VR Bestandsaufnahme – Valve Index Review [Kommentar]

Valve Index VR Headset

VR Teil 1 – Test der Occulus Quest

Ich hatte 2019 bereits einen VR Tests mit der Occulus Quest gestartet. Für den Preis war ich wirklich beeindruckt von dem Gerät, auch wenn die Quest einige Macken hatte. Die Controller hatten einige Schwächen hatten (der Ring große Ring stört einfach, weil man damit teilweise irgendwo anstößt und die Batterielaufzeit war auch ziemlich mau). Weiterhin hatte ich mit der Fresnel Linse so meine Probleme, weil dadurch immer wieder optische Effekte wie Lichtblitze aufgetreten sind (interessanterweise primär auf einem Auge). Zu dem Testzeitpunkt konnte man die Quest auch noch nicht mit dem PC verbinden, was ein weiterer Nachteil war.

Somit konnte ich auch nur die Spiele testen, die auf der Quest liefen. Das bedeutete relativ geringe Auflösung und eine recht begrenzte Auswahl.

Daher habe ich die Quest zurückgeschickt und dachte nun über die Investition in ein “richtiges” VR Headset nach.

VR Teil 2 – Valve Index

Da ich kürzlich meinen Rechner auf den aktuellen Stand gebracht hatte und nun eine AMD 5900X + Geforce 3090 FE (die Grafikkarte war nicht geplant aber leider das einzige war mehr als ein paar Sekunden verfügbar war, eigentlich sollte es eine 3080 FE werden) mein eigen nenne, dachte ich mir, dass es Zeit für die zweite Runde VR ist. Dieses mal eben richtig. Der Preis hat mich zuerst abgeschreckt aber dann habe ich es mir insoweit schöngeredet, dass man die Basisstationen und Controller hoffentlich lange nutzen kann, auch wenn das Headset in ein paar Jahre überholt ist und ggf. ersetzt wird.

Das Setup

Das Setup von der Occulus Quest war sehr einfach. Aufsetzen und loslegen beschreibt es am besten. Man konnte optional einen Spielbereich einrichten und das war es auch schon. Das Einrichten des Spielbereiches war simpel. Man hat durch Bewegungen einfach die Grenzen des VR Bereiches vergrößert und zwar beliebig in der Form.

Dementsprechend einfach hatte ich mir das bei Index auch vorgestellt. Weit gefehlt. Klar, man muss die Basisstationen zum Tracking platzieren. Das dauert schon eine Weile, ist aber Systembedingt. Je nach Raumsetup ist die Auswahl der Aufstellungsorte nicht so einfach, weil sie im Optimalfall auf einem ca. 2m hohen Schrank stehen und Diagonal gegenüber. Weiterhin sollte die Sicht auf den VR Bereich nicht durch Gegenstände behindert werden. Wenn die Stationen platziert und eingestellt sind (leicht nach unten geneigt, wenn sie auf 2m stehen), kann man mit der Raumvermessung loslegen.

Das geht mit dem Controller der Index. Man muss im Standardmodus einen möglichst quadratische Linie um den Raum ziehen, der die Basis für den VR Bereich bilden soll. Wenn man das richtig gemacht hat (mindestens 2×1,5m, sonst ist kein Raum VR möglich), dann wird innerhalb des begrenzten Bereiches ein weiterer Spielbereich gebildet.

Spielbereich und Grenze?

Da geht es schon los! Was soll der Quatsch? Die Grenzen des äußeren Bereiches werden angezeigt, wenn man in ihre Nähe kommt, die Grenzen des Spielbereiches aber nicht. Wofür lege ich einen Spielbereich fest, wenn ich für den die Grenzen nicht aktivieren kann? Wieso hat man das nicht wie bei der Quest gelöst? Die braucht weder die Minimalgröße, noch hat man zwei separate Bereiche, von denen der erste Bereich (Grenzbereich) der eigentlich relevante ist aber sich deutlich schlechter anpassen lässt als der zweite Bereich (Spielbereich).

Den Spielbereich sieht man nur auf dem Boden. Wenn man im Sitzen / Stehen spielt lässt sich kein Grenzbereich definieren. Spiele wie Beatsaber sind also dann recht gefährlich, weil man überhaupt keine Begrenzungen sieht. Ich würde sogar davon abraten ohne freien Bereich von 2×1,5m zum Spielen derartige Spiele zu nutzen.

Kamera mal ja mal nein

Ansonsten ist es auch eher eine Glückssache, ob die Grenze bei Annährung angezeigt wird und ob die Kamerasicht dann aktiviert wird, mal ja mal nein. Wenn die Kamera überhaupt geht. Das ist auch eher eine Glücksfrage. Hier muss ich ganz klar sagen war die Occulus Quest um Längen besser. Sowohl was den Setupprozess angeht als auch bei der Kameradurchsicht.

Bzgl. der Grenzen scheint ein Unterschied zwischen Headsettracking und Controllertracking zu bestehen. Sobald ein Controller in den Grenzbereich kommt oder diesen Überschreitet wird immer zuverlässig die Grenze gezeigt. Mit dem Headset kann man auch öfter die Grenze überschreiten, ohne das es einen Effekt hat. Warum das so ist, kann ich bisher nicht nachvollziehen, denn wenn das Headtracking nicht funktionieren würde, müsste man das ja auch im Spiel merken.

Die Idee von der Kameradurchsicht ist, dass bei Annäherung an die gesetzten Grenzen die Sicht so umgeschaltet wird, dass man die Realwelt sieht und so Kollisionen mit z.B. Wänden oder anderen Gegenständen vermeiden kann. Stellt euch das grob vor wie beim Holodeck in Star Trek vor.

Anfangs konnte ich die Kamera überhaupt nicht zur Zusammenarbeit bewegen. Geholfen hat bei mir, als ich die Index Infrastruktur mit Schaltstecktoden an und ausschalten konnte und die Index + Basisstationen erst hochgefahren habe, wenn der Rechner bereits ins Windows gestartet war. Als ich diese Möglichkeit noch nicht hatte, kam in der Regel als Fehlermeldung “keine Kamerakommunikation möglich”. Ob nun der Strom der Index getrennt wurde, die Treiber gelöscht und neu installiert wurden, die Index neu gebootet wurde – hat alles die Kamera nicht zur Zusammenarbeit bewegt. Irgendwann ging es dann, nachdem ich die Steckdosen verwendet habe.

Ein erweitertet Setupmodus erlaubt es zumindest Grenzbarriere über die vier Eckpunkte zu definieren. Der Modus ist aus meiner Sicht die bessere Variante, da der Spielbereich eh quadratisch sein muss.

Die Inhalte

Wie immer bei VR ist die der initiale WOW-Effekt groß. Plötzlich sitzt man mitten in einem Flugzeug (Flight Simulator), X-Wing (Star Wars Squadrons) oder versucht mit Lichtschwertern dem Beat zu folgen (Beatsaber). In Super Hot findet man sich in Matrix artigen Gefechten wieder (die Zeit wird steht dort, so lange man sich selbst nicht bewegt, desto schneller man sich selbst bewegt, desto schneller läuft die Zeit).

In Half Life Alyx stapfen sogar riesige Roboter und Mutanten durch das Zimmer. Das ganze Spiel ist so ausgelegt, dass man quasi alles anfassen kann und somit VR maximal erlebt. Der Effekt nutzt sich aber schnell ab. Das ist ungefähr so, wie man bei den 3D Filmen am  Anfang auf maximale Effekte gesetzt hat. Das hat anfangs seinen Reiz, verliert ihn aber schnell wieder.

So weit so schön. Realistisch betrachtet findet man aber nur 15-20 VR Spiele, die es sich aktuell lohnt zu spielen. Für mich gewinnen am meisten Simulationen oder simulationsartige Spiele wie z.B. Flight Simulator, Star Wars Squadrons, War Planes usw.

Aber alleine der Flight Simulator könnte fast Grund genug für VR sein, wenn er denn nicht so schlecht programmiert wäre. Für die dargestellte Qualität sind die Leistungsanforderungen ein Witz (extrem zu hoch). Selbst absolute High End Systeme gehen bei eher mittelmäßiger Grafik (man muss die Einstellungen gewaltig runterschrauben) in die Knie.

VR Erfahrungen

VR macht Spaß. Das liegt auch daran, dass damit Spielerfahrungen möglich werden, die sonst nicht möglich sind. Es ist eben schon sehr cool, wenn man plötzlich im Cockpit eines X-Wings sitzt oder auch im Flugzeugcockpit sitzt und ganz normal in alle Richtungen schauen kann. Näher an echtes Fliegen kann man ansonsten nicht herankommen, wenn man nicht gleich in ein echtes Flugzeug steigt. Wenn man den Kaufpreis zu Flügen in echten Flugzeugen in Relation setzt, kommt einem der Preis für das Headset plötzlich nicht mehr so hoch vor.

Nach der initialen Begeisterung versucht man dann aber die Kinderkrankheiten zu beseitigen, die man anfangs eher als “schaue ich mir später an, wird schon zu beheben sein” abtut.

Bei mir waren das mehrere Effekte. Ich hatte immer wieder Mikroruckler, die ich auch bei optimaler (genau diagonal gegenüber) Positionierung der Lighthouse Basisstationen nicht in den Griff bekommen habe.

Egal wie ich die Basisstationen aufgestellt habe, bei schnellen Kopfbewegungen ist das selbst im Steam Startraum passiert. Dabei war es auch egal, ob 80 oder 144Hz ausgewählt waren.

Nach etwas Recherche im Netz scheint das aber eher ein Nvidia (speziell bei der 30er Serie) als ein Index Problem zu sein. Offenbar fällt das bei VR Headsets deutlich mehr auf, als auf dem Monitor. Dort ist mir zumindest diese Art des Ruckelns noch nie aufgefallen. Lt. einem Thread im Nvidia Forum arbeitet man am Problem. Wann es gelöst wird, ist offen. So ganz einfach scheint es auch nicht so sein, da das Problem offenbar schon seit dem Release der 30er Serie besteht. Verursacht wird der Effekt offenbar durch einzelne übersprungene Bilder. Das sieht man selbst bei Bildraten von 144 Hz noch.

Anatomische Besonderheiten

Der Sweetspot (Bereich mit hoher Schärfe) und das Field of View (also der Sichtbereich) sind individuell sehr unterschiedlich. Wenn eure Augen tief innen liegen, dann werdet ihr mit beidem Probleme haben. Das FOV ist umso größer, desto näher ihr an der VR Brille seid. Am besten hättet ihr also ein flaches Gesicht. Bei der Index kann man zwar die Distanz zwischen Display und Auge einstellen aber das funktioniert nur sehr begrenzt. Bei mir sind die Knochen über den Augen oder die Brille im Weg. Ich habe sogar die Linsen von VR Optiker probiert aber auch die helfen diesbezüglich nicht, da sie den Abstand zu den Linsen auch vergrößern.

Beim FOV komme ich horizontal also auf rund 95°, was nicht gerade überragend ist. Das Vertikale FOV ist bei mir oben durch die Knochen über den Augen sehr stark eingeschränkt. Selbst wenn ich nur das FOV nach unten bewerte komme ich vielleicht auf 80°. Keine Ahnung wie man bei dem Test auf 130° kommen kann. Mit meiner Anatomie geht das definitiv nicht. Nach wie vor ist also VR nichts anderes als eine Taucherbrille tragen. So fühlt es sich zumindest an. Das trifft offenbar für alle VR-Brillen abseits der Pimax zu.

Sowohl mit den Linsen als auch mit der Brille hatte ich Probleme bzgl. des Sweetspots im horizontalen Bereich. Wenn man zu weit nach links oder rechts schaut wird es unscharf. Das sind aber Erfahrungen, die bei jedem Tester anders sind. Das hat auch wieder mit der Position der Augen zu tun.

Mein Augenabstand liegt mit 66mm im Normbereich. Diesbezüglich ist die Index übrigens klasse, weil die IPD im 0,1mm Bereich den Abstand anzeigt. Weniger toll ist, dass sich die Einstellung auch gerne mal von selbst ändert bei Kopfbewegungen.

Abseits davon hat man selbst bei weißer Schrift auf schwarzem Grund ständig irgendwelche glare Effekte. Das wird durch eine Brille oder Zusatzlinsen eher noch verstärkt.

Die Bildqualität

Die Displays der Index sind heute im Vergleich bestenfalls Mittelmaß. Die Auflösung ist eher gering verglichen mit vielen anderen Headsets. Das hilft zumindest bei PCs mit weniger Leistung. Trotz der – im Vergleich zu anderen Headsets offenbar – geringen Abstände zwischen den Pixeln lassen sich die einzelnen Punkte problemlos ausmachen. Das nennt sich Fliegengittereffekt.

Der Schwarzwert ist eher mau, selbst die Quest war diesbezüglich aufgrund des OLED Displays deutlich überlegen.

Abseits davon hat das Display sehr gute Bildwiederholraten und die Farbdarstellung ist ok.

Fairerweise muss man aber sagen, dass obige Effekte im Spielbetrieb kaum auffallen. Falls doch, dann am ehesten dadurch, dass man näher ran muss, um etwas lesen zu können. Das Fliegengitter ist schnell vergessen und selbst an den Schwarzwert kann man sich gewöhnen.

Controller

Die Controller habe ich im ersten Moment als nicht viel besser als bei der Quest eingestuft. Das war aber ein Fehler. Die Feinheiten machen es aus. Die Ringe an den Quest Controllern stören da man die vergisst und daher bei Bewegungen öfter mit den Controllern aneinander stößt. Das Problem gibt es bei den Index Controllern nicht. Weiterhin ist die Akkulaufzeit bei den Index Controllern deutlich größer.

Gerade bei Beatsaber merkt man aber auch das deutlich bessere Tracking, das eben wesentlich genauer ist als bei einer Occulus Quest über die integrierten Kameras.

Das Fingertracking ist nach meiner Erfahrung ziemlich ungenau und somit nur bedingt hilfreich. Das stört in etwa so viel wie man es anfangs toll findet, wenn es dann eben nicht der realen Stellung der Finger entspricht.

Die Controller scheinen aktuell die besten am Markt zu sein.

Der Ton

Der Ton ist wirklich klasse und das beste was ich bei einem VR Headset bisher gehört habe. In dem Bereich nichts zu beanstanden und auch nicht viel zu sagen.

Was noch fehlt wäre höchstens Surroundton aber andersrum vielleicht besser nicht. Dann wird das Headset noch schwerer und vermutlich auch hässlicher. 😉

Sonstiges

Ein paar Sachen sind mir sonst noch aufgefallen. Beim Updateprozess muss man jedes Gerät einzeln Updaten. Erst Basisstation 1, dann Basisstation 2, dann Headset, dann Controller 1, dann Controller 2. Ernsthaft? Das ist das Headset was angeblich am einfachsten zu bedienen ist und dann sowas? Wenn ich als Normalanwender updaten will, dann will ich einen Button und fertig. Zumindest als eine Option. Vor allem macht es keinen Sinn auf den beiden Basisstationen und auf den beiden Controllern unterschiedliche Firmwarestände zu haben.

Die Basisstation laufen im Standardmodus rund um die Uhr. Da ist sogar ein Motor für den Laser drin, der immer mitläuft. Strom sparen scheint bei Steam kein Thema zu sein. Den Standbymodus muss man erst manuell aktivieren. Standby bedeutet, dass die Basisstationen immerhin in Bereitschaft gehen (Motor aus), auch dann leuchten die LEDs noch. Auch die Index kennt kein echtes Standby. Die Leuchtdioden leuchten sowohl an den Basisstationen als auch am Headset immer. Somit kann man gleich noch 3 schaltbare Steckdosenadapter zusätzlich planen. Das ist nicht zeitgemäß.

Die Index ist mit Kabel schon ein ordentliches Gewicht auf dem Kopf. Das Kabel stört bei Bewegungen im Raum regelmäßig. Man kommt sich deutlich beschränkter vor, als dies z.B. bei der Quest ohne Kabel der Fall war.

Das Headset wird auch ganz schön warm. einerseits liegt es auf dem Gewicht auf und wenn ihr euch schnell bewegt müsst ihr die Schraube hinten auch schon etwas anziehen, damit das Headset fest am Kopf sitzt, ansonsten habt ihr Trägheitseffekte, wenn ihr den Kopf schnell bewegt und dann abrupt stoppt. Dadurch wird euch allein vom Tragen schon warm darunter. Die Displays helfen dabei noch.

Fazit

Nachdem ich die Occulus Quest vor einem halben Jahr getestet habe und die Valve Index eigentlich in jedem Test als optimale VR Mischung mit perfektem Tracking beschrieben wird, hatte ich persönlich mehr erwartet.

Dabei war ich mit dem Tracking der Controller sehr zufrieden. Mit den Mikrorucklern beim Drehen im Raum war ich aber absolut nicht zufrieden. Dafür kann die Index aber scheinbar nichts (siehe oben).

An den Controllern und am Ton gibt es auch wenig zu bemängeln.

Die Linsenthemen FOV und Sweetspot sind so individuell, dass man die nicht verallgemeinern kann. Dafür ist jeder Mensch zu unterschiedlich. Generell wäre mir ein größeres FOV lieber. In dem Bereich gibt es aber nur Pimax als Konkurrenz, deren VR-Brillen als wenig einsteigerfreundlich gelten. Weiterhin hat Pimax den Ruf quasi keinen Service bieten (auch dann nicht, wenn der Service manchmal aufgrund von Qualitätsproblemen angebracht wäre).

Somit ist mein Fazit: VR ist cool aber die Hardware ist noch immer in den Kinderschuhen und hat noch immer Kinderkrankheiten. Es ist zwar eine nette Spielerei aber haben muss man das nicht zwingend, auch nicht als leidenschaftlicher Spieler.

Am besten wäre vermutlich aktuell die Pimax 8KX. Die kostet aber auch schon 1500€ ohne Zubehör. Das heißt man benötigt trotzdem noch Basisstationen und Controller. Dann hat man ein Headset, bei dem man die Kopfhalterung tauschen muss, da der Ton der Standardhalterung sehr schlecht ist (somit landet man also in Summe schon bei ca. 2100€). Auch bei Pimax scheint es aber Linsenprobleme zu geben (vermutlich sowohl Fertigungstoleranzen  als auch abhängig von den jeweiligen Testern, wenn man Rückschlüsse aus Tests und Benutzerfeedback zieht).

Von VR 2.0 sind wir also leider noch ein ganzes Stück entfernt. Die Bestandteile sind vorhanden aber aktuell gibt es leider keinen Hersteller, der das out of the box und als Set liefern kann oder will, selbst wenn man bereit ist solch hohe Beträge zu bezahlen.

Awesome Blogger Award [Kommentar]

Zuerst danke an Tilly für die Nominierung.

Regeln, um Teil des Awesome Blogger Award zu sein:

  • Danke der Person, die Dich nominiert hat. -> Erledigt, siehe oben.
    Kennzeichne den Beitrag mit #awesomebloggeraward. -> Erledigt
  • Beantworte die Fragen, die Dir gestellt wurden. -> Erledigt
  • Nominiere mindestens 5 Blogger und informiere diese über ihre Nominierung. -> Das lasse ich erst mal aus oder verschiebe es ggf. auf später, denn wenn das jeder Blogger macht ist es ein Schneeballsystem und entwertet den Award und irgendwann ist halt auch jeder nominiert. Außerdem will ich niemanden unter Zugzwang setzen.
  • Gib ihnen 10 neue Fragen zur Beantwortung. – Somit auch auf später vertagt (siehe vorheriger Punkt). Der Teil könnte aber spannend sein. 😉

Die Fragen von Tilly:

  • Wieso hast du dich dazu entschlossen, einen Buch-/Autorenblog zu betreiben?
  • Ich wollte mich zu einem Buch austauschen, dass allerdings schon ein paar Jahre alt war und zu dem nun quasi kein Austausch mehr stattfand. Ich hatte gehofft, diesbezüglich mit einem eigenen Blog gegensteuern zu können. Das war zugegeben etwas blauäugig, denn das passiert bisher eher wenig. Zumal der Austausch eh am spannendsten ist, wenn man ein Buch gerade selber liest oder gelesen hat. Somit kann man sich zu Büchern in der Regel nur dann wirklich austauschen, wenn sie Mainstream sind oder eben in Buchclubs, Leserunden usw.

 

  • Was machst du, wenn du mal eine Schreib- oder Leseflaute hast?
  • Nun, da ich nicht schreibe, sind diesbezüglich keine Flauten zu erwarten. Beim Lesen habe ich kein konkretes Mittel. Ich mache was anderes und irgendwann habe ich dann hoffentlich wieder Lust. In der Regel hilft ein gutes Buch.

 

  • Ist der Autor tot?
  • Ähm, wie meinen? So ganz generell? Alle zusammen?

 

  • Wenn du etwas daran ändern könntest, wie in der Schule mit Literatur umgegangen, bzw. wie sie vermittelt wird – was wäre es?
  • Bitte weggehen von den vermeintlich literarisch wertvollen Werken wie Kinder vom Bahnhof Zoo oder Woyzeck. Stattdessen sollen Bücher gelesen werden, die gerade bei den Jugendlichen ankommen. Das kann die Biss Serie, die Firma oder auch Harry Potter sein. Einzige Voraussetzung ist aus meiner Sicht, dass es das Buch vor dem Film gab. Man sollte die Schüler vom Lesen begeistern und sie nicht davon abschrecken.

 

  • Hardcover, Softcover oder E-Book?
  • Früher ganz klar Hardcover, seitdem ich im Bett nicht mehr so gut lesen kann (ja, das Alter), E-Book.

 

  • Hand aufs Herz: Was war das für dich schlimmste Buch, dass du gelesen hast und wieso war es dir ein Graus? Hast du es abgebrochen oder dennoch beendet?
  • Puh, das schlimmste. So macht man sich Autoren zu Freunden. Ziemlich schlimm fand ich “Silberschwingen 1 – Erbin des Lichtes”, weil jemand der Leute verstümmelt und ein Mädchen wie den letzten Dreck behandelt als liebenswerter Kerl dargestellt wird, in den sie sich natürlich auch gleich verliebt.

 

  • Fällt es dir leicht negative Rezensionen zu verfassen?
  • Nein, wer bin ich, dass ich Werke von anderen zerreiße. Immerhin habe ich selbst noch kein Buch geschrieben. Somit finde ich, dass man immer einen gewissen Respekt vor der Arbeit der Autoren haben sollte. Wie schwierig eine gute Übersetzung ist, habe ich immerhin schon durch eigene Tätigkeit erfahren. Bei einem Buch kann ich es aber nicht beurteilen und somit nur rein subjektiv nach meinem Geschmack werten.

 

  • Autor, Genre, Cover, Titel, Beschreibung, Bewertung, Rezensionen… Was ist das für dich ausschlaggebende Kriterium, wenn du dir ein neues Buch kaufst?
  • Alles genannte. Es gibt Autoren von denen ich mehr oder weniger blind Bücher kaufe. Beim Cover ist es gut, wenn es interessant ist aber für mehr als initiale Aufmerksamkeit reicht es nicht. Das Cover kann sogar abschreckend wirken bei einem eigentlich guten Buch (gern bei Jugendbüchern genommen, wo Mädchen / Jungen abgebildet werden, die das jeweils andere Geschlecht zum kauf animieren sollen, aber nichts mit den Charakteren zu tun haben, die im Buch beschrieben werden). Beschreibung und Durchschnittsrezensionen spielen eine Rolle und natürlich auch das Genre. Wenn ich ein paar mal High Fantasy hatte, muss es dann halt auch mal Dystopie mit Realwelt sein – oder so.

 

  • Buchreihe oder Standalone?
  • Ganz klar Buchreihe, desto Länger eine Buchserie ist, desto eher kann man sich mit der Welt / den Charakteren verbinden. Allerdings mag ich auch keine Endlosserien mit 30 Büchern und nur lang ist halt nicht gut. Es sollte auch spannend sein.

 

  • Führst du ein Bücher-/Lese-Tagebuch? Warum (nicht)?
  • Nur mithilfe des Blogs. Dass reicht mir.

Fragen, die ich stelle (ich sammle so vor und nach bis ich 10 zusammen habe):

  1. Was sind deine 3 allzeit Lieblingsbuchserien?
  2. Was stört dich ggf. an Buchadaptionen in Film und Fernsehen? (Beispiele: generell Handlungsänderungen, komplette Veränderung der Geschichte, Änderung von Charaktereigenschaften, Wenn die Schauspieler nicht der Beschreibung der Charaktere im Buch entsprechen)
  3. Nimmst du Kontakt mit Autoren auf und gibst Kritik / Anregungen weiter und / oder tauscht dich mit Ihnen aus?
  4. Suchst du Zusatzmaterial zu Büchern oder interessiert dich das nicht? (ggf. Bonusmaterial auf der Homepage des Autors oder auch kleine Prequels Geschichten)
  5. Auf welches noch erscheinende Buch / Buchserie freust du dich am meisten?
  6. Wie ist dein Bücherregal sortiert? (nach Farben, titeln, chaotisch?)

 

Zahlen bitte! Jahresrückblick 2020 [Kommentar]

Es ist wieder Zeit für den Jahresrückblick. Den Blog gibt es bald seit 3 Jahren (im Februar).

Das letzte Jahr war natürlich stark Corona geprägt. Somit sollte man meinen, dass man mehr Zeit zum Lesen hatte. Da ich aber auch einige andere Projekte (DIY NAS – mit diversen Folgethemen, einen neuen Computertisch bauen) angegangen bin, die in den Vorjahren liegen geblieben waren, ist die Anzahl der gelesen Seiten / Bücher geringer als zum Beispiel im ersten Blogjahr. Zusätzlich habe ich diesem Jahr mehrere Staffeln von zwei Fernsehserien geschaut (Seal Team und Expanse). Beides benötigt natürlich auch Zeit.

Zahlen bitte!

 BücherSeiten
Januar31.312
Februar93.875
März146.714
April2800
Mai2912
Juni105.071
Juli2854
August2724
September145.508
Oktober94.310
November92.706
Dezember52.155
Summe8134.941

Zum Vergleich:

Im Vergleich zu 2019 hat sich die Anzahl der Bücher und auch der gelesenen Seiten deutlich erhöht. Da ich letztes Jahr aber auf dem Pacific Crest Trail (PCT) und ca. 5 Monate in den USA unterwegs war, ist das auch nicht erstaunlich. Im Vergleich zu 2018 ist sowohl die Anzahl der gelesenen Bücher als auch die Anzahl der gelesenen Seiten zurück gegangen.

Im schlechtesten Monat habe ich 724 Seiten gelesen, im besten 6.714. Das dünnste Buch hatte 80 Seiten (die 20 Seiten Bonusszene zu einem Buch zählt nicht, oder?), das dickste 784 Seiten.

Zwischen 2 (schlechtester Monat) und 14 (bester Monat) war die Spane der gelesenen Bücher sehr hoch.

Das entspricht durchschnittlich ca. 2.912 Seiten pro Monat und ca. 431 Seiten im Schnitt pro Buch.

Mit 3.096 Seiten habe ich einen neuen Rekord bei dem Leseanteil in der Sprache englisch aufgestellt. Es zeigt sich wieder, dass ich gerade bei verspätetem Erscheinen der deutschen Übersetzung gerne zum Original greife.

Jahresrückblick

Nachdem der Blog sich nun im dritten Jahr befindet, hat sich am Design und den Inhalten abseits von mehr nicht mehr so viel getan. Dafür ist der Blog mal wieder umgezogen und seitdem sind die Performanceprobleme scheinbar dauerhaft unter Kontrolle.

Die Anzahl der neuen Posts im Blog war 2020 die höchste in bisher. Im Schnitt habe ich offenbar alle 2 Tage gepostet. Da dies aber grob 40 Beiträge zu Montagsfrage und in etwa gleich viele zu den Leselaunen beinhaltet, sind es effektiv rund 70 reale Contentbeiträge.

Zusätzlich sind einige Quartalsrückblicke entstanden:

Da Reisen dieses Jahr nicht möglich war, habe ich deutlich mehr Reiseliteratur gelesen.

Ich habe mich dieses Jahr mit vielen nicht buchigen Themen beschäftigt. Anfang des Jahres was das ein Vergleich von Hikingstöcken auf den geplanten Urlaubsausflug zurück auf den PCT, der dank Corona nie stattgefunden hat. Als Nachbetrachtung zum PCT Hike habe ich einen Lessons Learned Post verfasst.

Es gab eine ganze Menge Technikthemen: 2-Faktor-Authentifizierung, MySQL 8, VPS Server Performance, Cookies im Blog (DSGVO), Nextcloud (ich habe viele alte Dokumente eingescannt und abgelegt), DIY NAS, Raspberry Pi als Webservers für einen WordPress Blog, Raspberry Pi mit Btrfs Luks Verschlüsselung, Odroid H2+ Performance, Raspberry Pi vs. VPS Server Performance, Backups und Btrfs, Update auf Ubuntu 20.04, PHP 8 Update.

Wie man an den ganzen Technikthemen unschwer erkennt, ist dort die Zeit hingeflossen, die ich weniger gelesen habe als in 2018.

Dem Wochenrückblick / Leselaunen und Montagsfrage bin ich 2020 treu geblieben.

Wie war euer (Blog)jahr? Was hat sich bei euch so alles getan? Ist bei euch alles so gelaufen wie es sollte oder eher nicht?

PCT Thru-Hike vs Covid 19 [Kommentar]

Pacific Crest Trail PCT San Jacinto

Die Langstreckenhiker als die Wurzel allen Übels

Ich habe mir nach einem Jahr mehr oder weniger PCT Abstinenz angeschaut was dieses Jahr um den PCT so passiert ist. Die ausländischen PCT Hiker wurden dieses Jahr durch den Reisebann weitgehend unterbunden (einige waren schon auf dem Trail – ausgehend von den Permits und Logeinträgen in den Trailbüchern wohl um die 550, als der Weltweite Shutdown begonnen hat).

Anschließend ist offenbar in der PCT-Facebookgruppe ein regelrechter Krieg ausgebrochen, der zum Gesamtbild der USA passt. Das ging so weit, dass sogar Morddrohungen an andere Hiker oder an ehrenamtliche Helfer, die auf Sozialen Medien moderiert haben, gingen.

Es sind offenbar sogar radikale Leute auf dem PCT hiken gegangen um mutmaßliche PCT Thru-Hiker zu dissen oder schlimmeres. Unglaublich sowas. Der PCT ist gefährlich genug, da braucht es nicht noch irgendwelche radikale selbsternannte Hilfspolizisten.

Faktisch hat sich die PCTA (Pacific Crest Trail Association) genötigt gesehen vom Hike abzuraten und die Permits zu widerrufen. Offiziell hat das aber keine rechtliche Wirkung, da nur staatliche Organisationen denen das Land gehört einzelne Teile vom Trail sperren können.

In der Facebook PCT Class 2020 wurde das Klima offenbar so vergiftet, dass sich eine neue Gruppe “still hiking” gegründet hat. Auch bei den Helfern gab es offenbar zwei Lager. Das eine Lager hat seine Unterstützung eingestellt (vollkommen nachvollziehbar) und das andere war wohl eher nach dem Motto jetzt erst recht unterwegs (nach dem Motto ich lasse mir doch nichts verbieten).

Argumente von beiden Seiten

Beide Seiten hatten valide Argumente. Im ersten Moment und als der Ausbruch primär in den Großstädten stattgefunden hat war meine erste Reaktion: Es gibt doch nichts besseres als dieses Jahr den PCT zu Hiken (irgendwo im Hinterland in der Natur ist die Ansteckungsgefahr qausi nicht vorhanden).

Ein paar Argumente für das fortführen des Hikes:

  • Die PCT Hike Vorbereitung ist keine Kleinigkeit. In einem Artikel wurde es mit der Vorbereitung auf olympische Spiele verglichen. Die Leute haben teilweise ihre Wohnung vermietet, ihr Auto verkauft und ihren Jop gekündigt. Nichts was man in einer Phase wo auch noch zig Leute ihren Job verlieren mal eben zurückdrehen kann -> Aus meiner Sicht ziemlich starkes Argument
  • Die lokalen Geschäftsläute sind auf die Hiker angewiesen -> Teilweise sicher wahr. 6000+ Langstrecken Hiker im Jahr mehr oder weniger dürften sich schon deutlich bemerkbar machen
  • Ohne Nutzung verkommt der Trail -> Wie bei jeder Straße gerade am PCT wird sich die Natur den Trail schnell zurück holen
  • Die Hiker sind auch keine größere Gefahr für die kleinen Städte, die teilweise vom Tourismus leben als jeder andere Besucher -> Aus meiner Sicht valide.
  • Jeder Hiker der seinen Hike abbricht reist quer durch das Land -> Wenn man angst vor Hiker in kleinen Orten hat ist das genauso ein valides Argument wie das der Ansteckung von Einwohnern
  • Wenn die Hiker nach Hause zurückkehren sind deren Familien in Gefahr -> Das ist kein Argument. Wenn man in dieser Richtung argumentiert gefährdet man auch alle entlang des Trails.
  • Die Ansteckungsgefahr auf dem Trail ist viel geringer als in Großstädten

Ein paar Argumente gegen das fortführen des Hikes:

  • Wenn man sich bei einem Resupply Stopp mit Covid ansteckt und dann auf dem Trail einen schnellen Verlauf mit starken Symptomen hat, kann das Lebensdrohlich sein und das ist dann definitiv eine Zusatzbelastung für die Ersthelfer -> Aus meiner Sicht valides Argument, ich kann nicht einschätzen wie die Risiken sind. Das hängt auch vom Alter des Hikers ab.
  • Man belastet Ersthelfer zusätzlich und setzt sie einer Ansteckung aus, wenn der Hiker Covid hat -> Partiell mit Sicherheit. Es müssen jedes Jahr einige Hiker “gerettet” werden. Da es dieses Jahr ein low snow Year war wäre der Aufwand vermutlich überschaubar gewesen. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die Search & Rescue Teams auch im Covid Kontext eingesetzt werden. Aber ja, valides Argument. Das mit der Ansteckungsgefahr trifft aber nicht nur auf Hiker zu, sondern auch bei jedem anderen Patienten. Wenn man sich US Notfallsendungen ansieht wäre es wohl viel hilfreicher, wenn die Leute nicht auf sich schießen würden. Die Anzahl der Notfälle am PCT ist verhältnismäßig überschaubar.
  • Auf dem PCT sind primär junge Leute unterwegs. Somit ist die Gefahr groß, dass diese Überträger sind und selbst nur milde Symptome zeigen. -> Möglich, wenn sie Masken nutzen in den Städten ist die Übertragungsgefahr aber nicht größer als bei anderen mit Maske (sofern die in den USA überhaupt benutzt werden).
  • Die PCT Hiker erhöhen die Gefahr der Übertragung in den kleinen Örtchen extrem, da sie den Virus entlang des PCT verbreiten -> Aus meiner Sicht schwaches Argument. Da eh viele US Amerikaner nichts von Masken halten, behaupte ich dass normale Reisende viel mehr zur Verbreitung beigetragen haben als Hiker das je könnten. Die Orte entlang des PCT sind überwiegend Tourismusorte oder Durchfahrtsorte. Die erhöhte Gefahr ergibt sich primär für Orte die beides nicht sind.
  • In den Orten entlang des PCT gibt es nur sehr rudimentäre Gesundheitsversorung. -> Aus meiner Sicht eher schwaches Argument. So oder so muss man in ein entsprechend ausgestattetes Krankenhaus, wenn man Covid und schwere Symptome hat. Die lokale Versorgung ist da eher irrelevant.
  • Hiker haben eine hohe Gefahr sich gegenseitig anzustecken -> Das Argument ist aus meiner Sicht valide. Manche hiken in Gruppen und beim Wandern wird wohl kaum jemand ein Mundtuch tragen (ja auch davon ist die Wirkung nach wie vor umstritten), genauso wenig wie beim Campen. Die Distancing Richtlinien sind auf dem Trail schlicht nicht einhaltbar. Wenn man sich überholt kann man die Abstände meist nicht einhalten. Damit das ein Problem wird, muss aber erst mal ein Hiker angesteckt sein und die Gefahr ist in der Kirche, im Restaurant oder sonst wo ohne Schutzmaßnahmen auch nicht geringer. So viele Leute sind auf dem Trail eher selten zusammen. Von Flugzeugen, wo die Leute auf engstem Raum zusammen sitzen will ich überhaupt nicht anfangen.
  • Der Support auf dem Trail ist eher gering -> Das dürfte gerade für nicht US-Bürger ein Problem sein. US-Bürger können sich ja per Post über bekannte alles liefern lassen. Den Service bieten auch einige kommerzielle Anbieter an. Das gut zu planen ist mit Sicherheit schwer aber ein normaler hike läuft ja auch runder als meiner und somit halbwegs planbar. Somit auch kein hartes Argument, so lange man nicht aus dem Ausland kommt.
  • Die Rückreise ist ungewiss -> Primär für Ausländer relevant, die schon vor dem Reisebann unterwegs waren
  • Die einheimische Meinung könnte Kippen (Stichwort Bauern mit Mitgabeln) -> Das ist partiell passiert. In Idyllwild / Big Bear gab es sogar Initiativen gegen Hiker. Total verrückt aus meiner Sicht, wenn es sich um Orte handelt, die vom Tourismus leben. Lokale Geschäftsleute, die von den Hikern leben haben das logischerweise teilweise genau andersrum gesehen.

Heiße Luft um nichts

Um es kurz zu machen meiner Meinung nach viel heiße Luft um nichts. Ich würde behaupten, dass die long distance hiker sehr geringen Einfluss auf das Covid Geschehen in den USA hatten bzw. mann muss eher sagen gehabt hätten, denn es waren ja kaum welche unterwegs. Mittlerweile ist fast alles wieder geöffnet trotz Höchstzahlen bei den Infektionen aber die PCTA vergibt weiter keine Permits.

Viel schlimmer dürften jegliche Art von Kurztrips egal wo hin sein. Mit den Hikern hat man nur eine Opfergruppe gefunden, die man verantwortlich machen kann.

Wie so viele Regelungen auch in Deutschland ist das inkonsequent. Für Ausländer ist aktuell wegen dem Reisebann gegen Europäer eh nichts planbar (auch der macht wenig Sinn, denn andersrum wäre die Gefahr der Ansteckung ja viel größer).

Unklare Situation für 2021 – Bewerbungsverfahren ausgesetzt

Die PCT-Bewerbungsphase für das nächste Jahr wurde komplett ausgesetzt (es gibt keine Lotterie im Oktober und vorerst auf Januar verschoben und auch dann ist es fraglich, ob es long distance permits gibt). Ob dann wirklich PCT Permits vergeben werden ist fraglich. Wer sicher planen will muss wohl bis 2022 warten (falls Donald bis dahin noch Präsident ist weiß man auch noch nicht so genau, ob bis dahin noch Ausländer auf den Trail dürfen. In der Richtung hat er sich auch schon mal geäußert – Stichwort “lauft doch eure eigenen Trails”).

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Gerade von den Kurzurlauben in Risikogebiete halte ich überhaupt nichts, vor allem nicht wenn das Gebiet vor dem Buchen des Urlaubs schon als Risikogebiet feststeht (wenn die Reihenfolge andersrum ist müsste eher der Staat eine Reisewarnung aussprechen, damit man die Reise absagen kann).

Gerade die PCT Langstreckenhiker bewegen sich aber in einem Low Snow Year relativ kontinuierlich und langsam in form einer Blase durch das Land. Da sind Kurzstreckenurlauber, die ggf. noch Rundreisen machen eine ganz andere Hausnummer was die Ansteckungsgefahr angeht.

Andersrum wird Covid auch nicht plötzlich verschwinden wie das anfangs wohl alle gehofft haben. Die Wiederansteckung von Einzelnen und die geringe absolute Ansteckungsquote + steigende Infektionszahlen weltweit belegen dies recht deutlich.

Aktuell entsteht meiner Meinung nach dauerhafter Schaden, sowohl durch die sich anfeindenden Hikergruppen (das entspricht leider dem von Donald Trump geschürten Gesamtklima in den USA), als auch durch die ausbleibenden Einnahmen der Geschäftsleute entlang des Trails. Auch die Anfeindungen von Leuten, die um den Trail arbeiten sind nicht hilfreich.

Die PCTA macht sich aktuell mit ihren Statements wohl auch kaum Freunde, wird aber vermutlich selbst politischer Spielball sein.

Das generelle Bewerbungsverfahren bzw. den Bewerbungsprozess habe ich in der Vergangenheit bereits beschrieben.

Generelle Infos zum PCT befinden sind verlinkt.

Flight Simulator 2020 Top oder Flop? Review [Kommentar]

Nach dem Hype um den Flight Simulator 2020, den man in den letzten Tagen auf diversen Internetseiten gefunden hat, musste man meinen man verpasst das Spiel (pardon Simulation, ach was im Store nennt Microsoft es selbst Spiel, somit bleibe ich dabei) des Jahrhunderts, wenn man ihn nicht hat.

Gerade in Zeiten von Corona, wo das Reisen doch arg eingeschränkt ist oder man es den Unbelehrbaren überlässt die Infektionszahlen wieder deutlich nach oben zu treiben, reizt es natürlich sehr sich virtuell durch die Welt zu bewegen. Da ich zusätzlich auch noch Urlaub habe konnte auch ich mich nicht beherrschen.

Flight Simulator 2020 - High Sierras

Flight Simulator 2020 – High Sierras

Normalerweise kaufe ich keine Vollpreisspiele mehr, sondern warte ein paar Jahre bis sie deutlich günstiger und mit Patches versehen sind. So ändern sich die Zeiten. Beim FS 2020 hat die Neugierde aber gesiegt.

Der Weg ein langer zum FS 2020 es ist hätte Joda wohl gesagt

War es das Wert? Bedingt.

Flight Simulator 2020 - High Sierras

Flight Simulator 2020 – High Sierras

Zuerst mal ist die Größe des Spiels beachtlich. Für die Installation werden ca. 130GB benötigt (bitte auf SSD, sonst hat man graue Haare, bevor das Spiel geladen wurde). Ich hatte die DVD Version bestellt, wo man erst mal zum Disc Jockey wird. Ganze 10 DVDs bekommt man in dem Paket.

Problem eins: Im Notebook hatte ich kein DVD Laufwerk, optische Laufwerke hat man ja heute kaum noch. Also erst mal 10 DVDs zu Images verarbeiten, dann die Images vom einen Rechner auf den anderen Kopieren und dann noch installieren. Da ist man schnell mal drei Stunden älter.

Flight Simulator 2020 - Mount Whitney Bereich

Flight Simulator 2020 – Mount Whitney Bereich

Wenn man dann die Installation beendet hat, steht man erst mal etwas ratlos da. Denn installiert danach ist kein funktionsfähiges Programm, sondern nur die Weltdaten. Zusätzlich muss man noch die App auf dem Microsoft App Store installieren, also muss man zwangsweise erst mal eine Registrierung bei Microsoft durchführen. Danach wird dann zwangsweise noch ein XBox whatever Konto erstellt und dann darf man theoretisch downloaden.

Nicht so auf meinem Notebook. Dort kam nur die Meldung, dass aktuell ein Problem bei Microsoft vorliegt und ich es später versuchen soll. Ich dachte mir schon, dass das nichts temporäres ist und das die Fehlermeldung irreführend ist. Man kennt ja Microsoft so langsam…

Flight Simulator 2020 - Mount Whitney Bereich

Flight Simulator 2020 – Mount Whitney Bereich

Die Lösung war die Installation der neusten Windows Version (auf dem Notebook war 1909 installiert, also locker neu genug lt. FS Voraussetzungsliste). Das  Installieren der aktuellen Windows Version ging natürlich auch nicht problemlos. Erst mal gab es zwei Fehlversuche beim Upgrade bis es gelungen ist (für alle die es interessiert ich habe danach sämtliche alte Hardware im abgesicherten Modus entfernt und die Systemdatein per Kommando reparieren lassen), das waren glaube ich in Summe noch mal rund 5 Stunden und juchu danach ließ sich die App sogar installieren (ca. 1GB).

Flight Simulator 2020 - Mount Whitney

Flight Simulator 2020 – Mount Whitney

Anschließend stehen natürlich direkt mal 16GB Patches bereit (und das direkt in Version 1 – in einem Jahr darf man dann wahrscheinlich gleich 100GB neu laden).

Ihr merkt also schon – eine gute Internetverbindung ist Pflicht, auch aus anderen Gründen, wie man später noch erkennt.

Der erste Sturzflug

Zuerst habe ich für eine schnelle Proberunde versucht mit Maus und Tastatur zu spielen. OMG. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. In einem Review stand, dass sich das Spiel mit Maus und Tastatur recht gut spielt. Das kann ich so nicht bestätigen. Das kann nur Wunschdenken gewesen sein. Ich bin nicht mal von der Landebahn weggekommen, da hatte ich den Flieger schon versenkt.

FS 2020 - Angebliche Schutzhütte auf Mount Whitney

FS 2020 – Angebliche Schutzhütte auf Mount Whitney (da steht eine aber die sieht etwas anders aus)

Flight Simulator 2020 - Mount Whitney

Flight Simulator 2020 – Mount Whitney

Zu Vergleichszwecken die Realität, die leider von Fotos auch nur unzureichend eingefangen wird (alles was oben grün ist sind blanker Fels und auch deutlich steiler als oben dargestellt und mit viel mehr Konturen):

Mount Whitney

Mount Whitney (der linke Teil von den beiden Seen entspricht dem oberen)

Mount Whitney

Mount Whitney

Mount Whitney

Mount Whitney

Also habe ich den Thrustmaster HOTAS entstaubt und angeschlossen und siehe da, easy going. Fliegen kann so einfach sein. Den Thrustmaster hatte ich eigentlich mal für Star Citzen gekauft. Das ein paar Jahre später den FS 2020 damit spiele noch bevor Star Citizen erscheint war auch nicht geplant. Die 4 Buttons und 4 Mehrwegeschalter (4-8 Wege je Schalter) bekommt man übrigens selbst mit einem Kleinflugzeug problemlos belegt.

Flight Simulator 2020 - Yosemite Valley?

Flight Simulator 2020 – Yosemite Valley?

Nach längerem Suchen bin ich dann doch noch fündig geworden (die Dronencam war die Lösung – die Dronencam erlaubt Bewegungen unabhängig vom Flugzeug und mit beliebiger Geschwindigkeit):

FS 2020 - Half Dome Rückseite

FS 2020 – Half Dome Rückseite

Half Dome Rückseite Original

Half Dome Rückseite Original

FS 2020 - Yosemite Valley

FS 2020 – Yosemite Valley

Original Yosemite Valley

Original Yosemite Valley

FS 2020 - Weichspülen von Bergen

FS 2020 – Weichspülen von Bergen

Yosemite Valley Original

Yosemite Valley Original

Ok, dann ab in die Flugschule und mit dem HOTAS (Hands on Throttle and Stick, wobei ich nur den Stick habe) spielen sich alle Flugmanöver sehr einfach, Start, Landen, Navigieren, alles kein Ding. Lediglich Seitenruderpedale wären noch hilfreich aber mit dem Thrustmaster und der Target Software bekommt man die Achse auch recht gut über Tasten abgebildet.

Ab in die Sierras

Nachdem ich die Flugschule durch hatte war ich heiß wieder in die High Serras zu kommen. Nach meinem PCT Besuch werde ich von den Sierras wohl nie wieder los kommen.

Flight Simulator 2020 - Epcot von oben mit 3D Modellen (nicht zu Tief gehen, dann sieht es klasse aus)

Flight Simulator 2020 – Epcot von oben mit 3D Modellen (nicht zu Tief gehen, dann sieht es klasse aus)

Nach dem Start in Lone Pine bin ich zuerst beeindruckt, sogar auf dem “Flughafen” irgendwo im nirgendwo sind Gebäude vorhanden, sogar mit Satellitenschüsseln auf dem 3D Modell. Der Anflug auf die Sierras lässt erste Ernüchterung aufkommen. Vom Fotorealismus, den einige Reviewer hinaus beschwören ist selbst in der Ultra Stufe rein gar nichts zu sehen.

Flight Simulator 2020 - Gelandet in Epcot - eher hässlich

Flight Simulator 2020 – Gelandet in Epcot – eher hässlich

Die ersten 3 Anläufe in die High Sierras zu fliegen sind an der Wahl des Flugzeugs gescheitert. 14500 Fuß sind offenbar eine Hausnummer. Schon beeindruckend, was der menschliche Körper so alles leisten kann, wenn nicht mal Flugzeuge für mehrere hundert tausend Dollar oder sogar im Millionenbereich dort ankommen.

Auch wenn die Flugzeuge eine Reiseflughöhe von bis zu 20.000 Fuß hatten sind sie alle kläglich gescheitert. Es wird also nicht nur bei Autos das Blaue vom Himmel versprochen. Klar, wenn man den Copiloten rausschmeißt, den Tank leer macht und die richtigen Windverhältnisse hat, dann kommt man ggf. auf die Höhe. Ggf. hätte ich auch das Gemisch noch anders einstellen können, die Idee ist mir aber erst später gekommen (dazu verliert die Flugschule natürlich auch kein Wort, genauso wie zum Autopiloten usw.).

Flight Simulator 2020 - Hollywood Studios - Toy Story fehlt, Star Wars fehlt, der Disney Hut ist noch vorhanden - Veraltet

Flight Simulator 2020 – Hollywood Studios – Toy Story fehlt, Star Wars fehlt, der Disney Hut ist noch vorhanden – veraltet um mindestens 3 Jahre

Mein Ziel war der Mount Whitney (der höchste Berg von den USA abseits von Alaska), den ich letzte Jahr erklettert hatte (zumindest fast bist oben, ein paar hundert Fuß fehlten noch, bevor mich die Übelkeit befiel – Höhenkrankheit, überanstrengt oder ggf. was anderes).

Ich habe mich übrigens direkt noch mal geärgert als ich nun im FS gesehen habe wo ich abgebrochen habe. Ich war vielleicht noch 500m vom Gipfel weg. 🙁 Vor Ort war das leider keineswegs so gut ersichtlich. Derartige Analysen gehen mit dem FS 2020 übrigens super. Mehr dazu auch im Grand Canyon.

Mit dem 4. Flugzeug (reichlich overpowered aber noch ohne Turbine) ging es dann endlich zum Whitney – auch das war recht ernüchternd. Auch wenn man zumindest den Zig Zag Weg hinauf erkennt, ist von der Schönheit der Landschaft rein gar nichts zu sehen.

Bei Mount Whitney lässt sich aufgrund des Sees und des Aufstiegsweges aber recht leicht erkennen, das ich an der richtigen Position ist. Es gibt bei Mount Whitney zwar auch kein gutes Modell der Schutzhütte auf dem Gipfel (da steht ein Haus aber mit Satellitenschüssel – das entspricht nicht ganz der Wahrheit), aber immerhin lässt sich die Position recht gut bestimmen. Das Konzept setzt sich überall fort wo keine manuellen eingriffe erfolgen, wenn ich das richtig sehe. Wer zum Beispiel das eigene Haus sucht wird feststellen, dass der Grundriss zwar dem Original entspricht aber die komplette Textur, Fenster, Türen, Treppen sind frei erfunden. Das dürfte für 99% der Gebäude im FS 2020 zutreffen. Gebäude wie zum Beispiel in Disney und Vegas sind manuell Designt, wenn sie realistisch aussehen. Bei Disney trifft das aber auch nur auf markante Strukturen zu (beispielsweise der World Show Case – mal mit mehr oder weniger Sorgfalt – oder die Epcot Weltkugel, nicht aber die Mainstreet.

Flight Simulator 2020 - Epcot Testtrack und ein Teil vom World Showcase

Flight Simulator 2020 – Epcot Testtrack und ein Teil vom World Showcase und Mexiko (das Gebäude unten – schon witzig, wenn man mal im Park war und wie beeindruckend das von vorne aussieht und wie simpel die Halle dahinter von oben aussieht), dahinter Norwegen und China

Bei Mount Whitney sind die Farben teilweise falsch und die Berge arg weichgespült (abgerundet). Somit wirkt die Darstellung nicht wirklich echt. Wegen der teilweise falschen Texturfarben stellt sich die Frage, ob wirklich alles auf Satellitenaufnahmen basiert, oder zum Teil generiert ist.

Die Höheninformationen scheinen nur in den Eckdaten zu passen. D.h. ich gehe davon aus, dass die Informationen eher Höhenlinien einer Karte entnommen wurden und nicht die realen Konturen abbilden.

Am eigenen Haus (das zu finden hat mich ganze 5 Minuten gekostet, da wir einen kleinen Flugplatz im Ort haben) lässt sich auch gut nachvollziehen, dass eben nicht überall Satellitenaufnahmen benutzt werden, wie ich schon in den Sierras vermutet habe. Ganze Wege neben Gebäuden sind um unser Haus einfach Grünflächen (das sind keine offiziellen Wege), Bäume stehen überall ums Haus, obwohl kein einziger da steht.

D.h. die komplette Textur ist um unser Haus generiert und hat nichts mit Satellitenaufnahmen zu tun (oder die generierten Grasflächen / Bäume / Sträucher überblenden in dem Fall einfach die Satellitenaufnahme). Auch der Baum und Strauchbewuchs ist generiert. Die hässlichen Bäume und Sträucher (siehe Epcot oder Florida Keys), die wie Felsen aussehen, findet man dort, wo sie nicht generiert wurden. Dort ist dann die Basis scheinbar eine Satellitenaufnahme.

Das Haus ist abseits der Grundrisses frei erfunden, das gilt auch für alle umstehenden.

Somit mussten die Entwickler sich offenbar zwischen Pest und Cholera entscheiden. Satellitenaufnahme = gibt die reale Umgebung wieder aber eben nur von oben. Diese Variante bildet zum Beispiel auch nicht offizielle Wege ab. Die Zweite Variante “manuelles Eingreifen” erfordert Aufwand (z.B. Vegas, wo sogar die Werbung wie zum Beispiel Beatles Musical usw. passt) oder eben Variante 3 “generierte Welt” was zwar zu schönen Bäumen, Sträuchern, Grasbewuchs führt und wenig Speicherplatz belegt, aber eben nur in den Grundrissen der Realität entspricht.

Letzte Variante kommt sowohl um Mount Whitney, dem Grand Canyon als auch in Yosemite zum Einsatz. Wie die Wanderwege dort aufgezeigt werden ist mir noch nicht ganz klar, aber ich vermute die sind auch generiert und basierend nicht auf Satellitenaufnahmen. Auch Wanderwege sind ja auf Karten verzeichnet. Auf Bergen wiederum sehen die Farbpatches teilweise nach Satellitenaufnahmen aus, die dann aber teilweise fälschlicherweise mit Rasentexturen oder Bäumen / Sträuchern angereichert werden, wo in der Realität keine sind.

Somit wechselt der FS 2020 ständig zwischen sehr hohem Realitätsgrad und vollständiger Fiktion.

Flight Simulator 2020 - Epcot Wold Showcase - Komische Bäume, oder?

Flight Simulator 2020 – Epcot Wold Showcase – Komische Bäume, oder? Typisches Beispiel für aus einer Satellitenaufnahme entstandene 3 Baum Modelle

Weiter nach Yosemite Valley. Im ersten Anlauf war ich mir nicht sicher, ob ich es gefunden habe bzw ob ich richtig bin. Mangels Koordinaten ist das nicht immer so einfach. In dem Kontext hilft die Satellitenkamera deutlich um Ziele zu finden. Im zweiten Anlauf konnte ich dann Half Dome, Visitor Center, Campigplatz vor dem Halfdome usw. bestimmen.

Flight Simulator 2020 - Epcot World Showcase

Flight Simulator 2020 – Epcot World Showcase (Japan, Marokko)

Navigation?

Abseits von drei vorgegeben Karten und vorgegeben Zielen kann man die Navigation quasi vergessen. Man kann nur sehr kompliziert Koordinaten eingeben (z.B. von Google ermitteln und dann im Suchfeld eingeben – nähe Mount Everest z.B. 27°58’57.0″N 86°54’59.0″E – da der FS aber gerne abstürzt, wenn man raustabt sollte man die Koordinaten vorher im Zwischenspeicher haben) und Landmarks wie Mt. Whitney oder Yosemite Valley gibt es schlicht nicht als Text oder Marker auf der Karte.

Somit muss man entweder mit vom Spiel vorgegeben Zielen navigieren oder auf Sicht (Straßen, Flüsse, Seen, Berge). Letzteres (Seen) habe ich sowohl für die Identifikation von Yosemite als auch Mount Whitney genutzt.

Flight Simulator 2020 - Magic Kingdom von oben ohne 3D Modelle

Flight Simulator 2020 – Magic Kingdom von oben ohne 3D Modelle

Man kann lediglich von (zugegebenermaßen) vielen vorgegeben Punkten zu vorgegebenen anderen Punkten fliegen (also A / B). Mehr geht nicht. Der ist erstaunlich wenig für einen Simulator. Zumal es sicher kein großer Aufwand gewesen wäre Koordinaten zu erlauben oder Punkte auf der Karte anzuklicken und Zwischenwegpunkte zu setzen. Somit wirkt der Flight Simulator 2020 recht schnell hingeschustert.

Grafikhype trifft auf Realität

Nachdem Yosemite und Mt. Whitney eher enttäuschend waren, kann ich schon mal ein Fazit ziehen: Dort wo es keine 3D Modelle gibt sollte man deutlich Abstand vom Boden halten. Sonst sieht die Grafik nicht gut aus. Das sorgt auch dafür, dass die weichgespülten Berge weit weniger auffallen.

Flight Simulator 2020 - Magic Kingdom von oben mit 3D Modellen

Flight Simulator 2020 – Magic Kingdom von oben mit 3D Modellen

Naturexpeditionen streiche ich also komplett von der Feature Liste des FS 2020.

Somit lag als nächstes ein Besuch in Disney World Florida nahe. Die Parks kenne ich gut und wenn es irgendwo 3D Objekte gibt, dann wohl in den meistbesuchten Freizeitparks der Welt, oder?

Für die 3D Objekte benötigt es übrigens die oben bereits erwähnte gute Internetverbindung. Ohne Internetstreaming kann man zwar um die ganze Welt fliegen! aber abseits von landschaftlichen Erhebungen ist die Welt flach. Gebäude sind nur eine Textur auf dem Boden.

Flight Simulator 2020 - Magic Kingdom

Flight Simulator 2020 – Magic Kingdom

Erst das Streaming versieht die Welt mit 3D Objekten. Der erste Flug über Epcot – durchaus beeindruckend. Zu nah ran gehen sollte man aber nicht. Selbst mit 3D Objekten empfiehlt sich eine Mindesthöhe von 1000 Fuß. Ansonsten wird es unschön. Das ist übrigens auch bei der Grafikeinstellung Ultra so, die sorgt zwar für schöneres Wasser und bessere Beleuchtung aber am Boden wird dadurch nichts besser. Die Qualität der Satellitenaufnahmen ist aber der größte Schwachpunkt in Bezug auf Tiefflug.

Flight Simulator 2020 - Magic Kingdom Main Street. Da schüttelt es einen, oder?

Flight Simulator 2020 – Magic Kingdom Main Street. Da schüttelt es einen, oder?

In Magic Kingdom hat die Internetverbindung zwischendurch nicht für die 3D Modelle gereicht und dann zeigt der FS 2020 sich von seiner richtig hässlichen Seite. Ich wusste, dass ich mich über Magic Kingdom befinde aber wirklich erkennen kann man es ohne 3D Modelle kaum.

Florida Keys

Im nächsten Schritt habe ich dann doch noch mal an anderer Stelle versucht, ob der FS 2020 Landschaft nicht doch kann und bin noch mal enttäuscht worden. Der Flug über die Florida Keys sollte eigentlich wunderschön sein. Abseits von matschigen Texturen und etwas Strandflair hielt sich die Schönheit aber in Grenzen. Die Anzahl der Fehler in dieser Region ist aber wirklich beeindruckend.

Flight Simulator 2020 - Florida Keys Der alte Highway versinkt im Meer (links neben dem neuen Highway)

Flight Simulator 2020 – Florida Keys Der alte Highway versinkt im Meer (links neben dem neuen Highway)

Der alte Highway an den Florida Keys wurde übrigens vollständig entfernt. Das Problem was die Entwickler hatten, war das Wasseraufnahmen vom Satelliten statisch sind und das bescheiden aussieht. Somit müssen sie Satellitenwasser durch Simulationswasser ersetzen. Dieser Ersetzung fällt eben allem zum Opfer was nicht Land ist. Den alten Highway sieht man nun immer wieder ins Wasser gehen und aus dem Wasser kommen aber als Straße existiert er nicht.

An einigen Stellen wurde das Wasser auch nicht ersetzt. Dort bekommt man dann statische Bote mit statischen Schaumkronen im Wasser zu sehen. Insgesamt war die Reise entlang der Keys eher ernüchternd (ganz im Gegensatz zum realen Erlebnis). Was ich allerdings auf dem Weg erfahren habe, dass es unterdessen Kreuzfahrtschiffanleger in Key West gibt, die es bei meinem letzten Besuch noch nicht gab.

Wasserfälle kann das Spiel übrigens überhaupt nicht darstellen. Die Niagara Fälle sehen einfach potthässlich aus. Zum Glück bin ich nicht selbst hin geflogen, sondern habe mir ein Video angesehen.

Flight Simulator 2020 - Florida Keys Generiert vs. Satellit

Flight Simulator 2020 – Florida Keys Generiert vs. Satellit

Da wären wir übrigens beim Punkt Aktualität. Wie auch bei Google sind die Satellitenaufnahmen teilweise mehrere Jahre alt. Wenn man Disney überfliegt bekommt man also einen mehrere Jahre alten Stand geboten. Sehr schön kann man das an den Hollywood Studios erkennen. Den Disney Hut im Park gibt es nicht mehr. Den Star Wars Bereich und auch den Toy Story Bereich gibt es im FS 2020 nicht. Beides ist aber schon seit mehreren Jahren im Bau oder beendet (Toy Story Land wurde 2018 eröffnet, die Aufnahmen sind also mindestens von 2017 oder älter).

Grand Canyon

In wenig bewaldeten Regionen lassen sich sogar Wanderwege bestimmen. Ich habe mir am Grand Canyon den Weg vom South Kaibab Trailhead zurück zum Bright Angel Trailhead angesehen auch da habe ich mich geärgert, dass ich letztes Jahr am Tip Off Point gestoppt habe. Es waren zwar 40°C und ich hatte nur noch begrenzt Wasser aber der Aufstieg war dann viel einfacher als befürchtet (ja, es war die vernünftige Entscheidung aber das ist ja nicht immer die beste).

FS 2020 - Grand Canyon Fotospotcheck

FS 2020 – Grand Canyon Fotospotcheck

Ich hätte ich mindestens zum Colorado runter gehen sollen oder im Optimalfall den zweiten Weg zum Bright Angel Trailhead wieder hoch. Wenn ich das richtig sehe, wäre ich wohl auch an das Wasser im Colorado ran gekommen und hätte auffüllen können (siehe Screenshot oben). Man muss allerdings vorsichtig sein, was im Flight Simulator wie flaches Terrain aussieht kann extrem felsig sein (Stichwort Weichspülen von Bergen). Das passiert selbst an Bergen wie dem Everest, die abseits ihrer Höhe aus der Nähe alle so gerundet aussehen, als wenn es sanfte Hügel wären. Davon sollte man sich nicht täuschen lassen.

FS 2020 - Grand Canyon Fotospotcheck

FS 2020 – Grand Canyon Fotospotcheck

Solche Dinge kann man sich mit dem FS 2020 super anschauen, vor allem in wenig bewaldeten Regionen. Es ist sogar möglich im Grand Canyon zu schauen welche Fotospots  gut sind (die Details und Schönheit der Landschaft kommt zwar nicht rüber aber zumindest was man von einem Ort in etwa sehen kann).

FS 2020 - Grand Canyon Wanderwegcheck Bright Angel Trail

FS 2020 – Grand Canyon Wanderwegcheck Bright Angel Trail

Im Grand Canyon klappt das hervorragend und hat mir gezeigt, dass ich da irgendwann noch mal hin muss. 😉 Dann mit zwei Tagen Zeit, dann geht es ganz gemütlich runter und wieder hoch. Das geht auch in einem Tag aber ist dann schon etwas anstrengender und man muss recht früh los.

FS 2020 - Grand Canyon Fotospotcheck - nicht so schlecht, oder? Kann man mal hinwandern

FS 2020 – Grand Canyon Fotospotcheck – nicht so schlecht, oder? Kann man mal hinwandern

Ich habe von Yosemite ein paar Beispiele von realem Foto und Screenshot in FS 2020 angefügt. Zumindest die Perspektive kann man damit ziemlich genau nachstellen.

Tops und Flops

Flight Simulator 2020 - Christo Statue von hinten - totaler fail - von vorne sieht sie übrigens top aus!

Flight Simulator 2020 – Christo Statue von hinten – totaler fail – von vorne sieht sie übrigens top aus! – Die Treppen oben sind alle frei schwebend in der Luft

Flight Simulator 2020 - New York die Freiheitsstatue top

Flight Simulator 2020 – New York die Freiheitsstatue top

Flight Simulator 2020 - New York Central Railroad of New Jersey Terminal eher flop (Ellis Island sieht übrigens noch schlimmer aus)

Flight Simulator 2020 – New York Central Railroad of New Jersey Terminal eher flop (Ellis Island sieht übrigens noch schlimmer aus)

Flight Simulator 2020 - New York One World Trade Center eher flop

Flight Simulator 2020 – New York One World Trade Center eher flop (die Form passt, die Textur ist schlecht)

Flight Simulator 2020 - New York Brooklyn Bridge eher top

Flight Simulator 2020 – New York Brooklyn Bridge eher top

Flight Simulator 2020 - New York New York Queensboro Bridge das spottet jeder Beschreibung fail

Flight Simulator 2020 – New York Queensboro Bridge das spottet jeder Beschreibung fail

Flight Simulator 2020 - New York das soll der Flugzeugträger sein. Ok, muss man wissen - flop

Flight Simulator 2020 – New York das soll der Flugzeugträger sein. Ok, muss man wissen – flop

Flight Simulator 2020 - Washington - Urks sieht das scheiße aus. Das soll der Obelisk in Washinton sein. Unten sieht man den echten Schatten aus der Satellitenaufnahme und das Hochhaus was drauf geworden ist - fail++

Flight Simulator 2020 – Washington – Urks sieht das gruselig aus. Das soll der Obelisk in Washington sein. Unten sieht man den echten Schatten aus der Satellitenaufnahme, das echte Objekt  und das Hochhaus was daraus geworden ist mit eigenem Schatten. Das passiert bei automatisch generierten Objekten – fail++

Flight Simulator 2020 - Washington - fail

Flight Simulator 2020 – Washington – fail

Flight Simulator 2020 - Washington Lincoln Memorial - top

Flight Simulator 2020 – Washington Lincoln Memorial – top

Flight Simulator 2020 - Washington Lincoln Memorial - top

Flight Simulator 2020 – Washington Lincoln Memorial – top

Flight Simulator 2020 - Washington White House - fail++

Flight Simulator 2020 – Washington White House – fail++

Flight Simulator 2020 - Sydney Opera House - Wow!

Flight Simulator 2020 – Sydney Opera House – Wow!

Flight Simulator 2020 - Sydney Harbour Bridge - Ernsthaft? Mega fail

Flight Simulator 2020 – Sydney Harbour Bridge – Ernsthaft? Mega fail

Flight Simulator 2020 - San Francisco Golden Gate - top

Flight Simulator 2020 – San Francisco Golden Gate – top

Flight Simulator 2020 - Sydney Lobard Street - eher top

Flight Simulator 2020 – Sydney Lobard Street – eher top

Flight Simulator 2020 - Istanbul - Hups, ist da wer nicht fotogen?

Flight Simulator 2020 – Istanbul – Hups, ist da wer nicht fotogen?

Flight Simulator 2020 - Istanbul Hagia Sophia - top

Flight Simulator 2020 – Istanbul Hagia Sophia – top

Flight Simulator 2020 - Sultan Ahmed Moschee - top

Flight Simulator 2020 – Sultan Ahmed Moschee – top

Flight Simulator 2020 - Kairo Pyramiden - top

Flight Simulator 2020 – Kairo Pyramiden – top zumindest optisch, da ich noch nicht dort war kann ich die Übereinstimmung mit der Realität nicht bewerten

Herausforderungen und Spielmodi

Was kann man denn im FS eigentlich machen? Nicht viel und doch alles lautet die Antwort. Nicht viel, weil es abseits der Flugschule (die übrigens rein das Fliegen betrachtet und nichts anderes. Keine Kommunikation, kein Auftanken, kein Navigieren auf dem Flugplatz) nur recht wenig Auswahl gibt.

Auch die diversen Möglichkeiten der Funktionen eines größeren Flugzeugs werden nicht erklärt. Wer also einen Airbus besteigt wird plötzlich mit massenhaft Funktionen konfrontiert, von denen er in der Flugschule im Kleinflugzeug nie etwas gehört hat. Auch Themen wie Treibstoffmix oder andere Einstellungen werden überhaupt nicht behandelt? Ein Nachtflug vergesst es. Ihr werdet schon selbst rausfinden was zu beachten ist.

Flight Simulator 2020 - Key West Versunkene Schiffe und Gebäude

Flight Simulator 2020 – Key West Versunkene Schiffe und Gebäude

Es gibt 3 vorgegeben Flüge durch die Landschaft (oben hatten ich bereits festgestellt, dass die Landschaftsflüge eher durchwachsen aussehen).

Ansonsten gibt es einige Landeherausforderungen auf einigen herausfordernden Flughäfen. Das hat man recht schnell abgearbeitet und ansonsten gibt es nur noch den Freiflugmodus, bei dem man sich um die ganze Welt bewegen kann. Es sind weltweit auch sehr sehr kleine Flugfelder vorhanden. Man kann im wahrsten Sinne irgendwo im nirgendwo starten.

Flight Simulator 2020 - Florida Keys

Flight Simulator 2020 – Florida Keys

Das eigentliche Potenzial das der FS zeigt ist die ganze Welt auf verhältnismäßig hohem Detaillevel zu simulieren (man stelle sich mal die ganze Welt mit Modellen wie dem Sydney Opera House oder dem Licoln Memorial vor).

An vielen Stellen wie z.B. bei Disney hat man Lust zu landen und mehr ins Detail zu gehen (wobei der FS dann gänzlich versagt, wenn die Modelle nicht manuell erzeugt wurden, gut dafür ist er auch nicht gemacht). Das wäre aber wirklich spannend. Wenn man sich in einem detaillierten Weltmodell bewegen kann und zwar egal ob mit Flugzeug, Auto, Zug oder wie auch immer.

Wie man sieht ist die Grundlage da, bis das aber wirklich auf “fotorealistischem” Niveau geht werden wohl noch einige Jahre (Jahrzehnte) ins Land gehen. Oder man muss Fotorealismus mit einem Mindestabstand von mehreren tausend Fuß definieren.

In so einem Weltmodell könnte man dann aber problemlos alle Arten von Simulationen abbilden. Vom Flight Simulator, über Truck, Train, Landwirtschafts- und sonstige Simulationen.

Die Technik

Die Engine ist schlicht nicht optimiert. Sie ist weder für Low Level Apis ausgelegt (nur DX11 statt 12 – DX11 ist 11 Jahre alt!) und auch ansonsten in jeder Hinsicht eher mau. Es werden maximal 6 Kerne unterstützt und die CPU stellt schnell das Limit dar in Auflösungen bis Full HD oder teilweise auch bis 2560 je nach Grafikkarte, obwohl die Kerne nicht mal voll ausgelastet sind. Erst bei hohen Auflösungen im Prinzip ab 4K läuft man mit modernen Grafikkarten ins CPU Limit. Das liegt allerdings daran, dass das die Engine nicht optimiert ist.

Es ist teilweise lustig wie andere Reviews das rechtfertigen. “Es wird die ganze Welt simuliert, da darf es doch etwas dauern / langsamer sein” So ein Quatsch. Jeder Simulator stellt nur den Bereich da, der gerade sichtbar ist und das auch noch in deutlich schlechterer Qualität, desto größer die Entfernung ist. Ob die ganze Welt oder nur eine kleine Region simuliert wird ist vollkommen irrelevant.

Viel relavanter ist zum Beispiel wie viele 3D Modelle z.B. in New York gleichzeitig sichtbar sind.

Die technische Umsetzung ist somit eher schwach und klar kann man das mit mehr Power richten. Man kann auch versuchen mit platten Reifen Auto zu fahren, mit viel PS geht viel. Mit der teuersten und am meisten Strom schluckenden Grafikkarte wird sogar der FS flott.

Der schnöde Mammon

Wo die Preisgestaltung hingeht zeigt Microsoft recht eindeutig. Es gibt bereits jetzt einige Downloadcontents, die alle maßlos überteuert sind. Ein Upgrade von der Standardversion auf die größeren Versionen? In etwa 100% teurer, als wenn man sie direkt erwirbt. Im Prinzip kann man das Spiel auch gleich neu kaufen, viel teurer ist es nicht. Ein weiteres Flugzeug 30€ oder ein Flughafen 20€ und mehr. Wohlgemerkt wir reden hier von EINEM Flughafen / Flugzeug.

Flight Simulator 2020 - Landen in Key West? Besser nicht. Haus und Baum sind unterhalb der Straße platziert

Flight Simulator 2020 – Landen in Key West? Besser nicht. Haus und Baum sind unterhalb der Straße platziert.

In Zukunft wird man also vermutlich von mittelmäßigem Content zu Unsummen von Geld überschwemmt werden. Das ist aus meiner Sicht besonders ein Thema weil die enthaltenen Flugmodi abseits des Freiflugs von einem vorgesehenen Punkt A zu einem vorgesehen Punkt B sehr überschaubar sind.

Das Werkzeug für Fotografen?

Ich prophezeie, dass der Flight Simulator 2020 ein unverzichtbares Werkzeug für Fotografen wird (vielleicht ein Geheimtip). Man kann schnell mal an die entlegensten Orte, an Fotospots reisen und schauen was man aus einer bestimmten Perspektive sieht (sogar mit simuliertem Sonnenstand zu einem bestimmten Tag / Uhrzeit). Ich glaube es gibt nichts was das bisher auch nur ansatzweise so bequem erledigt. Das ersetzt natürlich keineswegs das fotografische Auge aber man erkennt auch, dass sich manche Fotospots einfach viel eher anbieten als andere.

Ob nun Skylines, Luftaufnahmen oder an irgendwelchen Fotospots im Grand Canyon oder Yosemite. Man kann ruck zuck sehen was man aus der Perspektive in etwa sehen kann. Ggf. im weg stehende Bäume usw kann man natürlich nicht berücksichtigen aber Berge und andere Prägnante Objekte passen erstaunlich genau.

Lediglich die Navigation ist in dem Kontext wieder ein Problem. Manchmal dürfte es erst gelingen einen bestimmte Stelle zu finden, wenn man schon vor Ort war. Das ist natürlich ziemlich sinnlos. Oder man muss die Koordinaten direkt von z.B. Google kopieren.

Fazit:

Der FS 2020 sorgt für einige wow Erlebnisse. Die Möglichkeit sich weltweit an jeden Ort zu bewegen ist auf dem Detaillevel ziemlich beeindruckend (ich glaube Abseits von Google Earth ist das soweit ich weiß der erste Weltsimulator mit ansatzweise passablem Detaillevel). Anderseits stößt man sehr schnell an die Grenzen, wenn man zu sehr in das Detail geht.

Von kaputten Bäumen, die wir Felsen aussehen, versunkenen Häusern, fliegenden Autos, Baumkronen auf Straßenniveau ist alles dabei. Danach braucht man auch nicht suchen. Das springt einen überall an. Auch Landen ist an Orten mit 3D Objekten an vielen Stellen zum Scheitern verurteilt. Man bleibt an allem möglichen hängen. Das sind keine Einzelfälle. Die Ganze Region der Florida Keys / Key West kämpft mit falschen Höheninformationen (man sollte meinen, wenn sich alles fast auf Meereslevel befindet kann das nicht so schwer sein, aber weit gefehlt, oft stehen Gebäude im Wasser, sind Schiffe versunken oder von Bäumen ragt nur die Krone aus der Straße). Gut, evtl. hat man hier die Klimaerwärmung bereits berücksichtigt. 😉

Auch der Simulationsteil enttäuscht mich partiell. Dabei geht es nicht um die Simulation der Flieger (die kann ich eh nicht beurteilen). Die Flugzeugtypen fliegen sich deutlich unterschiedlich und man bekommt zumindest das Gefühl, dass einiges an Arbeit investiert wurde. Schlimmer finde ich, dass man offenbar nicht mal einen eigenen Kurs setzen kann. Man kann auch nicht extern einen Kurs erstellen und einlesen soweit ich das bisher beurteilen kann.

Ursprünglich hatte ich mal den Ansatz den Pacific Crest Trail (PCT) zu erfliegen aber da der FS 2020 Natur nicht wirklich schön darstellt und offenbar in Naturregionen oft einfach generierte Grafik genutzt wird, statt Satellitenbilder, macht das wenig Sinn, zumal man den Kurs eh nicht eingeben kann.

Flight Simulator 2020 - Airbus. Der Fliegt sich wie ein Panzer

Flight Simulator 2020 – Airbus. Der Fliegt sich wie ein Panzer

Punkten kann der FS 2020 besonders in bewohnten Gegenden mit vielen Häusern. Ein Flug über Disney, New York oder San Francisco. Da liegt die Stärke des FS 2020. Ein Flug über Landschaft kann je nach Wetter auch so seine Momente haben, wenn man jemals vor Ort war wird man davon aber eher enttäuscht sein. Die Schönheit der Landschaft kann der FS 2020 aufgrund der zermatschten Satellitenaufnahmen und teilweise generierten Welt  nicht ansatzweise wiedergeben, von Fotorealismus ist er meilenweit entfernt. Das fängt schon ganz simpel damit an, dass teilweise nicht mal die Texturfarben stimmen und die Struktur auch nicht detailliert ist. Berge sehen z.B. in den Sierras aus wie Hügel und haben weiche Konturen, das ist auch an anderen Stellen so.

Wenn man in großen Höhen fliegt, sieht es durchaus aus wie in einem echten Flugzeug, weil dann die Details keine große Rolle mehr spielen.

Der Hype um das Spiel eh Simulation ist aus meiner Sicht keineswegs berechtigt. Das Problem ist eher, dass es seit langem quasi keine Konkurrenz mehr in dem Genre gibt. Trotzdem ist der FS 2020 wohl der aktuell beste Flugsimulator und wird es mangels Konkurrenz wohl auch lange bleiben.

Um die Eingangsfrage aufzugreifen. Für mich ist der FS weder top noch flop aber er vergibt deutlich Potenzial. Dabei meine ich nicht mal die grafische Darstellung, die noch deutlich Luft nach oben hätte (DX11, ernsthaft in 2020?), sondern eher die nicht vorhandenen Navigationsmöglichkeiten mit GPS Koordinaten oder ganz simpel zum Anklicken auf der Karte, fehlenden Landmarkenbezeichnungen und sehr wenige Flugmodi.

Stand heute würde das Spiel aus meiner Sicht nur als Early Access durchgehen. Soweit ich das beurteilen kann wird sich Microsoft aber jeden weiteren Inhalt mit exorbitant hohen Preisen finanzieren lassen.

Ist das Spiel 65€ oder noch mehr wert? Meiner Meinung nach nein. Ich würde eher sagen 30€. Die ganzen Zusatzinhalte sind eh der reinste Wucher. Wenn sie den ganzen Sierra Nevada Bereich mal als DLC anbieten mit passender Textur und echten Konturen, dann schau ich es mir mal an. Aktuell passt teilweise nicht mal die Farbe. Dort ist nichts grün, das sind Steine und die Formen passen auch nur grob.

Ich bin übrigens gespannt, ob die Darstellung sich im Winter ändert, oder ob es dann bei der hochsommerlichen Darstellung der Sierras bleibt (ich vermute, dass letzteres der Fall ist, man kann aber manuell Schnee aktivieren. Der wird dann einfach über die Landschaft gelegt – dabei ist es egal, ob man gerade am Grand Canyon in der Wüste oder in den Sierras ist).

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