Garmin Fenix 5S Plus [Kommentar]

Die Fenix 5S Plus ist die kleinste Uhr aus der Reihe der Fenix Uhren mit Navigationsfunktionalität. Mit 42mm und einer Höhe von 15 mm ist klein aber relativ. Im Vergleich zu einer Standard Casio Outdoorwatch, die sicher auch schon nicht als klein zu bezeichnen ist, ist die Fenix deutlich massiver. Die größeren Varianten mit 47 und 51 mm will ich mir am Handgelenk überhaupt nicht vorstellen. Die größeren Modelle bieten mehr Akkukapazität, das Display ist aber bei allen Modellen das gleiche. Ansonsten unterscheiden sich die Modelle optisch. Die 47mm Variante sieht etwas männlicher / martialer aus und weniger elegant.

Für mich ist die Uhr am Handgelenk nicht wirklich bequem. Das kann auch dem recht kleinen Armband geschuldet sein (die Casios haben Standardmäßig ein deutlich längeres Armband), was bei mir eher am Limit ist. Somit sitzt der Verschluss nicht mittig, sondern seitlich versetzt. Vielleicht ist es aber auch einfach eine Gewohnheitssache (ich war noch nie ein Freund von Armbanduhren)

Es mag aber auch einfach an der Größe und Form liegen (unten ist die Uhr nicht gerade, vermutlich, damit der mittig platzierte Pulsmesser immer aufliegt). Es gibt übrigens scheinbar auch ein größeres Armband, was man für schlappe 50€ kaufen kann (das ist ein simples Gummiband – Herstellkosten aus meiner Sicht deutlich unter 1€). Bei der der Preisgestaltung kann Apple fast neidisch werden.

Navigation

Mir geht es bei der Fenix primär um die Navigationsfunktionalität, weil die Uhr halt nur halb so viel wiegt wie das Garmin eTrex 30x (und das auch nur ohne Ersatzbatterien, mit der leichtesten Batterievariante und nicht aufladbar). Dazu kommt noch, dass man bei der Alternative eTrex Handgerät das Gewicht im Rucksack trägt. Jedes Gewicht was man am Arm / um den Hals hat oder einfach trägt, sorgt für eine angenehmere Verteilung (sofern man es nicht übertreibt).

Bzgl. der Navigation hat sich recht schnell die erste Ernüchterung breit gemacht. Ich hatte mir für 50$ das Kartenset Pacific Crest Trail für das Garmin eTrex 30x gekauft. Nun war mein Plan die Karten auf die Fenix zu übertragen. Das geht nicht. Wie ich festgestellt habe, ist die Bindung an ein Gerät durchaus wörtlich zu nehmen. Die Karten werden bei Erstinstallation hart mit dem Gerät verdrahtet.

Das Problem ist aber, dass man aufgrund der Limitierungen der Geräte (sowohl des eTrex als auch der Fenix) nicht den kompletten Trail auf die Geräte aufspielen kann (zumindest nicht in einem vergleichbaren Detaillevel wie auf dem Garmin Kartensatz). Somit muss man den Kartensatz 2x kaufen, wenn man ein zweites Garmin Gerät kauft oder auch nur ein altes Gerät durch ein neues ersetzt (macht 100$ für zwei Karten).

Die Alternative zum digitalen Kauf der Karte stellt der Kauf auf einer SD-Speicherkarte dar. In dem Fall ist die Karte mit der Speicherkarte verbunden (das funktioniert dann natürlich auch nur bei einer Karte pro Gerät, weil man ansonsten die Speicherkarten wechseln müsste, wenn man unterschiedliche Karten verwenden will). Bei einer Fenix nützt einem das eh nichts. Die hat zwar genügend freien Speicher aber keinen Slot für Speicherkarten (was auch keinen Sinn machen würde, bei einer Uhr die Wasserdicht sein soll).

Mit der enthaltenen Basemap ist die Navigation ziemlich flott. Trotz der recht eingeschränkten Navigationsfunktionalität (nur zwei Tasten für hoch / runter, links / rechts, zoom in / zoom out), kann man recht schnell die Darstellung auf der Karte ändern. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Worldwide Basemap nicht sehr detailliert und somit nicht sehr rechenaufwendig ist.

Sportuhr

Wenn man die Anleitung liest, wird einem schnell klar, dass der Hauptfokus der Uhr auf der Sportfunktionalität und nicht auf der Navigation liegt. Nur ein paar Beispiele (beim Skifahren erkennt die Uhr automatisch wann man abfährt und wann man im Lift sitzt und stoppt dann die Aktivitätsaufzeichnung).

Beim Golfen wird der Abstand zum Grün angezeigt (beginn des Grüns, Abstand zur Fahne, Abstand zum Ende des Grüns, Par, Hindernisse, beginn des Hindernisses, Ende des Hindernisses, Schlagweite).

Beim Schwimmen werden Schwimmstile und, Züge und Bahnen erkannt.

Das sind alles Funktionen die zwar in Kombination mit der Herzfrequenzmessung nett sind, aber für mich nicht nötig.

Da die Uhr auf Wunsch die Aktivitäten auch aufzeichnet, lassen sich per App umfassende Analysen über Schritte, bestiegene Treppenstufen, Kalorienverbrauch, Distanzen in Kombination mit dem Herzschlag usw. durchführen.

Die Uhr kann sogar den Schlaf analysieren und ermitteln wie lang die Ruhephasen nach Aktivitäten sein sollen. Wenn man möchte kann man das auch direkt mit seinem Freundeskreis teilen (das ist optional), um sich gegenseitig anzuspornen.

Neben diesen Daten kann die Uhr auch den Luftdruck (Wetter, Höhe) und die Temperatur (am Handgelenk wie üblich mit Einschränkungen, weil man eher die Körpertemperatur die Messung beeinflusst) messen.

Designs

Die Kontrastreiche Darstellung wie hier ist in der Realität fast nie gegeben, außer in direktem Sonnenlicht. Das Display ist darauf ausgelegt Licht zu reflektieren. Desto heller, desto besser die Darstellung

In der Uhrenanzeige hat man diverse Designs zur Verfügung. Es werden je nach Design Herzfrequenz, Temperatur, Höhe, Uhrzeit, evtl. zweite Zeitregion, Mondphase, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang angezeigt. Meist kann man die Designs auch über das Handy anpassen.  Ansonsten gibt es noch diverse Statusinfos wie Nachrichten, Bluetooth, Akkustand usw. Zusätzlich sind auch grafische Darstellungen obiger Parameter denkbar. Das meiste davon kann auch das eTrex für einen Bruchteil des Preises, wenn auch nicht ganz so schön und auch nicht frei konfigurierbar.

Wenn die Uhr mit dem Handy gekoppelt ist, sind auch diverse Spielereien möglich. Die Uhr lässt sich über die Handy App konfigurieren. Es lassen sich Nachrichteneingänge und Anrufe signalisieren. Alles Dinge die nett sind, die ich aber nicht wirklich brauche.

Selbst die Kopplung mit einem inReach Mini ist möglich. Es werden aber nur rudimentäre Funktionen unterstützt. Man kann das SOS Signal von der Uhr aktivieren oder eingehende Nachrichten vom inReach auf der Uhr visualisieren.

Es lassen sich Musiktitel auf die Uhr synchronisieren, die mit Bluetooth Kopfhörern abgespielt werden können. Das macht aber meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man dafür das Handy zu hause lässt. Sofern man das eh dabei hat, benötigt man die Funktionalität der Uhr nicht.

All diese Spielereien (Handy Kopplung, inReach Kopplung), Herzfrequenzmessung und vor allem das Abspielen von Musik kosten natürlich Strom (teilweise sogar recht viel), was wiederum die Laufzeit verkürzt. Das deativieren der Bluetooth Funktion hilft zum Stromsparen. Auch die GPS funktion frisst recht viel Strom.

Somit kann man sagen der Hauptstromfresser ist Musik hören, danach GPS und Bluetooth und die Displaybeleuchtung schluckt auch recht viel Strom. Die Pulsmessung braucht sehr wenig Strom.

Viele Funktionen der Uhr zielen darauf ab, dass man motiviert wird seine Leistung zu steigern. Das fängt bei den Teilen mit Freunden Funktionen an und geht über die diversen Funktionen zur Aufzeichnung, Visualisierung und Empfehlungen bzw. dem setzen von Zielen.

Vergleich eTrex 30x vs. Fenix 5S Plus

eTrex 30x

Für einen aktuellen Marktpreis von ca. 670€ + Kartenset mit 50€ ist das schon eine Ansage. Kann die Uhr irgendwas Besonderes? Im Prinzip sind viele Spielereien in der Uhr gut verpackt. Wenn man eine Sportuhr sucht, also die ganzen Aktivitäten und Aufzeichnung davon nutzen will, dann mag die Uhr ihr Geld wert sein.

Wenn es einem lediglich um die Uhrzeitanzeige und die Navigation geht, ist die Uhr recht teures Spielzeug. Dafür bekommt man eine Gewichtsersparnis von knapp 70 Gramm, wovon man das Ladekabel aber wieder abziehen muss (wobei man als Hiker bezogen auf das Basisgewicht sogar eine Einsparung von 130 Gramm minus Ladekabel hat – also grob 100 Gramm) und eine Aufladefunktion, die beim eTrex alternativ noch mal mit ca. 65 Gramm (Ladegerät ca. 35 Gramm + 2 schwerere Batterien weitere 30 Gramm) extra zu Buche schlägt.

Stellt sich die Frage, warum nicht einfach eine Apple Watch nehmen? Die ist weder so robust, noch ist die Laufzeit vergleichbar. Die Zielgruppe ist durchaus eine andere.

Ansonsten gibt es bei der Fenix vieles was nett ist, aber man nicht wirklich benötigt.

Beim eTrex als günstigere Alternative hat man allerdings den Nachteil, dass man sehr leicht vergessen kann es auszuschalten. Da man im Stromsparmodus keine Anzeige auf dem Display sieht, fällt es überhaupt nicht auf, wenn man das Gerät nicht ausschaltet. Das GPS saugt das Gerät in 2 Tagen (ca. 50h mit Lithium Batterien ohne Trackaufzeichnung, nur mit aktivem GPS und inaktivem Display) leer und die Backupfunktion für die Navigation ist nicht mehr vorhanden. Wenn man den Nachteil ausgleichen will, benötigt man Akkus und das treibt das Gewicht wieder hoch zugunsten der Fenix. Zumal man die Akkus bei dem hohen Stromverbrauch (2×2500 mAh) eh nicht mit einer Powerbank aufladen kann genügend Reservestrom.

Vorteilhaft ist beim eTrex das größere Display. Theoretisch hören sich 320240 nicht großartig anders als 240×240 bei der Uhr an. Wenn man dann aber bedenkt, dass die Uhr rund ist, dann ist der Unterschied erheblich.

Beim Stromverbrauch liegen dann allerdings Welten zwischen dem eTrex und der Fenix. Die Fenix hat vermutlich eine Akkukapazität von 150-160 mAh (in dem Bereich liegt die 5s (ohne plus) und die Laufzeiten bei der 5S Plus haben sich sogar verkürzt im Verhältnis zur 5S – die wird also nicht mehr Akkukapazität haben). Somit dürfte der Wert noch hinkommen.

Mit 150-160 mAh sind lt Garmin 25h GPS (Ultratrack) möglich. Das eTrax kommt lt. Berichten im Netz im Optimalfall auf 80h mit 6000 mAh (ich habe nur 50h erreicht und das quasi ohne Displaynutzung – 40h werden also wohl realistisch sein, wenn man ab und an das Display aktiviert). D.h. die Uhr kann man spielend aus der Powerbank laden auch gerne 5x (was 10 Tagen entsprechen würde). Das eTrex benötigt in deutlich weniger als dieser Zeit 20x so viel Akkukapazität.

Leider ist die Darstellung der Karte auf der Fenix auch anders als auf dem eTrex. Wegpunkte sieht man bei der Fenix erst ab 5km Detaillevel (auf dem eTrex kann man die Darstellung so einstellen, dass man die Wegpunkte immer sieht, auch wenn man maximal rausgezoomt hat). Auch Nebenwege sieht man auf der Fenix erst bei stärkerer Vergrößerung. Somit ist das auffinden von Stellen an denen man den Trail für einen Stadtbesuch verlässt mit der Fenix ziemlich unbequem. Bei Städten mit größeren Entfernungen zum Trail hat man das Problem, dass man diese überhaupt nicht sieht auf der Karte, wenn man nicht rauszoomt (dann sieht man aber wiederum keine Wegpunkte mit denen ich mit die Städte z.B. markiert habe).

Weiß auf Hellgrün mit Text oben drüber

Support und Produktverbesserung – Fehlanzeige

Die Software für die Navigation ist noch fehlerhaft. Beispielsweise habe ich die rund 550 Routen für den PCT auf die Uhr transferiert (offiziell werden lt. Gamin nur 50 Routen unterstützt). Teilweise ist die Navigation aber nicht möglich, weil man schlicht einen leeren Bildschirm sieht. Offenbar hat die aktuelle Software Probleme mit derart vielen Routen. Navigieren kann man trotzdem allerdings im Blindflug. Wenn man die unsichtbare Route auswählt, dann sind die Anzeigen zur Route wieder ok. Nur die Übersicht funktioniert nicht.

Eigentlich benötigt man die Routen nicht zwingend, weil auf der Garmin PCT Karte der Trail drauf ist (siehe oben). Leider ist die Darstellung wie oben erwähnt so gut gelungen. Die Uhr hat einen sehr hellgrünen Hintergrund und der Trail wird rot weiß dargestellt. Im direkten Sonnenlicht kann man das auf der Uhr gut erkennen. Wenn man die Beleuchtung der Uhr benutzen muss, ist der Kontrast aber extrem gering. Zusätzlich werden die Höhenlinien immer angezeigt, auch wenn man sie in der Uhr deaktiviert hat.

Somit ist der PCT ist auf der Fenix im Pacific Crest Trail Kartenset kaum zu erkennen, da der Trail abwechselnd in rot weiß dargestellt wird. Weiß ist aber vor quasi gleichfarbigem Hintergrund nicht auszumachen.

Der Garmin Support reagiert auf diverse Tickets und Verbesserungsvorschläge ausschließlich mit Abwimmeln. Ein paar Beispiele gefällig? Auf meinen Hinweis, dass man weiß auf dem hellgrünen Display nicht erkennt, und somit der Trail auf der Originalkarte von Garmin für 50$ nicht zu erkennen ist, kam die lapidare Aussage, dass das so ist und sich nicht ändern lässt. Auf das Problem mit der fehlerhaften Übersichtsfunktion bei der Anzeige von 550 Routen kam die Antwort, dass maximal 50 Routen unterstützt werden.

Zusätzlich mit der Restriktion von 200 Punkten pro Route aus der Webapp sind das in Summe gerade mal 10000 Punkte. Je nach Detaillevel der Route kommt man damit nicht sehr weit. Es gibt eine Option in den Einstellungen, mit der man Höhenlinien deaktivieren kann. Das sollte die Kartendarstellung übersichtlicher machen. Mit der PCT Karte funktioniert aber auch diese Option nicht. Nicht mal derartige Themen akzeptiert der Support als Fehler.

Vermutlich wird der Support nach abgewimmelten Kunden … Pardon nach gelösten Problemen im ersten Support Level bezahlt. Dabei macht es auch meiner Meinung nach keinen Unterschied, ob man den deutschen Support oder den internationalen kontaktiert.

Leider hat man die Uhr künstlich verstümmelt, in dem man die Einstelloptionen nicht anbietet, die  Probleme beheben könnten. Genügend Rechenpower hat die Uhr. Offenbar ist auch keiner von Garmin auf die Idee gekommen sich die Darstellung auf der Fenix anzusehen und mit anderen Geräten zu vergleichen. Sonst hätten dem Tester die Nachteile direkt auffallen müssen.

Auf Verbesserungsvorschläge reagiert der Support nicht aufgeschlossen, sondern mit Aussagen wie „geht nicht, hat der Produktmanager so festgelegt“. Man wird also im ersten Supportlevel abgewimmelt und es besteht offenbar kein Interesse die Produkte zu verbessern.

Etwas makaber ist der Slogan in den Mails der Supportmitarbeiter:

Spüre, was es heißt, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Das bezieht sich aber auf die Kunden und nicht wie man meinen könnte auf Garmin. Deren Ziel ist das scheinbar nicht.

Fazit:

Es bleibt eine Geschmacksfrage, ob man das Backup(Navi) eher auf dem Handy oder in Form einer teuren Smartwatch bevorzugt oder doch zusätzlich Papierkarten mitnimmt (die einem aber bei Schneefall auch nur sehr begrenzt helfen). Fakt ist, dass die Garmin Geräte weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Das liegt primär an der bescheidenen Software (beim Explorer+ und bei der Fenix).

Das Garmin eTrex 30x ist mit Verlaub Steinzeittechnik, die recht teuer verkauft wird (der Stromverbrauch ist für das Gebotene immens und es geht um Faktor 10-20 geringer, wie die Fenix beweist).

Die Fenix Software ist ziemlich fehlerhaft oder zumindest sehr eingeschränkt und zum Navigieren ist die Uhr offenbar nicht wirklich gedacht, wenn man weiter laufen will als um den eigenen Wohnblock. Gleiches gilt auch für das inReach Explorer+ (der auch gerade mal 10.000 Punkte unterstützt und bei dem die Synchronisierung meist nicht klappt).

Bei der Fenix erwecken die Einträge im Supportforum aber auch den Eindruck, als wenn die Uhr kaum jemand zum navigieren benutzt. Da werden alle möglichen Themen adressiert aber um Navigation geht es kaum. Insofern ist die Anwendung Navigation evtl. wirklich exotisch aber geworben wird von Garmin mit der Funktionalität, somit sollte sie auch gegeben sein.

Zumal die Hardware wirklich einzigartig ist. Ich kenne keine andere Uhr, die Navigation bietet, derartig leicht ist und dann auch noch so lange durchhält.

Der Support gibt den Rest um die Kunden zu vergraulen. Da Garmin aber ein Quasimonopol in dem Bereich hat, kann man sich das aber wohl leisten und selbst im aktuellen Zustand ist das Produkt konkurrenzlos. Leider!

Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern

Da ich unten Markennamen erwähne, kennzeichne ich diesen Artikel hiermit als Werbung.

Wie einige vielleicht bereits mitbekommen haben, spukt mir seit letztem Jahr die Idee im Kopf rum den Pacific Crest Trail (PCT) zu wandern und mir mal eine Zeit lang eine Auszeit zu gönnen.

PCT Vorbereitung

Nachdem ich mich beim Lesen diverser Bücher mit dieser Idee infiziert hatte, kam dann bei meinem letztjährigen Australienurlaub noch dazu, dass ich viele Backpacker gesehen habe.

Dann habe ich mir gedacht: „Warum eigentlich nicht?“

Also habe all die bürokratischen Dinge in Angriff genommen, die das mit sich bringt, vom Visaantrag über Permits bis zum Gespräch mit dem Arbeitgeber.

Bisher habe ich mich primär auf die Logistik der Vorbereitungen konzentriert. Aber wenn man ein halbes Jahr unterwegs ist, hat man auch sehr viel Zeit, die man füllen muss. Auf dem Trail gibt es zwar spektakuläre Landschaften aber ebenen auch nich immer. Man stelle sich allein die Wanderung durch ein Gebiet vor, dass einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Was wäre da passender als die Musik von Herr der Ringe oder gleich den dritten Band selbst zu lesen.

Mentale Herausforderung

Dazu kommt, dass so eine Langstreckenwanderung eine große Mentale Herausforderung ist. Man hat kein vernünftiges Bett, kann sich nicht ordentlich waschen, muss auf viele Lebensmittel verzichten und auch den meisten Komfort des alltäglichen Lebens. Man bekommt natürlich auch einiges geboten aber man muss sich halt auch irgendwie motivieren.

Anders als sonst im Leben stellt bei einer Langstreckenwanderung nicht das Geld die primäre Einschränkung dar, sondern Gewicht.

Es wäre zwar cool, wenn man sein iPad, sein Kindle und sein Notebook auf dem Trail dabei haben könnte, aber man muss alles tragen. Somit wird die Unterhaltung auf dem Trail vermutlich lediglich aus dem Handy bestehen. Da das Display viel Strom verbraucht, kann man Bücher lesen quasi vergessen. Zumal man abends lt. allen Berichten, die ich so gelesen habe auch einfach platt vom vielen Laufen ist.

Hörbücher auf dem Trail?

Was bleibt also? Eine Alternative sind Hörbücher. Beim Abspielen schluckt das Handy relativ wenig Strom. Da ich meine Bücher in der Regel bei Amazon als eBook kaufe, bietet sich für mich der Hörbuchkauf über audible an. Nebenbei hat das sogar noch den Vorteil, dass der Lesestatus von Hörbuch und e-Book gesynct werden kann. In der Regel ist es bei dieser Konstellation so, dass die Hörbücher deutlich günstiger sind, wenn man bereits das e-Book gekauft hat.

Auch die Harry Potter Serie wäre mal wieder fällig (der 20 Jährige Geburtstag ist ja nun schon eine Weile vorbei – ich hatte dazu einen Beitrag verfasst). Im Zuge des Geburtstages bin ich auch im audible Magazin auf die Harry Potter Serie gestoßen. Insofern wird es allerhöchste Zeit, dass ich mir die Hörbücher anhöre.

Eine Buchserie, die definitiv auf meiner Liste von Büchern steht, die ich gerne mal wieder lesen (bzw. hören) würde ist Eragon.

Beide Serien befinden sich bereits als Hörbuch auf meinem iPhone.

Insofern werde ich vermutlich auf dem Trail ein paar Bücher hören, die ich vor längerer Zeit schon mal gelesen habe. Ich bin gespannt wie mir das gefällt.

Wenn man mit anderen Hikern unterwegs ist, bietet sich diese Option vermutlich weniger an. Zusätzlich sollte man sich wohl auch nicht zu sehr einlullen lassen, weil man immer wieder mit Klapperschlangen rechnen muss. Die warnen einen zwar oft vor, aber auch die haben mal einen schlechten Tag.

Ganz generell habe ich mir bei meinen Urlaubsreisen abgewöhnt Bücher in gedruckter Form dabei zu haben. Entweder lese ich auf dem iPad oder auf dem Kindle.

Wie ist das bei euch so? Ist das Hörbuch eine Alternative für euch?

Weitere Infos zum Thema Pacific Crest Trail Hike:

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen

Garmin inReach Explorer+ [Kommentar]

In den letzten zwei Wochen habe ich einige Erfahrungen mit dem Garmin inReach Explorer+ in Kombination mit der Pacific Crest Trail (PCT) Hike Vorbereitung gemacht.

Ich berichte hier von meinen Erfahrungen und dies soll kein umfänglicher Tests des Gerätes sein. Tests finden sich im Netz einige, aber keiner beschreibt die Restriktionen des Gerätes. Daher möchte ich mit diesem Post machen.

Kaufgründe und Erstkontakt

Während meiner PCT-Vorbereitung bin ich auf den inReach Explorer+ bereits ziemlich am Anfang gestoßen. Eine Notruftaste mit Positionsübermittlung, die theoretisch weltweit funktioniert. Die Möglichkeit auch ohne Handynetz zu kommunizieren und eine GPS Funktionalität mit Routenanzeige (auch für daheim gebliebene) hören sich sehr vielversprechend an. Das Gerät ist für den auf dem Papier gebotenen Funktionsumfang sogar ziemlich leicht.

Zusätzlich hat mir gefallen, dass ich mit dem Gerät ein Backup für die Handynavigation bekomme. Die Gefahr, dass das Handy irgendwann keinen Strom mehr hat, runterfällt oder einfach seinen Dienst einstellt ist durchaus gegeben.

Dementsprechend habe ich das Gerät recht früh auf meine Ausrüstungsliste gesetzt aber erst relativ spät bestellt. Ich hatte gelesen, dass die Navigationsfähigkeiten noch verbesserungsfähig sind und ich hatte die Hoffnung, dass vielleicht vor dem Trail noch ein Nachfolgemodell veröffentlicht wird. Da Garmin das Gerät von einem anderen Hersteller übernommen hat, basiert die Navigation aktuell nicht auf Garmin Technik. Genau das wird sich später als Problem erweisen.

Da der Hike nun langsam näher rückt, habe ich das Gerät bestellt und wie soll ich sagen: Das meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts.

Die Limitierungen von 500 Wegpunkten / 20 Routen oder 10.000 Trackingpunkten habe ich zwar zur Kenntnis genommen aber so ganz klar war mir zum Kaufzeitpunkt nicht was damit gemeint ist (zumal die Geräte alle Limitierungen in dieser Art haben aber die Kombination macht es in diesem Fall).

Ich hatte vorher bereits gegoogelt und festgestellt, dass jemand die öffentlichen Routendateien von Halfmile (komplette PCT-Routendatei) so umgewandelt hat, dass sie mit dem inReach Explorer+ funktionieren. Insofern dachte ich, wenn ich die Karten runterlade und aufspiele ist das Thema damit erledigt und habe auch nicht weiter recherchiert.

Registrierung und erste Erfolge

Nachdem der inReach Explorer+ angekommen ist, musste ich mich erst mal durch den Registrierungsprozess arbeiten. Es müssen diverse Angaben gemacht werden – nicht nur zu einem selbst, sondern auch zu Kontaktpersonen. Das hat damit zu tun, dass das Gerät primär für Rettungszwecke vorgesehen ist und in dem Fall jemand kontaktiert werden muss.

Während der Aktivierung ist man je nach Vertragsauswahl schon mal mindestens 50€ los. 30 kostet die Aktivierung an sich und 20 ist man für einen Monat Abo im günstigsten Tarif los.

Die Funktion des Nachrichtenversandes bzw. das Abrufen des Wetterberichtes habe ich erfolgreich getestet. Übrigens werden nicht nur ausgehende Nachrichten, sondern auch eingehende Nachrichten gezählt. Das Kontingent beinhaltet magere 10 Nachrichten pro Monat und jede weitere kostet 0,55€ ausgehend von dem 20€ pro Monat Vertrag.

Das ist nebenbei bemerkt im Vergleich zu den amerikanischen Preisen der reinste Wucher. Trotz des im Verhältnis zum US-Dollar stärkeren Euros, sind alle Gebühren für europäische Kunden deutlich teurer. Das fängt schon bei den Monatsgebühren an (US Freedom Plan 99,95$ vs. EUR 114,99€). Das ist genau das Gegenteil von dem was die Währungsumrechnung implizieren würde. D.h. Garmin gönnt sich mal gut 30% mehr von europäischen Kunden.

Unglaubliche Restriktionen

Für mich wichtiger war aber neben der SOS-Funktion die Möglichkeit der Navigation. Gutgläubig wie ich manchmal offenbar bin, dachte ich ich spiele einfach die Karten ein, die bereits für das Gerät vorbereitet sind und das war es dann. Hört sich simpel an.

Die erste Überraschung kam auf, als ich versucht habe die Dateien in der inReach Webapp zu importieren. Als Wegpunkte war kein Import möglich, als Track war der Import möglich, wurde aber auf dem inReach nicht angezeigt und war auch nicht als Route nutzbar und Routen ließen sich nicht mit 500 Punkten (das wir auf der Garmin Homepage beworben), sondern nur mit 200 Punkten pro Route importieren.

Wie ich dann später rausgefunden habe, war es früher wohl möglich Routen mit 500 Punkten zu importieren (was auch schon lächerlich wenig ist) aber der Hersteller hat das Limit auf 200 Punkte runter gesetzt.

Nun gut dachte ich mir, dann muss ich halt sämtliche PCT Karten so abwandeln, dass jede Route nur 200 Punkte hat. Die Alternative lt. App ist eine Karte aus x beliebig vielen Punkten auf 200 Punkte zusammen streichen.

Versucht mal mit 200 Richtungsänderungen durch die Stadt zu laufen (einschließlich aller kurven auf dem Bürgersteig), von einem Trail mit 4300km reden wir besser nicht.

Ich weiß nicht so recht wie ich das Beschreiben soll. Vielleicht muss ich die Restriktion so umschreiben: Jemand baut einen Geländewagen (inReach Explorer) und hat irgendwie vergessen, dass er auch passende Reifen braucht. Nun schraubt man einfach die Reifen vom Kinderwagen dran (Navigationsfunktion auf dem inReach).

Miserable Software

Um das ganze noch interessanter zu machen, besteht ein Teilabschnitt der Halfmile Karten besteht gerne mal auf 5000 Punkten. Die muss man also in 200 Punkte Abschnitte zerlegen. Die Webapp kann aber nur 20 Routen pro Datei übernehmen (warum das so ist, weiß nur der Hersteller – ich vermute das kommt aus der Obergrenze von 10.000 Punkten insgesamt und ehemals 500 je Track macht zusammen 20×500 = 10.000).

Wenn man dann mit Mühe und Not rund 550 Routen aus bis zu 200 Punkten erzeugt hat und den kompletten PCT in seiner Pracht vor sich sieht, versucht man diese Daten auf das inReach zu übertragen. Denkt ihr das funktioniert? Ach, quatsch. Warum auch?

Bevor ich dazu komme muss die dritte Restriktion erwähnt werden (wir erinnern uns – die Webapp kann nur 20 Routen pro Datei, eine Route darf max 200 Punkte haben). Insgesamt dürfen nur ca. 10.000 Punkte auf das Gerät übertragen werden.

Jetzt könnte man meinen, dass irgendwo geprüft oder angezeigt wird wie viele Punkte sich in einer Sammlung befinden (das ist eine Gruppe von Routen). Das würde dem Nutzer zumindest erlauben diese Restriktion irgendwie zu berücksichtigen.

Dem ist aber nicht so. Wenn es zu viele Routen bzw. Routenpunkte sind, gibt es bei der Übertragung schlicht eine nichtssagende Fehlermeldung. Oft funktionieren dann auch Folgeübertragungen nicht mehr, obwohl dafür eigentlich kein Grund besteht. Ich vermute aus Solidarität mit der ersten Übertragung.

Jetzt muss ich kurz erklären, dass sich ein 4300km Trail nicht sinnvoll in 10.000 Punkten beschreiben lässt, außer wenn man in Schluchten springen oder über steile Felswände klettern möchte. Jeder der mal in den Bergen unterwegs war, weiß das 50m weiter links oder rechts schon einen erheblichen Unterschied machen kann. Da man in den Sierras zu einer Jahreszeit läuft, wo mit Schnee zu rechnen ist, muss man sich also relativ genau auf die Route verlassen können.

Ich hab zwar nicht genau nachgerechnet aber der PCT wird bei Halfmile vermutlich im Bereich von 75.000 bis 100.000 Wegpunkten beschrieben. Somit ist es vollkommen unmöglich den ganzen Trail aus das Gerät zu synchronisieren.

Rauchzeichen oder Moderne?

Zur Synchronisation gibt es zwei Möglichkeiten. Beide funktionieren nicht zuverlässig.

Variante 1: Übertragung per Kabel am PC – das klappt mal oder mal klappt es nicht. Siehe oben – das Highlight dabei ist, dass man eben auch einfach zu viele Punkte in der Sammlung haben kann, man erkennt es aber nirgends.

Der Programmierer hatte aber Sinn für Humor. Wenn man die Sammlung auf das Gerät bekommen hat, dann kann man sogar sehen aus wie vielen Punkten sie besteht. Allerdings Route für Route. Bei 50-60 Routen pro Sammlung hat man also was zu tun um das einzeln nachzuschauen.

Wenn man die Restriktionen einhält, klappt das Synchronisieren aber trotzdem nicht immer. Die Hilfreichen Tipps von Garmin: Neustart, Softreset, Hardreset. Mit anderen Worten: Sie haben keinen Plan wo das Problem liegt und wollen sich offenbar auch nicht mit der Behebung beschäftigen, sondern liefern diverse Workarounds.

Variante 2: Die Übertragung per App auf dem Handy. Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, funktioniert diese Variante nur nach dem Werksreset des Gerätes halbwegs zuverlässig und zwar genau einmal.

Die Variante ist etwas gewöhnungsbedürftig und funktioniert über ein Handy, dass per Bluetooth mit dem inReach verknüpft wird. Die Synchronisation auf dem Handy dauert keine 5 Sekunden. Bis die Daten dann aber auf dem inReach ankommen vergeht ein Zeitraum, der zwischen Minuten und unendlich liegt. Einen Status gibt es nicht. Irgendwann sind die Routen da oder eben nicht.

Der Werkreset dauert zwischen 15 und 60 Minuten je nach Empfang, weil das gerät bei aktivierter Displaybeleuchtung einen Nachricht mit dem Satelliten austauschen muss. Das kostet also jedes mal viel Strom und Zeit.

D.h. zusammenfassend ist es ein irrsinniger Aufwand Routen in die Webapp zu bekommen. Wenn sie mal da sind, kann man nur einen Bruchteil davon synchronisieren und das auch mehr schlecht als recht.

Wenn man das Gerät also für die Navigation nutzen wollte, müsste man zig Sammlungen anlegen. Diese müssen sich auch noch überlappen, da man die Synchronisation nur mit Handyempfang durchführen kann. Den hat man aber nicht überall entlang des Trails.

Navigation

Nachdem ich nun erfolgreich einen lächerlich kleinen Abschnitt des Trails auf das Gerät geladen hatte kam der Test der eigentlichen Navigationsfunktion und man ahnt es bereits – die nächste Überraschung.

Das Gerät reagiert im Kompassmodus unglaublich langsam. Daran muss man sich sehr gewöhnen. Das ist kein Vergleich zu einem Handy, bei dem die Kompassnadel quasi in Echtzeit visualisiert wird.

Testweise habe ich die Navigation zum ersten Wegpunkt des PCT aktiviert. Auf der Karte wird ausgehend von Deutschland die Richtung Südwest angezeigt (mehr West als Süd – so um die 230°). In der Kompassanzeige wird als Richtungsindikator aber Nordwest angezeigt also mal gemütliche 70°-75° daneben (315°).

Da die Earthmate App auf dem Handy dasselbe anzeigt scheint es sich in dem Fall um einen Fehler in der App zu handeln.

Support – Fehlanzeige

Auf meine Supportanfrage hat Garmin in der Form reagiert, dass man mir einen Rückruf angeboten hat. Nachdem ich die detaillierte Liste der Fehler und Erkenntnisse gesendet habe, wurde ich zum vereinbarten Zeitpunkt NICHT zurückgerufen.

Auf eine Erinnerungsmail hat der sogenannte Support auch nicht reagiert.

Fazit:

Aus meiner Sicht ist das Gerät zur Navigation vollkommen untauglich, weil die Software unterirdisch schlecht ist.

Es lassen sich nur sehr kurze Tracks importieren und selbst das ist extrem zeitaufwendig und Fehleranfällig. Wenn man die Tracks dann mal auf dem Gerät hat, ist die Navigation fehlerhaft und reagiert extrem langsam.

Was sich der Hersteller bei der Entwicklung dieses Gerätes gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. In Kombination mit der SOS Funktion abseits des Handynetztes, wäre eine Navigationsfunktion abseits von Kinderspielzeug durchaus sinnvoll.

In diesem Gerät ist die Navigation aber so verstümmelt, dass sie quasi nicht nutzbar ist. Wenn man mal den Kompassanzeigefehler (Navigationsindikator) außer acht lässt, klappt die Navigation und Kartenanzeige über die Earthmate App recht gut. In dem Fall lässt sich sogar der vollständige Trail visualisieren (wen auch mit 550 Einzelrouten).

Dafür benötigt man aber kein inReach Explorer, weil das Handy die komplette Arbeit erledigt. Diese Variante funktioniert aber lt. Foren nur mit aktivem Vertrag (also kostet das mindestens 20€ pro Monat, wenn man sich nicht gleich ein ganzes Jahr binden will, dann kommt man mit gut ca. 15€ pro Monat hin). die Aktivierungsgebühr bzw. Grundgebühr lasse ich bei der Betrachtung gnädigerweise außer acht, sonst wird es noch teurer.

Somit bleibt also die Notruffunktion und eine vollkommen überteuerte SMS Funktion mit 0,55€ pro SMS von 160 Zeichen. Letzteres ist nett aber aufgrund der Gebühren eben sehr teuer: Aktivierungsgebühr ca. 30€ + Mindestgebühr 20€ pro Monat und dafür ganze 10 Nachrichten inkludiert.

Ich habe nun das inReach Mini bestellt. Das ist 113g leichter. Dafür habe ich dann kein Backup für meine Handynavigation. Die bietet das Gerät aber eh so schlecht, dass sie nicht wirklich hilft.

 

Zahlen bitte! Jahresrückblick [Kommentar]

Da nun das erste Jahr Buchblog rum ist (ok, eigentlich gibt es den Blog erst seit dem 26.02.2018), dachte ich mir, dass es Zeit für ein paar Zahlen ist.

Das Zusammentragen war sogar für mich ganz interessant, da mir einiges nicht mehr so präsent war. In dem zurückliegenden Jahr ist eine ganze Menge passiert!

In welchem Monat habe ich viel oder wenig gelesen und was habe ich sonst noch so in welchem Monat gemacht?

Dementsprechend habe ich die Jahresübersicht für 2018 angepasst und um ein paar Daten ergänzt.

Zahlen bitte!

BücherSeiten
Januar144.860
Februar207.342
März145.298
April146.457
Mai72.334
Juni114.395
Juli145.665
August41.864
September62.244
Oktober61.684
November52.227
Dezember83.337
Summe12347.707

Im schlechtesten Lesemonat habe ich 1.684 Seiten gelesen (6 Bücher). Im besten Lesemonat habe ich 7.342 Seiten gelesen (20 Bücher). Im Schnitt waren es grob 3.976 Seiten pro Monat und ein Buch hatte im Schnitt 387 Seiten.

1.693 Seiten von 47.707 waren englisch (was weniger ist, als ich dachte)

Das dünnste Buch hatte 66 und das dickste 652 Seiten.

Ist das alles wichtig? Nein eigentlich nicht, ich habe mir am Anfang des Jahres kein Leseziel gesetzt und lesen ist ja auch kein Wettkampf. Ich habe einfach gelesen, wenn ich Zeit hatte und es mir Spaß gemacht hat.

Ich war lediglich neugierig was ich über das Jahr gesehen so gelesen habe.

Jahresrückblick

Der Blog hat im Laufe des Jahres mit einem Windows Server (VPS – Virtual Private Server) begonnen, der mir dann in Kombination mit WordPress zu langsam geworden ist. Ich habe dann auf einen Linux Server VPS gewechselt und aufgrund Angebotes später auf ein anderen Server beim gleichen Anbieter gewechselt, was aber einen weiteren Umzug nach sich gezogen hat. Das bedeutet, dass der Blog in diesem Jahr entstanden und schon 2x umgezogen ist.

Das erklärt auch, dass meine “Leseleistungen” teilweise deutlich geschwankt haben, da ich mir das Wissen erst aneignen musste.

Das Wissen einen Linux Server einzurichten und zu betreiben und zwar mit allem was dazugehört, von Letscrypt Zertifikaten, Backups, WordPress, Mailserver usw.

Das Wissen für den Blog war teilweise bereits vorhanden, wenn auch in kleinerem Umfang. Zusätzlich musste ich mich – wie alle Blogger – kurz nach dem Start des Blogs mit der DSGVO rumschlagen, die aber auch ihr humorvollen Seiten hatte.

Im April habe ich damit begonnen an der Montagsfrage teilzunehmen, im Juni habe ich mit einer Serie von Reiseberichten begonnen, im Juli hat mich der Hikingvirus (oder vielleicht auch der Auszeitvirus) in Form des Buches Der Große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst erwischt – obwohl ich den Film dazu bereits kannte. In der Folge habe ich diverse Bücher und Blogs zu dem Thema gelesen.

Anschließend habe ich weiter recherchiert und angefangen das Thema theoretisch durchzuspielen (siehe auch hier). Hintergrundberichte geschrieben, Ausrüstung gekauft, testgewandert und irgendwann einen Permit und ein Visum beantragt und beim Arbeitgeber um ein halbes Jahr Auszeit gebeten. Aktuell hat der zu rund 75% zugestimmt aber in Schriftform habe ich noch nichts (die finale Zustimmung steht also noch aus).

Mit dem Interesse für den Pacific Crest Trail (PCT) habe ich auch deutlich mehr Reiseliteratur gelesen, da der Pacific Crest Trail ja nur eine Form der Auszeit oder des Reisens ist.

Im August habe ich mich den Leselaunen angeschlossen.

Zusätzlich sind einige Quartalsrückblicke entstanden:

Der Blog selbst hat in diesem Jahr einen Designwechsel vollzogen. Insgesamt bin ich aber gerade ganz zufrieden so wie es ist. Der Server läuft aktuell <auf Holz kopft> auch ganz rund, nachdem es zwischendurch so einige Performazprobleme bei meinem Provider gab, nachdem ich den Server vorher maximal optimiert hatte.

In den ersten 9 Monaten Blog war knapp 14.000 Besucher hier. Danke dafür, ansonsten wäre der Blog auch ziemlich sinnlos. Damit gehört der Blog natürlich zu den ganz kleinen Fischen.

Insgesamt wäre etwas mehr Feedback bzw. Interaktion auf dem Blog noch schön, aber was will man nach so kurzer Zeit erwarten. 😉

Mit Verlagen hatte ich bisher kaum Kontakt aber einige Autoren habe ich angeschrieben. Das hätte ich aber auch unabhängig vom Blog getan. Einige Autoren sind sehr kommunikativ, andere weniger.

Als Autoren habe ich für mich dieses Jahr ganz besonders entdeckt: Sabine Schulter, Jennifer Armentrout und Johanna Benden. Ich kann die Bücher dieser Autoren absolut empfehlen (nicht alle, aber das seht ihr ja in meinen Rezis).

Wie war euer (Blog)jahr? Was hat sich bei euch so alles getan? Ist bei euch alles so gelaufen wie es sollte oder eher nicht?

Ansonsten wünsche ich euch schon mal einen guten Rutsch und ein schönes, erfolgreiches 2019 und vor allem Gesundheit!

USA Visaantrag Ablauf / Interview im Konsulat

Da ich mich ja gerade mit dem Thema Thru-Hike in den USA beschäftige, hatte ich heute das Vergnügen den letzten Schritt bei einem Visumsantrag zu gehen. Aber der Reihe nach:

Wenn man über einen längere Zeit in den USA bleiben möchte (mehr als 90 Tage am Stück), dann reicht das ESTA “Visum” nicht aus. Stattdessen benötigt man ein B2-Visum für touristische Zwecke oder ein Geschäftsvisum B1. Oft werden die beiden aber kombiniert vergeben.

Damit darf man bis zu einem halben Jahr in den USA bleiben (das kann man auch noch mal verlängern lassen um ein halbes Jahr). Das Visum muss aber keinesfalls für ein halbes Jahr gewährt werden. Es gibt also nicht nur die Möglichkeit genehmigt, nicht genehmigt, sondern auch nur z.B. x Tage genehmigt.

Onlineantrag

Der erste Schritt um ein derartiges Visum zu bekommen ist den DS-160 Antrag auszufüllen. Das kann Online erfolgen und wird von einem beauftragten Dienstleister durchgeführt. Dafür benötigt man ein aktuelles Foto von sich was bestimmten Ansprüchen genügen muss. Man benötigt aber abweichend von den Angaben des Konsulates keine Printausgabe des Fotos. Wenn das Foto zu alt ist, kann man sogar im Konsulat noch mal welche erstellen lassen (da waren zwei Automaten für Passfotos).

Wenn man den Antrag komplett ausgefüllt hat wird eine Nummer generiert. Diese Nummer mit Barcode muss man ausdrucken. Das Blatt benötigt man später beim Interview, dazu später mehr.

Achtung: Der Antrag wird schon mit Bezug auf ein bestimmtes Konsulat ausgefüllt. D.h. am Anfang sollte man aufpassen was man auswählt.

Während des Antrages werden z.B. die Geburtsdaten der Eltern abgefragt und auch die letzten 5 tagesgenauen Besuche in den USA.

Im Dezember 2018 war es so, dass das Formular nicht bei 20 Minuten Inaktivität ablief, sondern auch einfach während man es bedient hat (obwohl das eigentlich nur bei Inaktivität passieren sollte). D.h. nach Ablauf der 20 Minuten wird ein Fenster göffnet, das man innerhalb einer Minute bestätigen muss. Wenn nicht, dann fliegt man raus. Wenn man also zwischendurch in einem anderen Programm irgendwelche Daten nachgeschaut hat, konnte es sein, dass die Sitzung abgelaufen ist, obwohl man 4 Minuten vorher noch im Formular gearbeitet hat. Das hieß dann für mich einmal von vorne anfangen, nachdem ich meine letzten USA Reisen erst mal nachschauen musste. Zwischendurch mal Speichern schadet also nicht.

Bei mir hat das Formular auch nicht in allen Browsern funktioniert. Falls es also klemmt, einfach mal einen anderen Browser testen.

Insgesamt muss man massenhaft Informationen angeben. Die üblichen Fragen, ob man Terrorist ist oder welche fördert genauso wie Fragen nach Eltern, bekannten in den USA, Kontaktpersonen, Krankheiten oder Beruf.

Terminvereinbarung

Im zweiten Schritt muss man diverse Daten bei einer anderen Webadresse noch mal eintragen, die man bereits in Antragsformular eingegeben hat. Lustig ist dann noch, dass man sogar noch ermahnt wird, dass man darauf achten soll, dass die Angaben übereinstimmen.

Sobald man auch dort alle Angaben vervollständigt hat, muss man dann bezahlen 160$. Die 160$ ist man in jedem Fall los, auch wenn das Visum nicht genehmigt wird.

Das Visum wird einem zusammen mit dem Reisepass (den gibt man ab beim Interview) entweder zugestellt oder man muss es abholen. Ich hatte das Glück, dass man aktuell gerade den Logistikpartner von DHL auf UPS umstellt (ob das an H. Trump liegt – muss ja alles USA sein nun). D.h. während meines Antrags konnte ich DHL nicht auswählen (die Zustellung war wohl bisher kostenlos). Nach dem Interview konnte ich dann UPS auswählen und musste noch mal 18€ bezahlen. Ich vermute, dass der ein oder andere das nicht auf dem Schirm hatte und sich später wundern wird, warum der Pass und das Visum nicht kommen. So ganz eindeutig war bis vor ein paar Tagen die Information bzgl. des neuen Ablaufes nicht.

Auf der Seite stand lediglich, dass eine Umstellung erfolgt und man erst nach der Umstellung den Zusteller auswählen kann. Ich vermute, wenn man das nicht rechtzeitig macht, dann darf man erneut zur Mailbox in Frankfurt gondeln, um den Pass und das Visum abzuholen. Ich kann mir zumindest nicht so recht vorstellen, dass die 18€ vom Konsulat bezahlt werden, wen man es nicht selber macht.

Die Termine lagen alle im Bereich zwischen 7:00 und 8:30, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Je nach Tag waren unterschiedliche Zeitfenster im Angebot. Für das nächste Jahr war das Fenster noch mal deutlich kleiner. D.h. die späteren Zeiten gab es im Dialog überhaupt nicht mehr. Es werden scheinbar 10 Leute alle 15 Minuten eingeladen, wenn die Ziffer neben dem Termin die Zahl der freien Plätze symbolisiert hat. Das ist aber nur eine Vermutung

Die Anfahrt

Ich hatte heute um 8:30 meinen Interviewtermin. Somit bin ich 5:10 aufgestanden, um rechtzeitig anzukommen. Eigentlich fahre ich 1,5 Stunden nach Frankfurt ohne Stau aber in der Woche gibt es das ja quasi nie. Bis ca. 80km vor Frankfurt dachte ich noch “wow ich bin um 7:30 da, statt 8:30 – da war ich ja wieder viel zu pessimistisch”. Das hat sich dann recht plötzlich geändert, als mein Navi diverse Hiobsmeldungen ausgespuckt hat.

Ich war dann fast genau pünktlich um 8:30 vor Ort. Der Parkplatz beim Konsulat ist übrigens nicht für Besucher, sondern ausschließlich für Angestellte. Wobei das offenbar diverse Antragsteller nicht gestört hat. Aber die Parkplätze entlang der Straße sind kostenlos, wenn man denn einen bekommt.

Bevor man ins Gebäude kommt, muss man die ausgedruckte Terminbestätigung an einem Schalter zeigen (linke Schlange draußen). Dabei wird der Reisepass mit diversen Aufklebern zugekleistert.

Anschließend darf man sich in der rechten Reihe anstellen, wo man Habseligkeiten wie Gürtel, Uhr, Handy (das sollte man lt. Regularien eigentlich überhaupt nicht dabei haben, aber ausschalten ist offenbar auch ok) reinsteckt.

Meine Schlüssel, das Portmonnaie mussten nicht in die Tüte. Anschließend wird man in kleinen Grüppchen in das Gebäude gelassen und dann gibt es die gleiche Kontrolle wie im Flughafen beim Handgepäck.

Der Wartebereich vor dem Gebäude ist teilweise überdacht und es gibt auch ein paar Heizstrahler.

Das Interview

Aus dem Gebäude tigert dann raus in das nächste Gebäude. Dort gibt es einen Check In (den kann man sich eigentlich sparen – die gute Frau hat mir nur gesagt, dass man sich in der direkt daneben befindlichen Schlange anstellen muss aber das hängt wohl vom Visumstyp ab).

Nachdem man sich durch die erste Warteschlange durchgearbeitet hat, werden per Scanner die Fingerabdrücke von allen 10 Fingern abgenommen. An dem Schalter wurde ich zum ersten Mal gefragt was der Zweck meines Visums ist. Als ich dann gesagt habe, dass ich den Pacific Crest Trail wandern würde meinte die Angestellte dann, dass sie das auch gerne machen würde. Ob es ernst gemeint war weiß ich nicht, aber ich hatte zumindest den Eindruck. Anschließend hat sich dann noch gefragt wie weit ich wandern möchte und wie lange es dauert.

Anschließend geht es dann zur nächsten Schlange, wo dann noch mal geprüft wird, ab die linken 4 Finger (ohne Daumen), die soeben abgenommen wurden auch erkannt werden.

Wenn man diese Schlange auch übernommen hat, gibt es weitere 5 Bereiche – 3 ohne expliziten Nummernaufruf und zwei mit Nummern, Sitzplätzen und einer Anzeige, auf der immer die nächste Nummer angezeigt wird. Nach welchem System wir dann auf die Bereiche verteilt wurden, konnte ich nicht nachvollziehen. Ein Bereich war für die dauerhafte Einwanderung. Den Unterschied zwischen den 4 anderen Bereichen konnte ich nicht so ganz nachvollziehen abseits davon, dass in einem Bereich nach Nummern aufgerufen wurde.

Für das Interview hatte ich mich vorher gut vorbereitet. Man muss den zweck seiner Reise belegen und glaubhaft machen, dass man nicht dauerhaft einwandern will. Dafür gab es einige Tipps im Netz und auch vom Konsulat wurden einige Dokumente als Voraussetzung eingefordert. Beispielsweise die letzten 3 Gehaltsabrechnungen, ein aktueller Kontoauszug. In meinem Fall hatte ich das Permit (also die Erlaubnis den Pacific Crest Trail wandern zu dürfen) und eine Karte des PCT mitgenommen.

Ich stehe also erwartungsvoll vor dem Schalter um mit der nötigen Inbrunst mein Ziel darzulegen. Ich musste anschließend ganze drei Fragen beantworten:

  1. Was ist der Zweck ihrer Reise? Den Pacific Crest Trail Hiken
  2. Wie viel haben sie gespart? Summe x
  3. Welchen Beruf haben Sie? IT Consultant

Das war’s. Die hat sich weder Gehaltsabrechnungen, noch den Kontoauszug angeschaut. Meinen Hinweis, dass ich ihr das ich ich meinen Kontostand nicht nur sagen, sondern auch zeigen kann, hat die recht junge Mitarbeiterin abgetan mit nicht nötig. Nach den drei Fragen hat sie dann gesagt, dass das Visum genehmigt ist.

Da fragt man sich schon, welche Daten da im Hintergrund alle zur Verfügung stehen bzw. genutzt werden und ob die Entscheidung wirklich vor Ort in dem Moment getroffen wird, oder mehr oder weniger schon vorher fest steht.

In der Halle gibt es übrigens Toiletten (wenn auch nicht gerade viele) und auch Getränke und Snacks zu Flughafenpreisen (z.B. 3€ für eine 0,5er Cola). Man darf aber auch Getränke mitbringen.

Fazit:

Alle Mitarbeiter waren sehr nett und die meisten haben sogar deutsch gesprochen. Lediglich die Security und die Dame, die die Fingerabdrücke kontrolliert hat nicht. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Jemand der ein halbes Jahr in den USA leben will, sollte ja gewisse Grundkenntnisse der englischen Sprache haben.

Jetzt sollte in den nächsten Tagen der Reisepass und das Visum per UPS kommen – ich bin gespannt, ob es klappt.

Der ganze Prozess ist superbürokratisch. Da stehen uns die Amerikaner nicht nach! Im Konsulat war ich nur etwas mehr als eine Stunde. Die Fahrerei hat gute 4,5 Stunden gedauert. Die Fragen waren mehr oder weniger überflüssig. Was ich in den USA will stand im Antrag. Wie viel ich gespart habe, hätte man auch dort abfragen können und der Beruf wurde eh im Formular abgefragt.

Es gab aber auch Leute bei denen das Interview deutlich ausführlicher ausgefallen ist. Daher meine Annahme, dass vor dem Interviews auch schon eine Vorprüfung / Kategorisierung erfolgt.

Ich war übrigens leicht überrascht. In der ganzen Halle gab es nur eine amerikanische Fahne. Ich hatte da mit mehr Patriotismus gerechnet. Es gab aber diverse Werbebilder und auch einige Werbefilme für Aktivitäten und die Natur.

Pacific Crest Trail Permit / Bewerbgungsprozess

Noch mal ein Eintrag zum PCT. Heute um 19:30 deutscher Zeit hat der Anmeldeprozess für den PCT begonnen. In der ersten Welle wurden 35 Plätze pro Tag vergeben. Die restlichen 15 Plätze pro Tag werden im Januar vergeben. Es dürfen also pro Tag maximal 50 Leute starten. Was schon relativ viel ist, denn die müssen ja alle auch irgendwo entlang des Trails campen.

Dieses Jahr gab es bei der Bewerbung zum ersten Mal ein Warteschlangensystem. Der Nachteil an dem System war, dass es das reinste Lotto war. Wenn man vor der Startzeit in der Warteschlange war, hat man um 10:30 einen zufälligen Platz in der Schlange bekommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits rund 4000 Plätze lang war. Nach anderthalb Stunden war der April quasi komplett ausgebucht. Wenn man die belegten Plätze pro Tag mit der Anzahl der Warteschlangenplätze vergleicht, konnte man aber erkennen, dass viele Leute mehrfach in der Warteschlange waren um ihre Chancen zu erhöhen. Ich hatte Platz 960 in der schlange und im April bis auf zwei Tage noch die volle Auswahl. Das war aber auch der Punkt wo es langsam kritisch wurde.

Der Prozess lief aber unglaublich gut und glatt. Da muss man der Parkverwaltung oder auch einem evtl. externen Dienstleister großes Lob aussprechen. Ich hatte mir den Prozess deutlich holpriger vorgestellt.

Nachdem ich dann meine Bewerbung platziert hatte, sah es schon so aus:

Um 21:00 war dann quasi der ganze April rot, gegen 21:15 auch der halbe März und die erste Maiwoche. Im Bereich von 21:15 wäre man mit Platz 3xxx gelandet. Ab 21:30 waren die halbwegs realistischen Starttage weg. Um 21:45 ist der Mai zur Hälfte weg und der März fast vollständig.

Da die Queue später auf 6000 hoch ging, werden da einige bei der Anmeldung entweder deutlich von ihrem echten Startdatum abgewichen sein oder in die Röhre geschaut haben – ich hatte es in vorherigen Beiträgen schon erläutert: Das Zeitfenster für den PCT Start ist aufgrund der Witterung während des Trails relativ eng. Mitte April stellt quasi das Optimum da (davor im südlichen PCT zu viel Schnee, danach im nördlichen PCT). Dementsprechend verteilen sich die Starttage um Mitte April. Wobei es wohl eine Tendenz zur zweiten Aprilwoche gibt, wenn man sich das oben anschaut.

Die Häufung auf dem 1. April ist auch logisch, weil viele vermutlich ab da freigestellt sind oder gekündigt haben. Ein sinnvolles Startdatum ist der 1. April aber nicht wirklich.

Ich hatte es vorher bereits vermutet aber für mich ist nun absolut klar, dass es mehr als nur ein paar Leute geben wird, die sich nicht an ihre Startzeiten halten werden. Insofern werden an einzelnen Tagen vermutlich deutlich mehr als 50 Leute pro Tag starten. Das dürfte zumindest an den Campspots am Anfang des Trails nicht gerade entspannt werden. Vermutlich eher wie bei den Brummifahrern, die abends auch immer an den Rastplätzen Schlange stehen.

Es wird vermutlich Tage geben wo eher 100 oder 150 Leute statt der geplanten 50 Leute an den Start gehen werden. Dann wird es dann vermutlich auch Kontrollen der Permits geben. Wobei ich im Buch gelesen habe, dass man den Permit am Beginn des Trails überhaupt nicht benötigt.

Der nächste Schritt für mich ist nun das Gespräch mit dem Arbeitgeber. Das werde ich nächste Woche suchen.

Harry Potter und die Magie des Lesens [Blogparade]

Der Carlsen Verlag hat eine Aktion im Kontext 20 Jahre Harry Potter gestartet. Die Bücher erscheinen dabei in einer optisch sehr ansprechenden neuen Auflage.

Gemächlicher Start

Harry Potter und ich hatten einen recht gemächlichen Start. Ich bin über die Filme zu Harry Potter gekommen. Klar hat der ein oder andere in meinem Umfeld mal von Harry Potter geschwärmt aber zuerst habe ich die Bücher als Kinderbücher abgetan (die ersten Bücher sind ja auch primär auf Kids ausgelegt).

Natürlich gab und gibt es primär bei Jungs Vorurteile gegen Harry Potter (ich kenne heute noch genügend Erwachsene Männer, die noch nie einen Blick in die Bücher geworfen haben, weil das ja “nichts für echte Kerle ist”). Nun, keine Ahnung, ob ich ein echter Kerl bin, aber die Magie hat mich unterdessen voll erwischt.

Ich habe mir das erste Buch 2004 gekauft. Der erste Band war mir aber viel zu Klischeebehaftet. Die Dursleys sind halt sehr überspitzt dargestellt und für mich ist der erste Band ein reines Kinderbuch, dass aber vor allem am Ende einen Ausblick auf das versteckte Potenzial gibt.

Den ersten Band hatte ich mir in deutsch und englisch zugelegt, weil ich eigentlich geplant hatte den englischen Band zu lesen und dann ab und an im Deutschen nachzuschlagen. Harry Potter war mein erstes englisches Buch. Da ich aber Anfangs den Fehler gemacht hatte jedes Wort nachzuschlagen, was ich nicht kenne, habe ich doch recht schnell auf die deutsche Ausgabe gewechselt.

Mein Harry Potter Jahr 2006

Mein Verlangen auf die weiteren Teile hielt sich in Grenzen nachdem ich den ersten gelesen hatte. Vor und nach erschienen dann die Filme und spätestens ab dem dritten Teil hat es mich voll erwischt. 2006 war dann mein Harry Potter Jahr. Ich habe mir das zweite Buch bestellt und das gefiel mir schon deutlich besser als der erste Band.

Dann war ich im Lesefluss und es war um mich geschehen. Ich habe alle Bände hintereinander weg gelesen außer dem letzten, weil der noch nicht erschienen war.

Auf den letzten Band war ich dann so heiß, dass ich natürlich nicht die Übersetzung abwarten konnte. Mittlerweile war ich auch ein solcher Potternerd, dass ich mir die englische Version zugetraut habe. Das war mein zweites Unterhaltungsbuch in englisch. Sobald ich das Buch hatte, habe ich es verschlungen. Ich habe ab und an mal ein Wort nachgeschlagen aber der Sinn erschließt sich auch so.

HaD Projekt

Danach habe ich dann noch am Harry Potter auf Deutsch Projekt mitgemacht. Das war ein Projekt was von Carlsen erlaubt war. Die Idee war, dass viele Fans das Buch in Auszügen übersetzten. Von jeder Seite gab es mehrere Übersetzungen, die bereits von anderen Projektteilnehmern mit Kommentaren versehen wurden. All diese Versionen wurden dann wieder zusammengefasst und in eine sprachlich durchgängige Version überführt. Das Ziel war die Version vor der offiziellen Buchübersetzung fertig zu übersetzen. Wenn ich mich recht erinnere hat das zumindest mit der 1. Version funktioniert, die dann aber noch überarbeitet wurde. Danke übrigens noch Mal an den Verlag, der diese Aktion erst möglich gemacht hat. Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich geärgert, dass ich nicht schon vorher teilgenommen habe.

Lesemarathon

Im Studium habe ich dann noch mal einen Lesemarathon eingelegt und alle Teile am Stück in weniger als zwei Wochen gelesen. Ich liebe es so in eine Welt eintauchen zu können. Mir geht es dann so, dass ich sogar davon Träume (von was auch sonst, wenn man sich den ganzen Tag damit beschäftigt). Aktuell habe ich die Bücher 3x gelesen und vermutlich nicht zum letzten Mal.

Harry hat mir also mehrfach schöne Stunden und Auszeiten beschert. Es ist toll, wenn man in eine Welt so abtauchen kann. Zusätzlich haben die Filme dafür gesorgt, dass Harry Potter ein absolutes Massenphänomen wurde. Die filmische Umsetzung ist meiner Meinung nach toll gelungen.

Die Auswirkungen

Aus meiner Sicht hat Harry Potter eine ganze Menge für die buchige Welt getan. Viele Menschen haben das lesen wiedergefunden oder neu entdeckt. Etwas problematisch ist halt, dass viele Autoren versuchen auf solche Erfolgszüge aufzuspringen und man nach einer erfolgreichen Serie oft viele Nachahmungen liest. Aber das ist ja auch eine Form der Verehrung.

Genauso habe ich die Kritik der Kirche empfunden und von den Fanatikern, die meinten, dass sie die Bücher verbrennen müssen, weil die sich mit Magie und Zauberei beschäftigen. Ich denke es gibt wirklich sehr wenige Bücher die es verdienen, dass man sie Verbrennt. Harry Potter gehört definitiv nicht dazu, ganz im Gegenteil. Es zeigt aber zumindest wie erfolgreich Harry Potter war. Denn Erfolg ruft Neider hervor und auch verrückte kommen aus ihren Löchern. 😉

Falls ihr euch auf für die Filme interessiert. Hier findet ihr einen Reisebericht zu London und einige Bilder zu den Studios, in denen Harry Potter gedreht wurde. Die Bücher habe ich hier rezensiert. Aber wer benötigt dazu schon eine Rezension? Wer sie noch nicht gelesen hat, sollte das dringend nachholen und wer sie kennt findet sie hoffentlich toll.

Was macht Harry Potter für mich aus?

Harry Potter hat viele tolle Aspekte. Ich mag es, dass wir Harry während seiner ganzen Schulzeit erleben. Der Rhythmus der Schuljahre gibt den groben Rahmen vor. Man erlebt in jedem Buch alle Jahreszeiten und ständig neue Abenteuer. Es gibt zauberhafte Magische Kreaturen (J.K. Rowling hat sich da wirklich überall bedient).

Das die Geschichte vermeintlich in der realen Welt spielt, erhöht die Identifikation deutlich. Man kann die Orte besuchen. Man steht auf dem Bahnhof oder an anderen Orten und kann die Fantasie spielen lassen. Wer weiß. Vielleicht sind wir ja wirklich Muggel? 🙂

Harry (wie auch viele Leser) wird erwachsen und muss sich mehr behaupten, als die meisten anderen Personen es in ihrem ganzen Leben tun müssen.

Es geht um tiefe und absolut erstrebenswerte Freundschaften, ein wenig auch um Liebe und ganz viele Abenteuer. Es geht aber auch um lebensbedrohliche Situationen, in die wir hoffentlich nie selber geraten.

Fazit:

Mich hat die Harry Potter Serie zuerst über die Filme in ihren Bann bezogen. Nach einem gemächlichen Start hat es mich dann aber voll erwischt. Die Harry Potter Serie hat dafür gesorgt, dass ich mich heute deutlich eher mal an ein englisches Buch traue, weil ich die Übersetzung nicht abwarten kann. Vor Harry Potter war ich auch nicht besonders interessiert an Büchern aus dem Bereich Fantasy. Heute lese ich überwiegend in dem Bereich. So können sich die Gewohnheiten ändern.

Und so geht es nicht nur mir, sondern auch Millionen von Kindern, die durch Harry Potter in die Welt des lesen eingetaucht sind. Ich habe vorher bereits eine ganze Menge gelesen, aber Harry Potter hat mir wieder vor Augen geführt, wie toll es sein kann in die (magische) Welt von Büchern einzutauchen.

Meine Harry Potter Kaufhistorie:

Ich habe mich dabei nur auf die Bücher konzentriert. Ich habe jeweils das Bestelldatum angegeben (außer beim letzten Teil, weil ich das bereits im Dezember 2006 bestellt habe)

Buch 1 06.08.2004 Deutsch / Englisch
Buch 2 07.05.2006
Buch 3 07.05.2006
Buch 4 14.05.2006
Buch 5 14.05.2006
Buch 6 23.05.2006
Buch 7 27.09.2007

Die Filme habe ich alle mindestens 2x gekauft. Zuerst auf DVD und dann auf Blu Ray. Die Hörbücher habe ich verschenkt und dann dem Besuch in Leavesden habe ich sogar ein wenig Mechandisingzeug (einen Hogwarts Schal und Every Flavor Beans – die schmecken wirklich teilweise sehr seltsam – um es mal vorsichtig auszudrücken).

Jetzt fehlt noch der Besuch im Theme Park in Orlando. Aber der kommt noch, ich warte noch bis Disney den Star Wars Teil fertig hat, dann stehen Harry und Star Wars auf dem Programm.

Infos zur Aktion:

DIE WICHTIGSTEN FAKTEN ZUR BLOGPARADE IM ÜBERBLICK

Thema: Blogparade “Harry Potter und die Magie des Lesens – Wie Harry Potter (meine) Kinder zu Lesern macht”

Zeitraum: 1. September bis 30. September 2018

So nimmst Du teil:

  • Du hast einen eigenen Kanal und schreibst/drehst einen Beitrag zum genannten Thema
  • Du nennst und verlinkst diese Seite in Deinem Beitrag
  • Du nutzt eine der beiden unten aufgeführten Grafiken in Deinem Beitrag
  • Du verwendest den Hashtag #20yearsofmagicde
  • Du meldest Deinen Beitrag an blogger@carlsen.de
  • Wir sammeln und verlinken alle Beiträge und werden diese auf 20yearsofmagic.de veröffentlichen.

 

Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Achtung, es folgt große Tabelle, lasst euch nicht davon erschlagen. Man erkennt an der Tabelle aber ganz gut, warum einige auch von einer logistischen Leistung sprechen und der Trail auch was für Planer ist.

Man darf nicht vergessen, dass die Folgende Tabelle eine Planung für gut 5 Monate enthält. Wenn ihr sämtliche Einkäufe von 5 Monaten vorher planen würdet, käme ja auch einiges zusammen. Das sieht also viel schlimmer aus als es ist.

Ich versuche die diversen Farben und Informationen in der Tabelle nach und nach zu erklären. Fühlt sich gerade noch jemand an Geld oder Liebe mit Jürgen von der Lippe erinnerst? Nein? Ok, dann seid ihr nicht alt genug oder habt das nie geschaut. 😉

Die Spalte Location steht – logisch – für den den Ort an dem man sich befindet.

Die Spalte Trail Miles distance gibt die Position auf dem Trail wieder. Zusätzlich ist die Spalte in dem Bereich gelb markiert, in dem einen Bärenkanister benötigt (zum Thema Ausrüstung siehe auch hier). Das ist ein Kanister, in dem Essen und Nahrung bärensicher untergebracht sind.

Trail km distance gibt die vorherige Spalte in km wieder. Zusätzlich ist die Spalte gelb markiert in Bereichen in denen man mit Ungeziefer rechnen muss. Das bedeutet mindestens ein Kopfnetz dabei haben und Deet. Zusätzlich ist lange Kleidung, am besten auch gegen Ungeziefer behandelt, hilfreich. Unter Ungeziefer fallen alle Insekten, die einen attackieren. Von Mücken, über Fliegen (nicht die harmlosen wie bei uns) über Zecken. Orange sind bereiche, in denen das Ungeziefer noch lästiger ist.

Die Distance from Last Resupply bezieht sich auf die Spalte Tage Essen. Immer wenn dort eine Zahl steht, ist das die Essensmenge in Tagen, die an dem Ort mitgenommen wird. Zusätzlich ist die Spalte türkis markiert in den Bereichen in den oft Mikrospikes, Crampons oder eine Eisaxt benötigt werden. Zum Essen kann man auf den ersten paar hundert Kilometern bis zu 7l Wasser und das Basisgewicht addieren. Da sind spielend 15-20kg zusammen. Später auf dem Trail kommt man dann oft auch mit 2l Wasser aus.

Die rote Markierung in der Spalte distance from trail bedeutet, dass man sich dort keine bounce box – also eine Box hinschicken sollte, in der man Nachschub wie Zeltheringe, Socken, Sonnencreme, Zahnpasta usw. hat. Also alles Dinge, die man nicht täglich benötigt. Diese Box öffnet man, legt etwas hinein, entnimmt etwas und schickt sie dann weiter. An den rot markierten Stellen ist der Versand nicht möglich. Wo ich die Bounce Box eingeplant habe erkennt man an den braunen Markierungen im Bereich Gas.

In Warner Springs wird z.B. Essen für 4,5 Tage mitgenommen. Die Spalte M(ail) / B(uy) bedeutet, dass im Falle von B(uy) vor Ort Essen gekauft wird. M(ail) bedeutet, dass das Angebot vor Ort zu eingeschränkt ist oder das Essen einfach sehr teuer ist und man sich vorher ein Paket an die Stelle schicken muss. Die Maildrops sind grün eingefärbt. Das Packen und Verschicken von den Paketen erfolgt immer dann, wenn in der Spalte Location die Hintergrundfarbe hellgrün ist. In Camp packt man z.B. alle Pakete für M1 Maildrops – d.h. für Warner Springs und Kennedy Meadows. Wenn in der Spalte zwar M(ail) / B(uy) steht aber dahinter keine Tage, dann habe ich dort keinen Resupply geplant, M(ail) / B(uy) ist aber die Empfehlung von anderen Hikern.

Die Spalte Distance vom Trail gibt an wie weit vom Trail weg der Resupply Point ist. Oft muss man per Anhalter fahren, weil die Entfernungen einfach zu groß zum laufen sind. Zumal man auf dem Trail viel Weicher läuft als auf einer Straße und auch die Schuhe keine Schuhe sind, die für Straßen gedacht sind.

Gas bedeutet, dass man Gaskanister für den Kocher bekommt. Bei Supermarkt bedeutet das große X einen echten Supermarkt (roter Hintergrund), das kleine x mit orangem Hintergrund einen mittelgroßen Laden und das kleine x in schwarz einen kleinen Laden.

Outdoor bedeutet, dass es dort einen Laden für Hikernachausrüstung gibt, in dem man z.B. Schuhe oder andere Ausrüstungsteile nachkaufen kann.

Laundry bedeutet, dass man dort die Wäsche reinigen kann. Shower bedeutet, dass man dort Duschen kann und ATM, dass es einen Geldautomaten gibt. Klammern bedeuten jeweils Eingschränkungen (z.B. nur für zahlende Gäste oder vergleichbar).

Der Grobzeitverlauf gibt an wann man in etwa wo sein muss, damit man den PCT in einem Thru-Hike bewältigen kann, bevor es zu kalt wird. Man erkennt also, wenn man nicht gerade in Rekordgeschwindigkeit den PCT angeht (um die 60 Tage sind möglich, wenn man WIRKLICH fit und den PCT schon mal gelaufen ist), dann ist das Zeitfenster relativ knapp. Die Eckdaten sind:  Die Sierras sind erst im Bereich von Anfang oder besser Mitte Juni zu überqueren, weil dort sonst auf den Pässen viel Schnee liegt. Desto mehr Schnee bereits getaut ist, desto mehr Wasser gibt es in den Flüssen, die man Queren muss (Queren bedeutet, dass man durch den Fluss laufen muss – das kann je nach Strömung anspruchsvoll bis gefährlich sein). Zusätzlich nehmen dann die Mücken deutlich zu. Wenn man zu Spät ankommt, dann liegt Schnee. Ende September schon nicht mehr sicher, dass man den Trail beenden kann.

Zero bedeutet einen Ruhetag einlegen – also so etwas wie Wochenende. Nur das man als Hiker an diesen Tagen oft sehr beschäftigt ist, um Nahrung und Ausrüstung für den weiteren Weg zu Organisieren. Da ich gerade dabei bin: Ein Nero ist ein near zero also ein Tag an dem man sehr wenig läuft. In der Spalte Zero sind grün markiert die Orte, an denen mehr als >30% der Hiker eine Pause einlegen. Gelb markiert sind die Orte, an denen 10-<=30% der Hiker eine Pause eingelegt haben.

Wie ihr an der Gesamtsumme der Essenstage, an dem Grobzeitverlauf und an den Zeros erkennt, geht das nicht ganz auf. Man muss sich aber eh bewusst machen, dass so ein Plan als Vorbereitung sehr hilfreich ist, aber es auf dem Trail Massenhaft gründe geben kann davon abzuweichen. Es geht einem nicht gut. Man muss sich ausruhen. Man hiked gerade in einer Gruppe mit der man sich gut versteht usw. Daher ist ein Plan nur als sehr grober Rahmen zu verstehen. Der Vorteil, wenn man so einen Plan erstellt ist aber, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und danach deutlich besser einordnen kann was einen erwartet.

Die Strategie ist übrigens nicht meine Idee. Ich habe mehrere Quellen genutzt und das daraus abgemischt was ihr hier seht. Es gibt auch nicht DIE richtige Strategie. Jeder Hike ist anders. Wichtig ist nur, dass man nicht irgendwo im nirgendwo ohne Essen und Nahrung steht und noch 50km laufen muss.

LocationTrail Miles
distance
Trail km distanceDistance from
last Resupply
distance from
trail
GasSuperm.Outd.LaundryShowerATMMail
Buy
Tage
Essen
GrobzeitverlaufZero
Campo1,421.40xxxB1,521. Apr
Lake Maurena20200xxxxB1,522. Apr
Mt Laguna41,56721,50,4xxxB2,523. Apr1,0
Julian7712413xxxB
Warner Springs109,517632,51,2xxM14,526. Apr1,0
Paradise Cafe151,92441M
Idyllwild (Pines-to-Palms Hwy)151,924419B
Idyllwild (Devil’s Slide Trail)179,428969,92,6xxx(x)xxB501. Mai1,0
Cabazon209,53374,5
Big Bear City (Highway 18)266,142886,75xXxxB4,507. Mai1,0
Cajon Pass34255075,90,4xB1,5
Wrightwood (Acorn Trail)363,458521,43,6xXx(x)xxB4,513. Mai
Wrightwood (Highway 2)369,45945,5B
Agua Dulce / The Saufleys454,573191,10x(x)(x)xxxB1,519. Mai1,0
The Andersons478769
Lake Hughes485,778231,22,3xxB4,5
Hikertown Hostel517,68330.25xxM
Tehachapi – Tehachapi Willow Springs Road558,58999xXxxxB24. Mai
Mojave – Highway 58566,591280,811xXxxB7,51,0
Onyx652104917x
Kennedy Meadows702,21130135,70,7xxxxxM26,501. Jun1,0
Lone Pine  (Trail Pass)745,3119920xxxxxx
Independence – Kearsage Pass788,9127013xxx(x)xx
Bishop – Kearsage Pass788,91270103,755xXxxxxB509. Jun1,0
Muir Trail Ranch857,713801.5x
Vermillion Valley Resort878,8141489,95xxxxM21,516. Jun
Mammoth Lakes906,7145927,98 (Bus)xXxxxxB218. Jun1,0
Tuolumne Meadows942,5151735,80xx(x)B421. Jun
Lee Vining1019,2164057xxxxx
Kennedy Mdw (Sonora Pass Hwy 108)1016,9163774,411xxxxM3425. Jun
Sonora Pass Resupply1019,716410
Echo Lake Resort1092,317580xB
South Lake Tahoe1092,3175875,49xXxxxxB330. Jun
Soda Springs1153,418563,4x(x)xB
Truckee1153,4185661,18xXxxx204. Jun
Sierra City1195,41924421.5xxxxM34,506. Jul1,0
Quincy1267,1203912XxxxxB
Belden1286,8207191,4xxxxM34,510. Jul
Chester1331,321438xxxxB
Drakesbad Guest Ranch1349,721720.5x
Hat Creek (Old Station PO)1373,4221086,60,4xxxB215. Jul
Burney1411,3227137,97XxxB4,518. Jul1,0
Burney Falls State Park14192284xM
Mt Shasta1501,2241689,912xXxxxB4,5
Dunsmuir1501,224164,5xxx21. Jul1,0
Castella1501,224162,5xxx
Etna1599,7257498,510,4xxxxB4,526. Jul1,0
Seiad Valley1655,9266556,20xxxxB330. Jul
Callahans1718,727661xxM
Ashland1718,7276662,813xXxxxB503. Aug1,5
Green Springs Inn1735,427931,8
Hyatt Lake Resort1742,728051,4x
Fish Lake Resort1773,428541.25xx
Crater Lake P.O.1820,92930102,24M4408. Aug
Mazama Village Store – Crater Lake1820,929300,8xxxxx
Shelter Cove Resort1906,6306885,71,4xxxxM4412. Aug1,0
Elk Lake Resort1952,631421x
Sisters Mc Kenzie Pass1983,8319315xXxxxxB
Bend Mc Kenzie Pass1983,8319337xXxxxB
Big Lake Youth Camp1995,1321188,50,7xM44,516. Aug
Olallie Lake2066,233250x
Timberline Lodge20973375101,90(x)xxM42,5
Cascade Locks2146,9345549,90xxxxxB423. Aug1,0
Trout Lake2228,935878213x(x)xM53
White Pass2294,93693660.5xxxxM54,531. Aug1,0
Snoqualmie Pass2393,1385198,20,3x(x)xM5305. Sep1,0
Stevens Pass / Skykomish2464,139667116xxM5510. Sep
Dinsmores2461,1396124xx
Stehekin2571,94139107,811,1 BusxxxM54,515. Sep1,0
Manning Park, BC, Canada2661,4428389,50,9xxxx20. Sep
138,520

Weitere Infos findet ihr hier:
Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen

Quellen:

 

Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung

Fire Creek Pass on the Pacific Crest Trail. Photo by Ed Pabor.

Ich hatte ja bereits angekündigt oder angedroht, dass es noch mindestens einen weiteren Beitrag zum Thema Thru-hike bzw. Pacific Crest Trial PCT gibt (aktuell sieht es aber aus, als wenn es noch mehr werden). Ich habe mir angesehen welche Ausrüstung man  mitnimmt auf einen derartigen Trail. Als Quelle dafür haben mir diverse Ausrüstunglisten von Leuten gedient, die den PCT gewandert sind und es gibt auch Zusammenfassungen, die im Rahmen von Umfragen von PCT Wanderern erhoben werden, welche Ausrüstungsgegenstände am beliebtesten waren und wie zufrieden die Leute damit waren.

Obwohl man nach einigen Tagen aussieht wie ein Obdachloser und auch so riecht (das nennt sich dann Hiker Trash), hat man durchaus Hightech Ausrüstung dabei.

Da ich im Beitrag diverse Markennamen verwende kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung, auch wenn das faktisch nicht zutrifft.

Was ist das Ziel?

Die besagten 30kg, die Cheryl Strayed in Der große Trip am Anfang auf dem Rücken hatte, sind totaler Overkill. Aber auch heute ist das Gewicht noch hoch genug. Das sogenannte Basisgewicht (also das Gewicht ohne getragene Kleidung und Verbrauchsgüter wie Wasser, Essen, Brennstoff, usw.) soll dabei möglichst minimiert werden. Die meisten Leute wandern heute mit einem Basisgewicht irgendwo im Bereich zwischen 5 und 9kg. Die Mehrzahl der erfolgreichen Thru-Hiker liegt bei einem Gewicht von <=7kg. Meine Aufstellung unten ist auf ca. 7kg ausgelegt. Wenn man noch sparsamer ist, kommt man auf ca. 5kg.

Im Selbstversuch?

Da ich mir durchaus vorstellen kann, einen derartigen Trip selber zu machen habe ich mir die Frage konkreter gestellt und mich gefragt was ich mitnehmen würde und wie schwer mein Rucksack mit der Ausrüstung ist.

Vielleicht interessiert ihr euch nicht die Bohne dafür selbst mal zu über längere Strecken ohne Hotel zu Hiken aber evtl. ist es trotzdem einfach mal ganz interessant sprichwörtlich am Wegesrand zu stehen und zu beobachten was ein Thru-Hiker heute so dabei hat.

Alle unten aufgeführten Produkte lassen sich natürlich durch Produkte anderer Hersteller ersetzen. Teilweise baut die Ausrüstung aber aufeinander auf. Ein Zelt, dass mit Hiking Stöcken aufgebaut wird, lässt sich nicht ohne errichten usw.

Die großen vierBezeichnungGewichtPreisOptional
ZeltZpacks Duplex (0,74)590700
6 HeringeZpacks  7 inch Super Sonic Stakes6617
Sack für HeringeTent Stake Sack2,56,9
SchlafsackCumulus X-LITE 400 M + hydrophobic down + Pertex Quantum Pro + 3mm Reißverschluss615452
Drybag für SchlafsackMedium Dry Bag2032,2
RucksackZpacks Arc Haul Backpack (62L) M680325
Rucksack AddonV-Top Strap1410
Rucksack Addon2x Belt Pouche4245
Rucksack Addon4x Ice Axe Loops310
Rucksack Addon8x Treckking Pole Holders (auch für Schirm nutzbar)2420
Rucksack Addon
LuftmatratzeExped Synmat HL Winter M (Gewicht mit Pack- und Pumpsack)503160
Isomatte 3mm (Schutz für Matratze)Gossamer Gear 1/8″9020
KopfkissenExped Air Pillow UL M4532
Befestung Kopfkissen an MatratzeExped – Accessory Strap UL117
Pack LinerZpacks Pack Liner Drybag5151,75
Halter für Licht an ZeltdeckeMini Carabiner37
Halter für Licht an Zeltdecke2.5″ Stick on Loop12
Halter für Kopfkissen an Matratze2.5″ Stick on Loop34
Hygiene
Zip Bag (Hygieneartikel)Noaks Bag S8
Zip Bag (benutztes Toilettenpapier)Noaks Bag L20
Optische Verpackung benutzes ToilettenpapierBig Stuff Sack10
ZahnpastaMeridol 20ml25
MinizahnspiegelFür Augentropfen / Salbe5
ZahnbürsteCuraprox 546014
Nagelklipser21
Handdesinfektion (Handsanitizer)GermFree Hand Sanitizer / Purrel Hand Snitizing Whipes75
ToilettenpapierCooleman Campers Toilet Paper50
Sonnencreme50ml in Aufbewahrungsdose zum Nachfüllen80
Schaufel für ToilettengangTheTentLab The Deuce® Original1725,5
KammJäneke Carbon-Kamm228,5
Zahnseide15
Gesundheit
Anti Zecken KarteRNK Zeckenkarte Safecard53,75
Erste Hilfe Miniseteigenbau im Noaks Bag M (Minischere, 50cm Pflaster zum zuschneiden, 2 Kompressen, Sicherheitsnadeln, 2 Verbandsrollen, Moleskin)6012
Blasenpflaster / GelpadsCompeed / Go-tac diverse Sorten26
BonbonsBalneo282,5X
MagentablettenRennie5
MagentablettenOmeprazol in Noaks Zip Loc XS20
NasentropfenOtriven Spray15X
Creme Gereizte HautPenaten Creme44X
Wunddesinfektioneine Tube Neosporin17
Poison Oak abwascheneine Tube Zanfel44
AugensalbeBephanten7
AugentropfenLac-Ophtal17
IbutablettenIbuflam 400 oder vergleichbar20
Elektronik
Zip Bag ElektroartikelNoaks Bag M13
USB Netzteil2 Port USB Charger49
SmartphoneiPhone 8148vorhanden
Schutz HandyLeder Case Apple19vorhanden
Ladekabel iPhoneStandard Apple Kabel15vorhanden
PowerbankAnker PowerCore 13000mAh Powerbank Externer Akku 2-Port 3A Tragbares Ladegerät mit PowerIQ und Voltage Boost Technologie24029,99
Tasche für HandyPhone Zip Pouch1011,4
GPS + SatellitenmessaginginReach Mini100280
Stirnlampe mit BandNitecore® NU25 USB5140
OhrhörerOriginal Apple Eearpods12vorhanden
KameraCanon G9X Mark 2206300
Micro USB KabelAnker206
Essen + Kochen
KocherSoto Windmaster6780
Gas2005
TopfEvernew Ultra Light Pot 0.9 L ECA252R11555
Löffelfreigeist Titan Spork I Göffel, Messer-Gabel-Löffel-Kombi2314
Bandana (Losen Dreck aus Wasser filtern)Unbekannt Bandana Kopftuch Halstuch Nickituch Biker Tuch Motorad Tuch verschied. Farben Paisley Muster233
Aufbewahrung EssenLarge Food Bag4340
Zip Bag Aufbewahrung MüllNoaks Bag L20
Wasseraufbereitung
2 Wasserflaschen je 1,5Liter2 Water bottles75
Faltbare Flaschen2x Platypus Platy Bottle 2L Gray7515
FilterSAWYER PRODUCTS Sawyer PointONE Squeeze SP129 Wasserfilter7055
Durchspüladapter5
Chemische FilterungMicropur Trinkzubehör1020
Adapter für SchlauchintegrationSawyer Inline Hydration Pack Adaptor2010X
AufbewahrungsbeutelGehört zum Filter14
Kleidung
Sonnenbrille / ErsatzbrilleMit Sichtkorrektur16200
Aufbewahrung KleidungPillow Dry Bag4035
DaunenjackeMountain Hardwear Ghost Whisperer Hooded Down Jacket – Men’s222225
1 Paar SockenInjinji Men’s Trail Midweight Mini Crew Toesocks5815
1 Paar SockenDarn Tough Vermont Men’s 1/4 Merino Wool Sock Light Cushion Athletic Socks – Large5515
1 Paar Socken
1 Paar SockenInjinji 2.0 Outdoor Midweight Mini Crew nuwwol Socken4024
Bandana Multi Use23
Anti Ungeziefer HemdExofficio BUGSAWAY CORFU L/S18080
Anti Ungeziefer Hose langExofficio BUGSAWAY SANDFLY PANT20080
Kurze HoseIcebreaker COOL-LITE STRIKE LITE SHORTS HERREN12349
T ShirtIcebreaker COOL-LITE STRIKE LITE SHORT SLEEVE CREWE HERREN14560
Armschutz vor SonneOutdoor Research Active Ice Sun Sleeves4020
Langarmshirt (Schlafen / Base Layer)Icebreaker MEN’S COOL-LITE SPHERE LONG SLEEVE CREWE12090
UnterhoseExofficio GIVE-N-GO BRIEF7040
Hut (Sonnenschutz)Outdoor Research Transit Sun Hat™9940
Gaiter (Schutz vor Steinen + Dreck in den Schuhen)Dirty Girl Gaiters3525
MützeZpacks Micro-Fleece Hat2720
Handschuhe (Wärme)Zpacks PossumDown Gloves4020
Für CampShamma Sandals Warriors Ultra Grip245120X
Hose (Schlafen / Base Layer)Icebreaker Oasis Leggins18075X
Schuhe (Trail Runner)La Sportiva Bushido722150
Hiking StöckeBlack Diamond Alpine Carbon Cork490148,3
Regenkleidung
RegenjackeZpacks Vertice Rain Jacket176300
RegenhoseZpacks Vertice Rain Pants105150
Handschuhe (Wasserschutz)Zpacks  Vertice Rain Mitts2850
Diverses
Tasche für Geld Kreditkarte usw.Wallet Zip Pouch611,4
Permits, Kreditkarte, Geld, Stift50
Reisepass40
KopfinsektennetzEven Naturals Moskitonetz259
Repair KitZpacks Sewing Repair Kit w/ Kevlar Thread105
Repair KitZpacks 3″ Circular Adhesive Reinforcement24
SchirmLiteflex Silver Backpacking Umbrella22543
Gorilla Tape / Duct Tape
67384975,5
lbs14,85
Wüsten Equipment (oben enthalten):
SchirmLiteflex Silver Backpacking Umbrella22543
Sierra Equipment:
MikropspikesKahtoola MICROspikes31070
EisaxtCamp Corsa Ice Axe205120
BärenschutzbehälterBearikade The Weekender878250
ggf. Gaiters gegen SchneeCAMP DUO GAITERS23060X
Einsparungspotenzial für Minimalisten (Baseweight um 5kg)
Kleidungkeine Unterwäsche, keine Insektenschutzkleidung, 2 paar Socken, keine Campschuhe, keine Schlafhose-915-415
Gesundheitalle Medikamente weg, nur minimales erste Hilfe Set-250-20
ElektronikKamera weg-210-300
Die großen 4kleinerer Rucksack und Zelt-250-100
-1625-835

Blau = nicht oder teilweise nicht (z.B. nur 1x bei zwei Stück) im Basisgewicht enthalten

Orange = Optional

Wenn ihr nachrechnet, werdet ihr oben in der Summe nicht genau auf die 6,7kg kommen. Das liegt daran, dass man getragene Kleidung rausrechnet aus dem Basisgewicht. Das sind also die blauen Einträge. Ich war aber relativ zurückhaltend. Einige Hiker rechnen auch die Kamera und die halbe Kleidung als am Körper getragen. Fakt ist: Tragen muss man es am Ende so oder so. Ob man sich das Basisgewicht schön rechnet oder nicht ist egal. Daher gibt es noch ein zweite Gewicht mit dem man rechnen kann, das sogenannte Skin out Gewicht. Das ist alles was man dabei hat, egal ob am Körper getragen oder nicht.

Die Ausrüstung im Einzelnen:

Generell:

Egal wo man wandert macht es durchaus Sinn sich lokale Ausrüstung zu besorgen. Beispielsweise ist dann viel leichter Ersatzteile zu bekommen.

Zelt / Tarp Cowboycamping:

Zpacks™ Duplex (Zwei Trekkingstöcke dienen als Zeltstütze) – dieses Zelt gibt es aber auch in freitragender Ausführung, dann allerdings  schwerer

Cowboycamping bedeutet, dass man ohne Schutz einfach in seinem Schlafsack draußen pennt. In der Regel hat man einen Wetterschutz um den Schlafsack. Ein Biwi.

Ein Tarp ist wie ein Zelt ohne Wände und Boden. Es bietet also primär Schutz vor Regen und Schnee (allerdings auch nur begrenzt).

Für mich kam aufgrund der geringen Gewichtsunterschiede zu Zelten, die als Basis die Trekkingstöcke verwenden nur ein Zelt in Frage.

Bei den Zelten gibt es auch diverse Varianten. Zelte die Freistehend (das geht z.B. nicht bei Zelten, die mit Trekkingstöcken gestützt werden). Diese Zelte haben den Vorteil, dass man sie auch auf harten untergründen wie z.B. Beton aufstellen kann. Teilweise sind sie auch deutlich schneller / einfacher aufzubauen. Weiterhin gibt es Zelte, die oben eine Öffnung haben. D.h. man kann die Sterne bewundern, wenn man die Abdeckung gegen Regen nicht drauf hat. Die Abdeckung macht im Wind aber andersrum recht viel Krach.

Big Agnes Copper Spur

Zelte können heutzutage, dank Hightechstoffen unglaublich leicht sein, besonders wenn die Hikingstöcke als Zeltstangen verwendet werden. Das obige Zelt aus der Tabelle bietet etwas mehr Platz, was einem erlaubt seine Habseligkeiten im Zelt zumindest ein wenig auszubreiten. Weiterhin ist eine gewisse Grundhöhe vorhanden, weshalb man sich im Zelt zumindest vernünftig hinsetzen kann.

Das Abgebildete Big Agnes kommt auf dem PCT auch sehr oft zum Einsatz.Im Gegensatz zum Zpacks Duplex ist es in der Grundausführung bereits freistehend.

2018 ist das Duplex das meistgenutzte Zelt gewesen aber auch das Zelt unter den Meistgenutzten mit der geringsten Zufriedenheit.

Eine Alternative zum o.g. Zpacks Duplex Zelt ist dieses (100g leichter):

BezeichnungGewichtPreis
Zpacks Plexamid Tent420549
Zpacks  6.5 inch Titanium V Stakes11030
Trekking Stöcke:

Black Diamond Alpine Carbon Cork

Braucht man die überhaupt? Da gehen die Meinungen auseinander. Einige finden, dass nur die Beine bewegen nicht gut ist und man auch die Arme mit bewegen sollte. Zusätzlich können die Beine über Treckingstöcke etwas entlastet werden.

Wirklich hilfreich sind die Stöcke in steilen Terrain oder bei Flussquerungen. Wenn man die Stücke als Zeltstangen einsetzt, dann benötigt man sie eh. In den Sierras, wenn Eis und Schnee liegt muss man sich eh zwischen Trekkingstöcken und Eisaxt entscheiden. Nur die Eisaxt kann einem das Leben retten. Der Trekkingstock nicht.

Zusätzlich gibt es die Fraktion, die der Meinung ist, dass man nur unsicherer wird ohne die Stöcke, wenn man ständig damit läuft und das man dadurch seine Beinmuskulatur schwächt.

Gossamer Gear Lighttrek 5

Von Hikern werden die Varianten mit Kork oder Korkimmitatgriffen teilweise bevorzugt, weil das bei Schweißhänden angenehmer ist. Dafür sind die aber auch wieder etwas schwerer. Wunder gibt es bei Hikingstöcken nicht. Desto leichter, desto instabiler. Karbonfaser verringert zwar das Gewicht, ist aber bei seitlichem Druck nicht besonders stabil. Wenn ja jemand seinen Rucksack drauf knallt, können die also brechen. Zusätzlich sind die Elemente zum Sperren gegen verrutschen bei leichteren Trekking Stöcken instabiler, halten also ggf. nicht das ganze Körpergewicht.

Isomatte / Luftmatratze:

Therm a Rest NeoAir xLite (6,3 cm) – R3.2

Ich habe oben in der Tabelle eine Luftmatratze angegeben. Die habe ich mir auch schon besorgt und selber getestet. So gut wie im Bett ist die definitiv nicht aber man kann auch als Seitenschläfer darauf schlafen. Und gemessen am Gewicht ist die schon recht gut. Luftmatratzen bieten wenigstens einen gewissen Schlafkomfort und i.d.R. eine bessere Isolierung.

Exped Synmat HL Winter M (9cm) R-Wert 5

Luftmatratzen sind unterschiedlich konstruiert. Oben erkennt man, dass die Exped die Luftkammern entlang der Längsachse hat, die Therm a Rest genau andersrum. Es gibt auch Matratzen mit vielen kleinen Kammern. Ich habe alle drei Varianten getestet. Die Quervariante hat den Vorteil, dass sie nicht so leicht zusammengedrückt wird, wenn man auf der Seite schläft. Da die oben dargestellte Exped aber ca. 3cm Dicker ist als die NeoAir Xlite gleicht sich das wieder aus. Sea to Summit bietet eine ziemlich schwere variante mit zwei separaten Ebenen und kleinen Kammern an. Die fand ich aber schlechter als die beiden oben dargestellten Varianten.

Sea to Summit Comfort Plus Insulated (6,3cm) R-Wert 5

Auch was die Materialdicke angeht unterscheiden sich die Luftmatratzen erheblich. Gerade im Outdoorbereich mit man gut aufpassen, wenn das Material zu dünn ist, dann ist die Gefahr hoch, dass die Luftmatratze einen frühzeitigen Tod stirbt und das kann sehr unangenehm sein, wenn man dann direkt auf dem Boden pennen muss. Dem kann man wieder entgegenwirken, indem man eine Schutzfolie oder eine Schutzmatte (z.B. 3mm oder 5mm Isomatte) unter der Matratze positioniert.

Als Alternative kann man statt einer Luftmatratze auch eine Isomatte nutzen. Ein oft verwendetes Beispiel ist die Therm-a-Rest Z Lite Sol. Eine Isomatte hat den Vorteil, dass sie weniger anfällig ist (bei einer Luftmatratze reicht ein Loch und wenn man es nicht reparieren kann ist sie nutzlos – das kann bei geringen Temperaturen gefährlich werden, weil man dann keine Isolation mehr gegen Bodenkälte hat). Weiterhin hat eine Isomatte den Vorteil, dass man sich auch in Pausen einfach drauf setzen kann oder sie – wie bei der vorgenannten sogar als Sitz nutzen kann. Dafür ist der Schlafkomfort einer Isomatte deutlich schlechter.

Neben dem Schlafkomfort ist es auch wichtig, dass die Luftmatratze eine gewisse Isolierwirkung hat. Die wird durch den R-Wert angegeben und gibt die Isolierung gegenüber dem Boden an. Die Dauen im Schlafsack bringen nach unten quasi nichts, weil man sie zusammen drückt ist die Isolierwirkung fast nicht vorhanden. Auf dem PCT benötigt man einen R-Wert von >=3.

Als Seitenschläfer sind viele Luftmatratzen relativ problematisch, weil man wegen der punktuellen Belastung bis auf den Boden durchsackt (Isomatten kann man direkt vergessen). Das ist a) äußert unbequem und b) wird der R-Wert dann natürlich nicht mal ansatzweise eingehalten. Größere Matratzen bei gleicher Dicke verstärken das Problem übrigens noch.

Da beim Aufblasen einer Luftmatratze immer Feuchtigkeit in die Matratze gelangt, neigen die Matratzen früher oder später dazu von innen zu schimmeln (lecker, oder?). Dementsprechend bieten einige Hersteller Pumpsäcke an, die das Aufblasen beschleunigen und dafür sorgen, dass weniger Feuchtigkeit in die Matratze gelangt. Der Pumpsack kann oft auch zum einpacken genutzt werden, ist aber in der Regel nicht Wasserdicht.

Folgende Matratzen habe ich getestet:

  • Therm a Rest NeoAir xLite Regular – Für Seitenschläfer nur bedingt zu empfehlen und relativ starke Knistergeräusche, wenn man sich bewegt. Die Matratze ist aber superleicht. Der R-Wert ist mit 3,2 in Ordnung. Bedingt geeignet für Seitenschläfer (wird von PCT Hikern sehr oft benutzt in dieser oder in der Small version)
  • Therm a Rest NeoAir xLite Large – wie Medium aber man sackt bei punktueller Belastung noch leichter auf den Boden ab
  • Sea to Summit Comfort Plus Insulated – nicht bequemer als andere Matratzen und zusätzlich sehr schwer aber auch robust
  • Theam a Rest Pro Lite Plus Small – Für Seitenschläfer nicht geeignet und self inflating ist auch eher ein Werbeversprechen
  • Therm a Rest Z-Lite Zol – Superhart – für Seitenschläfer ein absolutes no go. Ist aber ruck zuck einsatzbereit. Kein Aufblasen nötig. Diese Matte wird von PCT Hikern sehr oft verwendet.
  • Them a Rest NeoAir Camper – aufgrund der Dicke relativ bequem auch als Seitenschläfer und ziemlich robust. Der R-Wert ist allerdings nicht sehr hoch mit 2.2 und das Gewicht auch – man sollte also eine Isomatte darunter legen. Meine Empfehlung für Seitenschläfer
  • Exped Synmat HL Winter M – aufgrund der Dicke relativ bequem auch als Seitenschläfer aber nicht so robust. Der R-Wert ist mit 5 top, allerdings wird der in der wohl kaum erreicht, wenn man auf der Seite schläft. Meine Empfehlung für Seitenschläfer

 

Schlafsack:

Cumulus X-Lite 400

Das ist relativ einfach. Die Meinungen beim PCT sind relativ einhellig, dass der Schlafsack im Temperaturbereich um 20°F liegen soll, was ca. -7°C entspricht.

Auch beim Schlafsack muss man beachten, wenn man Seitenschläfer ist. Im Rücken sind ggf. weniger Daunen, weil der Schlafsack evtl. für Rückenschläfer ausgelegt ist. Je nach Herstellerfirma kann man diesem Umstand mit einem sogenannten Overfill entgegenwirken. D.h. man kann den Schlafsack quasi konfigurieren und bekommt eine Individualanfertigung.

Als Dämmaterial bei Ultraleicht Schlafsäcken kommen ausschließlich hochwerte Gänsedaunen zum Einsatz (900er Qualität).

Bei Materialien mit Daunen sollten möglichst behandelte Daunen zum Einsatz kommen, die Feuchtigkeit nicht direkt aufnehmen (hydrophobic).

Ich habe mir den oben dargestellten Cumulus X-Lite 400 in einer customized Variante gekauft. Jetzt würde ich ihn nach den ersten Erfahrungen schon wieder anders konfigurieren.

Welche Möglichkeiten zur Anpassung bieten sich:

  • Reißverschluss 3mm oder 5mm (nach ersten Erfahrungen eindeutig 5 mm – ich habe die 3mm Version, wenn man drin liegt ist die 3mm Variante unter guten Bedingungen schon recht fummelig – da sollte man also nicht die letzten paar Gramm sparen – ich gehe davon aus, dass der 3mm Reißverschluss den PCT nicht überlebt) – Nachtrag: Auf meine Beschwerde hat Cumulus einen Schutz integriert, mit dem man den Innenstoff nicht mehr so leicht einklemmt. Die 5mm Ausführung hat den Schutz automatisch. Meine Empfehlung: 5mm Reißverschluss. Die paar Gramm sind es wert.
  • Reißverschlusslänge – passt wie oben dargestellt im Standard – man kann bei nicht so kühlen Temperaturen den Schlafsack auch als Decke nutzen (Schlitz nach unten). Die Füße steckt man trotzdem rein. Das funktioniert top. Wenn man drin liegt, dann muss man ihn auch zumachen, sonst verabschiedet sich das Oberteil ständig, wenn man sich dreht und einseitig wird dann ziemlich kühl.
  • Material – Ich habe als Außenmaterial das Pertex Quantum pro 36g genommen, das wasserdicht ist – ich würde aber nun eher zum 44g tendieren, weil das den Schlafsack etwas robuster macht. Das bleibt wohl eine Geschmacksfrage.
  • Hydrophodic Down (also Daunen, die nicht sofort Wasser annehmen)
  • Mein Schlafsack ist außen dunkelrot

Die von mir konfigurierte Variante wiegt: 615g

Meine aktuelle Empfehlung wiegt: 656g

Spart das Gewicht nicht am falschen Ende. Man ist natürlich auf der Jagd nach jedem Gramm. Der Schlafsack ist aber elementar wichtig. Ich ärgere mich schon, dass ich die paar Gramm für den Reißverschluss nicht investiert habe.

Hygiene:

Wie ihr seht gibt es auf dem Trail kein Waschzeug, Deo, Shampoo. Dafür gibt es mehrere Gründe. Man sollte die Natur nicht verschmutzen und man muss das wenige vorhandene Wasser ja auch trinken, sollte also selber Interesse daran haben es nicht zu verdrecken. Weiterhin wären derartige Sachen zu schwer und letztlich bringt das eh alles nichts, wenn man sich nur mit einer Katzenwäsche waschen kann. Geduscht wird also in Hostels, Campingplätzen, bei freiwilligen Helfern (Trail Angels) usw.

Der Azblaster ist eine alternative zum Toilettenpapier. Damit sprüht man sich einfach Wasser in den Hintern um ihn zu reinigen. Das ist für uns in Deutschland ungewohnt aber in anderen Teilen der Welt vollkommen normal. Man kann natürlich auch Toilettenpapier nehmen aber im Sinne von “Leave no trace” sollte man das auch wieder mitnehmen zum nächsten Mülleimer und der kann etwas weiter weg sein.

Die kleine Schaufel benötigt man um seinen Stuhlgang zu verbuddeln. Bzw. man buddelt vorher ein Loch ca. 13cm tief und dann geht man auf die Toilette. Möglichst nicht auf dem Trail, wenn man nicht exhibitionistisch veranlagt ist. ^^ Ernsthaft: Man sollte sich mindestens 30 oder 40m vom Trail oder Zelten entfernen. Von Wasserquellen sollte der Abstand noch mal deutlich größer sein.

Schuhe:

Altra Lone Peak 3.5

Die meisten Hiker wandern heute mit leichten Trailrunnern, die zwar nur einige hundert km halten aber eben leicht sind, weniger zu Blasen führen aber auch keine Schutz für die Gelenke bieten. D.h. besonders anfangs, wenn man untrainiert ist, muss man vorsichtiger sein beim Auftreten. Wenn man heftiger umknickt ist der Hike entweder verzögert oder vorbei.

Salomon Speedcross 4 Wide

Zu den von mir oben eingesetzten Schuhen gibt es diverse Alternativen z.B.
Altra Lone Peak (sehr beliebt und ziemlich breit – die fühlen sich neu schon so an wie andere Schuhe nach x Jahren – mein Fall sind sie nicht – aktuell sind das aber die beliebtesten PCT Schuhe), Saucony Peregrine 4, Salomon Speedcross 4 (Wide – Steifer aber besser gepolstert als z.B. Bushido und sehr hohes Stollenprofil), La Sportiva Bushido (sitzen wie eine 1, sind aber relativ weich und man spürt Unebenheiten recht deutlich), La Sportiva Akyra (vergleichbar Speedcross)  usw.

Wichtig ist, dass diese Schuhe leicht sind, schnell trocken und aus dem Grund i.d.R. auch keine Goretex oder andere wasserdichten Materialien genutzt werden. Der Hintergrund ist, dass Goretex die Feuchtigkeit zwar draußen hält, aber wenn sie mal im Schuh drin ist eben auch drinnen hält. Somit sind Goretex Schuhe nicht so Atmungsaktiv und wenn die Schuhe mal von innen nass sind (was sich an Regentagen eh nicht vermeiden lässt oder bei Flussquerungen, dann bleiben sie auch nass). Auch bei Schweißfüßen ist Goretext nicht sonderlich gut geeignet.

Wenn man vorher nur Goretex Schuhe gewohnt ist (wich ich z.B.), dann ist es aber sehr ungewohnt, wenn der Wind durch den Schuh weht. Für unser Wetter hier in Deutschland ist Goretex also eindeutig die bessere Wahl.

La Sportiva Bushido

Weiterhin sollten die Schuhe beim Ausrüster vor Ort neu zu beschaffen sein, weil man auf dem Trail mehre Paare verschleißen wird und vermutlich wenig Lust hat auf dem Trail rauszufinden, wenn die Schuhe nichts taugen.

Es gibt auch Unterschiede bzgl. dem Drop also der unterschiedlichen Höhe zwischen Ferse und Zehen. Dem natürlichen Laufen kommt ein Drop von 0 nahe (z.B. bei den Altras). Ein Drop von bis zu 10mm ist aber auch nicht ungewöhnlich. Letztlich ist das eine Geschmacksfrage. Besser oder schlechter gibt es in dem Sinne nicht.

Welche Schuhe habe ich getestet:

  • Altra Lone Peak 3.5 – Sehr weit und überhaupt nicht mein Fall. 0 Drop ist auch sehr gewöhnungsbedürftig, wenn man immer Schuhe mit drop hatte.
  • La Sportiva Bushido – Passt wie angegossen – gutes Profil – man spürt aber Steine und Unebenheiten, mittlerer Drop mit 6mm
  • Salomon Speedcross 4 – Ist mir zu schmal, relativ steif aber stärker gepolstert als z.B. der Bushido, sehr hohes Profil, hoher Drop mit 10mm
  • Salomon Speedcross 4 Wide – Für mich angenehmer als die Standardversion, hoher Drop mit 10mm

Alle vorgenannten Schuhe werden von Hikern eingesetzt und sind in den USA zu beziehen.

Rucksack:

Zpacks™ Arc Haul

Beim Rucksack kommt es auf eine Mischung von leicht, möglichst wasserdicht und gut geeignet für größere Gewichte bis annähernd 20kg und genügend Volumen um alles unterzubringen an.

Wenn man 7kg Basisgewicht hat und z.B. Nahrung für 6 Tage benötigt (ca. 1kg pro Tag) und zusätzlich noch Wasser (Menge je nachdem wann die nächste Wasserquelle kommt zwischen 2 und 7 Liter). Dann hat man ein Gewicht von 10-19kg auf dem Rücken bzw. Hüften. Der Hauptteil liegt aber auf den Hüften, wenn der Rucksack richtig eingestellt ist und passt.

Die Zpacks Rucksäcke gehören zu den leichtesten aber nicht nicht zu den robustesten.

Eine Alternative, die etwas schwerer ist und auch oft auf dem Trail eingesetzt wird ist der Hyperlite Wind Rider 3400.

Hyperlite Wind Rider 3400

Eine etwas leichtere Alternative zu o.g. Arc Haul Rucksack ist diese (aber da passt auch weniger rein und er wird bei viel Gewicht angeblich unbequemer und soll auch nicht ganz so robust sein wie der andere):

Zpacks Arc Blast Backpack (55l)595325
Mikrospikes / Eisaxt / Crampons

In der Sierra läuft man teilweise auf bis über 4000m hoch. Dort gibt es je nach Schneejahr selbst im Juni oder Juli noch Schnee. Die Eisaxt dient dabei dafür sich sichere Tritte zu erarbeiten, wenn es anders nicht geht und noch viel mehr ein Abrutschen zu bremsen. Es gibt einige Pässe sehr lange nichts kommt, wenn man dort abrutscht und nicht früh genug stoppen kann. Das heißt die Eisaxt kann einem das Leben retten, wenn man weiß wie man damit umgehen muss.

Mikrospikes

Die Mikrospikes sind so eine Art Schneeketten für Schuhe, die es auch ermöglich auf Eis halbwegs sicher zu laufen. Wenn die Verhältnisse aber heftiger werden stoßen sie an ihre Grenzen. Mikrospikes können aber auch von Anfängern problemlos genutzt werden. In Norwegen war ich damit auch schon unterwegs und recht begeistert davon.

Profis halten die Mikrospikes für entbehrlich, weil sie halt nichts halbes und nicht ganzes sind. Gute schuhe erlauben einen vergleichbaren Grip. Mit Crampons können Mikrospikes aber nicht mal Ansatzweise mithalten.

Crampon

Crampons sind eine andere Hausnummer und für eher stärker alpine Verhältnisse. Also mehr Schnee, Eis und starke Steigungen. Der Umgang mit Crampons muss genauso wie mit einer Eisaxt trainiert werden. Bei Stürzen kann man sich mit Crampons auch leicht verletzen. Zusätzlich kann man mit Mikrospikes bei wechselnden Verhältnissen (mal Schnee, mal kein Schnee) nicht durchgängig laufen. Man muss sie also ständig an und ausziehen. Das ist bei Mikrospikes nicht so.

Je nach Schneeverhältnissen und den eigenen Fähigkeiten sind jeweils die Crampons oder die Mikrospikes besser.

Beispiel für Crampons als Alternative zu den Mikrospikes:

Kahtoola K•10 Hiking Crampons608100
Bekleidung:

Bei der Bekleidung kommt es darauf an, dass diese möglichst leicht ist, Feuchtigkeit schnell abführt und trotzdem ein gewisse Wärme aufweist. Die Kleidungsstücke sollten nicht doppelt vorhanden sein (ein Stück muss bis zur nächsten Waschmöglichkeit reichen).  Socken sind von der Regel ausgenommen – zwei oder drei paar sollten es sein. Die Kleidung besteht heute oft aus Kunstfasern, Merinowolle oder einem Mix aus beidem. Diese Kombination trocknet schnell und führt Schweiß vom Körper ab.

Oft sollen die Kleidungsstücke lt. Werbung geruchsabweisend sein. Anti Insekten Kleidung (Mücken, Moskitos, Zecken) kann auch nicht schaden. Zusätzlich benötigt man auch Anti Mückenmittel zum einreiben (im Prinzip ist das Gift). Wegen der Mückenplage hilft es auch ein Kopfnetz zu besitzen. Die Zelte haben i.d.R. einen Mückennetz, dass geschlossen werden kann. Somit hat man quasi ein Zelt im Zelt, dass komplett gegen Insekten geschützt ist, sofern sie nicht gleich mit rein kommen.

Einige Kleidungsstücke wirken wie Luxus, sind es aber nicht. Beispiel: Schlafkleidung. Prinzipiell könnte man sagen wofür soll die gut sein? Man kann sich doch nackt in den Schlafsack hauen oder die Tageskleidung anlassen. Nackt hat den Nachteil, dass man den Schlafsack Fett und Schweiß aussetzt. Das wiederum vermindert die Isolierung gegen Kälte. Somit kann sich Schlafkleidung sehr schnell “rechnen”. Aber dann könnte man doch auch die Tageskleidung anbehalten! Die ist teilweise extrem dreckig. Somit ist es auch nicht so toll die Klamotten, die man tagsüber an hatte, und die ggf. auch feucht sind nachts zu tragen.

Die Campsandalen (das nutze ich jetzt als Oberbegriff, es müssen nicht zwingend Sandalen sein) wirken auf den ersten Blick auch überflüssig. Wenn man es nicht gewohnt ist Barfuß zu laufen, dann kann es je nach Untergrund sehr schmerzhaft sein oder man verletzt sich sogar. Zusätzlich haben Sandalen den Vorteil, dass die Füße aus den Schuhen raus kommen und somit deutlich mehr Luft abbekommen. Da die Füße auf dem PCT aber sehr wichtig sind, sollte man sie schonen wo es nur geht.

Wie man es aus anderen Bereichen kennt ist die Bekleidung so ausgelegt, dass man die Schichten bei Bedarf kombinieren kann. Im Zweifelsfall auch nachts.

Die letzten paar Gramm Gewichtsersparnis können ganz schön teuer werden, wie ihr oben in der Tabelle an einigen Teilen seht.

Wasseraufbereitung:

Es wird empfohlen, das Wasser zu reinigen, weil man sich sonst unschöne Erkrankungen einfangen kann, die den Trail i.d.R. beenden, weil man dadurch einige Zeit verlieren kann.

Es gibt aber auch Hiker, die das nach dem Motto: Dreck reinigt den Magen sehen und davon ausgehen, dass sie Glück haben.

Es gibt zwei Verfahren zum Reinigen des Wassers. Das erste Verfahren ist Filtern (dabei hat sich das oben in der Tabelle genannte Filtersystem auf dem PCT durchgesetzt, weil das Wasser dreckig in die Flasche gefüllt werden kann und der Filter einfach auf die Flasche geschraubt wird). Man trinkt also direkt aus dem Filter. Der einzige Nachteil ist, dass der Filter nie Temperaturen von unter 0°C ausgesetzt werden darf. Dann funktioniert es nicht mehr. D.h. bei Minusgraden muss der Filter mit in den Schlafsack.

Bei anderen Filtersystemen muss man relativ viel Zeit damit verbringen das Wasser von einem Gefäß mit dreckigem Wasser in ein Gefäß mit sauberen Wasser zu bringen. Der Filter wird also zwischen den Behältnissen eingesetzt. Das System ist dafür ausgelegt, dass man das eine Behältnis z.B. an einen Baum oder Strauch hängt. Das ist ein Filtersystem was oft am Appalachian Trail eingesetzt wird, weil es dort überall Bäume und Sträucher gibt und mehr Wasserquellen als in einigen Sektionen des PCT.

Die chemische Reinigung hat den Nachteil, dass sie geschmacklich nicht toll ist und man 30-120 Minuten warten muss, bis das Wasser trinkbar ist.

Auf dem Bild sehr ihr übrigens über 100€. Sollte man nicht meinen, oder? Aber andererseits sind die Teile zwingend überlebensnotwendig. Dafür ist es dann wieder wenig, oder?

Kurz zur Erklärung. Ihr seht dort Teile von zwei Firmen, Sawyer und Platypus haben beide Filtersysteme im Angebot. Platypus setzt aber auf das Konzept von zwei Behältern. Das Wasser wird dabei immer in einen Dreckwasserbehälter gefüllt und dann in einen Sauberen rein gefiltert.

Sawyer setzt darauf, dass der Filter direkt auf die Flasche aufgesetzt wird. Das Wasser wird also direkt gereinigt, wenn man trinkt. Das ist bei Wasserschläuchen / -säcken aber nicht so praktisch. Dafür bietet sich dann ein Inlinefilter an. Also ein Schlauch vom Sack zum Mund mit dem Filter dazwischen. Der Schlauch und die beiden Wassersäcke sind von Platypus. Der Filter und die Adapter von Sawyer.

Das was ihr dort seht ist so nicht vorgesehen. Der Schlauch ist nur für den Anschluss an sauberes Wasser und ohne Inlinefilter gedacht. Ich habe den Schlauch einfach durchgeschnitten und dann die Inlineadapter von Sawyer integriert. Ihr seht dort also quasi MacGyver für Anfänger.

Das ist übrigens nicht der Saywer mini, sondern die Standardausführung. Der Mini ist zwar etwas leichter, bietet aber nur 1/4 des Durchflusses des großen und verstopft auch viel schneller. Die meisten PCT Hiker starten mit dem Mini und wechseln dann nach kurzer Zeit auf den großen Filter.

Bei dem Inlinesystem werden einfach die Wassersäcke mit dem Filter verbunden. Bei dem direkten System mit stabilen PET Flaschen kann man den Filter direkt auf die Flasche setzen. Hier mal am Beispiel mit dem Wassersack, was man normalerweise so nicht macht, weil es unpraktisch ist. Der Wassersack ist halt relativ instabil.

Wenn man dazu noch zwei PET Flaschen oder Smart Water Bottles mit je 1 oder 1,5L nimmt, dann hat man die komplette Wasserversorgung für den Trail, die dann aus 2-7l besteht.

Statt den Wassersäcken kann man auch einfach normale Flaschen nutzen, dann kann man sich wiederum das Gewicht des Schlauches mit Inlineadaptern sparen. Dann hat man halt mehr Flaschen dabei, die mehr Platz wegnehmen. Normale Smart Water Bottles oder Gatorade Flaschen gibt es auch entlang des Trails. Wenn man die Flaschen nicht mehr braucht, dann schmeißt man sie am nächsten Mülleimer weg. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass die Wasserflaschen in der Regel kleiner sind und man weniger Wasser verliert, wenn mal was undicht ist. Weiterhin sind die Flaschen billig und lassen sich leicht ersetzen. Zusätzlich gibt es auch noch den Inhalt dazu.

Essen / Kochen:

MSR Pocket Rocket 2

Vielleicht erstelle ich noch einen Beitrag zum Thema Resupply und oder Essen. Gegessen wird auf dem Trail alles was schnell zubereitet ist und viel Kalorien hat. Das können Fertiggerichte mit Reis, Nudeln, Couscous, Pasta usw. sein. Auch Gebäck, Chips, Nüsse, getrocknete Früchte, Schokoriegel, Müsliriegel, Nutella, Erdnusbutter. Einige Hiker kochen nicht und nehmen nur Nahrung mit, die sie nicht erwärmen müssen. Gewicht spart das am Ende aber nicht wirklich.

Evernew Ti Ultralight Pot 0,9L

Die Kunst ist es mit möglichst wenig Brennstoff das Gericht in einen essbaren Zustand zu bringen. Auch beim Kochen gibt es natürlich verschiedene Varianten. Kocher die mit Alkohol betreiben werden mit Gas oder mit Holz. Alkohol ist aufgrund der Gefahr von Waldbränden entlang des PCT teilweise verboten. Holz macht nicht viel Sinn, weil man a) nicht überall Holz findet, b) nicht überall Feuer machen darf und c) das holz auch nicht sehr ergiebig ist. Das sind halt keine Eichen, die da Wachsen. Somit ist ein Gaskocher die sinnvollste Variante.

Elektronik:

Das Thema ist so universell, wie jeder Hiker. Einige nehmen eine Kamera mit, andere nur das Smartphone (das nimmt heute fast jeder mit, allein schon wegen der Karten und GPS). Einige nehmen einen Satellitennotsender mit (je nach Gerät eignen sich diese auch für die Navigation oder zum Versand von Mails). Wobei man die Navigationsfunktion nach meiner Erfahrung eher vergessen kann.

Garmin inReach Explorer+

Garmin inReach Mini

Garmin inReach Mini

Der Satellitensender ist zwar ein teures “Vergnügen”, kann aber das Leben retten (im Zweifelsfall auch das eigene). Wenn man die SOS Taste drückt, wird man schnellstmöglich z.B. per Hubschrauber rausgeholt.

Auch die Powerbanks sind bei jedem Hiker unterschiedlich. Mal 10.000 mAh, mal 20.000 mAh und mal mit Solarzelle und mal ohne. Die Solarzelle bringt einem primär in der Wüste was, wenn man den Charger oben auf dem Rucksack positioniert. Wenn man aber einen Schirm gegen die Sonne benutzt, funktioniert das auch schon wieder nicht wirklich. Auch in diesem Bereich sind generelle Empfehlungen schwierig.

Bei den Stirnlampen gibt es auch diverse Ansätze. Es gibt Stirnlampen, die mit Standardbatterien funktionieren. Die bekommt man an jeder Ecke und sie halten etwas länger als Akkus.

Wenn man aber eh eine Powerbank dabei hat (und die hat quasi jeder dabei), macht es mehr Sinn mit aufladbaren Lampen zu wandern.

Je nach Anforderungen gibt es ganz unterschiedliche Modelle. Die Zebralight nutzt Standardakkus. Diese haben den Vorteil, dass sie sich mit einem Miniladegerät auch als Powerbank nutzen lassen. Der Nachteil ist, dass man die Akkus nur einzeln nacheinander laden kann. Das dauert viel zu lange, wenn man 3-4 Akkus nutzt (das entspricht einer typischen Powerbank mit 10000-13000 mAh – dort sind die gleichen Akkus verbaut).

Weiterhin hat die Zebralight ausschließlich weißes Licht. Weißes Licht erhält nicht die Nachtsichtfähigkeit im Gegensatz zu rotem Licht. Die Zebralight ist aber sehr hell, hat angenehmes Licht und trägt sich sehr angenehm. Zusätzlich hat sie einen recht weit reichenden Beam. Die Akkukapazität beträgt um 3300 mAh pro 18650er Zelle.

Zebralight Stirnlampe (18650 Standardakku für den man ein Ladegerät benötigt) – ca. 150g mit Ladegerät und Akku

Die Fenix ist ziemlich Floodig. Das heißt, dass sie die unmittelbare Umgebung sehr gut ausleuchtet. Sie produziert ziemlich viel Licht, ist sehr gut in der Helligkeit dosierbar und der Akku hält ziemlich lange. Durch die Metallausführung ist sie auch ziemlich stabil. Der Akku hat ca. 2000 mAh.

Fenix HL32R – 108g – sehr gute Helligkeit und Laufzeit und stabil aber mit 108g schon relativ schwer

Die Nitecore ist sehr leicht aber auch nicht sonderlich stabil. Zusätzlich ist der Akku so klein, dass sie im Prinzip nur für eine Nacht reicht. Die Helligkeit ist deutlich geringer als bei der Fenix und schon grenzwertig für Nachthikes.

Im Gegensatz zu den beiden oberen Lampen hat die Nitecore zwei Helligkeitsstufen für rotes Licht. Die hellere Stufe ermöglicht eine recht gute Orientierung. Damit kann man z.B. auch sein Zelt suchen und sich draußen bewegen. Bei der Fenix ist das Rotlicht quasi nur im Zelt nutzbar.

Zusätzlich besitzt die Nitecore einen Flood Modus, der die unmittelbare Umgebung erleuchtet. Dieser Modus soll auch recht Farbecht sein um z.B. Essen zu betrachten (mit nicht farbechtem Licht, kann man nicht bewerten, ob etwas gar oder essbar ist). Der Akku bietet gerade mal 610 mAh.

Nitecore 25 USB – ca. 51g (kürzeste Laufzeit und geringste Helligkeit und nicht gerade stabil)

 

Bouncebox

Das Thema gehört eigentlich nicht hier her, da es sich dabei nicht um Ausrüstung handelt, die man dabei hat. Die Bounce Box ist ein Paket oder ein Eimer, dass man ein paar hundert km voraus schickt und in dem Auffüllmaterialien / Ersatzteile und Dinge sein können, die man nicht täglich benötigt. Zum Beispiel ein Rasierapparat, Shampoo usw. Auch das ist je nach Hiker individuell und gehört eher zum Themenblock Resupply.

Warum das Ganze?

Warum leicht ist wohl relativ klar. Wenn die Frage ist warum tut man sich das an. Ich habe mal in einem Buch gelesen, dass die Leute die fragen müssen warum man einen Thru-Hike macht es nie verstehen werden. 😉

Das ist wohl sehr unterschiedlich. Einige lieben die Herausforderung und wollen einfach das Ziel erreichen.

Einige wollen Rekorde setzen und Bestmarken aufstellen oder z.B. alle drei großen amerikanischen Trails gelaufen haben (Tripple Crowner).

Einige laufen um des Laufens wegen, weil sie die Natur lieben oder weil sie gerade eine Beziehung beendet oder ihren Job verloren haben. Wobei man sich wohl nicht erhoffen kann, dass die Situation nach dem Hike besser geworden ist. Aber wie heißt es so schön: Zeit heilt Wunden

Mich persönlich würde die atemberaubende Landschaft und das Natur pur Erlebnis faszinieren und einfach mal eine Zeit lang alles hinter sich lassen und frei zu sein. Ich habe es im Studium schon geliebt mir meine Zeit frei einteilen zu können. Das geht im Arbeitsalltag oft nur sehr begrenzt.

Fazit:

Wie ihr seht ist das Thema Ausrüstung hochkomplex und sehr individuell. Jedes Gramm was man einspart erleichtert den Weg aber senkt den Komfort. Dem einen ist seine Kamera wichtig, dem nächsten die Schlafklamotten oder saubere Kleidung für den Besuch von Städten. Generelle Empfehlungen gibt es nicht.

Ich hoffe ich konnte euch wenigstens ein wenig für das Thema interessieren / begeistern. Fragen können natürlich auch gern gestellt werden. Aber bitte bedenken. Ich bin den PCT noch nicht gewandert. Das ist also alles nur theoretisches Wissen. Davon habe ich unterdessen allerdings einiges. 😉

Wäre das was für euch oder eher nicht oder seit ihr eh schon Spezialisten um Ultraleichtbereich?

Weitere Infos findet ihr hier:

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität

© Fox Searchlight Pictures

Da ich kürzlich das Buch “Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst” gelesen habe, haben mich die Hintergründe interessiert und ich habe recherchiert. Das ist mein erster Post zu dem Thema und es wird mindestens noch einer folgen.

Der Pacific Crest Trail (PCT) – was ist das?

Der PCT ist ein Trail von der mexikanischen Grenze bis kurz hinter die kanadische Grenze. Der PCT 4279km lang. Von den Wanderern die den Trail beginnen, schafft es nur ein geringer Teil ins Ziel (je nach Jahr mal mehr mal weniger 25-60% Ankunftsquote als grobe Größenordnung – das hängt ganz von den Wetterverhältnissen ab. Als Einflussfaktoren sind Hitze und trockene Wasserquellen in der Wüste, Schnee in den Sierras und in Washington zu nennen. Landschaftlich ist der Trail sehr Abwechslungsreich und bietet viele tolle Motive. Der Trail führt durch einig der schönsten Nationalparks der USA. Teilweise sieht man entlang des Trails tagelang keine Zivilisation. Der PCT ist also eine deutlich wildere Variante des Jakobswegs ohne den Pilgerhintergrund.

Fire Creek Pass on the Pacific Crest Trail. Photo by Ed Pabor.

Einstufung von Cheryls Leistung

Zuerst: Es geht hier nur um eine Einordnung auf Basis des angelesenen Wissens. Wirklich beurteilen kann man die Leistung erst, wenn man den Trail selbst gelaufen ist. Und selbst dann sind die Bedingungen nie gleich. Ich finde den Teil aber durchaus ganz interessant, weil Cheryl (meiner Meinung nach zu unrecht) teilweise sehr heftig kritisiert wird. Wenn man ihr etwas vorwerfen will, dann vielleicht, dass sie den Trail (zu) populär gemacht hat.

Im Buch legt Cheryl weniger als die Hälfte des Trails zurück. Allerdings beginnt sie im heißesten Teilstück und aufgrund ihres sehr schweren Rucksacks und den massiven Wanderschuhen ist ihre damalige Herangehensweise nicht wirklich vergleichbar mit der heutigen. Insofern muss man ihre Leistung anders einordnen, wenn man berücksichtigt, dass ihr Rucksack anfangs über 30kg gewogen hat und die Rucksäcke mit Vollbestückung heute eher halb so viel wiegen einschließlich Wasser und Nahrung.

Ganz nebenbei sei hier erwähnt dass der PCT von den zurückgelegten Höhenmetern vergleichbar mit 17! Everest Besteigungen ist. Das ist eine unglaublich hohe Hausnummer, oder?

Dazu kommt noch, dass es damals keine Smartphone Apps und Handy mit GPS gab. Cheryl ist ganz simpel mit Papierkarten gewandert was extrem schwierig werden kann, wenn man sich nur an Landmarken orientiert vor allem in Kombination mit Schnee.

Die Ausrüstung

Einige Ausrüstungsteile wurden mit Blick auf den PCT erst entwickelt – zumindest habe ich das über Tarps gelesen (eine Art Zeltdächer ohne Wand und Boden). Weiterhin wurden durch das zunehmende Interesse am Hiking die Ausrüstungsgegenstände deutlich optimiert.

Heute kommt man mit den Big 3 (Rucksack, Schlafen, Zelt) recht problemlos unter 3kg. Das Basisgewicht (Gewicht ohne Verbrauchsgegenstände wie Essen, Trinken, Gas für den Brenner und ohne das was man am Körper trägt) liegt dabei je nach Minimalismus im Bereich zwischen 5 und 8kg (einige Hiker rechnen sich das Basisgewicht auch schön, in dem z.B. die Kamera als “am Körper getragen” auslegen). Faktisch bringt das zwar auf dem Papier was aber tragen muss man das Gewicht eh.

Dazu kommen dann je nach Strecke noch mehrere Liter Wasser und einige kg Verpflegung dazu. Man liegt also in der Regel irgendwo zwischen 10 und 15kg Gewicht zu tragen – in Einzelfällen kann es sogar mal tageweise auch an die 20kg gehen. Das ist eine ganze Menge, wenn man damit im Schnitt auch noch ca. 30km pro Tag laufen muss. 30km pro Tag sind sogar ohne Gepäck nicht ohne, wenn man das nicht nur an einzelnen Tagen macht.

Dabei müssen durchaus viele Entscheidungen bei der Wahl der Ausrüstung getroffen werden: Will man in einem geschlossenen Zelt schlafen, nur einen Schutz von oben haben (Tarp – Zeltdach ohne Wände und Boden) oder schlicht nur im Schlafsack auf dem Boden schlafen (Cowboycamping mit einem Bivy – das ist ein Wetterschutzsack um den Schlafsack)? Will man eine Luftmatratze (die ist recht empfindlich) oder eine Matte (unbequemer aber robuster)? Will man kochen oder nicht? Zieht man lieber Trailrunner (leicht, hoher Verschleiß und schnelltrocknend) oder Wanderschuhe (stabil, schwer und gute Knöchelstabilisierung) an? Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Ich habe mich recht detailliert mit der Ausrüstungsthematik auseinander gesetzt und interessehalber ein eigenen Setup zusammengestellt. Ich wollte wissen auf welches Gewicht ich kommen würde, wenn ich mir selbst eine Ausrüstung zusammenstelle und auch ein Gefühl dafür bekommen, ob ich mir eine derartige Tour vorstellen kann.

Ich bin im üblichen Rahmen von ca. 7kg gelandet. Es geht leichter aber auch schwerer. Dabei muss man sich immer gewaltig am Riemen reißen. Einerseits darf man nicht so viel raus schmeißen, dass man zu ernsthafte Einschränkungen auf dem Trail hat. Andererseits bringt einen der Reserve / Sicherheitsgedanke ganz Schnell in Gewichtsregionen, die nicht gut sind. In Sofern hört loslassen zu der Trailerfahrung dazu. Man braucht nicht alles doppelt und bei vielen Fragen lässt sich die Frage, ob man auch mal drei Tage ohne auskommt ganz leicht mit ja beantworten.

Cheryls Ausrüstung war also viel zu schwer und sie hatte sehr viel unnützes Zeug dabei. Aber den Fehler kann man heute auch noch leicht machen, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß.

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Die Kosten

Bei einigen Gegenständen (Daunenjacke, Zelt, Rucksack, Schlafsack) können die letzten paar Gramm auch sehr ins Geld gehen und den Preis verdoppeln. Die Ausrüstung liegt je nachdem was man schon hat irgendwo im Bereich zwischen 0 und 5000 Euro. Das kommt ganz drauf an wie sehr man auf Markenware und High Tech setzt oder auf günstige Sachen.

Dazu kommen dann die Lebenshaltungskosten auf dem Trail und die ein oder andere Übernachtung + Reiseversicherung und Visum 150€ + Flug und natürlich die Kosten zu Hause. Die Kunst liegt also darin die Kosten zu Hause zu minimieren. Die sind in kürzester Zeit locker teurer als die Kosten für den gesamten Trail! Für Amerikaner ist das ganze natürlich günstiger. Für den gesamten Trail liegen die Kosten irgendwo zwischen 2000 und 8000€. Der Schnitt liegt wohl irgendwo um 4000 oder 5000€.

Nicht umsonst gilt aber der Spruch “Hike your own hike”. Man kann noch so viel lesen was andere Leute wie machen. Das muss für einen selbst aber nicht richtig sein. Was für einen selbst gut und richtig ist, muss jeder für sich rausfinden.

Cheryl hat den Trail mit verhältnismäßig wenig Geld angegangen und war danach vollkommen Pleite. Da sie den Trail nicht komplett gelaufen ist, ist das also durchaus so machbar.

Im zweiten Post werde ich noch einiges zum Thema Ausrüstung berichten.

Gestern vs. heute

Als Cheryl den Trail gelaufen ist, war der Trail noch extrem wenig frequentiert. Dafür ist sie damals sogar recht vielen Leuten begegnet.

Das hat sich heute deutlich geändert (durch Film, Buch und leichtere Materialien und GPS). Heute sind so viele Hiker unterwegs, dass es an vielen Zeltplätzen schon schwierig ist noch einen Platz zu bekommen.

Vollkommen überlaufen ist der Trail nur deswegen nicht, weil die Permits (die benötigt man, um den PCT laufen zu dürfen) sehr limitiert sind. Pro Jahr werden nur 50 Permits pro Tag ausgegeben (für den Start im Süden nach Norden – das ist die von den meisten Hikern bevorzugte Route). Wenn man zusätzlich den recht eingeschränkten Startkorridier um Ende April berücksichtigt, die Zahl der Leute, die eine offizielle PCT Thru-Hike Erlaubnis haben überschaubar. Nach allem was ich bisher so gelesen habe, vermute ich aber, dass viele auch ohne Permit auf dem Trail sind. Es wird halt nicht wirklich kontrolliert, wenn aber doch wird es ziemlich teuer, wenn man kein Permit hat.

Der optimale Startzeitpunkt liegt im Bereich um Ende April. Früher starten macht i.d.R. keinen Sinn, weil dann die Sierras wegen Schnee nicht durchquerbar sind (dort sollte man Mitte Juni ankommen und hoffentlich ein schneearmes Jahr haben – ansonsten klappt es selbst im Juni nicht). Wenn man später loszieht, dann hat man schon Schnee im Endteil des Tracks. Am Ende des Trails kommt man irgendwo im Bereich September an. Wenn man Pech hat und das ist nicht so selten, sind die Sierras nicht passierbar, wenn man keine entsprechende Schnee / Eiserfahrung hat. Das ist Cheryl im Buch auch so gegangen und bereitet sehr vielen Hikern auch heute noch Probleme.

Gesundheit und Hygiene

Cheryl beschreibt im Buch, dass sie Zehennägel wegen zu kleiner Schuhe verliert. Das ist normal und entspricht auch heute noch der Realität. Das heißt nicht, dass es jedem passiert aber selten ist es auch nicht.

Die extremen Blasen, die Cheryl sind gelaufen hat, treten nicht bei jedem auf. Einige Leute haben mehr Probleme, andere weniger. Das wird wohl mit verschiedenen Umständen zusammenhängen. Wie gut passen die Schuhe? Was für Socken hat man und wie starkt neigt man dazu Blasen zu bekommen. In schweren Schuhen ist die Gefahr wohl größer, dass man sich Blasen läuft. Dafür sind die Gelenke besser geschützt und die Schuhe halten länger. Wenn man sich etwas bricht, ist der Trail auch zu Ende.

Die Verletzungen, die Cheryl durch den Rucksack hatte treten so wohl heute nicht mehr auf. Ich habe Bilder von Hikern gesehen, die eine leichte Rötung hatten dort wo der Bauch bzw. Hüftgurt aufliegt und die das schon als problematisch gesehen haben. Insofern stellt das wohl heute eher die Ausnahme dar und zeigt eher, dass der Rucksack nicht passt oder falsch eingestellt ist.

Mit der Hygiene auf dem Trail sieht es nicht so doll aus. Man duscht sich nur alle paar Tage und Waschen kann man sich zwischendurch auch nicht groß. Seife ist erstens schwer und zweitens sind viele Mittel alles andere als biologisch und somit ungeeignet für den Trail. Zumal man als Hiker das Wasser auch trinkt. Es liegt also im eigenen Interesse es sauber zu halten.

Nicht umsonst heißt es “Hikertrash”. Man stinkt schlicht und ergreifend und wird somit auch gerne mal mit Obdachlosen verwechselt. Gerade Jungs haben es oft auch schwer vom Trail in die umliegenden Orte mitgenommen zu werden. Es kommt des öfteren vor, dass man vom Trail in Städte Trampen muss.

Für den Stuhlgang buddelt man sich ein Loch (ca. 15cm Tief), das man später wieder zubuddelt. Das benutzt Toilettenpapier nimmt man im Optimalfall wieder mit. Wobei sich daran die Geister scheiden. Einige Hiker machen das (Leave No Trace), andere nicht. Es gibt auch welche die sich mit ein kleinen Sprühflasche mit Wasser helfen – was sicherlich nicht die schlechteste Variante ist, wenn man den Dreh mal raus hat. Daraus entstehen dann aber andere Probleme – a) man benötigt mehr Wasser und b) der Hintern ist ständig feucht was schnell zu Hautreizungen oder Entzündungen führt.

Fakt ist, dass man entlang des Trails teilweise recht viel Müll und auch Toilettenpapier findet (gerade an Campingplätzen oder im Startbereich des Trails) und das ist alles andere als toll. Das versaut einem den schönsten Naturtrip. Insofern sollte man sich an die Regel mit dem Loch für das große Geschäft halten.

© Fox Searchlight Pictures

Fragen zum PCT:

  • Was isst man auf so einem Trail? Im Prinzip ganz normale Sachen. Wichtig ist, dass sie ein paar Tage ohne Kühlung halten (z.B. abgepackter Käse, abgepackte Wurst, Trockennahrung wie getrocknetes Fleisch, Tütennahrung, Chips, Donuts usw). Gekocht werden kann nur was sehr schnell fertig ist – also zum Beispiel Fertignudeln aus der Tüte, Kartoffelpüree aus der Tüte usw. Wichtig ist, dass man sich klar machen muss, dass man auf dem Trail um 5000-6000 Kalorien pro Tag benötigt. Das heißt man kann und muss quasi jede Kalorienbombe mitnehmen, die sich bietet. Das sind somit oft auch Dinge, die man im normalen Alltag als ungesund einstuft. Aufgrund der Kombinatorik von leicht, kompakt, kalorienreich und schnell in der Zubereitung ist die Auswahl dann doch recht eingeschränkt. Sobald die Hiker auch nur in die nähe einer Stadt kommen, haben sie Hunger auf Burger, Cola und alles was ungesund ist und auf dem Trail nicht konsumiert werden kann. Teilweise sogar auf Dinge, die sie sonst höchstens  ausnahmsweise essen oder trinken.
  • Was sind Trail Angel? Freiwillige Helfer, die Hiker transportieren, sie mit Wasser / Essen versorgen, Unterkunft gewähren usw.
  • Was ist Trail Magic? Ein Trail Angel tut einem etwas Gutes. Das können Essen oder Getränke sein die bereitgestellt werden. Es kann auch sein, dass man von jemanden mitgenommen wird oder auch dass man bei jemanden übernachten darf. Magie halt.
  • Was ist eine Hiker Box? Eine Box in der Hiker Dinge zurücklassen, die sie nicht mehr benötigen und sie jeder andere Hiker mitnehmen darf. Es passiert sehr häufig, dass Dinge an derartigen Boxen zurückgelassen werden. Sei es weil Gewicht gespart werden soll, weil man meint man benötigt die Dinge nicht mehr oder bei Schuhen z.B. weil sie nicht passen (man benötigt gerade auf dem ersten Teil des Trails größere Schuhe, weil diese anschwellen)
  • Welche Permits benötigt man? Das Permit für den Trail selbst was sehr begehrt und ruck zuck weg ist. Die Seiten sind i.d.R. sofort überlastet, wenn die Permits vergeben werden. Das ist ähnlich einer Konzertticketbuchung. Permits für den PCT werden nur 2x im Jahr ausgegeben (aktuell November und Januar). Wenn man den Trail bis zum Ende wandern will (das offizielle Ende des Trails ist der Abschlussstein in den USA aber es wurde eine Verbindung nach Kanada rein geschaffen, die an einen anderen Trail anbindet), benötigt man ein Permit für die Einreise nach Kanada. Weitere Permits für das Campen in speziellen Regionen des Trails sind optional. Die Permits sind limitiert (siehe auch weiter oben).
  • Welchen Tieren begegnet man? Schwarzbären, Klapperschlangen und Moskitos ohne Ende (letztere wären für mich wohl die größte Herausforderung) und natürlich zig anderen aber das sind zumindest die nervigsten. Zu den Moskitos gesellen sich teilweise auch noch Fliegen, die einem in jede Körperöffnung fliegen. Dazu kommen auch noch andere Tiere, denen man nicht unbedingt begegnen möchte, wie zum Beispiel Zecken, Skorpione (die aber in der Region offenbar nicht so gefährlich sind, aber der Stich verursacht offenbar extreme Schmerzen). In der Regel werden Hiker nicht von Bären oder Klapperschlangen verletzt. Wenn einen eine Klapperschlange beißt, dann braucht man sofort einen Hubschrauber ins nächste Krankenhaus (je nach Sorte der Schlange bzw. deren Alter – junge Schlangen können ihren Giftausstoß nicht kontrollieren und hauen alles raus). Wenn einen ein Bär erwischt (die sollte man vorher vertreiben und das funktioniert in der Regel gut), dann hat man ein echtes Problem.
  • Was passiert, wenn man sich verletzt? Der PCT ist nicht ungefährlich. Man kann stürzen (besonders in den Sierras in Kombination mit Eisflächen) oder auch in reißenden Flüssen kann es schnell lebensgefährlich werden, besonders wenn man allein unterwegs ist. Es gibt GPS Geräte, mit denen man im Falle des Falles einen Hubschrauber rufen kann. Viele Hiker haben solche Geräte. Die helfen aber auch nur, wenn man noch in der Lage ist den Notruf abzusetzen. Es sterben auch Leute auf dem PCT – z.B. auch an Dehydrierung / Unterkühlung. Es ist nicht selten, dass Hiker ausgeflogen werden.
  • Was ist eine Bounce Box? Auf dem PCT gibt es Strecken wo es mehrere Tage keinen Ort und somit auch keine Nahrung gibt. In einigen Orten gibt es auch kaum Geschäfte. Dazu kommt, dass man manche Sachen zwar ab und zu oder nur in geringeren Mengen benötigt als sie normalerweise abgepackt sind (z.B. einen Rasierer – nicht benötigt, Shampoo – nicht benötigt, Große Tube Sonnencreme – zu groß, große Pulle Desinfektionsgel – zu groß, Große Tube Zahnpasta – zu schwer usw.) aber zum mitschleppen sind die einfach zu schwer. Manche Sachen muss man auch nur auf Teilabschnitten haben wie z.B. einen 1kg schweren Essensbehälter, der sicher gegen Bären geschützt ist. In den Sierras benötigt man mindestens Mikroeisspikes. In der Wüste ist ein spezieller sonnenreflektierender Schirm hilfreich und spätestens im zweiten Teil des Trails Regenklamotten. Nach dem ersten drittel benötigt man ein Moskitonetz um den Kopf und auch Moskitospray. Man kann bei der amerikanischen Post eine Art Flatrate abschließen und sich einen Eimer oder eine Kiste immer wieder an Orte schicken wo man noch hinwandert. Die Minimalentfernung damit man auf sein Paket nicht warten muss liegt wohl im Bereich von 5 Tagen (das kommt aber sehr drauf an wo man sich befindet – es kann auch mal deutlich länger dauern bis die Box ankommt). Mehr als 15 Tage sollte man es auch nicht vorausschicken, weil die Box nur 2 Wochen aufbewahrt wird (an einigen Stellen auch bis 4 Wochen). Als US-Amerikaner kann man auch einfach Freunde bitten einem Pakete zu schicken aber als Europäer macht das wenig Sinn.
  • Wie steht es mit Internet und der Erreichbarkeit? In einem Wort: Schlecht. Alle paar Tage ist man mal in kleinen Orten, in denen es freies Internet gibt aber die meiste Zeit ist man nicht erreichbar und hat auch keinen Internetzugang. Es gibt Satellitenkommunikationsgeräte, die sowohl die Position übertragen als auch den Versand von SMS ermöglichen.
  • Nimmt man auf dem Trail ab? Pauschal lässt sich das nicht sagen aber wenn was zum Abnehmen vorhanden ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß. 15kg sind keine Seltenheit. Das hängt aber auch davon ab wie gut man Essen verwertet. Schlechte Essensverwerter werden wohl eher abnehmen.
  • Was ist das Basisgewicht? Das Gewicht des Rucksacks ohne Essen, Wasser und Treibstoff für den Kocher und allem was man direkt am Körper trägt. Über das Thema kann man Romane schreiben. Es geht immer darum möglichst wenig Basisgewicht zu schleppen aber anderseits auch so viel mitzunehmen, dass man zurecht kommt. Da das Basisgewicht durch die Einschränkungen (nichts was am Körper getragen wird und keine Verbrauchsgüter) etwas schwammig definiert ist, rechnen sich das einige Hiker gerne schön und protzen dann damit rum.
  • Was ist ein Zero / Nero? Ein Tag ohne bzw. ein Tag mit wenig zurückgelegten Kilometern auf dem Trail. Quasi vergleichbar mit einem Wochenende, nur das es auf dem Trail viel seltener vorkommt.
  • Wie lange dauert es den PCT zu hiken? Normal sind 140-160 Tage. Der Rekord liegt um 60 Tage. Die 60 Tage sind aber unter unrealistischen Bedingungen entstanden, weil die Personen von außerhalb mit Getränken und Lebensmitteln versorgt wurden. Die brauchten sich also um Themen wie resupply und Trampen nicht kümmern. Das soll die sportliche und mentale Leistung nicht schmälern aber ich finde man sollte den Trail auch genießen.
  • Was ist Resupply? Das Auffüllen der Vorräte. Die Nahrungsmittel, die man mit sich trägt sind begrenzt und bedeuten viel Gewicht, desto mehr man dabei hat. D.h. desto weiter man ohne Resupply laufen will, desto mehr muss man mitschleppen. Viele Dinge halten sich bei den teilweise sehr hohen Temperaturen auch nur sehr begrenzt. Resupply ist teilweise sehr aufwendig, weil die Städte nicht immer am Treil liegen. Man auch manchmal 10km trampen, um in die Stadt zu kommen. Wenn man stinkt und wie ein Landstreicher aussieht vergrößert das gerade als Mann aber die Chancen nicht gerade mitgenommen zu werden (ich würde sogar sagen, die sind dann unterirdisch schlecht). Wobei man sich ja auch einfach ein Taxi bestellen könnte, wenn es sowas in den Kleinstädten gibt. Das ist zwar Hiker untypisch, aber bevor man stundenlang rumsteht. Das mit dem Taxi geht natürlich nur, wenn ein Handynetz verfügbar ist.
  • Was ist ein Tripple Crowner? Neben dem PCT gibt es in den USA noch zwei richtig große Trails. Der Appalachian Trail (ca. 3500km), der auf der Ostseite der USA liegt und den Central Deviding Trail (ca. 5000km), der in einigen Aspekten noch anspruchsvoller als der PCT ist. Zuerst ist er länger, er geht durch Grizzly Gebiet und er ist am schlechtesten ausgezeichnet. Wer alle drei gelaufen ist, darf sich tripple crowner nennen.

Weiterführende Links:

  • Deutschprachiger Blog zu einem Thru-Hike des PCT von der Planung bis zum Ende:
    https://sommersprossegoeswest.com/2017/01/
  • Englischsprachige Site zum PCT (Dixie hat sowohl den Appalachian Trail als auch den PCT gelaufen und läuft aktuell den Central Dividing Trail):
    http://homemadewanderlust.com/
  • Bei Dixie sind aber die Videos viel Interessanter als die Seite:
    https://www.youtube.com/channel/UCQhqmV26773qZhzqJz4VFcw
    Ich muss euch allerdings ein wenig vorwarnen. Ich finde sie sehr sympatisch aber die “arme Hikerin” kaufe ich ihr nicht so ganz ab. Wenn ich das in den Videos richtig verstanden habe, dann hat sie studiert und kurz danach mit dem Hiken angefangen (in den USA hat man nach dem Studium normalerweise recht hohe Schulden). Sie hat ein eigenes Haus und wenn man sich so die Abozahlen / Views / professionell organisiertes Sponsoring über Abomodelle mit Gegenleistung / Spendenwunschlisten und ihr Equipment anschaut (z.B. die mitgeführte Drohne), dann muss man wohl eher schon einer Berufshikerin sprechen. Davon abgesehen finde ich ihre Videos aber sehr cool. 😉
  • Ein paar Statistiken:
    https://www.halfwayanywhere.com/trails/pacific-crest-trail/pct-thru-hiker-survey-2017/
  • Offizielle Seite zum PCT:
    https://www.pcta.org/

Ihr findet massenhaft Seiten zu dem Thema mit Ausrüstungslisten, Tipps zur Ausrüstung, Ausrüstungslisten, Berichten usw.

Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ich kann natürlich aktuell nur die Theorie beantworten. Es gibt aber zig Blogs von Leuten, die den PCT oder andere Teils gelaufen sind und die auch Praxistipps geben können. Aber Achtung: Ihr bekommt immer mehrere Meinungen, wenn ihr mehr als eine Person fragt.

Ich hoffe für auch war das Thema auch wenigstens etwas interessant. Ich finde das Thema total spannend. 🙂

Den zweiten Teil findet ihr hier:

Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen

 

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