Norwegen Hurtigruten mit Nordlicht 2018 [Reisebericht]

Die Tour

Ich bin normalerweise kein Kreuzfahrer, weil mir die Schiffe in der Regel viel zu groß sind. Ich mag es nicht, wenn ich mich nicht wie auf einem Schiff fühle. Die großen Schiffe sind fast wie Städte oder riesige sich bewegende Hotelanlagen. Das hat mit dem Reisen auf einem Schiff nicht mehr viel zu tun.

Wenn man Norwegen bereist kommt man an Hurtigruten aber nicht wirklich vorbei. Die Postschiffreise ist legendär und man gelangt dabei ein ganzes Stück über den Polarkreis. Man sollte es kaum glauben aber bei der Antarktistour bin ich nicht ansatzweise so weit nach Süden gekommen, wie man bei der klassischen Postschiffreise nach Norden kommt. Bei der Antarktistour berührt man den Polarkreis nicht mal, während man bei der Postschiffreise deutlich darüber hinaus kommt.

Dies war nicht meine erste Tour mit auf der klassischen Route Bergen / Kirkenes / Bergen (die Tour hatte ich schon gemacht – wobei diese Tour in Trondheim also einen Tag eher geendet hat). Die Tour dauert 11 Tage (die volle Tour dauert 12 Tage).

Auf der Tour Richtung Norden fahren die Schiffe primär tagsüber die Häfen an, die auf der Rücktour nachts angefahren werden und andersrum. Somit sieht man wenig doppelt, auch wenn man die Tour vollständig macht.

Auf der Tour fahren diverse Schiffe mit verschiedenen Größenordnungen und Technikstufen. Die größten Schiffe können maximal ca. 1000 Leute beherbergen (aber nicht so viele Übernachtungsgäste – somit wird diese Anzahl nie auch nur ansatzweise erreicht). Im Gegensatz zu einem richtigen Kreuzfahrtschiff ist das noch überschaubar, mir aber schon groß genug.

Die Jahreszeiten und Ausflüge

Die Angebote und Erlebnisse bei der Hurtigrutentour schwanken ganz stark je nach Jahreszeit. Im Winter bekommt man kaum Tageslicht zu sehen. Es wird nie richtig hell, sondern es ergibt sich eine diffuse Lichtstimmung. Dafür sind die kleinen Häfen und Häuser, die entlang der Route stehen toll beleuchtet und man hat die größten Chancen Nordlicht zu sehen, wenn der Himmel nicht zu bewölkt ist.

Der Frühling erlaubt einem im Norden teilweise noch Wintererlebnisse zu machen, während in Bergen schon die ersten Pflanzen blühen. Da es zu dieser Jahreszeit fast schon durchgehend hell ist, kann man das Nordlicht schon nicht mehr sehen.

Der Sommer bietet das Erlebnis der Mitternachtssonne. Es wird nie dunkel und im Extremfall streift die Sonne nur den Horizont, bevor sie wieder aufgeht. Das ist die beliebteste aber mit Abstand die teuerste Reisezeit (ca. doppelt so teuer wie die Tour im Winter).

Der Herbst dreht sich primär um das Einbringen der Ernte und die Möglichkeiten, die einem die Natur in dieser Region bietet.

Zu jeder Jahreszeit werden von Hurtigruten spezifische Erlebnisse und Ausflüge angeboten. Beispielweise ist es im Winter möglich das Schneehotel zu besichtigen, mit Hundeschlitten oder Schneemobilen zu fahren.

Im Sommer Frühling oder Sommer können Fjorde und Straßen befahren werden, die im Winter nicht zugänglich sind.

Daher greift das Werbeversprechen hier wirklich, dass die Tour zu jeder Jahreszeit ein einzigartiges Erlebnis ist.

Bei unserer ersten Tour (zu der ich später noch einen separaten Reisebericht schreiben werde), haben wir und auf die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling konzentriert und versucht aus beiden Jahreszeiten die besten Ausflüge mitzunehmen. Das hat teilweise funktioniert (Huskys – Winter, Küstenstraße – Frühling) und teilweise auch nicht (Schneehotel – Winter, Schneemobil – Winter, Nordlicht – Winter).

Somit stand für mich fest, dass ich die Tour auf jeden Fall noch mal machen möchte, um diese Erlebnisse nachzuholen.

Dieses Jahr bot sich an, weil ich noch recht viel Urlaub aus dem Vorjahr übrig hatte und weil Hurtigruten ab diesem Sommer neue Preise für die Ausflüge angesetzt hat, die extrem hoch sind (die Ausflüge waren vorher schon teuer).

Die Planung

Wie man im vorgenannten Punkt bereits raus liest beschränkt sich die Planung primär darauf welche Ausflüge man machen möchte (bzw. wenn man keine organisierten Ausflüge macht, sollte man sich vorher ein Wenig mit den Orten beschäftigen in denen das Schiff anlegt und was man dort machen möchte).

Speziell die Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten bieten die Möglichkeit Ausflüge aus beiden Jahreszeiten zu nutzen. Das aber mit dem erhöhten Risiko, dass das Wetter verhindert, dass die Ausflüge stattfinden.

Teilweise werden auch Sondertouren angeboten. In unserem Fall eine Themenreise Nordlicht und Sterne. Dabei wurden zwei Reiseleiter flankiert von zwei Mitarbeitern einer Universität, die auf dem Schiff mehrere Vorträge zum Thema Nodlicht und Sterne gehalten haben. Weiterhin konnten sich Fotografen Tipps zum Thema “wie fotografiere ich Nordlicht” abholen.

Der Tourverlauf

Gen Norden

Die Tour beginnt in Bergen und von dort geht es Richtung norden bis Kirkenes (also weit über den Polarkreis) nahe der russischen Grenze. Da wir bei der ersten Tour schon sehr viele Ausflüge mitgenommen hatten, ging es dieses Mal primär darum die noch fehlenden, interessanten Ausflüge nachzuholen bzw. Ausflüge, die beim ersten Mal mangels genügend Schnee und zu warmer Temperaturen ausgefallen waren. Dazu gehörten der Besuch des Schneehotels und eine Schneemobiltour.

Nach unserer Ankunft in Bergen kam zuerst das obligatorische Einschiffungsprogramm bei dem es darum geht die Sicherheitsmaßnahmen zu vermitteln.

Danach haben wir das Schiff möglichst schnell verlassen um noch ein bisschen durch Bergen zu Laufen. In Bergen ist primär der Bereich Bryggen interessant, der einem auch sofort auf Bildern begegnet, wenn man nach Bergen googelt. Etwas versteckt dahinter liegt eine Bergbahn, die einen recht hoch auf einen Stadtberg bringt. Aufgrund des Diesigen Wetters war die Kopfstation nicht zu sehen, weshalb wir uns entschlossen haben den Berg nur zum Teil und zu Fuß zu erklimmen. Ganz generell sind die Norweger ein Naturvolk. Alles was mit Aktivitäten in der Natur zu tun hat (wander, Skifahren usw.) steht also hoch im Kurs.

Nach unserer kleinen Erkundungstour sind wir dann zum Schiff zurückgekehrt und dann ging es auch schon los.

Schiffsbegegnung mit Schnee und den Decksstrahlern

Am nächsten Tag haben wir Ålesund erreicht, was durch seine sehr schöne Innenstadt mit Jugendstilhäusern glänzt. Wie fast an allen Orten mit längerem Aufenthalt des Schiffes kann man auch Ausflüge Buchen aber Ålesund kann man genauso alleine erkunden. Bei dem Rundgang in Ålesund bekommt man etwas mehr über die Geschichte von Ålesund erzählt was man sich ansonsten selbst erarbeiten müsste (ich habe beide Varianten gesehen und beide Varianten haben Vor- und Nachteile). Besser oder schlechter gibt es in dem Fall also nicht. Es kommt darauf an wie die eigenen Prioritäten liegen. Wenn man etwas mehr über die Geschichte wissen will oder bestimmte Gebäude auch von innen sehen, dann ist der Ausflug gut. Wenn man einfach selber die Stadt erkunden möchte, dann kann man auch allein los ziehen.

Auf der Tour begegnet man zweimal am Tag (entweder im Hafen oder Unterweg) anderen Hurtigrouten Schiffen. Die Begegnungen sind je nach Laune der Brückencrew und des Verhältnisses zwischen den Schiffscrews teilweise spektakulär. Von Konkurenzkämpfen der Crew / Passagiere über Dauerschiffshorn + Flutlicht, Hubschrauberlandung auf dem Nachbarschiff, biss stilles Passieren kann alles passieren.

Auch in Trondheim gibt es viel zu sehen. Neben dem Nidaros Dom und den umlegenden Museen (die teilweise so bescheidene Öffnungszeiten haben, dass man sie nicht besuchen kann) gibt es mit Rockheim ein Rockmusik Museum, die Brücke, den einzigartigen Fahrradlift dahinter und das überragende Ringve Museum was in der Form glaube ich Weltweit seines gleichen sucht (dazu mehr im anderen Bericht).

Wie man auf den Bildern sieht ist bei der Postschiffreise aber auch die Schiffstour an sich spektakulär, weil man sich fast immer in Landnähe bewegt und es somit sehr viel zu sehen gibt.

Und Ruck zuck überquert man auch schon den Polarkreis, was die Polarkreistaufe nach sich zieht.

In Bodø haben wir an der “Arktischen Küstenwanderung” teilgenommen. Kurz vor dem Ausflug hat es noch so stark geschneit, dass man fast nichts sehen konnte. Selbst am Anfang des Ausfluges war das noch so. Nachdem wir nun Spikes unter den Schuhen hatten (die auch dringend erforderlich waren), sind wir zum Strand gelaufen und innerhalb von Minuten hat sich das Schneegestöber in traumhaften Sonnenschein verwandelt, der die Landschaft wirklich in ein tolles Licht gerückt und eine mystische Stimmung erzeugt hat.

In Svolvær haben wir Magic Ice besucht, was sich direkt am Hafen befindet und wirklich sehenswert ist. Das hatten wir leider bei der ersten Tour verpasst, weil der Reiseleiter es miserabel beschrieben hat und wir bei der Hafeneinfahrt genau auf der anderen Seite vom Schiff im Restaurant saßen, von wo aus es nicht zu sehen war. Eigentlich kann man das nicht übersehen aber wenn das Schiff davor steht und man durch das Gebäude durchgeht und der Reiseleiter einen dann nach rechts, statt nach links schickt, dann wird man keinen Erfolg haben. Abends ist es – wie man sieht – auch stark beleuchtet. Wenn es also draußen dunkel ist, dann fällt es sehr stark auf.

 

Der berühmte Trolljford wurde bei dieser Tour nicht befahren. Dabei handelt es sich um einen sehr engen Fjord in dem das Schiff hinten in einem kleinen Bereich auf der Stelle dreht. Das ist also eines der Erlebnisse, die man auf der Wintertour leider verpasst (dazu mehr im anderen Bericht).

Trollfjord

Trollfjord (Einfahrt)

Desto weiter wir Richtung norden fuhren, desto mehr Schnee gab es. Allerdings wurde das Wetter auch immer schöner. Dieses mal hatten wir das beste Wetter im Nördlichen Tourbereich. Die Temperaturen sind aufgrund des Golfstroms nicht so gering, wie man das vielleicht erwarten wurde. Knapp unter 0 Grad war das kälteste was wir hatten aber in Kombination mit starkem Wind kann das gefühlt verdammt kalt sein.

In Tromsø haben wir zu Fuß die Eismeerkathedrale besichtigt und anschließend eine neu erbaute Bergbahn genutzt um einen Traumhaften Blick auf die Region zu bekommen. Oben sollte man außerhalb der Station gutes Schuhwerk tragen, weil es dort keine befestigten Wege gibt und man über Schnee und Eis läuft.

In der Nacht gab es dann die ersten kurzen Nordlichteindrücke. Das Nordlicht kann 30 Sekunden sehr stark erscheinen und dann war es das, es kann auch ein mehrstündiges Vorspiel geben, dass sehr verheißungsvoll ist und dann passiert nichts weiter, es kann Stundenlang ein regelrechtes Feuerwerk am Himmel geben oder es kommt Phasenweise mal stark mal schwach. Es ist nicht vorhersagbar.

In der ersten Nacht war das Nordlichtvernügen kurz und intensiv. In den Folgetagen hatten wir teilweise Nordlicht und Wolken aber es hat sich auch eine Nacht geboten, in denen wir ein mehrstündiges Feuerwerk geboten bekommen haben.

Das Beobachten des Nordlichtes ist ein wenig wie scheue Tiere beobachten. Man benötigt sehr viel Geduld (Stunden) und die richtige Kleidung. Es ist arschkalt nachts im Wind. Offiziell sagt Hurtigruten zwar Nordlichtsichtungen durch aber bis man nachts aus dem Bett raus ist, kann das Nordlicht schon dreimal wieder weg sein. Hier gilt also ohne Fleiß kein Preis.

Wenn man das Nordlicht fotografieren möchte, dann benötigt man zwingend ein Stativ und im eine Camera mit sehr guten Nachteigenschaften (großer Sensor) und im Optimalfall der Funktion automatisch Bilder in bestimmten Abständen aufzunehmen.

Interessant ist übrigens, dass das Nordlicht auf Fotos oft schöner aussieht als in der Realität. Das liegt daran, dass unser Auge bei wenig Licht zuerst grau sieht und dann später erst Farben. Die Kamera kann das durch etwas längere Belichtungszeiten ausgleichen, was auf einem Schiff aber immer problematisch ist, weil man Seegang hat und somit verwischte Fotos.

Man benötigt also ruhige See, keine Wolken und den entsprechenden Teilchenstrom von der Sonne, der auch lokal dort auf die Atmosphäre treffen muss, wo man sich gerade befindet. Mit anderen Worten man benötigt sehr viel Glück.

Das Nordkapp wird normalerweise an Land besucht (mehr dazu im zweiten Bericht). Dieses mal waren aber alle Straßen zugeschneit und der Kapitän hat spontan entschlossen uns die Besichtigung von Seeseite zu ermöglichen.

Danach stand die Schneemobilsafari an, die einwirklich tolles Erlebnis war. Vorab ich habe nun Lust auf mehr und kann mir durchaus vorstellen mal einen Kurzurlaub nur auf dem Schneemobil zu machen, bei dem eine größere Strecke zurückgelegt wird. Der Ausflug war so angelegt, dass man an einer etwas größeren Landzunge vom Schiff auf einer Seite im Hafen abgesetzt wurde. Während das Schiff die Landzunge umrundet fährt man mit dem Schneemobil die gerade Strecke auf die andere Seite, wo man vom Schiff wieder eingesammelt wird.

Der Ausflug dauert rund 2,5 Stunden und jeder hat sein eigenes Schneemobil bekommen (was übrigens sehr cool war – da man mit dem Gerät keine Erfahrung hat und man auf evtl. Mitfahrer Rücksicht nehmen müsste, wollte ich das genau so haben – es gibt auch einen anderen Ausflug bei dem man zu zweit fährt und sich nach der Hälfte der Zeit abwechselt).

Leider sind wir im Konvoi gefahren (das ist immer so bei den Hurtigruten Ausflügen mit dem Schneemobil) und die erste Person war dermaßen langsam unterwegs, dass wir ich nie über 40 km/h gekommen bin. Und das ging auch nur, weil ich mich zwischendurch immer etwas habe zurückfallen lassen um dann wieder Gas zu geben. Sonst hätte es keinen Spaß gemacht, weil ich dann nur mit 20 rumgetuckert wäre. Die Schneemobile schaffen aber rund 130 km/h – wohl eher was für gute Pisten und / oder geübte Fahrer.

Ein Schneemobil fahren ist relativ einfach. Mit dem Daumen gibt man Gas (bei unseren Mobilen war die Reaktion darauf relativ gutmütig). Wenn man vom Gas geht, hat man eine spürbare Automatikbremse. Zusätzlich gibt es eine Handbremse, die man sehr vorsichtig betätigen sollte, sonst geht’s ab über den Lenker. Die Schneemobile fahren auch in Schneeverhältnissen, in denen laufen kaum möglich ist und es macht tierisch Spaß mit den Dingern durch die Gegend zu heizen!

Eine gewisse Mindestgeschwindigkeit ist aber pflicht, sonst funktioniert die Griffheizung nicht und es wird verdammt kalt an den Händen (trotz der Handschuhe).

Die komplette Ausrüstung bekommt man übrigens gestellt und sie war trocken (bei den Huskys habe ich das auch schon anders erlebt).

In Kirkenes haben wir diese Mal das Schneehotel besucht, was jedes Jahr ein eigenes Thema hat und knappe 30 Räume. Das Hotel wird jedes Jahr neu gestaltet und die unheimlich stürmischen und lebensfrohen Huskys sieht man dort auch (die Huskys sehen übrigens ganz anders aus als die Kanadischen Huskys, die wir i.d.R. als Bild im Kopf haben).

Gen Süden

Die Südtour ist nicht ganz so interessant wie die Nordtour aber auch auf dem Rückweg gibt es noch einiges zu sehen.

In Vardø haben wir bei der alten Festung einen Eindruck davon bekommen wie viel Schnee in Norwegen aussehen kann. Das war ein Gebäude innerhalb der Festungsmauern. Die Mauern kann man in dem Schneechaos auf dem Bild nicht gut ausmachen. Es ist der hohe Wall außen rum, der komplett im Schnee versunken ist.

Im weiteren Verlauf haben wir eine recht spektakuläre Übung zu einer Rettungsaktion zu sehen bekommen, die auch nicht alltäglich ist. Bei dieser Übung wurde ein Arzt und zwei Sanis abgeseilt um dann mit einem Verletzten vom Hubschrauber wieder aufgenommen zu werden.

Auch Hammerfest hat sich von einer sehr schönen, sonnigen aber auch sehr verschneiten Seite gezeigt.

Nach Hammerfest hatten wir das stärkste Nordlichterlebnis, obwohl wir schon keine ganz große Hoffnung mehr hatten.

Auf einem weiteren Überlandausflug mit einem Bus haben wir uns die Gegend um Trondenes angesehen.

In Stokmarknes betet sich die Gelegenheit das Hurtigrutenmuseum zu besichtigen, was man auf jeden Fall machen sollte. Bei der ersten Tour war das Museum noch kostenfrei aber dafür auch sehr voll. Dieses mal wurde Eintritt genommen – dafür war es ein wenig leerer.

Mit einem längeren Aufenthalt in Trondheim ging die Tour dann zu Ende. Bei den mal wieder sehr langen Flughafenaufenthalten habe ich die Gelegenheit zum Lesen genutzt.

Und sonst so

Die An- / Abreise war dieses mal wahrlich kein Highlight. Die erste Tour war diesbezüglich schon schlecht, weil der Germanwings Schalter damals total unterbesetzt war (dazu mehr bei dem separaten Reisebericht, wenn ich den schreibe) aber wenigstens war es ein Direktflug.

Dieses Mal hatten wir Flüge mit Zwischenlandung und mehrstündigem Aufenthalt in Koppenhagen, Dänemark. Dummerweise dann aber auch nicht so lange, dass es sich gelohnt hätte außerhalb des Flughafens groß was zu unternehmen. Der Flughafen in Koppenhagen war nach meinem empfinden einfach nur unangenehm. Der Flughafen war total überfüllt, laut und das Essen schlecht und teuer. Da gibt es viel bessere Flughäfen.

Der einzige Vorteil war dieses Mal, dass wir eine organisierte Themenreise hatten und somit zwei eigene Busse, die vor allen anderen abgefertigt wurden.

Ich hatte oben erwähnt, dass wir eine Themenreise zum Thema Nordlicht hatten. Dummerweise waren auf dem Schiff 7 Gruppen mit gleichartigen Themenreisen in deutsch, englisch und französisch. Somit war das Schiff komplett ausgebucht. Trotzdem war das aber ok und nicht so schlimm wie befürchtet. Draußen wurde es immer nur kurz voll, wenn es was besonderes zu sehen gab (weil es einfach arschkalt war im Wind) und auch das Nordlicht wurde von der Masse nur kurz begrüßt (aus gleichen Gründen).

In Trondheim wollten wir eigentlich noch Rockheim besichtigen. Leider sind wir unsere Koffer weder im Zugbahnhof, noch im Busbahnhof los geworden. Im Busbahnhof hätten wir viel Hartgeld benötigt und im Zugbahnhof wurden nur nationale Karten zum Bezahlen genommen.

Das Essen ist bei Hurtigruten übrigens ziemlich gut. Das Frühstück haben wir immer relativ früh wahrgenommen. Erstens hat man dann mehr vom Tag und zweitens ist es noch nicht so überfüllt. Ich es morgens überhaupt nicht, wenn ich mich schon beim Frühstück stressen muss.

Mittags sollte man schauen, dass man die Hauptzeit etwas meidet. Sowohl beim Frühstück als auch beim Mittagessen gibt es freie Platzwahl und Buffet.

Beim Abendessen gibt es fest zugeteilte Tische (i.d.R. Zweier oder Vierertische). Dieses Mal hatten wir einen Zweiertisch. Bei der ersten Tour hatten wir einen Vierertisch. Beides hat für und wieder. Wenn man den ganzen Tag zu zweit unterwegs war gibt es nicht mehr ganz so viel zu erzählen. Andererseits stört es aber auch niemanden, wenn man nach dem Essen schnell verschwindet, weil man sich noch etwas anschauen will. Am Vierertisch kann man Glück und Pech haben. Man hat während der ganzen Tour dieselben Tischnachbarn. Wir konnten uns bei der ersten Tour aber nicht darüber beschweren.

Abends gibt es je nach Schiffsbelegung zwei Essenssitzungen. Eine um ca. 18:00 und die andere um ca. 20:30 – je nach Schiff unterschiedlich. Die erste ist i.d.R. die bessere.

Der Nachtisch beim Mittagessen ist auf der Trollfjord (so hieß unser Schiff) sowohl auf der ersten als auch auf der zweiten Tour göttlich gewesen. Kalorien +++ aber superlecker. Meist gab es mehr als 5 Sorten Nachtisch und jeden Tag mehrere Eisbomben. Wer auf der Tour nicht zunimmt ist selber schuld. Es gibt aber wie überall auch genügend Leute die das Essen nicht gut finden.

Im Gegensatz zu Kreuzfahrtschiffen ist das ein und Aussteigen ruck zuck erledigt, wenn nicht gerade alle vorm Ausgang stehen und raus wollen. Selbst für einen 5 Minuten Stopp kann man raus, auch wenn die Crew das dann nicht ganz so gerne sieht. 🙂

Etwas seefest sollte man sein aber die Schiffe haben sogar Stabilisatoren, obwohl man fast nur in Landnähe fährt. Wir hatten auf der Tour eine Nacht echten Seegang. Den Rest der Zeit konnte man das nicht wirklich als Seegang bezeichnen, auch wenn einigen dabei schon schlecht wird und die dann schon jammern wie stark sich das Schiff bewegt.

Fazit:

Tolle Tour, bei der wir genau die Sachen erlebt haben, die bei der ersten Tour aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich waren.

Nordlicht ist definitiv ein Erlebnis aber man ist sehr stark geprägt durch die Marketingbilder und hat i.d.R. eine falsche Erwartungshaltung.

Aufgrund der Kürze der Tour und des recht hohen Preises ersetzt das aber nur bedingt einen klassischen Urlaub und man muss sich überlegen, ob es einem das wirklich wert ist.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.