Life is Strange & Life is Strange: Before the Storm [Spiel]

Life Is Strange

Bisher habe ich auf dem Blog keine Spiele rezensiert, warum mache ich jetzt eine Ausnahme? Life is Strange hat viel mehr von einem Buch als von einem Spiel. Die Charaktere sind mitreißend und anders als in einem Buch könnt ihr die Handlung zumindest partiell mitbestimmen – teilweise mit gravierenden Auswirkungen.

Worum geht es?

In Life is Strange spielt ihr Max(ime), die jeder Max nennt (später auch Supermax). Max ist vor 5 Jahren mit ihren Eltern nach Seattle gezogen und hat ihre beste Freundin Chloe zurückgelassen, deren Vater gerade einen Autounfall hatte und dabei ums Leben gekommen ist. Nun kommt Max zurück nach Arcadia Bay, da die dortige Kunstschule durch hohe Spenden eine der besten des Landes geworden ist.

Maxime hat ihr Leben in Seattle gelebt und Chloe vernachlässigt. Wie es der Zufall will treffen beide sehr schnell wieder aufeinander. Chloe wird auf der Toilette vor den Augen von Max erschossen.

Nun kommt das besondere im Spiel. Max stellt fest, dass sie in der Lage ist die Zeit zurück zu drehen. Sie selbst behält aber die Position und ggf. eingesammelte Gegenstände. Somit ergeben sich eine Menge Möglichkeiten. Sie kann auf Personen und Gegenstände einwirken und damit versuchen die Zukunft zu ändern.

Zuerst scheint das ziemlich genial zu sein, da sie ihre Freundin dadurch überlebt. Aber wie sich schnell zeigt, steckt Chloe in noch mehr Problemen und in Arcadia Bay laufen seltsame Dinge ab.

Wie ihr euch bereits denken könnt ist es keine gute Idee die Vergangenheit zu ändern, weil man die Auswirkungen auf die Zukunft gerade bei weiter zurückliegenden Änderungen kaum absehen kann.

Life Is Stange Autoszene Max und Chloe

Entscheidungen haben Konsequenzen

Eure Entscheidungen wirken sich aus: Mal stirbt deswegen jemand (ja, zugegeben so drastisch ist es im realen Leben in der Regel nicht), mal sind Personen euch danach wohlgesonnen oder stehen euch feindlich gegenüber. Vielleicht fliegt ihr auch von der Schule.

Ich sag nur so viel: Fans von Kriminalromanen werden ihren Spaß bei der Geschichte haben. Die Handlung spielt an einer US-Privatschule und es werden ansatzweise typische Teenagerthemen behandelt, das ist aber nur in einem sehr geringen Maße der Fall.

Ein paar Klischees werden auch bedient, die aber bei vielen Schulen auch der Wahrheit entsprechen dürften. Es gibt natürlich ein paar reiche Schnösel, die anderen das Leben zur Hölle machen.

Abseits davon sind Max (vermeintlich brav, schüchtern und erfolgreich in der Schule) und Cloe (Rebellisch und oberflächlich supercool und badass) ein tolles Team.

Das Spiel ist in Episoden aufgebaut. Am Ende jeder Episode könnt ihr sehen wieviel Prozent der Spieler sich an den entscheidenden Punkten wie entschieden haben. Habt ihr irgendwem gerettet, jemanden vor etwas gewarnt, die Schlägerei gestoppt oder angestachelt?

Das ist durchaus interessant zu sehen. Während manche Entscheidungen keine bewussten Entscheidungen sind, weil viele Spieler einfach nicht gründlich waren und die Optionen übersehen haben, sind manche Entscheidungen auch nicht zu vermeiden. Die Ergebnisse sind teilweise relativ eindeutig, oft aber 50:50 Entscheidungen. D.h. entweder sind sie gleichwertig gut oder schlecht, je nachdem wie man das auslegen möchte.

Eure Meinung wird aber nicht immer erfragt. Bestimmte Teile der Geschichte sind vorgegeben. Manchmal sind die Auswirkungen auch nicht relevant und wirken sich nur in ein paar Zeilen Text aus. Manchmal verändern sie die Handlung aber deutlich.

Life is Strange Zimmer von Chloe mit Max und Chloe

Zwei Spiele

An der Überschrift erkennt ihr schon, dass es sich um zwei Spiele handelt. Life is Strange ist das zuerst erschienene Spiel. Ihr solltet es aber nicht zuerst spielen, da Life is Strange Before the Storm das Prequel ist und ihr mit dem Spiel des Hauptteils schon viel von der Geschichte kennt.

Life is Strange Before the Storm

Life is Strange Before the Storm spielt vor den Ereignissen von Life is Strange und setzt dort auf, wo Chloe sowohl ihren Vater als auch ihre beste Freundin Max verloren hat. Das reißt sie ziemlich von den Füßen und sie reagiert rebellisch und geht kaum noch zur Schule, obwohl so dort früher gut war.

Chloe hat anders als Max keine Spezialfähigkeiten. Sie kann also nicht die Zeit zurückdrehen. Aber sie hat ein hervorragend loses Mundwerk und man bekommt ihre Gedanken als Spieler mit. Chloe ist ein typischer Fall von harte Schale, weicher Kern aber sie ist durch die Ereignisse ziemlich zynisch geworden.

Es kommt auch regelmäßig zu Sprachduellen. Das ist ein wenig vergleichbar mit der Schwertkampszene in Monkey Island. Ihr könnt die Sprachduelle nur gewinnen, wenn ihr die “richtigen Antworten” auswählt. Wenn ihr die Oberhand behaltet kommt ihr weiter / erreicht euer Ziel, ansonsten unterliegt ihr. An Chloes Mundwerk liegt es zumindest nicht, wenn ihr verliert. Anders als im Hauptspiel habt ihr hier aber keine Zeitreisefähigkeiten und könnt euch nicht einfach durch die Antworten durchtesten.

Chloe lernt in diesem Spiel Amber kennen, die Max bis zu einem gewissen grad ersetzen kann.

Life is Strange Chloe und Amber im Park

Die Botschaft der Spiele:

Die beiden Spiele haben einige Botschaften. Zuerst sieht es so aus, als wenn es sehr cool ist wenn man in die Vergangenheit zurückspringen kann, weil man quasi alles austesten kann ohne die Konsequenzen zu fürchten. Trotzdem weiß man aber auch nicht wie sich die Handlungen längerfristig auswirken. Manchmal ist in guter Absicht handeln eben auch nur das. Wie heißt es so schön – “gute Absichten pflastern den Weg zur Hölle”. Das zeigt sich im Spiel auch manchmal.

Einige Entscheidungen – die man nur im Sinne von guten Absichten trifft – eben nicht gut.

Man kann etwas noch so lange durchdenken und abwägen. Letztlich kennt man nie alle Konsequenzen und was Vorteile bringt, hat eben in der Regel auch Nachteile. Letztendlich muss man sich für etwas entscheiden und mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben. Die Entscheidung kann nicht perfekt sein, aber aus dem aktuellen Blickwinkel und mit der aktuellen Informationslage richtig.

Auch Max leidet mit zunehmenden Spielfortschritt immer mehr unter den Zeitsprüngen. Sowohl körperlich als auch ihre geistige Verfassung.

Weiterhin werden dem Spieler moralische Fragen gestellt: Wie würde er reagieren, wenn? Würde man jemanden opfern, wenn man vielleicht damit jemand anderen Retten kann? Die Faktenlage ist dabei oft nur begrenzt umrissen oder man weiß nicht genau was resultiert. Wenn man jemanden vor etwas warnt führt das aufgrund seines Verhaltens vielleicht zu einem schlimmeren Ergebnis als ohne Warnung? Aber warnt man deswegen niemand mehr? Oder dreht man die Zeit wieder zurück, weil man nun um die ungeahnten Konsequenzen weiß? Was bewirkt das dann wieder?

Fazit:

Ich habe selten Spiele gespielt, die einen so einbeziehen und mitnehmen. Am ehesten lassen sich vielleicht frühere Lucas Arts Adventures oder Mass Effect / Dragon Age Spiele mit Life is Strange vergleichen. Bei den Adventures gibt es aber einen fast strikt vorgegebenen Handlungsstrang, die haben somit interessante Handlungsstränge aber eine echte Charakterbindung ergibt sich dort nicht. Bei Mass Effekt / Dragon Age könnt ihr auch durch eure Entscheidungen die Verhaltensweisen der Charaktere ändern aber beide bauen nicht ansatzweise so eine enge Charakterbindung auf wie Life is Strange.

Woran liegt das? Meiner Meinung nach an Kleinigkeiten. Die Charaktere haben bestimmte Styles sich zu bewegen oder Dinge zu machen, die sie wie echte Charaktere wirken lassen (was sie quasi auch sind, da das Motion Capture Aufnahmen sind – es handelt sich um echte Schauspieler, die aber zum Glück nicht B-Movie Niveau haben). Das baut eine starke Bindung auf und man leidet oder freut sich mit ihnen, zumal man die Handlung beeinflusst. D.h. man hat die Charaktere manchmal in bestimmte Situationen gebracht. Das hat bisher noch kein Spiel so gut umgesetzt wie die Life is Strange Serie.

Ich habe auch selten erlebt, dass es gelingt künstliche Charaktere so sexy wirken zu lassen. Das trifft sowohl für Max, Chloe und ganz besonders für Amber zu. Life is Strange ist eine sehr gute Mischung von Animation, Motion capture und Vertonung.

Die Standardpreise sind meiner Meinung nach für die kurze Spielzeit viel zu hoch. Beide Spiele hat man je nach Spielweise in je ca. 15 Stunden durch. Die Spiele sind ursprünglich in mehreren Episoden erschienen, die einzeln veröffentlicht wurden. 20€ für das Gesamtspiel sind bei der Spielzeit angemessen. Pro Episode 15 oder 20€ sind aber für meinen Geschmack viel zu viel. Wenn man etwas im Netz sucht findet man aber günstige Keys. Ich habe für beide Spiele 20€ bezahlt.

Kleines Beispiel gefällig? Jemand hat Before The Storm durchgespielt. Dabei hat man natürlich selbst keine Wahlmöglichkeiten mehr, aber allein die Szene zeigt ganz gut, warum ich die Spiele mag. Das ist so herrlich nerdig.

Im Herbst kommt für die beiden Spiele eine Remastered Version raus, die wohl eine Mischung aus besserer Grafik und neuen Mocap Aufnahmen ist. Ich hoffe, dass damit nichts vom Reiz der Charaktere verloren geht.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4,5/5

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die wohl am meisten diskutierte Frage: Habt ihr Arcadia geopfert oder Chloe: Für mich sehr eindeutig. Ich bin da wohl zu sehr in dem best friends forever modus (auch wenn das in der Realität natürlich eher selten vorkommt). Somit habe ich ganz klar Chloe vorgezogen. Warum? Na hört mal – mit Logik braucht mir keiner kommen. Man kann nicht Menschenleben nach Anzahl abwägen. Wann ist das Leben von x mehr Wert als y? Wenn sie eine bessere Schulbildung haben, wenn sie sich sozial engagieren? Würdet ihr jemanden aus euerer Familie Opfern, wenn ihr dadurch 1000 namenlose Menschen rettet? Nein? Somit ist das keine mathematische Frage. Weiß ich, ob davon jemand aus Arcadia die Karriere eines Diktators vor sich hat? Wenn Logik also kein Argument ist, dann halt persönliche Bindung. Faktisch ist es auch das was in der Realität zählt. Die meisten Leute interessiert es nicht, wenn weit weg Menschen sterben, die sie nicht kennen. Selbst Menschen, die z.B. im Gesundheitssystem arbeiten müssen sich diesen Panzer zulegen. Das würde man auch emotional nicht verkraften, wenn man mit jedem mitleiden würde. Also konzentriert man sich auf sein Umfeld. Davon abgesehen ist nicht mal sicher, dass der Sturm nicht kommt, wenn Max die Zeit nach den ganzen vorherigen Änderungen nicht mehr ändert. Zumal sie ja schon zig mal in der Zeit gereist ist und diverse Zeitlinien verändert hat. Wieso sollte es nun keine Konsequenzen mehr haben, wenn Max und ihre Handlungen wirklich die Ursache sind. Danach verändert sie mit dem Wissen was sie hat immer noch noch immer die Zeit. Sie sorgt dafür, dass der Mörder von Rachel gefasst wird. Davon abgesehen: Das Leben seiner Freundin für eine mögliche Zukunft verwetten, die man nicht kennt? Das Ende bei dem man Chloe opfert geht überhaupt nicht: Erst ein dramatischer Kuss zwischen Max und Chloe und dann sitzt Max selenruhig daneben während Chloe erschossen wird. Davon ab hat Max wohl einiges nachzuholen: Eine beste Freundin zu haben, die direkt nach dem Tod ihres Vaters beides verliert und sich nie zu melden. Schon strange sich so zu verhalten. 😉
  • Ok, kommen wir nach obiger Analyse zu Life is Strange Before the Storm – Vor dem Hintergrund der obigen Entscheidung könnte man meinen, dass man den Staatsanwalt ziehen lässt, weil er ja eben auch nur alles macht um seine Tochter zu beschützen. Das sehe ich aber nicht so, da er mit Verbrechern zusammenarbeitet und seine Tochter damit aktiv gefährdet. Zumal er dann auch noch einen Mord an Rachels echter Mutter beauftragt. Also no way. Das musste Rachel mitgeteilt werden. Zumal man ja weiß wie Rachel auf Lügen reagiert, wenn sie es rausfindet. Ist also auch etwas Eigennutz dabei. Ist das inkonsequent? egoistisch oder doch halbwegs rechtschaffen? 😉
  • Wie bei vielen Filmen gibt es eine ganze Reihe Logikschwächen: Zuerst landet Max wieder im Klassenzimmer, als sie die zurückspulen Funktion benutzt. Oft behält sie aber Gegenstände und ihre eigene Position im Raum, obwohl sie zur Originalzeit woanders war. Eigentlich kann es nur eine der Varianten geben, außer sie kann sich bewusst entscheiden. Durch die Positionsänderungen im Raum wäre das Benutzen der Rückspulfunktion mit anwesenden Personen quasi unmöglich. Gut zugegeben sie benutzt zwei Varianten des Zurückspringens – einmal die mit Foto (das scheint den Originalzustand des Fotos wiederherzustellen) und dann die Variante ohne Foto. In der Regel behält sie ihr Wissen um die Dinge, die in einer möglichen Zukunft passieren. Bei wenigen Ausnahmen ist das aber nicht so?
  • Max hat den “Alptraum” vom Sturm bevor sie die Zeit überhaupt verändert. Somit kann sie ihn nicht verursacht haben.
  • Wieso weiß Max bei einem der letzten Zeitsprünge nichts mehr von dem was sie erlebt hat und Chloe behält es? Es was die ganze Zeit andersrum. Max hat immer alles behalten. Wieso sollte sich das nun plötzlich ändern? Das ergibt keinen Sinn.
  • Wieso bekommt David nichts von dem was Max macht? Wenn er überall Kameras hat, sollte er zumindest in dem Haus wo er wohnt etwas mitbekommen, wenn er alles auch aufzeichnet.

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Abenteuer Baltikum [Buch]

Abenteuer Baltikum Mein Lauf 2000km an der Ostseeküste - Guido Lange

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Guido Lange

Titel:

  • Abenteuer Baltikum – Mein Lauf 2.000km an der Ostseeküste (185 Seiten – Print Ausgabe lt. Amazon, ich hatte zur Rezension ein PDF Exemplar mit 148 Seiten)

Gelesenes Format:

Pdf Rezensionsexemplar

Rezension und Inhalt:

“Denn ich bin ja eigentlich Ingenieur, auch wenn ich nach fünf Jahren Studium nur acht Tage in diesem Beruf gearbeitet habe.”

In dem Buch geht es anders als zum Beispiel in meiner Langstreckenwanderung auf dem PCT nicht um das Hiken, sondern um das Laufen (ist die deutsche Sprache an der Stelle nicht herrlich ungenau, Laufen kann sowohl gehen als eben auch schneller fortbewegen im Sinne von Rennen bedeuten, letzteres ist aber eher für kurze Strecken gedacht). Der Autor hat in den letzten Jahren 22.000km zurückgelegt.

Auf dem PCT gab es sehr wenige Läufer, sondern fast nur Wanderer. Wenn dann aber ausnahmsweise mal einer vorbei kam, war ich immer ein wenig neidisch. Oft werden das einfach Leute gewesen sein, die eine kurze Etappe zurückgelegt haben aber rein logistisch hat Laufen auch Vorteile. Man hat weniger Essen / Trinken dabei und somit muss man weniger Gewicht schleppen.

“Wenn du ein Reiseziel hast, dann kann das Fernweh so richtig groß werden.”

Man hat öfter ein Bett, weil man einfach schneller voran kommt. Gerade wenn man in dünn besiedelten Gebieten unterwegs ist. Wenn man im Bett schlafen kann, braucht man auch kein Zelt und keine Matratze und der Rucksack wird wieder erheblich leichter. Aber zurück zu diesem Buch: Ich kann die Motivation für das Laufen also eher aus logistischen Gründen nachvollziehen. 😉

Im Buch geht es ganz konkret um einen 2000km langen lauf an der Ostsee entlang. Dabei ging es dem Autor nicht nur darum zu laufen, sondern auch Menschen kennenzulernen (nur zum Vergleich, er hat in 107 Tagen ca. 2000km laufend zurückgelegt), Wanderer schaffen mindestens die gleiche Distanz in der Zeit, eher mehr (beim Wandern sind selbst mit +/-1000 Höhenmetern pro Tag über 30km pro Tag drin).

“Ich hatte es getan. Erst hatte ich es beschlossen, dann geplant und dann hatte ich meine Reise begonnen. Das war eigentlich sehr einfach und doch irgendwie sensationell.”

Es ging nicht darum neue Rekorde aufzustellen. Das ist auch gut so, denn somit bleibt mehr Zeit für das Erlebnis.

Mir kam beim Lesen mir einiges bekannt vor. Die Planung eines derartigen Unterfangens, die Abstimmung mit dem Arbeitgeber usw.

Das Buch liest sich besonders anfangs flüssig weg. Da geht es um den Lauf an sich, der Teil beginnt detailliert für den ersten Teil der Strecke, der weitere Verlauf wird dann aber sehr flott abgehandelt. Nebenher geht es auch etwas um Gesundheit und Essen.

Gut gelungen sind die vielen Fotos über das ganze Buch verteilt. Das ist oft nicht so, vermutlich aus Kostengründen befinden sich die Fotos oft am Ende.

Insgesamt ist der Textteil auch aufgrund der vielen Fotos überschaubarer als in anderen Reisebüchern. Ich finde es aber so ganz gut, in ein Reisebuch gehören meiner Meinung nach auch eine Reihe Fotos und das sollten schon mehr als 10 oder 20 sein.

“Aus einem Weg wurde eine Treckerspur, dann ein einspuriger Trampelpfad, dann ein Wildwechsel und dann einfach nichts mehr.”

Nach dem ersten Teil geht der Autor auf einzelne Aspekte ein: Faszination des Laufens, gesundheitliche Auswirkungen und Dehnübungen, das Essen in den einzelnen Ländern, die verschiedenen Untergründe und Wegtypen beim Laufen. Das geht manchmal so tief, dass es weniger der Unterhaltung dient, als primär jemanden, der den Lauf selber machen möchte.

Ab der Mitte geht es dann um Menschen und Kulturen. Das ist neben dem Anfang aus meiner Sicht der interessantere Teil des Buches.

Wie sich zeigt, unterscheidet sich ein PCT Hike, die Wanderung an der Ostsee entlang oder andere Varianten davon nicht so großartig. Ein wesentlicher Unterschied bei dieser Reise ist allerdings, dass sie nicht von vielen gemacht wird, während z.B. auf dem PCT jedes Jahr tausende wandern.

Fazit:

Aufgrund der überschaubaren Dicke und der vielen Fotos habe ich das Buch als kurzweilige Reiselektüre empfunden. Das Buch bewegt sich zwischen Unterhaltung und Ideen Tipps wie man selbst so eine Reise angehen kann.

Gerade im ersten Teil legt das Buch nach der Einleitung eher den Fokus auf Planung und Tipps, der zweite Teil dient eher der Unterhaltung.

Die Aufteilung in die Kapitel finde ich gewöhnungsbedürftig. Ich fand das Buch dadurch ziemlich sprunghaft. Das liegt auch daran, dass manche Themen in mehreren Kapiteln vorkommen, manchmal angerissen, manchmal tiefer behandelt. Durch die Inhaltliche Trennung nach verschiedenen Themen ergibt sich auch nicht das Gefühl einer durchgängigen Reise. Man ist quasi am Anfang schon mal angekommen und bewegt sich dann entlang der Kapitel immer wieder sprunghaft bis zum Ziel.

Es zeigt sich wieder was eh schon klar war. Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben. Zwei bis drei Wochen Urlaub reichen dafür definitiv nicht. Um wirklich etwas zu erleben, muss man schon mehr aus seinem Alltag ausbrechen.

Das trauen sich nach wie vor die wenigsten Menschen (gut, man muss es sich auch erlauben können). Am besten macht man derartige Reisen, wenn man noch gesund ist, und in der Lage die Strapazen auf sich zu nehmen und das ist eben nicht erst im Rentenalter, weil man es dann eben oft nicht mehr will oder kann. Ich kann also jedem nur empfehlen, lest Bücher wie dieses und macht dann selbst solche Reisen. Ob nun diese oder eine andere.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wie ist denn die Ostseezeitung auf den Autor aufmerksam geworden? Ein Interview wird zumindest nicht erwähnt. Später macht es den Eindruck, als wenn der Autor in jedem Land versucht hat seine Geschichte bei Zeitungen zu platzieren. Was war die Motivation dafür?

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Wasteland [Serie]

Wasteland 1 Tag des Neubeginns - Emily Bähr  Wasteland 2 Zeit der Rebellion - Emily Bahr  Wasteland 3 Moment der Entscheidung - Emily Bähr

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Emily Bähr

Teile der Serie:

  • Wasteland 1 – Tag des Neubeginns (383 Seiten)
  • Wasteland 2 – Zeit der Rebellion (393 Seiten)
  • Wasteland 3 – Moment der Entscheidung (412 Seiten)

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Das klingt überraschend versöhnlich. Zumindest glaube ich, dass ich, wenn er wirklich ein Problem mit meinem Vorschlag hätte, schon längst tot wäre.

Lys lebt in einer Welt, die Endzeitfilmen wie Mad Max gleicht. Es gibt sogenannte Zombies, das sind Menschen, die von einem Virus infiziert wurden und noch noch primitiven Trieben nachgehen. D.h. sie greifen andere Menschen an und fressen sie, wenn sie können. Wenn man ihnen entkommt und angesteckt wird, dann ist die Chance selbst zum Zombie zu werden sehr hoch. Nachdem ihre Mutter vor einigen Jahren bei einem Schrottsammeleinsatz getötet wurde, hat Lys die schützende Stadt daher nicht mehr verlassen.

Der Einzige, dem ich heute Nacht wohlgesonnen bin, ist J.S., weil er einfach eine so wundervolle Konstante in meinem Leben bildet. Er ist vielleicht nur am Saufen, ungeduldig und macht ständig irgendwelchen selbstmörderischen Mist, aber wenn man das erst mal weiß, kann man sich diesbezüglich eigentlich immer auf ihn verlassen.

Nun bleibt ihr aber nichts anderes mehr übrig, da auch ihr Vater verletzt ist und die Vorräte zur Neige gehen. Als sie nach dem Sammeleinsatz zurückkehrt ist die Stadt von Zombies überrannt worden. Sie ist allein und ohne Schutz in einer sehr feindlichen Welt.

Anfangs ist die Schreibweise etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind teilweise lang und verschachtelt. Das findet man in der Art in nicht oft – zumindest nicht in den Unterhaltungsbüchern, die ich lese. Nach kurzer Zeit ist das aber vorbei.

Danach überzeugt die Geschichte vor allem durch schrullige Charaktere. Die anfangs “behütete” Lys, soweit man das in der Welt sagen kann, der Säufer, der Söldner, der Kopfgeldjäger und die Spengstoffexpertin, mit rauer Schale.

Die Handlung ist spannend und am Ende geht alles den Bach runter. Cliffhanger ist schon fast eine übertriebene Bezeichnung. Ich kann also nicht empfehlen nur Band 1 zu lesen.

Band 2:

Leute, die Zeit haben, sich so viele Gedanken über ihre Sprache zu machen, nutzen sie eindeutig nicht für wichtigere Dinge.

Lys wurde bei der Sabotageaktion im Labor gefangen genommen und wird nun als politische Gefangene behandelt, was nichts anderes bedeutet als Folter (übrigens fast das ganze Buch lang). Sie weiß nicht, ob ihre ehemaligen Kameraden noch leben.

Wer sollte sie jetzt noch retten und wo ist sie überhaupt?

Der Einstieg ist interessant und sehr kreativ. Die Charaktere stellen sich am Anfang des Buches alle selber vor und einige davon sind mutmaßlich gestorben. Das ist auf jeden Fall eine sehr interessante Rückblende, die stark von etwas langatmigen Widerholen abweicht, die es oft am Anfang von Büchern gibt.

»Ich mache euch vieren ein Angebot.« Aus Erfahrung weiß ich, dass Dinge, die mit diesen Worten anfangen, nie auf etwas Gutes hinauslaufen.

Die Folter finde ich mal wieder (das scheint bei Dystopien unterdessen gängig zu sein) ziemlich heftig und das Buch disqualifiziert sich damit als Jugendbuch. Was ich bei derartigen Folterbeschreibungen auch immer etwas seltsam finde, dass die Autoren nachher so tun, als wenn solche Erlebnisse mehr oder weniger spurlos an den Charakteren vorbei geht. Ich denke, dass die meisten Menschen danach bleibende Schäden hätten, ob nun körperlich oder salisch und mehr oder weniger ein Wrack sind.

Im krassen Gegensatz zu den schon ziemlich heftigen Foltermethoden steht der Humor und die schrulligen Charaktere. Das Team erinnert mich an den Film Suicide Squad.

Im Gegensatz zum ersten Teil, der ausschließlich aus Lys Perspektive geschrieben ist, wechselt sie Perspektive im zweiten Teil öfter hin und her. Z ist geradezu ein Quell der Glückseligkeit – also nicht.

Band 3:

Wenn wir behaupten, ›seit wir Christen sind, haben wir nie mehr Unrecht getan‹, entfernen wir uns nicht nur von der Wahrheit, sondern auch von Gott.«

Lys wurde von ihrer Truppe aus der Raumstation befreit, die sie bei der Gelegenheit auch gleich gesprengt haben. Aber das eigentliche Problem – die Invasion der Welt durch die Zombies – besteht nach wie vor.

Können die Rebellen etwas gegen die mit High Tech ausgerüsteten Pangäaner ausrichten?

Die Geschichte im letzten Teil ist mir teilweise zu vorhersehbar. Das Finale ist auch sehr schnell vorbei. Da fragt man sich wieso die Vorbereitung auf diesen Kampf überhaupt so lange gedauert hat.

Normalerweise dauert es immer ein paar Tage, bis er Leute so sehr hasst, dass er offen zugibt sie umbringen zu wollen, ohne einen für die Allgemeinheit nachvollziehbaren Grund zu haben.

Davon ab gibt es mehr vom gleichen. Die Bunte Truppe ist nach wie vor witzig und verrückt. Auch im dritten Teil wechselt die Perspektive regelmäßig.

Das Ende ist recht abrupt. Wer also auf eher lange Enden steht, wird nicht bedient.

Fazit:

Gelungene Endzeitserie, die besonders durch ihre skurrilen Charaktere auffällt. Die Kommentare Sprüche und Aktionen sind immer wieder witzig.

Den letzten Teil fand ich nicht ganz so stark oder auch schlicht zu kurz.

Aus meiner Sicht ist die Serie aufgrund der Folterdarstellung nur bedingt für jugendliche geeignet.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

    • Wieso sollte Frank Calvin gehen lassen, wenn der doch angeblich sein Druckmittel ist.
    • Wie ist Z entkommen, wenn Lys neben ihm lag und wieso wurde nur Lys mitgenommen?
    • Sie sind gegen Gewalt, aber züchten Zombies und wollen damit die Welt überrennen?
    • Die Regierung stellt Leute für ihre Raumstation ein und die halten sich danach direkt bei den Rebellen auf und treten dort sogar in offenen frei zugänglichen Runden als Pokerspieler auf? Werden die Leute nicht überprüft?
    • Im zweiten Teil steht, dass der Erdkern auskühlt. Im dritten Teil wird erwähnt, dass der Kern sich aufheizt. Das sollte einem als Autor schon auffallen, spätestens aber beim Korrekturlesen.
    • Wie soll Cain Lys “lieben” nach dem was er gemacht hat. So schräg kann man doch überhaupt nicht drauf sein.
    • Wieso kommt nicht schon eher jemand auf die Idee Regan bzgl. der Probleme von Z zu befragen? Das ist doch absolut naheliegend.
    • Die Auslieferung von Lys ergibt keinerlei Sinn. Warum sollte das den Krieg stoppen? Warum sollte der Kanzler daran interessiert sein Lys in die Finger zu bekommen?
    • Eine Maschine, die perfekt sein soll, mit dem Kern eines Menschen. Das ist ein Widerspruch in sich, wenn gerade die Art wie Menschen Denken das Problem ist. Davon mal abgesehen? Was ist überhaupt perfekt? Emotionslos? Ohne Antrieb? Ohne Neid? Ohne Neugier?
    • Landesweite Vernetzung? Klar, kein Problem. Es hat Krieg gegeben, die Zivilisation ist seit Jahrhunderten ausgelöscht aber Hauptsache eine Maschine ist landesweit vernetzt. Mit was auch immer die Vernetzung erfolgen soll, wenn keine Infrastruktur mehr vorhanden ist. Hört sich zumindest toll an, auch wenn es wenig Sinn ergibt.
    • “Der Puls der Granate muss sämtliche Festplatten im Raum radikal formatiert haben” – kein Kommentar. Das beste an der Beschreibung ist, dass nach dem EMP puls “Festplatten” formatiert wurden, aber die Server normal laufen. Vielleicht sollte die Autorin recherchieren welche Effekte ein EMP hat. Bei den Festplatten wäre ggf. die Elektronik zerstört, die Daten aber noch vorhanden. Die Computer wären nach einem EMP wahrscheinlich dauerhaft zerstört, die würden definitiv nicht mehr laufen. Das ist genau der Sinn eines EMP. Festplatten löscht man mit Magnetismus. Formatieren wiederum löscht in der Regel nur das Inhaltsverzeichnis, während die Daten noch vorhanden sind. Das hat aber mit einem EMP überhaupt nichts zu tun.

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4. Lesequartal 2020

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Cassardim – Jenseits der schwarzen Treppe – Julia Dippel

Cassardim Jenseits der schwarzen Treppe - Julia Dippel

Zweiter Teil der Serie und genauso gut wie der erste. Julia Dippel bietet keine neuen Elemente, mischt aber sehr gut.

5 out of 5 stars 5/5


Die Geilste Lücke im Lebenslauf: 6 Jahre Weltreisen – Nick Martin

Die geilste Lücke im Lebenslauf 6 Jahre Weltreisen - Nick Martin

Sehr unterhaltsam auch für nicht Weltreisende. Es geht mehr um interessante Ereignisse als um einen detaillierten Reisebericht. Dafür hätte das Buch deutlich dicker sein müssen.

4.5 out of 5 stars 4,5/5


From Blood and Ash – Jennifer L. Armentrout

The Red Peal Scene Hawke's Point of View - Jennifer L. Armentrout  From Blood and Ash 1 - Jennifer L. Armentrout  From Blood and Ash 2 Kingdom of Flesh and Fire - Jennifer L. Armentrout

Klasse Serie von Armentrout, die erwachsener als die klassischen Serien von ihr sind. Für meinen Geschmack durchaus etwas, was auch für Leute interessant ist, die Armentrout sonst nicht so mögen.

4 out of 5 stars 4/5


Cursed – Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit – Jennifer L. Armentrout

Cursed Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit - Jennifer L. Armentrout

Ein interessanter Einzelband um Personen mit besonderen Fähigkeiten. Das Ende ist zwar einerseits abgeschlossen, lässt aber viel Raum für mehr.

4 out of 5 stars 4/5


Dark Elements 5 Goldene Wut / Rage and Ruin Harbringer Series – Jennifer L. Armentrout

Rage and Ruin Harbringer Series - Jennifer L. Armentrout  Dark Elements Goldene Wut - Jennifer L. Armentrout

Teil 5 der Dark Elements Serie und sehr vergleichbar mit den Vorgängern.

4 out of 5 stars 4/5


Yukon: 3000km im Kanu durch Kanada und Alaska – Dirk Rohrbach

Yukon 3000 Kilometer im Kanu durch Kanada und Alaska - Dirk Rohrbach

Reise entlang des Yukon, die sich primär auf die Menschen entlang des Weges fokussiert (dazu gibt es auch eine TV Doku, wenn einem das bekannt vorkommt).

4 out of 5 stars 4/5


Die Greifenreiterin – Sabine Schulter

Die Greifenreiterin 1 Gefangenschaft - Sabine Schulter  Die Greifenreiterin 2 Hoffnung - Sabine Schulter  Die Greifenreiterin 3 Verheerung - Sabine Schulter  Die Greifenreiterin 4 Rache - Sabine Schulter

Mal ein Gegensatz zu den üblichen Drachengeschichten. Die Handlung ist nicht ganz so episch wie in anderen Fantasybüchern aber das ist vielleicht auch mal ein guter Gegensatz.

4 out of 5 stars 4/5


Wächter der Magie – Lara Lorenz

Wächter der Magie Der Weiße Stein Lara Lorenz  Wächter der Magie Der Blaue Stein - Lara Lorenz

Abwechslungsreiche und extrem detaillierte Fantasywelt und es geht – unschwer zu erkennen – um Drachen.

4 out of 5 stars 4/5


Mit wenig Geld um die Welt: Weltreisen mit nur 30 Euro am Tag – Florian Blümm

Mit wenig Geld um die Welt Weltreisen mit nur 30 Euro am Tag - Florian Blümm

Das buch deckt nur bestimmte Regionen ab und nicht die ganze Welt aber trotzdem finde ich es hilfreich, wenn man plant auf Weltreise zu gehen.

4 out of 5 stars 4/5


PUR – Das Leben ist eine Reise, kein Ziel – Kerstin Foell, Robert Stolle

PUR Das Leben ist reine Reise, kein Ziel - Kerstin Foell, Robert Stolle

Mischung aus halbwegs geglückter Weltreise mit einem Segelboot und Guide zum Glücklich werden.

4 out of 5 stars 4/5


Leaving the Frame Eine Weltreise ohne Drehbuch – Maria Ehrlich

Leaving the Frame Eine Weltreise ohne Drehbuch - Maria Ehrlich

Reisen ohne Drehbuch? Nicht so richtig und Weltreise halte ich auch für übertrieben. Unterhaltsam ist es aber trotzdem.

4 out of 5 stars 4/5


Vortex – Anna Benning

Vortex 1 Der Tag an dem die Welt zerriss - Anna Benning   Vortex 2 Das Mädchen, das die Zeit durchbrach - Anna Benning

Interessante Reihe um Sprünge durch die Zeit, die leider die Nachvollziehbarkeit oft ignoriert, um Handlungswendungen zu kreieren.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


Fabula Lux – Jasmin Romana Welsch

Fabula Lux 1 Lia - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 2 Astaras - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 3 Keon - Jasmin Romana Welsch

Vorgänger zur Krieger des Lichts Reihe, leider aber relativ unspannend, wenn man die Hauptserie kennt. Andersrum wäre es aber nicht anders. Wenn man nur eine von beiden liest, empfehle ich eindeutig die Hauptserie.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


The brightest Night Origin Series – Jennifer L. Armentrout

Origin Series 3 Brightest Night - Jennifer L. Armentrout

Um die Hauptgeschichte geht es in dem Band zum Glück kaum, denn der Teil der dann doch dazu gehört, ist leider vollkommen unglaubwürdig.

Somit ist das Buch aus meiner Sicht der bisher schlechteste Teil der Serie.

3 out of 5 stars 3/5


 

Wächter der Magie [Serie]

Wächter der Magie Der Weiße Stein Lara Lorenz  Wächter der Magie Der Blaue Stein - Lara Lorenz  

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Lara Lorenz

Teile der Serie:

  • Wächter der Magie 1 – Der weiße Stein (481 Seiten)
  • Wächter der Magie 2 – Der blaue Stein (610 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Mein Taschengeld ist gut angelegt und vermehrt sich kräftig, ich habe ein Händchen für sichere und gewinnbringende Anlagen. Brüste wären mir zwar lieber, aber auf lange Sicht sollte ich mich wohl nicht beklagen.

Mel lebt bei ihren Adoptiveltern. Sie ist zynisch, etwas arrogant und intelligent. So ist so schlau und fleißig, dass sie sogar Schulklassen übersprungen hat.

Ihre Eltern eröffnen ihr, dass Sie einen neuen Job haben, bei dem sie rund um die Welt reisen werden, die beiden sind Ärzte. Mel wird vor vollendete Tatsachen gestellt.

Mel hat nur noch ein Jahr bis zu ihrem Schulabschluss und beschließt zu Ihrem Opa zu ziehen, um den Schulabschluss machen zu können.

Als ob meine einmalige Haarpracht etwas daran ändern könnte, dass mein Exfreund der größte Armleuchter im Sonnensystem ist! Ach, was sag ich, in der ganzen verdammten Galaxie! Und mich ausgetrickst hat, damit ich ihm ein paar Eier lege! Wer bin ich denn? Der Osterhase?

Aber Mel ist kein Mensch, nur weiß sie das noch nicht. Mit 16 wird ihr eine magische Welt eröffnet werden. Das passt ihr überhaupt nicht in den Kram, weil ihre Welt bisher rational war und auf Wissenschaft und Naturgesetzen basiert.

Die Grundstory ist nicht sonderlich spannend und in der Art schon 100x gelesen aber was das Buch besonders macht ist nicht die Hauptgeschichte, sondern der Humor und das World Building. Mels sarkastische, zynische Art ist ziemlich witzig. Das wird später im Buch sogar noch mal gesteigert, weil sie dann eine zweite Stimme im Kopf hat (nein, sie wird nicht verrückt). Spätestens ab da kommt man sich teilweise vor, wie bei einem alten Ehepaar aber auch mit den anderen Charakteren gibt es einiges an Konfliktpotenzial.

Gewürze? Ich habe meine Mom nie sagen hören: Mel, reichst du mir mal den Katzenurin, die Lasagne ist noch etwas fade.

Natürlich gibt es auch besondere Charaktere, die in so einer Buchserie dazugehören (ich sage nur Bart und Neun).

Der zweite Aspekt, der das Buch besonders macht ist das World Building. Die Protagonisten und magischen Wesen sind von der Art grundsätzlich bekannt, werden aber unheimlich detailliert ausgeschmückt. Die Autorin hat eine erstaunliche und scheinbar sehr bildliche Fantasie.

Was auch eher ungewöhnlich ist für heute Jugendbücher ist die weitgehende Gewaltfreiheit (ja, eine kleine Keilerei gibt es schon mal). Es stirbt niemand, es wird keiner gefoltert, schwer verletzt oder sonstiges. Leider ist die Spannung aber auch nicht auf top Niveau.

Die klassische Dreiecksbeziehung gibt es auch, die wird aber eher unkonventionell aufgelöst.

Band 2:

Ein wenig neidisch bin ich schon und im Moment ziemlich beunruhigt. Nicht, dass sie mich versehentlich vaporisiert. Ups, entschuldige, der Zauber ist schief gegangen. Ich ruf mal die Putzfrau, die macht den Aschehaufen weg. Wird schon keiner merken …

Mel ist zum Drachen geworden. Nachdem sie das halbwegs gut überstanden hat, stehen schon die nächsten Probleme ins Haus. Der nächste Drache taucht auf und obwohl sie dachte, dass die High School endlich hinter ihr liegt und sie studieren kann, soll sie den Menschen aufklären, dass er sich bald wandeln wird.

Zusätzlich taucht noch einer von den verschollenen alten Drachen auf.

Teil zwei ist etwas schwungvoller und spannender als Teil 1 und auch etwas kompakter. Auch in Teil 2 ist der Detailreichtum der Welt wieder ziemlich beeindruckend. Genauso wie der erste Teil ist auch der zweite in sich abgeschlossen.

Nachdem aber ein alter Drache aufgetaucht ist und der letzte Stein (also Drache) noch nicht aktiv ist, kann man sich schon denken in welche Richtung der dritte Teil geht.

Bei der bisherigen Schreibgeschwindigkeit muss man sich bis zum Erscheinen vermutlich noch etwas gedulden.

Teil zwei bringt noch mehr schrullige Charaktere hervor, die dafür sorgen, dass die Serie einzigartig ist.

Fazit:

Seufzend betrete ich das Wohnzimmer, in dem meine Eltern auf mich warten. Ich liebe sie, aber wir leben nicht auf dem gleichen Planeten.

Das besondere an dieser Serie ist das World Building und die unheimlich detailreiche Welt. Die Autorin benutzt die klassischen High Fantasy Völker, lässt sich aber dadurch keineswegs einschränken. Sie bricht aus den vorgegebenen Standards aus.

Weiterhin ist die Serie sehr gewaltfrei. Es gibt Kämpfe aber über zwei Bücher nicht einen Toten. Ich wüsste gerade überhaupt keine andere Fantasyserie, die so gewaltfrei ist, selbst in Narnia läuft das anders ab.

Immer noch heimelig. Wie aus dem Einrichtungskatalog für Serienkiller. Schöner Töten mit schwarzem Stein – richten Sie Ihre Horrorhöhle günstig und mit Ratenzahlung ein!

Eigentlich wäre die Serie also prädestiniert für Kinder aber die Art sarkastischer Humor, den die Hauptakteurin an den Tag legt, setzt meiner Meinung nach schon eher voraus, dass der Leser im jugendlichen Alter ist.

Die Hauptgeschichte ist relativ stark am Mainstream orientiert, sogar eine Dreiecksbeziehung ist vorhanden, die aber zum Glück etwas interessanter aufgelöst wird. Dem ersten Teil fehlte für meinen Geschmack teilweise die Spannung, im zweiten Teil geht es etwas straffer zu.

Etwas Liebesgeschichte gibt es auch aber die ist kaum erwähnenswert und so keusch, dass sie für jedes Alter geeignet ist. Mehr als mal zusammen essen und ein Kuss passiert nicht.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5 (Zwischenfazit, da die Serie noch nicht beendet ist)

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

    • Olivgrünes Telefon mit Wählscheibe? Das hört sich ziemlich deutsch und nicht nach USA an. Aber vielleicht gibt es das dort auch. Sagrotan ist mir in den USA auch noch nicht begegnet.
    • Wieso warten die Wächter schon Wochen vorher auf Mel, obwohl sie nicht damit rechnen, dass sie eher auftaucht.
    • Sonderlich groß können Drachen ja nicht sein, wenn sie nur 4 Tonnen wiegen. An anderer Stelle werden sie aber als Haushoch beschrieben und reißen allein mit dem Schwanz Wände ein. Nur mal zum Vergleich: Ein Elefant wiegt schon bis zu 6 Tonnen. Ein Drache mit den beschriebenen Dimensionen würde wohl das mehrfache wiegen.
    • Die Versicherung, die einen Drachenangriff für eine Windhose hält und das bezahlt, möchte ich sehen. Andersrum: So richtig gut kann man als Versicherung wohl nicht argumentieren was es denn sonst gewesen sein könnte. Auto platt getreten, Scheune explodiert, Kuhstall mit Schwanz eingeschlagen. Mit Dinosauriern können sie ja auch schlecht argumentieren.
    • Nachwuchs muss doch auch erzogen werden? Ich dachte dafür sind Drachen und somit Wächter eh nicht zuständig.
    • Wieso sind die Wächter so unentbehrlich, wenn es vorher seit Ewigkeiten ohne ging?
    • Mit Celeste ins untere Viertel zu gehen ist sehr schlau, wenn man bedenkt wessen Beraterin die dortige Ansprechpartnerin ist.
    • Aha erst ist der Drache in Mel dafür das Haar abzugeben (für eher nutzlose Informationen) und dann muss es zurück erobert werden, weil der Drache weiß was für Zauber damit durchgeführt werden können. Und nein der Drache hat 0 Grund wütend zu sein, da der Drache Mel geraten hat die Haarsträhnen abzugeben. Die ganze Aktion ist unlogisch.

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