Thor Heyerdahl Reise 2012 + 2014 [Reisebericht]

Thor Heyerdahl, wer ist das denn?  Der Begriff ist mehrfach belegt. Thor Heyerdahl war ein Norwegischer Forscher und Abenteurer, der nachdem seine Theorien kaum jemand ernst genommen hat recht extreme Reisen unternommen hat um den Beweis anzutreten (Stichwort Kon Tiki – darüber wurde auch ein Film gedreht). Nach diesem Forscher wurde später das Schiff Thor Heyerdahl benannt.

Die Thor Heyerdahl war ursprünglich kein Segelschiff, sondern ein Arbeitsschiff und wurde nicht gerade im besten Zustand von Detlef Soitzek in recht jungen Jahren in einem ziemlich mitgenommenem Zustand erworben und komplett renoviert und umgebaut. Seitdem wird auf der Thor (so nennt die Crew die Thor Heyerdahl) das erlebnispädagogische Konzept gelebt (dazu später etwas mehr). Das ist im Prinzip ein vergleichbarer Ansatz, wie er z.B. auf Manager und Teambildungsseminaren auch oft genutzt wird. Bei Jugendlichen, die sich noch in der Persönlichkeitsfindung befinden, ist der Effekt dementsprechend größer.

Urlaub, Arbeiten oder wie?

Im Gegensatz zu Kreuzfahrtschiffen ist Anpacken auf der Thor Heyerdahl nicht nur erwünscht, sondern für jeden Mitreisenden auch Pflicht. Das hat aber den Vorteil, dass man erlebt was zum Segeln so alles dazu gehört. Das geht von der Knotenkunde über das Segel setzen, bis zum Kombüsendienst und zum reinigen der Toiletten und des Schiffes. Auf der Thor steht das erlebnispädagogische Konzept im Vordergrund – d.h. Wissen wird vermittelt und gleichzeitig soll das ganze Spaß machen. Die Übernahme von Verantwortung soll gefördert werden. Primär richtet sich das Konzept also an Jugendliche, für die auch die meisten Fahrten angeboten werden. Das Highlight ist sicherlich die Wintertour über den Atlantik in die Karibik und wieder zurück (Klassenzimmer unter Segel “KUS”). Bei dieser Tour findet der Schulunterricht, neben dem Schiffsbetrieb „unter Segeln“ statt.

Erste Eindrücke

Nun zurück zu meinen eigenen Eindrücken auf der Thor. Nachdem ich zu dem Schnuppertörn ca. eine Stunde vor Abfahrt eingetroffen bin, war ich der letzte Ankömmling. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wie sich später zeigte, gehörten fast alle anderen Teilnehmer zu einer Erwachsenenfortbildungsgruppe der katholischen Kirche. Nachdem wir angekommen waren, kamen wir in den kurzen Genuss einer Schiffsführung. Im groben war alles ungefähr wie ich es mir vorgestellt hatte, außer den Kabinen, Toiletten und Betten, die wirklich klein sind. Wenn man mal vorher ein altes Schiff besichtigt hat, dann kommt das dem Eindruck recht nahe was einen auf der Thor erwartet.

Der Ablauf

Anschließend gab es ein kleines Begrüßungsgetränk und alle mitreisenden wurden in Wachgruppen eingeteilt. Dieses Konzept wird auf den meisten Traditionssegelschiffen verfolgt. Die Idee ist, dass auf einem Schiff (speziell auf einem Segelschiff) rund um die Uhr jemand wach sein muss, der in eine Gefahrensituation reagieren oder zumindest die anderen Wecken kann. Der Wachdienst ist i.d.R. in 6 Einheiten pro Tag eingeteilt, jeweils 4 Stunden tagsüber und 4 Stunden nachts. Also startend von 12:00 Mittags bis 16:00. Dieselbe Gruppe, die diesen Dienst hat, ist auch für die Wache nachts zur selben Zeit zuständig. Die sogenannte „Hundewache“. Alle anderen Wachen funktionieren analog. Spätestens jetzt wird einem klar, Erholungsurlaub geht anders 😉

Leinen Los!

Nachdem das erledigt war und die Kabinen eingeteilt waren (ich war mit zwei anderen in einer 4er Kabine – es gibt aber auch 6er Kabinen – die 2er Kabinen werden i.d.R. von Crew Mitgliedern belegt und sind eh sehr rar), könnten wir aus dem Hafen Richtung Ostsee fahren (Ausgangspunkt war Kiel, der Heimathafen der Thor) – vorerst mit Motorkraft. Nachdem wir ein Stück vom Liegeplatz weg waren und somit etwas mehr Wasser um uns war, kam der Befehl vom Kapitän – „Segel Setzen“. Somit wurden unter Anleitung der „Stammcrew“ die ersten Segel gesetzt. Stammcrew ist etwas irreführend, da auf der Thor die Crew nur aus „Freiwilligen“ besteht und es somit keine feste Crew gibt. Für Jede Wachgruppe gibt es einen Erfahrenen Wachgruppenleiter, einen Stellvertreter (Copi) und zwei Deckshände, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Die 4 beschäftigen sich somit bei den ersten Manövern damit, die Gäste von den gröbsten Dummheiten abzuhalten (und das ist durchaus wörtlich gemeint – es kann durchaus lebensgefährlich werden, wenn man falsch agiert – wenn auch vielleicht nicht für einen selbst, dann für andere).

Endlich segeln

Doch zurück zum Segelsetzen – spätestens jetzt kommt echtes Segelgefühl und der Spaß auf. Das Segelsetzen ist zwar echt harte Arbeit, bei der alle – im wahrsten Sinne – an einem Strang ziehen müssen. Anschließend wird man dann aber auch mit dem Einblick eines sehr schönen Schiffes belohnt, dass nun auch endlich ausschließlich mit der Kraft des Windes fährt. Direkt nach dem Segel setzen (ein „All Hands Manöver“ aller Wachgruppen), nimmt die erste Wachgruppe ihren Dienst auf und ist nun allein für den Fahrbetrieb zuständig. Das heißt jemand übernimmt das Ruder und den Ausguck auf dem Backdeck. Zusätzlich müssen beim Segelbetrieb natürlich immer die Segel im Auge behalten werden.

Während des Segelsetzens bin ich ganz nebenher in den Genuss gekommen, auf den Klüverbaum zu klettern (für die Landratten das ist vorne das Stück Holz mit dem Netz drunter, dort könnte ich Stunden verbringen!). Das ist Entspannung pur mit dem Meer unter sich – zumindest bei schönem Wetter. 😉

Stärkung nach getaner Arbeit

Für die nicht an der Wache teilnehmenden kommt nun die erste Ruhephase und um 19:00 das erste gemeinsame Essen (die aktive Wachgruppe muss immer versetzt essen). Auch hier wird klar – Urlaub auf einem Traditionssegler ist nichts für Kontaktscheue. Die Messe ist für knapp 50 Leute (Stammcrew + Gäste) genau passend. Man sitzt Rücken an Rücken und so eng, dass von der Combüsencrew bedient werden muss. Es wäre einfach nicht genug Platz, wenn jeder durch die Gegend rennen würde. Das Essen schmeckte übrigens sehr gut – wir hatten Glück, dass wir auf dieser Tour einen gelernten Koch dabei hatten (das ist die absolute Ausnahme – normalerweise machen das die Gäste mit etwas Unterstützung der Crew).

Nach dem Essen war wieder etwas Freizeit angesagt. Ich habe die Zeit genutzt um den Sonnenuntergang zu genießen. Danach war es erstaunlich lange hell. Nachdem wir nun etwas weiter draußen waren, ist es auch deutlich ruhiger um uns herum (keine anderen Schiffe).

Die erste Nacht

Erst um 22:00 kam leichte Hektik auf. Der Kapitän hatte entschieden, dass wir mit so einem Haufen Landratten nachts nicht unter Segeln fahren, sondern ankern. D.h. um ca. 22:00 durften in einem „All Hands Manöver“ (das bedeutet alle und zwar egal zu welcher Tages und Nachtzeit und ob man eigentlich Wache hat oder nicht oder längst im Bett liegt und pennt) noch mal alle ran um die Segel wieder einzuholen. Das einholen der Segel erfolgt übrigens schon teilweise mit Beleuchtung, was es für uns Frischlinge noch mal etwas schwieriger gemacht hat. Übrigens: Wer jetzt denkt dass das wesentlich weniger Arbeit ist, als das Segel setzen, der irrt. Da ich um 0:00 meine erste Wache hatte und noch nicht wirklich müde war, entschloss ich mich einfach wach zu bleiben. Vor meiner Wache habe ich einige interessante Gespräche mit einem Mitreisenden auf dem Backdeck geführt und den Sternenhimmel genossen, den man sogar mal besser sieht, wenn um einen rum alles leuchtet.

Die erste Wache

Meine Wache war relativ unspektakulär. Da es sich um eine Ankerwache handelte, musste nur die halbe Wachgruppe ran und dadurch auch nur für 2 Stunden. Bei einer Ankerwache fallen lediglich Routinetätigkeiten wie Temperaturmessungen, Wetterbeobachtungen, Positionsbestimmung, Prüfungen auf Undichtigkeiten usw an. Als ich somit um 2:00 in Bett klettere (meins war oben), ist der Tag auch lange genug gewesen.

Ausschlafen? Doch nicht auf der Thor

Am folgenden Tag zeigt sich nach dem Wecken um 7:00 das wir tolles Wetter haben. Beim Frühstück schaut der Kapitän vorbei und teilt uns mit, dass er möglichst schnell segeln möchte, um das tolle Wetter zu nutzen. Doch bevor wir zum Spaßteil übergehen können, steht zuerst die tägliche Schiffsreinigung an, bei der jeder (außer dem Kapitän und seinem Stellvertreter) mithelfen muss. Anschließend setzen wir wieder die Segel und erleben einen Tollen Segeltag mit genug Wind und tollem Wetter. Am Nachmittag besteht als Highlight noch die Möglichkeit in den Hauptmast zu klettern (mit Sicherung) und die Aussicht zu genießen, die ich natürlich nutze.

Der Abschluss

Der Tag klingt mit einer gemeinsamen Feier aus, nach der dann einige der Mitreisenden nicht mehr in der Lage waren, ihre Wache zu übernehmen. In der nach haben wir die Stellung somit mit verminderter „Gruppenstärke“ angetreten. Dafür allerdings unter einem wunderbar klaren Sternenhimmel in absoluter Ruhe. Nachdem ich dann nach der Wache in die Kabine komme, wird mir auch klar, wie es nach mehreren Wochen auf einem Segelschiff gerochen haben muss. Die Lüftung ist nachts aus, da der Stromgenerator nicht läuft und somit Strom gespart werden muss. Meine beiden Kabinengenossen haben kräftig mitgefeiert und so riecht es in der Kabine auch.

Am dritten Tag zeigt sich, dass der Törn viel zu kurz war und ich nun Lust auf mehr mehr Meer habe. Morgen hüpfe ich nach dem Wecken direkt aus dem Bett um mich wenigstens zu duschen bevor ich wieder an Land gehe. Duschen kann man mangels unendlicher Wasserressourcen (die Entsalzungsanlage wird eher für Trinkwasser benötigt)  auf einem Segelschiff nicht täglich, auch wenn sich einige Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts in den drei Törntagen nicht mit der Regelung anfreunden konnten. Ich habe zumindest Glück und eine Dusche ist direkt nach dem Aufstehen noch frei. Puh!

Das Highlight am dritten Tag ist das Anlegemanöver im Hafen, das auch nicht so einfach ist, wenn man es zum ersten Mal in Angriff nimmt!

Der Weg zurück

Auf der Fahrt zurück mit der Bahn zeigt sich mal wieder, wie die Bahn den Ruf nicht pünktlich zu sein, erlangt hat. Zum Glück brauchte ich keinen Anschlusszug. Weiterhin fielen aufgrund des extremen Außentemperaturen von maximal 27 °C! gleich mehrere Klimaanlagen aus, weshalb wir mehrfach länger Stoppen mussten, damit die Fahrgäste in andere Wagons gebracht werden konnten. Da hatte ich ja Glück, dass die Klimaanlage im meinem Wagen schon vorher defekt war und ich gleich erste Klasse reisen konnte (wobei der Unterschied auch nicht so riesig war).

Im Zug benutzte ich auf der Rückfahrt die Behindertentoilette und dachte mir nur wie verschwenderisch groß hier doch alles ist. Da zeigt sich mal wie schnell man sich an die Enge gewöhnt. Was mir am Abend allein in meinem Zimmer auch auffällt – auch wenn einem das Gewusel um einen rum und das man keine Privatsphäre hat nach einer Zeit sicher auf den Keks geht – es fehlt einfach das Gewusel um einen rum. Das ist ein wenig Vergleichbar wie mit einem New York Aufenthalt. Es ist alles laut schrill und bunt aber wenn man zu Hause ist, dann ist es irgendwie zu ruhig.

Die zweite Tour

Die zweite Tour ist vergleichbar mit der ersten verlaufen. Im Gegensatz zur ersten Tour hatten wir einen Tag mehr Zeit und sind in Dänemark angelandet. Innerhalb von zwei oder drei Tragen ist der Aktionsradius halt nicht so riesig, vor allem wenn man nachts nicht fährt.

Auf Nachtfahrten wird bei erwachsenen Gästen aber i.d.R. verzichtet, damit man etwas mehr Schlaf bekommt und für zwei oder drei Tage macht es eh keinen großen Unterschied.

Bei der zweiten Tour waren sehr viele Kleingruppen dabei. D.h. meistens 2-4 Personen. Dementsprechend sind die Gruppen etwas mehr untereinander geblieben. Man arbeitet zwar auf der Thor beim Segeln / in der Kombüse immer eng zusammen (das geht überhaupt nicht anders) aber in der Freizeit ist das halt kein Zwang.

Generell herrscht auf der Thor aber ein recht enger Umgang miteinander. Man braucht sich nach meiner Erfahrung z.B. überhaupt keine Gedanken darüber machen, ob irgendwas geklaut wird. Das passiert einfach nicht. Auch wenn alles frei zugänglich für jeden ist.

Details waren beim zweiten Törn unterschiedlich – das hängt jeweils vom Kapitän ab. Mal werden die Kabinen zugeteilt, mal sucht man sich selbst eine aus. Mal fährt man 3 Wachen, mal 4 Wachen (was sich in anderen bzw. kürzeren bzw. längeren Wachzeiten, der Häufigkeit und der Besetzung des Kombüsendienstes usw. äußert). Mal hat man für den ganzen Tag Kombüsendienst, mal wird nach jeder Mahlzeit gewechselt (Mittags ist der Aufwand am größten). Mal muss man jeden Tag das Schiff reinigen und mal nicht. Der Kapitän ist der Chef.

Bei der zweiten Tour hatten wir eine Fotosafari um die Thor, bei der wir mit dem Schlauchbot um die Thor gefahren sind und Fotos gemacht haben. Das passiert aber nicht auf jedem Törn.

Weiterhin hatten wir ein Mann über Bord Manöver (Übung) mit plötzlich einsetzendem Regen. Das hat schnell gezeigt wie wichtig erfahrene Wachführer sind und wie schnell eine Situation gefährlich werden kann. Damit ist eine Crew ohne Erfahrung dann wirklich schnell überfordert und viel Zeit zum Reagieren hat man nicht. Die Ostsee ist verdammt kalt und mit unserer Reaktionszeit war der Gerettete schon in einer kritischen Lage.

Je nach Wachgruppe ist man bei den All Hands Manövern für einen Masten zuständig. Bei der ersten Tour war das der vordere Mast und bei der zweiten Tour der mittlere Mast.

Kombüsendienst

Allein das Arbeiten in der Kombüse (engster Raum mit 4 oder 5 Leuten fast den ganzen Tag) ist für einige zu viel. Neben dem reinen Zubereiten der Mahlzeiten gehört sowohl das Planen (was wird gekocht, was benötige ich dafür und in welchen Mengen), das Beschaffen (kühl und Gefrierräume), als auch das Tischdecken und Spülen dazu. Und für 50 Leute ist das nicht mal eben so gemacht, wenn diverse Leute zu Hause überhaupt nicht kochen und man keine Spülmaschine und eine Kochstelle hat, die auch nicht viel größer als zu Hause ist.

Glücklicherweise befinden sich in der Kombüse diverse Vorschläge für Gerichte und die dafür benötigten Mengen von Zutaten.

Wenn man dann noch 30°C Außentemperatur oder starken Seegang hat (also alle Schotten zu sind, und dann auch noch alles schaukelt), dann kann der Kombüsendienst eine echte Herausforderung werden. Nicht umsonst darf man abends duschen, wenn man Kombüsendienst hatte. Täglich duschen ist übrigens kein Luxus den man auf der Thor hat (das hatte ich ja oben schon erwähnt). Das ist sowohl eine Zeit als auch eine Ressourcenfrage.

Die Kosten

Wenn man als Gast mitfährt und erwachsen ist, dann ist der Preis sicherlich relativ hoch. Wir hatten bei der zweiten Tour Leute dabei, die den Vergleich zu einer alles inklusive Tour aus Mallorca gezogen haben. Speziell vom Kombüsendienst waren die beiden überhaupt nicht angetan. Auf der zweiten Tour hat der eine Tag Kombüsendienst in Kombination mit dem Gewusel schon ausgereicht um bei einigen die Nerven blank zu legen. Klar braucht man sowas in einem alles inklusive Urlaub nicht machen aber wenn man eine Reise auf der Thor bucht, sollte man sich auf der Homepage vorher informieren worauf man sich einlässt.

Für Schüler und Studenten, die als Stammcrew mitfahren ist die Thor aber quasi perfekt, weil nahezu kostenlos. Arbeit gegen Unterkunft heißt dann das Konzept.

Und sonst so

Die Thor hat nur das Steuerrad auf dem Deck. Das heißt da steht bei jedem Wetter jemand wenn die Thor fährt und zu jeder Tageszeit. D.h. auch bei Windstärke 10 und Regen und die Temperatur spielt auch keine Rolle!

Auf den kurztouren ist das nicht so streng aber man sollte sich schon klar machen, dass man die richtigen Klamotten haben sollte. Die meiste Standardkleidung ist für Salzwasser nicht gemacht und die meisten Regenklamotten sind nicht dauerhaft dicht.

Wenn man Wache hat, dann hat man Wache – egal ob es Schifft wie aus Eimern, schneit oder sie Sonne brennt.

Speziell nachts kann es auch sehr frisch werden. Wobei man durch die Kontrollgänge auch immer mal wieder rein kommt und sich etwas aufwärmen kann.

Bei der zweiten Tour hat sich auch gezeigt wie seltsam der deutsche Amtsschimmel teilweise tickt und wie stark sich Theorie und Praxis unterschieden können. Die Vorschriften für Tradtitionssegelschiffe werden immer strenger. Da diese Schiffe aber i.d.R. von Vereinen betrieben werden, stehen oft nur sehr begrenzte Geldmittel zur Verfügung und diese reichen meist nicht um den ständig schärfer werdenden Vorschriften zu entsprechen.

Eine Regel ist z.B. dass Berufsnautiker an Bord sein müssen (man kann auch über einen nicht beruflichen Weg das notwendige Wissen erwerben und die entsprechenden Scheine machen aber das reicht nicht mehr). Der gelernte Nautiker hatte aber leider überhaupt keine Ahnung wie der Segelbetrieb funktioniert und wie die Segel zu bedienen sind und deren Auswirkungen untereinander. Mit anderen Worten der staatlich verordnete Nautiker war als Wachführer eingeteilt und hatte 0 Plan wie er das machen sollte und hätte sogar alle gefährdet wenn wir nicht ein paar Thor Veteranen in der Gruppe gehabt hätten, die wussten was sie tun.

Werftzeit

Zwischenzeitlich auch eine Werftzeit mitgemacht Die Werftzeiten finden zweimal im Jahr statt und zwar vor und nach dem KUS Törn (siehe oben). Die Werftzeiten dauern i.d.R. 1-2 Wochen. Bei den Werftzeiten sind grob 50 Freiwillige (mal mehr mal weniger) anwesend und helfen beim Instandsetzen und Erhalten des Schiffes. Jedem ist es selbst überlassen wie viele Tage er bei der Werftzeit verbringt. Der Frauenanteil ist übrigens sehr hoch – sowohl bei den Werftzeiten als auch in der Crew – i.d.R. mehr als 50%.

Der Kenntnisstand ist dabei sehr unterschiedlich und die Fähigkeiten der einzelnen Personen auch. Am Anfang der Werftzeit sucht man sich dabei ein Team aus. Zum Beispiel ist eine Gruppe für das Rig zuständig, klettert also viel. Das habe ich mir bei meiner Werftzeit zur Aufgabe gemacht. So konnte man Arbeit und Vergnügen etwas miteinander verbinden. Wobei der Anteil des Vergnügens in der Werftzeit eindeutig geringer ist. 😉

Eine andere Gruppe ist für Malerarbeiten zuständig usw.

Die Werftzeit ist interessant aber auch ziemlich anstrengend. Viele kleinere Blessuren und geschrottete Klamotten gehören auch dazu. Wenn man so eng mit 50 Leuten zusammen hängt, dann gibt es neben viel Spaß auch immer etwas Streit. Zumal einzelne immer der Meinung sind, andere rumkommandieren zu müssen.

Von der Werftzeit habe ich übrigens keine Fotos gemacht, weil wir direkt neben den U-Booten der Bundeswehr lagen (Stichwort Geheimhaltung).

Fazit:

Eine Reise auf der Thor (ich sage bewusst nicht Urlaub) ist definitiv ein Erlebnis. Optimal ist das für Studenten, die irgendwann ein Semester Pause einlegen oder die Semesterferien für eine Reise auf der Thor nutzen. Der Vorteil ist bei dieser Variante, dass ausnahmsweise mal wenig Geld + viel Zeit in der Kombination auch mit Urlaub und Reisen funktioniert.

Im Berufsleben ist es schon deutlich schwieriger die Thor und den Urlaub unter einen Hut zu bringen, wenn man nicht seinen kompletten Urlaub auf der Thor verbringen möchte (zumindest als Stammcrew).

Als Kind habe ich ein derartiges Segelschulschiff mal auf Sylt gesehen und war total begeistert. Damals hatten meine Eltern aber nicht die finanziellen Mittel mir etwas derartiges zu ermöglichen. Auf die Thor Heyerdahl bin ich dann leider erst nach meinem Studium aufmerksam geworden. D.h. die Zeit in der ich die Thor gut hätte in mein Leben integrieren können war leider schon vorbei.

Nachdem ich jetzt zweit Törns, einen Bootsführerschein und eine Werftzeit gemacht habe weiß ich aktuell noch nicht so genau wann und ob ich wieder auf der Thor bin. Für mehr Engangement fehlt einfach die Zeit. Nur ein wenig engagieren funktioniert nicht wirklich. Davon mal abgesehen kommt man mit der Thor auch nur weiter weg, wenn man mindestens zwei oder drei Wochen investiert.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Irland Reise 2016 [Reisebericht]

Nachdem der Urlaub 2015 (Westaustralien) recht teuer war und 2017 (Antarktis) ein noch teurerer anstand, haben wir und in 2016 entschlossen mal einen günstigeres Urlaubsziel aufzusuchen. Deswegen war der Urlaub übrigens kein Stück schlechter. Der Preis bestimmt also sicherlich den Ort aber nicht wie gut der Urlaub ist. 😉

Zu Irland hat sicher jeder einige Bilder im Kopf, sei es durch Reisesendungen, Filme ( Michael Collins, Star Wars), Reiseführer, Bücher oder auch Werbung.

Tourguide und Ankunft

Wie üblich haben wir mal wieder eine organisierte Reise (Busrundreise) mit Tourguide gebucht.

Der Tourguide war auf dieser Tour mal erfrischend anders. Sein Name war Paul und er war Philosophiestudent. Auf dem Flughafen wären wir fast an ihm vorbeigelaufen, weil er gleich mehrere Reisegruppen eingesammelt hat und das Namensschild für den Tourveranstalter nur zwischendurch mal hoch gehalten hat.

Vielleicht für Leute, die das nicht kennen. Bei derartigen Rundreisen wird man normalerweise am Flughafen eingesammelt. Mal muss man den Flug über den Veranstalter buchen, mal reicht es wenn man den Veranstalter informiert.

Wir haben dabei schon alles erlebt. Von individueller Abholung mit einem Auto nur für uns bis zu es kam überhaupt keiner war alles dabei. Der Tourguide sammelt die Leute allerdings normalerweise nicht am Flughafen ein. Schon gar nicht mehrere Gruppen und über den ganzen Tag verteilt.

Paul war angenehm unkonventionell. Aus Klamotten hat er keinen großen Wert gelegt (kann auch Absicht gewesen sein, um den armen Studi zu mimen – weil alle Klamotten irgendwo Löcher hatten und sein Handydisplay hatte zig Risse, weil er nach dem Aufstehen wohl mal versehentlich drauf gestanden hat) und sein Namensschild hat er dann auch mal schnell einem Reisenden in die Hand gedrückt (halt mal bitte, ich muss mal kurz weg), weil er mal kurz schauen wollte, ob von der anderen Gruppe Reisende da waren.

Paul war irgendwie cool, intelligent , hatte immer eine freche oft ironische bis sarkastische Antwort parat und jugendlich rebellisch. Normalerweile essen die Tourguides abends immer mit der Gruppe (Pflichtprogramm für 1-2 Stunden) und verschwinden dann – das hat Paul sich gleich geklemmt, weil er auf den zwanghaften Kram keinen Bock hatte. Dafür hat er sich Tagsüber mehr aufgerissen als jeder Tourguide den wir vorher hatten und uns sogar musikalisch super unterhalten. Er hat im Alleingang zig irische Lieder gesungen (mit einem doch recht typisch steifen Reisegruppe – ohne Alkohol geht da nicht viel beim Singen) und den ganzen Bus bespaßt. Das Singen steckt den Ihren im Blut und er war echt gut.

Paul hat einige Monate in Deutschland gelebt und jemand aus Deutschland als Familienmitglied. Sein Deutsch war so perfekt, dass man so etwas wie einen Dialekt gehört hat, den man nicht zuordnen konnte aber man wäre nie darauf gekommen, dass er nicht primär im deutschsprachigen Raum aufgewachsen ist. Paul empfindet aber Irland als seine Heimat, auch wenn er längere Zeit in Deutschland gelebt hat.

Wie ihr merkt – ich fand Paul etwas unkonventionell aber wirklich klasse. Toller Typ bei dem man aber nie genau weiß, ob er einen gerade veräppelt oder was ernsthaftes sagt.

Die Reise und die Geschichte

Wie ihr seht, sind wir im Prinzip einmal komplett außenrum gefahren. Das machen bei weitem nicht alle Touren so. Aber zu Irland gehört auch Nordirland dazu. Der Konflikt mit England ist ein Teil der Geschichte und weit aktueller als man denkt.

Ich hatte Paul oben bereits erwähnt – er kommt aus Südirland. Die Historie zwischen Südirland (Iren) und Nordirland (England bzw. Briten) schwelt nach wie vor, auch wenn es die IRA offiziell nicht mehr gibt. Das ist auch das was man mit Protestanten und Katholiken schwelt nach wie vor. Das ist kein Religionskonflikt, sondern ein Konflikt zwischen Irland und England.

Besonders deutlich wird das in Belfast wo heute noch eine Mauer / Zaun quer durch die Stadt geht, auf zig Gebäuden noch IRA Logos und Slogans sind und auch heute teilweise noch Anschläge verübt werden. Selbst Paul hatte abends Angst alleine unterwegs zu sein in Nordirland, weil man ihn aufgrund seine Dialekt sofort als Südirländer erkannt hat. Übrigens als Touri ist es keine gute Idee dort mit Bannern oder sonstigem aus Südirland rumzulaufen. Auch der Bus wird ab und an wohl von Kindern mit Steinen beworfen (was uns nicht passiert ist), weil man am Kennzeichen erkennt, dass er aus Südirland kommt. Man braucht also nicht denken, dass der Konflikt vorbei ist. Er ruht aktuell nur und ist selbst in den Köpfen der jungen Iren sehr präsent.

Das Wetter

Ihr werdet es an den Bildern sehen. Das Wetter kann in Irland in Minuten total umschlagen. Es gibt Tage an denen man mehrfach strahlenden Sonnenschein, sintflutartige Regenfälle, Wind usw. erlebt. Das ist normal. Da hilft nur echt gute Regenkleidung.

Selbst die Iren stellen sich bei heftigen Regenschauern einfach mal 10 Minuten unter und dann geht’s weiter.

Mit rund 200 Regentagen im Jahr sind die Chancen auf einen trockenen Urlaub also eher gering (aber es ist möglich). Sonst hatten wir im Urlaub mit dem Wetter oft echt Glück, in Irland war es weder Pech noch Glück, sondern einfach Standardwetter.

Im Winter gehen die Temperaturen in Irland normalerweise nicht unter 0°C was am Golfstrom liegt und teilweise dazu führt, dass dort deutlich exotischere Pflanzen wachsen als bei uns auch wenn es im Sommer nicht so warm ist wie bei uns.

Die Tour

Dublin

Dublin ist die Hauptstadt von Südirland. Direkt nach unserer Ankuft sind wir vom Hotel (das leider ziemlich außerhalb lag) zur Busstation gewandert (ich hatte mich vorbereitet und mir die Buslinien und den Weg zur Haltestelle angeschaut, die leider auch mal eben ca. 1km vom Hotel weg war und der Weg war nicht so ganz simpel).

Da wir den Tag nutzen wollten sind wir mit dem Bus direkt zum Kilmainham Gaol gefahren. Diverse Freiheitskämpfer waren hier inhaftiert und wurden teilweise auch im Innenhof hingerichtet. Die Haftbedingungen – besonders im alten Teil waren unglaublich. In den Zellen gab es kein Licht und man kann es bestenfalls als Loch bezeichnen. Den gefangenen wurde teilweise wohl sogar die Möglichkeit gegeben sich nach der Ankunft selbst zu töten (was ich bei den Bedingungen dort ehrlich gesagt ernsthaft in Erwägung gezogen hätte). Totaler Wahnsinn.

Aufgrund der extrem hohen Selbstmordrate (die wohl ursprünglich sogar beabsichtigt war), hat man dann den recht lichtdurchfluteten neuen Teil gebaut.

Am nächsten Morgen hat das offizielle Programm begonnen, was mit einer Besichtigung des Markts begann (im Ausland versteht man unter Markt oft stationäre überdachte Verkaufsstände – das ist also nicht wie bei uns mal an einem Tag und dann wieder weg).

Carnlough

Was soll ich schreiben, traumhaft, oder?

Giant’s Causeway

Beeindruckend was die Natur so kreiert, oder?

Londonderry (nordirische Bezeichung) – Derry (Südirische Bezeichnung – warum wohl?)

Wo wir gerade dabei sind. Kirchen gibt es in Irland massenhaft. Dort gibt es übrigens keine Kirchensteuer – alles freiwillig. Das schadet den Kirchen aber nicht – ganz im Gegenteil. Ich behaupte sogar, dass die Iren so rebellisch sind, dass eine erzwungene Kirchensteuer nicht funktionieren würde.

An dem namen erkennt man übrigens wieder den Konflikt (Nord vs. Süd).

Belfast

Belfast ist die Hauptstadt von Nordirland.

Wie oben bereits erwähnt spürt man hier an jeder Ecke den Konflikt zwischen Nordirland (bzw. England) und Südirland.

Glenveagh

Bei dieser Tour haben wir Schloss besichtigt. Wirklich klasse und auf jeden Fall eines der Highlights. Auch an diesem Tag von Sonnenschein bis fast Regen alles dabei.

Donegal

Auf dem Weg

Unser musizierender Busfahrer. Das ist übrigens in Irland üblich. Jemand kommt in ein Pub, bringt sein Instrument mit und musiziert einfach drauf los. Dazu Irish Coffee und am besten gleich mitsingen (so man es kann).

Kylemore Abbey

Leider war der Besuch nicht bei uns im Programm vorgesehen. Das war die einzige Stelle au der Tour, wo ich mir mehr Zeit gewünscht hätte. Das war in dem Fall wohl dem günstigen Preis geschuldet.

Galway

Cliffs of Moher

Bei den Cliffs of Moher hatten wir eine Bootstour mit einem recht kleinen Boot und sehr ordentlichem Seegang. Mir macht das i.d.R. nichts aus. Ich bin auf Booten gerne draußen und bin sofort an Deck gewuselt. Wie ich dann nach der Bootstour mitbekommen habe müssen sich unter Deck echte Dramen abgespielt haben. Einige Leute sahen nach der Tour ziemlich grün im Gesicht aus (auch unser Tourguide) und hatten so einige Tüten gefüllt. Ich hatte mich oben zwar mal zu meinen Mitreisenden umgedreht aber die sahen – soweit man das unter den Mützen und Kapuzen – sehen konnte alle ganz ok aus (also ziemindest nicht anders als vorher). Da Wetter war also durchwachsen aber für einige wird die Tour wohl trotzdem unvergesslich sein. 😉

Adare

Dingle

Kissane Sheep Farm

Hütehunde und wie sie Schafe unter Kontrolle halten – beim ersten mal recht sehenswert aber das sieht man z.B. auch in Australien oder Neuseeland, wenn man dort hinfährt.

Torc Waterfall

Natur pur

Mucross House

Na, romantisch?

Kinsale

Jameson

Ja, Whiskey gehört zu Irland wie zu Schottland – wobei das ein wenig wie Kölsch und Alt ist. Beide halten das was sie herstellen gegenseitig nicht für Whiskey (das Verfahren ist etwas unterschiedlich). Hach, jetzt habe ich mir gleich 4 Parteien zum Feind gemacht und das mit nur zwei Sätzen. *g*

Waterford Crystal

Bei Waterford Crystal kann man entweder einfach einkaufen, wenn man ein verdammt gut gefülltes Bankkonto hat oder eine Werksbesichtigung machen (die kostet ein paar Euro Eintritt). Die Stellen übrigens auch die Kristalle und Pokale für die Formel 1, die amerikanischen Sportsligen, Königshäuser oder Präsidenten her.

Das wird einfach so per Hand gemacht! Krass, oder? Das braucht übrigens eine sehr lange Ausbildung und danach beherrschen das nur sehr wenige in Perfektion.

Die Ausstellung ist eine absolute Empfehlung. Das habe ich weltweit so noch nicht gesehen.

Kilkenny

Avoca Mill

Glendalough

Hier hatten wir in einer nicht so ganz vertrauenserweckenden Bude tolle fish & chips (falls ihr euch nichts darunter vorstellen könnt – da sind verschiedene frische Fischsorten, die es mit Pommes gibt – die gesündere Variante von Currywurst quasi).

Und wieder Dublin

Ja, das absolute must have. Der Brauereibesuch war nicht so toll, weil man von der echten Brauerei überhaupt nichts sieht. Man kommt sich eher wie in einem Vergnügungspark vor. Wenn man aber mal eine Brauereibesichtigung hatte ist es kein Drama. Die Unterschiede sind doch recht marginal (ja, liebe Bierkenner ich weiß, dass ihr mich jetzt steinigen wollt).

In Dublin haben wir uns noch etwas mehr Zeit gegönnt um möglichst viel zu sehen. Die Tour war mit dem Brauereibesuch beendet.

Der imposanteste Friedhof, den ich je gesehen habe. Da standen teilweise ganze Häuser auf den Gräbern!

Die Irländer haben einige Sportarten, die bei uns vollkommen unbekannt sind. Die gehen teilweise richtig hart zur Sache und es gibt dort keine Profis. Die Irländer machen das Nebenbei zum Job. Wenn man sich überlegt wie viel Zeit das erfordert und wie sich dabei teilweise zerlegen – echt krass. Somit haben wir eine Kultstätte des Irischen Sports besucht. Fußball ist echt Mädchenkram (sorry, nix gegen die Mädels) gegen das was die Iren da machen.

Für das College darf man sogar anstehen, weil es so berühmt ist. Abseits der schicken Bibliothek (näher als auf den Bildern kommt man nicht an die Bücher ran) ist das aber nicht wirklich interessant.

Und sonst so

Einen so stark musizierenden Tourguide und Busfahrer hatten wir noch nie. Der Busfahrer hat sogar einige Jahre davon gelebt und eine Band gehabt. Krankheitsbedingt haben sie dann pausiert und er hat wieder mit seinem alten Job begonnen.

Was übrigens witzig ist: Die Irländer und Engländer sind ja nicht wirklich gut aufeinander zu sprechen. Trotzdem haben die Iren die englische Variante der Garten und Rasengestaltung übernommen (sieht man schön am Foto von Crooke field – das wird von speziellen Rasenmähern verursacht, die bei uns keiner nutzt. In England macht man es aber genauso. Tja, da wehren die Iren sonst alles ab was von England kommt aber das machen sie freiwillig.

In Irland erlebt man oft spontane Straßenmusiker, die teilweise unglaublich gut sind. Das habe ich bei uns in der Qualität noch nicht so erlebt. Meist bekommt man auch CDs. Auch ein Besuch im Pubs kann diesbezüglich sehr unterhaltsam sein. Die Iren sind einfach lockerer als der typische Deutsche.

Wir hatten ein älteres Ehepaar im Bus, die einen herrlich trockenen forschen Humor hatten. Das war immer hart an der grenze zur Unfreundlichkeit aber das war ganz klar ein Fall von haarte Schale weicher Kern – wie sich im Verlauf der Reise gezeigt hat. In Kombination mit der Schlagfertigkeit unseres Tourguides war es teilweise ziemlich witzig. Die haben es selbst geschafft, dass Paul mal keine Antwort parat hatte und das soll was heißen!

In einem Örtchen kam die Aussage vom Tourguide wann wir wieder am Bus sein sollten. Da es dort eh quasi Dauerregen gab ist uns das auch nicht sonderlich schwer gefallen. Als Orientierung hat sich sehr gut ein Fluss geeignet. Ein Reiseteilnehmer ist aber zur vereinbarten Zeit nicht aufgetaucht. Er hatte sich verlaufen und natürlich kein Handy und keine Nummer von unserem Tourguide. In dem Städtchen gab es dummerweise zwei Flüsse und er war genau zum falschen gelaufen. Nach über einer Stunde Wartezeit im Bus kam er dann total durchnässt (Entschuldigung aber wer geht denn in Irland mit einer Jeansjacke und ohne Regenschirm raus?!) und abgehetzt bei uns an. Das hab ich auch noch nie erlebt, dass auf eine Einzelperson so lang gewartet wurde. Das vorher erwähnte forsche Rentnerpärchen hat ihm dann sofort trockene Klamotten gegeben und dumme Sprüche gab es auch nicht.

Das Essen

Das Essen war für den Tourpreis echt in Ordnung. Das Abendessen war meistens inkludiert, allerdings nicht sonderlich abwechslungsreich. Es gab im Prinzip die gleichen drei Gerichte auf der gesamten Tour. Das war halt der Tribut an den günstigen Tourpreis aber kein Grund sich zu beschweren.

Ansonsten muss man in Irland (wie auch in Australien oder Neuseeland) fish and chips probieren.

Guiness gehört auch zum Pflichtprogramm und ganz ehrlich. Es war viel besser als ich es aus meinem Englandbesuch in Erinnerung hatte. Es kommt halt sehr auf die Temperatur an (nahe 0°C) und man muss wissen wie man es trinkt (der Schaum ist bitter – also keine Minischlücke – das ist ekelig, sondern Männerschlücke!)

Wir sind übrigens dem amerikanischen Vizepräsidenten begegnet. Na ja, fast zumindest. Das war übrigens so ein Klassiker wo wir dachten, dass Paul uns nur verarscht (er hatte uns vorher erzählt, dass der Vizepräsident in der Gegend zu Besuch ist). An jeder Ecke standen Polizisten – wir waren irgendwo im nirgendwo, wo es nur eine Straße gab. Dann wurde der Verkehr komplett gestoppt. Wir standen bestimmt eine halbe Stunde doof in der Landschaft und dann ist der Konvoi aus zig Jeeps mit Militärtypen (genau so wie man sich die Vorstellt – Machosoldaten mit Maschinenpistolen im Anschlag) an uns vorbeigeheizt. Ich kann jetzt also sagen, dass ich keine 5m vom amerikanischen Vizepräsidenten entfernt war. Toll, oder? 🙂

Danach hat es dann noch 30 Minuten gedauert bis der Verkehr wieder lief.

Die Polizei in Irland ist übrigens unbewaffnet. Das ist ein Tribut an die Vergangenheit (IRA Zeit).

Fazit

Irland ist ein tolles Land und definitiv eine Reise wert. Wer allerdings ins Warme fahren will ist hier falsch aufgehoben. Wer eher kostenbewusst reist, ist in Irland übrigens auch gut unterwegs.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

 

Norwegen Hurtigruten mit Nordlicht 2018 [Reisebericht]

Die Tour

Ich bin normalerweise kein Kreuzfahrer, weil mir die Schiffe in der Regel viel zu groß sind. Ich mag es nicht, wenn ich mich nicht wie auf einem Schiff fühle. Die großen Schiffe sind fast wie Städte oder riesige sich bewegende Hotelanlagen. Das hat mit dem Reisen auf einem Schiff nicht mehr viel zu tun.

Wenn man Norwegen bereist kommt man an Hurtigruten aber nicht wirklich vorbei. Die Postschiffreise ist legendär und man gelangt dabei ein ganzes Stück über den Polarkreis. Man sollte es kaum glauben aber bei der Antarktistour bin ich nicht ansatzweise so weit nach Süden gekommen, wie man bei der klassischen Postschiffreise nach Norden kommt. Bei der Antarktistour berührt man den Polarkreis nicht mal, während man bei der Postschiffreise deutlich darüber hinaus kommt.

Dies war nicht meine erste Tour mit auf der klassischen Route Bergen / Kirkenes / Bergen (die Tour hatte ich schon gemacht – wobei diese Tour in Trondheim also einen Tag eher geendet hat). Die Tour dauert 11 Tage (die volle Tour dauert 12 Tage).

Auf der Tour Richtung Norden fahren die Schiffe primär tagsüber die Häfen an, die auf der Rücktour nachts angefahren werden und andersrum. Somit sieht man wenig doppelt, auch wenn man die Tour vollständig macht.

Auf der Tour fahren diverse Schiffe mit verschiedenen Größenordnungen und Technikstufen. Die größten Schiffe können maximal ca. 1000 Leute beherbergen (aber nicht so viele Übernachtungsgäste – somit wird diese Anzahl nie auch nur ansatzweise erreicht). Im Gegensatz zu einem richtigen Kreuzfahrtschiff ist das noch überschaubar, mir aber schon groß genug.

Die Jahreszeiten und Ausflüge

Die Angebote und Erlebnisse bei der Hurtigrutentour schwanken ganz stark je nach Jahreszeit. Im Winter bekommt man kaum Tageslicht zu sehen. Es wird nie richtig hell, sondern es ergibt sich eine diffuse Lichtstimmung. Dafür sind die kleinen Häfen und Häuser, die entlang der Route stehen toll beleuchtet und man hat die größten Chancen Nordlicht zu sehen, wenn der Himmel nicht zu bewölkt ist.

Der Frühling erlaubt einem im Norden teilweise noch Wintererlebnisse zu machen, während in Bergen schon die ersten Pflanzen blühen. Da es zu dieser Jahreszeit fast schon durchgehend hell ist, kann man das Nordlicht schon nicht mehr sehen.

Der Sommer bietet das Erlebnis der Mitternachtssonne. Es wird nie dunkel und im Extremfall streift die Sonne nur den Horizont, bevor sie wieder aufgeht. Das ist die beliebteste aber mit Abstand die teuerste Reisezeit (ca. doppelt so teuer wie die Tour im Winter).

Der Herbst dreht sich primär um das Einbringen der Ernte und die Möglichkeiten, die einem die Natur in dieser Region bietet.

Zu jeder Jahreszeit werden von Hurtigruten spezifische Erlebnisse und Ausflüge angeboten. Beispielweise ist es im Winter möglich das Schneehotel zu besichtigen, mit Hundeschlitten oder Schneemobilen zu fahren.

Im Sommer Frühling oder Sommer können Fjorde und Straßen befahren werden, die im Winter nicht zugänglich sind.

Daher greift das Werbeversprechen hier wirklich, dass die Tour zu jeder Jahreszeit ein einzigartiges Erlebnis ist.

Bei unserer ersten Tour (zu der ich später noch einen separaten Reisebericht schreiben werde), haben wir und auf die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling konzentriert und versucht aus beiden Jahreszeiten die besten Ausflüge mitzunehmen. Das hat teilweise funktioniert (Huskys – Winter, Küstenstraße – Frühling) und teilweise auch nicht (Schneehotel – Winter, Schneemobil – Winter, Nordlicht – Winter).

Somit stand für mich fest, dass ich die Tour auf jeden Fall noch mal machen möchte, um diese Erlebnisse nachzuholen.

Dieses Jahr bot sich an, weil ich noch recht viel Urlaub aus dem Vorjahr übrig hatte und weil Hurtigruten ab diesem Sommer neue Preise für die Ausflüge angesetzt hat, die extrem hoch sind (die Ausflüge waren vorher schon teuer).

Die Planung

Wie man im vorgenannten Punkt bereits raus liest beschränkt sich die Planung primär darauf welche Ausflüge man machen möchte (bzw. wenn man keine organisierten Ausflüge macht, sollte man sich vorher ein Wenig mit den Orten beschäftigen in denen das Schiff anlegt und was man dort machen möchte).

Speziell die Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten bieten die Möglichkeit Ausflüge aus beiden Jahreszeiten zu nutzen. Das aber mit dem erhöhten Risiko, dass das Wetter verhindert, dass die Ausflüge stattfinden.

Teilweise werden auch Sondertouren angeboten. In unserem Fall eine Themenreise Nordlicht und Sterne. Dabei wurden zwei Reiseleiter flankiert von zwei Mitarbeitern einer Universität, die auf dem Schiff mehrere Vorträge zum Thema Nodlicht und Sterne gehalten haben. Weiterhin konnten sich Fotografen Tipps zum Thema “wie fotografiere ich Nordlicht” abholen.

Der Tourverlauf

Gen Norden

Die Tour beginnt in Bergen und von dort geht es Richtung norden bis Kirkenes (also weit über den Polarkreis) nahe der russischen Grenze. Da wir bei der ersten Tour schon sehr viele Ausflüge mitgenommen hatten, ging es dieses Mal primär darum die noch fehlenden, interessanten Ausflüge nachzuholen bzw. Ausflüge, die beim ersten Mal mangels genügend Schnee und zu warmer Temperaturen ausgefallen waren. Dazu gehörten der Besuch des Schneehotels und eine Schneemobiltour.

Nach unserer Ankunft in Bergen kam zuerst das obligatorische Einschiffungsprogramm bei dem es darum geht die Sicherheitsmaßnahmen zu vermitteln.

Danach haben wir das Schiff möglichst schnell verlassen um noch ein bisschen durch Bergen zu Laufen. In Bergen ist primär der Bereich Bryggen interessant, der einem auch sofort auf Bildern begegnet, wenn man nach Bergen googelt. Etwas versteckt dahinter liegt eine Bergbahn, die einen recht hoch auf einen Stadtberg bringt. Aufgrund des Diesigen Wetters war die Kopfstation nicht zu sehen, weshalb wir uns entschlossen haben den Berg nur zum Teil und zu Fuß zu erklimmen. Ganz generell sind die Norweger ein Naturvolk. Alles was mit Aktivitäten in der Natur zu tun hat (wander, Skifahren usw.) steht also hoch im Kurs.

Nach unserer kleinen Erkundungstour sind wir dann zum Schiff zurückgekehrt und dann ging es auch schon los.

Schiffsbegegnung mit Schnee und den Decksstrahlern

Am nächsten Tag haben wir Ålesund erreicht, was durch seine sehr schöne Innenstadt mit Jugendstilhäusern glänzt. Wie fast an allen Orten mit längerem Aufenthalt des Schiffes kann man auch Ausflüge Buchen aber Ålesund kann man genauso alleine erkunden. Bei dem Rundgang in Ålesund bekommt man etwas mehr über die Geschichte von Ålesund erzählt was man sich ansonsten selbst erarbeiten müsste (ich habe beide Varianten gesehen und beide Varianten haben Vor- und Nachteile). Besser oder schlechter gibt es in dem Fall also nicht. Es kommt darauf an wie die eigenen Prioritäten liegen. Wenn man etwas mehr über die Geschichte wissen will oder bestimmte Gebäude auch von innen sehen, dann ist der Ausflug gut. Wenn man einfach selber die Stadt erkunden möchte, dann kann man auch allein los ziehen.

Auf der Tour begegnet man zweimal am Tag (entweder im Hafen oder Unterweg) anderen Hurtigrouten Schiffen. Die Begegnungen sind je nach Laune der Brückencrew und des Verhältnisses zwischen den Schiffscrews teilweise spektakulär. Von Konkurenzkämpfen der Crew / Passagiere über Dauerschiffshorn + Flutlicht, Hubschrauberlandung auf dem Nachbarschiff, biss stilles Passieren kann alles passieren.

Auch in Trondheim gibt es viel zu sehen. Neben dem Nidaros Dom und den umlegenden Museen (die teilweise so bescheidene Öffnungszeiten haben, dass man sie nicht besuchen kann) gibt es mit Rockheim ein Rockmusik Museum, die Brücke, den einzigartigen Fahrradlift dahinter und das überragende Ringve Museum was in der Form glaube ich Weltweit seines gleichen sucht (dazu mehr im anderen Bericht).

Wie man auf den Bildern sieht ist bei der Postschiffreise aber auch die Schiffstour an sich spektakulär, weil man sich fast immer in Landnähe bewegt und es somit sehr viel zu sehen gibt.

Und Ruck zuck überquert man auch schon den Polarkreis, was die Polarkreistaufe nach sich zieht.

In Bodø haben wir an der “Arktischen Küstenwanderung” teilgenommen. Kurz vor dem Ausflug hat es noch so stark geschneit, dass man fast nichts sehen konnte. Selbst am Anfang des Ausfluges war das noch so. Nachdem wir nun Spikes unter den Schuhen hatten (die auch dringend erforderlich waren), sind wir zum Strand gelaufen und innerhalb von Minuten hat sich das Schneegestöber in traumhaften Sonnenschein verwandelt, der die Landschaft wirklich in ein tolles Licht gerückt und eine mystische Stimmung erzeugt hat.

In Svolvær haben wir Magic Ice besucht, was sich direkt am Hafen befindet und wirklich sehenswert ist. Das hatten wir leider bei der ersten Tour verpasst, weil der Reiseleiter es miserabel beschrieben hat und wir bei der Hafeneinfahrt genau auf der anderen Seite vom Schiff im Restaurant saßen, von wo aus es nicht zu sehen war. Eigentlich kann man das nicht übersehen aber wenn das Schiff davor steht und man durch das Gebäude durchgeht und der Reiseleiter einen dann nach rechts, statt nach links schickt, dann wird man keinen Erfolg haben. Abends ist es – wie man sieht – auch stark beleuchtet. Wenn es also draußen dunkel ist, dann fällt es sehr stark auf.

 

Der berühmte Trolljford wurde bei dieser Tour nicht befahren. Dabei handelt es sich um einen sehr engen Fjord in dem das Schiff hinten in einem kleinen Bereich auf der Stelle dreht. Das ist also eines der Erlebnisse, die man auf der Wintertour leider verpasst (dazu mehr im anderen Bericht).

Trollfjord

Trollfjord (Einfahrt)

Desto weiter wir Richtung norden fuhren, desto mehr Schnee gab es. Allerdings wurde das Wetter auch immer schöner. Dieses mal hatten wir das beste Wetter im Nördlichen Tourbereich. Die Temperaturen sind aufgrund des Golfstroms nicht so gering, wie man das vielleicht erwarten wurde. Knapp unter 0 Grad war das kälteste was wir hatten aber in Kombination mit starkem Wind kann das gefühlt verdammt kalt sein.

In Tromsø haben wir zu Fuß die Eismeerkathedrale besichtigt und anschließend eine neu erbaute Bergbahn genutzt um einen Traumhaften Blick auf die Region zu bekommen. Oben sollte man außerhalb der Station gutes Schuhwerk tragen, weil es dort keine befestigten Wege gibt und man über Schnee und Eis läuft.

In der Nacht gab es dann die ersten kurzen Nordlichteindrücke. Das Nordlicht kann 30 Sekunden sehr stark erscheinen und dann war es das, es kann auch ein mehrstündiges Vorspiel geben, dass sehr verheißungsvoll ist und dann passiert nichts weiter, es kann Stundenlang ein regelrechtes Feuerwerk am Himmel geben oder es kommt Phasenweise mal stark mal schwach. Es ist nicht vorhersagbar.

In der ersten Nacht war das Nordlichtvernügen kurz und intensiv. In den Folgetagen hatten wir teilweise Nordlicht und Wolken aber es hat sich auch eine Nacht geboten, in denen wir ein mehrstündiges Feuerwerk geboten bekommen haben.

Das Beobachten des Nordlichtes ist ein wenig wie scheue Tiere beobachten. Man benötigt sehr viel Geduld (Stunden) und die richtige Kleidung. Es ist arschkalt nachts im Wind. Offiziell sagt Hurtigruten zwar Nordlichtsichtungen durch aber bis man nachts aus dem Bett raus ist, kann das Nordlicht schon dreimal wieder weg sein. Hier gilt also ohne Fleiß kein Preis.

Wenn man das Nordlicht fotografieren möchte, dann benötigt man zwingend ein Stativ und im eine Camera mit sehr guten Nachteigenschaften (großer Sensor) und im Optimalfall der Funktion automatisch Bilder in bestimmten Abständen aufzunehmen.

Interessant ist übrigens, dass das Nordlicht auf Fotos oft schöner aussieht als in der Realität. Das liegt daran, dass unser Auge bei wenig Licht zuerst grau sieht und dann später erst Farben. Die Kamera kann das durch etwas längere Belichtungszeiten ausgleichen, was auf einem Schiff aber immer problematisch ist, weil man Seegang hat und somit verwischte Fotos.

Man benötigt also ruhige See, keine Wolken und den entsprechenden Teilchenstrom von der Sonne, der auch lokal dort auf die Atmosphäre treffen muss, wo man sich gerade befindet. Mit anderen Worten man benötigt sehr viel Glück.

Das Nordkapp wird normalerweise an Land besucht (mehr dazu im zweiten Bericht). Dieses mal waren aber alle Straßen zugeschneit und der Kapitän hat spontan entschlossen uns die Besichtigung von Seeseite zu ermöglichen.

Danach stand die Schneemobilsafari an, die einwirklich tolles Erlebnis war. Vorab ich habe nun Lust auf mehr und kann mir durchaus vorstellen mal einen Kurzurlaub nur auf dem Schneemobil zu machen, bei dem eine größere Strecke zurückgelegt wird. Der Ausflug war so angelegt, dass man an einer etwas größeren Landzunge vom Schiff auf einer Seite im Hafen abgesetzt wurde. Während das Schiff die Landzunge umrundet fährt man mit dem Schneemobil die gerade Strecke auf die andere Seite, wo man vom Schiff wieder eingesammelt wird.

Der Ausflug dauert rund 2,5 Stunden und jeder hat sein eigenes Schneemobil bekommen (was übrigens sehr cool war – da man mit dem Gerät keine Erfahrung hat und man auf evtl. Mitfahrer Rücksicht nehmen müsste, wollte ich das genau so haben – es gibt auch einen anderen Ausflug bei dem man zu zweit fährt und sich nach der Hälfte der Zeit abwechselt).

Leider sind wir im Konvoi gefahren (das ist immer so bei den Hurtigruten Ausflügen mit dem Schneemobil) und die erste Person war dermaßen langsam unterwegs, dass wir ich nie über 40 km/h gekommen bin. Und das ging auch nur, weil ich mich zwischendurch immer etwas habe zurückfallen lassen um dann wieder Gas zu geben. Sonst hätte es keinen Spaß gemacht, weil ich dann nur mit 20 rumgetuckert wäre. Die Schneemobile schaffen aber rund 130 km/h – wohl eher was für gute Pisten und / oder geübte Fahrer.

Ein Schneemobil fahren ist relativ einfach. Mit dem Daumen gibt man Gas (bei unseren Mobilen war die Reaktion darauf relativ gutmütig). Wenn man vom Gas geht, hat man eine spürbare Automatikbremse. Zusätzlich gibt es eine Handbremse, die man sehr vorsichtig betätigen sollte, sonst geht’s ab über den Lenker. Die Schneemobile fahren auch in Schneeverhältnissen, in denen laufen kaum möglich ist und es macht tierisch Spaß mit den Dingern durch die Gegend zu heizen!

Eine gewisse Mindestgeschwindigkeit ist aber pflicht, sonst funktioniert die Griffheizung nicht und es wird verdammt kalt an den Händen (trotz der Handschuhe).

Die komplette Ausrüstung bekommt man übrigens gestellt und sie war trocken (bei den Huskys habe ich das auch schon anders erlebt).

In Kirkenes haben wir diese Mal das Schneehotel besucht, was jedes Jahr ein eigenes Thema hat und knappe 30 Räume. Das Hotel wird jedes Jahr neu gestaltet und die unheimlich stürmischen und lebensfrohen Huskys sieht man dort auch (die Huskys sehen übrigens ganz anders aus als die Kanadischen Huskys, die wir i.d.R. als Bild im Kopf haben).

Gen Süden

Die Südtour ist nicht ganz so interessant wie die Nordtour aber auch auf dem Rückweg gibt es noch einiges zu sehen.

In Vardø haben wir bei der alten Festung einen Eindruck davon bekommen wie viel Schnee in Norwegen aussehen kann. Das war ein Gebäude innerhalb der Festungsmauern. Die Mauern kann man in dem Schneechaos auf dem Bild nicht gut ausmachen. Es ist der hohe Wall außen rum, der komplett im Schnee versunken ist.

Im weiteren Verlauf haben wir eine recht spektakuläre Übung zu einer Rettungsaktion zu sehen bekommen, die auch nicht alltäglich ist. Bei dieser Übung wurde ein Arzt und zwei Sanis abgeseilt um dann mit einem Verletzten vom Hubschrauber wieder aufgenommen zu werden.

Auch Hammerfest hat sich von einer sehr schönen, sonnigen aber auch sehr verschneiten Seite gezeigt.

Nach Hammerfest hatten wir das stärkste Nordlichterlebnis, obwohl wir schon keine ganz große Hoffnung mehr hatten.

Auf einem weiteren Überlandausflug mit einem Bus haben wir uns die Gegend um Trondenes angesehen.

In Stokmarknes betet sich die Gelegenheit das Hurtigrutenmuseum zu besichtigen, was man auf jeden Fall machen sollte. Bei der ersten Tour war das Museum noch kostenfrei aber dafür auch sehr voll. Dieses mal wurde Eintritt genommen – dafür war es ein wenig leerer.

Mit einem längeren Aufenthalt in Trondheim ging die Tour dann zu Ende. Bei den mal wieder sehr langen Flughafenaufenthalten habe ich die Gelegenheit zum Lesen genutzt.

Und sonst so

Die An- / Abreise war dieses mal wahrlich kein Highlight. Die erste Tour war diesbezüglich schon schlecht, weil der Germanwings Schalter damals total unterbesetzt war (dazu mehr bei dem separaten Reisebericht, wenn ich den schreibe) aber wenigstens war es ein Direktflug.

Dieses Mal hatten wir Flüge mit Zwischenlandung und mehrstündigem Aufenthalt in Koppenhagen, Dänemark. Dummerweise dann aber auch nicht so lange, dass es sich gelohnt hätte außerhalb des Flughafens groß was zu unternehmen. Der Flughafen in Koppenhagen war nach meinem empfinden einfach nur unangenehm. Der Flughafen war total überfüllt, laut und das Essen schlecht und teuer. Da gibt es viel bessere Flughäfen.

Der einzige Vorteil war dieses Mal, dass wir eine organisierte Themenreise hatten und somit zwei eigene Busse, die vor allen anderen abgefertigt wurden.

Ich hatte oben erwähnt, dass wir eine Themenreise zum Thema Nordlicht hatten. Dummerweise waren auf dem Schiff 7 Gruppen mit gleichartigen Themenreisen in deutsch, englisch und französisch. Somit war das Schiff komplett ausgebucht. Trotzdem war das aber ok und nicht so schlimm wie befürchtet. Draußen wurde es immer nur kurz voll, wenn es was besonderes zu sehen gab (weil es einfach arschkalt war im Wind) und auch das Nordlicht wurde von der Masse nur kurz begrüßt (aus gleichen Gründen).

In Trondheim wollten wir eigentlich noch Rockheim besichtigen. Leider sind wir unsere Koffer weder im Zugbahnhof, noch im Busbahnhof los geworden. Im Busbahnhof hätten wir viel Hartgeld benötigt und im Zugbahnhof wurden nur nationale Karten zum Bezahlen genommen.

Das Essen ist bei Hurtigruten übrigens ziemlich gut. Das Frühstück haben wir immer relativ früh wahrgenommen. Erstens hat man dann mehr vom Tag und zweitens ist es noch nicht so überfüllt. Ich es morgens überhaupt nicht, wenn ich mich schon beim Frühstück stressen muss.

Mittags sollte man schauen, dass man die Hauptzeit etwas meidet. Sowohl beim Frühstück als auch beim Mittagessen gibt es freie Platzwahl und Buffet.

Beim Abendessen gibt es fest zugeteilte Tische (i.d.R. Zweier oder Vierertische). Dieses Mal hatten wir einen Zweiertisch. Bei der ersten Tour hatten wir einen Vierertisch. Beides hat für und wieder. Wenn man den ganzen Tag zu zweit unterwegs war gibt es nicht mehr ganz so viel zu erzählen. Andererseits stört es aber auch niemanden, wenn man nach dem Essen schnell verschwindet, weil man sich noch etwas anschauen will. Am Vierertisch kann man Glück und Pech haben. Man hat während der ganzen Tour dieselben Tischnachbarn. Wir konnten uns bei der ersten Tour aber nicht darüber beschweren.

Abends gibt es je nach Schiffsbelegung zwei Essenssitzungen. Eine um ca. 18:00 und die andere um ca. 20:30 – je nach Schiff unterschiedlich. Die erste ist i.d.R. die bessere.

Der Nachtisch beim Mittagessen ist auf der Trollfjord (so hieß unser Schiff) sowohl auf der ersten als auch auf der zweiten Tour göttlich gewesen. Kalorien +++ aber superlecker. Meist gab es mehr als 5 Sorten Nachtisch und jeden Tag mehrere Eisbomben. Wer auf der Tour nicht zunimmt ist selber schuld. Es gibt aber wie überall auch genügend Leute die das Essen nicht gut finden.

Im Gegensatz zu Kreuzfahrtschiffen ist das ein und Aussteigen ruck zuck erledigt, wenn nicht gerade alle vorm Ausgang stehen und raus wollen. Selbst für einen 5 Minuten Stopp kann man raus, auch wenn die Crew das dann nicht ganz so gerne sieht. 🙂

Etwas seefest sollte man sein aber die Schiffe haben sogar Stabilisatoren, obwohl man fast nur in Landnähe fährt. Wir hatten auf der Tour eine Nacht echten Seegang. Den Rest der Zeit konnte man das nicht wirklich als Seegang bezeichnen, auch wenn einigen dabei schon schlecht wird und die dann schon jammern wie stark sich das Schiff bewegt.

Fazit:

Tolle Tour, bei der wir genau die Sachen erlebt haben, die bei der ersten Tour aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich waren.

Nordlicht ist definitiv ein Erlebnis aber man ist sehr stark geprägt durch die Marketingbilder und hat i.d.R. eine falsche Erwartungshaltung.

Aufgrund der Kürze der Tour und des recht hohen Preises ersetzt das aber nur bedingt einen klassischen Urlaub und man muss sich überlegen, ob es einem das wirklich wert ist.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Westaustralien 2015 [Reisebericht]

Yeah, cooler kann ein Roadtrain nicht aussehen (die Road Trains können bis 50m lang sein)

Westaustralien

Wenn man an Australien denkt, hat man für gewöhnlich einige Bilder und Orte im Kopf. Häufig sind das Sydney, der Ayers Rock oder auch Uluru, das Great Barrier Reef und diverse Bilder und Eindrücke, die man aus Filmen kennt. Interessanterweise fahren viele Touristen auf die Ostseite von Australien und erleben dort i.d.R. ein Australien, was sie so nicht erwartet haben. Das was man sich typischerweise unter Australien vorstellt, findet man im Westen von Australien und nicht im Osten, wo es die meisten Touristen hinzieht.

An dem Beispiel sieht man ganz gut wie weit Marketing und Vorstellung der Besucher ganz gewaltig auseinander driften. Der Tourismus auf der Westseite von Australien ist daher sehr überschaubar. es gibt ein paar Busunternehmen, die auf der Rute fahren, aber Massentourismus ist das wahrlich nicht.

Veranstalter und Tour

Wie auch andere Touren haben wir auch diese als organisierte Tour gebucht. Lt. Reisebeschreibung sollte die Tour in einer Kleingruppe stattfinden. Bei Busreisen stellt sich bei derartigen Touren immer die Frage was für ein Bus ausgewählt wurde. Die großen Tourveranstalter arbeiten oft mit Standardbussen. Kleine Busse sind oft nicht auf längere Reisen ausgelegt und sind daher oft sehr unbequem für längere Reisen. Wir waren also im Vorfeld relativ skeptisch.

Diese Skepsis hat sich aber zum Glück als unbegründet erwiesen.

Über 1000km Rundflüge (zwei Inlandsflüge und über 6000km mit dem Bus)

Die Tour kann man von Darwin nach Perth oder in die andere Richtung buchen. Vom Temperaturverlauf kommt es natürlich auf die Jahreszeit an aber im Darwin hatten wir über 30°C mit tropischer Luftfeuchtigkeit und in Perth noch so rund 20°C. Die Strecke beträgt ca. 6.500 km, die wir in knappen 3 Wochen zurückgelegt haben. Zusätzlich haben wir auf Inlandsrundflügen noch mal über 1000km zurückgelegt.

Stylisch

Den Hinflug hatten wir so ausgewählt, dass wir nachmittags in Darwin angekommen sind. Das mag ich ganz gerne so, weil ich im Flieger in der Economy in der Regel nicht schlafen kann. Wenn ich dann 20 Stunden Flug hinter mir habe + evtl. schon einen Tag in Deutschland (je nach Abflugzeit), dann bin ich am Ankunftsort immer ganz froh, wenn der Tag nicht mehr so lang ist und man direkt in der Zeitzone ankommen kann, indem man den Schlafrhythmus übernimmt. Theoretisch kann man auf einer Bustour zwar auch pennen aber ich will ja was sehen und zum Schlafen brauche ich nicht um die halbe Welt fliegen! 🙂

Erste Begnung mit dem Tourguide und der erste Eindruck vom Reisebus

Am Flughafen wurden wir direkt persönlich von unserem Tourguide in Empfang genommen und zwar direkt mit dem Tourbus. Urs (so heißt er) ist Schweizer und nach Australien ausgewandert. Er sah auch so richtig Aussi mäßig aus. Bart, Hut und irgendwie Outback mäßig. Ursprünglich hat er im IT-Sektor als Berater gearbeitet und nach mehreren Australienurlauben hat er den Schritt gewagt und dort zuerst Fahrradtouren organisiert (was ich in Australien nicht für so sonderlich sinnvoll halte bei den Entfernungen und dem Wenigen was es teilweise über lange Strecken zu sehen gibt).

Sieht nicht toll aus – war aber von innen Klasse und super ausgestattet

Später hat er dann einen Bus gekauft, den er dann so umgerüstet hat, dass er auch für längere Reisen sehr komfortabel ist. Der Bus wurde von 21 auf 13 Sitzplätze runter gerüstet. Da es in Australien keine eigene Auto oder Busproduktion gibt war das primäre Kaufkriterium wie gut sich später Ersatzteile beschaffen lassen.

Darwin

Unser Tourguide hat uns mitgeteilt, dass wir auf dieser Tour in Summe 5 Leute sind. Eine einzelreisende Journalistin, ein etwas älteres Ehepaar und wir. Besser kann es doch nicht laufen! 🙂

Nachdem wir beim Hotel abgesetzt worden sind, haben wir eine abendliche Erkundungstour gestartet. Bei tropischem Klima auf jeden Fall ein super Einstieg in den Urlaub. Wir sind dann ganz gemütlich auf einen größeren Rundgang durch Darwin gegangen und hätten dort auch im Halbschlaf schon fast den ersten Fehler gemacht. Bei uns ist es vollkommen undramatisch in Strandnähe durch Dünen oder Hügel zu wandern. In Australien wächst in Strandnähe teilweise diverses Grünzeug was dann auch mal einen Meter hoch ist. Wir hatten kurz überlegt da durch zu wandern, bis die Vernunft dann gesiegt hat. In derartiger Vegetation können Salzwasserkrokodile liegen und wenn die einen erwischen, hat man es ganz schnell hinter sich. 😉

Das ist übrigens eine wiederkehrende Erfahrung in Australien und unterscheidet Australien ganz stark z.B. von Neuseeland. In Australien sind die Lebensbedingungen sehr feindlich. Somit haben alle Arten Überlebensstrategien entwickelt und das bedeutet, dass sie jede Gelegenheit der Futterbeschaffung nutzen müssen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, muss die Erfolgsaussicht hoch sein.

Dementsprechend gibt es hochgradig giftige Spinnen, Frösche, Schlangen, Muscheln, Quallen und dann noch Krokodile, Haie usw. die zwar nicht giftig aber auch nicht weniger tödlich sind. Teilweise sind die genannten Tiere auch noch aggressiv – bewegen sich also nicht weg, wenn sie Menschen sichten, sondern greifen sogar an. Es ist also Vorsicht angesagt. Was die Tierwelt angeht gehört Australien sicherlich zu einem der gefährlichsten Länder der Welt.

Toll oder?

Zum Sonnenuntergang sind wir dann zum Cable Beach gewandert und ganz ehrlich  – so etwas habe ich vorher noch nicht erlebt. An dem Strand waren hunderte Menschen, die sich den Sonnenuntergang angeschaut haben. Man sollte ja meinen, dass das für die Einheimischen nichts besonderes ist aber offenbar gibt es auch dort das Ritual sich am Strand den Sonnenuntergang anzusehen.

Und nicht so toll 😉

Die Menschen sind wirklich alle für den Sonnenuntergang zum Strand gewandert. Schon auf dem Weg in Richtung Strand haben wir uns gefragt, ob da noch irgend ein anderes Event stattfindet und ja am Strand war auch noch eine art Markt, sofern man das so nennen kann. Es gab Buden für alles einschließlich gemeinsam musizieren, singen tanzen, Kunsthandwerk, alle möglichen Wagen für Essen. So kommt man gerne im Urlaub an, auch wenn ich mich über den immensen Andrang gewundert habe. Der Markt war wirklich richtig voll und richtig groß. 🙂

Sunset Market

Wenn man durch Australien fährt, dann entsprechen unsere Rasthöfe an den Autobahnen am ehesten den Roadhäusern. Oft gibt es auf den recht einsamen Straßen nur alle paar hundert km ein größeres Roadhouse. Teilweise sind diese Roadhäuser sehr urig oder kultig.

Kultiges Roadhouse

Im Ernst mal, oder? 🙂

Wildman Wilderness Lodge

Das war nach Darwin direkt das erste Higlicht. Ein Hotel im Nationalpark. Wobei der Begriff Hotel etwas irreführend ist. Man muss eher sagen Luxuszelte (wobei das auch irreführend ist) aber seht einfach selbst auf den Bildern. Jeder Gast hat eine eigene Lodge mit festen Wänden und einem Zeltdach. Zwischen Wänden und dach ist eine Öffnung. Der Wind zieht also immer durchs zimmer und das ist quasi die Luxusvariante von unter freiem Himmel schlafen.

Das Luxuriöseste “Zelt” das ich bisher kennenlernen durfte

Neben den Lodges gab es auch noch einen zentralen Bereich in dem wir von mit einem Willkommensdrink begrüsst wurden. Hier gab es auch Internet.

Eilitär 😉 Ein Cocktail, Satelliteninternet und irgendwo im nirgendwo im Nationalpark, wo ein paar Meter weiter die Tiere vorbeihüpfen

Kleine Anekdote am Rande: Ich habe von aus der Lodge zu Hause angerufen und zwar nicht über das Telefonnetz, sondern ich habe mich einfach mit meinem Handy im per VPN in meine Fritzbox eingewählt und dann telefoniert per IP Telefonie. Das ging super und war sogar relativ verzögerungsfrei. Wenn ich mir überlege, dass ich irgendwo im nirgendwo in Australien war und da die Internet Verbindung besser und schneller ist als in teilen von Deutschland, kann ich über die Ausreden der Telekom wirklich nur lachen.

Man hat zwar nicht überall Internet und Mobilfunknetz aber Australien ist diesbezüglich sehr gut erschlossen (Richtfunkmasten). Selbst kleine Ortschaften bieten Mobilfunkzugang. Man muss sich lediglich eine Monatskarte beim lokalen Mobilfunkanbieter kaufen und dann die Sim in sein Handy schieben. Damit bekommt man mehrere GB Freivolumen, was für den Urlaub reichen sollte.

Termitenhügel

Um die Lodge gab es Termitenhügel, Kakadus, Kangaroos und diverse andere Tiere. Da die Lodge offen war hatten wir abends am Zeltdach auch einen Besucher mit Tarnfähigkeiten (der hat seine Farbe mal an die Zeltplane angepasst). Sehr cooler kleiner Gefährte der direkt über unserer halb offenen Toilette hing (da war nur eine Trennwand mit ca. 1,5m höhe. Der ganze Badezimmerbereich war offen im hinteren Bereich des Zeltes. Unser Tourguide hatte uns auch vorgewarnt, dass in den Toiletten teilweise Frösche sitzen. Wir hatten aber keinen – ich habe sicherheitshalber immer nachgeschaut.

Unser kleiner tarnfarbiger Freund

Abends habe ich um die Lodge den beeindruckendsten Sternenhimmel gesehen, den ich bisher in meinem Leben erlebt habe. Das sah mindestens so toll aus wie im Planetarium. In Deutschland gibt es fast überall Lichtsmog. D.h. in der Regel sieht man selbst bei klarem Himmel nur die hellsten Sterne.

Morgendlicher Besuch

In der Wilderness Lodge gibt es aber fast keine Beleuchtung (zur Lodge wandert man mit einer Taschenlampe zurück). Das heißt man sieht abends nicht nur einzelne Sterne, sondern die gesamte Milchstraße. Das ist in echt wirklich beeindruckend auch wenn man es leider auf einem Foto nicht festhalten kann.

Das Schlafen ist in einem noch oben offenen Zelt mitten im Nationalpark etwas gewöhnungsbedürftig, weil um die Lodge nachts immer Tiere rumlaufen und der Wind regelmäßig durch das Zimmer / Zelt zieht.

Erst mal duschen morgens

Morgens haben die Kakadoos die Bewesserungsanlage für eine Dusche und das Morgenritual genutzt und so ein Sonnenaufgang im Nationalpark und mit der Kulisse im Luxuszelt ist schon ein sehr geiler Einstieg in den Urlaub.

Sonnenaufgang gefällig?

Für mich die coolste Übernachtungslocation, die ich bisher in rund 20 Jahren durch die Welt touren hatte.

Norlangie Rock

Coolinda Yellow Water

In Coolinda ist die Hauptattraktion eine morgendliche Bootsfahrt (ich glaube wir sind so um halb 4 oder so aufgestanden). Aber wie soll ich sagen – dafür hat es sich doch gelohnt oder meint ihr nicht?

Im weiteren Verlauf hatten wir dann Glück, weil wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Das Timing ist dem Tourguide in den letzten Jahren wohl auch noch nie gelungen. Wir haben es so hinbekommen, dass wir den Ghan (recht berühmte Zuglinie) zuerst genau am Straßenrand abpassen konnten. Jetzt haben wir den zumindest mal live und in Action gesehen.

Edith Falls

Die Bilder sprechen für sich. Man kann an solchen Stellen oft auch schwimmen aber selbst bei solchen Seen sollte man sich sicher sein, dass sich dorthin keine Salties (Salzwasserkrokodile befinden – das kommt durchaus alle paar Jahre mal vor), denn dann ist baden nicht sehr gesund.

Katherine und Katherine Gorge

Na? Bild oder echt?

Beides nicht und beides doch  – eine Mischung aus echt und Bild. Das Schild und die Parkbank sind teilweise echt.

In der Gorge haben wir eine Bootstour gemacht.

Kununurra

In Kununurra war in der Tour ein längerer Rundflug vorgesehen, der einen guten Eindruck über die endlosen Weiten von Australien vermittelt. Man sieht aber auch, dass Australien eine Rohstoffquelle für China ist. Australien lebt momentan zu guten Teilen von der Ausbeutung seiner Rohstoffe und hat wenig weiterverarbeitende Industrie.

Der Rundflug war interessant aber alleine wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen dort einen Rundflug zu machen.

Nach dem Rundflug haben wir bei rund 35°C noch eine Wanderung ins Hidden Valley gemacht ohne Reisegruppe.

El Questro

El Questro ist eine riesige Farm, die wir besichtigt haben. Unser Guide dort konnte sogar relativ gut deutsch, was er von ca. 20 Jahren mal aufgeschnappt hatte.

Fitzroy / Geikie Gorge

Mal wieder eine Bootsfahrt in einer Gorge. Auch hier sagen die Bilder mehr als Worte

Broome

Von dem doch sehr trockenen Abschnitten zurück zum Meer. In Broom gibt es diverse optionale Ausflüge. Ein Ausflug geht an einen sehr starken Gezeitenstrom (horizontal falls) aber dafür ist die passende Mondphase erforderlich, die wir nicht hatten, als wir dort waren. Alternativ bot sich ein Ausflug nach Cape Leveque an inklusive Landung auf eine echten Bushlandebahn. Also mal wieder echtes Australienfeeling pur.

Der Strand den man dann zu sehen bekommt ist absolut traumhaft und touristisch ist der Andrang sehr überschaubar. In Strandnähe standen einige Camper aber der Strand ist endlos. Allerdings hatte die Sache auch ihre Tücken, wie ich festgestellt habe waren im Wasser an vielen Stellen spitze Steine und der Strand ist sehr flach. Weshalb man in der Brandung nicht richtig schwimmen kann und höllisch aufpassen muss dass man sich an den Steinen nicht die Füße oder andere Körperteile aufschlitzt, wenn man von der Brandung zurückgeworfen wird.

Ich bin allerdings trotzdem schwimmen gegangen und hatte dann später doch so einige Blessuren an den Füßen. Ich habe mich dann einfach damit getröstet, dass die Haie wohl nicht so bekloppt sind sich an den steinen Verletzungen zu holen und ich somit zumindest vor denen sicher bin.

Kamelreiten am Strand

Abends haben wir uns dann nachher noch das Kamelreiten am Strand angesehen was wir dann zeitlich aber nicht mehr ganz geschafft haben. Dafür hatten wir einen tollen Tag am Strand und einen traumhaften Rundflug und der Abend ist mal wieder mit einem tollen Sonnenuntergang zu Ende gegangen. In dem Fall waren wieder sehr viele einheimische Anwesend. An diesem Strand sind die aber gleich mit dem Auto an den Strand gefahren.

Port Hedland

Salzindustrie sieht man in Australien regelmäßig, sowie Raubbau durch Tagebau.

Fortescue Falls

Bei den Fortescue Falls gab es massenhaft Flughunde, die zwar Kamerascheu aber dafür verdammt laut waren.

Karijini und Karijini Eco Lodge

Nachdem wir ja schon eine Nacht in einem Luxuszelt hatten nun etwas einfacher. Ok, zugegeben auch das ist noch recht Luxuriös.

Exmouth

In Exmouth stand Whale Watching auf dem Programm. Beim ersten Mal ist das Erlebnis wirklich beeindruckend. Man muss sich aber bewusst machen, dass Whale Watching oft darauf hinausläuft, dass man lange wartet bis man einen Wahl sieht und dann ist das spektakulärste das Bild vom Abtauchen, auf dem man die Schwanzflosse sieht – je nach Wahlart dauert der Tauchvorgang aber auch mal gerne 20 Minuten bevor man das Schauspiel erneut zu sehen bekommt.

In diesem Fall waren Jungwahle dabei, die immer etwas ungestümer sind und etwas mehr für das Auge bieten.

Hamelin

Monkey Mia

Monkey Mia ist berühmt für seine Delfine, man sieht aber auch andere Tiere wie Pelikane, Schildkröten oder die Australische Variante des Igels und diverse Vögel.

Shell Beach

Ein Strand aus Muscheln. In der Nähe gibt es sogar eine kleine Kapelle, die komplett aus Muscheln erbaut wurde. Die Muscheln wurden zu Steinen gepresst und die Steine habe sowohl vom Klang als auch von dem Raumklima ziemlich spezielle Eigenschaften. Das muss man selbst mal erleben.

Kalbarri Nationalpark

Dirt Road (so sehen die nicht befestigten Straßen aus, von denen es genügend gibt – stellt euch das mal bei Regen vor oder besser nicht)

Die Hut River Provinz

Was kommt dabei raus, wenn der Staat einen gängeln will und der Farmer wehrhaft ist? Er ruft einen eigenen Staat im Staat aus und nutzt Gesetzeslücken.

Pincales

Perth

Perth ist nach einer so langen Tour durch quasi menschenleere Gebiete (die Städte in denen man übernachtet sind in der Regel recht klein) das komplette Kontrastprogramm. Auf der Tour hätte man sich gemütlich 10 Minuten auf die Hauptstraße stellen können und das eine Auto was gekommen wäre, hätte sich nicht dran gestört. In Perth muss man erst mal wieder in der Großstadthektik ankommen, was nicht so ganz leicht fällt.

Unser Hotel in Perth war übrigens erwähnenswert und besonders. Ein toller Ausstieg aus der Tour. Das Hotel ist ein schwedisches Hotel mit einem sehr eigenen Flair und es gab sogar Nutella. Das hebt das Hotel um mindestens einen Stern in meinem Ranking. 🙂

In Perth haben wir einen Stadtrundgang  gemacht und eine Bootstour. Zusätzlich hat uns unser Tourguide mit dem Bus noch die etwas außerhalb liegenden Sehenswürdigkeiten im Rahmen einer Stadtrundfahrt gezeigt.

In Perth haben wir uns noch die Perth Mint (Münzpresserei) angesehen was sehr interessant aber auch relativ teuer ist.

Und sonst so

Bei dieser Tour war es sehr vorteilhaft, dass der Bus sehr gut ausgestattet war. Es gab einen Wasserbehälter an dem man den ganzen Tag Wasser zapfen konnte. Somit musste man für Getränke nichts ausgeben.

Aufgrund der oft hohen Temparaturen hatte man mittags meist nicht viel Hunger. Da der Guide aber immer Kekse, Obst, Cracker und ähnliches dabei hatte (in der Tourbeschreibung hieß es Kaffee und Kekse), konnte man das Mittagessen auch gut ausfallen lassen, da man zwischendurch immer wieder mit “Kleinigkeiten” versorgt wurde, was die Tour dann während der Tour recht günstig war.

Westaustralien hat eine Zeitzone, die aber sehr regional sehr groß ist. Das sorgt dafür, dass es im nördlichen Bereich extrem früh dunkel ist (teilweise schon um 17:00 Uhr). Die Zeitzone ist ausschließlich auf Perth ausgelegt, weil dort die meisten Menschen in Westaustralien leben.

An einem Tag meinte unser Tourguide, dass wir um 21:00 vermutlich die letzten im Restraurant sind und dann vielleicht irgendwann aus dem Restaurant geschmissen werden (das hat er so um kurz nach 20:00 erwähnt) und wir haben ihm alle nicht geglaubt – es stimmte aber.

Aufgrund ungewöhnlichen Zeitzone stehen die Westaustralier sehr früh auf (teilweise um 4:00) und gehen eben auch sehr früh ins Bett.

Die Kleingruppentour war so wie sie war perfekt. In einer Kleingruppe kann das natürlich auch höllisch in die Hose gehen, wenn man sich mit dem Mitreisenden nicht versteht. Trotz der recht deutlichen Altersunterschiede haben wir uns aber super mit den Mitreisenden verstanden. Also alles Bello.

Das Reiseunternehmen Emu-Tours (nicht das aus Deutschland, sondern direkt in Australien), kann ich übrigens sehr empfehlen. Soweit ich weiß hilft Urs auch beim Planen, wenn man keine Bustour machen möchte.

Solche Schilder sieht man bei uns eher selten. Das liegt daran, dass wir selten Straßen haben, bei denen man 670km nicht abbiegen kann. 😉

Fazit:

Traumhafte Tour, die Nationalparks, traumhafte Sandstrände und ganz viel Natur geboten hat. Für mich meine bisher beste Urlaubstour.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Südwesten der USA 2003 [Reisebericht]

Die USA haben einiges zu bieten – ganz besonders auf der Westseite. Neben Großstädten, Shows und Glücksspiel auch sehr viel Natur und ganz besondere Panoramen.

Dazu kommt, dass man genau diesen Teil der USA durch Werbung und Filme schon von Kindesalter an kennt. Natürlich ist es etwas ganz anderes das alles in der Realität zu sehen.

Die Tour war eine Busrundreise. Die Route war wie folgt: Los Angeles, Santa Barbara, Traumstraße, 17 Mile Drive, Carmel, San Francisco, Yosemite, Las Vegas, Zion, Bryce Canyon, Monument Valley, Grand Canyon. Phoenix, San Diego, Los Angeles.

Mietwagen vs. Bustour

Bei derartigen organisierten Touren ist der Aufbau eigentlich immer Gleich. Der grobe Rahmen ist vorgegeben. Viele Leute sagen pauschal, dass sie keine Busrundreisen machen wollen, weil das nicht individuell und flexibel genug ist. Diese Tour war ein ganz schönes Beispiel warum das so pauschal nicht stimmt. Interessanterweise sind das dann teilweise die Leute, die mit Kreuzfahrtschiffen reisen (dort ist aber auch sehr genau vorgegeben wann das Schiff anlegt und wieder abfährt).

Wenn man selbst fährt (Mietwagen) hat man natürlich etwas mehr Flexibilität. Sofern man die Hotels bereits vorgebucht hat, stimmt das aber auch nur sehr eingeschränkt. Abends muss man an Punkt x sein und in der Regel sind mindestens einige hundert (200-700 km) pro Tag zurückzulegen. In einigen Regionen gibt es einfach nicht viel zu sehen und auch nicht überall Hotels. Dazwischen gibt es dann Attraktionen, die man besichtigt. Der grobe Rahmen ist also so oder so vorgegeben. Wirklich flexibel ist man also nur, wenn die Hotels vorher nicht gebucht sind.

Nachteilig bei einer Mietwagen Tour ist, dass man sich deutlich besser vorbereiten muss (Planung) und gerade in Großstädten kann das sehr stressig sein.  Es gibt keinen Reiseleiter der einem Informationen gibt. Man muss sich alles selbst erarbeiten.

Bei der Bustour können einem die Mitreisenden auf den Nerv gehen und je nach Größe des Fahrzeuges kann man auch nicht mehr alles machen (ein kurzer Stop dauert gleich 20 Minuten bis alle aus dem Bus raus und wieder rein sind). Weiterhin kann der Bus nicht an jeder Ecke halten, wo ein Foto gerade toll wäre. Der Bus benötigt eine Haltebucht.

Ansonsten kommt es auch auf die Mentalität an. Sind alle Mitreisenden selbst aktiv genug um sich Dinge zu erarbeiten und zu erkunden oder bekommt man lieber etwas vorgesetzt.

Bei diesem Urlaub waren wir zum Beispiel am Hollywood Boulevard (also der mit dem Sternchen für die Schauspieler und dem Kino der Oscarverleihung) mit der geführten Bustour. Der Aufenthalt war mit knapp 40 Minuten nicht so lang bemessen. Wir hatten danach das Gefühl, dass das zu kurz war. Am letzten Tag der Reise hatten wir noch einen Tag in L.A.. Wir haben uns entschlossen mit einem öffentlichen Verkehrsmittel noch mal dorthin zu fahren.

Die Busfahrt war ein Erlebnis. Es war ein ziemlich schräger Amerikaner an Bord, der den ganzen Bus unterhalten hat – mal hat er geredet, mal geschrien und ich wusste am Ende nicht so genau, ob er zu viel getrunken hat, verrückt war oder einfach total schräg drauf. Nachdem wir die Busfahrt unbeschadet überstanden hatten waren wir wieder an besagter Location.

Nun sind wir noch mal den Boulevard abgelaufen und ja wir haben beim ersten Besuch ein paar Meter und ein paar Sterne im Boden verpasst. Mehr aber auch nicht. In 10 Minuten mehr hätten wir alles gesehen und ganz ehrlich – verpasst haben wir bereits beim ersten Besuch nichts.

Ich hatte eh relativ falsche Vorstellungen von dem Ort. Abseits davon, dass dort ein Kino steht, dass für die Oscarverleihung genutzt wird und davon, dass dort die Sterne mit Schauspielernamen im Gehweg sind, sieht man dort absolut nichts von Filmstudios oder Filmentwicklung. Das Hollywood was ich mir vorgestellt habe gibt es in der Form nicht – aber es heißt ja nicht umsonst die Traumfabrik.

Los Angeles

Los Angeles habe ich als Stadt nicht so toll empfunden. Los Angeles ist sehr weitläufig, war damals oft etwas versmogt. Von Hollywood bekommt man dort – abseits davon, dass dort viele teure Autos rumfahren und einigen teuren Wohnvierteln – nicht viel zu sehen.

Die Hauptattraktionen in LA: Hollywood Boulevard, Strand (bekannt von Baywatch und Arnis Muskelmannfilm (die Fitnessecke am Strand kennt ja fast jeder), dem Hollywood Zeichen und die Parks von Disney und Universal.

Nördlich von L.A. befinden sich die Traumstraße und der 17 Mile Drive, die zu den schönsten Küstenstraßen der Welt gehören.

San Francisco

San Francisco ist eine Wucht. Die Stadt kommt einem sehr europäisch vor. In den USA ist es normalerweise nicht so gängig (zumindest Stand 2003), dass man in Restaurants draußen sitzt bzw. dort Sitzgelegenheiten sind. Ganz anders in Frisco. Die Cablecars und die Hügeligen Straßen sind einfach Kult und aus diversen Filmen und Serien bekannt.

Abends bei angenehmen Temperaturen außen am Cablecar hängen ist einfach sehr geil. 😉

Sehenswürdigkeiten gibt es genug. Wir hatten Glück – die Golden Gate Bridge hat sich uns in ihrer ganzen Schönheit präsentiert und der berühmte Nebel hat sich nicht gezeigt. Wir sind auch komplett zu Fuß über die Brücke gelaufen.

Alcatraz haben wir aus Zeitmangel nicht besichtigt aber Frisco ist gerade im Hafenbereich aus so sehr interessant. Abseits des Innenstadtbereiches haben die Häuser oft nur zwei oder drei Stockwerke.

Für mich gehört San Francisco mit Boston zu den Schönsten Großstädten der USA, die ich bisher kennengelernt habe.

Yosemite

Für mich einer der schönsten Nationalparks, die ich bisher gesehen habe. Es gibt Amerikaner, die ihren ganzen Urlaub dort verbringen und ich kann es durchaus verstehen. Wir hatten das besondere Glück gerade in einem Zeitraum dort zu sein, in denen der Schnee auf den Bergen geschmolzen ist dort zu sein. Die Wasserfälle, die mehrere hundert Meter hoch sind, sieht man nur für 2-3 Wochen im Jahr.

Las Vegas

Egal ob man auf Glücksspiel steht oder nicht (wir haben 0,0 $ in Glücksspiel investiert), die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Las Vegas liegt mitten in der Wüste und es ist eine Immense Ressourcenverschwendung dort eine Stadt zu bauen. Der Wasser und Stromverbrauch (Klimaanlagen) ist unglaublich hoch. Etwas ironisch mutet es dann an, wenn in den Hotelzimmern von Ressourcenschonung die Rede ist (damals war der Wasserverbrauch bei der Spartaste der Toilette ungefähr so hoch wie bei uns eine Maximalspülung).

Die Hotels sind i.d.R. mit Spielkasinos kombiniert. Wenn man ein Zimmer mit Frühstück gebucht hat, sitzt man morgens irgendwo mitten im Spielkasino und frühstückt (zumindest im Circus Circus). Danach hat man von dem ganzen Geplärre der Automaten schon einen an der Waffel und muss dringend raus, wenn man der Sucht nicht verfallen ist.

Um die Spieler anzulocken bieten viele Hotels Shows und das ist das echte Highlight von Vegas. Die Shows sind unglaublich gut und aufgrund des Wettstreites zwischen den Hotels gibt es unglaublich viele. Damals war es so, dass man die Hälfte der Cirque du Soleil Shows in Las Vegas besuchen konnte.

Bei uns lief damals noch Siegfried und Roy was wir besucht haben. Heute würde ich KA und David Copperfield empfehlen.

Zion + Bryce Canyon

Da gibt es nicht so viel zu erzählen – die Bilder sagen mehr. Im Bryce Canon sollte man unbedingt runter wandern aber etwas auf die Uhrzeit achten. Abends wird es recht schnell dunkel unten im Canyon und es hat wohl schon genug Leute gegeben, die mangels Leuchte dort unten übernachten durften. 🙂

Monument Valley

Im Monument Valley erwartet einen genau das was man aus der Zigarettenwerbung kennt (wenn man nicht so jung ist, dass man keine Zigarettenwerbung mehr kennengelernt hat).

Dort hatten wir auch Kontakt zu Inidanern, die einen Teil des Landes besitzen und es heute touristisch nutzen.

Grand Canyon

Leider kann man das Gefühl Grand Canyon nicht auf Fotos vermitteln. Weder die unheimlich steilen Abhänge, an denen man teilweise ungeschützt direkt am Abrund steht oder die Weite lassen sich auf Fotos auch nur ansatzweise vermitteln.

Den Canyon muss man selbst erleben. Entweder man steht einfach am Rand (ich hätte dort stundenlang stehen können – es ist unheimlich beeindruckend ein Naturwunder in diesem Ausmaß zu erleben), man macht einen Hubschrauberrundflug (was ich sehr empfehlen kann) oder man fährt mit einem Boot durch den Canyon (genug Zeit vorausgesetzt). So oder so wird man das Erlebnis nie vergessen.

Phoenix

Phoenix war der Tiefpunkt der Reise. Damals war das die am schnellsten wachsende Stadt der USA, was an den günstigen Preisen für Grundstücke lag. Ich kann aber absolut nicht verstehen wie man freiwillig in eine Stadt zieht in der nichts wächst, wenn man es nicht künstlich bewässert. Die Stadt liegt wie Vegas mitten in der Wüste. Nur das wir in Phoenix noch mal 10°C mehr hatten als in Vegas – also so rund 45°C.

Auf dem Weg zwischen Phoenix und San Diego sind wir eine recht hohe Düne in der Wüste hochgeklettert (ok nur wenige aus dem Bus – ich war natürlich einer davon). Man denkt ja oben sieht man mehr aber wenn rund um einen herum Sand ist sieht man eigentlich nichts. Zumindest was mir danach bei Temperaturen von >45°C echt warm. Ich habe dann im Bus eine Stunde gebraucht, bis ich mich wieder akklimatisiert hatte (trotz Klimaanlage). Aber was macht man nicht alles, wenn man jung ist. Und dabei ist mir auch dieses bahnbrechende und total exklusive Foto gelungen, nachdem ich die Riesensanddüne erklommen hatte. Wie ihr seht – Sand! 😉

San Diego

Endlich wieder aus der Wüste raus dachte ich mir, als wir in San Diego ankamen. San Diego ist grün und tropisch und war Schauplatz der Weltausstellung.

Und sonst so

Under Reiseführer war aus Holland ausgewandert und lebt noch heute in der Region (ich habe ihn aus Recherchegründen gegoogelt und gefunden). Er hat  den Tourgide Job zumindest vor einigen Jahren noch wahrgenommen, obwohl er längst im hohen Rentenalter ist.

Ben (so sein Vorname) hat auch ein sehr gutes komödiantisches Talent gehabt und wir haben uns im Bus teilweise vor Lachen nicht mehr einkriegt. Dabei ist er besonders auf die vielen kleinen Unterschiede zwischen den USA und Europa eingegangen (Miniseife in deutschen Hotels, die Ammis haben damals pro Gast eine Stück Seife in Normalgröße verbraten, Duschen in der Höhe fixiert in den USA und meist viel zu niedrig, Zig Schalter für Steckdosen und Leuchten in den USA, usw.).

Wenn man von den Staudämmen im Norden von Las Vegas gen Süden bis Phoenix fährt wird einem bewusst wie extrem der Colorado River ausgebeutet wird. Wie extrem und vollkommen schwachsinnig die Wasserverschwendung ist (Massenhaft Golfplätze mitten in der Wüste – vor allem in Phoenix) und wie wenig Rücksicht die USA auf den Nachbarn Mexiko nehmen (dort kam damals fast kein Wasser mehr an.

Auf einer Tour wie dieser wird einem sehr bewusst wie groß die Schere zwischen Arm und reich ist. In den USA habe ich zig Leute erlebt, die morgens z.B. im McDonalds schon die Gäste bedient haben und Abends noch immer oder schon wieder dort standen um Gäste zu bedienen. 7 oder 8 Stunden Tag? Fehlanzeige. Genauso sieht man Leute, die auf der Straße leben und den extremen Reichtum in LA, wo ein Ferarri durch den nächsten übertrumpft wird.

Die Ammis fahren wirklich überall mit dem Auto hin. Wenn man z.B. bei uns Kurorte wie in Sylt gewohnt ist wo man nur einen Pfad zum Strand hat, bauen die Ammis auf dem Strand einen riesigen befestigter Parkplatz mit Straßenlampen und allem drum und dran. Laufen? Nö.

Fazit:

Wer Natur + Action + Städte mag wird diese Tour lieben. Durch Städte wie LA (Disney / Universal), Vegas (Shows und beeindruckende Hotels) und die Nationalparks und die Natur bekommt man ein so kontrastreiches Programm wie fast nirgendwo auf der Welt geboten.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Neuseeland 2012 [Reisebericht]

Neuseeland steht spätestens nach den Herr der Ringe Filmen auf der Liste der begehrten Urlaubsziele. Vorab: Neuseeland ist wirklich traumhaft und bietet eine Menge.

Man muss sich aber bewusst machen, dass man schon gute 24h unterwegs ist, bis man mal dort angekommen ist. Ganz so schlimm wie sich das anhört ist es aber auch nicht, wenn man sich eine gute Fluglinie sucht. Dann hat man etwas mehr Platz, besseres Essen und gutes Individualprogramm in form von sehr vielen aktuellen Filmen.

Wir haben Neuseeland in einer Reisegruppe besucht und waren mit dem Bus unterwegs. Wir haben sowohl die Nordinsel als auch die Südinsel bereist.

Auf der Nordinsel gibt es Stände, heiße Quellen, Regenwald mit Kauri Trees und Auckland, die größte Stadt in Neuseeland.

Auf der Südinsel gibt es Gebirge, Schnee, Schafe, trostlose Ebenen, die an Mordor erinnern und die Fun und Wintersportmetropole.

Man kann Neuseeland sehr gut zu Fuß, mit dem Mietwagen oder auch mit dem Rad bereisen. Auch für Backpacker gibt es zig Möglichkeiten.

Die Neuseeländer sind sowohl naturverrückt, gerne am Meer (was auch nicht schwierig ist, wenn das Meer in jeder Richtung nah ist und fast jeder ein Boot hat) und haben verrückte Sachen wie Jetboote oder Bungee Springen erfunden. Man hat den Eindruck, dass keine Erfindung verrückt genug sein kann, dass die Neuseeländer nicht drauf kommen.

Ansonsten spürt man sowohl in Neuseeland als auch in Australien die nähe zu England. Das fing mit Sky an, ging über fish & chips an jeder Ecke weiter.

Fernsehen ist aber eh keine besonders gute Idee in Neuseeland. Abseits von Sky sieht es recht dürftig aus.

Die Ureinwohner sind in der Vergangenheit genauso schlecht behandelt worden, wie in Australien oder auch den USA und leiden noch heute darunter.

Neuseeland hat sowohl hohe vulkanische Aktivität und ist zusätzlich stark erdbebengefährdet. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Bevor wir dort waren gab es Erdbeben und auch danach. Dementsprechend gab es auch diverse – vor allem ältere – Gebäude, die nicht betreten werden durften. Wenn man Museen besucht, wird das Thema dementsprechend aufgegriffen. Das Museum in Wellington ist diesbezüglich sehr empfehlenswert und kann auch international ganz gut mithalten, ist aber natürlich etwas kleiner als in anderen Ländern. Man muss immer berücksichtigen, dass in Neuseeland nicht besonders viele Menschen leben (keine 5 Mio. und ein großer Teil davon alleine in Auckland).

Das merkt man auch, wenn man sich den Regierungssitz ansieht. Direkt davor ist ein Park und jeder kann gemütlich rein und raus marschieren (zumindest zu der Zeit als wir da waren). Das wäre in Deutschland und den USA undenkbar aufgrund von Terrorangst. Das fand ich sehr entspannt und man hatte das Gefühl, dass Neuseeland so weit abseits vom Rest der Welt liegt, dass derartige Themen nicht so relevant sind.

Man erlebt auf jeder Tour Besonderheiten: Wir hatten auf dieser Tour einen etwas älteren Reiseleiter, der sich gedanklich schon im Ruhestand befand (so ganz motiviert war er nicht mehr). Er hat sich durch einige Eigenschaften ausgezeichnet. Er war ausgesprochener Wein und Gastronomiefreund. I.d.R. gibt einem der Tourgide auf einer organisierten Gruppenreise Tipps was man in den Ortschaften die man besichtig an Sehenswürdigkeiten vorfindet oder was man sich anschauen sollte. Unser Tourguide hat ohne Rückfragen nur auf besondere Restaurants und lokale hingewiesen. Das ist echt anstrengend nach einigen Tagen, wenn man NICHT nur die besten Lokale und Weinläden kennenlernen möchte.

Weiterhin wurde von ihm morgens vor der Abfahrt in der Regel durchgezählt (sofern man das bei unserem Guide so nennen konnte, 1, 2, 3 … ganz viele … ach, passt schon). An einem Tag an dem lt. Aussage unseres Guides besonders viel zu erkunden war, hat er sich Abends, nachdem die hälfte der Gäste schon aus dem Bus war spontan überlegt, dass er 15 Minuten früher losfahren will. Guter Plan!

Morgens sind wir in den Bus eingestiegen und er hat wie immer nur mal schnell so getan als wenn er zählt und meinte dann wir kennen ja unsere Sitznachbarn (dazu muss man sagen, dass in dem Bus in einem chaotischen Prinzip Sitzrotation erfolgte). Dementsprechend ist es dann keinem Aufgefallen, dass 2 fehlten.

Nach knapp einer Stunde kam der Anruf, dass die zwei an der Hotelrezeption stehen und wir sind mit dem Bus zurückgefahren, nachdem unser Tourguide zuerst versucht hat die beiden per Heli einfliegen zu lassen (wir waren vorher am Franz Josef Glacier und unser Guide hatte wohl gehofft, dass die von da mal eben die Gäste hinterherfliegen, weil er denen ja regelmäßig Tourinachschub bringt – haben sie aber nicht gemacht). Nachdem wir dann gut 1,5 Stunden verloren hatten war das natürlich kein Problem und vollkommen unkritisch lt. Tourgide (witzig, da wir am Tag vorher noch von ihm erzählt bekommen haben was wir alles vor haben und das wir früher aufstehen müssen). Aber Zeit ist ja bekanntlich relativ.

Wo wir gerade beim Heli sind. Das Erlebnis auf einen Glacier zu fliegen ist wirklich toll. Eben steht man noch unten im Tal bei 25° und ruck zuck steht man oben im Eis und ohne die Helis wäre dort oben totale Ruhe. Auf dem Weg dorthin fliegt man sehr nah über den Gletscher hinweg und kann das zerklüftete und spröde Eis sehr gut erkennen. Extrem beeindruckend und wie viele Aktivitäten in Neuseeland – es macht richtig Spaß aber eigentlich sollte man es aus Umweltschutzgründen lassen.

Ja, das ist natürlich auch sehr eilitär und verschwenderisch aber Spaß macht es trotzdem. 😉

 

Auf Herr der Ringe trifft  man in ganz Neuseeland. Es gibt sogar extra Reisen die darauf ausgelegt sind die Drehorte zu bereisen. Hier und da findet man auch einzelne Ausstellungsstücke z.B. in Hotels (oft Originalrequisiten vom Dreh). Wenn man großer Fan ist, dann kann man die Spezialtouren mitmachen aber man kommt auch bei jeder normalen Tour an einigen Drehorten vorbei. Da kommt es dann eher darauf an, ob man es merkt. So ganz offensichtlich ist es nicht immer.

Ein kleiner Geheimtipp: Der Weta Shop im Skytower in Auckland. Der ist definitiv einen Besuch wert und befindet ich unten im Skytower (Rolltreppe nach unten).

Im Skytower ist auch Skywalk und Skyjump angesiedelt. Skyjump ist was für alle Leute die aus geundheitlichen Gründen nicht Bungeejumpen wollen. Man wird an einem Stahlseil befestigt (mit einem Dämpfungselement wie beim Bungeespringen dazwischen) und springt aus ca. 200m Höhe ab. Oben wird man kurz gestoppt, damit man auspendeln kann (es fühlt sich echt komisch an in 200m Höhe frei zu hängen) und danach geht es quasi im freien Fall nach unten, der dann relativ sanft abgebremst wird. Der größte Schritt ist der oben über die Kante. Etwas vertrauen in die Technik braucht es da schon. Es ist aber wirklich ein Erlebnis.

Weiterhin kann man im Skytower einen Skywalk machen. Dabei läuft man auf einem Rundgang ohne Geländer um den Tower rum. Zusätzlich lehnt man sich vorwärts und rückwärts über die Kante und hängt in der Sicherung. Auch das fühlt sich der komisch an, wenn man sich vorwärts in die Sicherung  hängt.

Für die etwas weniger Mutigen gibt es noch Glasbodenelemente im Aufzug und im Turm selbst. Auch das fühlt sich beim ersten Mal komisch an, wenn man auf das Glas tritt. Wenn man das aber irgendwo schon mal gemacht hat, fällt es danach leichter.

Die Fun und Action Metropole in Neuseeland ist Queenstown und ein ganz besonderes Highlight dort ist das Jetbootfahren (wobei das nicht nur dort geht) und der Skippers Canyon. Auch wenn die Bilder das nicht wiedergeben. Der Skippers Canyon (Geländewagentour ist 100%iges Pflichtprogramm. Jetbootfahren aber auch). Dabei sieht man dann übrigens auch gleich einen Drehort von Herr der Ringe.

Aber Achtung: Wenn man Höhenangst hat, sollte man den Skippers Canyon meiden. Die Straße dort führt direkt am Abgrund entlang und ist an vielen stellen nur so breit, dass keine zwei Autos nebeneinander herpassen. Da wo es passt setzt es erfahrene Fahrer voraus und ist sehr eng. Es darf dort aber jeder mit seinem Auto fahren. Wen man sich selber traut sollte man auf jeden Fall die Ruhe weg haben und vorsichtig fahren. Wenn man dort abstürzt, gibt es nichts mehr was sich zu retten lohnt. Dafür bekommt man wirklich atemberaubende Perspektiven geboten.

Zu den Jetbooten: Ich glaube es gibt keine Variante mit einem Boot mehr Sprit in kurzer Zeit zu verblasen. Die Jetboote haben keine Schraube, sondern einen Jetantrieb, der das Wasser direkt unter dem Rumpf (vergleichbar mit einem Düsenantrieb beim Flugzeug) einsaugt. Das Wasser wird dann mit sehr viel Druck hinten am Bot wieder ausgegeben. Jetboote haben kein Ruder. Rückwärtsfahren funktioniert über ein Schild hinter dem Antrieb und ist quasi die Schubumkehr im Flieger. Da die Richtung mit dem Antrieb direkt beeinflusst werden kann, sind die Bote extrem schnell bei Richtungswechseln. Die Boote benötigen sehr wenig Tiefgang (ein paar cm Wasser reichen).

Und bevor einer fragt: Ja, ich habe natürlich alles gemacht was man in den Videos sieht.

Das oben erwähnte ist ja schon beeindruckend genug. Die Neuseeländer kombinieren das dann mit Fahrern, die recht talentiert sind und heizen dann wirklich mit 50cm Entfernung an den Felsen vorbei (zumindest beim Shotover Jet) – es gibt auch andere Jetbootabenteuer, die nicht ganz so verrückt sind. Es hat übrigens auch schon Unfälle beim Shotover Jet gegeben. Das ist also wirklich nicht ungefährlich. Die Shotover Jetboote erreichen Geschwindigkeiten von 80km/h und haben rund 700 PS.

Gefährliche Tiere gibt es in Neuseeland keine aber die Sandfliegen sind extrem nervig. Das sind kleine Fliegen, die beißen. Von den Bissen hat man viel länger was als von Mückenstichen. Oft dauert es zwei oder drei Wochen bis das Jucken aufhört.

Auf dem Rückweg von Neuseeland haben wir die Gunst der Stunde genutzt und da wir eh in Singapur zwischengelandet sind, haben wir dort auch gleich ein paar Stunden im Flughafenhotel gepennt (dort kann man die Hotels im 3 Stunden Slots buchen) und am nächsten Morgen eine kostenlose Stadtrundfahrt mitgemacht, bevor wird den Heimflug angetreten sind.

Fazit:

Neuseeland ist definitiv eine Reise Wert. Ich denke in Neuseeland kann auch jeder Geschmack bedient werden. Das kann Wandern, Radfahren, auf eigene Faust losziehen mit dem Mietwagen, Rucksacktourismus oder eine organisierte Busreise sein. Alles kein Problem. Beim Wandern sollte man allerdings berücksichtigen, dass es sehr viele Flüsse gibt, die temporär komplett trocken liegen, sich aber bei Regen in sehr kurzer Zeit zu reißenden Gewässern entwickeln können.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Florida (Orlando – Disney + Universal + Sea World, Tampa, Kenndy Space Center) 2009 [Reisebericht]

Universal Studios

2002 sind wir in Florida in Form einer Rundreise gewesen (dazu werde ich irgendwann einen separaten Post verfassen). Bei der ersten Tour waren wir nur relativ kurz in Orlando und haben die wirklich großen Freizeitparks in Orlando eher gestreift als im Detail gesehen. Somit stand für uns fest, dass wir noch mal nach Orlando wollen. Wir haben die Freizeitparks bei den ersten Besuch sehr genossen, denn das ist ganz sicher nicht nur etwas für Kinder.

Warum mag ich die Freizeitparks bzw. den Urlaub in Orlando?

Wenn man zur richtigen Jahreszeit fährt (März, April oder Oktober oder besser November), dann ist Orlando vom Klima echt toll. Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 35C° – die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch, aber im Urlaub ist das ok (im März / April ist die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur geringer als Ende Oktober). Es gibt auch an jeder Ecke Klimaanlagen – man muss also eher aufpassen, dass man sich nicht verkühlt, vor allem wenn man nass wird (als kleine Warnung: Bei Wasserattraktionen wird man richtig nass – wenn man Pech hat ist man nach so einer Attraktion komplett durchnässt). Kleiner Tipp dazu: Alle direkt hintereinander besuchen und Wechselkleidung mitnehmen oder Kleidung,  die schnell trocknet und danach von den überall vorhandenen Klimaanlagen fern halten, bis man trocken ist.

Ansonsten sind die Tage in den Parks so vollgepackt mit Eindrücken, so intensiv, so voll mit Spaß und Adrenalin, dass man wirklich jeden Moment fühlt das man lebt und zwar intensiv und in vollen Zügen!

Epcot

Man wundert sich jeden Tag aufs Neue, dass so viele Eindrücke in einen so kurzen Zeitraum passen.

Die Planung

Gesagt, geplant, getan. Planung ist bei den Freizeitparks in Orlando wirklich alles. Beim ersten Besuch 2002 hatten wir nichts geplant (dafür aber einen guten Reiseleiter, der uns aber nur partiell begleitet hat) und man verschwendet wirklich unglaublich viel kostbare Zeit, wenn vorher nicht plant und sich informiert.

Hollywood Studios / MGM

Wenn man einen relaxten Urlaub mag, kann man sich die Planung natürlich auch sparen aber man verpasst viel und an kann mindestens 50% mehr Zeit einplanen um das gleiche zu schaffen und hat somit auch deutlich höhere Kosten.

Man braucht nicht denken, dass es einen Park von Disney, einen von Universal und dann noch nur noch Seaworld gibt. Allein von Disney gibt es 4 Parks, wenn man die Wasserparks, Autorennstrecke und das ganze Drumherum wie Reiterhöfe, Golfplätze usw. ignoriert.

Das ist schon fast wie ein kleines Land. Selbst die Polizei dort ist eine eigene Disney Polizei und da fahren hunderte Busse rum nur zum Transport der Disney Gäste. Die Infos einfach mal, dass man ein Gefühl der Größenordnung bekommt.

Animal Kingdom

Welche Parks gibt es in Orlando (Auslistung ohne Wasserparks)?

  • Disney – Animal Kingdom (Tierpark in Kombination mit Action Attraktionen) – mindestens 1 Tag einzuplanen
  • Disney – Epcot Quasi eine Art Weltausstellung mit allen Ländern in einem Park – kann man an einem Tag vergessen, weil es viel zu viele Shows zu bestimmten Zeiten gibt – mindestens 2 Tage einplanen
  • Disney – Magic Kingdom – das ist der ganz klassische Disney Park und am meisten auf Kinder ausgerichtet – ca. 1 Tag
  • Disney – MGM  bzw. Hollywood Studios – alles was mit Filmen zu tun hat – mindestens 1 Tag (bei Disney kommt in kürze noch Star Wars dazu, evtl. reicht dann ein Tag nicht mehr)
  • Universal Studios – der Name sagt alles – der Filmpark 1 Tag
  • Universal Islands of Adventure – 1 Tag (zu dem Zeitpunkt gab es den Harry Potter Parkteil noch nicht, vielleicht reicht ein Tag heute nicht mehr)
  • Seaworld – Park mit Meeresbewohnern in Kombination mit Action Attraktionen 1 Tag
  • Universal Citywalk (Shopping und Essgelegenheiten + Abendunterhaltung – Vergnügungsviertel von Universal)
  • Disney Downtown (Shopping und Essgelegenheiten + Abendunterhaltung – Vergnügungsviertel von Disney)

Epcot

Alle oben angegebenen Zeiten gehen davon aus, dass man sich recht flott von einer Attraktion zur nächsten bewegt (also nicht rennt aber auch nicht beim gehen einschläft oder sich von irgendwelchen Staus aufhalten lässt) und auch nicht lange irgendwo ansteht.

Weiterhin ist zu beachten, dass es in jedem Park unterschiedliche Öffnungszeiten gibt. D.h. an bestimmten Tagen haben einzelne Parks länger offen oder Spezielevents, die es eben nur an diesem Tag gibt. In Epcot gab es jeden Abend ein geniales Feuerwerk (das sollte man mindestens 2x mitnehmen) und jeden Tag andere Veranstaltungszeiten (in jedem Landesbereich in Epcot gibt es Shows passend zum jeweiligen Land). In Magic Kingdom gab es das Feuerwerk z.B. nur am Wochenende. An jedem anderen Tag verpasst man das also, wenn man sich vorher nicht informiert.

Epcot – Mexico

Generell stand man sich sowohl bei Disney als auch bei Universal besser, wenn man in den Hotels übernachtet, die zum Park gehören. Warum? In Universal gab es zwei Warteschlangen. Eine für Standardgäste und eine für Hotelgäste des Parks (Express). In der Zeit wo die Standardbesucher nicht einmal mit der Attraktion gefahren sind, waren wir gleich zweimal drin quasi ohne Wartezeit und dann ab zur nächsten Attraktion. Das ist einfach unheimlich effizient (auch wenn man dann von den anderen Gästen ziemlich böse angeschaut wird aber hey, so kann man sich wenigstens einmal im Leben wie ein VIP fühlen) – wer hat schon Lust zu warten und ansonsten hat man auch keine Chance Parks in der Größe in einem Tag zu besichtigen.

Seaworld

Bei Disney öffnen die Parks an bestimmten Tagen eher für Hotelgäste oder schließen Später. In Magic Kingdom war das damals schon heftig, weil der Park am Wochenende quasi durchgehend offen hatte (ich glaub bis 3:00 Nachts). Während alle anderen Gäste keine Attraktion mehr besuchen durften (ab ca. 18:00), war das für die Hotelgäste kein Problem (auch wenn dann nicht mehr alle Attraktionen offen haben).

Wenn man mal in den Parks ist, gibt es keine extra Kosten (so war es zumindest 2009). D.h. man muss lediglich noch das Essen bezahlen. Wichtig ist, dass man Ticket besitzt, die einem nicht nur den Besuch eines Parks erlauben, sondern so genannte Flexiticket, mit denen man eine bestimmte Anzahl von Tagen in alle Disney Parks kommt und bei Universal ebenso.

Hollywood Studios Backlot Tour

Der Transport zwischen den Parks ist innerhalb eines Unternehmens unproblematisch und kostet nichts. Von Disney nach Universal oder Andersrum gibt es keine Angebote (ist ja auch logisch, weil beide Konkurrenten sind). Seaworld arbeitet mit Universal zusammen, weshalb die Universal Tickets auch mit Seaworld Tickets in Kombination gekauft werden konnten.

Eine Besonderheit von Disney ist noch erwähnenswert. Dort gab es damals einen Fastpass (den gibt es auch noch heute aber die Regeln sind anders). Gerade bei beliebten Attraktionen sind die Wartezeiten lang. Den Fastpass konnte man sich einfach morgens holen und dann z.B. x Stunden später zu der Attraktion zurückkehren und kam dann fast sofort dran. Damals ging das noch bei beliebig vielen Attraktionen. Mittlerweile geht das nach meinem Stand nicht mehr, die Regeln sollte man sich aber unmittelbar vor dem Besuch anschauen.

Epcot – USA

Der Ablauf

Wir hatten bei dieser Tour zuerst einen Tag Universal Studios, einen Tag Bush Gardens, einen Tag Islands of Adventure (Tampa), einen Tag Kennedy Space Center, einen Tag Seaworld, einen Tag Magic Kingdom, zwei Tage Epcot, einen Tag Animal Kingdom und einen Tag Hollwood Studios – so grob zumindest. Bei Disney bietet es sich zum Beispiel an abends noch mal Schnell bei Epcot reinzuschauen, wenn man das Feuerwerk noch mal sehen möchte. Auch in den Hollywood Studios gibt es eine Abendveranstaltung (Fantasmic) mit Lasershow und Pyrotechnik. Teilweise liegen die Parks auch direkt nebeneinander und man kann auch schnell in den nächsten Park wechseln, wenn man die passenden Tickets hat, teilweise auch mit Wassertaxi (was sehr cool ist, da ist selbst der Transport ein Erlebnis).

Bush Gardens

Generell kann man sagen, dass sowohl die Disney Parks toll sind und die von Universal auch. Bush Gardens ist aber eine andere Hausnummer. Der Sicherheitsstandard ist deutlich niedriger (sowohl was die Qualität der Sicherheitsmaßnahmen in den Attraktionen angeht, als auch das Prüfen der Einhaltung durch das Personal. Bush Gardens war wird aber bei den älteren Kids wohl als cooler angestuft, da keine Disney Figuren und dafür diverse Achterbahnen. Ich würde Bush Gardens nicht noch mal besuchen. Die auf dem folgenden Bild sichtbare Holzachterbahn hat zumindest dafür gesorgt, dass ich den Rest des Tages Kopfschmerzen und mein Mitreisender Rückenprobleme hatte. 😉

Bush Gardens

Das Kennedy Space Center ist definitiv einen Besuch wert aber als wir da waren sind dort noch Spaceshuttles gestartet und standen auf den Rampen. Aktuell starten dort nur noch private Unternehmen. Von dem einstigen Raumfahrtprogramm der USA ist also nicht mehr viel übrig. Man hat beim Vergleich von unserem ersten Besuch 2002 nach 2009 aber bereits gesehen, dass die Nasa sich mehr und mehr auf Touristen ausgerichtet hat. Während das beim ersten mal noch wie eine Firmenbesichtigung gewirkt hat, war es beim zweiten Besuch hochgradig professionalisiert und schon eher wie in einem Freizeitpark. Beispielsweise wird in einer Attraktion ein Raketenstart simuliert (wobei es in Disney eine Attraktion gibt, die Schwerelosigkeit simuliert und das wirklich tuschend echt – die fand ich noch mal cooler – kleiner Tipp vor der Attraktion in Disney sollte man NICHTS essen). Es hängen zwar überall Tüten in der Disney Attraktion aber wie uncool ist es denn persönlich ein Raumschiff zu steuern mit seiner Crew und dann in eine Tüte zu reihern! Das geht überhaupt nicht. 🙂 Das Attraktion nennt sich übrigens Mission Space und man sitzt in einer großen Zentrifuge, die beim Start 2,5G erreicht und wenn sie dann nachlässt fühlt man sich schwerelos (im Prinzip ein billiger Trick aber es funktioniert in Kombination mit der Simulation perfekt). Wichtig ist nur, dass man dort nicht den Kindereingang ohne Zentrifuge nimmt, sondern den richtigen (orange / red nicht green)!

Die Attraktion wurde aber unterdessen renoviert, weshalb man sich green wohl auch anschauen sollte, da es nicht mehr wie vorher derselbe Flug ist nur ohne G-Kräfte.

Kennedy Space Center – Space Shuttle

Den Disney Parks (Achtung Randbemerkung – Florida = Disney World – L.A. = Disney Land) haftet das Image an eher für Kinder zu sein aber das ist nicht so. Magic Kingdom hat die primäre Ausrichtung auf Kinder aber trotzdem kann man sich als Erwachsener gut einen Tag dort aufhalten und Spaß haben. Das gilt für alle anderen Parks um so mehr, da deren Hauptfokus keine Kleinkinder sind.

Magic Kingdom

Und sonst so

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben oder wie war das noch? So auch in diesem Urlaub. Die Fahrt von Universal zu Disney war ein ziemliches Highlight. Wir hatten bewusst ein Taxi gerufen um Zeit zu sparen und schnell den Wechsel zwischen Universal und Disney hinzubekommen. Der Taxifahrer kam dann nach ich weiß nicht mehr genau dreißig oder 40 Minuten! Er hat lt. eigener Aussage seinen ersten Tag als Taxifahrer in Orlando gehabt und ist vorher angeblich in New York gefahren!

An der Stelle muss man erwähnen, dass man einen einfacheren Auftrag als Taxifahrer nicht bekommen kann, als von Universal nach Disney zu fahren. Denn Disney ist quasi auf jedem Schilf in Orlando ausgeschildert! Der Taxifahrer hat es fertig gebracht 3 mal im Kreis zu fahren und zwischendurch waren wird sogar auf dem Highway nach Tampa.

Animal Kingdom

Während der Tour hat er dann mehrfach in der Zentrale nachgefragt wie er denn fahren muss. Die haben sich aber wohl nur an den Kopf gepackt, eine richtige Antwort hat er nicht erhalten. Nach gut einer Stunde und über 140$ auf dem Ticker waren wir dann in Disney (jeah, 2h vom Tag nutzlos verschwendet) und er hat allen ernstes den vollen Fahrpreis verlangt. Wir haben dann unser Pokerface aufgesetzt und ihm glaube ich 40 oder 50$ gegeben. Das hat er dann akzeptiert – wir waren uns auch nicht so ganz sicher was passiert wäre, wenn er die Polizei gerufen hätte. zumindest hätte es uns wieder eine Stunde gekostet. Wo auch immer der vorher Taxi gefahren ist aber in New York sicher nicht!

In Disney hatten wir dann gleich die nächste Überraschung. Unser Hotel (wir waren in einem der Billighotels von Disney – dazu später noch ein paar Worte) war wegen einem Cheerleader bzw. Musikgruppenevent total überbucht und die Rezeption war super überlastet. Nachdem man unsere Room Keys fertig gemacht hatte (Plastikkarten), hat man festgestellt, dass keine Zimmer mehr frei sind. Auf den Karten waren auch die Parktickets – was wir dann aber erst später erfahren haben. Behaltet das aber für den weiteren Verlauf bitte im Hinterkopf. 😉

Islands of Adventure

An der Rezeption hat mich dann eine Managerin relativ schnell abgewimmelt und mir gesagt, dass das Hotel voll ist aber “gleich” jemand kommen würde, der sich um mich kümmert. Gleich hat dann zwar eine Weile gedauert aber nach der Aktion mit dem Taxifahrer war das dann vergleichsweise flott (Zeit ist ja relativ). Dummerweise war meine Gemütslage gerade etwas unausgeglichen nach der zweistündigen Irrfahrt durch Orlando und somit war ich ziemlich angefressen als die uns “irgendwo, irgendwie” unterbringen wollten.

Wir hatten uns das Hotel so ausgesucht, dass es strategisch günstig lag und die Parks relativ schnell zu erreichen war. Da unsere Unterbringung mir völlig neu war und etwas abseits lag, war ich zuerst wenig begeistert. Da plan ich alles so schön vor und die bringen alles ruck zuck durcheinander. 😉

Wie sich später zeigte hatte die Sache dann auch einen Makel, der nicht offensichtlich war (Stichwort Park Tickets).

Nach einer Weile kam ein Holländer, der im nach seinem Studium eine Traineezeit im Park gemacht hat, und wohl selbst aus einer relativ reichen Familie stammte und recht Gesprächig war. Er hat uns mit einem Golfwagen und unseren Koffern in nach “Saratoga Springs” gebracht hat. Damals war das Resort brandneu. Wie sich dann später erwiesen hat, war die Lage und die verkehrstechnische Anbindung deutlich besser als erwartet.

Islands of Adventure

In Saratoga Springs kann (oder konnte) man Eigentumswohnungen kaufen oder Anteile daran (sharing Modell), die schweineteuer sind. Damals war der ganze Komplex fast leer. Das war wirklich cool, weil es total ruhig war und wir den See und das Frühstücksrestaurant fast für uns alleine hatten. Da waren mehr Mitarbeiter als Gäste anwesend. Auch die Busse waren fast leer und fuhren quasi direkt vor dem Restaurant ab. Unsere Wohnung war relativ groß  aber im Gegensatz zu dem extrem entspannten Frühstück und den genialen Transportmöglichkeiten war das eher unwichtig.

Dort haben wir natürlich neue Plastikkarten bekommen, nachdem die alten angeblich umgebucht wurden. Für das Zimmer haben die auch toll funktioniert.

Cirque du Soleil – La Nouba

Was war der Makel? Eines Tages standen wir morgens vor dem Parkeingang und kamen nicht rein, obwohl wir Tickets für x Tage hatten. Ruck zuck wurden wir aussortiert und weggeschickt (was natürlich bedeutet, dass man sich an der Schlange in den Park rein wieder hinten anstellen darf).

Beim nächsten Ticketverkäufer (natürlich auch mit Warteschlange) haben wir versucht dem Typen klar machen, dass wir sehr wohl bezahlt haben, was ihn aber nicht im geringsten interessiert hat. Bei der Umbucherei von dem Billighotel zu Saratoga Springs sind offenbar unsere Tickets nicht sauber übertragen worden und waren noch auf dem alten Hotel bzw. den alten ungültigen Karten vermerkt. Der Typ an der Kasse hat uns dann gegen Bezahlung Tickets gegeben und gesagt, dass wir das abends im Resort klären müssen.

Universal Studios

Alleine diese Aktion hat dann wieder eine Stunde gekostet und abends durfte ich dann im Hotel 1,5 Stunden versuchen den Leuten an der Rezeption klar zu machen, dass wir sehr wohl Ticket gekauft haben. Dafür hat es dann sogar die Managerin benötigt, weil die Bestätigung aus dem Reisebüro keinen interessiert hat. Was im Computer steht muss ja stimmen. Irgendwann hat dann jemand die Originalbuchung im Computer gefunden und dann war alles geritzt.

Gut zu wissen ist übrigens, dass es Internetseiten gibt, die sich mit den ganzen Besonderheiten in den Parks beschäftigen – von Karten, Tipps, versteckten Sachen, Empfehlungen, Events usw. – da kann man sich wirklich umfassend über alles informieren was irgendwie mit den Parks zu tun hat.

Eine der diversen Paraden

Eine Unart, die es 2009 bei Disney schon gab ist, dass alle Leute die Geld in den Parks anlegen pro Jahr Punkte dafür bekommen. Beispielsweise steckt man 50.000€ in den Park und bekommt jedes Jahr x Punkte dafür, mit denen man Weltweit in allen Disney Anlagen Urlaub machen darf. 2009 hat man aber schon erkannt, dass man den Investoren mehr bieten muss. Somit sind in den Parks oft Bereiche abgesperrt, die diesen Premiumgästen vorbehalten sind. Ein Beispiel sind die besten Plätze zum Bewundern des Feuerwerks in Epcot. 2009 waren diese Plätze aber nur von sehr wenigen Gästen oder sogar von keinen Gästen belegt. Einige der Angestellten hatten dann ein einsehen und haben diese Bereiche irgendwann geöffnet, wenn keiner der besser gestellten Personen kam (ja, dass ist dann Disney Magic, wenn man nett fragt und nett behandelt wird), einige aber auch nicht (da fehlt dann Disney Magic) …

Epcot Feuerwerk – Illuminations

Andere Sachen sind z.B. dass man an den Shows aktiv teilnehmen kann (das trifft mittlerweile wohl auch nur noch auf die Premiumgäste zu, früher war das einfach Glück, wenn man dabei sein durfte). Da geht dann schon etwas von der Magie verloren.

Und es gibt zig Besonderheiten wie zum Beispiel die Möglichkeit das Feuerwerk in Epcot auf dem Wasser auf einem kleinen Bot zu erleben. Auch das muss man viel früher vorplanen und organisieren, ist aber mit Sicherheit sehr geil.

Bei den Attraktionen sollte man möglichst früh die guten Attraktionen, die jeder Besuchen will angehen. Es gibt einige Attraktionen die sehr gut sind aber auch sehr überlaufen. Gut ist in der Regel hinten im Park anzufangen. Auf jeden Fall azyklisch zum Rest der Parkbesucher arbeiten. Nichts ist nerviger und nutzloser als mehr als 30 Minuten in einer Warteschlange zu stehen! Wobei die Warteschlangen oft auch so gestaltet sind, dass die Attraktion dort schon beginnt. Entweder sind schon sehr viele Details zu sehen, die einen auf das Thema einstimmen oder es gibt sogar schon Videobotschaften von irgendwelchen Stars.

Universal Citywalk – Hard Rock

Geld benötigt man in den Parks nicht. Früher hat man alles mit seiner Room Karte bezahlt und bekam am Ende die Abrechnung, heute hat man wohl Armbänder dafür inklusive Totalüberwachung wo man war und was man gemacht hat. Aber was soll’s.

Wenn man die Downtown Disney besuchen will und in den Vergnügungsbereich möchte unbedingt den Reisepass mitnehmen. Ohne Reisepass glauben die einem nicht, dass man über 18 (Einlass in bestimmte Zonen) / 21 (Alkohol) ist nicht, selbst wenn man 25 Jahre alt ist.

Epcot – Italien

Die Unterbringung

Die Hotels bei Disney / sind grundsätzlich alle gut. Der Unterschied bei den Hotels liegt primär in der Größe der Zimmer (was vollkommen egal ist, weil man eh nicht im Zimmer ist), der Ausstattung (Fernsehen usw.) was auch egal ist, weil man eh nicht auf dem Zimmer ist, dem Flair (z.B. Musik, Film, Sport, Maritim, Afrika bzw. Safari, Reiterhof), den Transportanbidungen (die sind wichtig), evtl. Restaurants bzw. allgemein dem Essensangebot und ob es sich um Massenabfertigung handelt oder nicht.

Saratoga Springs – Weg von unserem Wohnhaus zum Frühstücksrestaurant – das kann man sich morgens mal gefallen lassen

Wenn man richtig viel Geld ausgibt hat man auch einen Concierge und kann dann Mahlzeiten zu bestimmten Zeiten kostenlos im Hotel bekommen aber bei den Preisen, die man dafür bezahlt lohnt sich das eher nicht.

Spätestens beim Frühstück wird einem klar was ich mit Massenabfertigung meine. Wer in den günstigen Hotels den total überlaufenen Frühstücksbereich gesehen hat, kann die Aussage nachvollziehen. Ich hatte postwendend keinen Bedarf mehr an Frühstück, nachdem ich den Stress am frühen Morgen gesehen habe und habe mir irgendwo unterwegs einen Muffin gekauft und im Kiosk nebenan irgendwelche Babymilch (was ich erst nach dem Kauf bemerkt habe), die sogar günstiger war als die normale, als bei der ersten Floridatour in einem der günstigen Hotels war.

So gesehen hatten wir dieses Mal einen schönen Kontrast, weil wir in einer der teuersten Einrichtungen überhaupt untergebracht waren, dafür aber den günstigsten Preis gezahlt haben. Das Frühstück dort war in extrem entspannter und ruhiger Atmosphäre extrem angenehm und man brauchte nirgends anstehen. Cooler geht’s nicht! Selbst die Preise für das Frühstück waren dort nicht höher aber der Service um Längen.

Nascar Sports Grille

Wenn man Abends aus dem Park kommt und bei der Haltestelle vom Billighotel stehen hunderte Leute und an der eigenen 10 oder man gemütlich in ein Wassertaxi steigt und allein die Fahrt schon ein Event ist, dann ist das schon irgendwie Gold wert.

Ansonsten unterscheiden sich die Hotels halt wie schon erwähnt sehr vom Ambiente. Es gibt Gäste, die jeden Tag in einem anderen Hotel übernachten. Beispielsweise ist das Hotel im Animal Kingdom so angesiedelt, dass man Giraffen direkt vorm Fenster haben kann und das Afrika Feeling dort muss wirklich toll sein.

Einige Hotels haben eine Schwebebahnanbindung, die direkt in die Parks geht. Ein Hotel hat eine riesen Poolanlage mit Karibikflair und Flugzeug neben dem Pool. Man merkt also das man bei Disney ist jedes Hotel besonders und erzählt seine Geschichte.

Der Rückflug nach Deutschland war übrigens nicht so toll, weil ich meine eigenen Tipps oben (Stichwort Wasserattraktionen und Klimaanalgen) nicht beherzigt habe und somit die Nase zu hatte. Beim Starten und Landen hatte ich den Eindruck, dass mir die Birne wegfliegt. Nicht toll!

Epcot – Japan

Das Essen

Das kann man bei Disney ohne Planung auch fast vergessen. Zu den Hauptessenszeiten ist der Andrang in den leicht zugänglichen Restaurants extrem. In den Fast Food Restaurants (außer in Epcot) gibt es in allen Parks das gleiche. Die Burger und Pommes sind zwar i.d.R. besser als bei uns aber 10 Tage hält man das nicht durch. Spätestens nach fünf Tagen kann man das immer gleiche Fastfood nicht mehr sehen. Wenn man was besseres essen möchte, muss man vorher in einem der Restaurants (die teilweise sehr gut versteckt in den Parks sind und wirklich gutes Essen zu nicht mal so viel höheren Preisen haben) reservieren. Diese Restaurants sind oft schon ein Event für sich. Das liegt teilweise an der Optik (60er Jahre, Riesen Aquarium usw. als auch daran wie die Gäste behandelt werden).

Hard Rock – Burger und Cocktail

Wie man sieht brauchen selbst die Restaurantbesuche etwas  Planung. Man muss vorher in etwa wissen wo man ist und das Restaurant mindestens einen Tag früher reservieren oder eben Glück haben bzw. Fastfood essen, wenn es nicht klappt mit dem Platz im Restaurant.

Eine witzige Geschichte am Rande: Ich habe an einem Abend versucht für den nächsten Tag einen Platz im Restaurant zu reservieren. Zuerst wurde mir mitgeteilt, dass ohne Kreditkarte nichts geht, dann wurde mir gesagt, dass nichts mehr frei ist. Danach kam die Frage wo ich denn residiere. Als ich “Saratoga Springs” gesagt habe, brauche ich keine Kreditkarte mehr und ein Tisch ist auch sofort frei geworden. Willkommen im Land der Marktwirtschaft! 🙂

Fazit:

Für mich war das ein extrem erholsamer Urlaub – sicherlich nicht etwas für jeden – man muss seine Vorurteile schon etwas zurückschrauben – aber unheimlich intensiv, weil die Anzahl der Eindrücke in relativ kurzer Zeit sehr hoch ist.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Antarktis und Falkland Inseln 2017 [Reisebericht]

Eisberg

Wie kommt man dazu eine Antarktistour zu machen?

Eigentlich fast per Zufall. Ich bin definitiv kein Kreuzfahrer. Das heißt nicht, dass ich keine Schiffe oder Seereisen mag – ganz im Gegenteil. Ich mag aber keine Schiffe mit tausenden von Leuten. Bei mir ist irgendwo im Bereich von 500 Leuten Schluss. Ein Schiff sollte sich wie ein Schiff anfühlen. Dazu gehört das man nach draußen kann und irgendwo auch draußen (also ohne Fenster davor einmal rumlaufen kann. Das ist heute bei den modernen Schiffen  schon kaum noch gegeben. Vor allem nicht bei den großen Kreuzfahrtriesen. Davon mal ganz abgesehen, dass die fast alle mit Schweröl fahren.

Ich war vorher schon mal mit Hurtigruten gefahren (die klassische Postschiffreise – auch wenn der Name heute nicht mehr sehr treffend ist). Nach dieser Tour war Hurtigruten natürlich so freundlich mich umfassend mit Werbung zu versorgen, die ich dann auch an meine Reisebegleitung weitergeleitet habe. Ich hatte mir das Prospekt zwar angeschaut und bei ein paar Touren gedacht, dass die interessant sein könnten. Aber aufgrund der hohen Preise war ich davon ausgegangen, dass das Thema für meine Reisebegleitung eh nicht relevant ist. Ich wurde eines Besseren belehrt. Aufgrund der totalen Begeisterung, die mir entgegenschlug habe ich mir dann Gedacht nutze die Gunst der Stunde und mach die Tour.

Für eine derartige Tour sollte man gesundheitlich fit sein, weil man mit dem Schiff in Bereiche fährt, die weit außerhalb von Versorgung per Flugzeug liegen. D.h. wenn man irgend eine kritische Erkrankung hat oder verletzt wird, kann einen nur der Bordarzt versorgen und das Schiff muss wieder in Hubschrauberreichweite fahren. Dementsprechend benötigt man auch ein Attest. Das dient aber wohl eher Versicherungszwecken und wird weltweit sehr unterschiedlich gehandhabt, wenn ich mir meine Mitreisenden so angeschaut habe (das Attest besagt quasi, dass der allgemeine Gesundheitszustand gut ist und man in die Tenderbote ein und Aussteigen kann, die ihr auf den Bildern findet). Da wir jemand hatten, der sich einige Wochen vorher den Fuß gebrochen hatte und quasi nicht laufen konnte, erweckt das dann den Eindruck, als wenn das Attest teilweise etwas laxer gehandhabt wird.

Reiseroute

Santiago de Chile

Wie kommt man in die Antarktis? Man kann nicht direkt dorthin reisen wo die Schiffe abfahren, weil der Antarktistouismus zum Glück noch relativ überschaubar ist. D.h. die Statt wo die Schiffe abfahren ist nicht so richtig groß (Stand heute ca. 120.000 Einwohner). In unserem Fall ging die Reise über Spanien nach Chile. Die Flugzeiten waren leider recht ungünstig. Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann hätte ich den Flug selber gebucht aber vielleicht wäre da auch kein anderes Ergebnis rausgekommen. In Santiago de Chile haben wir nach der Ankunft recht viel Zeit am Flughafen vertrödelt (die Organisation um die Flüge klappt bei Hurtigruten oft nicht sonderlich gut nach meiner Erfahrung).

Flug nach Santiago

Da habe ich dann auch gleich die Mentalitätsunterschiede kennengelernt, als der Flughafenkiosk einfach mal den Laden zugemacht hat, weil mitten im Tagesgeschäft eine Lieferung kam. Nachdem die Betreiberin dann eingeräumt hatte, war ihr das für den Tag genug und sie hat dann einfach zugemacht. Eine Flasche Wasser kaufen? Nö. 😉

Santiago de Chile

Da wir mitten aus dem deutschen Winter kamen (Anfang Januar) ist das dann ein ziemliche Kontrastprogramm, wenn man plötzlich 35C° hat und das dann nach einem sehr langen Flug noch mal ein ganzer Tag vor einem liegt (ich kann leider im Flieger nicht pennen).

Santiago de Chile

Santiago de Chile war sehr interessant. Nur leider hat die ganze Flughafenabwicklung Stunden gedauert, was meine eigentliche Planung ziemlich über den Haufen geworfen hat.

Santiago de Chile

Wir haben die wesentlichen Punkte aber gesehen. Santiago ist halt eine Großstadt, oft smogig, grün, wenn vorher genug Wasser da war und teilweise auch recht dreckig. Also in Summe durchaus sehenswert aber auf dauer nichts für mich.

Anden

Die Schiffstour

Von Santiago ging es am nächsten Morgen in der Frühe mit dem Flieger nach Punta Arenas.

In Punta Arenas gibt es eine Minizollstelle durch die man durch muss (vergleichbar mit dem Terminal in Bergen nur viel kleiner und viel unprofessioneller). Der Ablauf ist zumindest auf den ersten Blick sehr strukturiert organisiert. Zuerst müssen alle mit Handgepäck auf dem Bus raus. Dann wird alles durchleuchtet (wie am Flughafen) – allerdings mit dem Unterschied, dass man da alles durchbekommen würde, weil es schlicht keinen interessiert was da auf den Bildern zu sehen ist – es schaut nicht mal jemand drauf!, dann muss man wieder in den Bus einsteigen und wird die gut 200m zum Schiff gefahren (laufen ist nicht erlaubt). Achtung: Man kommt nicht mehr raus. Man darf den Anleger nicht betreten. Pläne für die Besichtigung von Punta Arenas oder lokale Sehenswürdigkeiten kann man sich also getrost sparen.

Sobald man auf dem Schiff ist, greifen gewohnte Hurtig Ruten Abläufe und die Organisation ist ziemlich gut. Es gibt für jeden Tag ein Tagesprogramm. Bei einer Expeditionsreise muss man sich aber immer darauf einstellen, dass etwas Mal etwas später oder früher durchgeführt wird. Das ist aber normal und darum heißt es ja auch Expeditionsreise. :)

Ansonsten hat man bei den Expeditionsreisen maximal weniger Gäste an Bord als bei einer normalen Postschiffreise (ca. 300) bei der Midnatsol. Aufgrund der Bestimmungen in der Antarktis (nur x Leute gleichzeitig an Land je nach Landestelle), stellt das aber auch das sinnvolle Maximum dar.

Das Expeditionsteam ändert sich bei fast jeder Reise in der Zusammenstellung. Es sind i.d.R. Wissenschaftler aus diversen Fachbereichen (Biologen, Geologen, Zoologen). Bergführer, Kajaktrainer, Journalisten, Fotografen oder auch lokal erfahrene Begleiter an Board. Innerhalb der gesamten Reise finden diverse Vorträge zu den jeweiligen Anlandestellen, der lokalen Tierwelt, geologischen Informationen, Klimawandel und lokaler Geschichte statt. Die Vorträge selbst finden meist auf englisch statt, wobei i.d.R. mehrere Leute aus dem Expeditionsteam deutsch sprechen und oft auch eine Liveübersetzung erfolgt (ich habe mir aber der Regel lieber das englische Original angehört). Weiterhin ist es die Aufgabe des Expeditionsteams in der Arktis die erlaubten Routen abzustecken und vorab das Terrain zu erkunden.

Garibaldi Fjord

Garibaldi Fjord

Garibaldi Fjord

Zuerst haben wir den Garibaldi Fjord besucht. Dort fließen zwei Gletscher zusammen – abseits davon und einigen gesichteten Tieren kommen einem derartige Bilder bereits von der normalen Hurtigrutentour vertraut vor. Hier hat dann auch die erste Benutzung der Tenderbote mit cruising stattgefunden. Somit konnte man sich an von nun an quasi tägliche Rituale gewöhnen (mehrere schichten Klamotten anziehen, die oberste Wasserdicht, die unteren Wärmedämmend). anschließend die von Hurtigruten gestellten Gummistiefel anziehen und oben drüber die Rettungsweste.

Cruising mit Tenderboten im Garibaldi Fjord

Gletscher im Garibaldi Fjord

Puerto Williams

Puerto Williams

Das Cruising mit den Tenderboten hat dann auch einen schönen Vorgeschmack auf die folgenden Wochen gegeben. Der nächste Anlandepunkt war Puerto Williams – das ist schon ein sehr krasser Kontrast zu Santiago. Hier leben die Menschen noch sehr puristisch aber der Einfluss des Tourismus zeigt sich bereits (und meiner Meinung nach eher negativ – in weitgehend nutzlosen bauten und „Verschönerungsaktionen“ mit überflüssigen Treppen und Hafenanlagen oder ähnlichem).

Puerto Williams

Das Museum ist übrigens noch mal eine Gelegenheit das Internet zu benutzen – die letzte vor Santiago de Chile. Auf dem Schiff ist der Internetzugang sehr teuer und auch sehr langsam und instabil, sofern man nicht zur Crew oder dem Expeditionsteam gehört oder den Premiumtarif zahlt.

In Puerto Williams gibt es hunderte streunende Hunde, die von Menschen dort zurückgelassen wurden und nun auf sich gesellt sind. Bei unserer Wanderung in die nahegelegenen Berge hat uns ein ganzes Rudel eskortiert bis wir wir die Wanderung beendet haben.

Kap Hoorn

Kap Hoorn
Anschließend ging es nach Kap Hoorn und dann in die Antarktis . In Kap Horn sind wir nicht an Land gegangen. Wir hatten fast perfektes Wetter aber leichten Seegang. Das hat für den Expeditionsleiter bereits ausgereicht die Anlandung abzusagen. Die Tenderbote haben sich am Anlegerpit unregelmäßig ca. einen halben Meter hoch und runter bewegt und zwischendurch auch mal einen halben Meter vom Pit weg. D.h. rein theoretisch hätte man ins Wasser fallen können. Die Expeditionsmitglieder sind aber ganz locker ohne festhalten aus den Boten raus und wieder reingegangen.

Kap Hoorn

Allerdings hat man die Bote auch nur mit einem Seil / Tampen vorne befestigt und dann mit dem Außenborder versucht das Boot stabil zu halten. Ich habe bereits bei diversen anderen Schiffsreisen erlebt, dass derartige Bedingungen überhaupt kein Problem darstellen. In Helgoland käme man bei etwas Seegang überhaupt nicht an Land, wenn man dort derart übervorsichtig wäre.

Hier ist auch die Stelle wo sich rächt, dass Hurtigruten zwar auf ärztliche Bescheinigungen besteht, die zwar zur versicherungstechnischen Absicherung dienen aber faktisch jeder noch so sehr im Gehen eingeschränkte auf die Tenderbote verfrachtet wird. Unter nicht optimalen Bedingungen führt das dann gleich zu einem Abbruch, weil auf diese Leute Rücksicht genommen wird. Frei nach dem Motto: Es muss für jeden sicher sein. Wenn man nur einmal im Leben die Möglichkeit hat und dann nur 100m entfernt scheitert, weil man selbst ein sehr überschaubares Risiko scheut, ist das halt traurig und verdient nicht die Bezeichnung „Expeditionsreise“. Hier unterscheidet sich das Werbeversprechen und die Realität also deutlich.

Vogel

Antarktis 

Eisber mit Pinguinen

Zum Größenvergleich – die kleinen schwarzen Punkte sind Pinguine, die den Eisberg zum Freizeitpark bzw. zur Rutschbahn umfunktioniert haben

Ich werde nicht auf die einzelnen Tage in der Antarktis eingehen (Fotos sagen hier auch mehr als 1000 Worte). Zusammenfassend habe ich nirgends in der Welt so viele Tiere auf einem so begrenzten Terrain gesehen. Bei diversen Landgängen konnten verschiedene Pinguinarten, Albatrosse, Robben, Seelöwen, Wale aus nächster Nähe betrachtet werden. Und ich rede hier nicht von ein paar Tieren sondern teilweise hunderten oder tausenden. Selbst wenn man jahrzehnte um die Welt tourt wird man kaum so viele Wale oder Albatrosse sehen wie in der Antarktis in ein paar Tagen.

Berg

Weiterhin hat man bei einigen Anlandungen auch die Möglichkeit sich über weitere Strecken zu bewegen oder ehemalige Forschungs- und Walfangstationen zu besichtigen oder kleinere Berge bzw. größere Hügel (ein paar hundert Meter) zu erklimmen. In der Arktis sind die Routen teilweise relativ eng vorgegeben, damit man die Tiere nicht zu sehr stört (was ich auch in Ordnung finde).

Pinguin mit Nachwuchs
Das Erlebnis Antarktis lässt sich nur schwerlich mit anderen Urlaubsreise vergleichen. Es ist allein schon beeindruckend, wenn man Eisberge an sich vorbeitreiben sieht, die größer als das Schiff sind. Und es wird einem auch sehr schnell klar, wie lebensfeindlich die Umgebung ist (zumindest aus menschlicher Sicht) und unter welchen Bedingungen die Tiere dort leben (und man ist ja quasi unter Optimalbedingungen dort – im Hochsommer) und trotzdem leben dort unheimlich viele Tiere dort.

In der Antarktis (bzw. teilweise auch schon davor / danach) werden einige optional (teilweise deutliche Zusatzkosten) Angebote seitens Hurtigruten gemacht. Zum Beispiel ein Kajakschein (das ist quasi eine komplette Grundausbildung), ein Kajak Schnuppererlebnis, Schneeschuhwandern oder ein Fotokurs. Den Fotokurs halte ich am ehesten für verzichtbar. Man sollte sich zwar mit seiner Kamera beschäftigen und nicht nur auf Automatik knipsen, wenn man optimale Ergebnisse möchte aber die Fotografen an bord haben ihre Nase schon recht hoch im Wind getragen und die Fotos waren auch nicht besser als die von vielen Passagieren. Ohne Motiv und Gelegenheit kann halt kein Fotograf etwas reißen. Wenn die Gelegenheit sich bietet, dann kommt es auf die Technik, den grundsätzlichen Blick und die Kenntnis der Kamera an. ;)

Wal
Das Kajak Erlebnis ist sehr speziell und eine sehr wackelige Angelegenheit. Bei uns ist auch niemand gekentert aber kurz davor waren wir wohl schon. Und ich glaube nicht, dass das Kentern im arktischen Wasser trotz Überlebensanzug eine sehr angenehme Erfahrung ist. Der Anzug ist zwar theoretisch geschlossenen aber ich unterstelle, dass es trotzdem im arktischen Wasser ziemlich kalt wird, wenn man kentert. Bis dann ein Tenderboot zur Stelle ist, das einen rausfischt vergehen auf jeden Fall einige Minuten. Und ob der Anzug wirklich dicht ist, erfährt man erst im Wasser.

Kajaking

Das Schneeschuhwandern ist uneingeschränkt empfehlenswert. Wobei hier die Midnatsol schon recht viele Leute an Board hat und die Gruppen somit schon sehr groß sind, wie man unten erkennt.

Schneeschuhwandern

Weiterhin wird jeder Tag im Rahmen des normalen Tagesprogramms eingeteilt. Es dürfen also nie alle Gäste gleichzeitig an Land (aus organisatorischen Gründen und weil es auch aus Naturschutzgründen nicht erlaubt ist). D.h. der Tagesablauf ist dann immer so, dass Gruppe 1, 2, 3 jeweils leicht versetzte Anlandezeiten haben. Dann kommt in der Regel eine Pause und danach geht es mit anderen Gruppen weiter. Somit ist die Landzeit für jede Gruppe begrenzt. Alterniert wird das jeweils für die Gruppen, die an Bord bleiben mit Vorträgen des Expeditionsteams. Wobei die Anzahl der unterschiedlichen Vorträge in dem Reisezeitraum begrenzt ist (ist also nicht wie auf der Uni, sondern eher auf den Standardtouristen ausgelegt, der sich entspannen möchte).

Wir hatten insgesamt Glück mit dem Wetter in der Antarktis – nach dem etwas enttäuschenden Kap Hoorn Erlebnis und dem extrem übervorsichtigen Expeditionsleiter hatten wir schon mit dem schlimmsten gerechnet. Allerdings haben wir den letzten Tag in der Antarktis nicht mehr genutzt – auch hier wurde vorsorglich wegen schlechtem Wetter abgebrochen. Das konnte man am folgenden Tag bei Windstärke 12 aber recht überschaubarem Seegang zumindest nachvollziehen. In Kap Hoorn war die Entscheidung für mich aber nicht nachvollziehbar. Aber gut, nun hab ich es umrundet, kann auch nicht jeder von sich behaupten.

Falklandinseln

Falklandinseln

Die Falklandinseln sind auch sehr empfehlenswert und ein deutlicher Kontrast zur Antarktis . Es wird wieder deutlich grüner, auch wenn die Vegetation selbst in den Sommermonaten überschaubar ist Auch auf den Falklandinseln sind Anlandungen und Wanderungen enthalten und auch hier bekommt man einiges an Flora und Fauna geboten. Zusätzlich ist britisches Flair inklusive.

Falklandinseln - Albatrosse

Falklandinseln

 

Und sonst so:

Während der Tour haben wir uns eine ziemlich starke Erkältung eingefangen (vermutlich von anderen Reisenden angesteckt, mindestens das halbe Schiff war im verlauf der Reise krank), dass hat den Urlaub etwas getrübt – zumal man sich ja aufgrund von „ich bin ja nur 1x im Leben hier“ auch nicht bremst und trotzdem unvernünftigerweise jeden Berg hoch rennt und das dann teilweise auch nicht in relativ hoher Geschwindigkeit, weil man ja alles sehen weil und die Landzeit begrenzt ist. Dadurch wird dann natürlich alles noch schlimmer.

Falklandinseln

Meine Reisebegleitung hatte durch die starke Erkältung dann noch Augenprobleme als wir an den Falklandinseln angekommen sind. Selbst die Hauptstadt der Falklandinseln ist sehr klein. Sie hat zwar sogar ein Krankenhaus (weil die Falklandinseln seit dem Flaklandkrieg Militärstützpunkt sind) aber einen Augenarzt gibt es dort nicht. Die Untersuchung dort war also recht abenteuerlich. Mit einem Ultraschallgerät wurde das Auge untersucht (die nutzt man i.d.R. nicht dafür – ein Augenarzt erkennt diese Art der Erkrankungen einfach mit einem Blick ins Auge – die Daten wurden dann zu einem britischen Experten geschickt und dann hieß es auf die Rückmeldung warten. Währenddessen habe ich die Optionen mit der Ärztin bei einem positiven Befund diskutiert. Variante 1: Mit dem Hubschrauber nach Argentinien, Variante 2: Mit einem Mitlitärflugzeug von den Falklandinseln nach England. Man kann sich sicherlich vorstellen was beide Varianten kosten würden. Der Experte hat dann in England entschieden, dass wahrscheinlich nichts kritisches vorliegt.

Man sieht an dem konkreten Beispiel wie weit weg man von der Zivilisation ist, wenn wirklich etwas passiert. Der Spaß hat dann übrigens knapp 500 Pfund gekostet.

Auf einer Insel in der Antarktis war eine Forschungsstation angesiedelt. Dort gab es auch ein kleines Museum. Da unser Schiff aber zu groß war (zu viele Personen) durften wir dort nicht an Land. Daher sind die Bewohner der Station zu uns an Bord gekommen. Die Station wird nur im Sommer bewohnt. Neben der Forschung ist die Aufgabe der Bewohner die Station zu erhalten und eben auch den Touristen zu erklären was sie machen.

Die Freiwilligen in der Station werden aus huderten Bewerbern ausgewählt. Man wohnt dort quasi in einem Raum, arbeitet von morgens bis abends (eine Tätigkeit ist Renovieren z.B. Vogelscheiße vom Dach kratzen und das Dach anstreichen, bevor es wieder zugekackt ist) und hat kaum Freizeit. Ruhe gibt es auch keine, weil rund um die Uhr Licht da ist und somit die Pinguine rund um die Uhr Krach machen. Bezahlt wird der Job übrigens nicht.

Die Person die uns erklärt hat was die Aufgabe der Personen in der Station ist war eigentlich Zahnärztin. Sie hat für den Halbjahresjob in der Station ihre Anstellung geschmissen und hat überlegt, ob sie das im nächsten Jahr noch mal machen möchte (obwohl sie verheiratet war). Mit ihrem Mann telefonieren konnte sie in dem halben Jahr einmal und Strom gibt es auch nur für Notfälle.

Wenn man krank wird, muss man hoffen, dass ein Schiff vorbei kommt oder man einfach irgendwie durch kommt.

Man merkt also – man muss schon irgendwie ein spezieller Typ Mensch sein. 🙂

Fazit:

Die Naturerlebnisse auf der Tour sind aber definitiv spektakulär und machen einiges wett. Abseits von Santiago und den Falkland Inseln bekommt man viele karge Landschaften zu sehen und es ist auch durchweg recht kalt – das ist bei so einer Tour natürlich zu erwarten aber sicher nicht jedermanns Sache. Will sagen man kann diese Tour z.B. schlecht mit einer Australien oder Neuseeland Tour vergleichen. Das was man sich klassisch unter Urlaub vorstellt ist eher keine Expeditionsreise in die Antarktis , das Erlebnis ist aber trotzdem sehr interessant und einzigartig. Es wird einem auch sehr bewusst, dass es diese abgeschlossene Welt wohl so bald nicht mehr geben wird, wenn wir Menschen so weitermachen wie bisher (das schließt mich selbst und alle anderen Expeditionsteilnehmer natürlich ein, weil wir alle zu viel Reisen – wie wäre es denn mit einer Umweltschutzsteuer für jeden Flugkilometer und einer für jeden mit Motorschiffen gefahrenen Kilometer?).

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Meine Top 5 Urlaubsreisen [Reisebericht]

Ich habe eine Weile hin und her überlegt und war am Anfang unschlüssig, ob Reiseberichte wirklich auf einen Buchblog gehören. Aber ich habe jetzt auf einen Buchblogs Reiseberichte gelesen und mich interessieren sie durchaus. Also warum nicht. Ihr habt ja über die Schlagwortfunktion oder das Menü die Möglichkeit euch dran vorbei zu arbeiten, wenn es euch nicht so sehr interessiert.

Nachdem Sarah jetzt auch was zu dem Thema geschrieben hat, und mich dazu ermuntert hat auch zu bloggen, war das letzte Quäntchen Anstoß vorhanden.

Meine Top 5 Urlaubsreisen (in dieser Reihenfolge):

Warum in der Reihenfolge?

Ich war jetzt zweimal in Australien (die dritte Tour folgt dieses Jahr) und ich habe mir vorher nicht so richtig einen Kopf darüber gemacht aber das was wir uns für gewöhnlich unter Australien vorstellen ist Sydney, Ayers Rock, Great Barrier Reef – das die Westküste aber eigentlich das ist, was wir dem Fernsehen von Australien kennen und erwarten ist den wenigsten bewusst. Die drei erstgenannten liegen so weit auseinander, dass man zwingend Fliegen muss für jedes Ziel oder seeehr viel Zeit mitbringen.

Die Westküste Australiens war am ehesten das was ich als Traumurlaub bezeichnen würde. Von Schwimmen mit Delfinen im mehr über einsame Paradiesstrände komplett für sich allein, zu denen man mal eben mit dem Motorflieger gejettet ist bis zu einem Sternenhimmel in dem Man die gesamte Galaxie gesehen hat (noch besser als im Planetarium) und übernachten im Luxuszelt mitten im Nationalpark war alles dabei (der Gekko über der Toilette direkt nach dem Aufstehen war irgendwie süß – ja und ich hab vorm abziehen auch geschaut ob einer in der Toilette saß – das kommt wohl auch vor!).

Definitiv die Nummer 1! Teilweise kam mir das schon abstrakt elitär vor. Ist schon strange, wenn man selbst in so einem Luxus lebt und nebenan wohnen Leute im Studialter die Work & Travel betreiben in sagen wir mal besseren Hütten auf engstem Raum. Ich mag es nicht wenn Leute mich nicht wie einen gleichgestellten behandeln und das hab ich im Urlaub auch schon erlebt. Ich bin kein Stück besser als irgendjemand sonst, nur weil ich vielleicht gerade mehr Geld auf dem Konto habe. Dementsprechend braucht mich auch niemand so behandeln.

Die Westküste lässt sich komplett erfahren im doppelten Wortsinn.


Die Westküste der USA war meine erste richtig große Tour und einfach nur traumhaft. Die Westküste der USA bietet mit ihren Nationalparks (mein Favorit Yosemite direkt gefolgt vom Great Canyon) einfach Natur pur. Sowohl in Yosemite als auch im Grand Canyon hätte ich Tage verbringen können und einfach nur staunen. Leider gibt kein Foto auch nur ansatzweise die Schönheit wieder. Wer den Great Canyon auch nur ansatzweise realistisch erleben will, sollte sich den entsprechenden Film im IMAX 3D anschauen.

Durch Städte wie Las Vegas hat man aber auch extreme Kontraste. Totale nutzlose Verbrennung von wertvollen Ressourcen (wenn man sieht wie viel Wasser im Colorado River noch in Mexiko ankommt, sofern noch was ankommt und wie die Ammis Golfplätze mitten in der Wüste maximal verschwenderisch bewässern…), megageile Shows und Kitsch pur, der aber trotzdem irgendwie cool und beeindruckend ist.


Neuseeland – was soll ich groß schreiben? Jeder kennt Herr der Ringe und der Hobbit und wenn man die beiden Filme kennt, dann kennt man auch Neuseeland. Vulkanische Aktivität, grüne Landschaften und Mordor quasi in echt und Gletscher. Und auf der Südinsel ist von Jetbootfahren (wer hat’s erfunden?) bis Bungeespringen (wer hat’s erfunden?) alles an Fun Aktivitäten im Angebot was man sich vorstellen kann. Die Neuseeländer sind verrückt.

Und an Herr der Ringe und Hobbit Locations kommt man in Neuseeland – zum Glück – nicht vorbei.

Und bevor einer fragt: Ja, ich habe natürlich alles gemacht was man in den Videos sieht.


Florida – das ist vermutlich ein wenig wie Twilight. Einige lieben es, andere hassen es. Die Freizeitpark in Orlando sind einfach Weltklasse. Für mich ist das Entspannung pur. Man erlebt ins so kurzer Zeit so viel erleben und fühlt sich wieder mindestens 20 Jahre jünger. Ein paar Attraktionen sind zwar wirklich nur für Kleinkinder, das ist dann eher nichts für mich aber der Teenager im Mann ist noch vorhanden. Übrigens muss ich da bald wieder hin. Ich habe Harry Potter (eigener Parkteil bei Universal) noch nicht gesehen und Star Wars  (auch eigener Parkteil) wird in Disney noch gebaut. Man braucht übrigens nicht denken, dass man da in zwei Tagen durch ist. Für die großen drei: Disney, Universal und Seaworld kann man gemütlich 10 Tage einplanen und zwar ohne die Wasserparks!


Antarktis + Falklandinseln – Bei der Tour bin ich etwas zwiegespalten. Eigentlich sollte ich keine Werbung dafür machen dorthin zu fahren. Meiner Meinung nach ist der Tourismus in der Region jetzt schon grenzwertig (obwohl die Regeln sogar verhältnismäßig streng sind). Es war der teuerste Urlaub den ich je gemacht habe aber nicht der beste. Ohne Frage war der Urlaub toll. Ich habe nie so viele Tiere (nicht mal ansatzweise) auf so engen (und aus unserer Sicht) lebensfeindlichem Raum gesehen. Die Tiere dort haben keine Angst vor Menschen und das ist gut so und einzigartig. Aber in der Zeit in der ich dort war hat sich gerade ein riesiges Stück vom Larsen Eisschelf gelöst das hat mit der Klimaerwärmung zu tun (ja, das passiert immer wieder aber eben nicht in dem Ausmaß wie momentan).

Auf dem Schiff wurden eine ganze reihe Wissenschaftlicher Vorträge gehalten. Das Schiff war ein Expeditionsschiff (mit Wissenschaftlern diverser Gattungen) unter anderem auch von einem reinen Klimaforscher.

Für mich war das Fazit eindeutig. Nein Mr. Trump das sind keine fake News!

Natürlich trägt man mit dem Reisen auch nicht gerade wenig dazu bei, dass sich das Klima weiter erwärmt (wenigstens ist das Schiff nicht mit Schweröl, sondern mit Diesel unterwegs gewesen auch wenn das nur ein schwacher Trost ist).

Sorry, sollte eigentlich kein Umweltschutzpost werden aber wenn man in der Antarktis war, dann kann man nicht anders!


Noch etwas Teasern gefällig? Was euch noch so erwartet in den nächsten Wochen und Monaten? Gern, kein Problem:

Zu den obigen Reisen schreibe ich vor und nach noch detaillierte Berichte, die deutlich mehr in die Tiefe gehen.

Vielleicht stelle ich später auch die vollständigen Galerien zu den einzelnen Reisen online.

Interessiert euch sowas oder seid ihr der Meinung, dass das doch mal überhaupt nichts mit Büchern zu tun hat und nicht auf einen Buchblog gehört?

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

1 2