Leselaunen Stromausfall

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Letterheart verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Da ich unten ggf. einige Markennamen erwähne, kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung.

Aktuelles Buch:

Irgendwie habe ich Sonntags aktuell immer was durch und noch nichts neues ausgesucht. 😉

Aktuelle Lesestimmung:

Stomlos Odyssee - A.J. Marini

The Trail Provides - A Boy's Memoir of Thru-Hiking the Pacific Crest Trail - David Smart

Ich habe die Stromlos Odyssee Teil 2 und The Trail Provides gelesen.

Zitat der Woche:

Vielleicht war das etwas Biologisches unter Zwillingen – genetische Friedfertigkeit, um einander nicht umzubringen. Lena Kiefer, Ophelia Scale

Und sonst so:

Mein Auto wurde mittlerweile repariert. Jetzt bin ich mal gespannt wie der weitere Ablauf ist, bzw. die Versicherung anstandslos zahlt oder das noch weiteres Theater nach sich zieht.

Die Erste Wochenhälfte habe ich Master of Orion gespielt (dazu gab es vor ein paar Jahren ein Remake) und nachdem ich ich die Galaxis erobert hatte, bin ich dann wieder zum Lesen gewechselt.

Meine erste Krankengymnastik aufgrund er Rückenprobleme hatte ich auch aber sie hat sich als Massage erwiesen. Das hatte ich vor 15 Jahren schon mal. Damals war es ganz nett, aber wenig nachhaltig.

Ansonsten habe ich mir Ruf der Wildnis angesehen, den ich ok fand. Etwas gewöhnungsbedürftig ist anfangs der arg künstlich wirkende Hund, an den man sich später gewöhnt. Allerdings hat er immer wieder viel zu menschliche Reaktionen / Gesichtsausdrücke oder Verhaltensweisen bzw. auch eher unmögliche Aktionen. Das kommt einem etwas vor wie eine Mischung von den Möglichkeiten einer Zeichentrickfigur in einem Realfilm.

Weitere Leselaunen

* Serien, Filme & Magic bei Andersleser * Melle getroffen & Shopping bei Taya’s crazy World * Selten so wenig gelesen bei Letterheart *

Journeys North – The Pacific Crest Trail [Buch]

Journeys North The Pacific Crest Trail - Barney Scout Mann

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Barney Scout Mann

Titel:

  • Journeys North – The Pacific Crest Trail (320 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Normalerweise kaufe ich ein Buch, weil mich die Beschreibung anspricht oder es im Durchschnitt gute Rezensionen hat. Bei diesem Buch liegt der Fall anders.

Shamus, the doctor, saw through her immediately. With a glance, Shamus delivered his professional diagnosis: “You look like shit”.

Ich habe bei dem Autor vor meinem PCT Hike übernachtet (wie vermutlich mehr als 75% der PCT Hiker). Er und seine Frau + viele freiwillige Helfer hosten Hiker schon seit vielen Jahren kostenlos. Nachdem er sein Buch geschrieben hat, hat er wohl alle Kontaktadressen von ehemaligen Übernachtungsgästen angeschrieben und um den Kauf gebeten (was würde wohl der deutsche Datenschutzbeauftrage dazu sagen? 😉 ).

Abseits davon, dass es um einen Pacific Crest Trail Hike geht, wusste ich nicht was mich erwartet, als ich mit dem Buch gekauft und anschließend mit dem Lesen begonnen habe. So viel sei vorab gesagt: Das Buch ist anders als ich es erwartet habe.

Der Autor beschreibt über weite Teile nicht primär seine Erlebnisse auf dem PCT Hike, sondern betrachtet den Hike auch aus den Augen verschiedener Mithiker. Dabei wird bei allen Personen auch deren Lebensgeschichte, Kindheit, Eltern usw. betrachtet. Auch die Gedanken in einzelnen Situationen, in denen der Autor nicht anwesend war. Gerade am Anfang ist das oft gewöhnungsbedürftig, weil der Autor selbst als Akteur kaum in Erscheinung trifft.

Wie weit das alles Fiktion oder Realität entspricht kann man als Leser nicht nachvollziehen. Die Art über den PCT Hike zu schreiben ist auf jeden Fall anders als alle bisherigen Bücher, die ich über den Trail gelesen habe. In der Regel findet man Bücher, die ausschließlich aus der Perspektive desjenigen geschrieben sind, der den Hike gemacht hat.

“You have to really want to” (hike the Pacific Crest Trail otherwise you will quit sooner or later)

Bei Journeys North ging es mir anfangs oft so, dass ich gedacht habe “hey, wen interessiert denn die komplette (traumatische) Lebensgeschichte von x y z”. Später wechselt das Buch immer wieder zwischen Vergangenheitserlebnissen und aktuellem PCT Geschehen hin und her und springt auch ab und an in der Zeit, während sich das Ende quasi primär auf die PCT Erlebnisse der Akteure konzentriert.

Die Hauptlesemotivation waren für mich die Situationen und Anekdoten entlang des Trails, die man aber vermutlich erst nachvollziehen kann, wenn man diesen oder einen anderen Langstreckenwanderweg selbst gelaufen ist. Oft finden sich die handelnden Akteure in Situationen wieder, die man selbst nur zu gut kennt, wenn man mal auf dem PCT war.

Sei es die extrem unzugängliche Wasserquelle, für sich man sich selbst komplett zerkratzt oder gar verletzt um sie erreichen zu können und ein paar hundert Meter weiter wäre es ganz leicht gewesen an den Trail zu kommen, sei es die Entscheidung, ob man im Schneeregen bleibt oder im stinkenden Toilettenhaus sein Essen zu sich nimmt. Der Autor beschreibt derartige Situationen immer mit einer Prise Humor. Auf dem Hike sind derartige Entscheidungen Alltag, für Außenstehende mag einiges davon schwer nachvollziehbar oder befremdlich sein.

Auch einige Ortsbeschreibungen wecken lebhafte Erinnerungen.

Als Leser bekommt man auch ein wenig Einblick in das Leben in den USA, wenn man keine reichen Eltern hat. Einige der Mitwanderer von Scout (Trailname des Autors) hatten keine reichen Eltern oder ein behütetes Leben. Es hilft es nichts, wenn einen die Unis wie Havard oder Princeton akzeptieren, wenn man nicht das Geld dafür hat. Am Falle von Scout und seiner Frau, die eher die Oberklasse darstellen wird wieder deutlich wie groß die Unterschiede in den USA sind.

“You folks don’t give up. You’re all crazy, but if there is ever a World War III, I want you on my side”

Auch Sex und Drogen in der Vergangenheit von einer Hikerin spielen eine Rolle. Diesbezüglich fühlt man sich sehr stark an das Buch Wild von Cheryl Strayed. Was dieses Buch unterscheidet ist, dass der Autor ein erfolgreicher Tripple Crowner ist, er halt also den PCT und auch die beiden anderen großen Trails beendet. Cheryl ist absolut planlos in ihren Hike gestartet. Allerdings liegen zwischen Cheryls Hike und dem Hike von Scout diverse Jahre und das macht besonders bei Ausrüstung und Informationsquellen einen riesigen Unterschied.

Es geht um verschollene Hiker, Liebesbeziehungen und andere Erlebnisse auf dem Trail. Nach meiner Erfahrung kann das alles passieren aber das macht sich primär gut in Büchern (Drama) und die Wahrscheinlichkeit ist eher gering. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich nicht weiß wie viele von den zig Pärchen die ich entlang des Trails getroffen habe schon vorher zusammen waren. Vielleicht ist also spontan doch mehr gegangen als ich mitbekommen habe.

Die Trailfreundschaften, die besonders am Ende beschrieben werden sind heute eher außergewöhnlich. Die wenigsten Hiker laufen für andere zurück oder warten längere Zeit und von denen die das machen kommen die meisten nicht in Kanada an. Trotzdem lösen sich nach dem Trail viele Freundschaften so schnell wieder auf wie sie auf dem Trail entstanden sind und andere überdauern die Jahre.

Was ich selbst erlebt habe ist die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft mancher Amerikaner. Sei es um Trail Angel zu sein, einem Hiker von A nach B zu bringen oder bei irgendwelchen Problemen zu unterstützen.

Es wird sehr deutlich wird wie klein die Unterschiede zwischen “jemand bricht den Trail ab” und “man läuft bis zu Ende” sein können. Ein falsches paar Schuhe, die richtigen Worte zur richtigen Zeit oder ob man die Blasen gleich öffnen oder erst am Abend. Jede Entscheidung beeinflusst das Endergebnis. Das sollte man besonders auf dem ersten Trailstück beachten. Einige (wie ich) sind dort übermotiviert (nein mann kann nicht alle Schmerzen weghiken und am Anfang vom Trail von eine 2000er Tagesdosis Schmerzmittel ist überhaupt nicht gut) und einige bereits zu relaxt.

On the PCT, we all lived on such a slender thread. Sometimes it could be a pay phone in the State of Jefferson.

Ein noch deutlicheres Beispiel: Quert man den Fluss direkt oder sucht sich einen Baumstamm? Je nach Fluss ist beides gefährlich. Im günstigen Fall bekommt man bei der Flussdurchquerung nur nasse und kalte Füße. Wenn man direkt weiter Läuft ggf. auch Blasen- Im ungünstigen Fall kann man ins Wasser fallen oder mitgerissen werden. Eine Querung über einen Baum ist auch nicht ungefährlich (je nach Höhe) kann das leicht zu einem gebrochenen Körperteil führen, wenn man abstürzt. Solche Situationen findet man auch im Buch und auch auf dem PCT. Wenn ich durch 20 Flüsse laufe kann das genauso den Trail deutlich verzögern oder beenden, wie vom Baumstamm abrutschen.

Selbst ein paar Tage früher oder später zu starten kann in Washington zu riesigen Unterschieden führen.

Ohne mehr zu Verraten gerade am Ende des Buches wird es wirklich spannend und das Buch entwickelt sich zum unterhaltsamsten PCT Buch.

Fazit:

Das Buch liest sich recht locker weg und ist mehr ein Unterhaltungsbuch als eines, dass man primär zur Vorbereitung des Trails nutzt. Das Buch ist interessant, wenn man seine Vorbereitung weitgehend abgeschlossen hat und noch ein wenig mehr Trailluft schnuppern will, bevor es los geht oder andersrum, wenn man einfach wissen will wie es ist einen Langstreckentrail zu wandern (also noch überlegt selber zu wandern oder einfach nur mal in die Welt eines Thru-Hikers eintauchen will).

“It’s my mouth that hurts. It doesn’t affect my ability to hike” After falling with one splintered and one heavly damaged tooth.

Es wird mal mehr mal weniger deutlich erwähnt was einem auf einem Langstreckentrail erwartet. Als jemand der noch nicht auf dem Trail war überliest man derartige Sätze aber oft. Stürmisches Wetter und eisige Temperaturen? Das liest sich zu Hause bei angenehmer Temperatur im Sessel oder Bett ganz anders, als wenn man es gerade mehrere Tage erlebt mit nassen Klamotten und nassem Zelt. Dann können solche Erlebnisse sogar dazu führen, dass man das Unternehmen PCT Hike in Frage stellt oder abbricht. Genauso wie Sätze wie “heute hatten wir ein paar Moskitos” aus dem Buch in der Realität eher 30-50 Stichen pro Tag entsprechen können.

Die ansonsten beschriebenen Beziehungen auf dem Trail und das gegenseitige Miteinander hat es früher in der Form wohl stärker gegeben (oder ich habe es 2019 einfach nicht so stark erlebt). Das wird zum Teil an der sehr stark gestiegenen Anzahl der Hiker liegen. Früher kannte man noch alle auf dem Trail. Heute ist das quasi unmöglich, bei 50 Startern täglich, die alle in unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen.

Heute befinden sich die Hiker teilweise im Wettkampf um Zimmer, Wasser, Campspots. Klar sorgen sich Hiker immer noch umeinander, aber aufgrund der schieren Masse und der ständig wechselnden Bekanntschaften ist das – gefühlt – wesentlich weniger als früher der Fall. Es fällt heute wesentlich später oder überhaupt nicht auf, wenn jemand fehlt, wenn man nicht gerade in einer Gruppe wie z.B. in den Sierras unterwegs ist.

Die aktuell sehr positiven Rezensionen bzw. auch die Kommentare stammen vermutlich zum Großteil von Freunden / Bekannten des Autors, trotzdem sind sie berechtigt. Ich bin dankbar dafür, dass ich bei Scout und Frodo in San Diego übernachten durfte und auch in diesem Buch wird deutlich, dass der Autor (Scout) und seine Frau außergewöhnliche Menschen sind.

Eine andere Erkenntnis aus dem Buch ist. Vielleicht braucht es für viele wirklich eine Gruppe um den Trail bis zum Ende zu laufen. Ich habe an vielen Stellen die Freiheit bevorzugt, dass ich Zeros machen kann wann und wie ich mag, dass ich laufen kann wie weit ich möchte, dass ich morgens niemanden störe egal wann ich aufstehe und dass ich Pause machen kann wann und wie ich will ohne das jemand anderes davon betroffen ist. Andersrum sind in diesem Buch aber auch genügend Beispiele von Leuten, die alleine den Trail viel eher beendet hätten, als sie es Leuten um sich rum getan haben.

Für die 7000 Hiker, die bei Scout und Frodo übernachtet haben, sollte allein die Motivation etwas von dem zurück zu geben, was sie selbst vor Ort erhalten haben genügend Grund sein das Buch zu kaufen.

“When does it stop hurting? Three months. … Three months after you get off the trail”

Das einzige Problem an dem Buch ist: Danach hat man wieder Lust auf den PCT zu gehen. Jetzt, sofort und mit Covid weiß man aktuell nicht mal, ob das nächstes Jahr wieder möglich ist. Also Vorsicht als PCT Hiker wird man rückfällig. 😉 Das Buch ist etwas wie der Alkohol für einen Alkoholiker.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wer waren wohl die Sponsoren, die den Mario Brüdern für die Vollendung des Trails 4000$ zur Verfügung gestellt haben? Kommt ihr zum gleichen Schluss wie ich? Schade, dass man nachher nichts mehr von denen hört. Sind sie angekommen? Hat das Geld geholfen?
  • Das Ende ist wie so oft bei PCT Büchern sehr abrupt aber ich vermute so ist es für die meisten PCT Hiker. Irgendwann ist man vor Ort und zack ist die gemeinsame Zeit vorbei. Die Ausländer haben nur ein limitierte Visum und das Leben geht weiter. Man verliert sich sehr schnell aus den Augen. Der PCT ist eine temporäre Zeitblase in der man ein paar Monate in einer anderen Welt leben kann. Die Standardsorgen sind weggeblasen, dafür hat man ganz andere viel elementarere Probleme.
  • Entweder sind 2007 fast nur US Bürger auf dem Trail gewesen oder die Blase von Scout und Frodo bestand nur aus US-Bürgern. Es wird nicht ein Ausländer erwähnt. 2019 war die Zusammensetzung natürlich immer noch so, dass primär US-Bürger unterwegs waren aber auch Niederländer, Deutsche, Australier, Kanadier, Franzosen und von Leute von diversen anderen Ländern.
  • Ich finde es erstaunlich wie wichtig vielen PCT Hikern das Ziel Kanada ist (ich hatte das nie so sehr im Fokus) und wie sehr sie sich über das Ziel definieren / motivieren. Jeder der ein paar hundert Meilen auf dem PCT war hat bewiesen, dass er / sie hart ist. Der Rest (ob man wirklich in Kanada ankommt) ist auch viel Glück (wie man auch im Buch immer wieder erkennt). Als ich noch auf dem Zielstrahl Kanada war war mir zwar jede Meile wichtig (ich habe im Gegensatz zu vielen anderen Hikern kein Stück übersprungen, wenn sich die Gelegenheit bot) aber wie kann es einem so wichtig sein in Kanada anzukommen, wenn man vorher schon Teile des Trails ausgelassen hat? Dazu kommt, dass es primär für die Hiking Community und einen selbst relevant ist, ob man in Kanada angekommen ist. Der Rest der Welt interessiert sich nicht die Bohne dafür (so ist zumindest meine Erfahrung hier in Deutschland – die wenigsten Menschen haben derartige Träume oder sind daran interessiert).
  • Den Kommentar “Treffe weise Entscheidungen” sollte man eigentlich einrahmen und am South Terminus aufhängen. Nichts ist wichtiger für einen PCT Hiker als dieser Hinweis. Die Kunst ist zwischen weise, übervorsichtig und unverantwortlich zu unterscheiden. Jeden Tag und bei jeder Meile.

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Norwegen Hurtigruten Frühling / Frühjahrserwachen 2014 [Reisebericht]

Die erste große Schiffstour

Bei dieser Tour hatte ich anfangs etwas Bedenken, nicht etwa weil ich nicht Seefest wäre. Ich bin sogar ziemlich Seefest.

Bzgl. der Seefestigkeit sollte man auch nicht zu sehr einen Kopf machen, es sei denn es ist einem schon übel, wenn man ein Schiff sieht. Die Schiffe auf der Hurtigrute fahren weitgehend ziemlich geschützt an der Küste lang. Es gibt nur relativ kurze Abschnitte auf denen man über offenes Meer fährt und ein wenig Geschaukel und Schränkeklappern hört halt auf einem Schiff auch mal dazu.

Ich war vorher nie mehrere Tage auf einem Schiff unterwegs und somit stellten sich mir einige Fragen:

Fällt mir die decke auf den Kopf? Ist mir zu langweilig? Ist mir der Bordalltag zu spleenig?

Dementsprechend habe ich mich vorher informiert und bei Hurtigruten hörte sich alles recht entspannt an (abseits des Preises, der ist eher Apotheke). Langeweile kommt nicht auf, wenn man gerne die Landschaft betrachtet, denn das kann man im Frühling bereits fast rund um die Uhr.

Man kann an jeder Anlegestelle runter vom Schiff, Bürokratie und Förmlichkeiten wie auf Kreuzfahrtschiffen gibt es nicht. Allerdings st der Komfort gemessen am Preis auch sehr überschaubar. Wer Kabinen auf Kreuzfahrtschiffen kennt, wird ein anderes Preisleistungsverhältnis gewohnt sein. Dafür ist die Menschenmenge der an Land strömenden Besucher allerdings auch überschaubarer.

Ein Kreuzfahrtschiff ist aber auf der Hurtigrute auch keine Alternative. Das hängt damit zusammen, dass die Hurtigrute sehr nah der Küste entlang fährt und viele Stellen von Kreuzfahrtschiffen auch nicht angefahren werden können oder dürfen.

Wir haben uns für die vollständige Tour entschieden Bergen – Kirkenes – Bergen. Da einige Anlegestellen jeweils nur in einer Richtung mit Anlegezeiten am Tag angefahren werden, muss man auch in beide Richtungen mitfahren, um wirklich alles zu sehen. Wenn ich mich für eine Richtung entscheiden müsste wäre das allerdings eindeutig die Nordvariante. Die Tour ist aber schon kurz genug, wenn man in beide Richtungen fährt und finanziell hält sich der Unterschied auch eher in Grenzen.

Ausflüge

Da die Ausflüge in der Regel auf die Durchschnittsmenge an Besuchern ausgelegt sind, die Hurtigruten anliefert, kann es auch schon mal zu Engpässen kommen.

Mittlerweile hat Hurtigruten aber das Konzept der Ausflüge komplett verändert. Insofern sind die evtl. nicht mehr direkt vergleichbar.

Wir haben bei den Touren einige Leute dabei gehabt, die keine organisierten Ausflüge gemacht haben. Stattdessen haben sie dann jeden Tag eine Flasche Wein getrunken (zur Erklärung Alkohol ist in Norwegen so teuer, dass man dafür auch diverse Ausflüge machen könnte). Viele Dinge lassen sich in den beschränkten Zeitfenstern aber anders nicht erledigen als mit den organisierten Ausflügen. Zumal man die Sicherheit hat, dass das Schiff nicht ohne einen abfährt, selbst wenn es 10 oder 15 Minuten länger dauert.

Da ich noch nicht wusste, das ich später noch mal auf der Hurtigrute bin, haben wir an Ausflügen alles mitgenommen was sich irgendwie interessant angehört hat. Das war allerdings 2014 schon teuer, später hat Hurtigruten dann dramatisch die Preise erhöht (fast verdoppelt – ich vermute um die eigenen Ausflüge / Expeditionspackete zu pushen).

2014 und auch bei meiner zweiten Tour mit Nordlicht 2018 wurden die Ausflüge nicht von Hurtigruten durchgeführt, sondern extern. Es gab auch keine Expeditionen / Expeditionsleiter oder inkludierte Ausflüge. Das Konzept wurde erst danach eingeführt.

Ausflüge, an denen wir teilgenommen haben:

  • Jugendstil Rundgang – Sehenswert, kann man auch allein machen, dann verpasst man aber einige Hintergrundinfos. Kann man machen, muss man aber nicht machen.
  • Bootsafari zum Saltraumen – das ist eine Fahrt mit einem RIB Boot zu einer sehr starken Unterwasserströmung, die bei uns Achtung: An der Oberfläche nicht mal zu sehen war 😉 Aber die Fahrt lohnt sich trotzdem. Die alternative Bustour würde ich nicht machen, die Bootstour kann ich nur empfehlen. Die Fahrt kann aber schon recht rumpelig sein. Das ist keine seichte Bootsfahrt.
  • Winterabenteuer Husky – Für mich war das Erlebnis auf derart viele Huskies zu treffen spannender als die Schlittenhundefahrt. Ich hatte anfangs befürchtet, dass die Tiere unter eher schlechten Bedingungen gehalten werden, der Eindruck hat sich aber nicht bestätigt. Von den Hunden durch die Gegend gezogen zu werden war mal ganz interessant aber würde ich nicht nochmal machen. Wenn dann würde ich lieber hinten stehen und den Schlitten lenken und mitarbeiten (ja, die Hunde benötigen schon ein wenig Unterstützung).
  • Das Nordkap – Der Ausflug ist Pflichtprogramm und gehört zu jeder Hurtigrutentour dazu (bei der zweiten Tour im Winter sind wir allerdings wegen zu viel Schnee nur auf der Seeseite vorbeigefahren)
  • Schneehotel in Kirkenes – Ausgefallen mangels Hotel (war gerade am wegschmelzen)
  • Hammerfest Die nördlichste Stadt der Welt – Kann man machen, muss man aber nicht
  • Inselwelt der Vesterålen – Sollte man aus meiner Sicht mal mitgemacht haben. Gerade die etwas längeren Ausflüge zeigen einem auch ein wenig abseits der Küste und sind alleine schon deswegen interessant
  • Inselwelt der Lofoten – Siehe vorherige Ausflug – auch empfehlenswert
    Stadtrundgang durch Trondheim – Auch hier gilt, dass man sich die Stadt auch selber anschauen kann aber das dauert etwas länger, wenn man sich nicht auskennt
  • Malerische Atlantikstraße – Das ist DER must have Ausflug, der allerdings sehr am Wetter hängt. Im Winter gibt es den Ausflug nicht
  • Seadler Safari – Die Adler werden mit Fisch angelockt. Es lassen sich nebenher auch sehr viele Tauben anlocken. Je nach Standort (man wechselt auf ein kleines Schiff) sehr tolle Bilder aber das ist natürlich sehr künstlich. Gut für die Natur ist das sicher nicht.
  • Wir hatten vorab die Schneemobil tour gebucht in einem Bereich, wo mit Ziemlicher Sicherheit Schnee gelegen hätte. Da diese Tour einschließlich mutmaßlicher Nordlichtsichtung aber wegen Bauarbeiten ausgefallen ist, haben wir dann versucht vor Ort noch eine andere Tour in etwas südlicheren Gefilden zu buchen. Das hat aber mangels Schnee nicht geklappt.
  • Das  Ringve Museum in Trondheim ist eine absolute Empfehlung. Das ist nach meinem Wissen Weltweit relativ einzigartig und wir haben es besucht. Es sind dort eine ganze Reihe seltener und teilweise sehr spezieller Instrumente ausgestellt. Das ist an sich schon interessant aber noch viel spannender ist, dass während der Führung davon auch diverse zum Einsatz kommen und gespielt werden.

Ansonsten gibt es noch Magic Ice und das Museum als Ausflüge. Im Gegensatz zur Tour 2018 war das Museum 2014 noch inkludiert. Dafür war es allerdings extrem voll. Magic Ice haben wir bei dieser Tour verpasst, da wir beim Anlegen auf der Gegenüberliegenden Seite des Speisesaals gesessen haben. Unser Reiseleiter auf der Tour hat gefühlte 75% in die falsche Richtung geschickt. Das ist direkt neben der Anlegestelle und wenn man auf der Anlegeseite ist, kann man es auch nicht übersehen. Allerdings muss man dann durch das Gebäude durch und dann sieht man es nicht mehr, wenn man nicht weiß wo es ist oder dort ein Schild steht (bei uns stand kein Schild da).

RIB Boot Safari

Wintertour oder Frühjahrserwachen?

Wer an den Ausflügen Interesse hat, die wir bei diese Tour verpasst haben, sollte sich meinen zweiten Reisebericht zur Wintertour anschauen.

RIB Boot Safari

Im Gegensatz zur Tour 2018 (08.03-17.03), war die Tour 2014 nur etwa 1,5 Monate später (24.04-04.05) aber diese anderthalb Monate haben dramatische Auswirkungen auf Temperatur, Tageslicht und darauf, ob man das Nordlicht sieht oder eben nicht.

RIB Boot Safari

Wenn man (gute) Chancen auf das Nordlicht haben will, dann schließt das diverse Ausflüge und Erlebnisse aus, die es im Winter nicht gibt. Als Beispiel sei der Ausfug Malerische Atlantikstraße oder ein Besuch im Trollfjord genannt.

Unser Ziel bei der ersten Tour war das beste aus Winter und Frühling mitzunehmen und wir haben uns die Zeit so ausgesucht, dass wir einige Ausflüge aus dem Frühling und einige aus dem Winter dabei hatten (Schneehotel, Schneemobil, Schlittenhundefahrt).

Die Trollfjord im Trollfjord

Die Idee ist nur begrenzt aufgegangen, weil das Schneehotel kurz bevor wir dort waren für die Saison geschlossen wurde. Ab einem bestimmten Grad der Schneeschmelze macht es  keinen Sinn mehr, das Hotel offen zu halten bzw. ist dann auch zu gefährlich. Bei den Schlittenhunden hatten wir so gerade noch Glück und die Schneemobilfahrt hat auch nicht stattgefunden (bzw. die gebuchte ist ausgefallen und die alternative war zu weit im Süden und somit ohne genügend Schnee). Das Nordlicht war auch mangels Dunkelheit auf der ganzen Tour nicht zu sehen

Zu Besuch bei den Hukys

Dafür haben wir alle Frühlingsaktivitäten mitgenommen.

Und sonst?

Im Gegensatz zur zweiten Tour habe ich sehr viel mehr Zeit draußen verbracht (ich war fast immer vorne auf dem Schiff). Das hat mit Sicherheit zum Teil an den bereits deutlich angenehmeren Temperaturen gelegen. Zum Teil vielleicht auch daran, dass ich bei der zweiten Tour nicht mehr das Gefühl hatte, dass ich jede Minute aufsaugen muss, weil ich die Landschaft  schon gesehen hatte.

Unterwegs mit den Huskys

Selbst wenn man die Landschaft schon kennt, ändert sich das Wetter auf der Tour aber teilweise auch sehr schnell. Somit kann eine bereits bekannte Passage trotzdem einen ganz neuen Reiz entwickeln.

Es wird zwar immer seltener, dass Fracht mit der Hurtigrute verschickt wird aber die Hurtigrute ist eben kein Kreuzfahrtschiff

Zum Essen und zu den Essensabläufen habe ich mich in meinem zweiten Bericht schon ausgelassen, somit werde ich dazu hier nichts schreiben. Auch auf die organisatorischen Abläufe wie Einschiffung, an und Ablegen usw. war ich im ersten Bericht zur zweiten Tour bereits eingegangen.

Das Nordkapp

Unsere Kabine auf der Trollfjord lag auf der Ebene des Rundgangs. Das ist zwar insofern etwas lästig, da regelmäßig Leute vor der Kabine vorbei laufen (unsere Kabine war im Vorderen bereich des Schiffes aber zur Steuerbordseite. Somit Stand niemand vor unserem Fenster. Tagsüber kann man auch fast nicht von draußen rein schauen. Sobald man innen Licht anmacht, heißt es aber Vorhang zu oder Laufsteg. 😉

Der Vorteil ist aber, dass man sehr schnell draußen ist, wenn etwas zu sehen ist oder eine Durchsage kommt. Das ist bei Hurtigruten immer wichtig. Egal, ob man das Nordlicht sucht, im Frühjahr unterwegs ist, wie bei dieser Tour oder einen Ausflug in die Antarktis wagt.

Fliegen organisiert von Hurtigruten? Nein, danke.

Ein besonderes Negativevent auf dieser Tour hat die Abreise dargestellt. 2014 gab es German Wings (leider) noch. Die Gäste wurden alle relativ früh vom Schiff abgeholt (primär wohl, damit man das Schiff schnell für die nächsten Gäste fertigmachen kann). Am Flughafen standen dann mehrere hudert Gäste vor einem – mit einer Person – besetzen Check in Schalter.

An der russischen Grenze

Dann wurde gedrängelt was das Zeug hielt, egal wie alt, egal wie Gesund oder Klapprig. Sobald die Leute das Schiff verlassen hatten, wo sie sich ohne Probleme ohne Gehhilfen und Rollstuhl bewegen konnten, waren plötzlich alle behindert und konnten ihre eigenen Koffer nicht tragen. Das hat an Flughäfen den Vorteil, dass man sich gemütlich an den Schlangen vorbeischummeln kann.

Zu Beginn standen wir jedenfalls irgendwo in der Mitte der Schlange. Gegen Ende waren wir dann so ziemlich die letzten die am Schalter angekommen sind. Ist schon erstaunlich wie schnell plötzliche Behinderungen um sich gegriffen haben.

Irgendwann hat Geman Wings dann noch realisiert, dass es wohl helfen könnte kurz vor Abflug noch jemand zweiten an den Schalter zu stellen.

Ein Higlight war dann noch eine Rentnergruppe, die erst meinte sich arg dreist vordrängeln zu müssen (dafür waren sie wohl fit genug) und dann nicht in der Lage war die Koffer aus Band zu stellen, weil der ja zu schwer ist. Am besten war dann nach der Vordrängelaktion der Kommentar: Stellen Sie mir den Koffer auf das Band, sonst dauert es noch länger, bis sie in den Flieger kommen.

Ganz schlechte Idee!

Seeadler Safari

Die konnte auf jeden Fall froh sein, dass mein Cousin ihr den Koffer auf das Band gestellt hat. Von mir hätte sie den eher woanders hin bekommen aber nicht aufs Band. 😉

Mit etwa 20 Minuten Verspätung hat der Flieger dann abgehoben. Ich bin niemals vorher und bisher auch niemals nachher so gestresst aus einem Urlaub abgereist.

Stockfisch

Auf den zwei Folgetouren mit Hurtigruten waren die Flüge übrigens nicht wesentlich besser. Ich kann also nur abraten von den inkludierten Flügen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Gemessen am Preis ist das teilweise eine Zumutung was Hurtigruten sich leistet.

Fazit:

Abseits von einigen Ausflugsausfällen, die teilweise dem Wetter und teilweise anderen Umständen geschuldet waren war es eine tolle Tour. Die Tour hatte mehr vom Frühling als vom Winter und jede Jahreszeit hat auf der Hurtigrute ihre eigene Faszination.

Malerische Atlantikstraße

Die Preise sind bei Hurtigruten recht gesalzen aber das ist an anderen Orten auch nicht besser.

Ich bin ein Paar Jahre später erneut mit der Hurtigrute unterwegs gewesen auf einer Wintertour mit Polarlicht. Zusätzlich war ich mit Hurtigruten in der Antarktis.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

3. Lesequartal 2019

Auch etwas verspätet aber hey, weit schneller als das 2. Quartal.

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Dark Elements Glühende Gefühle – Jennifer L. Armentrout

Vierter und meiner Meinung nach bisher bester Teil aus der Dark Elements Reihe. Mit diesem Buch bleibt Armentrout zwar in der Welt, die sie in den ersten drei Büchern eingeführt hat, führt aber neue Charaktere ein. Ich empfehle aber die drei vorherigen Bände vorher zu lesen, weil man in diesem Band “alte” Bekannte trifft und das Lesen gleich mehr Spaß macht.

4.5 out of 5 stars 4,5/5


 

Zwei nach Shanghai – Paul Hoepner, Hansen Hoepner

Zwei nach Shanghai - Paul Hoepner, Hansen Hoepner

Das Buch handelt von den Erlebnissen zweier Brüder, die mit dem Rad von Deutschland nach Shanghai fahren und dabei eine ganze menge Abenteuer erleben.

4 out of 5 stars 4/5


Throne of Glass – Sarah J. Maas

Throne of Glass Die Erwählte - Sarah J. Maas Throne of Glass Kriegerin im Schatten - Sarah J. Maas Throne of Glass Erbin des Feuers - Sarah J. Maas Throne of Glass Königin der Finsternis - Sarah J. Maas Throne of Glass Die Sturmbezwingerin - Sarah J. Maas Throne of Glass Der verwundete Krieger - Sarah J. Maas Throne of Glass Herrscherin über Asche und Zorn - Sarah J. Maas

Serie um eine Assassine, die aus der Hölle gerettet und anschließend in diverse Abenteuer verstrickt wird, die einen ganz wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Fantasywelt haben. Die Serie steigert sich über die Bücher. Teil 5 und 7 sind genial. Die anderen könnten manchmal etwas mehr Schwung vertragen.

4 out of 5 stars 4/5


1001 Dark Knights The King – Jennifer L. Armentrout

1001 Dark Knights The King - Jennifer L. Armentrout

Ich fand den ersten Teil der Serie spannender. In diesem Teil passiert relativ wenig. Das Buch fühlt sich eher wie das Bindeglied zum Finale an. Insofern bin ich gespannt auf den letzten Teil.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


 

Zwei nach Shanghai [Buch]

Zwei nach Shanghai - Paul Hoepner, Hansen Hoepner

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Paul Hoepner, Hansen Hoepner

Titel:

  • Zwei nach Shanghai – 13600 Kilometer mit dem Fahrrad von Deutschland nach China (273 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Hansen muss so gut wie überhaupt nicht geschlafen haben, stattdessen bekam ich nachmittags eine ziemlich ausführliche E-Mail, in der er eine etwa 13000 Kilometer lange Route in 150 Etappen eingeteilt hatte. Spätestens da wusste ich: Mein Bruder meinte es bitterernst.

Paul und Hansen sind Zwillingsbrüder und entschließen sich mit dem Fahrrad nach Shanghai zu fahren.

Das Buch beginnt direkt mit einer Gefahrensituation. Nachdem ich nun selbst auf dem Pacific Crest Trail unterwegs war, kann ich das etwas besser nachvollziehen.

Im stillen Kämmerlein liest (trocken, warm, sicher) sich die Situation weit witziger / angenehmer, als sie in der Realität war. Das lässt sich einem Leser oder Zuhörer nur schwer vermitteln. Solche Situationen ergeben sich aber zwangsläufig auf einer Derartigen Reise.

Als sie uns fragen, woher wir kommen und wohin wir wollen, und wir wahrheitsgemäß antworten, dass wir auf dem Weg nach China sind, schauen sie uns halb belustigt, halb fassungslos an. »Die sind doch bekloppt«, ruft der eine dem anderen zu, das kann ich verstehen, auch wenn ich kein Wort Lettisch spreche.

Die Zwillingsbrüder sind vom Typ her sehr verschieden (bisher, dachte ich immer, dass das Gegenteil der Fall ist), sind sich aber trotzdem sehr nah aber es fliegen auch oft genug die Fetzen. Das Buch ist abwechselnd von beiden Perspektiven geschrieben.

Das Buch pickt sich diverse Situationen aus der Vorbereitung und der Reise heraus und lässt aber auch größere Teile aus. Insgesamt hatte ich aber das Gefühl einen ganz guten Überblick zu bekommen. Das Buch gibt realistisch wieder, dass eine derartige Tour einerseits ein Traum aber eben auch oft beinhart ist.

Die Reise beginnt in Deutschland und geht über Polen, Litauen, Lettland, Russland, Kasachstan, Kirgisistan nach China.

Es gibt die Aussteiger, dazu würde ich auch Nils zählen, es gibt die Leute, die ganz besonders von ihrem Fahrzeug begeistert sind und es an seine Grenzen bringen möchten, wie André, es gibt die Sinnsuchenden, wie Gilles und Lucie, es gibt die Extremsportler, die Abenteurer, die Kulturinteressierten und diejenigen, die für eine Zeit den Kopf freibekommen möchten.

Wie heißt es so schön? Wenn einer eine reise tut, dann kann er was erzählen. Bei den beiden ist auch einiges an Glück dabei. Von versehentlichen fast Grenzübertritten bis zum Entkommen von gewaltbereiten und betrunkenen Verfolgern ist alles dabei.

Man sieht auch, dass so eine Reise – die auf Bildern und vor dem geistigen Auge ganz toll aussieht, eben nicht nur toll ist und man irgendwann einfach die Nase voll hat. Das kenne ich so auch von meiner PCT Tour.

Wie so oft in derartigen Reiseberichten menschelt es sehr. Manchmal hilft es einfach mit den Leuten zu reden und Probleme lassen sich aus der Welt schaffen. Ob es verlorene Pässe oder andere Dinge sind, auch wenn es eigentlich nicht gehen sollte.

Fazit:

Paul strampelt wütend neben mir her und senkt den Kopf wie ein angriffslustiger angriffslustiger Stier: »Verdammt, ich hab einfach die Schnauze voll von dem Ganzen. Fahren, essen, schlafen, fahren, schwitzen, und immer die gleichen doofen Fragen.

Sehr interessante Reiselektüre und absolut empfehlenswert auch wenn eine derartige Reise sicherlich nicht jedermanns Sache ist.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Zwei um die Welt in 80 Tagen ohne Geld
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

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