Alaska + Yukon 2022 [Reisebericht]

Vermutlich kennt fast jeder irgendwen, der schon mal von der Weite und der Natur in Alaska geschwärmt hat. Grizzlys direkt am Straßenrand und nur hier kann man noch Natur pur erleben.

So ziemlich jeder kennt auch die Goldrausch Geschichten und denkt bei Namen wie Dawson, Klondike, Yukon oder Whitehorse direkt an diese Geschichten oder Western. Dazu gibt es noch Bücher wie z.B.  Yukon 3000km im Kanu durch Kanada und Alaska und entsprechende Dokumentationen, die das Interesse steigern.

Da uns Japan noch immer zu unsicher war bzgl. der Corona Regeln, stand also für dieses Jahr Alaska / Yukon auf dem Plan.

Tag 1

Wir fahren zu Hause um ca 5:45 los damit wir wegen den aktuellen Problemen mit der Personalkapazität früh am Flughafen sind.

Die Fahrt zum Flughafen verläuft unproblematisch, wir sind um ca. 7:35 am Flughafen und erwischen quasi die optimale Parkreihe. In Parkhaus 1 Terminal 1 ist das ca. Reihe 28. Als wir bei Condor ankommen gibt es drei Warteschlangen. Eigentlich war eine Trennung zwischen Gepäckabgabe und Checkin vorgesehen. Die Trennung der Warteschlangen wird aber bewusst vom Personal aufgelöst. Somit warten alle gleich lang, egal ob man sich vorher die Mühe des Onlinecheckins gemacht hat und nur sein Gepäck abgeben muss oder ob das volle Prozedere mit Impfnachweisen ansteht.

Wir warten wegen lahmer Arbeitsgeschwindigkeit eine Stunde bis wir unsere Koffer abgeben können. Die Mitarbeiterin weist uns darauf hin, dass für uns eigentlich die andere Seite zuständig gewesen wäre (die hatte aber noch zu als wir angekommen sind).

Anschließend geht es zum Sicherheitscheck der auch 45 Minuten dauert. Mit diversen Wegezeiten sind wir genau zum Checkin und 9:40 am Gate. Als wir im Flieger sind, kommt die Nachricht, dass Koffer fehlen, die angeblich 20 Minuten später kommen sollen. Faktisch fliegen wir 45 Minuten später los.

Die Koffer werden teilweise einzeln nachgeliefert. Bei so viel Aufwand zum Nachliefern kein Wunder das nichts Funktioniert.

Danach steht ein Wagen mit Koffern auf dem Rollfeld, die nicht für uns waren und wie sich bei Ankunft in Anchorage rausstellt fehlen noch immer Koffer. Alleine schon in unserer Reisegruppe von 20 Personen fehlt einer.

Beim Flug ist alles knapp, die Becher, die Cola usw. und auch bei der Crew fehlt eine Person. An allem ist Corona Schuld (das ist übrigens mittlerweile weltweit die Ausrede für gefühlt fast alles 😉 ).

Ich schaue mir auf dem Flug Djungle Cruise und mangels Auswahl Hexen Hexen an.

Wir fliegen sehr weit in den Norden und bekommen im Bereich von Grönland tolle Bilder von vereisten Bergen und  Eisschollen geboten. Das habe ich so vorher noch nie erlebt.

Wegen Gegenwind verlieren wir weiter 15 Minuten, weil wir Sprit sparen müssen, obwohl uns der Pilot vorher eigentlich das Gegenteil angekündigt hatte.

Somit sind wir eine Stunde später in Anchorange. Da die Einreisekontrolle auch noch mal 45 Minuten dauert haben wir nur noch 15 Minuten Zeit bis zum Termin, bei dem wir und für den Rundflug bereitmachen sollen. Wir sprechen kurz mit der Reiseleiterin und sie bietet uns an, dass sie unsere Koffer und Hotel nimmt und im Bagage Room platziert.

Das Wetter bei 90 Minuten Gletscherrundflug ist durchwachsen. Mal regnet es leicht, mal ist es trocken. Bären und Elche sehen wir noch keine, obwohl die Natur direkt hinter den Stadtgrenzen beginnt. Und 15:00 sind wir zurück.

Anschließend versuchen wir noch eine Ausguckpunkt vor dem Flughafen zu erreichen (gute Sicht auf landende Flugzeuge). Es beginnt aber zu regnen und die Straßen sind mal wieder nicht auf Fußgänger ausgelegt was unseren Fortschritt merklich verzögert. Wir drehen nach einer Weile um und sind um kurz nach 17:00 im Hotel, weil die Reiseleitung uns um 18:00 in der Lobby treffen will.

Beim Checkin benötigen wir über 30 Minuten und bekommen eine regelrechte Comedyshow geboten. Der Gäste werden auf der Suche nach Zimmern gestört, weil man nicht weiß welche Zimmer belegt sind.

Das muss man sich so vorstellen, dass der – wie nennt man die offiziell? Ich sagel politisch unkorrekt Kofferträger die Zimmertür aufreißt, der Gast im Zimmer in welcher Bekleidung auch immer verdutzt schaut, und das ganze dann beim nächsten Zimmer wieder.

Unsere Koffer finden sich nicht im Bagage Room und auch nicht im Zimmer. Mir schwant böses. Um 18:00 geht es zur Besprechung die gut zwei Stunden dauert und maximal chaotisch ist. Es gibt ein Fomular, dass den Veranstalter gegen so ziemlich alles absichert, ein Gesundheitsformular für den gleichen Zweck. Hallo, das ist eine Rundreise? Was soll schon groß passieren? Und wenn ich irgendwo runterspringe war das schon immer mein Problem. Wir sind alle erwachsen und die Reiseleitung ist nicht meine Mutter / Vater.

Für den Grenzübertritt nach Kanada muss man in einer App, ein Konto erstellen, den Reisepass und die Impfungen + Zertifikate ablegen. Wegen der schlechten WLAN Versorgung wird das zur Geduldsprobe nach einem >25 Stunden Tag mit dem Vorlauf.

Ich verstehe aber auch nicht warum man die Leute  nach einem so langen Tag noch so viele Formulare ausfüllen lässt. Auch mehrfaches Nachfragen bzgl. unserer Koffer erhalte ich nur ausweichende Antworten des Tourgides. Es stellt sich heraus, dass sie im Ausgangsbereich des Flughafens vergessen wurden. Glücklicherweise finden sie sich um kurz nach 21:00 ein. Danach essen wir noch etwas und sind um ca. 22:30 im Bett. Was für ein Tag.

Tag 2:

Wir fahren nach einer kleinen Stadtrundfahrt Richtung Denali.

Mittags gibt es eine Picknickpause. Das Wetter ist durchwachsen. Nachmittags haben einen Rundflug bei Denali. Wir haben sogar relativ viel Glück mit dem Wetter. Allerdings treffe ich leider versehentlich bei dem sehr starken Gewackel im Flieger aufgrund der Thermik den Button für die manuelle Belichtung. Ergo gibt es leider die besten Fotos nicht, da die alle extrem über- / unterbelichtet sind.

Bei der Canon ist mir auch ein Fehler unterlaufen, die Stand auf ISO 1600 statt auf bis zu 1600 noch von den Vergleichstests. Das ist sehr unskillig was ich gerade zusammen knipse. Heute war es bei den Bildern echt ärgerlich. Ihr dürft mir somit glauben, dass das reale Erlebnis deutlich besser als die Bilder war. Ich hatte leider direkt vor dem Urlaub keine Zeit zum üben. Das rächt sich gerade massiv.

Die Glacier Rundflug in Anchorage und der Denali Rundflug haben deutlich andere Schwerpunkte. Der in Anchorage war meist kurz über dem Boden. In Denali geht es auf bis zu 20.000 Fuß hoch.

Die Preise in Alaska sind unglaublich. Ein paar Beispiele:

  • Eine Dose Bier in Denali an der Frittenbude 12€ (die Cola haben sie übrigens links versteckt, damit man auch erst in das andere Regal greift)
  • Ein Burger mit Bier Denali 36€ (Frittenbude)
  • 70 Minuten Rundflug Denali 400€
  • Abgepacktes Sandwich im Supermarkt 7-10€

Man kann also getrost alles mit 2 Multiplizieren wenn man deutsche Preise als Basis nimmt und das auch schon eher in einem Touristengebiet.

Tag 3:

Heute fahren wir ca. 4,5 Stunden mit dem Transportbus in Denali rein und wieder raus. Längere Touren gibt es aktuell nicht mehr, weil die Straße durch einen Steinschlag zerstört wurde. Wir sehen aber sowohl zwei Grizzlybären, diverse Karibus und einen Elch. Das Wetter ist wieder sehr durchwachsen. Nachmittags gibt es als Füllprogramm eine Miniwanderung. Tiertechnisch war es das auch so ziemlich auf der Tour. Später sehen wir noch mal einen Grizzly am Straßenrand.

Tag 4:

Morgens hat es geschneit. Der Busfahrer im Denali Nationalpark hatte gestern schon angemerkt, dass der erste Schnee gefallen ist.

Heute fahren wir von Dawson nach Fairbanks wir wir Mittags ankommen.

Nachmittags besuchen wir in Fairbanks ein wirklich gutes Automuseum, dass sich primär auf die Frühzeit der Automobile fokussiert. Das gehört meiner Meinung nach mit zu den Weltbesten, auch wenn es überschaubar groß ist.

Auch heute lernen wir mal wieder wir sehr man sich auf die Aussagen der Reiseleitung verlassen kann. Wir hatten ihr gesagt, dass wir ins Automuseum möchten und uns dafür mittags im Pioneer Park absetzen (das war um ca. 12:00). Sie hatte uns dann gesagt, dass wir um 14:00 durch sind und dann ins Museum können. Faktisch waren wir um 15:30 mit dem Programm durch und um 17:00 macht das Museum zu. Das war eines der Beispiele wo sie lügt, wenn die Realität ihr nicht passt. Das kam später auch vor, da ist sie dann aber von uns überführt worden. 😉

Später behauptet sie dann, dass der White Pass Zug kaputt ist und wir deswegen die Zugfahrt nicht machen können. Die Mitreisenden grummeln zwar aber akzeptieren es. Wir schauen im Internet nach und der Zug ist weder kaputt noch nicht buchbar. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sprechen sie darauf an und nun sind angeblich die Kreuzfahrtlinien Schuld, die riesige Kontingente Buchen und die später wieder stornieren. Um Ausreden ist die gute Frau also nicht verlegen. Faktisch buchen wir die Zugfahrt selbst und da sie nun in Zugzwang ist, bekommen auch alle anderen die Zugfahrt im kaputten Zug.

Tag 5:

Der heutige Tag ist ein Fahrtag mit über 600km Strecke + Grenzüberquerung nach Kanada.

Die Hauptsehenswürdigkeit ist die Alaska Range bei traumhafter Aussicht. Das Wetter ist heute top. Das ist auch das Beste Wetter was wir auf der Tour zu sehen bekommen.

Tag 6:

Den heutigen Tag verbringen wir in Dawson. Morgens erwandern wir die beiden Viewpoints. Anschließend schauen wir uns das Museum an. Kurz nach Mittag sind wir mit Dawson durch und abends wird noch das Casino besucht.

Die ersten Moskitos haben uns auch erwischt. Es gibt noch viele davon, auch wenn die Hauptzeit im August vorbei ist.

Casino im nirgendwo? Das nenne ich mal eine Warteschlange und das ging den ganzen Abend so

Casino im nirgendwo? Das nenne ich mal eine Warteschlange und das ging den ganzen Abend so

Tag 7:

Heute haben wir Traumwetter und eine tolle Bergkulisse auf einer Exkursion von Dawson nach Norden. Heute plagen uns die Moskitos auch etwas.

Das ist mit der beste Tag der Tour, weil wir einfach irgendwo in die Pampa fahren und dort etwas Wandern. Das ist Yukon, Alaska, das kann man mit dem Fahrzeug wirklich nur begrenzt erleben.

Tag 8:

Es geht von Dawson nach Whitehorse.

Viel mehr gibt es an dem Tag auch nicht zu berichten. Scheinbar hat die Reiseleiterin sich auch verfahren. Wir fahren 450 km, obwohl nur 290km vorgesehen waren oder die Angabe stimmt einfach nicht. Viel Gelegenheit zum Verfahren gibt es in Alaska / Yukon nicht wirklich. Das Wetter ist noch mal top.

Tag 9:

Heute fahren wir nach Skagway um den White Pass mit dem Zug zu befahren. Dafür müssen wir eine Bergkette überqueren. Das Wetter ist auf der anderen Seite sehr durchwachsen. Die Strecke ist durchaus sehenswert.

Tag 10:

Heute fahren wir zur Heynes Junction. Es gibt ein paar Fotostops entlang des Weges aber keinen großen Sehenswürdigkeiten. Das Wetter wechselt zwischen Sonne und Wolken.

Abends steht noch ein optionaler Flug über das größte zusammenhängende Gletschergebiet der Welt an. Da es aber hier und dort einige Wolken gibt, entscheiden wir uns dagegen noch einen Flug zu machen. Wie sich später zeigt hat der Flug nicht stattgefunden. Das Wetter ist über den Bergen angeblich zu schlecht. Ich habe gewisse Zweifel, ggf. waren zwei Personen auch einfach zu wenig für den Flug.

Tag 11:

Heute haben wir rund 480km vor uns nach Tok vor uns.

Glücklicherweise gab es heute noch mal schönes Wetter und wir haben direkt neben dem Highway den dritten Grizzly gesichtet. Als der Kleinbus dann umgedreht hat und einige Meter neben ihm angehalten hat, war das aber wohl auch dem Grizzly suspekt und er hat die Flucht ergriffen.

Heute gab es einige Berge zu und Seen entlang des Weges.

Tag 12:

Heute geht es nach Valdez. Ab Heute Mittag gibt es die volle Regenpackung. Insofern gehen uns heute einige schöne Ausblicke durch die Lappen.

Tag 13:

Heute fahren wir mit der Fähre von Valdez nach Whittier und von dort nach Seward. Die 6 Stündige Fährfahrt besteht aus Dauerregen und Nebel. Definitiv zum abgewöhnen.

Nachdem wieder einige aus der Reisegruppe keine passende Kleidung dabei hatten und sich erkältet haben, habe ich mich wohl angesteckt oder Corona. Das ist kurz vor dem Flug natürlich optimal.

Nachdem ein Mitreisender von einigen Tagen bereits eine Erkältung in den Bus gebracht hat (wer braucht schon eine Jacke in Alaska, ist ja total überbewertet), hat der halbe Bus und ich uns angesteckt.

Nachmittags ist für mich Feierabend. Sobald wir im Hotel sind, haue ich mich erst mal ins Bett.

Abends gab es dann für 28$ + Tax pro Person an einer Frittenbude eines der schlechtesten Fish & Chips das ich je gegessen habe.

Tag 14:

Der letzte reguläre Tag der Tour steht an. Wir beginnen um 8:00 mit einer 6 stündigen Schiffstour.

Den Tag habe ich trotz Erkältung relativ gut überstanden, abends zeigt sich dann aber, dass das wohl nur eine Illusion war. Die Nacht schlafe ich quasi überhaupt nicht und bin durchgängig mit Rotzen und Husten beschäftigt. Optimale Voraussetzungen für einen Flug, bei dem man den Druckausgleich hinbekommen muss.

Tag 15:

Heute geht es zurück nach Hause. Nach der vorherigen Nacht mit vielen Nasentropfen und einem nicht sehr annehmen Flug. Glücklicherweise hat das Flugzeug nun ein paar andere Filme an Bord, somit kann ich mir Encanto, Secrets of Dumbledore und West Side Story ansehen.

Fazit:

Das Wetter war – für die Region nicht unüblich  durchwachsen. Abseits davon gibt es in Yukon Alaska sehr viel Natur, die man bei einer Rundreise aber bestenfalls erahnen kann. Oft sieht man schlicht immer gleiche Bäume entlang des Weges (die sehen wirklich auf der kompletten Strecke von rund 4500km gleich aus). Die Dichte der Sehenswürdigkeiten ist geringer als in anderen Regionen der Welt bzw. die Sehenswürdigkeiten sind Primär Berge, Flüsse, Gletscher.

Bären und Elche kann man auch in anderen Regionen sehen (siehe Yellowstone). Auch die Zugfahrt habe ich auf der gleichen Tour um einige Level besser erlebt (bei der hatte man wirklich das Gefühl, dass jeden Moment ein Indianer oder ein Bandit den Zug angreifen oder ausrauben könnte.

Beim Wandern kann man gefühlt zum Beispiel auch in Washington wandern. Das ist günstiger, besser erschlossen / erreichbar und vergleichbar feucht.

Was bleibt ist die ständig präsente Goldrausch und Wild West Atmosphäre (Dawson). Die beiden Elemente sind wirklich unvergleichlich.

Alaska und Yukon sind ein Erlebnis aber ich würde alternativ eher eine Rundreise um die Yellowstone Region empfehlen.

Was ggf. interessant wäre ist z.B. eine Kanutour von Whitehorse nach Dawson. Das sind zwar nicht gerade 3000km aber zum Reinschnuppern ggf. interessant.

Ansonsten ist Alaska unglaublich teuer. Ich kann zwar die Inflation im Rest der USA nicht bewerten, da ich seit 2019 nicht mehr da war. Aber Alaska hat gemäß alter Speisekarten gute 50% Preiserhöhung erlebt.

Zurück aus dem Urlaub und krank

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag bis 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Letterheart verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Da ich unten ggf. einige Markennamen erwähne, kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung.

Aktuelles Buch:

Geheimnis der Götter 2 Flammen - Saskia Louis

Aktuell lese ich die Geheimnis der Götter Reihe. Funke (Teil 1) habe ich durch. An Flammen (Teil 2 bin ich gerade dran). Bisher finde ich die Serie ziemlich gut, weil die Autorin zwar viele Andeutungen macht aber vieles offen lässt. Ich bin bespannt wie kreativ die Auflösung wird. Ich hoffe nicht zu simpel, denn das würde viel vom Reiz der Serie nehmen.

Aktuelle Lesestimmung:

Geheimnis der Götter 1 Funke - Saskia Louis

Die Dunklen Akten 2 Sigillen und Dämonen - Kim Richardson

Die dunklen Akten 1 Zauber und Asche - Kim Richardson

Mederia 6 A Kingdom Beyond - Sabine Schulter

Im Urlaub bin ich nur beschränkt zum Lesen gekommen. Die Tage waren lang und gut ausgefüllt. Daher ist der Fortschritt seit den letzten Leselaunen am 24.07 überschaubar.

Die neu benannte Kampf um Mederia Reihe habe ich beendet und eine Rezension erstellt. Mir gefallen die ersten drei Teile etwas besser als die drei neuen aber das ist jammern auf sehr hohem Nievau und eine Geschmacksfrage.

Die Serie die Dunklen Akten (zwei Teile) habe ich beendet. Ich fand die Hauptcharakterin aber nicht so toll. Die kommt sich immer super taff vor, schlittert aber von einer Situation in die nächste und Überlebt in der Regel einfach durch Glück.

Zitat der Woche:

»Du vergisst, dass auch ich ein Elf bin.« »Oh nein, das könnte ich nie vergessen«, sagt sie lachend. »Du bist manchmal auch ein Esel – aber du bist jetzt mein Esel.« Alia Serie, C.M. Spoerri

Und sonst so:

Ich habe seit den letzten Leselaunen zwei SAP Zertifizierungen erfolgreich abgeschlossen und somit rund 3.500 Seiten Schulungsunterlagen auf dem neusten Stand zertifiziert. Da ich noch 3 weitere Versuche übrig habe, wollte ich diese Woche eigentlich noch zwei weitere Zertifizierungen angehen. Aktuell sieht das aber noch nicht so aus, als wenn das passieren würde.

Von dem Alaska & Yukon Urlaub bin ich heute zurückgekommen und hab entweder a) eine ziemlich ordentliche Erkältung oder b) Corona oder eine Mischung aus beidem mitgebracht. Ich habe gerade mal zwei Schnelltests gemacht, die beide nur Fehler anzeigen. Das hat am Donnerstag angefangen. Freitag ging es mir gefühlt verhältnismäßig gut. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war katastrophal (Naseputzen, Husten statt Schlafen) und der Flug zurück war nun auch kein Highlight. D.h. seit Donnerstag laufe ich mehr oder weniger im Automatikmodus mit Massenhaft Lutschbonbons gegen Halsschmerzen, Nasentropen und Ibu um über den Tag zu kommen. Verschleppen ist halt nie gut, aber bei einer Rundreise hat man auch nicht wirklich die Wahl.

Aber zurück zum Urlaub: Ich werde einen detaillierten Bericht online Stellen. Vorab: Der Urlaub war gut aber nicht so gut wie ich erwartet hatte. Alaska umgibt so ein Mythos weil viele Leute davon schwärmen, dass man nur dort noch so richtig Natur Erleben kann und Alaska unvergleichlich ist. Man sieht Bären direkt neben seinem Fahrzeug usw.

Was das angeht: Ja, man sieht Gletscher (wie überall auf der Welt stark im Rückzug) und davon auch mehr als in anderen Regionen. Gletscher sieht man aber woanders beindruckender. Gleiches gilt für Wale. Elche und Bären kann man sich auch in Yellowstone anschauen und dort gibt es in der nähe viel mehr Attraktionen und landschaftliche Höhepunkte. D.h. in vielen Bereichen fand ich Alaska relativ austauschbar.

Die Goldgräberstimmung ist allerdings stärker ausgeprägt als in anderen Bereichen. Gerade oben in Dawson kommt man sich noch wie im Wilden Westen vor (wenn man die Autos von den Straßen entfernt, könnte man noch einen Western drehen. Die Grenzübergänge ganz oben im hohen Norden sind speziell und man fühlt sich bei den Schotter und Matschpisten durchaus an Remote Areas in Australien erinnert.

Insgesamt war wohl meine Erwartungshaltung etwas überzogen. Und Alaska ist extrem teuer. Nehmt einfach alle Preise, die wir so kennen mal 2 und ich rede jetzt durchaus schon von hohen Preisen. Eine Dose Bier an der Frittenbude 12€, Essen an der Frittenbude in der Regel so 20€ ohne Tip und pro Person.

Weitere Leselaunen

* Andersleser * Letterheart *

Schottland 2022 [Reisebericht]

Allgemeines:

Schottland steht zwar schon länger auf meiner Reise to do Liste aber so ganz weit oben war es nie. Aufgrund der Unsicherheiten bzgl. Corona und auch wegen der (theoretisch) optimalen Reisezeit ist Schottland dieses Jahr deutlich nach oben gerutscht.

Es hat sich um eine geführte Rundreise mit 24 Personen gehandelt. Früher habe ich auch Rundreisen mit deutlich mehr Leuten im Bus gemacht aber darauf habe ich mittlerweile keine Lust mehr. 24 sind aus meiner Sicht schon das Maximum. Der Bus war deutlich größer, das heißt wir haben ca. die hälfte der Plätze belegt. Das ist auf jeden Fall schon mal ganz entspannend.

Abseits von Edinburgh waren die meisten Städte eher klein. Man bekommt in Schottland also viel Natur geboten. Selbst Edinburgh ist für eine große Stadt sehr Naturnah und schön, wenn auch ziemlich schief (diesbezüglich fühlt man sich an San Francisco erinnert).

Das Essen auf der Tour (Veranstalter Wolters / Ikarus bzw. Abbey Tours) war analog zur Irland Tour durchgängig Touristenessen. Das heißt bei den Vorspeisen / Dessert gab es teilweise lokale Angebote. Die Hauptspeisen waren aber fast immer gleich – Fisch, Hühnchen und etwas vegetarisches. Ab und an Gulasch (das ist in den Teigtaschen ja durchaus landestypisch), selten Schwein aber nie Schaf / Lamm.

Wie üblich bei derartigen Touren waren die Stops nicht immer optimal. In Odan hatten wir z.B. viel zu viel Zeit (da kann man außer Essen wirklich nicht viel machen und im Crarae Garden zu wenig, das gleiche galt für das Dunrobin Castle bzw. Inverness (zu wenig Zeit im Castle, da konnten wir die Vorführung des Falkners nicht komplett sehen und zu viel Zeit in Inverness).

In Summe bin ich aber nach wie vor der Meinung, dass eine Gruppenreise auch viel Zeit und Stress spart. Desto kleiner die Gruppe, desto eher sind aber Anpassungen möglich. Das habe ich bei Touren mit weniger als 10 Personen schon öfter erlebt.

Lt. Reiseleiterin waren wir nach Corona ihre erste Gruppe nach 2,5 Jahren Pause. Im nördlichen Bereich 2 weitere Reisebusse getroffen (einer von Dehn, der direkt aus Deutschland gekommen ist, die Reise war deutlich günstiger als unsere – ohne Flug aber dafür länger – Anfahrt / Abfahrt + Fähre). Man hat aber ganz gut gesehen, dass Corona nach wie vor Auswirkungen hat. Es sind diverse Hotels und Sehenswürdigkeiten geschlossen.

Obwohl an vielen stellen in Schriftform noch Maskenpflicht vorgesehen war, hat fast niemand mehr Masken getragen. Wenn doch, primär alte Leute oder Asiaten. Bei einigen Attraktionen hatten die Mitarbeiter noch Masken auf.

Die Hotels sind gerade im Norden relativ einfach aber durchaus ok. Ich hatte ehrlich gesagt mit schlimmerem gerechnet. Das Frühstück war überall sehr gut und international ausgerichtet mit ein paar landestypischen Besonderheiten (wie z.B. Haggis, Porridge). Da wir auf der Tour immer ein Abendessen dabei hatten, habe ich mir mittags meist Sandwiches im Supermarkt gekauft (selbst die kleinen Supermärkte haben in Touristenregionen belegte Sandwiches – das ist auch abseits von Keksen, Chips die mit abstand günstigste Variante).

Für Edinburgh muss man bei gutem Wetter allein ca. 2 Tage einplanen (Stadtrundgang + Arthur’s Seat ca. 7-9h mit botanischem Garten noch mal 2-2,5h extra). Museum 2-3 Stunden, Camera Oscura und World of Illusions 1-1,5h) und für die Burg genötigt man auch 2-3h, Holyroodhouse 1 Stunde). Bei allen anderen Städten reicht in der Regel eine Stunde locker aus.

In den Städten gibt es erstaunlich viele Backupackerunterkünfte und Hostels. Wobei mir im Norden nicht so ganz klar war wie das funktioniert aber ggf. gibt es separate Busse für Backpacker, die auch den Norden befahren. Dort fahren sonst fast nur Autos und Wohnmobile zu sehen. Zumindest direkt nach Corona waren Busse die Ausnahme. Die Infrastruktur ist dort aber auch nicht für viele Busse ausgelegt.

Bezahlen kann man fast überall mit Karte (außer Kleinbeträge in Kiosks). Die Gesamtstrecke lt. GPS betrug ca. 2600km in zwei Wochen (Laufen + Fahren).

Mein privates iPhone 8 hat ja nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Da ich nun dienstlich ein iPhone 12 bekommen habe, wurden die Fotos damit angefertigt. Ich war erstaunt, dass ich die Weitwinkelkamera so oft benutzt habe. Bisher habe ich die immer für verzichtbar gehalten aber die Option ist nicht schlecht.

Tag 1:

Heute haben wir einen Stadtrundgang in Edinburgh gemacht. Dabei stand zuerst Dean Village und Newtown auf dem Programm, anschließend Calton Hill, das Parlament und Arthur’s Seat und dann noch das Elephant House (HP Fans sollten das kennen – ist leider geschlossen, da es dort gebrannt hat) und ein paar Viewspots zum Castle. Das Wetter war super. Das wird wohl gemäß Wetterbericht die Ausnahme bleiben.

Arthur’s Seat Panorama 1

Arthur’s Seat Panorama 2

Tag 2:

Wir gehen um Kurz nach 8:00 Richtung Holyroodhouse House los. Zu der Zeit ist Edinburgh noch angenehm leer, was sich gegen Mittag massiv ändert (so ab 10:00 bis 11 nimmt die Anzahl der Touristen massiv zu).

Das Holyroodhouse können wir erst 9:30 besichtigen. Es ist durchaus sehenswert.

Die The Real Mary Close Führung haben wir um 11:45. Das muss man nicht unbedingt gesehen haben, wenn es nach meinem Geschmack geht.

Um 13:45 treffen wir uns zum ersten mal mit der Reisegruppe und fahren zum Blackness Castle (ganz Interessant, die Burg deckt meiner Meinung nach den Bedarf an Burgen ohne Inneneinrichtung bereits ab). Um 14:00 setzt auch leichter Regen ein und wir beenden den Tag beim Italiener.

Bis auf eine Person sind alle Teilnehmer älter als wir.

Tag 3:

Heute stand eine Stadtrundfahrt in Edinburgh auf dem Plan. Allerdings hatten wir das meiste schon gesehen. Anschließend ging es kurz nach Eröffnung ins Edinburgh Castle. Das ist durchaus sehenswert und eine Empfehlung. Wegen des Besucherandrangs würde ich den Besuch auch eher früh empfehlen. Die lange Schlange verteilt sich in der Burg aber erstaunlich gut.

Von dort ging es zum Sterling Castle (auch sehenswert) und anschließend nach Perth. Das Wetter war mal wolkig, mal sonnig aber in Summe ok.

Tag 4:

Heute steht ein Besuch auf einer Schaffarm und eine Bootsfahrt auf einem Loch auf dem Programm. Der Besuch auf der Schaffarm ist eher was für Leute, die aus der Stadt kommen oder noch nie einen Bauernhof gesehen haben. Die beste Erkenntnis heute: Shortbread ist ziemlich lecker. Das Wetter ist aber ziemlich durchwachsen.

Tag 5:

Heute fahren wir zuerst zum Loch Loman, anschließend geht es zu dem Crarae Garden (sehenswert) und zur Hafenstadt Odan.

Tag 6:

Heute standen 4 Fährtouren und die Inseln Mull und Iona auf dem Programm.

Tag 7:

Heute haben wir neben mehreren durchwachsenen Tagen einen vollständigen Regentag. Zuerst geht es durch Fort William, wo wir den Dampfzug sehen, der auf der Strecke fährt, die der Hogwarts Express in den Harry Potter filmen nimmt. Anschließend  ging es zu Harry Potter Brücke (Glenfinnan).

Als Nächstes ging es mit der Fähre zur Isle of Skye wo wir Portree besucht haben (das kann man sich sparen).

Tag 8:

Morgens besuchen wir das Eilean Donan Castle. Anschließend geht die Reise zum Inverewe Garden (Super) und zu Corrieshalloch Schlucht.

Tag 9:

Heute geht es bei Traumwetter entlang der Küstenstraße nach Norden. Sehenswürdigkeiten entlang der Route war: Knockan Crag Geopark, Balnakeil Beach und Smoo Cave. Eigentlich ist die Strecke aber das eigentliche Highlight.

Panorama Balnakeil Beach

Tag 10:

Heute haben wir ziemlich gutes Wetter und es geht mach Orkney, um die diversen Sehenswürdigkeiten zu Besichtigen. Skara Brae, die Klippen mit den Papageientauchern und Robben, Ring of Borgar. Standing Stones of Stenness und die Kathedrale in Kirkwall.

Tag 11:

Heute habe wir morgens das Dunrobin Castle besucht. Das ist sehr sehenswert und hat eine schöne Gartenanlage und ein kleines Museum zu bieten. Anschließend ging es nach Inverness (langweilig). Abschließend gab es einen Kurzfotostop an Lochness.

Tag 12:

Morgens haben wir eine Destillerie besichtigt. Danach eine Fassreparaturwerkststatt (Küferei) und Nachmittags haben einen kleinen Spaziergang im Cairngorm Nationalpark unternommen (Schnee + Strand und Leute im See Mitte Mai).

Tag 13:

Heute gab es keine lohnenswerten Sehenswürdigkeiten mehr. Wir haben zuerst in dem kleinen Ort Pitlochri halt gemacht. Anschließend haben wir die Dunkheld Kathedrale nur von außen besichtigen können (aktuell gesperrt). Zuletzt haben wird das Huntingtower Castle besichtigt (das lohnt nicht). Als Bonus gab es noch einen Fotostop für die drei Brücken. Wir sind schon ca. Um 15:30 in Edinburgh und besuchen noch die Victoria Street mit den Harry Potter Geschäften. Am Abend gab es noch ein Abschlussessen im The Angels Share. Das  war sehr gut.

Tag 14:

Heute steht nur noch die Camera Obscura bzw. World of Illusions, das Nationalmuseum und ein Mittagessen auf dem Programm. Wir sind relativ zügig durch uns schon um 13:30 im Hotel, obwohl wir dort erst um 15:00 abgeholt werden. Für einen Besuch im botanischen Garten wäre die Zeit aber ziemlich knapp gewesen (ca. 45 Minuten Wegstrecke je Richtung) und wir hätten uns sehr hetzen müssen.

Fazit:

Schottland ist definitiv eine Reise wert. Beim Wetter hat sich das Land vergleichbar unberechenbar bezeigt, wie z.B. auch Irland. D.h. man muss jederzeit mit allem rechnen. Da Wetter war etwas feuchter und Kühler als üblich, aber insgesamt hätte es uns auch schlimmer treffen können.

Insgesamt hat alles ganz gut funktioniert.

Die Preise sind übrigens ziemlich hoch. Ich war erstaunt wie hoch die Preise für Essen sind und das zieht sich durch von einem Restaurant bis zum Burger King.

Wochenrückblick König Ludwig Weg, Zugspitze, Neuschwanstein, Hohenschwangau

Wanderurlaub auf dem König Ludwig Weg.

09.08.2021 – Heide Park und Anreise in Bernried (ca. 15km)

Colossus

Colossus

Da ich vor ein paar Wochen bereits das Ticket für den Heidepark gekauft hatte und mein Zugticket sich auch nur zu Mondpreisen umbuchen lies, gehe ich heute morgen noch mal in den Heidepark. Da die Bahn wieder den neuen Standardservice “Sie müssen eine Stunde eher losfahren, als ursprünglich angekündigt, damit sie zur selben Zeit da sind” verabreicht hat, muss ich aber um 13:30 den Park verlassen. Da der Park aber erst um 10:00 öffnet, kann man nicht so richtig viel in der Zeit machen.

Ich schaffe noch 2 Runden Kraken (eine Vorne, eine in der Mitte), 1x Colossus (vorne) und 1x Desert Race (da kann man sich die Plätze nicht aussuchen aber ich war am Vortag mal vorne). Alle drei Bahnen profitieren davon. Ansonsten habe ich mir noch etwas zu Essen gekauft mangels Alternative. Es ist aber schon bezeichnend, wenn locker die hälfte der Leute selber was mitbringt, weil das Essen im Park echt grenzwertig ist.

Anschließend bin ich zurück zum Hotel gewandert (hin und zurück zum Park waren schon über 6km) und dann kam der Zug natürlich über 30 Minuten später (wegen technischer Probleme), war aber zur gleichen Zeit da, wie er es eigentlich sein sollte. Dazu kam noch, dass ich lt. meinem Plan umsteigen sollte, das aber nicht erforderlich war. Im Gegenteil. Wäre ich da ausgestiegen, wo die Bahn es mir nahegelegt hat, dann hätte ich meinen ICE verpasst.

Kraken

Kraken

Ein Highlight war auch die Erkenntnis am Vortag Abends, dass die Bahn bei der ICE Buchung meine Sitzplatzreservierung verschlampt hat (ich vermute einen Bug bei denen im Buchungsystem oder auch Absicht). Ich habe wahrscheinlich eine Unterbrechung im Buchungsprozess gehabt und dann ging die Buchung zwar noch durch, die Reservierung aber nicht. Eigentlich sollte das unmöglich sein, weil man die Sitzplatzreservierung beim ICE explizit ausschalten muss bzw. man sollte im Buchungsprozess darauf hingewiesen werden.

Natürlich nicht, dafür berechnet die Bahn im Nachgang 5,3€ für die Reservierung, die vorher kostenneutral war. Danke Bahn, für nichts.

Die Anreise im Schloss Hotel war irgendwie spannender als erwartet. Die Beleuchtung auf der ca. 3km Strecke zum Hotel war etwas spärlich. Ich bin aber kurz vor 23:40 angekommen. Dann habe ich mich noch auf die Suche nach dem Zimmer gemacht und offenbar das falsche erwischt. Die geben im Schloss fleißig Zimmernummern in der Konversation an, an den Zimmern steht aber nichts. Selbst auf dem Feuerplan stand nur “Gast”. Offenbar war denen das egal – “Sie haben ja ein Zimmer gefunden, alles gut”.

10.08.2021 – Bernried nach Dießen über Andechs (26km)

Morgens gab es um 6:30 den Weckruf per Feueralarm. Die Feuerwehr kam aber erst nach 10 Minuten (wahrscheinlich waren die auch noch alle im Bett). Kommuniziert wurde auch nicht. Es gab weder eine Entwarnung, noch wurde geprüft welche Personen ggf. noch im Gebäude waren bzw. welche draußen Standen und wie viele Personen lt. Liste im Gebäude sein müssten. Die ganze Aktion wirkte auf mich ziemlich unprofessionell. Vielleicht sollten die das ab und an mal üben. 😉

Wie ich heute feststelle, hat mein Veranstalter den König Ludwig Weg ziemlich kreativ ausgelegt. Der Weg fängt nicht in Bernried an, nicht mal Ansatzweise. Das zieht sich über den ganzen Weg so durch. Ich vermute einfach so waren die Unterkünfte günstiger. Dafür ist man weniger auf dem Weg und muss sich öfter nach dem GPS richten, weil es keinerlei Wegbeschilderung gibt. Bei der ersten Weghälfte musste ich an jeder Abzweigung nachschauen und das waren viele.

Heute bin ich ungefähr nach halber Tagesstrecke auf den König Ludwig Weg gestoßen. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, weiß ich noch nicht genau. Offenbar wird der Weg nicht sonderlich stark bewandert. Dafür sind extrem viele Radfahrer unterwegs. Die fahren oft ziemlich rücksichtslos.

Die Strecke war heute landschaftlich nicht so spannend. Im Prinzip sieht es hier aus wie im Sauerland zu Hause. Offenbar sind die Bayern aber alle zum Urlaub zu Hause geblieben. Hier ist alles extrem überlaufen. So war das verklärte Bild vom Koster Andechs, dass ich mir ausgemalt hatte schnell verpufft. Ich kam mir eher vor wie in einem Freizeitpark. Alles nur mit Registrierung per App und mit langen Warteschlangen.

Somit war mein Andechs Besuch sehr kurz. Ich hätte zwar gerne ein Bier getrunken aber betteln muss ich dafür auch nicht. Das war schade. Es ist ja nicht gerade so, als wenn ich öfter hier vorbeikomme.

Die FFP2 Regelungen in Bayern sind meiner Meinung nach absoluter Schwachsinn. Selbst in der Außengastronomie müssen Masken bis zum Tisch getragen werden. Beim Schiffstransport heute Standen vor dem FFP2 Schild alle ohne Maske eng zusammen und danach dann mit Maske. Auf dem Schiff hatten die meisten dann wieder keine Maske. Komplett ineffektiv, wie das gehandhabt wird.

Andechs

Andechs

Heute Morgen beim Buffet (Krankenhauseinrichtung) war ich wiederum der einzige mit Maske. Bisher erscheint mit die Maskenhandhabung in Bayern reichlich scheinheilig.

Die Hotelangestellten haben teilweise überhaupt keine Masken oder nur medizinische. Der Typ an der Rezeption im Hotel war die Krönung heute. Er hat keine Maske und hat Angst, wenn ihm jemand auf 1,5m nahe kommt, der eine FFP2 Maske trägt. Vielleicht ist da noch nicht angekommen, dass die Abstandsregeln ohne Maske gelten.

Andechs

Andechs

In Dießen an dem Hotel sieht man auch mal wieder schön, wie die Qualität der Hotels nachlässt, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Da hier alles ausgebucht ist, können sich auch sehr durchschnittliche Hotels halten (die Zimmer sehen antik aus, das Essen ist mittelmäßig und für Radfahrer oder Wanderer viel zu wenig und die Wartezeit für Essen beträgt eine Stunde – ich ahne ja  Böses für das Frühstück morgen).

Ich habe übrigens einen von den verrückten Frühstückszetteln beigefügt. Da braucht man fast eine Ausfüllanleitung. Was darf man in welcher Kombination anwählen?

Ammersee

Ammersee

Noch ein fun fact aus dem Hotel. Wozu führt es, wenn man so viel Angst vor Diebstahl hat, dass man zu der Minibar keinen Flaschenöffner belegt, obwohl man für alle Flaschen einen benötigt? Die Leute nutzen die Möbelstücke als Falschenöffner. Sieht klasse aus. 😉

Die Preise sind auch der Hammer in der Region – in einem Café in Herrsching kostet eine  Spezi + kleines Salamibaguette (15cm) ca. 10€. Da ist selbst der “Bäcker” am Bahnhof günstig gegen.

Das Wetter hier ist deutlich heißer und ich hatte mir ja sorgen über Mücken in der Heide gemacht. Da waren kaum welche. Hier in Bayern ist es aber richtig schlimm. Im Wald hatte ich heute zig Mücken und auch größere Viecher wie Bremsen. Im Gegensatz zu Moskitos kann man die beim Wandern leider auch nicht ausbeschleunigen.

Ich bin gespannt wie die Streckenangaben an den Folgetagen passen. Für heute waren 21km angegeben. Das passt vorne und hinten nicht. Die Fenix hat am Ende 28km angezeigt. Das passt auch zum Schrittzähler. Allerdings habe ich natürlich auch ein paar Schritte gemacht, die nicht zum Weg gehören aber so viele sicher nicht.

Mal sehen wie die Folgetage werden aber bisher kann ich nicht nachvollziehen, warum die Region so überlaufen ist. Scheinbar sind die Bayern dieses Jahr alle zu Hause geblieben.  Vielleicht sind das Städter, für die ist der Naturlevel hier sicher was besonderes. Das gibt es auch im Sauerland, aber viel weniger überlaufen und günstiger. Gut, dafür gibt es nicht so viele Gasthäuser und Restaurants wie hier.

11.08.2021 – Dießen nach Wessobrunn + Tassilolinde (16km)

Das Frühstück mit dem abgebildeten Zettel war richtig gut. Es kam alles wie bestellt – damit hatte ich bei dem Zettel eher nicht gerechnet. Klasse.

Die heutige Etappe ist ziemlich kurz. Somit ich bereits mittags vor Ort. So früh war ich im aktuellen Urlaub noch nie am Ziel. Aber nach 1,5 Wochen Wandern ist das auch mal ok.

Einziger Nachteil: Der Gasthof hat heute Ruhetag. Somit bleibt nur der Bäcker / Konditor vor Ort, der aber sehr gut bestückt ist. Die Preise sind im Gegensatz zum Vortag wieder in normalen Regionen.

Zu sehen gab es auf der Etappe neben dem üblichen, Wald, Wiesen und kleinere Dörfer vor allem die Vorläufer von den Alpen. Die kann man zumindest am Horizont erkennen, wenn man freie Sicht hat. Die Etappe hatte leider ziemlich viel  Roadwalkinganteil.

So überlaufen wie gestern war der Weg heute nicht mehr, das lag wohl wirklich an Andechs.

Irgend ein größeres Stechvieh hat mich heute auch erwischt. Aber ich vermute da kommen in den Folgetagen noch ein paar Stiche hinzu.

Die nächsten 3 Tage werden aufgrund der kreativen Wegführung (oder vermutlich eher den günstigsten Angeboten) eher heftig. Die Etappen dürften zum Teil deutlich länger sein, als vom Veranstalter angegeben.

12.08.2021 – Wessobrunn nach Peiting (21km)

Da für heute 28°C angesagt sind und die Etappe die meisten Höhenmeter hat, versuche ich heute früh los zu kommen. Somit ist Frühstück um 7:30 angesagt. Das habe ich bisher immer so gehandhabt. Desto früher, desto besser, besonders an heißen Tagen. Dann ist man im Optimalfall um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag mit der Tagesetappe durch. Um 8:00 war ich dann unterwegs.

Der Hohenpeißenberg ist zwar knapp 1000m hoch aber nur über dem Meeresspiegel. die Grundhöhe beträgt schon 750 – 800 Meter. Somit ist das eher ein hoher Hügel aber trotzdem ist die Rundumsicht ganz nett. Man erkennt in der Ferne auch schon die Zugspitze. Die Sicht war heute ziemlich optimal. Ein richtiges Bergpanorama, wie man es vom PCT gibt, findet man hier aber bisher nicht. Dafür muss man wohl wirklich auf die Zugspitze oder andere “echte” Berge.

Leider bestehen heute 90% auf geteerten Wegen. Auf so harten Böden wandere ich ungern und meine leichten Knieprobleme von gestern (ich vermute eine leichte Schleimbeutelentzündung oder ähnliches) werden bei dem dauerhaften Hartuntergrund immer schlimmer. Um 14:00 komme ich ziemlich humpelnd in Peiting an. Bei dem Schmerzlevel ist es relativ unrealistisch weiter zu wandern.

Auf dem PCT würde ich jetzt einfach einen Ruhetag einlegen. Bei einer vorgebuchten Tour geht das in der Form natürlich nicht. Auf dem PCT hatte ich auch schon mal vergleichbare Schmerzen. Da sich dort aber die Untergründe ständig ändern und man so gut wie nie längere Perioden über Hartuntergründe läuft, ergeben sich derartige Probleme eher nicht oder verschwinden in der Regel schnell wieder.

Es kommt auch mal vor, dass man morgens denkt das geht so nicht mehr weiter, weil etwas stark schmerzt, nachmittags ist es dann mehr oder weniger wieder gut.

Vielleicht rächt es sich nun, dass ich bisher die Hikingstöcke  nicht benutzt habe, aber hier in Bayern sind die eh unbrauchbar, ohne Gummistopfen. Die Hikingstöcke sind in der Standardausführung nicht für Teer ausgelegt, sondern eher für Naturboden.

Die Knieprobleme sind ärgerlich, denn meine Ausdauer wird jeden Tag besser. Bzgl. der Sehenswürdigkeiten verpasse ich ausgehend von dem bisherigen Stand nicht viel, wenn ich mal aussetze. Denn die Sehenswürdigkeiten sind primär Kirchen. Und die interessieren mich nicht so wahnsinnig.

Wenn man den Wanderguide liest, könnte man jeden Tag meinen, dass man den besten Wandertag seines Lebens verpasst. Die Realität sind dann in der Regel oft Wiesen, Bauernhöfe und Standardwald mit Stechviechern und Mücken gehören da noch zu den harmlosen Vertretern.

Mittags ringe nun mit mir, ob ich morgen versuchen soll eine Fahrt zur Zugspitze zu machen. Das wäre dann ein Tag ohne Wandern. Aber das sind sicher auch einige Strecken, die man läuft. Die Tour wird auch nicht wenig stressig, da ich mehrfach umsteigen muss und den – nicht gerade kleinen – Rucksack habe ich zwangsweise auch dabei und zurück komme ich auch nur, wenn alles perfekt läuft. Ich bin dabei auf diverse öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Am späten Nachmittag habe ich ein Ticket für die Zugspitze gekauft. Das ist auch ein Abenteuer. Erst teilt mir das System mit. dass die Registrierung nicht funktioniert hat (was falsch ist, man bekommt eine Bestätigungsmail und natürlich ist die Registrierung nicht vollständig, wenn man den Bestätigungslink nicht genutzt hat). Normalerweise bekommt man einen entsprechenden Hinweis, dass die Registrierung erst vollständig ist, nachdem man auf den Link geklickt hat und keine Fehlermeldung.

Nachdem ich dann als Gast bestellt habe, bekam ich die Fehlermeldung “Ihr Warenkorb ist leer”. Also habe ich einen zweiten Anlauf gemacht. Und mit Verzögerung sind beide Karten durchgegangen. Wann habe ich das letzte mal eine so schlechte Webseite gesehen? Vor 15 Jahren oder noch mehr? Früher war so schlechtes Cookiehandling ja normal aber heute? Und das bei einer der Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Echt peinlich sowas. Vielleicht sollten sie mal jemanden einstellen, der ein wenig Plan davon hat.

Den letzten Tag die 17km würde ich gerne wandern, insofern könnte es ganz hilfreich sein morgen den Schongang einzulegen.

Aus meiner Sicht ist der König Ludwig Weg viel besser zum Radfahren als zum Wandern geeignet. Heute habe ich vor meine Humpelphase sogar mal 3 Wanderer überholt, die scheinbar auch den Weg gewandert sind (ja, vielleicht war ich da etwas übermotiviert und hätte es langsamer angehen sollen).

Hier in Peiting haben quasi diverse Restaurants gleichzeitig Sommerferien (vermutlich alles Leute mit Kindern, denn in Bayern sind gerade Ferien). Somit ist die Versorgungslage etwas dünn, vor allem wenn man sein Knie schonen will. Zum Glück gibt es noch ein Cafe in 150m Entfernung was noch offen hat.

Abends sind die Schmerzen im Knie beim Auftreten aber so heftig, dass ich fast überhaupt nicht mehr laufen kann. Krass was innerhalb eines Tages so passieren kann. Ich habe aktuell Zweifel, dass es morgen wieder deutlich besser ist. So schlimm wie es jetzt ist, macht die Zugspitztour auch keinen Sinn. Da wäre schon eher die Heimfahrt angesagt. Und selbst die wird spannend. Ich muss ja über diverse Bahnhöfe bis ich mal zu Hause bin und zwar mit einem schweren Rucksack.

13.08.2021 – Per Bus und Bahn von Peiting zur Zugspitze und nach Bad Bayersoien (7km) Peiting nach Bad Bayersoien (18km)

Morgens entscheide ich mich trotz der Schmerzen dafür zur Zugspitze zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof bereue ich das. Man glaubt ja nicht wie schmerzhaft weniger als 1,5km sein können. Schon witzig irgendwie, da läuft man 1,5 Wochen ohne Probleme bis zu 30km an Tag und ein Tag reicht zum Abstieg zum Halbinvaliden auf Zeit.

Bahn in Richtung Zugspitze

Ich komme aber beim Bahnhof in Peiting an und fahre mit dem Schienenersatzverkehr zum nächsten Bahnhof (also einem wo auch Züge fahren – die Bahn renoviert hier offenbar diverse Bahnhöfe gleichzeitig und während sie das macht, ist der Zugverkehr ausgesetzt) und von dort nach Garmisch-Partenkirchen. Trotz meines Handycaps schaffe ich es mein hinterlegtes Ticket abzuholen bevor die Zugspitzbahn um 10:15 startet. Um 11:30 bin ich am Zugspitzplatt (Zwischendurch muss man übrigens noch mal umsteigen, denn die erste Bahn ist keine Zahnradbahn). Am Zugspitzplatt schaue ich mich kurz um und anschließend geht es mit der Gletscherbahn ganz hoch. Randnotiz: Gletscher stimmt nicht mehr wirklich, es war kaum noch Eis vorhanden. Die Klimaerwärmung lässt grüßen.

Oben benötige ich für meinen Rundgang etwas länger. Wenn man auf die österreichische Seite geht, greifen übrigens die Corona Testvorschriften bei Wiedereinreise. Zumindest ganz offiziell. Runter fahre ich mit der Seilbahn zum Eibsee, die noch relativ neu ist und ein paar Superlative bedient. Normalerweise halte ich ja von dieser Art Berge zu besichtigen wenig, heute kommt mir aber die supereinfache Variante zu gute. Normalerweise würde ich lieber selber hoch wandern. Das macht natürlich eher Sinn bei Bergen, die nicht so erschlossen sind. Es ist halt irgendwie nicht so sinnvoll einen Berg zu besteigen, wo nebenan x Seilbahnen fahren.

Sich neben dem Gipfelkreuz zu fotografieren finde ich ziemlich arm, wenn man dafür gerade mal 20m “klettern” muss. Die Aussicht ist ok, wenn auch zu viele menschengemachte Objekte in allen Richtungen zu sehen sind. Mir haben die Berge in den USA diesbezüglich besser gefallen.

Um 13:15 erwische ich nach der Seilbahnfahrt die Bahn zurück und halte um 13:37 am Kreuzeck um mit der Alpsitzbahn noch Garmisch Classic mitzunehmen. Dort schaue ich mir noch AlpspiX an. Das ist durchaus sehenswert aber wie ich mal wieder zur Kenntnis genommen habe nichts für Leute mit Höhenangst. Um 14:37 geht es zurück nach Garmisch und dort komme ich um kurz vor 15:00 an. Um 15:20 geht der Bus zu meinem Hotel in Bad Bayersoien, der dort um ca. 16:40 eintrifft. Die Bushaltestelle ist sogar ziemlich nah am Hotel.

Gletscherbahn

Generell ist die Bahn offiziell Betreiber der Busse (was wohl nicht so ganz korrekt ist, denn es gibt diverse örtliche Betreiber) aber offiziell läuft es unter der Bahn und die Busse funktionieren bisher im Gegensatz zu den Zügen ganz gut.

Der Tag war abseits der Schmerzen, die aber im verlauf des Tages etwas besser geworden sind, das bisherige Highlight der Woche. Das lag auch an den Zug- / Bus- und Seilbahnfahrten. Gefühlt habe ich heute in einem Tag mehr Bayern gesehen als an den Tagen davor.

Gletscherbahn

Gletscherbahn

Aufgrund er Tatsache, dass ich gestern und heute versucht habe das rechte Knie zu schonen muckt das linke jetzt natürlich auch auf. Das kenne ich auch schon vom PCT. Aber Nachmittags gehen Treppen wieder so einigermaßen. Ich hoffe über Nacht kommt jetzt nicht wieder ein Rückfall. Aber 25km Wandern sind morgen auch nicht drin. Aktuell ist alles verkrampft. Somit schaue ich mir die Wieskirche morgen per Busfahrt an und reise zum nächsten Hotel.

Übrigens noch eine Randnotiz: Ich staune wie viele Bauern  mit relativ kleinen Flächen es in Bayern noch gibt. Werden Bauern hier anders gefördert? Bei uns gibt es nach meinem Wissensstand nur noch Großbauern.

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Garmisch Classic - Alpspitzbahn

Garmisch Classic – Alpspitzbahn

14.08.2021 – Bad Bayersoien per Bus zur Wieskirche und per Bus nach Buching (6km) Bad Bayersoien nach Buching (25km)

Heute Morgen ging es meinem Knie in etwa wie gestern, was natürlich keine 25km Wandern bedeutet. Somit wandere ich in Bad Bayersoien ca. 3km (das reicht auch schon wieder für heute) und fahre von dort um 10:50 mit dem Bus zur Wieskirche. Der Name ist Programm. Die Kirche ist wirklich umringt von Wiesen. Direkt daneben gibt es lediglich ein Restaurant.

Wieskirche

Wieskirche

Als ich ankomme, findet gerade ein Gottesdienst statt. Da der nächste Bus am Samstag aber eh erst um 14:00 startet, habe ich genügend Zeit für das Mittagessen und die Besichtigung der Kirche. Die Kirche ist wirklich schön. Aber selbst in Bayern sind die Gottesdienstbesucher offenbar rückläufig.

Wieskirche

Wieskirche

Heute bin ich somit früh im Hotel, dass aber ziemlich weit außerhalb liegt. Ich entschließe mich mein Knie zu schonen und nichts mehr zu machen.

Wieskirche

Wieskirche

Die Echselsbacher Brücke, die als eines der Highlights entlang der Wanderung geführt wurde, habe ich heute auch gesehen. Zu ihrer Zeit mag die technisch sehr beeindruckend gewesen sein und es ist auch ein Wunder, dass die noch steht aber aktuell wird sie auch gerade renoviert. Besonders schön ist sie nicht.

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

15.08.2021 – Buching per Bus zu den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau (12,5km) Buching nach Füssen (17km)

Aktuell muss man die Tickets für Neuschwanstein und Hohenschwangau bereits Wochen vorher buchen, wenn man sicher eins bekommen will. Meine Zeitplanung ist davon ausgegangen, dass ich die 17km wandere und somit ist der Abstand zwischen den Beiden Führungen (Ende erste Führung und Start zweite Führung) mit 1:00 relativ gering. Weiterhin sind beide Führungen erst nachmittags vorgesehen (16:55 Neuschwangau – Dauer 45 Minuten und 17:40 Neuschwanstein Dauer 30 Minute ).

Aufgrund des Wetterberichtes (Nachmittags soll es bewölkt sein und Gewitter geben) fahre ich schon um 9:36 zu den Schlössern. Wie ich festgestellt habe, bekommt man vor Ort auch jeden Tag Tickets und nicht nur online. Wenn man also vor 10 da ist hat man auch noch Chancen auf ein Ticket für Neuschwanstein.

Als erstes besuche ich das Museum der Bayrischen Könige. Das ist aber so mini, dass man sich das gut sparen kann. Viel zu sehen gibt es nicht.

Hohenschwangau ist durchaus sehenswert aber die kostenlos zugänglichen Bereiche reichen völlig aus. Am besten geht man über den kurzen Zugangsweg hoch und über den langen Weg runter oder eben andersrum, dann hat man alles gesehen.

Blick auf Neuschwanstein vorbei an Hohenschwangau

Bei Hohenschwangau hat man den kurzen Weg in ca. 10 Minuten erledigt. Ich wäre also problemlos von einem Schloss zum anderen gekommen. Aber den 21€ zusätzlich trauere ich auch nicht nach, es hat den Tag deutlich entzerrt.

Da ich nach wie vor skeptisch bin was mein Knie und den Abstand zwischen beiden Besichtigungen angeht buche ich Hohenschwangau noch mal Mittags um definitiv die Führung in Neuschwanstein mitzubekommen. Das hätte ich mir aber sparen können. Die Zeitangaben sind selbst, wenn man langsam geht totaler quatsch. Der Weg nach Neuschwanstein ist mit 40 Minuten angegeben und dann noch mal 15 zum Schloss. Selbst wenn man langsam geht, sind es in Summe eher 20 Minuten + 10 Minuten zu Hohenschwangau. Eine Stunde zwischen den Führungen hätte also locker und ganz gemütlich gereicht.

Bei Neuschwanstein sieht die Lage anders aus. Man besucht zwar nicht sehr viele Räume aber die sind schon sehenswert. Zumal man aktuell ohne Führung auch nicht in den Innenhof kommt. Ich würde also nur Tickets für Neuschwanstein empfehlen.

Sowohl in Hohenschwangau als auch in Neuschwanstein gibt es diverse Treppen (in Neuschwanstein noch mal deutlich mehr, wie konnte man freiwillig da einziehen?!). Meine Beine haben sich zwar leicht beschwert aber insgesamt war es heute deutlich besser. Wenn ich das morgen nicht wieder merke, dann hat sich die Situation wohl halbwegs stabilisiert. Da es ab Morgen aber wieder nach Hause geht, kann ich mich wieder etwas entspannen.

Fotografieren darf man übrigens in beiden Schlössern nicht.  Da sind die Preußen schlauer. In Sanssouci kostet das extra und trotzdem kommen wegen den Fotos im Netz nicht weniger Leute. Insgesamt lohnt sich Sanssouci auch deutlich mehr.

Bei Neuschwanstein empfiehlt sich ein Besuch vor 10 oder Nachmittags ab 16:00. Dazwischen ist es voll. Wobei man in Corona Zeiten die Schlossführungen nur mit 10 Leuten macht. In Hohenschwangau sind es normalerweise 30-40 und in Neuschwanstein bis zu 50-60 Leute pro Führung.

Schloss Neuschwanstein

Fazit:

Ein vollständiges Fazit kann ich zum König Ludwig Weg nicht ziehen, da ich nur die erste Hälfte gewandert bin – aufgrund der Wegbeschreibungen und Sehenswürdigkeiten habe ich aber nicht das Gefühl viel verpasst zu haben. Davon ausgehend würde ich aber eher eine Radtour empfehlen. Die vielen Hartuntergründe sind nicht angenehm zum Wandern.

An den ersten drei Tagen hapert es auch ziemlich an Sehenswürdigkeiten. Andechs war extrem überlaufen. Das würde sich auch nur anders lösen lassen, wenn man erst Mittags loswandert und dort gegen Nachmittag ankommt – ich vermute, dann ist es leerer (das war im Heidepark auch so und soll bei Neuschwanstein auch so sein). Die Echselsbacher Brücke ist nicht wirklich eine Sehenswürdigkeit. Die Wieskirch ist durchaus sehenswert. Neuschwanstein und Hohenschwangau sind unter Nomalbedingungen auch extrem überlaufen.

Bei einer Radtour auch noch Zeit für einen Zugspitzbesuch. Für mich war sowohl der Heidebesuch als auch der König Ludwig Weg eher Ersatzprogramm in der Corona Zeit. Weiterhin wollte ich mich mal wieder ein wenig bewegen und pushen. Beides ist gelungen, wenn auch die letzten drei Tage nicht so gelaufen sind, wie ich mir das vorgestellt hatte.

In Summe bin ich in den zwei Wochen rund 275km Gewandert. Auch wenn eigentlich noch ein paar mehr vorgesehen waren (also ein Schnitt von 20 Kilometern pro Tag, wenn man die 2 Transfertage mit der Bahn einrechnet). Keine umwerfende Leistung aber ich war halt auch 1,5 Jahre in der Corona Pause und bin es wohl auch etwas zu flott angegangen.

Ansonsten werde ich aber lieber wieder den Rest der Welt entdecken, wenn weitere Reisen wieder halbwegs planbar sind. Vielleicht setzt sich bis nächstes Jahr auch die Erkenntnis durch, dass Dauerlockdown und Grenzschließungen nicht ewig funktionieren.

Wochenrückblick Lüneburger Heide, Heidschnuckenweg, Heidepark Soltau

Tja, wär hätte gedacht, dass meine USA Tour 2019 vorerst meine letzte Tour war und ich danach 2 Jahre überhaupt nicht mehr Reise – ich zumindest nicht, bis das Corona Chaos ausgebrochen ist.

Auch dieses Jahr hatte ich eigentlich etwas größer geplant, aber nachdem sich das alles zerschlagen hat, ist es nun eine zweigeteilte Deutschlandtour geworden.

02.08.2021 – Anfahrt Hamburg Neuengraben (3 km)

Die Bahn sorgt immer wieder für spannende Reisen! Mitte Juli – also nach den Überschwemmungen – konnte ich mein Ticket für die Fahrt nach Hamburg noch ohne Probleme und Warnungen buchen. Kurzfristig gab es sehr wohl Verspätungen und Warnungen.
Ich hatte fälschlicherweise angenommen, dass System dahinter steckt und die Warnungen und Sperrungen nur kurzfristiger Natur sind. Gut, es steckt wohl ein System dahinter aber eben nicht wie ich dachte, eher eins um die Kunden zu Ticketbuchungen zu verleiten, die die Bahn so nicht bieten kann (ich will keine betrügerischen Absichten unterstellen, so was würde die Bahn natürlich nicht machen, oder?).
Eine Woche vor der Reise hat mir die Bahn mitgeteilt: ihr Fahrplan hat sich geändert. Fahren sie eine Stunde eher los um zur gleichen Zeit anzukommen und ob der ICE überhaupt dort hält wo sie einsteigen wollen wissen wir nicht. Wir können Ihnen das auch nicht vor dem Abreisetag sagen…
Gestern haben sie den Fahrplan dann nochmal aktualisiert (den Schienenersatzverkehr so optimiert, dass man 50 Minuten auf den ICE Warten kann, der eh zu Spät kommt) und heute haben sie mir bisher 10 Mails geschickt. “Sie bekommen ihren Anschluss”, “sie bekommen ihren Anschluss nicht” usw. – irgendwann sind wohl die Klebletter, Glaskugeln oder was auch immer sie für die Prognosen nutzen ausgegangen. In Hamburg war der Zug dann fast pünktlich, pardon – nach Bahnzeitrechnung war er pünktlich. Alle Verspätungen im 5 Minuten Bereich sind ja lt. Bahn keine Veerspätungen.
Die Anzeigen im Bahnhof waren auch optimal: Man braucht nicht denken, dass ein synchroner Zustand zwischen den Monitoren zu den Gleisen und an den Gleisen besteht. Zu den Gleisen gab es den ICE nicht, an den Gleisen schon. Das ist für einen ITler nicht so richtig einleuchtend wie man sowas hinbekommt. Das geht nur mit nicht synchronisierten Systemen aber ok, von der Telekom hört man auch immer wieder solche Geschichten.

03.08.2021 – Von Fischbeck nach Buchholz (ca. 30km von Hotel zu Hotel)

Der erste Tag auf dem Heidschnuckenweg hat recht gut begonnen. Von Hamburg Neugegraben ist man  schnell in der Heide, was besonders Hundebesitzer und Radfahrer aus der lokalem Anwohnerschaft nutzen. Allerdings ist der Heideabschnitt relativ kurz, wenn man dem Heidschnuckenweg folgt. Es geht recht flott in den Wald, der aufgrund des feuchten Sommers angenehm grün ist.

Der zweite Teil der Strecke zieht sich ordentlich, weil man teilweise an Bundesstraßen, Autobahnen und über befestigte und Schotterwege läuft. Dabei wird man schnell daran erinnert, dass es Fluch und Segen ist in eng besiedelten Gebieten zu wandern. Ja, man kann jeden Tag einkehren und die Strecke notfalls mit dem Bus oder anderen Fortbewegungsmitteln verkürzen aber dafür ist man eben auch nur stückchenweise in der Natur.

Das Wetter war Wanderwetter, die Sonne kam eher selten durch aber es war trocken. Ziemlich angenehm zum Wandern aber eben kein optimales Fotowetter. Die ersten Blütenansätze bei der Heide sind zu sehen aber eine Flächenblüte ist wohl noch ein paar Tage weg. Mal sehen wie viel ich davon aus der Tour erlebe. Ich bin gespannt wie viel Heide es morgen zu sehen gibt.

Im Prinzip hätte man die komplette Stecke auch per Rad fahren können. Gerade der erste Teil des Weges wurde auch stark von Mountainbikern genutzt.

Ansonsten stecken mit die ca. 26km (vermutlich war es etwas mehr, da ich auch noch locker 2km zum Weg laufen musste und dann auch noch ein Stück zurück gelaufen bin um wirklich vom Startpunkt zu beginnen) doch ziemlich in den Muskeln heute. Ich bin den Weg recht schnell angegangen und hatte auch vermutlich ca. 8kg auf dem Rücken (ca. 5l Wasser – 2 davon aus reinen Trainingszwecken, den Rucksack, Proviant und diverser Kleinkram  – da merkt man die 2 Jahre Corona Pause doch recht deutlich.

Weiterhin bin ich heute ohne Hikingstöcke gelaufen. Der häufige Wechsel zwischen Wiese, Straße, Schotter und Waldwege ist für die Stöcke nicht wirklich hilfreich. Ich war zwar vor 15:00 am Ziel und offenbar der erste (die Rezeption war verweist) aber viel weiter hätte es heute auch nicht sein dürfen. Ich hoffe auf die Regenerationsfähigkeiten des Körpers. Die haben mich auf dem PCT auch immer wieder erstaunt.

Meine Garmin Fenix 6 hat mal wieder versagt. Der Track wurde nicht aufgezeichnet und somit fehlen fast alle Daten (zu Hause ging es mit identischen Einstellungen in der Woche davor noch). Schon ein Witz, das Garmin die Software ständig verbessert aber die wirklich wichtigen Sachen noch genauso beschissen laufen wie 2019. Die GPS Trackaufzeichnung ist offenbar noch genauso Glückssache wie 2019 schon. Dafür werden ständig irgendwelche komplett sinnlosen Funktionen für gefühlt 323 Nischensportarten eingebaut. Das verkauft sich halt besser als nach x Jahren haben wir die Grundfunktion mal so eingebaut, dass sie läuft.

Bravo Garmin. Die Basics funktionieren offenbar nie. Die Softwareentwicklung reagiert auch noch genauso arrogant wie vor ein paar Jahren. Kundenwünsche oder Funktionalität sind egal, die haben ihr eigenes Programm und wenn etwas nicht funktioniert, dann benutzt der Kunde das Produkt einfach nicht wie vorgesehen.

Der Gepäcktransport hat gut geklappt, wobei ich aktuell weniger transportieren lasse, als ich trage. Aber da bestünde ja Luft zu Verbesserungen, wenn ich weniger Wasser mitnehmen würde. Der Vorteil ist, dass ich auch eher sinnlose Luxussachen wie z.B. ein Notebook dabei haben kann. Das ist schon angenehmer, gerade wenn man früh im Hotel ist.

Somit habe ich an Tag 1 eine der längsten oder die längste Etappe gelaufen. Das hängt etwas davon ab wie viele Zusatzwege bei den anderen Etappen hinzukommen.

04.08.2021 Von Buchholz nach Wesel (ca. 25km)

Nach dem Frühstück wollte ich im 8:00 starten aber da die Luftfeuchtigkeit recht hoch war, habe ich mir das noch mal anders überlegt. Zum Nass werden hätte der Fisselregen gereicht. Glücklicherweise ging es dann um 8:15 besser. Der Weg hat sich heute vergleichbar zu gestern gezeigt. Zuerst ging es über mehrere Kilometer an der Bahn lang und dann in den Wald. Es gab auch heute kurze Heidetappen aber weitgehend ging es durch den Wald.

Heute war ich schon um kurz vor 14:00 am Ziel. So um drei Wurde es dann immer dunkler und gab ein Gewitter mit ordentlich Regen. Das war aber recht schnell durchgezogen. Zum richtig nass werden hätte es aber Gereicht.
Die Unterkunft ist heute etwas rustikaler und mein Zimmer liegt offenbar direkt über der Küche. Zumindest riecht es hier ständig nach irgendwelchem Essen. Interessant finde, ich dass bisher jedes Kaff gut mit Internet versorgt ist. Da kann man bei uns nur von träumen.

Insgesamt bin ich etwas erstaunt wie wenig Heide ich auf dem Heidschnuckenweg bisher gesehen habe. Wenn man sich die Karte zum Einstieg in den Wanderweg anschaut ist es allerdings nicht so überraschend. Faktisch streift der Weg die Heide immer nur. Und man muss sich auch klar machen, dass die “Lüneburger Heide” eben keine zusammenhängende Fläche ist, durch die man tagelang laufen kann.

Der Weg selbst ist recht wechselhaft. Mal ist er landschaftlich schön, oft wirkt er aber auch bemüht und macht eher den Eindruck, dass den Weg keiner so richtig will und er irgendwo zwischen Bahnstrecke, Autobahn und Grundstücken eingequetscht ist. Mal sehen wie es die nächsten Tage weitergeht.

Ach so, noch zu dem Garmin Schrottprodukt das sich Fenix 6 nennt (wobei die Hardware gut ist, die Software ist das Problem). Trotz mehrfachem Neustart und dem Löschen aller Daten lies sie sich nicht wieder zur Zusammenarbeit überreden. Der Fehler steckt schon seit Jahren in der Software.

Scheinbar hat der Ortswechsel das Problem verursacht. Aber gut, vielleicht ist die Erwartungshaltung auch zu hoch, wenn man eine Uhr knapp 150km entfernt vom eigenen Wohnort nutzt, die explizit für Expeditionen vermarktet wird. Wenn sich jemand währen einer Expedition auf die Garmin verlässt ist das wohl eher ein Selbstmordkandidat. Denn ein Reset erfordert z.B. im Nachgang eine Internetanbindung. Nach meiner Erfahrung hat man die auf Expeditionen oft nicht und selbst wenn auch nicht unbedingt eine Stunde Zeit dafür.

Somit blieb dann Nachmittags nur der vollständige Reset. Das war zumindest früher zuverlässig. Danach darf man dann nur wieder alle Einstellungen setzten + Pairing mit dem Telefon – da ist man auch gern eine Stunde älter.

Das hat Garmin aber offenbar auch optimiert aber zugegeben das kann auch an Apple liegen. Ich nach diversen Versuchen und dem manuellen Entfernen der Uhr im iPhone ging es dann wieder. Ob morgen dann auch wieder irgend eine Aufzeichnung von Tracks, höhen usw. funktioniert? Lassen wir uns überraschen.

Nach klassischer Etappenkunde für den Heidschnuckenweg habe ich heute übrigens Etappe 2,5 abgeschlossen. Morgen geht es dann bis Etappe 4.

05.08.2021 Wesel nach Oberhaverbeck (ca. 28km mit Rundwanderung im Totengrund)

In der aktuellen Unterkunft gibt es Frühstück leider erst ab 8:00 (mit Italienischem Eigner, also eher um 8:10, wobei der auch andere Klischees erfüllt hat, ich hab den nur rumstehen sehen, während seine deutsche Frau gearbeitet hat).

Somit komme ich später los als an den beiden ersten Tagen. Ok, dafür soll die Strecke lt. Reiseunterlagen auch nicht so lang sein. Faktisch kam dann aber neben dem Rundweg im Totengrund noch mal 1km hin und zurück hinzu. Witzig war heute das Launchpaket: Es ist gängig, dass man sich selbst etwas zubereitet (in der Regel 1-2 Brötchen). Heute musste man das Brötchen extra bestellen und dann wurde es einem gebracht. Das waren aber die gleichen Brötchen wie am Buffet. Scheinbar hatten die Eigner Angst, dass man sie mit Brötchen ruiniert.

Die Strecke war heute das was ich schon an den ersten Tagen erwartet hatte: Ganz viel Heide. Top! Ich habe aber per Infotafel auch bestätigt bekommen, was sich am ersten Tag schon abgezeichnet hat über die Karte – 60% der Heide sind Wald. Und wenn der Mensch nicht weiter eingreift, wird der Wald auf Dauer die Oberhand behalten.

Es gab heute fast nur weiche Untergründe. Somit ging das gehen super von der Hand. Für mich macht das echt einen riesigen Unterschied, ob ich über Waldböden, leicht steinige Wege, bachbettartige Wege, Split oder harten / weichen Sand laufe. Somit konnte ich heute auch durchgängig über den ganzen Tag mit über 5km/h gehen. Positiv: Es hat mich niemand überholt, ich habe – keine Ahnung – mindestens 50 Leute überholt.

Sogar meine Garmin Fenix hat nach dem Reset – gestern – heute mal das gemacht was sie soll, die Strecke aufgezeichnet und die Distanz / Höhenmeter und den Puls zusammen erfasst. Allerdings ist Garmin unzufrieden mit der Distanz und meiner durchgehend hohen Geschwindigkeit – Aerobisch 5.0, zu viel! Aber meine Leitungsalter entspricht angeblich wieder dem eines 20-25 jährigen. Die Info hatte ich auf dem PCT auch. Ich frage mich nur, ob das stimmt oder Garmin das quasi jedem attestiert, damit sich alle toll fühlen.

Die Hohe Frequenz der überholten zeigt auch: Auf dem Weg war extrem viel mehr los, als an den Vortagen. Für meinen Geschmack war es heute schon zu viel. Dabei laufen den Weg schon einige Leute. Man kann es aber nicht so genau einschätzen. Es gibt neben dem Hauptweg zig Varianten und natürlich diverse Unterkünfte. Aber pro Unterkunft sind es schon mal gerne 15-20 Leute (je nach Lokation), die auf dem Heidschnuckenweg wandern.

Heute habe ich zum ersten mal die Regenjacke benötigt, bisher habe ich den Regen immer irgendwie umgangen. Irgendwann hatte ich bei den kleineren Schauern einfach keinen brauchbaren Baum mehr und 3km vor dem Ziel wollte ich dann auch ankommen. Die Wetterfrösche sind in der Region übrigens ziemlich unzuverlässig. Oft steht in den diversen Wetterapps kein Regen, während man aus dem Fenster ganz viel Wasser sieht.

Es ist unglaublich wie gut ich mich über Essen motivieren kann. Heute war es die Apfelwaffel mit Zimt und Eis, die ich schon am Vortag bei der Unterkunft entdeckt hatte aber was es gibt ist fast egal. Auf dem PCT habe ich mich z.B. über einen kalten Softdrink + Hot Dog zur längsten Tagesetappe motivieren können. Gut, zugegeben der Universal Besuch in LA am nächsten Tag hat auch geholfen, und das Mädchen was mich überholt hat an dem Tag auch (man sieht auf dem PCT halt nicht so viele Leute oft und die war nicht so viel schneller, also war sie meine Zugmotivation). Dafür war ich dann schneller beim Softdrink und dem Hotdog. Mann muss auch Prioritäten setzen. ^^

Die Unterkunft heute ist interessant. Die drei “Geschäftsführer” sind vermutlich um die 25. Entweder hatten die schon Vermögen (dann verstehe ich nicht, warum man sich so einen Klotz ans Bein bindet) oder die Bank gut überzeugt. Das Konzept ist zumindest speziell. Es handelt sich um einen alten Hof, der komplett  modernisiert wurde. Die Zimmer schwanken zwischen altem bewahren und modern und sind auch erst ab 16:00 bezugsfertig. Die Zeit wartet man natürlich rein zufällig im Cafe und das Essen wird hervorragend auf Instagram platziert. Auf jeden Fall sorgt das für Umsatz, wenn die Gäste auf ihre Zimmer warten, den ganzen Tag gewandert sind und dann ganz freundschaftlich diverse Sachen angeboten bekommen.

Eine Karte bekommt man nicht und man weiß auch nicht was die Leckereien kosten, die man bestellt. Die jungen Eigentümer duzen einen direkt und das “möchtest du einen Kaffee” hört sich eher an, als wenn man bei Freunden ist. Bezahlen muss man erst mal auch nichts, es wird alles auf das Zimmer geschrieben (schlaues System, macht Disney auch so).
Abends gibt’s eine Brotzeit mit Salaten und Fleisch vom Grill. Das ganze Konzept kommt fast ohne Personal auf. Ansonsten noch ein bisschen blabla von wegen Nachhaltigkeit und lokale Sachen. Interessantes Konzept auf jeden Fall. Es wäre spannend wie lange sie daran abbezahlen, falls sie nicht selbst Geld hatten. Witzig auch, dass eine der Eigentümerinnen vorher offenbar für längere Zeit durch Australien gezogen ist. Die Konzeptpräsentation beim Geldgeber muss echt gut gewesen sein. 😉

Aktuell haben sie über 30 belegte Zimmer + Essensumsatz. Da kommt jeden Tag ordentlich was rein.

Von Oberhaverbeck nach Schneverdingen + Pietzmoor + Heidegarten (ca. 26km bis zur Unterkunft)

Heute Morgen gab es sogar mal Sonnenschein, in der Intensität habe ich das in den letzten Tagen noch nicht erlebt.

Die heutige Etappe sollte eigentlich die kürzeste sein, mit meinem kleinen Exkurs zum Heiddegarten war sie dann aber doch nicht ganz so kurz. Die Etappe ist eine Variante des Heidschnuckenweges. Der Hauptweg führt nicht über Schneverdingen. Durch den Schlenker über Schneverdingen bekommt man aber das Pietzmoor zu sehen. Mit der vorgesehenen Etappe war ich um 12:15 durch, da ich schon um ca. 8:00 starten konnte.

Es sieht aber so aus, als wenn diese Variante von kaum jemanden gewandert wird (das Hotel hier ist recht überschaubar von der Größe, könnte also nicht ansatzweise so viele Wanderer aufnehmen, wie ich z.B. allein gestern gesehen habe). Die Tagesetappen sind durch die Variante etwas anspruchsvoller, weil länger geworden. Ich hatte aber Anfangs auch Leute getroffen, die zumindest im ersten Abschnitt auch die längeren Etappen gelaufen sind. aber ggf. werden mehr unterschiedliche Varianten gewandert. als ich bisher dachte. Ein paar Mädels habe ich entlang des Weges auch immer wieder getroffen und war nie im gleichen Hotel mit denen.

Heute habe ich auch eine Wildcamperin gesehen, direkt am Heidschnuckenweg, relativ mutig. allerdings weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie hoch die Strafen sind, wenn man erwischt wird (lt. Google bis zu 500€). Es heißt halt nur immer, dass wildes campen in Deutschland verboten ist.

Das Pietzmoor war wieder so ein touristischer Klassiker. Man kann etwas sehen, ohne sich mehr als 5km bewegen zu müssen und schon ist es total überlaufen. Ich verstehe so was nie. Das ist so ähnlich wie bei Yosemite. Der erste Wasserfall und das Touristenzentrum ist überlaufen. Danach wird es dünn. Sobald man sich 10, 15 oder gar 20km an einem Tag laufen muss, sind größer 95% der Menschen raus, egal was es zu sehen gibt. Will sagen das Pietzmoor war ganz nett, rechtfertigt aber keineswegs den Menschenauflauf, den es dort gab.

Die Heide blüht unterdessen etwas flächiger. Heute gab es dementsprechend etwas größere Flächen zu sehen, die geblüht haben. So richtig intensiv, wie man das von Fotos kennt, habe ich es aber bisher nirgends gesehen.

Da der Regen und Gewitter erst für 14:00 angesagt war, habe ich noch schnell 6 Zusatzkilometer zum Heidegarten und zurück dran gehängt. Kurz nach 2 ging es dann auch los mit dem Regen, ich habe es so gerade noch zurück zum Hotel geschafft.

Mal kurz zum Thema Launchpakete – es ist witzig was die einzelnen Unterkünfte teilweise darunter verstehen: Bei der ersten Unterkunft gab es 1,5 Liter Wasser (sehr sinnvoll), bei der zweiten 750ml mit Kohlensäure. Letzteres ist – zumindest für mich – nicht optimal, aber gut, gibt ja vermutlich Leute, die das sogar beim Wandern brauchen. Aber 750ml wie weit soll man damit kommen? Heute gab es 150ml Multivitaminsaft und ein Ei. Eier sind jetzt auch nicht so optimal beim Wandern (bin ich der einzige, bei dem die für aufstoßen sorgen?). Lustig war auch die Cola Light auf dem PCT, die Leute meinen es gut aber echt, wie kommt man auf die Idee, dass Hochleistungausdauersporter “light” benötigen? Niemand  braucht light Produkten, wenn er / sie 4000-5000 Kalorien am Tag raus haut.

Das heutige Hotel ist auch speziell: Man muss heute schon sagen wann man Frühstück essen will, wie viele Brötchen man möchte, ob man ein Ei möchte und wie viel Wasser man mitnehmen will. Das hatte ich bisher so auch noch nicht. Da  morgen Samstag ist, gibt es zumindest in dem aktuellen Hotel erst ab 8:00 Frühstück. Bei langen Etappen ist es mir lieber früh los zu kommen. Zumal das Wetter hier die Tendenz hat, jeden Nachmittag in Regen umzuschlagen.

Schneverdingen nach Bispingen (ca. 23km)

Für heute hatte der Wetterbericht nichts gutes verkündet – quasi Dauerregen über den ganzen Tag ab 11:00. Als ich dann morgens nachgeschaut habe, hat sich das auf 14:00-15:00 verschoben. Also schnell um 8:30 los gewandert und wieder das tägliche Wetterrennen, ich habe es knapp gewonnen. Allerdings waren um 13:15 im Hotel alle Türen zu, also bin ich ein paar hundert Meter zurück zur Schule gewandert und habe dort mein Launchpaket vertilgt. Kurz danach find es richtig an zu schütten. Ich konnte mich unter einen überdachten Fahrradständer retten.

Die Route war heute eher mittelmäßig, relativ viel Wald, ein wenig Heide. Man merkt halt, dass man aus dem Kern der Heidelandschaft wieder raus ist. Ich gehe davon aus, dass es morgen in etwa vergleichbar ist.

Von Bispingen nach Soltau Nord + Heidepark (> 35 km)

Heute geht es auf die letzte Etappe meiner aktuellen Wanderung auf dem Heidschnuckenweg. Der Weg geht noch weiter bis Celle. Auf dem Hauptweg habe ich nun die erste Hälfte gewandert. Die Variante war quasi ein Bonus. Rein in Hauptwegkilomertern habe ich ca. 120km, geschafft. Wie man unschwer erkennt, addieren sich die Zahlen meiner Etappen aber zu > 160km auf.

Heute war der Wetterbericht leider sehr unpräzise und suggerierte ziemlich unbestimmbaren Regen über den ganzen Tag. Somit musste ich morgen um 8:45 im Regen starten. Angenehm ist anders aber Taktieren war mir bei dem Wetterbericht einfach zu ungewiss. Nach zwei bis drei stunden wurde das Wetter dann langsam besser. Landschaftlich war die heutige Etappe kein Highlight.

Es war das übliche Heidschnuckenwegprogramm: Durch Wald, über Felder, entlang an Schienen und Autobahnen und ein klein wenig Heide. Nach der Hälfte der Strecke (ca. 12km) hört man dann schon die Fahrgeschäfte und Schreie vom Heidepark. Witzig ist, dass der Heidschnuckenweg mitten über den Parkplatz vom Heidepark geht und sich dort irgendwo verliert.
Einer von den Parkplatzanweisern hat mich dann gefragt, wo der Weg überhaupt weitergeht, er würde ständig gefragt. Gut, wenn man eine App hat. ^^ Falls es jemanden interessiert. Bei der letzten Parkplatzeinfahrt über die Straße und nach rechts weiter. Nach ein paar Metern kommt das H Zeichen links. Wenn ihr aber zum Parkhotel wollt, geht besser nach links. Ich bin – wie offenbar mehrere einem etwas unbequemen Trampelpfad um die eingezäunte Anlage gefolgt. Wanderer sind offenbar als Gäste nicht vorgesehen.

Als ich im Hotel war war mein Zimmer nicht fertig – ok das ist normal in großen Hotelanlagen. Das Hotel ist so ein Typisches Event und Veranstaltungshotel und dient als Bettenburg unter anderem für den Heidepark. Somit wurde ich an das Restaurant verwiesen. Ergebnis: Außer Tomatensuppe gibt es mittags nichts?! Ich konnte sie dann zu einer Currywurst mit Pommes überreden und oh Wunder es kamen  direkt noch 4 andere, die auch keine Suppe wollte. Allerdings war ich mir des Risikos bewusst. Currywurst kann man leider echt nur in wenigen Regionen Deutschlands bestellen (z.B. in NRW oder Berlin). Die Wurst war aber erträglich, wenn auch nicht gut.
Da ich früh am Ziel war habe ich mir ein ermäßigtes Nachmittagsticket für den Heidepark gebucht. Der stand zwar erst für morgen auf dem Programm aber so ist es weniger stressig. Einlass um 15:10, also wieder gut 3,5km zum Heidepark latschen und abends wieder zurück. Im Heidepark bin ich anschließend auch noch diverse Kilometer gelaufen.
Die letzten zwei Tage war ich scheinbar der einzige Wanderer, weil der Gepäckservice immer nur meinen Rucksack zu den Hotels gebracht hat. Offenbar wandern die meisten keine 6 Tage in der Heide.

Heidepark:

In ca. 4 Stunden im Heidepark bin ich in den meisten Top Attraktionen gewesen. Ich werde zu alt für den Scheiß, ich brauche einen Testfahrer!
  • Kraken – fast senkrechter Fall – Achterbahn – sehr smooth und mal was anderes aber sehr kurze fahrt
  • Colossus (2x) – Beste Holzachterbahn, die ich kenne. Wirklich klasse.
  • Desert Race (3x) – Ich Liebe Bahnen mit Linearantrieb, weil die enge Toleranzen haben und dementsprechend smooth fahren. Klasse beschleunigigung
  • Ghostbusters 5D – War ok, aber hab ich schon besser gesehen (3D Ballerei im Sinne von Man in Black usw.) – man konnte nicht so richtig erkennen was Punkte bringt. Auf viel schießen? Was kaputt schießen? Aber ich war zumindest besser als die beiden Teenager, die mit mir im Wagen waren. Ich hatte eigentlich gedacht, dass die mich abhängen. Für irgendwas muss die Computerspielhistorie ja gut sein.
  • Fluch der Dämonen – Achterbahn wo man neben der Schiene fährt – fand ich nicht sonderlich außergewöhnlich. Was schlimm war, dass die Bewegungen und Drehungen zu langsam waren und die Schwerkraft einen immer in die falsche Richtung gedrückt oder gezogen hat
  • Big Loop – Zu unpräzise und klapprig – nicht so schlimm wie Limit aber auch kein Highlight
  • Scream – 08/15 Free Fall Tower, eher langweilig. Eher unangenehme Bremse
  • Limit – Gott, wer baut so einen Schrott? Hohe G Kräfte und so klapprig, dass man direkt Kopfschmerzen bekommt. Das Ding war vergleichbar Schlimm wie die Holzachterbahn in Bush Gardens
  • Bobbahn – Das ist so ziemlich die schlimmste Bahn, in der ich je gefahren bin. Die reinste Klapperkiste. Wenn man danach eine Gehirnerschütterung hat, würde mich das nicht wundern. Mein Rücken wär mehrfach fast gestorben. Ich hätte es besser wissen können. Das sah schon baum zuschauen ruckelig aus.

Am Ende wollte ich um 19:10 noch gerne eine Runde Kraken fahren, der war aber 50 Minuten vor Schließung des Parks schon dicht.

Die Corona Maßnahmen sind übrigens die reinste Ironie in einem Freizeitpark. Ich hatte mich vorher schon gefragt wie gut das funktioniert. Nur mal zum Vergleich: Heute morgen beim Buffet mussten sich alle Plastikhandschuhe und eine Maske anziehen um ans Frühstücksbuffet zu dürfen (die Handschuhe fand ich etwas übertriegben).

Im Feizeitpark sind 20% zu dumm, zu cool oder zu ignorant um in den Wartebereichen die Maske zu tragen. Abständen halten 0% der Leute ein. Sobald man aus der Attraktion raus ist, tragen keine 20% mehr die Maske. Dazu kommt, dass jeder ständig an dem Ding rumfummelt und das die Wartezonen größtenteils nicht an die Menschenmenge angepasst war, haben sich alle unter den Metallstreben, Ketten usw. drunter weg getaucht und das ganze Zeug fasst jeder an. Dazu fasst natürlich auch jeder die Haltegriffe an. Will sagen: Wenn man Freizeitparks so laufen lässt, kann man sich an zig anderen Stellen das ganze Theater schenken. So ein Freizeitpark verteilt 100x eher Corona als ein Frühstücksbuffet.

Insofern ist nun witzig, dass überall die Striche auf dem Boden sind, die waren vollständig überflüssig.

Ansonsten:

  • Das Theming des Parks ist ok (da können deutsche Parks nicht mit Giganten wie Disney und Universal mithalten)
  • Die Garten und Landschaftsgestaltung ist toll
  • Sicherheit – gut
  • Aussehen der Bahnen – sehr Wechselhaft, einige könnten eine Reinigung oder Farbe brauchen
  • Wartezonen bescheiden, oft kein Wetterschutz und auch kein Sonnenschutz – geht in der Form so überhaupt nicht
  • Der Merchandise ist offenbar auf Weltklasse Niveau, ich hatte zwar keine Zeit mir die Sachen im Detail anzuschauen aber hinter jeder Topattraktion ist ein Laden
  • Ich habe noch nie einen Freizeitpark erlebt, der so schlechte Bewertungen beim Essen hatte. Der aktuelle Stand liegt im Bereich von 2,5 – 3 von 5 Punkten, wenn man auf Google sucht. Ich habe mich wagemutig bei dem Piratenburger an einen Cheeseburger + Pommes und Softdrink in der Maxi Version für 10€ gewagt. Die Bewertung 2,5 würde ich nicht bestätigen, bei mir war es eher eine 3/5 aber gut ist anders. Die Pommes waren bei mir i.O., die Cola hatte absolut 0 Kohlensäure. Das war keinen Versehen im sinne von etwas zu spät die Patrone gewechselt. Das habe ich so noch nie erlebt. Das Fleisch vom Burger ist sehr fein durchgedreht und schmeckt seltsam. Kann man also essen, muss aber nicht sein.

Wenn ihr die Wahl habt, fahrt lieber ins Phantasialand oder noch besser nach Disney World und zu Universal Orlando.

Auf dem Rückweg zum Hotel habe ich übrigens zum ersten Mal erlebt, dass ein Zug auf der Bahnstrecke war, an der ich die ganze Zeit entlang gewandert bin.

Mein Fazit:

Die Lüneburger Heide kann man durchaus erwandern, als Pflichtprogramm würde ich das aber nicht ansehen. Die Region meiner Meinung nach ein sehr gutes Marketing. Die Landschaft ist ganz schön, aber man läuft eben oft auch durch Wälder (die sehen kein Stück anders aus als in NRW) und gerade am Anfang auch gerne mal entlang von Schienen oder Straßen. Der Heidschnuckenweg wurde als schönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet. Ok, so bin ich in Deutschland noch nicht gewandert aber wenn das stimmt, dann kann ich schon verstehen, warum die Langstreckenwanderwege im Ausland teilweise so einen legendären Ruf haben. Ich bin gespannt auf den König Ludwig weg, wenn der Heidschnuckenweg schon die Krone der Wanderwege war…
Mir mich war die Wanderung als Corona Alternativprogramm völlig in Ordnung. Das Wetter war ziemlich durchwachsen. Mit dem Regen hatte ich halbwegs Glück aber die Sonne hat sich eben auch eher selten gezeigt. Gutes Wanderwetter, kein Fotowetter. Das sieht bei Wanderwegen im Ausland oft auch anders aus. Aber in Zeiten des Klimawandels ist halt nichts mehr garantiert.
Ein Beispiel für die Effekte des Klimawandels: Während bei meiner PCT Wanderung in 2019 ein high snow Year war, also der Schnee in den Bergen bis weit in den Sommer erhalten geblieben ist, waren dieses Jahr mehr als 250 Meilen des Weges wegen Waldbränden gesperrt. Deutlich über 1000 Meilen haben “ungesunde” bis “gefährliche” Luftbedingungen gehabt.
Wie bei jedem mir bekannten Wanderweg, ist die Auszeichnung manchmal sehr gut und manchmal nicht vorhanden. Viel schief gehen kann in der Heide nicht, es gibt einfach genügend Orte, wo man im schlimmsten Fall strandet. Es schadet aber nicht eine App zu benutzen. Ich habe mir die Etappen bei Alltrails runtergeladen (das muss man dafür leider ein Jahr abonieren). Man findet auch GPX Files im Netz oder bekommt sie mit Reiseführern.
Ein klein wenig Langstreckenwanderwegsgefühl kommt auch auf dem Heidschnuckenweg aus, der Unterschied zu einer PCT Wanderung ist aber doch recht deutlich. Man kann jeden Tag einkehren und teilweise sogar entlang des Weges aussteigen. Man braucht eigentlich nur 2-3kg auf dem Rücken tragen und hat jederzeit ein Netz und doppelten Boden. Blasenpflaster vergessen? Dann werden die einem mit dem Gepäck ins Hotel geliefert. Man muss auch keine Extrawege zu teilweise recht fragwürdigen Wasserquellen laufen. Das braucht man aber auch nicht.
Wer also mal schauen will, ob länger Wandern etwas für einen ist, der kann es auch in Deutschland testen. Denn grundsätzliche Themen wie: Macht mein Körper das mit, kann ich überhaupt 30km und mehr am Tag wandern?
Mir haben jetzt auch die PCT Erfahrungen geholfen. Bestimmte Probleme kannte ich schon und die meisten konnte ich direkt vermeiden. Wenn ich dann mal wieder auf dem PCT bin, wird das auch helfen.
Letztlich kommt es wohl darauf an. welcher Typ Wanderer man ist. Ich wandere nicht, weil mit Wandern so viel Spaß macht, sondern weil ich etwas erleben und sehen will. Da hatte der PCT halt viel, viel mehr zu bieten. Obwohl ich bei einem Weg wie dem Heidschnuckenweg jeden Tag ein Hotel habe und gutes Essen, würde ich den PCT vorziehen, wenn ich frei reisen könnte. Wenn ich dann  wieder 6 Wochen unterwegs bin, sage ich wahrscheinlich was anderes.
Witzigerweise gibt es entlang des PCT übrigens auch eine Region, die aussieht wie die Lüneburger Heide. Ich wüsste aber nicht, dass das erwähnt wird. Zumindest habe ich noch keinen entsprechenden Hikebericht gelesen.
Die gute Nachricht für Radfahrer – man kann den ganzen Weg auch mit dem Rad fahren, aber ein Mountainbike oder vergleichbar sollte es schon sein.
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