Leselaunen Höhen und Tiefen

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aktuell lese ich Amani – Rebellin des Sandes – das ist Teil eins aus einer Serie von drei Teilen. Sagen kann ich dazu noch nicht viel, da ich gerade erst begonnen habe.

Momentane Lesestimmung:

Ziemlich extrem. Obwohl das Jahr noch recht jung ist, habe ich schon mehrere Bücher gelesen.

Ich habe dieses Jahr den letzten Band aus der Wicked Serie gelesen (den gibt es aktuell nur in englisch) und bin mir ziemlich sicher, dass das bereits eines der Jahreshighlights 2019 war.

Zusätzlich habe ich den ersten Teil aus dem Spin Off gelesen (The Pince – auch in Englisch). Den nächsten Teil (The King) habe ich bereits vorbestellt. Bis Mitte des Jahres muss ich mich aber noch gedulden.

Anschließend habe ich Infiziert gelesen. Das hat mir leider im Gegensatz zur gelöscht Serie nicht besonders gut gefallen. Die Handlung war mir viel zu vorhersehbar und die Charaktere zu naiv. Ob ich die anderen beiden Teile noch lese weiß ich noch nicht. Aktuell eher nicht.

Nachdem Infiziert eher ein Fehlgriff war, dachte ich mir, dass ich mit Silberschwingen aufgrund der vielen positiven Rezensionen nichts falsch machen kann. Das ist aber das erste Buch, dass ich jetzt nach gut 1,5 Jahren abgebrochen habe und gleichzeitig die schlechteste Wertung, die ich bisher vergeben habe.

Sorry, mit Leuten, die ehemalige Freunde verstümmeln und die dann evtl. aufgrund ihrer Handlungen (zumindest erweckt es eher den Eindruck, dass aufgrund in diesem Buch passender ist als trotz) noch als sexuell anziehend dargestellt werden, kann ich nichts anfangen. Zumal hinterm Mond die Einstellung und Regeln der Silberschwingen nicht mal ansatzweise trifft. Da werden Leute aufgrund vollkommen unsinniger Regeln umgebracht und es wird nicht mal hinterfragt.

Den meisten gefällt die Serie aber offenbar sehr gut.

Aktuell hoffe ich, dass ich wieder mehr Glück bei der Auswahl habe.

Zitat der Woche:

»Wenn ich eines weiß, dann, dass es keine Garantie auf ein Morgen gibt. Es gibt nicht das Versprechen, dass es für uns einen weiteren Tag oder eine weitere Woche geben wird. Wenn man etwas will, muss man versuchen, es sich zu holen. – Jennifer L. Armentrout, Wicked

Und sonst so?

Und sonst so gibt es nicht viel zu berichten. In der letzten Woche war ich drei Tage arbeiten. Besonders motiviert war ich nicht, habe aber einiges abgearbeitet bekommen.

Die Kollegin war krank und hat diese Woche Urlaub. Es war noch sehr ruhig, weil die meisten Leute noch Urlaub hatten.

Sonst habe ich viel gelesen (siehe oben) und sonst ist nichts aufregendes passiert.

Wegen meiner Hikeauszeit läuft nach wie vor die firmeninterne Klärung. eigentlich wurde mir gesagt, dass letztes Jahr eine Mail geschickt werden sollte. Das war aber nicht passiert und somit sind wieder 2 Wochen ins Land gegangen. Ich vermute so langsam wird es schon spannend noch einen guten Flug zu bekommen (vor einem Monat gab es noch bezahlbare Direktflüge nach San Diego und dann zurück von Vancouver). So lang ist es jetzt nicht mehr. Nur noch 3 Monate bis zum potenziellen Start.

Praktischerweise habe ich jetzt auch noch Knieschmerzen (ohne Grund eigentlich und hab ich bisher noch nie gehabt). Also gute Vorzeichen um jeden Tag zu laufen. Hoffen wir mal das das Jahr auch noch positivere Elemente im Angebot hat. Der buchige Einstieg hatte ja auch bereits höhen und Tiefen.

Im Blog gab es den Rückblick zum letzten Lesequartal und mit der Montagsfrage zusätzlich die Frage nach dem Jahreshighlight, die gut dazu passt.

Was hat die erste Woche in 2019 bei euch neues gebracht?

Weitere Leselaunen:

Krimi-Dinner, alte Autos & Christmas Garden bei glimrende ∗ Hallo 2019! bei Lieblingsleseplatz ∗ Happy 2019 bei Stars, stripes and books ∗ Frohes neues Jahr bei Trallafittibooks ∗ Ein neues Jahr bei Andersleser ∗ Im Hörbuchfieber bei Letterheart ∗ Kuschelige Lesezeit bei Lucinda im Wunderland ∗ Buchiger Start ins neue Jahr bei Umivankebookie ∗ Frohes neues Jahr! bei RikeRandom ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liest ∗ Ich fiel von der Kunst in den Sport und ins Bett bei The Book Dynasty ∗ Start ins neue Jahr bei Tiefseezeilen ∗ Leselaunenbei My Book&Serie&Movie Blog ∗

Infiziert [Buch]

Infiziert - Teri Terry

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Teri Terry

Teile der Serie:

  • Infiziert (480 Seiten)
  • Manipuliert
  • Eliminiert

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Es war, als wärst du Calista und ich könnte dich retten. Aber ich war nicht zur Stelle, um sie zu retten.« Seine Augen glänzen feucht, ihm kommen die Tränen. Und mir auch, als wären wir verbunden.

Callie befindet sich in einer Art Versuchslabor in dem Menschen offenbar gegen ihren Willen infiziert und später getötet werden. Callie wurde getötet, existiert aber nun offenbar körperlos. Ihre neue Erscheinungsform nimmt sie nachdem sie lebendig verbrannt wurde, direkt als gegeben hin und kann auch damit umgehen.

Shay hat Callie an dem Tag gesehen, als Callie als vermisst gemeldet wurde – vor ca. einem Jahr. Sie sieht eine Vermisstenanzeige und nimmt Kontakt zu Callies Bruder auf. Die beiden versuchen Stück für Stück das Verschwinden von Callie aufzuklären und rauszufinden was mit ihr passiert ist.

Bryson pfeift. »Hast du eine Freundin, Junge? Genieß es, solange du kannst – überhaupt alles im Leben. Wenn ich eins in den letzten Tagen gelernt habe, dann das.«

Schritt für Schritt bekommt man durch den Beobachterstatus von Callie etwas mehr Einblick in die Gegenwart und durch die Begegnung von Shay mit Callie vor einem Jahr in die Vergangenheit.

Die Buchserie würde ich als eine Art dystopischen Krimi (Krimi deshalb, weil die Akteure Rückwirkend versuchen aufzuklären, was passiert ist) beschreiben, wobei die Geistform von Callie ziemlich mysteriös ist.

Je näher wir Killin kommen, desto mehr wird mir klar, dass ich mir um die falschen Dinge Sorgen gemacht habe.

Die gelöscht Serie aus gleicher Feder hat mir gut gefallen, aber diese Serie finde ich in mehrfacher Hinsicht sehr gewöhnungsbedürftig.

Der Schreibstil bzw. Satzbau wirkt sehr kindgerecht, während die Akteure älter sind. Das gefällt mir persönlich nicht. Es wirkt nicht stimmig / glaubwürdig.

»Also, Mum wollte, dass wir uns dem Militär anvertrauen. Sie sagt ihnen, dass du in Killin bist. Daraufhin versuchen sie, dich umzubringen, als Nächstes schlagen sie mich bewusstlos, fesseln mich und benutzen mich als Köder, um einen erneuten Versuch zu unternehmen, dich umzubringen.

Die Akteure verhalten sich passend zum kindlichen Schreibstil unglaublich naiv. Obwohl sie vorgewarnt werden / sind – speziell Shay – rennen sie vollends ins eigene Verrderben. Das passiert nicht nur einmal.

Im ersten Teil sind die “Kapitel” teilweise gerade mal eine halbe Seite lang. Es wird sehr häufig zwischen zwei Perspektiven Callie und Shays gewechselt. Das wirkt sehr abgehackt.

Fazit:

Mir wirkt die gesamte Geschichte zu sehr konstruiert / gekünstelt bzw. am Reißbrett entstanden. Vieles wirkt nicht stimmig.

Weiterhin ist leider vieles vorhersehbar. Gefühlt weiß man bereits im ersten Teil bei einigen Aspekten wie die Auflösung im 3. Buch ist aber die Charaktere kommen zu keinen oder zu total abstrusen Schlussfolgerungen. Die angeblich so schlaue Hauptakteurin ist mir viel zu naiv. Ich mag es nicht als Leser den Akteuren deutlich überlegen zu sein. Ich bin lieber auf Augenhöhe und habe nicht gerne das Gefühl, als wenn die Akteure ein „Brett vorm Kopf“ haben.

Das Buch hätte weitgehend auch auf der Flucht heißen können, denn Kai und Shay sind meistens auf der Flucht. Darüber wird die Spannung auch weitgehend aufrechterhalten.

Bewertung:

3/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ach wie praktisch für die Autorin, dass Callie überall hingeht aber beim Stiefvater, der vielleicht Dr. 1 ist, natürlich passt. Sorry, das ist einfallslos. Zumindest die Handlung von Band 1 (die Suche nach Dr. 1) wäre somit komplett entfallen. Ich vermute auch Teile von Band 2 und 3.
  • Bei einer hochansteckenden tödlichen Krankheit macht es total Sinn (alle sollen zu Hause bleiben), wenn eine Schwester mit zwei Polizisten bei jedem zu Hause vorbeifährt. Besser kann man die Erreger nicht verteilen, wenn er hochansteckend ist.
  • Erst kann Shay kaum flüstern, weil sie krank ist und dann quatscht sie wie ein Wasserfall als Kai kommt. Also wenn ich krank bin (und sie ist todkrank), will ich normalerweise eher meine Ruhe. Zumindest wechselt der Zustand i.d.R. nicht in Minuten von fast tot zu alles bestens.
  • Nebeneffekte der Krankheit: Man kann mit Toten reden, man telepathisch kommunizieren und andere Gedanken beeinflussen, sich selbst heilen und sich die Augen von beliebigen Tieren in der ganzen Umgebung zu Nutze machen – alles ziemlich schräg
  • Wieso überlebt Duncan so lange, wenn er angeblich doch stirbt? Das passt nicht zum Krankheitsverlauf
  • Soldaten arbeiten mit einem Tau um Kai festzubinden? Das ist nicht glaubwürdig. Es war natürlich praktisch, weil sie Handschellen nicht so schnell hätte entfernen können wie ein Seil
  • Das Kai und Shay in Wasser gehen um die Hunde abzuhalten machte keinen Sinn, wenn sie direkt danach in ein Boot klettern. Das hält sie nur auf und macht sie langsamer.
  • Nach Snowden und den Enthüllungen um die NSA zu behaupten, dass ein Netz so abgesichert ist, dass das Militär keinen Zugriff darauf hat, weil irgendein Freizeitcomputerfreak es abgesichert hat, ist schon reichlich unglaubwürdig. Muss man dazu noch was schreiben? Zumal die Soldaten in gut einem Tag locker in der Lage gewesen wären zwei Handys zu orten bzw. zumindest die notwendigen Verbindungen gehabt hätten, um das zu veranlassen.
  • Wieso müssen sich die Hauptcharaktere in Dystopien eigentlich oft sinnlos selber opfern? Gehört das zum guten Ton? Es ist offensichtlich, dass Shay nicht der Überträger ist. Bei Callie ist das deutlich wahrscheinlicher. Aber obwohl Shay angeblich so superschlau ist, kommt sie auf die Idee nicht, da sie aufgrund des Ausbruchverlaufes vor ihrer Infektion nicht der Überträger sein kann. Zusätzlich wurden schon mehrfach versucht sie zu töten. Was wird wohl passieren, wenn sie sich stellt? Alle sind glücklich und ihr passiert nichts? Klar!
  • Die vorgeblich wissenschaftlichen Hintergründe hören sich sehr sotherisch an. Da ist mir eine echte Fantasiewelt ehrlich gesagt lieber. Besser keine Erklärung als nicht glaubwürdige Erklärungen. Das ganze wird dann mit dem Totschlagsargument verkauft, dass früher auh niemand geglaubt hat, dass die Erde rund ist…
  • Der CERN kostet Milliarden und wird von diversen Staaten finanziert. Das hat Dr. 1 mal eben woanders hingestellt? Mit welchem Geld und wer hat ihn gebaut? Da liegt es nahe die Regierung dahinter zu vermuten und somit ist es auch nicht schlau sich an das Militär zu wenden, weil das Militär in der Regel der verlängerte Arm der Regierungsmacht ist.
  • Die angebliche Krebsforschung erlaubt es hunderte Menschen zu töten und das reicht um diverse Ärtze und Schwestern zu finden, die das mitmachen? Waum soll das dann hochansteckend gewesen sein? Das ergibt keinen Sinn. Krebs ist nicht ansteckend.
  • Kai ist so besessen davon dass er meint, dass sein Stiefvater für das Verschwinden von Callie verantwortlich ist aber die Beziehung zu Dr. 1 stellt er nicht her, obwohl sein Stiefvater Physikprofessor ist. Wie könnte man einen Physiker auch mit einem Teilchenbeschleuniger in Verbindung bringen?
  • Callie ist der Hit. Sie bestärkt Shay im glauben (mit logischer Schlussfolgerung hat es nichts zu tun), dass sie die Trägerin ist und wundert sich dann trotz vorheriger Ankündigung, dass Shay sich stellt? Ernsthaft?
  • Shays Schlussfolgerungen zum Thema Teilchenbeschleuniger sind deutlich weiter hergeholt als die logische Schlussfolgerung zum Thema Überträger

[collapse]

Gelöscht / Slated [Serie]

Gelöscht 1 Gelösccht - Teri Terry Gelöscht 2 Zersplittert - Teri Terry Gelöscht 3 Bezwungen - Teri Terry

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Teri Terry

Teile der Serie:

  • Gelöscht 1 – Gelöscht (432 Seiten)
  • Gelöscht 2 – Zersplittert (400 Seiten)
  • Gelöscht 3 – Bezwungen (376 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Kühe und Schafe stieren friedlich kauend vor sich hin. Wie unterscheiden wir uns eigentlich von ihnen? Auch wir werden wie eine Viehherde jeden Morgen zur Schule gekarrt und bewegen uns auf vorgeschriebenen Bahnen, ohne je das Warum zu hinterfragen.

Buch 1: Kyla ist ein Slater. Das heißt sie hat all ihre Erinnerungen verloren – nein nicht nur verloren – sie wurden gelöscht. Die weiß nicht wer sie ist und wie sich etwas anfühlt. Sie ist 16 und erlebt alles zum ersten Mal. Sie kennt ihre Familie nicht in der sie nun leben muss. Geslated werden angeblich Leute, die kriminelle Handlungen begangen haben. Ob das stimmt weiß Kyla nicht, sieht hat keine Identität mehr. Sie kann sich auch nicht verteidigen oder gar angreifen weil sie einen Chip im Hirn hat, der sie abschalten oder sogar töten kann, wenn ich Glückslevel zu tief sinkt. Und wenn sie sich aufregt sinkt der Level, genauso wenn sie traurig ist. Kyla hat allen Grund traurig zu sein.

Man merkt von Anfang an, dass irgendwas nicht stimmt und das ganze Slating Programm nicht sauber ist.

»Lass mich kurz überlegen. Hast du ein tragbares Bermuda-Dreieck, das dir überallhin folgt?« Ich blicke an mir hinab. »Hab ich heute wohl zu Hause vergessen.«

Es verschwinden zunehmend Leute und es sieht sehr danach aus, dass die Regierung dahinter steckt. Kyla ist anders als die anderen Slater. Die meisten können nach dem Eingriff nicht mehr zusammmenhängend denken und akzeptieren einfach alles.

Wer ist Freund oder Feind? Die Leute, die nett zur ihr sind, halten nicht unbedingt zu ihr und die anderen, die sie nicht so nett behandeln sind teilweise loyaler und vertrauenswürdiger als sie denkt.

Mein Tun allein bestimmt, wer ich bin. Genau wie Mums. Wer sie im Herzen ist, definiert sich durch all die Entscheidungen, die sie trifft. Sie hat getan, was ihr richtig erschien, mit ihrer Ansprache hat sie die Grenzen ausgereizt, ist aber nicht über sie hinausgegangen. Um uns zu schützen. Ich kann es nicht tun.

Die Schreibweise ist melancholisch, depressiv, sarkastisch. Ich weiß nicht wie ich das anders beschreiben soll. Ich sage nur „gibt eine Reihe besonders schöner Schafe – wenn man auf so was steht“ (da steht nicht, dass sie es nicht tut aber es steht hier eben viel zwischen den Zeilen). Dieser versteckte leicht resignierte Unterton zieht sich durch und ist insofern witzig, als dass man merkt, dass Kyla alles andere als glücklich mit ihrer Situation ist, irgendwie ist sie ein wenig gleichgültig, aber sie hat doch nicht ganz aufgegeben und sie versucht das Beste aus der Situation zu machen.

Ich mag diesen düsteren sarkastischen Unterton einfach und es gibt so viele Stellen, die witzig sind, obwohl die Grundstimmung das absolut nicht ist.

»Sie haben für das gekämpft, woran sie geglaubt haben. Eine ehrenvolle Art zu sterben.« Sagt sich leicht, wenn man am Leben ist.

Ansonsten typisch Dystopie. Der Hauptcharakter wird Megaunfair behandelt, selbst wenn sie wirklich irgendwelche Verbrechen begangen hat (mit 16 und dann schon mit die älteste Slaterin, d.h. die anderen „Verbrecher“ sind angeblich noch jünger?!) und dafür bekommt jemand sein komplette ich entzogen? Das heißt man fängt mit allem bei 0 an und wird auf das heftigste kontrolliert und mit Mediikamenten vollgestopft und wenn das nicht hilft, wird noch ein wenig am Hirn rummanipuliert.

Obwohl im ersten Buch nicht wirklich viel passiert, wird man immer wieder mit kleinen Informationshäppchen gefüttert und es bleibt durchgängig spannend.

Sie spricht nicht weiter, aber ich kann mir schon denken, worauf sie hinauswill. Die Leute aus dem Krankenhaus müssen es ihnen gesagt haben. Für den Fall, dass ich Albträume habe. Die habe ich oft, und wenn dann nicht schnell genug jemand bei mir ist, falle ich zu tief und mein Levo schaltet mich aus.

Buch 2: Kyla bzw. eigentlich Lucy weiß nun mehr über ihre Vergangenheit. Sie war eine Terroristin aber sie weiß auch, dass sie dazu gezwungen wurde und die Regierung willkürlich Menschen Slated , die nicht die gewünschte Meinung vertreten oder auffällig werden (ihre Identität und ihre Erinnerungen nimmt) ohne Prozess oder eine rechtliche Grundlage.

Kyla kann sich bruchstückhaft an ihre Vergangenheit erinnern. Zumindest an die mutmaßlichen der Terroristin oder Rebellin aber nicht mehr an die von Lucy. Die Terroristen / Rebellen haben Sie gefunden und wissen, dass sie sich teilweise an die Vergangenheit erinnern kann. Aber sind die wirklich besser als die Regierung? Beide Seiten setzen Kyla unter Druck und dann ist das noch MIA als dritte Organisation, die auch ein Interesse an Kyla hat.

Penny klappt wieder ihr Netbook auf. Mich zu fragen, wäre vielleicht auch mal eine Idee: Ich bin schließlich diejenige, die alles darüber weiß.

Ben, mit dem sich Kyla angefreundet hat bzw. in den sie vielleicht sogar verliebt ist, ist auch ein Slater und hat versucht sein Levo (Kontrollgerät für Slater) zu entfernen. Sie weiß nicht, ob er noch lebt oder was mit ihm passiert ist.

Sind wirklich alle auf der Seite, der sie vorgeben anzugehören? Wem kann Kyla noch vertrauen bzw. kann sie überhaupt noch jemandem vertrauen?

Die anderen hier sind alle jünger als ich. Sie lächeln und kauen seelenruhig vor sich hin – genau wie die friedliche Kuhherde, an der wir heute Morgen vorbeigefahren sind.

Der etwas schräge aber witzige Unterton aus dem ersten Buch kommt hier nicht mehr vor. Das ist schade, hängt aber damit zusammen, dass Kyla nun wieder mehr sie selbst ist (wobei wer ist man eigentlich, wenn man aus mehreren Persönlichkeiten besteht und sich die Errinnerungen bruchstückhaft vor und nach zurückkehren?).

Ansonsten wird der Grundablauf auch hier zumindest in der ersten Hälfte gleich gehalten. Man bekommt immer wieder kleine Informationshäppchen, die zum weiterlesen motivieren. Gegen Ende passiert dann einiges mehr aber so ganz überraschend ist die Entwicklung auch nicht. Dem aufmerksamen Leser ist zumindest die grobe Vergangenheit schon vorher aufgrund der vielen kleinen Detailhinweise schon vorher klar.

»Aber wie kann ich wissen, wer ich jetzt bin, wenn ich nicht weiß, wer ich war?«

Ich glaube aber, dass es wenige Leser gibt, die bei jedem, Charakter vorher sagen können auf welcher Seite sie stehen. Dafür zaubert die Autorin zu viele Überraschungen aus dem Hut. Ansonsten ist hier keine Seite wirklich gut, weder Staat noch Rebellen. Beide sind in der Wahl der Methoden alles andere als zimperlich und beide haben ihre Mittel und teilweise wohl auch den Zweck aus den Augen verloren.

Ich verstehe langsam, dass es verschiedene Arten von Lehrern gibt. Miss Fern, Gianelli und der Lauftrainer Ferguson: Sie sind authentisch. Ich werde ab und zu von ihnen zurechtgewiesen, sie sind nicht immer übermäßig nett, aber sie reden offen mit mir und nehmen mich wahr und ernst. Und dann gibt es diejenigen wie den Direktor Mr Rickson, Dr. Winston, die Schulpsychologin, und Mrs Ali, die trotz ihres Lächelns und des »Ich bin nur hier, um dir zu helfen«-Gelabers eigentlich nur darauf warten, dass ich einen Fehler mache oder die Regeln breche.

Buch 3: Kyla kann grob die Jahre von 10 bis 16 zusammensetzen und weiß was ihr angetan wurde und durch wen. Sie ist ihr Levo los, hat aber noch immer einen Chip im Kopf. Nico ist noch immer hinter ihr her (nun offenbar aus persönlichen Rachemotiven), Ben wurde manipuliert und kann sich nicht an sie erinnern und an die Person die er mal war. Ihr echter Vater wurde ermordet und ihr Adoptivvater hat sie verraten, wie so viele andere. Die Lorder treiben noch immer ihr Unwesen und statt Recht und Gesetz herrscht Willkür und Terror durch den Staat.

Kyla bekommt eine neue Identität und ein neues Aussehen aber wird das reichen um der Vergangenheit zu entkommen, die sie selbst nur teilweise kennt? Sie soll nun ihre mutmaßliche leibliche Mutter kennenlernen oder ist das auch nur wieder eine Falle von irgendjemandem?

Im dritten Teil kommen diverse weitere neue Enthüllungen zu den bisherigen dazu und Kyla erinnert sich an mehr und mehr Bruchstücke.

Ein „Happy End“ braucht bei einer derartigen Buchreihe niemand erwarten aber aus meiner Sicht geht das Ende so in Ordnung. Es passt zur Stimmung der restlichen Serie.

Fazit:

»Lass sie! Sie hat ein Levo, sie ist geslated.« Er zielt immer noch mit der Waffe auf mich. »Es wäre menschlicher, sie zu erschießen, oder?«

Die Serie erinnert an einen Krimi gemischt mit  Dystopie. Dadurch, dass Kyla gelöscht und in mehrere Persönlichkeiten aufgespalten wurde, kommen Erinnerungen nur sehr bruchstückhaft zurück und sie versucht über Gespräche, Unterlagen, Bilder und Orte stück für Stück wieder alles zusammen zu setzen.

Die Erzählweise ist über weite Strecken relativ langsam. Der Schreibstil ist gut. Es gibt Bücher bei denen fühlt man sich direkt „zu Hause“ und bei manchen ist das Gegenteil der Fall. Hier habe ich mich mit dem Schreibstil direkt zu Hause gefühlt. Das erste Buch ist diesbezüglich sogar etwas besser als die beiden folgenden.

Mein Magen dreht sich um, und mir kommt die tolle Idee, auf den Hund zu kotzen. Das würde seine Stimmung sicherlich heben.

Hoffnungsvoll ist die Serie nicht gerade. Die dargestellte Zukunft ist recht düster (ja, schon klar, deswegen heißt es ja Dystopie) und was der Hauptakteurin an Leid zugefügt wurde ist unvorstellbar. Erschreckenderweise gibt es aber genügend Parallelen zu echten Ereignissen in der Geschichte. Absolute Macht korrumpiert absolut und da es sich bei dem hier dargestellten System um ein nahezu totalitäres ohne echte Gewaltenteilung handelt, ist das Ergebnis absehbar.

In diesem Fall hätte es keinen Sinn, falls ich Lucy bin – falls ich Lucy war –, Kontakt mit ihnen aufzunehmen, oder? Lucy geht es nicht gut, sie ist mehr oder weniger tot. Sie existiert nicht mehr. Sie ist geslated worden.

Liebe findet sich in der Serie auch ein wenig aber wirklich nur am Rande. Hauptsächlich geht es hier um die Geschichte von Kyla, die aus Lügen, Verrat und rücksichtslosem Durchsetzen der eigenen Philosophie zu ihren Lasten und den Lasten von vielen anderen Betroffenen besteht. Weder die eine (Order / Regierung), noch die andere Seite (Rebellen / Terroristen) ist „gut“.

Die Serie ist mal was anderes. Mir hat die Serie gefallen und abschreckendes Beispiel dafür warum der Zweck nicht die Mittel heiligt.

Die Buchcover und vor allem dem Blick auf dem ersten Cover finde ich übrigens genial.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Das Kayla ihren „Dad“ nicht früher im Verdacht hat ist total unglaubwürdig. Sie ist sonst recht schlau und stellt Verbindungen her. Spätestens nach dem Verschwinden von Phoebe ist doch der Verdacht erhärtet, der sich schon vorher aufdrängt. Er hat offensichtlich einen anderen Job als ihr gegenüber erwähnt. Sie unterliegt offenbar einem Zwang ihm zu antworten. Ihre „Mutter“ verweist darauf, dass Sie nicht der Grund sein wird, wenn Kyla „zurückgegeben“ wird und direkt vor dem Verschwinden von Phoebe hat ihr „Dad“ sie ausgehorcht…Auch danach gibt es zig Hinweise und Kyla ignoriert alle, während sie sonst sehr aufmerksam ist.  Sogar er selbst gibt die nötigen Hinweise unverkennbar.
    Das Kyla erst so spät kapiert, dass die mit dem Chip im Kopf geortet werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Ihr „Dad“ sagt ihr, dass es beim Chip vom Hund nicht geht, aber bei anderen schon. Da sie nun mal weiß, dass sie einen Chip im Kopf hat, der sie ausschalten und töten kann ist es wohl naheliegend, dass man sie damit auch orten kann.Andersrum: Das Cam auch einer von denen ist, hätte man eher erkennen können eben weil Kylas „Dad“ sich immer für in einsetzt – das wiederum ist mir entgangen und es war eigentlich nicht zu übersehen.
  • Das der Englischlehrer das Heft von Phoebe nach der Korrektur zurückgibt, obwohl Phoebe schon lange nicht mehr da ist, ist sehr unwahrscheinlich. Vor allem, wenn man die Umstände bedenkt unter denen sie verschwunden ist.
  • Die starken positiven Empfindungen gegenüber Nico sind nicht nachvollziehbar. Es mag ja sein, dass er charmant ist aber er ist ein Tyrann.
  • Die Geschichte von Tori ist nicht wirklich glaubwürdig. Wenn sie Happy Juice statt einer Todesspritze bekommen hat wäre wohl aufgefallen, dass sie lebt. Zusätzlich hat sie sich ja gewehrt und von Happy Juice wird man offenbar nicht ohnmächtig. Zumal die anderen 5 per Spritze getötet wurden und somit wohl alle 6 zusammen „entsorgt“ worden wären. Nico hätte sich mit der Geschichte wohl kaum zufrieden gegeben.
  • Wieso kommt Tori nicht auf die Idee, dass der Verräter bei den Rebellen sitzt. So gut wie Carlsen informiert ist, kann es nur so sein.
  • Warum greifen die Lorder nicht eher ein? Wenn sie ein vollständiges Bewegungsprofill von Kyla haben, dann wussten sie sehr viel mehr – auch schon viel eher wo die Wohnung von Nico und sein Stützpunkt sind (auch wenn das am Ende auch Lorder sind aber sie spielen ja nicht für das gleiche Team)
  • Ich finde es sehr seltsam, dass Kyla einfach so zu ihrer angeblichen leiblichen Mutter geht, ohne darin ein Risiko zu sehen. Kyla hat 0 Erinnerung an sie. Die weiß, dass sie mit 10 bei den Terroristen gelandet ist. Aber wie sie zu den Terroristen gekommen ist, wer ihre Mutter war und welche Intentionen und Beziehungen sie hatte ist vollkommen unklar. Im Prinzip könnte ihre Mutter eine direkte Verbindung zu Terroristen oder Lordern haben. Und auch Aiden hat keinerlei Bedenken dabei?!
  • Das MIA plötzlich Zugriff auf Kommunikationssateliten hat (per Hacking), ist zwar praktisch für den Autor, aber nicht sehr realistisch. Zumal MIA vorher nur eine Internetseite im Darknet hatte, die sie nicht schützen konnten.
  • Die Geschichte mit dem Anschlag auf dem Premier isst nicht glaubhaft. Der Premier erzählt seiner Frau, dass er unglaubliches enthüllen wird (die Gefahr für Leib und Leben schwebt somit im Raum). Dann erzählt die es wiederum einer ranghohen Person aus den Reihen derer, die bei dieser Enthüllung geschädigt werden? Wohl kaum.

[collapse]