Bridgekameras Sony Cybershot RX10 IV vs. Canon G3X [Kommentar]

Was sind Bridgekameras?

Bridgekameras gelten als Übergang zwischen Kompaktkameras und “hochwertigen” Kameras. Bridgekameras haben ein fest verbautes Objektiv und können oft einen großen Zoombereich abdecken. Die verfügbaren Modelle sind aber sehr überschaubar und der Markt offenbar nur klein. Ich habe zuletzt 2017 eine Bridgekamera im Antarktisurlaub benutzt.

Benutzer von Systemkameras rümpfen oft die Nase über Bridgekameras.

Warum nicht gleich eine Systemkamera?

Viele Fotos in dem Urlaub wären mit einer Kompaktkamera nicht möglich gewesen und bei einer Spiegelreflex hätte man dafür mehrere Objektive benötigt und deutlich mehr Gewicht mitschleppen müssen (die diversen anderen Nachteile wie Geräuschkulissen, Liveview lasse ich hier mal weg). Systemkameras waren zu der Zeit noch nicht ganz so relevant wie heute, bilden diesbezüglich aber keinen Unterschied zu Spiegelreflexkameras. Es gibt schlicht keine Objektive, die einen Zoombereich von 24-600mm abdecken, wie das bei Bridgekameras möglich ist.

Selbst 24-300mm oder 24-400mm gibt es so gut wie nicht (mir fällt gerade nur ein einziges ein und das dann auch nur für Micro Four Thirds – siehe weiter unten).

Desto größer der Sensor ist, desto größer werden auch die Objektive. Tendenziell haben größere Sensoren den Ruf mehr Bildqualität und weniger Rauschen gerade unter schwierigen Lichtbedingungen zu liefern. D.h. sowohl die Bridgekameras als auch die Systemkameras haben Vorteile und Nachteile.

Vorteile Bridekamera:
  • Universalisten (ein Objektiv), somit verpasst man auch keine Fotos, weil man das falsche Objektiv auf der Kamera hat, aber möglicherweise aus anderen Gründen (z.B. Autofokus / Lichtempfindlichkeit)
  • Deutlich leichter und kompakter
  • Teilweise günstiger
Vorteile Systemkamera:
  • Flexibler, die Qualität kann mit den jeweils optimalen Objektiven höher sein, besonders unter schwierigen Bedingungen
  • Deutlich mehr Auswahl von verschiedenen Kameras und Qualitätsstufen

Sony Cybershot RX10 IV vs. Canon G3X

Das soll kein ausgewachsener Test der beiden vorgenannten Kameras sein, davon gibt es bereits genug im Internet. Wenn man sich die Tests ansieht, ist das Fazit sehr eindeutig. Die Sony Cybershot RX10 IV gilt als deutlich bessere Kamera, da das Objektiv viel Lichtstärker ist und die Kamera zumindest aus dem Puffer in der Lage ist viel mehr Serienbilder zu schießen. So offensichtlich ist der Gewinner aber aus meiner Sicht nur auf dem Papier. Ich wäre vermutlich auf die Canon G3X als Vergleichskandidatin nicht aufmerksam geworden, wenn ich sie nicht 2017 im Urlaub schon besessen hätte

Sony Cybershot RX10 IV

Sony Cybershot RX10 IV

Positiv
  • Hochwertigere Linsen (mehr Lichtstärke)
  • Sehr hohe Bildrate (24 Bilder/Sekunde für 4,5 Sekunden in RAW bis 9,5 Sekunden in JPEG, dann aber nur noch magere 2,5 Bilder/Sekunde fortlaufend bzw. 1,4 Bilder/Sekunde bei JPEG + RAW)
  • Elektronischer Sucher
  • 4K Video (wobei das mittlerweile das Handy in der Regel besser kann und mit Zoom zittert man trotz Bildstabilisator, das macht aus meiner Sicht nur mit Stativ Sinn)
  • Elektronischer (mit all seinen Nachteilen) + Mechanischer Verschluss
Negativ
  • Kein ND Filter
  • Hohes Gewicht (ca. 450g und somit mehr als 50% mehr als die Canon)
  • Klobig im Verhältnis zur Canon
  • Sehr hoher Preis (1400 – 1700€ je nach Nachlässen und Aktionen)
  • Der Autofokus funktioniert eher durchschnittlich (abseits der Marketingzahlen kann der Autofokus im Teleende Sekunden dauern)
  • Kein dreh- und schwenkbares Display
  • Die Anleitung ist schlecht, die Bezeichnungen oft nicht sprechend. Canon hat auch sein Marketingtexte aber das ist noch deutlich verständlicher als das was Sony macht. Nur ein Beispiel: Das Wort “Bildstabilisator” kennt die Webanleitung nicht, Steadyshot schon (wir reden von der deutschen Anleitung). Die Beschreibung zu dem Punkt ist auch eher schlecht.

Canon G3X

Canon G3X

Positiv
  • Verhältnismäßig günstig erhältlich (375 – 500€ gebraucht mit einem Jahr Gewährleistung)
  • Gelungeneres Benutzerinterface
  • Die Kamera scheint besser gegen Verwackelungen gegensteuern zu können (in der Praxis sind die Fotos bei der Canon freihand häufiger nicht verwackelt)
  • Suchbutton an Objektiv (der ist wirklich sehr praktisch, wenn man mal versucht hat mit Maximalzoom einen Vogel zu treffen, der weiß diese Funktion zu schätzen, dabei wird schnell ein Stück (konfigurierbar) ausgezoomt, gleichzeitig aber das Fenster gezeigt das das gezoomt wird, wenn man den Button loslässt)
  • Größerer Schwenkbereich des Displays + Display leicht größer
Negativ
  • Keine direkte Anbringung von Filtern möglich (Adapter auf 67mm erhältlich).
  • Keine Streulichtblende enthalten (fairerweise muss man anmerken, dass die eh im Telebereich nicht viel bringt)
  • In RAW unbrauchbare Serienbildfunktion (<1 Bild pro Sekunde), in JPEG 7,6 bzw. 6 Bilder pro Sekunde (letzteres aber unendlich)
  • Der Autofokus funktioniert eher durchschnittlich (abseits der Marketingzahlen kann der Autofokus im Teleende Sekunden dauern)
  • Kein Sucher (Benutze ich aber eh kaum, da unpraktisch wegen der Brille)
  • Kein dreh- und schwenkbares Display (aber das Display ist in mehreren Aspekten besser als bei Sony, da größer und schwenkbarer)
  • Der Bildstabilisator kann etwas Klappern im ausgeschalteten Zustand
  • Kein elektronischer Verschluss, dafür ND Filter (wenn 1/2000 nicht reicht)

Zusammenfassung und Fazit:

Canon G3X

Obwohl die Canon technisch mittlerweile vollkommen veraltet ist, finde ich sie nach wie vor etwas attraktiver als die Sony. Wenn Canon lediglich den Prozessor gegen die aktuelle Generation tauschen würde (höhere Bildrate) und den Fokus verbessern (vor allem beschleunigen), wäre die Kamera für mich quasi perfekt. Das Fokusthema hat Sony aber auch nicht Ansatzweise im Griff, auch wenn die Tests und das Marketing das ganz anders suggerieren.

Die Lichtschwäche des Objektivs am Teleende ist sogar noch verschmerzbar.

So wie es scheint, wird es aber seitens Canon Canon kein Update mehr geben zu der G3X. Die Canon ist nur noch gebraucht erhältlich (also vom Markt genommen). Offenbar schätzt Canon den Markt zu klein ein. Dafür kommt von Canon eine Systemkamera nach der anderen auf den Markt, die bei der Zoomrange nur einen Bruchteil abdecken und dann doppelt so viel wiegen und ein paar tausend Euro kosten mit den notwendigen Objektiven.

Sony Cybershot RX10 IV

Bei der Sony habe ich öfter das Gefühl, dass sie die Leistung nicht auf die Straße bringt. Bei gleichen ISO Werten hat die Sony am Teleende oft gleiche oder manchmal sogar höhere Belichtungszeiten wie die Canon am Teleende. Die Fotos sind in der Tendenz auch heller ohne manuelle Eingriffe. Das entspricht aber nicht den realen Lichtbedingungen.

Die Sony neigt tendenziell im Freihandbetrieb eher zu Verwacklungen am Teleende bei nicht optimalem Licht. Damit haben beide Kameras zu kämpfen, die Sony aber tendenziell mehr, das auch am höheren Gewicht liegen. Und das ist bei beiden keine leichte Schwäche.

Als Beispiel: Ich habe bei Maximalzoom auf mehrere Meter Entfernung einen kleinen Text auf einer Farbspraydose am Teleende fotografiert (kleiner Fokusbereich, nicht optimale Lichtbedingungen). Ich habe in dem Szenario unter gleichen Bedingungen mit beiden Kameras 5 Fotos mit ISO 1600, 2 mit 800 und 3 mit 400 geschossen.

Die 800 / 400 ISO Fotos waren bei der Sony alle sehr verwackelt und unbrauchbar, bei der Canon noch ok aber nicht gut. Von den 1600 ISO Fotos war bei Canon eins perfekt, bei Sony keins (das beste ist auch leicht verwackelt). Bei Sony waren von den 1600er ISO Fotos zwei Totalausfälle, 3 ok, bei der Canon gab es keinen einzigen Totalausfall von allen 10 Fotos.

Kameraübergreifend

Bevor einer fragt: Ja, der Bildstabilisator war bei beiden aktiv. Der Modus war bei beiden Kameras P.

Zusammenfassend waren bei der Canon 9/10 Fotos ok, wenn auch nicht gut, 1/10 gut, bei der Sony 7/10 nicht brauchbar, da verwackelt, 3 ok, keins gut. Das waren wie gesagt Extrembedingungen mit dem Teleende und eher schlechtem Licht aber einfach kann jede Kamera.

Solche Bedingungen sind auch der Grund warum einige Leute so über Bridgekameras herziehen, die vergessen aber dabei oft, dass diese Art von Fotos von deutlich teureren Kameras nur mit absoluten Spezialobjektiven für tausende Euros und sehr viel Gewicht möglich sind.

Wenn ich 2017 der Meinung gewesen wäre, dass die Canon optimal ist, hätte ich sie damals behalten aber ich habe damals wirklich gehofft, dass es noch mal eine Version 2 mit Verbesserungen in den von mir kritisierten Bereichen gibt.

Persönliche Entscheidung und Fazit:

Einige der Negativpunkte der Canon finde ich nicht so kritisch oder sie sind auch Negativpunkte bei der Sony:

  • Der fehlende elektronische Sucher bei der Canon ist unschön, aber ich kann mit den Suchern – dank Brille – in der Regel wenig anfangen. Der in der Sony ist ohne Brille ok, mit hilft er auch kaum, da der Abstand zu groß ist und man das Bild nicht komplett sieht.
  • Die Serienbildfunktion: 24 Bilder pro Sekunde sind für mich unnötig. Ein Bereich von 12-15 ist für meine Ansprüche mehr als genug (davon deckt die Canon ca. die Hälfte ab). Den Einbruch auf 2,5 / 1,4 bei Sony finde ich auch daneben, auch wenn das selten stören wird.
  • Mit Filtern habe ich bisher selten gearbeitet – das würde aus meiner Sicht primär Sinn machen, wenn man sich dadurch den Objektivdeckel komplett sparen kann. Dass aber Staub und Fingerabdrücke überhaupt nicht haften bezweifle ich. Insofern bin ich mir nicht so sicher, ob das ein Negativpunkt ist.
  • Die Canon hatte ich 2017 schon mal und zu Hause im ruhigen Raum hat mich das Klappern des Bildstabilisators ziemlich genervt. In der Praxis ist es draußen eher nicht relevant.

Bei der Fokuszeit und auch bei der Bildstabilität war ich von der Sony eher enttäuscht. Die Sony verschenkt zu viel von ihren physischen Vorteilen, um ernsthaft Boden gegen die Canon gut zu machen. Umso erstaunlicher finde ich, dass das immerhin Version 4 der Kamera ist.

Bridgekamera oder doch Systemkamera?

Jemand hat über die Sony gesagt die kann alles aber nichts richtig. Das tritt auf Bridgekameras wohl generell zu. Sie sind nicht perfekt in der Qualität (gerade am Teleende nicht). Das können sie auch nicht sein aufgrund der physischen Limits, die aber auf Systemkameras auch zutreffen (beispielsweise sind die Objektive mit auch nur ansatzweise vergleichbaren Zoomreichweiten auch sehr lichtschwach).

Dafür geben die beiden Bridgekameras aber eine ziemlich gute Figur ab. Man muss sich aber abseits des Marketings der Hersteller der Limits bewusst sein.

Ich finde den Vergleich mit APS-C oder Vollformatsensoren auch nicht legitim. Für beide gibt es keine direkt vergleichbaren Objektive. Um die Range der Bridgekameras abzudecken braucht man mindestens 2-4 Objektive und / oder Extender (vor allem bei Vollformat Kameras). D.h. die Bridgekameras sind ein kleiner Markt für sich.

Auch ein nicht ganz perfektes Foto ist ggf. noch deutlich besser als eine verpasste Gelegenheit und die wird man mit mehreren Objektiven ständig haben, weil man oft das falsche Objektiv auf der Kamera hat. Profifotografen haben deswegen oft gleich zwei Kameras mit unterschiedlichen Objektiven dabei. Ich habe es bei der Antarktistour sehr häufig erlabt, dass die Fotografen Gelegenheiten verpasst haben, weil sie gerade das falsche Objektiv dabei hatten und das andere in der Kabine lag.

Alternativen?

Im  Bereich Bridgekameras gibt es noch zwei Kameras von Panasonic, die aber grob vergleichbar mit der Sony sind.

MFT

Die einzige Kamera, die mir aktuell einfällt, die ein vergleichbares Objektiv zu den hier gegenübergestellten Bridgekameras bietet ist die Olympus OM-1 mit 12-200mm (also 24-400mm Kleinbildequivalent Objektiv). Die Olympus OM-1 Kamera kostet mit Objektiv aber schon 3000€ und ist vergleichbar schwer wie die Sony Cybershot RX10 IV. Die Olympus OM-1 Kamera entstammt dem Micro For Thirds Standard und ist bei der Sensorgröße die nächsthöhere Stufe nach den 1″ Sensoren der Bridgekameras. Zusatzkosten wie z.B. ein Blitz kommen noch oben drauf.

APS-C

Tendenziell noch mal etwas größer sind z.B. APS-C Kameras wie die Canon R10 (die mit einem Zoomobjektiv auch schon etwas über ein kg wiegt uns dann im Optimalfall 29 – 640mm abdeckt). Für den Bereich bis 24mm oder kleiner braucht man aber ein zweites Objektiv, dass man beim Preis und Gewicht noch obendrauf rechnen darf. Mit der Kombo liegt man bei ca. 2000€.

Noch besser aber noch mal 200g schwerer ist man mit der R7 aufgestellt, die auch einen sehr guten internen Bildstabilisator bietet. Beim Preis kommen mit der R7 noch mal 500€ obendrauf. D.h. Bridgekameraalternativen sind bei vergleichbarem Funktionsumfang selbst im Vergleich zur teuren Sony noch mal ca. 500 – 1000€ teurer, schwerer und klobiger, liefern aber vermutlich auch eine bessere Qualität gerade unter schwierigen Bedingungen. Man muss sich aber bewusst machen, dass man einen guten Teil der Qualität wieder über das Objektiv verliert. Man hat aber die Möglichkeit mit einem spezialisierten Objektiv mehr aus der Kamera zu holen.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Habt ihr Empfehlungen? Habe ich gute Alternativen übersehen?

Deutschlands volle Solidarität und die Ukraine [Kommentar]

Momentan schäme ich mich ein Deutscher zu sein. Warum? Einerseits lässt unser Bundeskanzler bedeutungsschwere Zitate zum Thema “volle Solidarität ab” und und an seinen Handlungen merkt man sehr schnell was das zu bedeuten hat – nichts.

Bei den Sanktionen hält Scholz und die Bundesregierung sich weiterhin zurück, damit man noch Reserve für weitere Eskalationsstufen hat. Was muss denn noch passieren, bevor man die zündet?

Aus meiner Sicht muss sofort auch der SWIFT Ausschluss kommen und die Gas und Ölimporte aus Russland müssen gestoppt werden (ja das ist auch schmerzhaft für die EU, ein Krieg direkt vor unserer Haustür sollte es aber auch sein). Es kann doch nicht sein, dass wir Putins Krieg sogar noch finanzieren. Stattdessen ist Deutschland eines der wenigen Länder, dass härtere Maßnahmen blockiert. Offenbar hat Russland zu viel Militäte und somit offenbar zu viel Militär, dass wir übrigens mit finanziert haben.

Davon ab finde ich die Mentalität der Mehrheit in Deutschland (lt. Umfrage absolut scheinheilig). Demokratie und Freiheit sind uns ganz wichtig und den Krieg in der Ukraine finden wir auch verwerflich – aber nicht mal einen monetären Preis dafür zahlen? Temporäre Mehrkosten beim Gas oder Benzin. Das geht doch nicht. So wichtig ist der Krieg dann doch nicht.

Vermutlich würde diese Mehrheitsmeinung schnell schwanken, wenn Herr Putin bei uns einmarschieren würde. Stattdessen begnügen wir uns mit dem weiter so und spielen den neutralen Beobachter, der lieber ein paar Helme liefert, wenn der Krieg verloren ist als Abwehrwaffen.

Zugegeben, die Abwehrwaffen wie Flugabwehrraketen oder Panzerabwehrraketen bringen jetzt vermutlich auch nicht mehr viel, die hätte man schon vor dem Angriff in das Land bringen müssen, denn jetzt werden sie nicht mehr rechtzeitig ankommen.

Und selbst wenn der Westen es nicht für die Ukrainer macht – wir sind ja gerade offenbar sehr berechnend – müsste man sich über jeden Panzer und jedes Flugzeug, dass Russland weniger hat freuen. Aktuell hätte – abseits von Atomwaffen – selbst die Nato wenig zu bieten, wenn Putin auf die Idee käme uns zu mit seiner Militärmacht zu befrieden und entnazifizieren (das macht er ja angeblich gerade in der Ukraine).

In Zeiten mit Typen wie Putin, Erdogan, Trump und Bolsonaro usw. sollte einem Demokratie und Entscheidungsfreiheit durchaus mehr wert sein als einige Euro beim Gas und Ölpreis, sonst könnte der Preis deutlich höher sein.

Irgendwelche Großdemos in westlichen Ländern interessieren H. Putin ungefähr so viel wie ein Käfer unterm Schuh. Warme Worte helfen den Unkrainern leider überhaupt nicht. Aber mehr als Schulterzucken scheint unsere Regierung gerade nicht liefern zu wollen.

Update 19:30

Scheinbar hat auch bei der deutschen Regierung ein Umdenken stattgefunden. Nun werden Waffen geliefert und SWIFT will man wohl auch zustimmen. Mal sehen, ob das mit den Waffen noch etwas bringt. Auf das Gas und Öl will man aber wohl nicht verzichten.

Mediaplayer im Vergleich: Zidoo Z9X vs. Vero 4k+ vs. Intel [Kommentar]

Da ich mir vor einer Zeit ein DIY NAS gebaut habe und anschließend auch meine komplette Blu Ray, DVD, UHR Sammlung auf das NAS übertragen habe, bin ich – zugegeben etwas naiv – davon ausgegangen, dass ich auf Linux schon eine gute Lösung finden werde die ISO Files von den Discs auszugeben.

Erste Versuche mit dem Kodi Mediencenter sahen auch erfolgversprechend aus, wie sich aber nach einigem Tests und Recherche im Netz gezeigt hat, ist das Unterfangen doch schwerer als gedacht.

Was sind die Anforderungen?

Aber wo liegt das Problem? Die Probleme entstehen dadurch, dass die Medienanbieter Kopien verhindern wollen und manche benötigten Elemente Lizenzgebühren erfordern. Ein Blu Ray oder UHD Blu Ray Player unterstützt heute eine ganze Reihe Standards von Unternehmen, die dafür zur Kasse bitten. Allen voran ist in dem Kontext Dolby zu nennen.

Im Optimalfall sollte ein Medienplayer die Ausgabe von allen verfügbaren Tonformaten beherrschen (DTS, Dolby bis Atmos, …). Weiterhin sind Formate wie Dolby Vision, HDR, HDR+ unterstützen.

Zusätzlich gibt es eine nicht zu verachtende Klientel, die auch noch 3D Formate (Framepacked) ausgeben möchte.

Und eigentlich sollte es selbstverständlich sein, ist es aber nicht: Man möchte natürlich auch noch in der Lage sein Menüs (also wie auf den Originaldiscs auszugeben).

Die Player sollten sowohl DVD, Blu Ray als auch UHD abspielen können (also bis 4K).

Und es gibt sicher einige, die auch gerne Streaming von Amazon Netflix usw. auf dem Gerät hätten. Nach meiner Erfahrung sind alle Geräte zu offen dafür. Am ehesten eignet sich dafür noch der Zidoo. Wenn ihr primär streamen wollt, kann ich aber von allen genannten Playern nur abraten. In dem Fall denkt eher über Amazon Fire TV, Apple TV oder andere Geräte wie Fernseher und Blu Ray Player nach, die diese Funktionen unterstützen.

Um es kurz zu machen: Es gibt keinen Medienplayer, der die o.g. Anforderungen erfüllen kann.

Intel Celeron(R) J4115

Intel NAS

Mit Linux und Kodi steht einem eine kostenlose Mediaplayer und Verwaltungssoftware zur Verfügung, die Plattformübergreifend nutzbar ist. Die Intel Plattform schlägt sich mit kostenpflichtiger Software unter Windows als Mediaplayer besser. Allerdings kann ich dann die diversen NAS Funktionen nicht mehr nutzen, weil Windows zu langsam dafür ist bei der von mir verwendeten Hardware bzw. vieles auch nicht so möglich ist wie unter Linux und man dafür auch nicht immer kostenloste Software bekommt.

Wenn man 3D Framepacked abspielen will, benötigt man dafür entweder eine spezielle Kodi Version (das funktioniert mit Kodi nach meinem Stand nur unter Windows) oder alternativ Power DVD 19 (neuere Versionen unterstützen kein 3D mehr). Power DVD19 ist kaum noch zu bekommen und je nach Händler werden Mondpreise dafür veranschlagt.

Ein Standard Windows PC bringt keine Fernbedienungsmöglichkeit mit. Es gibt aber die Möglichkeit z.B. Controller von Konsolen über Bluetooth zu koppeln. Die entsprechen zwar keiner richtigen Fernbedienung, sind aber zumindest relativ nah dran.

  • Audioausgabe: Passthrough von allen Tonformaten möglich (geteilter Platz 1)
  • Menüsupport: Linux: Platz 2 (Blu Ray Menüs funktionieren teilweise, bei UHD hatte ich noch keinen Erfolg mit Kodi), Power DVD mit Windows Platz 1 (verhält sich nach meiner Erfahrung wie ein BR-Player). Unter Windows kann auch recht gut VLC benutzt werden, wenn man auf 3D verzichten kann.
  • 3D Framepacked: Mit Linux nicht möglich nach meinem Wissensstand, mit Windows und Power DVD 19 Platz 1 zusammen mit dem Z9X
  • Dolby Vision: Mit Linux nicht möglich, soweit ich weiß mit Windows 10 auch nicht (mangels Treiber)
  • Geschwindigkeit: Platz 1, wobei Windows 10 deutlich mehr Ressourcen schluckt als Linux. Es reicht aber selbst mit Windows für die 4K Ausgabe. Ich würde mich aber nicht darauf verlassen, dass es nicht ab und an ruckelt, wenn Windows Hintergrundaktivitäten ausführt.

Vero 4K+

Vero 4K+

Wer sich zu dem Produkt die Werbung ansieht, muss genau hinschauen was einem versprochen wird. Die Geschwindigkeit wird im Vergleich zu einem Raspberry Pi betrachtet. Und von Menüausgabe ist nirgendwo die Rede. Der Vero ist der günstigste Player. Aktuell muss man beim Direktversand aus UK mit ca. einem Monat Wartezeit rechnen. Bei mir sind ca. 10€ Gebühren (Post + Zoll) zusätzlich zum Kaufpreis entstanden.

Der Support ist sehr gut (das betrifft sowohl FAQs, Guides als auch ein Forum und direkten Support durch den Verkäufer). Beim Abspielen hängt sich das Gerät ab und an gerne mal auf (das trifft allerdings auch für die anderen beiden zu, liegt also zum Teil wohl an Kodi).

Eine Vorhandene Kodi Mediathek lässt sich sehr leicht übertragen. Man hat Root Zugang auf das Linux (das übrigens einen ziemlich alten Kernel hat, also alles andere als Sicher ist). Samba / Cifs lässt sich sehr leicht als physischer Datenträger mounten (auch dafür gibt es Guides). Ich brauchte an meiner bereits vorhandenen Bibliothek nichts ändern. Ich habe die Dateien lediglich auf den Vero 4K+ übertragen.

Die Inbetriebnahme war somit sehr einfach. Ein paar Linux Kenntnisse schaden nicht, wenn man z.B. eine vorhandene Datenbank von Kodi übertragen möchte.

Einen richtigen Standby Modus kennt der 4K+ nicht.

Am Menüsupport will der Verkäufer noch arbeiten. Das würde den Zidoo aus meiner Sicht ein gutes Stück interessanter machen. Die Frage ist aber, ob er genug Geschwindigkeit hat, um die Menüs und somit auch die Filme ohne Ruckeln abzuspielen.

  • Audioausgabe: Passthrough von allen Tonformaten möglich (geteilter Platz 1)
  • Menüsupport: Quasi nicht vorhanden (es werden Menüs abseits von BD-J unterstützt. Faktisch sind das aber scheinbar fast keine. Zumindest hatte ich bei meinen Tests den Eindruck
  • 3D Framepacked: Es gibt einige Filme, die nicht vollständig problemlos angezeigt werden (Platz 2)
  • Dolby Vision: Nicht möglich
  • Geschwindigkeit: Platz 3 – das merkt man primär bei der Navigation.

Zidoo Z9X

Zidoo Z9X

Der Zidoo basiert auf Android. D.h. das Gerät ist genauso zu wie ein iOS Gerät. Man kann also so ohne weiteres weder Software installieren, noch auf der Kommandozeile auf das Gerät zugreifen. Auch einen Root Zugang gibt im Standardumfang nicht.

Kodi gibt es in einer Spezialversion (ZDMC), die zum Teil den nativen Player vom Z9X benutzt und teilweise leider nicht. Das führt dazu, dass sich Filme ohne Menüs problemlos wiedergeben lassen, Menüs aber über Kodi quasi nur unbrauchbar (wenn man aus Kodi einen Film startet, dann ruckelt es durchgängig – das liegt daran, dass dann nicht der native Player des Z9X genutzt wird, sondern der Kodi Player ohne Hardwareunterstützung). Warum das so ist, bleibt wohl das Geheimnis von Zidoo.

Wenn man eigene Software aus dem Google Playstore installieren will, muss man erst eine neue Version der Firmware / Betriebssystem aufspielen, die von Zidoo halb offiziell zur Verfügung gestellt wird.

Da es sich um einen chinesischen Hersteller und eine sehr veraltete Android Version handelt, vergesst das Wort Sicherheit am besten gleich.

Wenn man Software mit erhöhten Zugriffsrechten installieren will, muss man das Gerät rooten. Wie üblich mit allen Vor- / Nachteilen bei Android.

Das Mediencenter ist nicht schlecht aber eben eine Speziallösung. Eure Kodi Datenbank (sofern vorhanden), könnt ihr vergessen. Hier heißt es alles auf Null und sogar an die Dateinamen werden andere Anforderungen gestellt als bei Kodi. Ich musste auf dem Gerät mehrere hundert Serienfolgen manuell zuordnen, weil das Gerät andere Namenskonventionen verlangt.

Theoretisch gibt es auch im Google Play Store noch eine Software die es ermöglicht direkt mit Kodi den nativen Player zu nutzen (XMBC Wrapper), die Software ist aber fehlerhaft. Ich habe den Programmierer kontaktiert aber wenn man sich ansieht wie selten die Software upgedatet wird, hat der wohl mehr Interesse am kassieren als an der Verbesserung der Software (> 1000 Installationen bei ca. 8€ je abzüglich Playstore Kosten). Er hat den Fehler lt. Debug Log bestätigt, aber nun antwortet er nicht mehr. Ihr hört also raus, dass ist eine Bastellösung.

Bei Updates muss man auch vorsichtig sein was man auf das Gerät aufspielt. Es gibt diverse Softwareversionen im Netz, die teilweise nicht als Beta deklariert sind. Wenn ihr eine Softwareversion auf das Gerät aufgespielt habt, kommt ihr aber nicht mehr einfach auf eine geringere Version zurück. Dafür muss das Gerät komplett zurückgesetzt und anschließend mit einem speziellen Image bespielt werden.

Der Zidoo bietet ein echtes Standby (<1 Watt) und sogar einen physischen Schalter an der Rückseite. Allerdings hängt das Netzteil trotzdem weiter am Strom. Die beleuchtete Fernbedienung ist die mit Abstand beste Variante im Vergleichsfeld.

Die hässlichen Antennen lassen sich übrigens auch nach hinten und seitwärts wegklappen, nur Abnehmen geht nur mit Öffnen des Gerätes und somit Garantieverlust.

  • Audioausgabe: Passthrough von allen Tonformaten möglich (geteilter Platz 1)
  • Menüsupport: Platz 1-2, wenn man das native Mediencenter benutzt, über Kodi nicht brauchbar (Platz 1 wenn man mit Intel Linux vergleicht, Platz 2 wenn man mit Intel + Power DVD vergleicht)
  • 3D Framepacked: Platz 1 uneingeschränkt aber selbst hier sind ggf. Eingriffe erforderlich, die es bei Blu Ray Playern nicht nötig sind (left eye fist, right eye first)
  • Dolby Vision: Unterstützt (mir fehlt aber der Fernseher / Beamer um das zu testen)
  • Geschwindigkeit: Platz 2

Fazit:

Wenn ihr nicht experimentierfreudig seid, dann lasst die Finger von Mediaplayern. Jeder Blu Ray Player oder UHD Player kann das reine Abspielen besser und sobald man die Geräte nicht out of the box betreibt, sollte man schon einiges an Erfahrung mitbringen.

Dafür habt ihr bei einem UHD-Player natürlich auch nicht ein paar Hundert Filme in Sekunden und maximalem Komfort griffbereit (Blu Ray, DVD, UHD) und zwar mit maximaler Qualität und ohne Internetzugang und regelmäßige Kosten (Streaming).

Dazu kommen bei den Medienplayern Komfortfunktionen wie diverse Verknüpfungsmöglichkeiten (alle Filme zu einem Schauspieler), Hintergrundinformationen usw.

Den Komfort bei den Mediaplayern erkauft man sich aber mit Einschränkungen bei der Funktionalität.

Das beste Gesamtpaket ist aktuell der Zidoo Z9X, der könnte besser sein, wenn der Hersteller es wollte. Viel fehlt dazu nicht, der Support ist aber eher nicht vorhanden. Entweder läuft die Software oder eben nicht. Direkter Kontakt zum Hersteller ist nicht möglich (bzw. man bekommt offenbar im Regelfall keine Antwort). Der quasi Zwang zum eigenen Mediacenter von Zidoo ist nervig.

Intel hat die beste Hardwarebasis (ist am schnellsten), allerdings fehlt es an geeigneter Software, so lange man nicht Windows 10 + Power DVD benutzen will (und auch das ist fast schon eine theoretische Lösung – siehe oben).

Der Vero 4K+ ist der günstigste aber eben auch der langsamste Abspieler und es hapert zumindest noch beim Menüsupport. Außerdem ist er eher etwas träger als die anderen Kandidaten. Dafür bekommt man einen sehr guten Support.

Zahlen bitte! Jahresrückblick 2021 [Kommentar]

Es ist wieder Zeit für den Jahresrückblick. Den Blog gibt es bald seit 4 Jahren (im Februar).

Das letzte Jahr war – mal wieder – stark von Corona geprägt. Allerdings hat sich das bei mir in 2020 im Gegensatz zu 2019 nicht mehr in Kurzarbeit und deutlich mehr Freizeit niedergeschlagen. Ganz im Gegenteil, da die Kollegin zum 1. Januar gekündigt hatte, ist eher mehr Arbeit auf meinem Tisch gelandet.

Zahlen bitte!

 BücherSeiten
Januar21.084
Februar1672
März2772
April74.098
Mai62.087
Juni42.372
Juli41.221
August2539
September72.579
Oktober21.374
November63.944
Dezember22.155
Summe4522.897

Ich habe also fast halb so viel Bücher gelesen wie 2020. Allerdings ist die Seitenzahl nicht im gleichen Verhältnis gesunken, es waren somit ein paar dicke Klopper mehr dabei. Generell hatte ich dieses Jahr sehr viele durchschnittlich gute Bücher im Lesefundus. Die Pageturner waren leider recht dünn gesät.

Im schlechtesten Monat habe ich 539 Seiten gelesen, im besten 4.098. Das dünnste Buch hatte 258 Seiten, das dickste 896 Seiten.

Das entspricht durchschnittlich ca. 1.908 Seiten pro Monat und ca. 509 Seiten im Schnitt pro Buch.

Zwischen 1 (schlechtester Monat) und 7 (bester Monat) war die Spane der gelesenen Bücher nicht so hoch wie im Vorjahr. Ich habe also offenbar recht konstant weniger gelesen.

Der Leseanteil bei englischen Büchern lag bei 1693 Seiten. In Summe kann man zusammenfassen. dass ich etwas mehr als halb so viel gelesen habe wie im Vorjahr. Das zieht sich in etwa durch die ganze Statistik.

Zum Vergleich:

Jahresrückblick

An der Blogtechnik hat sich dieses Jahr kaum etwas getan. Nach drei Jahren läuft es relativ rund abseits von Update in Plugins, wo ich aufgrund der Fülle nicht ständig alles durch teste.

Ich noch nie so wenig gepostet wie in diesem Jahr. Nach einem Rekord von 160 Beiträgen im letzten Jahr, waren es in diesem Jahr gerade ca. 100. So wenig hatte ich selbst in meinem PCT Jahr nicht. Aber das ist immerhin auch noch alle 3,5 Tage ein Beitrag.

Zusätzlich sind einige Quartalsrückblicke entstanden:

Urlaubstechnisch hat wurde die Planung auch in 2021 wieder über den Haufen geworfen (Ursprünglich war Wandern in den USA und eine Karibiktour auf dem Programm) aber da zu der Zeit die Einreise in die USA nicht möglich war, hat sich das wieder erledigt. Die Karibiktour ist im Prinzip aus den gleichen Gründen gescheitert, da die meisten Flüge in die Karibik über die USA gehen.

Alternativ war ich in Deutschland (Lüneburger Heide und Bayern) unterwegs, das war aber bis auf die Knieprobleme am Ende auch sehr schön.

Für nächstes Jahr ist Schottland und Alaska angedacht. Ob das was wird, ich habe Zweifel. Plan B für den Sommer wäre Wandern in den USA. Das macht Corona technisch aber vermutlich keinen Unterschied, da beides an den Corona Regeln der USA bzw. Deutschland hängt.

Ein Thema was mich in 2020 beschäftigt hat war die Frage wie man möglichst effizient den Rest seines Lebens nutzen kann (ja man wird älter). Gerade Corona zeigt einem aktuell ja wie schnell das Leben sich ändern kann. Da ich gerne Reise und aktuell zu wenig Zeit dafür habe und das Leben halt auch sehr schnell vorbei sein kann habe ich mir die Frage gestellt wie lange ich noch arbeiten will und wie ich möglichst viel Zeit mit anderen Dingen verbringen kann. In dem Kontext habe ich auch Quit like a Millionaire gelesen und auch eine Anlagestrategie ausgearbeitet. Ich sag euch dann in 8 Jahren, ob der Plan aufgegangen ist oder nicht. 😉

Dieses Jahr hatte ich allgemein weniger Posts im Blog und auch weniger Technikthemen. Ich habe noch etwas an meinem NAS gebastelt (nun 2x18TB Kapazität + 10 GBit Netzwerkanbindung). Mittlerweile ist meine komplette Filmsammlung (überwiegend Blu Rays, einige UHDs und ein paar DVDs auf dem NAS eingezogen).

Ich mir nun noch einen Player bestellt, der auch die 3D Ausgabe hinbekommt (theoretisch könnte mein NAS das auch aber leider gibt es keine Treiber, die das noch unterstützen). Ich habe eine ganze Menge 3D Blu Rays und die sind mir auch deutlich lieber als 4K und HDR, weil der Mehrwert bei 3D einfach größer ist. Aus meiner Sicht hat sich die Industrie in dem Kontext ordentlich selbst ins Knie geschossen.

Da man anfangs nicht in der Lage war 4K mit 3D darzustellen (zu hohe Bandbreite), hat man es halt komplett versäumt den Standard dafür zu definieren (dazu mehr in den Leselaunen, sonst wird der Beitrag zu Themenfremd).

Mein Digitalisierungsprojekt für alle Rechnungen habe ich abgeschlossen. Somit ist jetzt alles in meiner private Cloud. Nächstes Jahr müsste ich das ggf. noch für weitere Dokumente angehen (Zeitnachweise, Abrechnungen, Versicherungen). Einige IT Themen habe ich noch angegangen (Keypass über Nextcloud, Browserfavoritensync über Nextcloud), zu denen habe ich aber keine Blogbeiträge geschrieben. Meine private Cloud wächst und gedeiht somit fleißig und meine Linux Server sind mittlerweile fast vollautomatisiert.

Einen Beitrag habe ich über Windows 11 gepostet und das war dieses Jahr auch einer der meistbesuchten. Ist schon witzig wie leicht man Klicks mit Technikthemen generiert und wie wenig mit buchigen Themen. Wenn ich das wollte, könnte der Blog locker 10x so viele Besucher haben, wenn ich die Themen explizit danach auswählen würde.

Weiterhin hatte ich mich mit Druckerkalibrierung beschäftigt, weil das out of the Box Druckbild des Laserdruckers leider sehr wenig mit der Realität zu tun hatte. Ich habe dieses Jahr auch eine Menge Youtube Videos geschaut (meistens Talentshows und davon eigentlich nur die absoluten Topleute aber halt Weltweit – schon krass was es für Talente gibt).

Anfang des Jahres habe ich auch wieder etwas mehr am Computer gespielt (Life is Strange, Star Wars Jedi Fallen Order, Sims 4, Civ 6), das erklärt warum ich etwas weniger zum Lesen gekommen bin.

Bei der Montagsfrage habe ich mich in der letzten Zeit rar gemacht. Für mich war auch etwas die Luft raus, weil sich die Fragen gefühlt ziemlich widerholen. Die Leselaunen habe ich weiter verfolgt, allerdings schreibe ich dort auch nur was, wenn es etwas zu berichten gibt. Regulär nehmen auch nur noch drei Blogs Teil.

Wie war euer (Blog)jahr? Was hat sich bei euch so alles getan? Ist bei euch alles so gelaufen wie es sollte oder eher nicht?

Windows 11 erste Erfahrungen [Kommentar]

Da ich Urlaub hatte und nach dem ganzen Pressebohei (Mindestanforderungen Windows TPM 2.0 und nur wenige neue Prozessoren) etwas neugierig war, habe ich direkt am Dienstag auf meinem Notebook Windows 11 installiert. Aus der Vergangenheit habe ich gelernt, dass es in der Regel die bessere Wahl ist die Installation über das Media Creation Tool vorzunehmen.

Download und Installation

Download und Installation waren am Dienstag Morgen Problemlos. Nach dem Rummel vorher hätte ich zumindest beim Download Probleme erwartet.

Auch die Installation lief durch. Es wurde lediglich bemängelt, dass Start 10 nicht kompatibel ist und somit deinstalliert werden muss (das Inhaltlich nicht so ganz stimmt, denn es gibt ein Update auf Start 11, was aber nicht wie ich vermutet habe eine eigene Software, sondern aktuell wirklich nur ein Beta Update ist).

Da ich aber eh das neue Startmenü mal im Original sehen wollte, hat mich die Deinstallation nicht weiter gestört.

Nach der Installation

Entgegen der überwiegend positiven Presseberichte, hatte ich mit diversen Problemen zu kämpfen.

  • Das Startmenü geht öfter mal nicht auf (Lösung: Explorer.exe im Task Manager neu Starten). – Update 17.10.2021 Seit dem ersten Windows Patch in KW41/2021 läuft funktioniert es öfter auf Anhieb, immer aber noch nicht Update 12.12.2021 Mittlerweile bin ich auf das Starmenü Start 11 gewechselt und scheinbar sind die Probleme dadurch behoben. Schon sehr traurig, wenn man dafür Fremdanbietersoftware nutzt.
  • Der Explorer schmiert ab, wenn man das neue “Kontextmenü” (zu den Anführungszeichen später mehr) benutzt. Das lässt sich in meinem Fall beheben über das Programm shexview. Damit kann man Kontextmenüerweiterungen aktivieren deaktivieren. Lustig in dem Kontext: Anfangs vermutete ich ein Programm als Schuldigen für das Problem. Es ist aber egal was ich aktiviere oder deaktiviere. Allein der Prozess behebt das Problem, aber nur bis zum nächsten Neustart. – Update 17.10.2021 Nach dem ersten Patch in KW41/2021 klappt es etwas besser, aber stabil ist das Menü noch nicht. Mal geht es direkt nach dem Start, mal nicht. Ich erkenne noch kein konkretes System. Update 12.12.2021 Ich erkenne so langsam ein System. Das Kontextmenü wird 1x geladen, dementsprechend ist es danach egal, wenn man danach Kontextmenüerweiterungen aktiviert – bis zum nächsten Start. Es gibt eine ganze Reihe Programme, die Windows Probleme machen mit ihren Kontextmenüeinträgen. Windows erkennt das aber nicht selbst. Da ist lustigen probieren angesagt.
  • Bisher hatte ich einen Absturz beim Runterfahren
  • Ab und an verschwindet die Internetverbindung (Zufallsbedingt), der Neustart behebt das Problem
  • Bei zwei Netzwerkadaptern lässt sich der zweite nicht von Öffentlich auf Privat umstellen oder andersrum. Windows bleibt bei mir in einer reproduzierbaren Dauerwechselschleife hängen und schaltet von selbst hin und her. Lediglich das verlassen des Dialogs bringt Abhilfe.

Somit ist mein Fazit: Trotz der recht überschaubaren Änderungen abseits der Optik, gibt es erstaunlich viele Probleme. Für mich hat die neue Windows Final eher Beta oder Alphastatus.

Usability

Der größte Kritikpunkt ist die Usability. Microsoft hat ohne Not viele Optionen entfernt, die die Usability verbessern. An vielen stellen hat man den Eindruck, als wenn nur 08/15 Benutzer im Fokus stehen und professionelle Anwender bewusst vergrault werden. Dafür einige Beispiele:

Das neue Kontextmenü ist sehr gewöhnungsbedürftig. Kopieren, Einfügen gibt es z.B. nur noch über Symbole (mal oben, mal unten und mal überhaupt nicht – siehe z.B. unten), viele Einträge fehlen komplett. Da Microsoft wohl eigesehen hat, dass da einiges fehlt, hat man das alte Menü eine Etage Tiefer eingebunden (weitere Optionen anzeigen). Super, immer ein Click mehr. Danke. Das Menü ist übrigens auch das was für den Explorerabsturz sorgt, auch wenn dort keine programmspezifischen Einträge vorhanden sind. Das Alte Kontextmenü (Shift + F10) geht nach meiner Erfahrung immer.

Ungrouping in der Taskleiste gibt es nicht mehr. Auch nicht per Registry hack (ok, mit der alten Taskleiste schon aber dann mit anderen Problemen, weil diese Variante in Windows 11 eigentlich nicht vorgesehen ist – dann kann man besser gleich bei Windows 10 bleiben). Es gibt also pro Programm nur ein Minisymbol und dahinter verbergen sich alle Fenster (ich hoffe also ihr kennt alle Symbole auswendig? Nein, dann schnell Lernen, Texte gibt es keine mehr). Der einzige Vorteil der sich daraus ergibt ist, dass ihr selbst mit einer Auflösung von 800×600 noch echt viel in der Taskleiste unterbringen könnt. Ansonsten dauert es mal wieder länger bis ihr das gewünschte gefunden habt. Wenn ihr z.B. mehrere Explorerfenster offen habt, drüber hoovern und versuchen mit den Briefmarkengroßen Darstellungen herauszufinden welches Fenster das richtige ist.

Scrollbalken – wow das nenne ich mal usability. Den gleichen Platz brauchen um die Information deutlich unübersichtlicher darzustellen (viel dünner wäre es nicht gegangen). Das muss man erst mal hinbekommen.

Neue Powershell – Tja, wieder so ein Fall von überragender Usability. Wenn man die alte Powershell nutzen will kommt folgendes:

Der Witz ist: Die neue Powershell ist bereits installiert, findet sich aber an anderer Stelle. Das muss man halt wissen. Windows 11 weiß es offenbar nicht.

Startmenüposition – das Startmenü ist im Standard nun mittig. Wow, das gibt es ja noch keine Ewigkeit bei Apple. Was für ein Designeinfall Microsoft. Ich bin überwältigt. gnädigerweise darf man das Startmenü aber noch links unterbringen.

Neues Design: Das ist wohl eine Geschmacksfrage. Nachdem mit Windows 10 Kacheln der letzte Schrei waren und man gefühlt jede Anwendung ohne Kacheldesign als veraltet galt, werden Kacheln nun wieder abgeschafft. Die waren wohl doch nicht so toll. Aber die Gadgets hat es ja auch schon getroffen (8Gadgets Pack funktioniert übrigens auch mit Windows 11 noch, falls jemand noch Gadgets nutzen mag, so wie ich).

Das nun die Fenster wieder rund statt eckig sind. Hatten wir alles schon ist weder neu noch modern.

Somit bleibt für mich nur das – für mich – bessere Design vom Startmenü übrig. Ziemlich wenig um eine neue Version für ein Betriebssystem zu rechtfertigen.

Taskleistenposition

Wenn ihr die Taskleiste links oder woanders hattet. Vergesst es. Nicht mit Windows 11

Windows 11 ist doch viel sicherer als Windows 10, oder nicht?

Das wird sich erst noch erweisen müssen. Aktuell ist nach der Windows 11 Installation erst mal nicht sicherer. Dafür muss neben der Erfüllung der Voraussetzungen Secure Boot im UEFI aktiv sein und die “Virtualisation based Security” aktiv sein.

Selbst auf PCs, die die Voraussetzungen erfüllen ist das aber in der Regel nicht aktiv, wenn man es nicht explizit aktiviert. Aktuell bringen die neuen Funktionen also bei vermutlich 95% der Anwender eher nichts, weil die nicht wissen, dass Secure Boot und obiges Feature erst aktiviert werden muss damit die neuen Features greifen. Wenn man die Funktionen aktiviert, verliert man aber deutlich Perfomanz (das ist wiederum ein Grund die Security Features nicht zu aktivieren).

Somit drängt sich für mich eher der Eindruck auf, dass Microsoft mit neuer Hardware mehr Windows Lizenzen verkaufen will, die Security ist offenbar nur ein vorgeschobenes Argument, dass Microsoft nicht so wichtig ist.

Fazit:

Ich kann aktuell nur abraten von Windows 11. Ich sehe keinerlei Vorteile aber viele Nachteile. Da sich inhaltlich kaum was geändert hat, finde ich die diversen Probleme schon ziemlich erstaunlich. Von den Performanzthemen in Bezug auf AMD Prozessoren und den neuen Security Features will ich jetzt nicht mal anfangen.

Lustig finde ich die teilweise schon religiös anmutenden Diskussionen in Foren (ich habe keine Probleme, also könnt ihr auch keine haben) oder wer Windows 11 noch nicht nutzt, gehört zu den ewig gestrigen (ja, klar).

Bis 2025 gibt es noch Support für Windows 10. Bis dahin hat Microsoft hoffentlich nachgebessert. Es gibt genug zu tun. An vielen Stellen hat Microsoft ohne Not verschlimmbessert in dem Alternativoptionen nicht mehr vorhanden sind. Besonders bei der Taskleiste.

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