elders, dass Aiden geistigen Zwang gegen andere Reinblüter angewendet hat? Der einzige der das wusste oder besser gesagt die starke Vermutung hatte war Telly und der ist nie an seinem Ziel angekommen und hat vorher auch sicher niemand informiert, weil er nur inoffiziell mit Alex gesprochen hat. Angeblich hat Lucian diese Information weitergegeben, bevor Teile des Rates durch Seth getötet wurden aber ich habe die Stelle nicht gefunden wo Lucian diese Information weitergegeben hat. Er hätte ja auch nichts davon gehabt, weil es den Rat gegen Alex aufgebracht hätte. S. 453 Buch 4
  • Warum ist der Göttermörder so gefährlich, wenn offenbar sogar nach der Energieübertragung nur beide Apollyons zusammen einen Gott töten können? Alleine schafft Alex das ja offenbar nicht, sondern erst mit der kombinierten Energie von Seth. Somit benötigt es offenbar einen Göttermörder Apollyon + einen zweiten der seine Energie zur Verfügung stellt um einen Gott zu töten. Das Risiko ist wohl sehr gering.
  • Die Zeitaussagen in der Unterwelt im Vergleich zur Oberwelt sind total Konfus. Der Faktor wird von „die Zeit vergeht in der Unterwelt langsamer als in der Oberwelt“ wird von 16 – 7200 variiert. Das bedeutet eine Stunde in der Oberwelt entspricht 16-7200 Stunden in der Unterwelt. Das bedeutet, dass die für Alex greifende Regel, dass sie ein halbes Jahr in der Unterwelt (lt. der Zeitrechnung der Unterwelt) und ein halbes Jahr in der Oberwelt verbringt, nachdem sie Halbgöttin geworden ist. Konfuserweise gibt es am Ende von Buch 5 aber noch die Aussage, dass die Zeit für Deacon in der Oberwelt noch länger vorkommen wird bis er Aiden wieder sieht (der mit Alex in der Unterwelt ist). Das ist total unverständlich, weil es das Gegenteil von dem Ist was in den Büchern ansonsten beschrieben wird. Im Gegenteil müsste Deacon ein halbes Jahr geteilt durch 16 – 7200 lang warten bis die zwei zurück sind (weil sie ja ein halbes Jahr nach Zeitrechnung der Unterwelt in der Unterwelt verweilen müssen). Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Alex und Aiden aus Sicht der Oberwelt quasi kaum weg sind aber trotzdem zwischendurch immer ein halbes Jahr in den Elysischen Feldern sind.

In der Nachfolgeserie (Götterleuchten) stellt es sich wiederum so da, als wenn das halbe Jahr oben und unten jeweils einem halben Jahr oben entspricht, nur das die Zeit unten halt 16x – 7200x so schnell vergeht und sie quasi gefühlt extrem selten in die Oberwelt kommen.

Ich kann allerdings nicht sagen, ob einige der Missverständnisse durch die Übersetzung entstehen.

  • Wieso lebt Diana noch, obwohl Seth den halben Rat ausgerottet hat? Es wurden nur die am leben gelassen, die Lucian treu sind. Somit müsste sie entweder tot oder treu zu Lucian sein.