Secret Elements [Serie]

Scret Darkness Im Spiegek der Schatten - Johanna Danninger    Secret Elements 1 Im Dunkel der See - Johanna Danninger  Secret Elements 2 Im Bann der Erde - Johanna Danninger  Secret Elements 3 Im Auge des Orkans - Johanna Danninger  Secret Elements 4 Im Spiel der Flammen - Johanna Danninger

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Danninger

Teile der Serie:

  • Secret Elements 1 – Im Dunkel der See (336 Seiten)
  • Secret Elements 2 – Im Bann der Erde (256 Seiten)
  • Secret Elements 3 – Im Auge des Orkans (228 Seiten)
  • Secret Elements 4 – Im Spiel der Flammen (321 Seiten)
  • Secret Darkness – Im Spiegel der Schatten (319 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Prequel:

Achtung, das Prequel nimmt einen Teil der Hauptgeschichte vorweg. Ihr könnt euch also entscheiden, ob ich euch einen Teil der Spannung in der Hauptserie nehmen wollt aber dafür die Geschichte so lesen wollt, wie sie zeitlich abgelaufen ist oder ob ihr die Spannung in der Hauptserie aufrechterhalten wollt. Wenn ihr euch für letzteres entscheidet, bitte hier nicht weiterlesen, sondern zu Buch 1 springen! Ich gehe bei dieser Rezension davon aus, dass ihr erst die Hauptstory gelesen habt. Falls ihr die Bücher in der zeitlich korrekten Reihenfolge lest, dann werdet ihr durch die Rezension gespoilert!

Spoiler

»Jack, hast du eigentlich gewusst, dass unser Team die höchste Frauenquote aller Avalon-Einheiten hat?« Leah rief belustigt: »Wenn’s dir zu viel wird, Stanson, kann ich gern ein Wörtchen mit dem General reden!« »Nein«, antwortete er gedehnt. »Drei sollten zu schaffen sein.«

Im Prequel wird die Geschichte von Luisa und Alator erzählt, also der Mutter und dem Vater von Jay.

Im späteren Verlauf tritt ihre Mutter als Füchsin auf, weil sie von der Dunkelheit übernommen wurde und ihr Vater ist unterdessen General.

Wer die drei Hauptbücher kennt, der kennt auch schon den Storyverlauf in dieser Geschichte, da der Grobabriss bereits im der Hauptserie behandelt wird.

Luisa hat ihre Ausbildung als Special Forces Mitglied gerade beendet und wurde in Team 6 aufgenommen.

»Glaub mir«, sprach er weiter, »ich weiß genau, wie du dich jetzt fühlst. An keinem von uns geht so etwas spurlos vorüber. Aber genau das unterscheidet uns von skrupellosen Mördern. Sei dankbar für diesen Schmerz, denn er ist der beste Beweis dafür, dass du zwischen Gut und Böse unterscheiden kannst.«

Das Buch erzählt von ihren ersten Einsätzen, von der aufkommenden Beziehung mit Alator (wobei die sich Anfangs nicht gerade andeutet), ihrer Schwangerschaft und der Dunkelheit, die von ihr Besitz ergreift.

Als roter Faden zieht sich durch das Buch der Aufstieg der Dunkelheit. An dem war Team 6 alles andere als unschuldig. Im Prinzip war Jays Mutter also Schuld daran, dass die Dunkelheit überhaupt in die Welt zurückkehren konnte. Man könnte deren Handeln schon als Beihilfe bezeichnen.

Als Vorgeschichte füllt das Buch zwar einige Lücken aber aus meiner Sicht ist es verzichtbar. Mein Bild von Jays Mutter ist jetzt auf jeden Fall um einiges schlechter als vorher. Sie hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Dunkelheit in die Welt zurückkehren konnte und auch, dass sie sich in ihr manifestiert hat.

Die ganze Handlung in dieser Geschichte ist weitgehend unlogisch und die Aktionen der Agenten unlogisch und unprofessionell. Es macht keinen Sinn dem Unbekannten Terroristen seine „Wünsche“ zu erfüllen, da er überhaupt keinen Grund hat, seine Drohungen danach nicht trotzdem zu erfüllen.

Die Charaktere verhalten sich unglaublich naiv. Für mich ist das Prequel deutlich schlechter als der Rest der Serie und leider extrem unglaubwürdig.

[collapse]

Buch 1:

Birgit machte keine Anstalten, unser Zimmer an diesem Abend wieder zu verlassen. Nicht einmal, um noch ein zweites Mal kotzen zu gehen. Dabei malträtierte sie sich schon wieder seit einer Weile selbst mit einem dieser abartigen Modemagazine, in denen kein Model auch nur annähernd vierzig Kilo wog.

Jessica lebt in einem Heim, weil ihre Eltern sie als Baby weggeben haben. Wer ihre Eltern sind weiß sie nicht und auch nicht warum ihre Eltern sie verlassen haben. Das Heim nimmt schwierige Fälle auf. Dort wohnen Jugendliche,  die sich irgendwo zwischen normal und kriminell befinden.

Jessica ist an einer öffentlichen Schule und hat ihr Abi fast in der Tasche. Da sie sich auch an der Schule nichts gefallen lässt, ist sie dort allerdings auf Bewährung. Falls sie noch mal beim Direktor wegen irgendwas erscheinen muss, dann fliegt sie von der Schule. Jessica ist Außenseiterin und versucht möglichst nicht aufzufallen. Das zeigt sich auch mit ihren überwiegend schwarzen Klamotten.

»Okay, sieh’s dir einfach mal an. Ich hab echt keine Lust, mich wieder mit Abwehrraketen herumzuärgern.« »Glaubst du etwa ich? Beim letzten Mal musste ich den ganzen Kotflügel erneuern!«

In der Schule gibt sie sich mühe und hat einen sehr guten Notenschnitt.

Als sie an einem Tag auf einer Bank sitzt und liest, setzt sich eine seltsame Frau zu ihr, die ihr ein Amulett schenkt. Das Amulett stellt sich als ein sehr mächtiges Artefakt heraus, dass Jessica allerdings auch nicht mehr ablegen kann.

Plötzlich wird in kürzester Zeit ihre Welt auf den Kopf gestellt und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Einer von der Sorte, die tagsüber ihre Ausbildung zum kaufmännischen Fachangestellten in der Küchenabteilung eines Möbelhauses absolvierten und nach Sonnenuntergang glaubten, sie könnten einen auf Turntable-Gottheit machen, um Weiber aufzureißen.

Ich will nicht zu viel Verraten, daher versuche ich es mit einem Vergleich: Wenn ihr an Man in Black / die Unglaublichen und James Bond denkt, habt ihr ein grobes Bild von dem was im Buch passiert. Das Ganze wird auch ohne große Vorwarnung und nach einer recht überschaubaren Einleitung auf den Leser losgelassen. Man fühlt sich also ähnlich überrumpelt wie Jessica.

Das Grundkonstrukt der Geschichte ist nicht außergewöhnlich: Jessica als Heldin wider Willen hat die Last, die Welt zu retten. Ansonsten gibt es hier die Paarung: Bad Boy vs. kratzbürstige Hauptakteurin was teilweise recht unterhaltsam ist.

Ich musste dringend hier weg. Die waren doch allesamt nicht ganz dicht. Vermutlich bereiteten sie sich gerade darauf vor, mich als Opfergabe in einen Vulkan zu schmeißen – oder was Sektenanhängern sonst noch einfiel.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen Fantasy mit Magie und Science Fiction und lässt sich nicht so richtig einordnen – was ich ganz Abwechslungsreich finde. Weiterhin hat die Autorin wirklich mächtig viel Fantasie.

Jessica ist ein klassischer Fall von harter Schale, weicher Kern. Nach außen ist sie unheimlich schlagfertig und teilt kräftig aus, sowohl mit Worten als auch mit Fäusten. Ihre Gedanken stehen dazu aber im krassen Gegensatz. Sie macht innerlich einen recht besonnenen Eindruck und ist auch deutlich gebildeter, als man ihr das auf den ersten Blick zutrauen würde. Zusätzlich ist sie eine gute Beobachterin.

Ich erstarrte und gab keinen Ton von mir. Ich hatte genügend Horrorfilme gesehen, um zu wissen, dass man sich von blassen, schwarzhaarigen Kindern an seltsamen Orten dringend fernhalten sollte. So leise ich konnte, schlich ich rückwärts.

Das macht sie zu einem interessanten Charakter.

Die Schreibweise im Buch, sowie die Art von Jessica sind frech, unkonventionell und frisch.

Buch 2:

Nachdem Jay im ersten Teil aus ihrer vertrauten Umgebung in eine ziemlich schräge Science Fiction / Fantasy Welt entführt oder auch gerettet wurde, kennt sie nun ihre Aufgabe und ihre Gegnerin. Sie hat von einer Göttin (irgendwie ziemlich viele Frauen in Führungspositionen) ein Amulett bekommen, mit dem  sie die Kraft der Elemente nutzen kann. Damit soll sie die Gegenspielerin, die die dunkle Seite verkörpert, vernichten. Sie hat nur leider keine Ahnung wie. Aber sie hat immerhin Team 8 und die Agency auf ihrer Seite.

Andere gruben sich einen Weg durch den Berg – ich sprengte ihn lieber. Und Lee hatte offenbar seinen Spaß daran, mich regelmäßig explodieren zu lassen.

Bevor sie mir ihrer Gegenspielerin aufnehmen kann, muss sie aber noch 3 Elemente finden und sich als Würdig erweisen.

Wird ihr das gelingen oder ist die dunkle Seite stärker?

Die Zusammenfassung vom ersten Teil am Anfang des Buches ist recht einfallslos und hab ich schon länger nicht mehr so schlecht verpackt gelesen.

Das Gefühl von Freiheit erfasste mich. So war das bei mir schon immer gewesen, wenn ich mich inmitten der Natur aufhielt. Ich fühlte mich akzeptiert und verstanden. Hier dachte niemand Schlechtes über mich. Die Natur urteilte nicht.

Das im ersten Buch begonnene Geplänkel zwischen Lee und Jay, die beide Sturköpfe sind, geht im zweiten Teil natlos weiter.

Bei dem Buch musste ich mal wieder an mein Studium denken. Bekanntes mit unbekanntem oder Neuem mischen. Wie auch in vielen anderen Büchern werden in dem Buch bekannte Dinge – der Bau der Pyramiden, die Artussage wir komplett neu geschrieben, der angebliche Ufoabsturtz in Roswell neu erklärt, Gott und auch die Evolutionstheorie. Richtet euch darauf ein, dass ihr einiges neu erklärt bekommt.

Über meine finanzielle Situation in der Anderswelt hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Doch ich war eher davon ausgegangen, als Retterin der Menschheit ehrenamtlich unterwegs zu sein.

Wie man bereits an den Namen der Bücher erkennt, wird ein Element pro Buch behandelt. In diesem Buch geht es oh Wunder um die Erde und das Erlernen der Nutzung der Fähigkeiten, die mit dem Wasser in Zusammenhang stehen.

Ganz so viel Action und Überraschungen wie im ersten Teil gibt es im zweiten nicht. Es gibt aber einige neue Charaktere, die zur Bereicherung der Geschichte Beitragen.

Buch 3:

»Mirraka ist Volk der Gastfreundlichkeit. Aber nie danke oder bitte und nur über Essen schimpfen, dann kein Freude mehr macht. Die Großgeratenen immer meckern.«

Nachdem Jay nun die Elemente des Wassers und der Erde benutzen darf und erneut eine unerfreuliche Begegnung mit der Füchsin hatte, steht nun ihre Ausbildung als Agentin bevor. Wird sie diese Herausforderung bewältigen können? Aus Lee wird sie nach wie vor nicht schlau. Sie weiß nur, dass er ein außerordentliches Talent hat sie auf die Palme zu bringen.

Das zeigte wieder einmal deutlich, dass man sich stets ein eigenes Bild machen sollte und niemals auf vorgegebene Meinungen verlassen durfte. Vorurteile konnten so vieles zerstören.

Jay bekommt ihre elementaren Energien immer besser unter Kontrolle. Zusätzlich ist sie in deutlich mehr Action und Abenteuer verstrickt als im zweiten Teil. Sie wird immer selbstbewusster, außer wenn Lee mal wieder eine kritischen Blick oder kritische Bewertung ablässt, dann trifft sie das hart.

Jay hält übrigens nach wie vor nichts davon ihre Weiblichkeit zu präsentieren. Insofern ist folgendes Situation für sie schon als Bahnbrechend zu bezeichnen:

Zögernd öffnete ich meinen Mantel und präsentierte ihr mit einem angedeuteten Knicks mein neues Outfit. »Verschärft!«, kommentierte Sina. »Gute Arbeit, Samy.«

»Niemand kann sich seine Wurzeln aussuchen. Entscheidend ist, was man daraus wachsen lässt.« Der Kater legte den Kopf schräg. »Meine Güte, das war ja fast schon poetisch.«

Spätestens bei ihrem Geburtstag merkt man, dass Jay in der Anderswelt angekommen ist. Sie hat wirklich tolle Freunde gefunden.

Mehr fällt mir zu dem Band nicht ein, ohne zu viel zu verraten. Selber lesen! Das ist der bisher beste Teil der Serie.

Etwas unglaubwürdig ist wie einige Leute im Buch vehement die Gefühle füreinander ignorieren. Brett vorm Kopf ist da fast noch untertrieben.

Dann machte ich sogar noch einen kleinen Knicks. Der Garako beobachtete meine Bemühungen mit hochgezogenen Augenbrauen. »Hast du zu viel Game of Thrones gesehen?«, fragte er. … »Ich habe dich eingeladen, um dich kennenzulernen. Nicht, um zu sehen, wie du glaubst, sein zu müssen. Und nun folgt mir, bitte.«

Am Ende des Buches wird Jay mit einer Schrecklichen Neuigkeit konfrontiert, die sie alles hinterfragen lassen.

Buch 4:

Nachdem Jay bei ihrer Geburtstagsfeier erleben durfte, dass sie in der Anderswelt angekommen ist und dort wirklich tolle Freunde gefunden hat, gab es mehrere schwere Rückschläge. Die Füchsin war überhaupt nicht in Jays Eisblock gefangen, sondern hat diesen nur als Illusion erschaffen um im das Agency Gebäude zu gelangen. Sie flieht und es gelingt ihr das Buch der Worte zu stehlen, mit dem die Welt zerstört werden kann. Weiterhin offenbart sie Jay, dass ihr Körper der ihrer Mutter ist. Daraufhin sieht Jay sich nicht in der Lage die Füchsin zu töten.

»Vielleicht hätte ich es verhindern können.« »Hätteft du nicht.« »Woher willst du das wissen? Du warst nicht dabei.« Er lächelte milde. »Aber ich bin jepft hier und in deinen Augen erkenne ich, daff du ef verhindert hätteft, wenn du ef gekonnt hätteft. Daf genügt mir.«

Aber wie soll es nun weitergehen?

Die Zusammenfassung der Vorgängerteile kommt auch hier wieder mit dem Holzhammer – stur runter gespult. Das geht eindeutig besser.

Die Bedrohung durch die Füchsin wird deutlich realer aber im finalen Teil war das nicht anders zu erwarten. Glücklicherweise haben sich auch Jays Fähigkeiten weiterentwickelt.

Bei der Fluch der Füchsin hat jemand aus dem internen Kreis, vielleicht sogar jemand aus Team 8 mitgeholfen. Aber ist das wirklich möglich? Alle im Team sind wie Freunde für Jay, außer Lee vielleicht aber zu dem ist ihre Verbindung vielleicht sogar noch stärker.

Sein Brustkorb hob und senkte sich, Captain Leannán Aherra wartete auf meinen Befehl. Das war das Faszinierendste, was ich je erlebt hatte.

Im letzten Teil werden alle offenen Handlungsstränge eingefangen und der Leser wird mit wirklich diversen ungeahnten Entwicklungen konfrontiert. Wirklich klasse gelöst.

Jay ist ein toller Charakter und trägt das Herz am richtigen Fleck. Bei Lee ist das auch so, auch wenn er es meistens nicht zeigen kann oder will.

Der letzte Teil stellt ein sehr würdiges Ende der Serie dar. Den Epilog hätte ich persönlich mir länger gewünscht. Ich hätte gern noch mehr mit Jay, Lee und Team 8 erlabt.

Fazit:

Die Serie ist mal “was anderes” trifft es ganz gut. Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen Die Unglaublichen, Men in Black und James Bond. Das Genre ist irgendwo zwischen Science Fiction, Fantasy und Realwelt angesiedelt und die Charaktere sind frisch und Abwechslungsreich. Jay hat keine schöne Vergangenheit gehabt aber genau das hat sie zu dem gemacht was sie ist. Jay ist ein Dickkopf und wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Wer sich auf ein absolut phantastisches Abenteuer mit Special Forces / Agenten einlassen will, ist hier genau richtig.

»Du trägst eine wundervolle und gute Seele in dir, Jessica«, sagte er leise. »Vergiss das niemals.« … »Du hast nun die Erlaubnis, auf meine Kraft zuzugreifen. Nutze sie klug, dann wird sie dir treu zur Seite stehen.«

Bewertung:

4,5/5 (ohne Prequel – mit Prequel 4,0)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde es etwas seltsam, dass Jay bis zum Gespräch mit Ivan nicht nach ihrem Schulabschluss fragt. Die Agency sollte es ihr doch ermöglichen können so kurz vor dem Abi den Abschluss zu bekommen.
  • Das man Handys per GPS verfolgen kann, wenn sie ausgeschaltet sind, ist quatsch
  • Geht es nur mir so oder findet ihre den kauzigen Alfred auch klasse?
  • Hab ich was verpasst? Die Tuata wurden von Danu erschaffen, die Miraka von dem Erdelementar geschaffen, die Meermenschen vom Wasserelementar, die Feuerelfen vom Feuerelementar. Die Felidae Linguae kommen aus dem Labor. Woher kommen Feen, Gnome, Pegasi usw.?
  • Lee zieht mit Jay ohne Verstärkung los um Samira zu befreien? Und das nur, weil er ihr eigentlich nicht glaubt? Ja klar, ist ja auch überhaupt nicht gefährlich für Jay und macht total Sinn, nachdem er sich vorher ständig um sie gesorgt hat.
  • Wie überlebt die Füchsin ohne Nahrung, Wasser, Luft in einem Eisblock?
  • Logisch ist es nicht, dass Team 8 regen Kontakt zu Praktikanten hält, die später möglicherweise die Ausbildung beginnen und dann nach Ausbildungsstart wird so getan, als wenn man sich nicht kennen würde.
  • Wieso hat die Füchsin so lange gewartet, um sich das Buch zu holen?
  • Wieso sind die Menschen eigentlich lt. Serie angeblich so machtgierig und die Tuatha nicht? Angeblich unterscheidet Menschen und Tuatha lediglich eine minimale Mutation, die ihnen erlaubt Magie anzuwenden, die in dieser Serie aber wissenschaftlich erklärt wird. Warum sollten sie sich also anders verhalten als Menschen, wenn das der einzige Unterschied ist? Generell rechtfertigt ein derart kleiner Unterschied eigentlich auch keinen Begriff für eine andere Spezies. Das sind eher Unterschiede vergleichbar mit der Hautfarbe oder anderen Besonderheiten wie der Fähigkeit Milch zu verarbeiten.
  • Die Agency ist komplett mit hightech ausgestattet aber die Erfindung von Spracherkennungsssoftware ist an ihr vorbeigegangen?
  • Jay sieht aus wie ihre Mutter und somit die Frau des verstorben geglaubte Frau des Generals und er merkt das nicht?
  • Im Prequel heißt es zuerst, dass der Leichnam nicht in den Händen der Special Forces ist und dann wird der Tatort besichtigt und er liegt dort einfach noch, obwohl die Spurensicherung durch ist?
  • In der Kirche die Pläne auszuplaudern ist sehr Intelligent …
  • Der ominöse Fremde hat einen Hightechjet, der mit Angriffsraketen aufgestattet ist, die der Jet von Luisa offenbar nicht hat (also besser ausgestattet als ein moderner Jet von der Agency) und natürlich versagen Luisas Fähigkeiten genau dann, wenn es darauf ankommt.
  • Mit einem Geländewagen im Iran 850km in einer Tagesreise? Ich habe starke Zweifel
  • Äh, klar. Luisa ist frisch im Team und nimmt diverse Fettnäpfchen mit und fällt lediglich durch Ehrgeiz auf und schon denkt die Anführerin von Team 6 darüber nach sie als ihre Nachfolgerin vorzuschlagen. Genau so läuft es beim Militär ab… vollkommen unrealistisch. Und die Teammitglieder haben abseits von Tory alle kein Problem damit übergangen zu werden.
  • Was bitte schützt der untergetauchte Zwergenklan, wenn es dort überhaupt nichts zu beschützen gibt, wenn das Bruchstück eh woanders ist?
  • Die Analyse des Virus ist ja hochgradig professionell – sinngemäß wir haben 0 Ahnung aber Virus ist hochgefährlich.
  • Wieso sollte der unbekannte den „Virus“, der die Anderswelt auffliegen lässt nicht benutzen. Da er eh die Dunkelheit freilassen will, spielt ein Krieg ihm nur in seine Hände. Das passiert natürlich auch. Die Zeilen habe ich übrigens geschrieben, bevor ich die Stelle im Buch erreicht habe. Das war so vorhersehbar.
  • Das der Unbekannte mehr mit Luisa vor hat ist auch offensichtlich, sonst hätte er sie schon mehrfach umbringen können. Im Prinzip sagt Alator das Endergebnis ziemlich gut voraus.
  • Wie soll denn der Plan gewesen sein um den Unbekannten von seinen Taten abzuhalten? Luisa begibt sich vollkommen hilflos in die Hände des unbekannten, der lässt James frei und danach nimmt ihn fest? Wohl kaum. Warum erschießt Elly ihn nicht einfach?
  • Der Sabotageakt auf den Jet lt. Beschreibung und der weitere Verlauf ist nicht nachvollziehbar. Alator ist bewusstlos und Luisa gibt ihm einen schubs in Richtung Wasseroberfläche. Da hätte ihn wohl kaum vor dem Ertrinken bewahrt. Wie erklärt sich das verschwinden von Luisa? Das sie ihr Kind zur Welt bringt ohne jemanden auf sich aufmerksam zu machen mag nachvollziehbar sein, weil sie ihr Kind beschützen will. Wovon sie gelebt hat aber z.B. nicht, denn da sie für tot gehalten wurde, hatte sie keinerlei Zahlungsmittel. Es ist auch unklar wie die Geburt erfolgt sein soll.

[collapse]

Secret Elements 1 – Im Dunkel der See [Buch]

Secret Elements - Im Dunkel der See - Johanna Danninger

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Danninger

Teile der Serie:

  • Secret Elements 1 – Im Dunkel der See (336 Seiten)
  • Secret Elements 2 – Im Bann der Erde (256 Seiten)
  • Secret Elements 3 – Im Auge des Orkans (228 Seiten)
  • Secret Elements 4 – Im Spiel der Flammen (321 Seiten)
  • Secret Darkness – Im Spiegel der Schatten (319 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Birgit machte keine Anstalten, unser Zimmer an diesem Abend wieder zu verlassen. Nicht einmal, um noch ein zweites Mal kotzen zu gehen. Dabei malträtierte sie sich schon wieder seit einer Weile selbst mit einem dieser abartigen Modemagazine, in denen kein Model auch nur annähernd vierzig Kilo wog.

Jessica lebt in einem Heim, weil ihre Eltern sie als Baby weggeben haben. Wer ihre Eltern sind weiß sie nicht und auch nicht warum ihre Eltern sie verlassen haben. Das Heim nimmt schwierige Fälle auf. Dort wohnen Jugendliche,  die sich irgendwo zwischen normal und kriminell befinden.

Jessica ist an einer öffentlichen Schule und hat ihr Abi fast in der Tasche. Da sie sich auch an der Schule nichts gefallen lässt, ist sie dort allerdings auf Bewährung. Falls sie noch mal beim Direktor wegen irgendwas erscheinen muss, dann fliegt sie von der Schule. Jessica ist Außenseiterin und versucht möglichst nicht aufzufallen. Das zeigt sich auch mit ihren überwiegend schwarzen Klamotten.

»Okay, sieh’s dir einfach mal an. Ich hab echt keine Lust, mich wieder mit Abwehrraketen herumzuärgern.« »Glaubst du etwa ich? Beim letzten Mal musste ich den ganzen Kotflügel erneuern!«

In der Schule gibt sie sich mühe und hat einen sehr guten Notenschnitt.

Als sie an einem Tag auf einer Bank sitzt und liest, setzt sich eine seltsame Frau zu ihr, die ihr ein Amulett schenkt. Das Amulett stellt sich als ein sehr mächtiges Artefakt heraus, dass Jessica allerdings auch nicht mehr ablegen kann.

Plötzlich wird in kürzester Zeit ihre Welt auf den Kopf gestellt und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Einer von der Sorte, die tagsüber ihre Ausbildung zum kaufmännischen Fachangestellten in der Küchenabteilung eines Möbelhauses absolvierten und nach Sonnenuntergang glaubten, sie könnten einen auf Turntable-Gottheit machen, um Weiber aufzureißen.

Ich will nicht zu viel Verraten, daher versuche ich es mit einem Vergleich: Wenn ihr an Man in Black / die Unglaublichen und James Bond denkt, habt ihr ein grobes Bild von dem was im Buch passiert. Das Ganze wird auch ohne große Vorwarnung und nach einer recht überschaubaren Einleitung auf den Leser losgelassen. Man fühlt sich also ähnlich überrumpelt wie Jessica.

Das Grundkonstrukt der Geschichte ist nicht außergewöhnlich: Jessica als Heldin wider Willen hat die Last, die Welt zu retten. Ansonsten gibt es hier die Paarung: Bad Boy vs. kratzbürstige Hauptakteurin was teilweise recht unterhaltsam ist.

Ich musste dringend hier weg. Die waren doch allesamt nicht ganz dicht. Vermutlich bereiteten sie sich gerade darauf vor, mich als Opfergabe in einen Vulkan zu schmeißen – oder was Sektenanhängern sonst noch einfiel.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen Fantasy mit Magie und Science Fiction und lässt sich nicht so richtig einordnen – was ich ganz Abwechslungsreich finde. Weiterhin hat die Autorin wirklich mächtig viel Fantasie.

Jessica ist ein klassischer Fall von harter Schale, weicher Kern. Nach außen ist sie unheimlich schlagfertig und teilt kräftig aus, sowohl mit Worten als auch mit Fäusten. Ihre Gedanken stehen dazu aber im krassen Gegensatz. Sie macht innerlich einen recht besonnenen Eindruck und ist auch deutlich gebildeter, als man ihr das auf den ersten Blick zutrauen würde. Zusätzlich ist sie eine gute Beobachterin.

Ich erstarrte und gab keinen Ton von mir. Ich hatte genügend Horrorfilme gesehen, um zu wissen, dass man sich von blassen, schwarzhaarigen Kindern an seltsamen Orten dringend fernhalten sollte. So leise ich konnte, schlich ich rückwärts.

Das macht sie zu einem interessanten Charakter.

Die Schreibweise im Buch, sowie die Art von Jessica sind frech, unkonventionell und frisch.

Fazit:

Das Buch ist ein sehr verheißungsvoller Serienauftakt. Die Mischung aus Fantasy und Science Fiction hat was. Die Schlagfertigkeit von Jay ist toll und die Fantasie der Autorin ist umwerfend.

»Du trägst eine wundervolle und gute Seele in dir, Jessica«, sagte er leise. »Vergiss das niemals.« … »Du hast nun die Erlaubnis, auf meine Kraft zuzugreifen. Nutze sie klug, dann wird sie dir treu zur Seite stehen.«

Klasse ist auch, dass man direkt mitten in die Geschichte geworfen wird. Als Leser ist man ähnlich überrumpelt wie Jay.

Da kann man es auch verschmerzen, dass die grundsätzliche Gut / Böse Geschichte im Prinzip auf Star Wars hinausläuft.

Die Rezension der kompletten Serie findet ihr hier.

Bei dem Buch handelt es sich um eine Reszensionexpemplar, dass mir von Carlsen kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Da mir der erste Teil gefallen hat, habe ich mir aber trotzdem alle vier Teile als eBook gekauft. Ihr bekommt also – wie immer – meine unverfälschte Meinung.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde es etwas seltsam, dass Jay bis zum Gespräch mit Ivan nicht nach ihrem Schulabschluss fragt. Die Agency sollte es ihr doch ermöglichen können so kurz vor dem Abi den Abschluss zu bekommen.
  • Das man Handys per GPS verfolgen kann, wenn sie ausgeschaltet sind, ist quatsch

[collapse]

SoulSystems [Serie]

SoulSystems Finde, was du liebst - Vivien Summer  SoulSystems Suche, was dich rettet - Vivien Summer  SoulSystems Erkenne, was du bist - Vivien Summer  SoulSystems Fühle, was in dir brennt - Vivien Summer  Soul Systems Bekämpfe, was dich zerstört - Vivien Summer 

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Vivien Summer

Teile der Serie:

  • SoulSystems 1: Finde, was du liebst (390 Seiten)
  • SoulSystems 2: Suche, was dich rettet (447 Seiten)
  • SoulSystems 3: Erkenne, was du bist (464 Seiten)
  • SoulSystems 4: Fühle, was in dir brennt (470 Seiten)
  • SoulSystems 5: Bekämpfe, was dich zerstört (482 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Würde Milo mir noch mal eines seiner zu engen T-Shirts andrehen, konnte ich für nichts garantieren. Mein Vorrat an freundlichen Dankeschöns war unglücklicherweise schon aufgebraucht.

Ella lebt in einer Marskolonie. Sie war in Johnson verliebt aber der hat sie verlassen. Johnson behauptet, dass er sich an nichts erinnern kann. Ella glaubt ihm kein Wort. Eigentlich hätten sie sich überhaupt nicht verlieben dürfen. Derartige Dinge werden von Soulsystems kontrolliert. SoulSystems wählt den perfekten Partner und auch den Beruf aus.

SoulSystems wurde nach dem vierten Weltkrieg gegründet um die Menschen zu vereinen. Wegen dem 4. Weltkrieg bzw. den Konsequenzen daraus für die Lebensbedingungen auf der Erde wurde die Umsiedlung der Menschen auf den Mars begonnen.

Ihr Auftreten hatte mich ehrlich gesagt ziemlich aus der Bahn geworfen, weshalb ich froh war, dass ich sie seit zwei Tagen nicht mehr gesehen hatte und ich mich jetzt erst mal mental auf Freitag vorbereiten konnte.

Dadurch, dass sich Ella und Johnson ineinander verliebt haben wurde der Test verfälscht. Ella wird nie den perfekten Partner finden. Auf der Marskolonie gibt es strenge Regeln, die von Wächtern überwacht werden. Bei der Verletzung der Regeln wird man auf die Erde verbannt und Ella war noch nie auf der Erde. Zu den Regeln von SoulSystems gehört dazu, dass man einen Partner finden muss.

Alles wird überwacht – mit wem man Chattet und was (also quasi das gleiche Szenario was wir unter dem Deckmantel der Terrorabwehr heute auch schon bei uns haben). In diesem System erfolgt aber auch die Einmischung ins private Umfeld. Freiheit wird nur noch als Illusion aufrechterhalten.

»Nope«, erwiderte er beinahe schadenfroh. »Ihr dürft mit mir vorliebnehmen, Gentlemen … und Frau. Wer ist denn die Kleine?« »Geht dich nichts an«, gab Milo überraschend ruhig zurück. Ich zog meinen imaginären Hut vor ihm. Ich hätte Hunter wahrscheinlich schon in die Fresse geschlagen, bei dem, was er über Ella und auch über Lou gesagt hatte.

Ella belauscht ein Gespräch ihrer Eltern, bei dem es darum geht, dass sie offenbar davon wissen was mit Johnson passiert ist und ihre Mutter scheint aktiv Einfluss genommen zu haben. Ihre Mutter arbeitet beim Geheimdienst und ihr Vater als Polizeichef.

Als wenn das nicht schon alles verwirrend genug wäre rennt sie ein Typ über den Haufen, dem Ella immer wieder begegnet und obwohl er so abweisend ist, findet sie ihn irgendwie interessant.

Sagt Johnson doch die Wahrheit und was wird hier gespielt? Kann Ella ihren Eltern vertrauen? Welche Ziele hat SoulSystems wirklich? Und was ist das für ein Typ, der sie über den Haufen gerannt hat?

Die Geschichte um Ella / Johnson und den Mysteriösen Dritten ist eine klassische Dreiecksbeziehung. Der mysteriöse Dritte ist der Typ bad boy, auf den die Mädels offenbar irgendwie stehen.

Es ist leicht, davonzulaufen. Vor dem, was war, und dem, was kommen wird. Aber woher wissen wir, was war und was kommen wird, wenn wir nicht wissen, wer wir sind? Und wenn wir nicht wissen, wer wir sind, ist es dann immer noch leicht, davonzulaufen?

Leider ist das Leben auf dem Mars unglaubwürdig dargestellt (mehr unter Spoiler) und das ist ziemlich vorsichtig formuliert. Man schlittert als Leser von einer Merkwürdigkeit in die nächste.

Ella erscheint mir anfangs relativ  oberflächlich und skrupellos, weil sie wissentlich andere in Gefahr bringt um ihre Vermutung in Bezug auf ihre Eltern zu prüfen.

River ist vielschichtiger als man auf den ersten Blick denkt. Zumal seine Vergangenheit immer nur bruchstückhaft offenbart wird und man als Leser sehr lange nur Häppchen serviert bekommt. Aber auch bei ihm erkennt man schnell, dass er in der Vergangenheit relativ skrupellos gehandelt hat.

Nachdem der Pater die Klappe verriegelt und einen Schalter betätigt hatte, konnten wir durch die riesige verglaste Wand beobachten, wie ihre Urne ins Universum geschossen wurde. Von jetzt an waren die Sterne ihr Zuhause.

So gesehen haben sich zwei gefunden, beide sind anfangs nicht wirklich sympathisch.

Beide begeben sich kopflos in Gefahr. Dabei könnte zumindest Ella die Gefahr sehr einfach vermeiden. Es ist ziemlich unglaubwürdig wegen 4 Stunden Aufwand auf die man keine Lust hat sein ganzes Leben zu riskieren und das nicht nur einmal, nein mehrfach.

Die Rebellen sind von Anfang an bereit über Leichen zu gehen. Das macht sie nicht gerade sympathisch. Da man die Vorgeschichte nicht kennt und SoulSystems auf den ersten Blick nicht so schlimm wirkt, wie sie es vielleicht sind, ist das für den Leser zuerst nicht nachvollziehbar.

Ich würde ja nicht so weit gehen und sagen, ich würde River die Hölle heißmachen, sollte er Ella das Herz brechen, aber … ich würde es tun. Einfach, weil es vielleicht sonst niemand tun würde.

Die Kapitel mit Geschichte wechseln sich immer wieder mit Informationen zu SoulSystems ab – Gesprächen – Fragebögen und andere Informationen. Zuerst wird die Geschichte ausschließlich aus Ellas Perspektive erzählt, später wechseln die Perspektiven.

Spannend ist die Geschichte vor allem in der zweiten Hälfte des Buches aber die Umgereimtheiten und Schwächen sind meiner Meinung nach einfach zu groß. Gefühlt ist für die Buchserie überhaupt nicht recherchiert worden und Logik wird gekonnt ignoriert.

Es geht mir also ein wenig wie manchmal mit Actionfilmen, vorher das Gehirn an der Kasse abgeben, dann wird man gut unterhalten. Das ist eigentlich schade, denn emotional ist das Buch im zweiten Teil wirklich mitreißend.

Buch 2:

Aber als ich einen Blick auf ihr Handgelenk warf, erkannte ich an der Nummer, dass sie schon mehrere Monate hier sein musste. Der Zeitpunkt, um die Nerven zu verlieren, war also definitiv schon überschritten.

Im ersten Buch wurden primär Ella und River als Charaktere behandelt. Ella ist vermeintlich die Tochter vom Polizeichef und ihre Stiefmutter arbeitet beim Geheimdienst. Als Ella geheime Informationen auf dem PC ihres Vaters entdeckt bringt der sie zu SoulSystems, wo die Informationen unter Folter aus ihrem Gehirn gelöscht werden sollen. Dabei geht ihr Vater das Risiko ein, dass sie ins Koma fällt oder stirbt. Das Löschen der Informationen aus ihrem Gedächtnis hat aber nicht funktioniert. Seitdem traut Ella ihren Eltern nicht mehr, weil sie auch schon vorher Gespräche gehört hat, die ihre Stiefmutter als nicht vertrauenswürdig einstufen.

Vermutlich wusste er nicht mal, woher er sie hatte, und es interessierte mich auch kein bisschen. Das redete ich mir besser schon mal ein, bevor ich plötzlich doch anderer Meinung war.

Auf Ella wurde ein Anschlag verübt bei dem Sie fast gestorben wäre. Sie vermutet SoulSystems als Verursacher.

Weiterhin hat River mit den Rebellen einen Anschlag auf ihren Vater durchgeführt, der aber gescheitert ist. Offenbar war der Anschlag aber ein abgekartetes Spiel. Wer gibt hier wem Befehle? Werden die Rebellen evtl. sogar von ihren Feinden gesteuert? Was versteckt Soulsystems? Wem kann Ella überhaupt noch vertrauen?

»Ich habe keine Probleme«, wehrte ich schwach ab, schaffte es aber nicht, Bobby in die Augen zu sehen. Dieser kratzte sich nachdenklich an seinem buschigen Bart. »Ja, stimmt, deine Angst vor Pistolen und deine Komplexe mit Frauen sind überhaupt nicht problematisch.«

Der zweite Teil beginnt mit neuen Charakteren, die auf der Erde in einem Gefängnis sitzen, weil sie gegen die Regeln von SoulSystems verstoßen haben. Sie haben sich verliebt. Das ist ihre Straftat, die zu lebenslanger Haft und Zwangsarbeit führt, sofern dabei nicht die vorgegebenen Regeln von SoulSystems eingehalten werden. Das Gefängnis liegt unterirdisch und wer darin gelandet ist, kommt nie wieder raus. Die Erinnerung an das vorherige Leben wird den Insassen genommen abseits der Erinnerung an die Straftat. Neben Zwangsarbeit werden die Insassen zur Paarung gezwungen.

»Ich dachte, ich soll mir ein Hobby suchen«, konterte ich. »Beischlaf ist kein Hobby«, spottete er, wobei er mich mit Blicken erdolchte. »Angeln ist eins. Oder Schwimmen. Ich würde mich auch damit arrangieren, wenn du meine Wohnung aufräumst.«

Rhea ist eine der Insassen und sie hat aufgegeben. Caden wird als ihr Parter für die Brutstation ausgewählt auf der sie dazu gewzungen werden Nachwuchs für kinderlose paare zu „produzieren“.

Caden ist anfangs alles andere als sympathisch. Auch Rhea und Caden sind eher oberflächlich, wobei man als Leser sicherlich auch Schwierigkeiten hat  die Situation nachzuvollziehen. Das Gedächtnis der Gefangenen wurde partiell gelöscht, die Gefangenen müssen Zwangsarbeit leisten, sehen kein Tageslicht und haben keine Hoffnung jemals wieder aus dem Loch zu kommen, in dem sie sich befinden.

Meine Aufgabe ist es nur, ihn über Wasser zu halten. Du könntest ihn vielleicht daran erinnern, wie man schwimmt.« »Das ist ganz schön viel verlangt, gerade wenn man bedenkt, dass ich noch nie wirklich geschwommen bin. Ich weiß nicht mal, ob ich schwimmen kann.« »Jeder kann schwimmen«, widersprach er mir. »Man muss es nur wollen.«

Im zweiten Buch geht es direkt spannend weiter, was besonders dem Ende vom ersten Teil geschuldet ist, bei dem Ella und River dringendsten Gesprächsbedarf hatten.

Die Akteure im Hintergrund bleiben unklar. Ich bin gespannt, ob am Ende alles einen Sinn ergibt, habe aber noch Zweifel, wegen der diversen Unstimmigkeiten, die sich bereits in den ersten beiden Teilen ergeben haben.

Ella wird mehr und mehr in die Machenschaften der Rebellen gezogen. Das Verhältnis von River und Ella hat sich anfangs deutlich abgekühlt (was ziemlich gekünstelt wirkt, weil es offensichtlich nur dazu dient, um die Spannung zwischen den beiden länger aufrecht zu halten).

Ich warf einen kurzen Blick auf Eden, aber der schlief immer noch wie ein Stein. Wenn ich ein guter Freund war, würde ich ihn maximal noch zehn Minuten so liegen lassen und ihn dann mal wenden, damit er keinen Sonnenbrand bekam.

Durch die zusätzlichen Charaktere weitet sich die Erzählung nun auf die Sicht von 4 Personen aus und es werden zwei vollständig separierte Handlungsstränge verfolgt. Das sorgt im Stil von Herr der Ringe für mehr Spannung, weil man die Akteure häufig dann verlässt, wenn es gerade spannend ist.

Die Charaktere handeln nach wie vor nicht sonderlich schlau und auch mit den logischen Zusammenhängen ist es – wie auch im ersten Teil – nicht weit her.

Der Actionanteil nimmt in diesem Buch zu es wird auch etwas brutaler als der erste Teil.

Buch 3:

»Es ist seine Zellenpartnerin«, mischte sich auf einmal dieser Eden ein, der es wohl endlich geschafft hatte, den Wächter in das Nebenzimmer zu bringen. Ich würde nicht behaupten, dass ich schneller gewesen wäre, aber ich würde danach bestimmt nicht so aussehen, als wäre ich kurz vorm Verrecken.

Ella hat sich auf die Seite der Rebellen geschlagen. Nachdem sie von dem PC Ihres Vaters Informationen beschaffen konnte, die bestätigen, dass auf der Erde Krieg zwischen Rebellen un SoulSystems herrscht haben sich die Rebellen vom Mars mit einem Raumschiff auf den Weg zur Erde gemacht. Ella hat dabei Ihre Familie und ihre Freundinnen auf dem Mars zurückgelassen.

Rhea ist weiterhin im Gefängnis und hat auf der Brutstation einen neuen Zellennachbarn zur Produktion von Nachwuchs zugewiesen bekommen. Caden ist weg.

Auch im dritten Buch kommen neue Charaktere hinzu aus deren Sicht man die Geschehnisse erlebt. Dazu gehört Max der Rebellenführer aus Paris und Taissa die Spionin der Rebellen bei SoulSystems.

Eigentlich mochte ich sie nicht nur. Ich war auf so eine brutale Art und Weise in Ella verliebt, dass ich alles dafür tun würde, um der zu sein, der ich für Ella sein wollte. Derjenige, der sie zum Lachen brachte, statt ihr wehzutun. Derjenige, bei dem sie wusste, dass sie sich auf ihn verlassen konnte.

Der Anfang vom dritten Buch ist ziemlich abstrus. Vorher war die Geschichte oft nicht logisch, hier driftet sie in komplett ab. Die Anzahl der Widersprüche ist so groß, dass es sich schon fast keinen Sinn mehr macht die alle im Einzelnen aufzuzählen.

Die Auflösung am Anfang über die beiden Ellas (Emma / Emilia / Lou) ist haarsträubend und das ist nicht alles, das geht am Ende von Buch 3 sogar noch weiter. Das wirkt alles ziemlich konstruiert um immer wieder die Phasen angehende Liebe, Streit, Liebe, Streit usw. zu produzieren und die Spannung künstlich über 5 Bücher aufrecht zu halten.

Leider vergaß ich für einen Moment, dass sie hier das Häufchen Elend von uns beiden war, und riss sie fast von den Beinen, als ich ein wenig das Gleichgewicht verlor. Ella machte sich leicht von mir los. »Wie viel hast du bitte getrunken? Und was überhaupt? Dieses Zeug von Max?«

Die Beziehungen werden ständig auseinander getrieben, dann gibt’s es eine Ruhephase usw. – das ist mir einfach etwas zu konstruiert und offensichtlich. Klar macht das jeder Autor irgendwie, aber wenn es dann mehrere Beziehungen sind und alle nach dem Schema laufen, ist es sehr auffällig.

Abseits davon ist die Handlung relativ spannend. Man muss sich aber erst mal auf das Chaos einlassen. 😉

Der Schreibstil ist toll und die Gefühlsachterbahn auch.

Vor allem Max ist aus meiner Sicht eine Bereicherung.

Aha. Wenn man Zeit für blöde Witze hatte, konnte die Lage wohl nicht so ernst sein, wie mein Herz glauben wollte. Das verkrampfte immer noch in meiner Brust – ob vor Erleichterung oder dezenter Wut, weil Max in dieser Situation dumme Sprüche machen musste, konnte ich nicht sagen.

Ella hat sich im Vergleich zum ersten und zweiten Buch deutlich weiter entwickelt und in diesem Band wird ihr wirklich eine Menge zugemutet.

Generell entwickeln sich die Charaktere weiter und sind bei weitem nicht mehr so Oberflächlich wie am Anfang der Handlung.

Buch 4:

Hunter, Ava, Megan, Chuck sind Verräter und haben den Standort der Pariser Rebellen verraten. Wobei Chuck den Hauptanteil hatte.

Die Rebellen, die in Paris ansässig waren wurden bei einem Angriff von Soulsystems gefangen genommen. Max, Julien und Ella konnten fliehen und befreien Teissa und Xave aus den Händen von SoulSystems um Anschließend mit Ellas neuen Fähigkeiten und einigen anderen Phantomen eine Befreiungsaktion in der SoulSystems Zentrale in England durchzuführen.

aber die grausame Wahrheit ist, dass man das Ende nie kommen sieht. Man kann es nicht. Manchmal endet das ›Für immer‹ schneller, als man es erwartet, und dann zerbricht man daran.«

Es hat sich gezeigt, dass es drei Ellas gibt. Die Originaltochter vom Polizeichef (Emilia) wurde wegen ihrer Verstöße gegen die Regeln von SoulSystems zu lebenslanger Zwangsarbeit in einer Mine verurteilt. Die Ella, die der Leser am Anfang der Serie kennengelernt hat und die als Ersatz für die Tochter des Polizeichefs platziert wurde, ist eigentlich ein Klon. Lou, die eigentlich totgeglaubt war, wurde als Basis für den Klon von Ella genutzt. River ist am Boden zerstört. Wen liebt er wirklich? Ella? Lou?

Und wie ich so gerne sage: Mi casa es su casa.« »Was auch immer«, murmelte ich gegen das Glas und ignorierte, wie Julien Max zur Sau machte. Ich verstand eh nichts, was er sagte. Fluchen auf Französisch klang ohnehin lächerlich.

Rhea und Caden wurden für Tests missbraucht. Bei beiden werden die Erinnerungen verändert, so dass sie abwechselnd meinen sie würden sich lieben oder dass sie sich vollkommen egal sind.

Die Experimente von SoulSystems dienen dazu eine willenlose Armee zu schaffen.

In diesem Teil kommen wieder zwei neue Perspektiven hinzu – von Milo und Chuck. Der Ansatz ist zwar grundsätzlich interessant aber je mehr Charaktere im behandelt werden, desto weniger bekommt man von den einzelnen mit. Jetzt sind wir bereits bei 8 Perspektiven. Im letzten Band sind es somit vermutlich 10. Bei 3x Kapiteln bleibt da nicht mehr viel übrig für die einzelnen Charaktere.

»Darf ich euch was zu trinken anbieten?«, fragte Flip gut gelaunt, als hätte ich ihn nicht gerade bei seinem Schönheitsschlaf gestört – wobei, das würde meiner Meinung nach auch nicht mehr helfen.

Milo ist keine besondere Überraschung und Chuck ist für mein empfinden nicht ganz dicht und ihre Motivation ist für mich nicht nachvollziehbar. Das was sie getan hat lässt sich ja nicht mal eben wieder reparieren. Im Prinzip ist sie Massenmörderin.

Auch im vierten Teil gibt es wieder das übliche Spiel – die Liebenden kommen sich näher, dann kommt wieder ein neuer Keil der sie auseinander treibt und dann gehen sie wieder aufeinander zu.

»Du hast mich gerettet, hast mich nicht aufgegeben. Du akzeptierst mich, egal, wie kaputt ich bin und egal, wie viele Schatten mich verfolgen. Ich habe mich in dich verliebt, weil ich mich wieder wie ich fühle, wenn ich bei dir bin.«

In der Mitte gibt es auch ein paar Längen bei dem die Geschichte nicht wirklich Fortschritte macht.

Die Wiederholung der Vorgängerteile ist hier aber so perfekt eingebunden, dass sie kaum auffällt. Sehr gut gemacht.

Die Gespräche zwischen Milo und River über Frauen sind wirklich gut. Milos Perspektive hat eh gesteigerten Unterhaltungswert (Ich sag nur Kapitel 13!). Ganz allgemein beweist die Autorin in Band 4 sehr viel Humor. Ich hab selten bei einem Buch so gelacht. Kapitel 18 ist auch ein Highlight und das obwohl es ja eigentlich um ein sehr trauriges Thema geht.

»Entspann dich mal!«, unterbrach ich ihn schnell. »Meinetwegen kannst du auch mit ’nem Oktopus zusammen sein, wenn’s dich glücklich macht, aber du willst mich doch verarschen. Ein Klon? Wie … ein doppelter Mensch?«

Die Autorin nimmt die üblichen Männerklisches auf’s Korn. Die Entwicklung von Caden finde ich aber nicht so ganz glaubwürdig (macho zu softi).

Der Cliffhanger am Ende ist ziemlich böse. Im August soll der letzte Teil der Serie kommen. Die Lage ist am Ende wegen dummen Handelns eines Teils der Rebellen mehr als ernst. Ich bin mir auch noch nicht so sicher, ob nicht einige im letzten Teil nicht ihr Gedächtnis verlieren oder sterben werden. Ich tippe mal auf River (wobei ich noch nicht nachvollziehen kann, warum sich SoulSystems überhaupt für ihn interessiert).

Buch 5:

»Uns verbindet mehr als Blut, River. Blut ist nicht alles. Blut ist nicht Familie. Familie ist das, was dein Herz dir sagt.

Die Stiefmutter von Ella ist die eigentliche Anführerin von SoulSystems. Sie vertritt die 5 Erben von denen einer der König ist. Der König ist schon vor Jahren von SoulSystems inhaftiert und vermutlich durch einen Replikanten ersetzt.

Mit einem Trick gelingt es Ellas Stiefmutter Chuck dazu zu bringen Informationen weiterzugeben, die nur dazu dienen die Rebellen in eine Falle zu locken. Ella, Bobby, Milo, Toby, Eden und River tappen auch prompt in diese Falle (unglaublich naiv).

Wir hatten den halben Tag hier verbracht, in der Hoffnung, dass Chuck sich melden würde. Also die anderen, ich hatte nicht gehofft. Ich war nur hier, weil mir die Inneneinrichtung gefiel und weil es trotz Herbstanfangs eine Spur zu warm draußen war.

Max wurde nicht informiert und will auch zuerst nicht eingreifen. Lediglich der Umstand, dass er damit Teissa helfen könnte, bringt ihn doch dazu einzugreifen.

Chuck, Hunter und Ava sind in den Händen von Soulsystem uns werden auch dort als Verräter behandelt. Megan ist die rechte Hand von Ellas „Stiefmutter“ und hat offenbar keinerlei Gewissen.

River soll auf den Mars verlegt werden um wer weiß was mit ihm anzustellen.

Wird Max rechtzeitig eingreifen können oder wird er sogar selber gefangen genommen? Was steht den Gefährten noch bevor? Wer wird überleben und was für Schäden kann SoulSystems noch anrichten?

Aber das war der Preis, der jeder im Laufe seines Lebens bezahlen musste. Um niemanden zu verlieren, der einem etwas bedeutete, durfte man nichts fühlen – nur waren wir Menschen und dazu erschaffen zu fühlen. Zu leiden, zu lieben, zu beschützen.

Im letzen Teil geht es in der ersten Hälfte primär um die Liebesbeziehungen der Paare. Die eigentliche Handlung gerät etwas in den Hintergrund.

Das ändert sich aber im zweiten Teil, in dem dann die Haupthandlung weitergeführt wird. Allerdings rächt sich im letzten Teil, dass die Vorgänger an vielen Stellen unlogisch waren. Hier werden die Losen Enden zusammengeführt und enden mit ziemlich vielen recht abstrusen Erklärungen. Die Handlungen der Personen sind nicht wirklich nachvollziehbar.

Und das war etwas, was ich an ihm schätzte – diese Explosivität. Von null auf hundert in zwei Sekunden. Wäre er ein Motor und ich an Autos interessiert, hätte mich das ziemlich angemacht.

Interessant ist, dass die meisten Charaktere sich ziemlich weiterentwickeln und durchaus mehr Grauschattierungen haben, als man ihnen das anfangs zutraut.

Die unterschiedlichen Erzählperspektiven sorgen auch in diesem Buch für mehr Spannung, weil immer gerade dann die Person und der Ort gewechselt werden, wenn es gerade richtig spannend ist.

Gut finde ich auch, dass der Serie ein würdiges Ende spendiert wurde (also nicht nur ein paar Seiten).

Emotional fand ich den letzten Teil allerdings nicht so bewegend.

Fazit:

Die Vergangenheit machte etwas mit uns, das wir nicht widerrufen konnten. Sie prägte uns. Unsere guten und unsere schlechten Seiten. Da gab es keine Filter und auch keine nachträglichen Veränderungen, wenn uns etwas nicht mehr in den Kram passte.

Puh, diese Buchserie ist echt schwierig zu bewerten. Vivien Summer gelingt es ohne Probleme mich emotional anzusprechen. Das gelingt genügend Büchern nicht.

Weiterhin finde ich die Fragestellungen, die in der Serie aufgeworfen werden – Wer bin ich? Was macht mich aus? – sehr interessant.

Auf der anderen Seite gibt es so viele Unstimmigkeiten, Widersprüche und unlogische Elemente, dass ich sehr häufig aus der Geschichte rausgerissen werde.

Ich grinste ihn an. »Bei diesen schnulzigen Worten möchte ich dir gern vor die Füße kotzen und dich noch mal daran erinnern, dass du ein Weichei bist«, sagte ich und boxte ihm dann stolz und zufrieden gegen den Oberarm.

Die Dystopie eignet sich hervorragend um Emotionen zu schüren, weil dort in der Regel Individuen grauenhaft von irgendwelchen despotischen Systemen unterdrückt werden. Der Teil funktioniert hier sehr gut.

Ansonsten findet in der Serie wirklich jeder Topf seinen Deckel. Das ist mir persönlich etwas zu viel des Kitsches. Wenn das so einfach wäre wie hier dargestellt, dann gäbe es wohl weniger Singles.

Mir kommt diese Buchserie wie die etwas unstimmigere Version von Slated / Gelöscht vor. Dort hat es wenigstens noch einen Sinn gemacht das Gedächtnis zu löschen als Alternative zur Haft oder Hinrichtung. In dieser Serie wird das Gedächtnis gelöscht + Haft was überhaupt keinen Sinn ergibt.

Gefühlsmanipulationen, Klone … würde mich nicht wundern, wenn hier auch irgendwo Mutanten rumlaufen würden.

Die Regeln von SoulSystems zielen partiell auf Vermehrung ab und dann wieder nicht, weil die Vermehrung nicht erzwungen wird (wenn man nicht gerade im Gefängnis ist), im Gegensatz zur Parnerschaft. Glück kann aber auch nicht im Fokus stehen, weil dann gleichgeschlechtliche Partnerschaften erlaubt wären. Das Grundgerüst auf dem die Geschichte basiert ist nicht stimmig.

Ich bin siebzehn Jahre alt und das Programm schreibt mir vor, wie ich zu leben habe, dabei besteht das Leben doch darin, Fehler zu machen. Fehler machen das Leben aus, Dad. Fehler machen uns menschlich. Ohne sie können wir das Glück überhaupt nicht wertschätzen, wenn wir es finden. Ohne sie wissen wir doch gar nicht, was gut für uns ist.

Dieser Zwiespalt zwischen emotional mitreißend und unstimmig zieht sich leider durch die gesamte Serie. Wenn einen das nicht stört, wird man gut unterhalten. Das ist vergleichbar mit einem Bond Film, da steht Logik auch nicht gerade an erser Stelle aber wenn man nicht genauer darüber nachdenkt, kann man trotzdem gut unterhalten werden.

Wie man an meiner Liste unten sieht, haben mich die vielen Unstimmigkeiten gestört. Die Länge der Liste ist übrigens absoluter Rekord. So viele unlogische / unstimmige Elemente habe ich noch nie in einer Buchserie gefunden.

Wenn ich mir Bewertungen der einzelnen Bücher der Serie z.B. auf Amazon anschaue, hat das die meisten Leser aber offenbar nicht oder deutlich weniger daran gestört.

Bewertung:

3,5/5 (-0,5 wegen der diversen Logikschwächen)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Ressourcen ermöglichen offenbar die gleichen Bedingungen wie auf der Erde zu schaffen. Das Betrifft das Wetter, die Temperaturen und die Bewohner liegen am Seeufer… Das halte ich für wenig glaubwürdig. Das leben auf dem Mars wäre wohl deutlich spartanischer.
  • Der Mars hat eine komplett andere Schwerkraft. Das in den Büchern überhaupt nicht erwähnt
  • Plastiktüten für Eis auf dem Mars. Wo liegt der Fehler?
  • Solche Augen gab es nicht zweimal. Diese Farbe – sie war einzigartig, dunkler als gewöhnliches Blau und von grünen Sprenkeln übersät. Wie das Universum, das man von Bildern kannte. In ihnen war das, was ich bei Jordan immer vermisst hatte: die Unendlichkeit und damit die Möglichkeit, sich vollkommen und ganz und gar hoffnungslos in etwas zu verlieren. Das sind allen Ernstes Kriterien um einen Typen auszuwählen? Nicht wirklich, oder? Wegen den Augen ist der Typ also toll. Charakter und andre Eigenschaften sind offenbar nebensächlich. Hauptsache man sieht in den Augen die Unendlichkeit…
  • Ich finde es wenig glaubwürdig, dass alle Wohlstandsgüter wie zum Beispiel Eis und Haustiere vorhanden sind, aber die Grundsysteme wie Wettersysteme, Stromversorgung usw. offenbar andauernd ausfallen und kein Backup haben. Solche Systeme würden mindestens mit einer oder sogar mehr Backupsystemen abgesichert. Vor allem wenn man es sich offenbar sogar leisten kann Wohlstandsgüter bereitzustellen und verschwenderisch mit Ressourcen umzugehen. Das Wettersystem hält dauerhaft 25° und im Apartment läuft eine Klimaanlage und das, obwohl die Stromversorgung nicht mal stabil ist? Nicht ernsthaft, oder?
  • Jordan hatte mir das Herz gebrochen. Er konnte nicht erwarten, dass ich ihm so schnell verzeihe, auch wenn er nicht daran schuld war – Logik, nicht vorhanden. Selbst als ihr das gleiche passiert, zeigt Ella keinerlei Einsicht und fühlt sich nicht mal schlecht dabei. Oberflächlicher geht es nicht
  • Ella vermutet, dass das Gedächtnis von Johnson beeinflusst wurde, sie hat aber keine Skrupel, dem nächsten dem sie begegnet in die gleiche Gefahr zu bringen. Echt toller Charakter (ok, dafür bekommt sie es dann selber ab).
  • Das die Rebellen mit Handy rumrennen wäre heute schon total unrealistisch, weil damit ganz leicht alle Bewegungen nachvollzogen werden könnten.
  • Es ist nicht so ganz nachvollziehbar wieso man einen Partner haben muss aber Kinder wiederum nicht verpflichtend sind. Wenn es darum geht, dass alle glücklich werden sollen, dann währen gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder auch Leute ohne Partner erlaubt. Dem ist aber nicht so.
  • Seit wann wechseln Tablets in den Akkumodus mit einer sichtbaren Unterbrechung, das ist nicht mal heute so. In der Zukunft mit Sicherheit nicht
  • Viren behebt man nicht – da wäre wohl Recherche bzgl. der Begrifflichkeiten angebracht gewesen
  • Wieso verhindern Ellas Eltern die Beziehung mit Johnson, wenn er nachher doch auf ihrer Liste ist und sie sich mit ihm treffen muss und wieso stört sie das dann nicht mehr?
  • 22 Uhr = Sperrstunde – um 8 treffen Ella und River sich zum Essen aber angeblich hat sie 4 Stunden Zeit bis sie zu Hause sein muss – Wie funktioniert das? Weiter hinten beginnt die Sperrstunde um 00:00 was wohl vorne auch so gedacht war.
  • Ich halte für wenig glaubwürdig, dass bei derart drakonischen Strafen jemand so blöd ist, und sich bei Gesetzesverstößen in der Öffentlichkeit zu zeigen (zum Beispiel die Verabredung im Restaurant)
  • Was soll die sinnlose Flucht von River vor drei Wächtern, die eh wissen wer Ella ist?
  • Wie verschleiert Hunter bzw. Janna die Hilfe für die Rebellen vor allem wie schützt sie River nach einer offiziellen Festnahme bei der diverse Wächter beteiligt waren? Auch Milo spaziert einfach in die Polizeistation wo sicherlich Überwachungskameras hängen. Die Rebellen legen es geradezu darauf an erwischt zu werden. Zumal Hunter immer andere Wächter dabei hat und offenbar sind das immer Rebellensympathisanten, weil sonst seine Handlungen für die Rebellen sofort aufgedeckt würden.
  • Erst hat Ellas Vater angeblich ihre ID gesperrt und dann meldet sie sich auf seinem Rechner mit ihrer ID an
  • Es macht total Sinn, dass die Rebellen ihre Handys ausschalten, nachdem sie sich getroffen haben (vorher wäre wohl sinnvoller gewesen)
  • Nach dem Versuch Ellas Gedächtnis zu manipulieren ist es hochgradig naiv eigentlich schon eher dumm von ihr davon auszugehen, dass nicht alles was sie mit ihrer ID macht überwacht wird.
  • Nach der Gedächtnismanipulation ist Ella viel zu arglos. Ihr „Vater“ war bereit ihr Leben zu riskieren, um ihr Gedächtnis zu verändern. Der wäre nach der Aktion für mich sowas von gestorben. Auch wenn sie die Fassade aufrecht halten muss, denkt sie aber nicht mal in der Richtung. Zumal sie bereits zu dem Zeitpunkt nicht mal weiß, ob ihre Eltern überhaupt echte Erinnerungen sind. Nach dem Mordanschlag denkt Ella nicht darüber nach was die Verbindung von ihrem Vater zu SoulSystems bedeutet… Weiterhin ist sie nur „wütend“ auf ihren Dad. Wenn jemand bereit ist einen zu opfern / töten, dann ist Wut wohl deutlich zu harmlos als Emotion. Die ganze Aktion war übrigens ziemlich sinnlos, da später die Rebellen die Informationen sogar bekommen sollen. Warum also nicht Ella?
  • Die Aussage mit den Mobiltelefonen ist totaler Quatsch: “Manche von uns hängen an einem Notstromnetz damit wir uns erreichen”. Entweder hat das Handynetz Strom oder es hat keinen. Wer dann darüber telefoniert spielt keine Rolle.
  • Wie benutzen Milo und River den Aufzug im SoulSystems Komplex zum zweiten Mal? Wenn man in der Mitte eine ID zum Einsteigen benötigt, dann doch wohl auf jeder Ebene. Vor allem wenn selbst in Wohnhäusern schon diese Sicherheitsstandards gelten und zwar nicht nur am Aufzug, sondern an jeder Tür. Den Kopf vom Wächter haben sie ja wohl nicht abgehackt und jeder ein Auge mitgenommen
  • Nachdem River zweimal gegen Avas Befehle handelt reagiert sie überhaupt nicht? Die würde sich als Anführerin nicht lange halten.
  • Wieso kommt Ava nicht auf die Idee, dass es eine Schlechte Idee ist River für einen Anschlag auf einer Feier einzusetzen, bei der Ella anwesend ist? Zumal dort ihr Vater getötet werden soll. Das ist dermaßen unlogisch, dass einem dazu fast nichts mehr einfällt
  • Die Begründung warum bei dem Attentat auf Ellas Vater kein Kopfschuss erfolgte ist lächerlich. Seine Brust und sein Arm konnte beschossen werden aber für einen Kopfschuss stand seine Tochter in der Schusslinie?! Zumal das überhaupt nicht stimmt. Sie stand einige Meter entfernt
  • Welchen Sinn macht es Leute einzusperren und vorher die Erinnerung zu löschen?
  • Das River den Rebellen davon erzählt, dass Ella ihn erkannt hat, ist hochgradig naiv. Es ist offensichtlich, dass sie das in eine lebensbedrohliche Lage bringt.
  • Das sich Ella aus trotz (wie ein Kleinkind) den Rebellen anschließt, ist auch nicht gerade schlau. Was kann schon passieren?!
  • Wieso der plötzliche Sinneswandel von River in Buch 2? Erst erzählt er Ella nichts aber dann ohne Grund fast alles.
  • River scheint es überhaupt nicht zu stören, dass SoulSystems Ella gefoltert hat und auch nicht, dass er sie erheblicher Gefahr aussetzt, da wenigstens erneut an ihrem Gedächtnis manipuliert wird, wenn sie erwischt wird. Wahrscheinlicher ist aber, dass ihr dann schlimmeres angetan wird. Andererseits hat er aber vorher versucht sie zu beschützen. Das macht keinen Sinn. Stattdessen denkt er darüber nach was er fast mit einer anderen gemacht hätte. Das ist vergleichsweise belanglos.
  • Seit wann ist der Sonnenuntergang auf der Erde erst nach 21:00 zu sehen? Es kommt wohl sehr auf die Region und die Jahreszeit an aber der kann auch schon deutlich früher stattfinden.
  • Das Ella das Passwort ihres Vater kennt und der von seinem Privatrechner Zugriff auf Polizeidaten hat ist schon unglaublich genug, dass er sein PW aber nicht ändert, nachdem er weiß, dass Ella darauf zugegriffen hat, und obwohl er sogar ihr Gedächtnis ohne Rücksichtnahme auf ihre Gesundheit ändern lies, ist vollkommen unglaubwürdig. Da wird einem Polizeichef doch wohl ein PW einfallen auf das seine Tochter nicht sofort kommt.
  • Ellas Vater kommt kurz nach 10 morgens nach Hause und nennt das etwas früher? Wohl eher ungewöhnlich für den Polizeichef, oder?
  • Wieso können die Rebellen munter zwischen Erde und Mars hin und herfliegen?
  • Welchen Grund sollten die Rebellen haben Jordan mitzunehmen?
  • Ein Flug mit einem Raumschiff zwischen Erde und Mars ist nichts was man vor SoulSystems verheimlichen könnte. Wie naiv ist es denn von den Rebellen zu denken, dass SoulSystems und / oder die Regierung nicht alles über sie weiß und dern Flug von Startpunkt zu Zielpunkt verfolgt? Das wird zwar lapidar erklärt mit „das Radar abstellen“ dürfte wohl kaum eine Option sein, wenn heute schon Satelliten die ganze Erde überwachen. Lustiger wird es noch in Buch 4 als die Rebellen mal eben nachverfolgen wo das zweite geklaute Schiff ist. Das geht somit mit jedem Schiff und somit stellt sich auch die Frage warum SoulSystems nicht immer wusste wo die Rebellenbasis ist (bzw. scheinbar wussten sie es sogar und habe nur nie angegriffen)
  • Milo, Bobby, Ava, Hunter – alle Personen mit wichtigen Positionen reisen einfach mal so zur Erde und geben so ihren Einfluss in ihren Positionen auf – so funktioniert eine erfolgreiche Rebellion mit Sicherheit nicht. Wenn man schon Leute an solchen Positionen hat, gibt man diese Stellung nicht ohne Grund auf. Zusätzlich lässt sich das plötzliche Verschwinden von mehreren Leuten auf dem Mars nicht erklären. Zumal zumindest Bobby offenbar eine Frau zurücklässt – was wohl auch eher unwahrscheinlich ist. Bei allen ist nach der Flucht offensichtlich, dass sie zur Rebellion gehören. Da ein Funkspruch viel schneller ist als das Schiff könnten sie auf der Erde problemlos abgefangen werden. Zumal sie nicht mal ein konkretes Ziel auf der Erde haben – die Aktion macht also überhaupt keinen Sinn.
  • Den meisten Flugzeugen / Raumschiffen bekommt es nicht sonderlich gut, wenn man auf sie schießt. Danach vom Mars zur Erde damit fliegen ist also eher unwahrscheinlich.
  • Coole Science Fiction – wir haben 23xx und im Raumschiff sind Fernseher?! Besprechungsräume machen auch nicht wirklich Sinn. Nur noch mal zur Erinnerung: Nach dem 4. Weltkrieg gibt es so viel Überfluss, dass Luxusraumschiffe gebaut werden? Wieso gibt es an Bord eine Klamottensammlung. Normalerweise benötigt man die in einem Raumschiff mit dem man zwei Tage unterwegs ist nicht. Oder hat der Krieg nie stattgefunden? Nichtdestotrotz machen einige Dinge auf einem Raumschiff keinen Sinn.
  • Seit wann gibt es im Gefängnis jemanden der einem das Bett bezieht (nachdem Caden verschwunden ist)? Erst recht nicht in der Art von Gefängnis wie sie im Buch beschrieben wird.
  • Wie soll das Pariser Rebellencamp denn bitte über „Aktivitäten“ ausgemacht werden. Die gibt es in einer Stadt zuhauf. Zumal: Was für Aktivitäten sollen das nachts sein?
  • Max erzählt, dass die Rebellen es nicht zur Nothern Förderation geschafft haben, aber Kontakt mit Megan hat er? Und wieso kann Megan mit massenhaft Leuten aus der NA (die ja offenbar in den USA ist) über den Atlantik kommen, wenn der Luftweg vom Militär so stark überwacht wird?
  • Wie soll es denn helfen kein Aufsehen zu erregen, wenn SoulSystems ein paar Leute aus dem Knast zum Auffüllen der Armee nutzt, wenn in ganz Europa Krieg herrscht?!
  • Wieso prüft Ella nicht die Akte zu dem Namen auf dem Computer ihres Vaters, der quasi ihrem eigenen Namen entspricht (darauf wäre ich als erstes aufmerksam geworden) und wieso stoßen die Rebellen nicht eher auf die Informationen, nachdem sie ihnen von Ella bereitgestellt werden?
  • Mal langsam zum Mitschreiben – Stand am Anfang des dritten Bandes ist: Bei Jordan wurde für das Vergehen nur das Gedächtnis gelöscht. Die echte Tochter des Polizeipräsidenten wurde auf die Erde in eine Mine verbannt (wäre wohl eher andersrum gewesen). Die „neue“ Ella, die vermeintlich Lou und tot ist, wurde mit den Gedächtnisinformationen der alten Ella ausgestattet und zwar so, dass sie und ihre Freundinnen nichts davon gemerkt haben (obwohl sie nur ähnlich aussieht). Weiterhin hat sie anormale Selbstheilungsfähigkeiten. So korrekt?! Was für ein Quatsch. Wenn SoulSystems sowieso das Gedächtnis verändern kann, dann macht es doch überhaupt keinen Sinn die Leute nachdem man deren Gedächtnis gelöscht hat einzusperren. Man bestraft doch nur die Hülle. Bizarrerweise wird also die Tochter des Polizeipräsidenten zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt und ersetzt durch eine Person, die dasselbe Verbrechen begangen hat. Das ergibt überhaupt keinen Sinn.
  • Nachtrag: Korrektur mit den neuen Erkenntnissen zum Ende von Band 3 – Lou dient als Klonvorlage für Ella, die aber eine andere Ella ersetzt hat. Beide haben Gesichtsbereich eine 10%ige Abweichung. Die Originalella war Tochter des Polizeichefs und wurde ersetzt, als sie sich in Jordan verliebt hat. Warum Jordan dafür nicht in den Knast kam, die Originalella aber schon, obwohl sie die Tochter der Polizeichefs war, weiß wohl nur die Autorin. Warum ihren Freundinnen, ihrer Schwester und Jordan das nicht aufgefallen sein soll, obwohl der Ersatz eben kein Klon war, wird auch nicht erklärt. Der einzige Kommentar dazu kommt von Megan im Sinne von so war es lustiger – was nun mal mit Sicherheit nicht die Motivation eines Unternehmens wie SoulSystems ist
  • Max lässt sich als Anführer der Rebellen in Paris regelmäßig verhaften? Super Taktik, wenn man nicht mal in der Lage ist anders mit einen Rebellen zu kommunizieren und der Anführer sich regelmäßig verhaften lässt. Ist auch überhaupt nicht auffällig, wenn immer wieder dieselbe Person am selben Ort festgenommen wird
  • Das jemand wie Taissa Folter als wenig human einstuft und tagtäglich Personen foltert halte ich so nicht für möglich. Wenn man sich derart auf die Methoden der Gegner einlässt, ist man keinen deut besser und dazu gehört wohl auch eine gewisse Portion Sadismus, die man nicht an oder ausschalten kann.
  • Weil man jemand vor einer Vergewaltigung schützt ist man geeignet für den Soldatenposten? Wohl kaum. Soldaten müssen Befehle befolgen und nicht Beschützer spielen.
  • Das „Erinnerungen in Fläschchen Konzept“ mag ja in einer Fantasiewelt funktionieren, aber mit Science Fiction oder Realwelt hat das überhaupt nichts zu tun und passt somit auch nicht in die Geschichte. Zumal teilweise Erinnerungen entnommen werden und teilweise auch gedoppelt (Ella 1 und Ella 2 bzw. Lou hat scheinbar ihre Erinnerungen noch, obwohl River eine Flasche mit Erinnerungen findet und sie hat diese offenbar nie zurückbekommen) – das macht keinen Sinn
  • Wieso sollte Megan nur einen Teil der Erinnerung von Trevor haben? Wenn die schon in Flüssigform vorliegen, wäre es logisch wenn sie alle in einem Reagenzglas wären.
  • Mit was haben die Rebellen denn Krieg gegen das Militär geführt (Flugzeuge mit Bomben usw. – ich will mir nicht mal ausmalen was es in 23xx alles gibt), wenn sie selbst nur ein paar Leute haben und nichts außer ein paar Handfeuerwaffen?!
  • Buch 3 – Position 1555 – Dort steht, dass der Mars bisher von der Northern Association dominiert wird. Das ergibt so keinen Sinn. SoulSystems kontrolliert doch jetzt schon alles auf dem Mars und SoulSystems arbeitet offenbar auch eng mit der NC zusammen. Was soll es SoulSystems bringen einem anderen Land Vorteile zu verschaffen. Unternehmen denken in der Regel Global.
  • Die beiden Rebellenagenten bei SoulSystems und auch Max wären schon eher aufgeflogen, so wie die sich anstellen – die schreien ja alle schon danach
  • Das Theater um Rhea und Caden (Liebe ja/nein/vielleicht) hat man schon mehrfach so gelesen. Sie meint, dass ihre Liebe nur durch externen Einfluss zu Caden zustande kommt und ignoriert sie deshalb. Irgendwelche Mittelchen die derartiges herbeiführen halten i.d.R. nicht lange an. Gut zugegeben, bei SoulSystems ist alles möglich (aber es wird ja später bestätigt, dass meine These korrekt ist – viel Schlimmer ist die Gedächtnismanipulation – danach können sie wirklich nicht mehr sicher sein was echt ist)
  • Das Max vor allen Rebellen (ob Verräter oder nicht) Taissas Tarnung auffliegen lässt ist dämlich
  • Die Erklärung, dass Ella die Gondel angetrieben hat ist etwas dünn. Eine Seilbahn hat in der Kabine keine Fahrelektronik. Die Motoren befinden sich in den Stationen und maximal noch auf den Masten (wobei dort normalerweise keine sind). Davon mal abgesehen muss die Energie irgendwo herkommen, ob nun genmanipuliert oder nicht. Hunderte oder tausende Watt erzeugen würde einen ruck zuck stark ermüden und schwächen. Die Erklärung warum Ella Strom erzeugen kann: Weil sie Stromschläge bekommen hat?! Kann ja jeder selber gerne an der Steckdose probieren. Oder Moment: Besser nicht! Nur weil man Strom abgeben kann, gehen deswegen keine Sicherheitstüren auf und zu, es werden keine Schiffe in der Luft stabilisiert oder es verschwinden keine Schiffe vom Radar. Noch besser wird es dann als die Phantome plötzlich Schutzschilde erzeugen können.
  • Wieso ersetzt SoulSystems nur erwischte Verliebte durch Klone? Vermutlich würden sich dafür bei den Fähigkeiten auch genügend Freiwillige finden oder Leute, die dafür sogar bezahlen würden
  • Ohne Plan in einen Militärkomplex eindringen sollte in der Realität wohl etwas schwieriger sein als hier beschrieben (Stichwort SoulSystems Einrichtung in der sich Taissa als Gefangene aufhält). Vor allem wenn man dabei direkt Schüsse auslöst, bevor man noch in der Einrichtung ankommt. Der Komplex wäre mit Sicherheit Kameraüberwacht und es wäre sofort ein Alarm ausgelöst worden.
  • Im dritten Buch wird erwähnt, dass Gefangene, die gegen Regeln von SoulSystems verstoßen haben auf schwerer bewachte Ebenen in den Minen verlegt werden. Alle Regeln sind von SoulSystems und somit verstößt jeder gegen deren Regeln.
  • Auf Pos 3962 B3 hat Ella das Gefühl, dass Taissa sie mag und auf Position 4010 meint Ella, dass Taissa was gegen sie hat. Was denn nun?
  • Wäre ja mal interessant wie Max im direkt zu River kommt ohne zu wissen wo er ist und das in einem Hochhaus. Der Strom ist zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht ausgeschaltet (das passiert ja erst danach – wenn es vorher passiert wäre, hätte River davon auch etwas mitbekommen). Mal abgesehen davon, dass die eine oder andere Sicherheitstür dazwischen sein sollte. Zumal das ganze andersrum besprochen war. Eigentlich war der Plan zuerst den Strom abzuschalten und dann die anderen 4 ins Gebäude zu holen. Was bei den Klonen kritisch sein soll, so lang der Strom noch da ist, bleibt auch unbeantwortet.
  • Wieso sollten Trevors / Lous Erinnerungen in England lagern, wo er doch aus der NC kommt und dort auch SoulSystems Einrichtungen sind? Zumal an anderer Stelle erwähnt wird, dass die alle Einrichtungen von SoulSystems eigenständig handeln. Was bei einem globalen Unternehmen wohl nicht so ganz viel Sinn macht.
  • Wieso gibt es auf dem Mars ständig irgendwelche Technikausfälle und wieso fällt die Schwerkraft auf dem Raumschiff aus?
  • Eine interessante Frage, die sich aus der Serie ergibt ist, ob es auch Mord ist die Identität einer Person stark zu verändern oder zu löschen. Wenn man das mit nein Beantworten würde, hätte SoulSystems in den ersten 3 Teilen nicht eine Person getötet. Was ihre Handlungen allerdings nicht besser macht.
  • Wie soll denn von außen gesteuert werden, dass der Notstromgenerator nicht funktioniert?
  • Die Beschreibung wie die Videos auf die Server von SoulSystems gespielt werden ist ziemlich abstrus. Das Senden an IDs entspricht offenbar dem Senden von Mails. Dafür benötigt man zumindest die Empfänger IDs. Das Senden an „Satelliten“ hört sich auch wieder nach ziemlichen Quatsch an. Die Fernsehsatelliten empfangen einen Datenstrom, den sich weiterleiten. Die Videos müssen also vom Fernsehsender eingespielt und in das Liveprogramm gebracht werden. Das SoulSystems aber kein Fernsehsender ist, wird das wohl nix bringen. Ich finde allerdings schon recht unglaubwürdig, dass es 23xx noch Fernsehen geben soll. Wieso soll SoulSystems das Senden über IDs nicht blockieren können? Das geht heute auch bei jeder Mail, wenn sich der Staat wie z.B. in China an den richtigen Stellen einklinkt. Totalitäre Systeme (wie im Buch beschrieben) aber auch andere Staaten neigen dazu heute nahezu alles zu Überwachen. Blockieren ist da nur einen Schritt weiter.
  • Wieso gibt es bei SoulSystems keine Sprinkler zum Löschen des Feuers (und übrigens die funktionieren ohne Strom)?
  • Das Gespräch zwischen River und Lou ist hart. Sorry, dass du das letzte Jahr verpasst hast. Ich habe mich in eine Kopie von dir verliebt und die mag ich jetzt mehr als dich… aus der Perspektive von Lou schon echt heftig, zumal aus ihrer Perspektive keine Zeit vergangen ist
  • Wie sollen die Wirte aus den Wasserbecken überhaupt noch in der Lage sein sich zu bewegen? Wenn die seit einem Jahr im Wassertank sind, wäre keine Muskelmasse mehr vorhanden
  • Auch wenn ich es von Anfang an vermutet habe aber wenn Ella ihre Stiefmutter getötet hätte, wäre SoulSystems wohl deutlich schneller am Ende gewesen…
  • „Es war der Qualm der an meiner Netzhaut kratzt“ – Wo ist die Netzhaut? Kommt die in Kontakt mit Qualm? Nö!
  • Ob nun schnelle Selbstheilung oder nicht. Die Gehirnmasse nach einem Kopfschuss würde höchstens leer ersetzt werden (also ohne Erinnerung und Fähigkeiten)
  • Chuck ist an Naivität, Ignoranz und Egoismus nicht zu überbieten
  • Die Befreiungsaktion des Königs ist cool. 0 Ahnung 0 Plan – einfach mal ins Verderben rennen Aufgrund einer Information einer Verräterin, die selbst vielleicht hinter das Licht geführt wurde.
  • Wie kommt man eigentlich zu der Annahme, dass der König im Kerker seines eigenen Schlosses gefangen ist aber sein Militär auf ihn hört? Ist es nicht wahrscheinlich, dass er nicht im Kerker wäre, wenn sein Militär auf ihn hört?
  • Wieso ist Max nach nach der Befreiung des Königs so entspannt? Die Lage für Theissa hat sich keinen Deut verbessert und er müsste mit dem „Medikament“ schnellstmöglich zurück. Er fragt aber nicht mal danach bis zur Abreise.
  • Die Geschichte um Annastasija ist reichlich plump. Wieso sollte sie die Geschichte von Calleigh glauben und wieso sollte River so doof sein sich in ihre Fänge zu geben, wenn er ihren Vater getötet hat? Es ist doch viel wahrscheinlicher, dass Caleigh es war. Zumal die ganze Aktion Erben zu besuchen einfach auf gut Glück und im Wissen, dass Calleigh wahrscheinlich schon Einfluss auf die Erben genommen hat, mal wieder sehr unklug ist.
  • Im letzen Buch haben die Phantome offenbar ihre Fähigkeit verloren Schilde zu erzeugen. Vorher ging es noch. Kommen und gehen die Fähigkeiten so wie es der Autorin gerade passt?
  • Die Auflösung warum Ella für Elizabeth eingesetzt wurde ergibt überhaupt keinen Sinn. Elizabeth hat „überall rum erzählt“, dass Caleigh einen Erben ermordet hat. Das die dafür durch einen Klon von einer anderen Person ersetzt wurde wird als Strafe bezeichnet. Da es aber niemand mitbekommen hat (was aufgrund des nicht identischen Aussehens unglaubwürdig ist), ist es auch keine nach außen demonstrierbare Strafe. Insofern ist es also wirkungslos, weil keine abschreckende Wirkung erzielt wird. Auch die Begründung, dass Elizabeth durch Ella ersetzt wurde, weil es Spaß macht River zu quälen ergibt keinen Sinn. Die Ersetzung wurde durchgeführt, bevor River auf dem Mars war. Weiterhin ist Spaß ein ganz schlechter Beweggrund in einer Person, die derart auf kühles rücksichtsloses Handeln ausgelegt ist. Jemand der sich so leicht ablenken lässt, würde sich in so einer Position nicht lange halten. Zusätzlich wird dann noch als Erklärung nachgeschoben, dass Elizabeth nicht klonbar war (warum auch immer). Angeblich wurden auch alle Erinnerungen der Freunde von Ella verändert. Da wäre es viel simpler gewesen gleich Elizabeths Erinnerungen zu verändern oder so schlicht bei einem „Unfall“ zu töten.
  • Der beschriebene Schutzmechanismus der Kolonie ist reichlich unrealistisch. Angeblich sind nicht mal die Stromgeneratoren zuverlässig aber bei Sauerstoffmangel wir eine Stahlkonstruktion über eine Einrichtung mit 500.000 Menschen geschoben?

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Nebelring 5 – Das Erbe der Ewigkeit [Buch]

Nebelring 5 Das Erbe der Ewigkeit - I. Reen Bow

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

I. Reen Bow

Teile der Serie:

  • Nebelring 1 – Das Lied vom Oxean (403 Seiten)
  • Nebelring 2 – Die Magie der Silberakademie (350 Seiten)
  • Nebelring 3 – Die Erinnerungen der Unsterblichen (438 Seiten)
  • Nebelring 4 – Die Unendlichkeit der Magie (415 Seiten)
  • Nebelring 5 – Das Erbe der Ewigkeit (332 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Warum sind Kriege nie so aufregend und heroisch wie in den Büchern? In Geschichten steht eine Verletzung für Tapferkeit, in der Realität kann man daran verrecken

Queen hat sich zum Anführer des Nebelringes aufgeschwungen und erweist sich als sadistischer, größenwahnsinniger aber schlauer Anführer.

Die meisten von Zoes Freunden einschließlich Bess befinden sich in den Händen des Nebelringes und wurden vom Nebelring mithilfe von Malwee vergiftet und unter die Kontrolle von Queen gebracht. Queen erschafft eine Armee von willenlosen Soldaten.

Ich habe in der Öffentlichkeit gezaubert, alle wissen, wer die Illusion gewirkt hat. Alle haben mich vor Magie in Hert gewarnt und ich habe mich kein Stück darum geschert. Wenn der Krieg durch mich noch gewaltiger wird, bin ich die Nächste, die hängt.

Möglich war dies – mal wieder – mit der Hilfe von Lemon. Zoe war gleich klar, dass Lemon nicht zu trauen ist aber Kurk, der auf Zoes Seite kämpft, hat noch Hoffnung in sie gesetzt und ihr vertraut.

Zoe kann mittlerweile auch direkt Magie wirken aber gegen die Kreaturen und Magier des Nebelringes hat sie keine Chance, obwohl es ihr zumindest gelungen ist die giftige Substanz mithilfe von Magie aus ihrem eigenen Körper zu entfernen.

Die einzige Chance scheint ein hoher Zauber zu sein, zu dem aber alle traditionellen Magier zusammenarbeiten müssten. Die haben es jedoch weitgehend vorgezogen zu fliehen oder befinden sich schon in den Händen des Nebelringes.

Das war der Grund, warum ich mich erst schlafen legen wollte. Mitleid kann ich jetzt nicht gebrauchen. Bedauern schwächt selbst den größten Krieger. Wie soll ich für Bess stark sein, wenn man mich mit Blicken traurig hält?

Wie wird die Geschichte ausgehen? Kann Zoe noch etwas gegen den Nebelring unternehmen oder ist schon alles verloren? Ist Zoe in der Lage gegen ihre eigenen Freunde zu kämpfen? Falls Zoe erwischt wird, dann wird einen Exempel an ihr statuiert. Und es ist niemand mehr da, der ihr hilft, oder doch?

Der Wiederholungsteil von den vier Vorgängerbüchern ist sehr lang, allerdings geschickt verpackt. Der erste Teil des Buches ist eine Kombination von Wiederholung, Beschreibung der ausweglosen Lage und des Sammelns für den hohen Zauber.

Ich wollte ihn immer so sehr kennenlernen, aber jetzt, da er gesund ist, wollen wir beide in unterschiedliche Richtungen ziehen. Wir reden viel miteinander und es ist ein erwärmendes Gefühl, das dabei entsteht, aber es kommt mir vor, als hätte ich nur darauf hingearbeitet, dass er gesund wird, um mein eigenes Leben zu beginnen.

Dann kommt ein gewaltiger Dämpfer, der jegliche Hoffnung schwinden lässt… (mehr verrate ich nicht)

Zoe ist sehr tough geworden – sie hat eine starke Wandelung im Vergleich zu der Zoe, die man im ersten Buch kennengelernt hat, vollzogen.

In dem Buch findet sich eine gute Mischung zwischen spannenden und ruhigeren Passagen und es wird nicht langweilig.

Was ich interessant finde, das es hier genügend Grauschattierungen gibt bei den Charakteren. Isabell hat Zoe und ihre Freunde z.B. verraten aber auch ihre Hilfe wird benötigt und auch ihre Taten sind aus ihrer Sicht verständlich.

Isabell reicht jedem einen ihrer Glückszettel, nur mich übergeht sie wieder einmal. Als sie sich dann neben mich stellt, sagt sie: »Ich gebe dir nie einen, weil es dich fuchsig macht. Und genau das erwarten alle von dir.« Ich lächele daraufhin und schüttele den Kopf. »Ist auch eine Art Motivation.«

Es finden einige klärende Gespräche statt – der letzte Band hat ja mit genügend offenen Fragen und mit diversen neuen Charakteren geendet.

Emotional spricht mich der letzte Teil etwas mehr an als andere Teile der Serie.

Was ich auch sehr gut finde ist, dass hier nicht jeder Verbrecher am Ende im Knast landet oder ein gerechtest Urteil bekommt. Die Darstellung ist – so wie sie ist – einfach realistischer.

Wem die anderen Teile gefallen haben, dem wird auch dieses Buch gefallen. Wenn man die Vorgängerbücher nicht gelesen hat, macht dieses Buch trotz des Wiederholungsteils für die anderen Bücher aus der Serie keinen Sinn.

»Ah, Verbrechermanschette«, sagt Lupa, der hinter Michaena die Tür schließt und sich dann an einen Labortisch lehnt. »Mir wurden drei Jahre versprochen«, sage ich leicht grimmig. »Wäre ja schade, wenn ein Nebelring-Produkt vor Ablauf der Garantie kaputtgeht.«

Das Ende ist recht ausführlich. Ich mag es wenn man bei einer größeren Buchserie nicht mit ein paar Seiten aus dem Buch geschleudert wird. Das ist hier zum Glück nicht so. Es gibt einige Überraschungen. Mir gefällt es nicht vollständig aber das ist halt immer eine Geschmacksfrage.

Um die Liebesbeziehung geht es in diesem Buch nur noch am Rande.

Bewertung:

4,5/5

Die Rezension der Serie gibt es hier.

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Nette Kritik an Biss
  • Mag sein, dass ich das irgendwo in der Länge der Serie verpasst habe aber was war jetzt das Motiv für die diversen Morde die Ronan begangen hat? Experimentiersucht?
  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, ob ich Zoe für das Ende bemitleiden oder beglückwünschen soll. Ich stelle es mir nicht so toll vor als Einzelperson alle zu überdauern.

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Nebelring [Serie]

Nebelring 1 Das Lied vom Oxean - I. Reen Bow  Nebelring 2 Die Magie der Silberakademie - I. Reen Bow  Nebelring 3 Die Erinnerungen der Unsterblichen  Nebelring 4 Die Unendlichkeit der Magie - I. Reen Bow  Nebelring 5 Das Erbe der Ewigkeit - I. Reen Bow

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

I. Reen Bow

Teile der Serie:

  • Nebelring 1 – Das Lied vom Oxean (403 Seiten)
  • Nebelring 2 – Die Magie der Silberakademie (350 Seiten)
  • Nebelring 3 – Die Erinnerungen der Unsterblichen (438 Seiten)
  • Nebelring 4 – Die Unendlichkeit der Magie (415 Seiten)
  • Nebelring 5 – Das Erbe der Ewigkeit (332 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Durch seinen Wuschelkopf und das verschmitzte Lächeln sieht er frech und jung aus, ich schätze ihn auf neunzehn. Mir fehlen die Worte, stattdessen starre ich ihn an, als sei er ein seltenes Naturphänomen.

Zoe ist 15 und lebt mit ihrem Vater im Senatorium. Ihr Vater wurde vor 10 Jahren vergiftet und lebt seitdem in einer Traumwelt. Das Gift wird verwendet, damit die Zauberer Magie wirken können. Dabei kommt es immer wieder dazu, dass Menschen vergiftet werden. Zoes 16 Geburtstag steht bevor und plötzlich tauchen diverse Fremde auf, die alle Ihren Vater gekannt haben wollen. Sie wollen von ihrem Vater berichten und waren angeblich seine Freunde aber warum tauchen sie erst nach 10 Jahren auf?

Noch schlimmer ist es, eine Lüge von einer anderen Lüge zu unterscheiden.« »Aber ist es nicht beides erlogen?«, fragt Bess. »Sicher. Doch bei der einen Lüge bekommst du lediglich schlechte Laune – harmlos. Wogegen die andere Lüge dich über die Klippe in den Tod führt.

Die Organisation der Magier heißt Nebelring und ist für die Vergiftungen verantwortlich und steuert auch die Gesellschaft. Das primäre Streben des Nebelringes ist Geld und Macht.

In Zoe reift der Gedanke, dass es ein Heilmittel nur geben wird, wenn sich etwas ändert und das sich nur etwas ändert, wenn sie selbst sich darum kümmert. Und vor und nach bewegt sich etwas. Ehe sie sich versieht und gegen ihren Willen wird Zoe in einen Aufstand gegen den Nebelring verwickelt.

Die Geschichte startet recht gemächlich, nimmt dann aber nach ein Drittel des Buches Fahrt auf. Die Charaktere sind interessant und es gibt eine aufkeimende Liebesbeziehung.

»Wir haben gerne Erklärungen für das, was wir nicht verstehen. Jeder versucht es auf seine mehr oder weniger wissenschaftliche Weise zu begründen.

Zoe hat bisher in ihrer eigenen kleinen Welt gelebt. Sie wird im Sanatorium mit den anderen Kindern die dort zusammen mit ihren kranken Eltern bzw. Elternteil leben unterrichtet. Sie kennt außerhalb des Sanatoriums nichts.
Plötzlich tauchen die Bekannten ihres Vaters auf, der offenbar in der Vergangenheit selbst die Rebellenorganisation geleitet hat.

Ich habe das Gefühl, dass es mehr ist als das bloße Körpergewicht meines Vaters, das mich nach unten zieht. Wie sehr er doch mein Leben beeinflusst, ohne dass er wirklich daran teilnimmt.

Dementsprechend ist bei ihr auch die Selbstfindung in Gange und sie entwickelt sich während des Buches charakterlich weiter. Es bieten sich ihr verschiedene Wege wie sie ihrem Vater vielleicht helfen kann und sich muss sich für einen entscheiden.

Das Buch lässt sich recht leicht auf auf unsere Gesellschaft ummünzen eine Geld- und machtgierige Oberschicht, eine Pharmaindustrie, die auch nur auf Profit ausgelegt ist und dementsprechend nur da forscht wo es sich lohnt und das für und wider von Aufständen und Revolutionen.
Eine aufkeimende Liebesgeschichte gibt es auch.

Buch 2:

»Keine Sorge, wir haben geknobelt, wer dich zuerst besuchen darf. Bess und Kurk haben sich die ganze Zeit angeknurrt, sodass sie gar nicht geschnallt haben, dass ich geschummelt habe. Sie kommen dann später noch alle rein.«

Zoes Leben ist vollständig aus den Fugen geraten. Nachdem sie quasi ihr ganzes Lebem im Sanatorium mit ihrem Vater zugebracht hat ist sie unfreiwillig in den Aufstand hineingezogen worden. Da sie danach vom Nebelring gesucht wurde, der sie dafür öffentlich zur Verantwortung ziehen wollte, ist sie mit ihren neuen Bekannten geflohen. Diese Flucht ist misslungen. Um ihr eigenes Leben und das ihres Vaters zu schützen handelt sie einen Deal mit dem Nebelring aus, bei dem sich sich öffentlich von der Rebellion distanziert und eine Ausbildung an der Akademie des Nebelringes beginnt, der Organisation, deren Ehemaliger Chef ihren Vater vergiftet hat und für das Leid von tausenden verantwortlich ist.

»Sagt mal, seid ihr schon weiter? Ich meine, habt ihr euch nur geküsst oder …« Wenn Isabell ihren Mund nicht aufmachen würde, wäre ihre Anwesenheit vielleicht sogar eine Bereicherung.

Ist dieser Deal wirklich besser als das Gefängnis oder die Flucht? Zoe landet an der Akademie und stellt dort schnell fest, dass dort viele Gegner sind aber auch wenige Freunde.

Auch wird im Buch deutlich, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist. Die Rebellen und ihre Mittel sind keineswegs gut. Wegen deren skrupelloser Methoden ist Zoe überhaupt in die Situation gelangt, mit der sie nun zu kämpfen hat.

An der Tür wende ich mich an die Füchse. Ich weiß nicht, was ich mit ihnen machen soll. Sie bleiben einfach vor der Apotheke sitzen und in ihren Gesichtern ist eine intelligente Geduld, die ich selbst selten an den Tag lege. Ich habe das Gefühl, etwas sagen zu müssen, doch ich blinzele den gezauberten Füchsen nur zu und eile in den Apothekerladen.

Im Gegensatz zu anderen Fantasiebüchern, die sich am Standardrepertoire von bereits Vorhandenem bedienen, habe ich in der Serie teilweise gestaunt was die Autoren alles neu erfunden haben und wie manche Dinge beschrieben sind.

In diesem Buch geht es zu einem Guten Teil um die Erlebnisse an der Akademie. Das ist aufgrund der Fantasie der Autorin und aufgrund des Schreibstils recht unterhaltsam. Der Schreibstil fühlt sich sehr natürlich an und man fühlt als Leser mit Zoe mit, die immer mehr in die Machenschaften von beiden Parteien hineingezogen, die beide jedes Mittel nutzen.
Es werden einige neue Charaktere eingeführt, die allesamt eine Bereicherung sind.

Buch 3:

Wenn ich so alt wäre wie Taik und seine Lebenserfahrung hätte, würde ich das hier auch als eine Art zwischenzeitliche Krise sehen. Erst wenn man erfahrungsreich gelebt hat, kann man so eine Einschätzung der Ereignisse anstellen, vermute ich. Alles nimmt seinen Lauf und ist morgen nicht mehr schlimm.

Zoe ist nach wie vor Spielball zwischen den Parteien. Nachdem sie im ersten Buch als Symbol der Revolution missbraucht wurde und im zweiten dafür bestraft werden sollte, konnte sie aushandeln an die Akademie des Nebelringes zu gehen und dort so zu tun, als wenn sie für den Nebelring ist. Letztendlich hat sie die Rebellion aber wieder in die Finger bekommen und sie ist nur knapp einer tödlichen Vergiftung entgangen. Wieder soll sie Spielball zwischen den beiden Parteien werden.

Zoe erkennt, dass sie etwas gegen den Ursprung des Malwee – der lebensfeindlichen Substanz – finden muss um hoffentlich eine Lösung zu finden um es zu bekämpfen. Das gestaltet sich aber in der Theorie deutlich einfacher als in der praktischen Umsetzung.

Entweder er weiß es selbst nicht, ist genauso geschockt darüber, oder er will es wie alles andere für sich behalten. Liegt es daran, dass er in seinem Leben schon viele klärende Gespräche führen musste, dass er sich einfach angewöhnt hat, solchen energie- und zeitraubenden Fragen aus dem Weg zu gehen?

Die Liebesgeschichte scheint sich langsam zu einer Dreiecksbeziehung zu entwickeln, spielst aber weiterhin etwas im Hintergrund. Auch in diesem Buch gibt es wieder einige neue Charaktere und auch dieser Band strotzt wieder von der Fantasie der Autorin.

Die Geschichte macht in diesem Band deutliche Fortschritte. Man erfährt in Zoes Illusionen Bruchstücke aus der Vergangenheit auf und wieder zeigt sich, dass nicht alle Leute vertrauenswürdig sind, die erst so scheinen und das manche Leute, die zuerst nicht nett erscheinen die wahren Freunde sind, auf die man sich verlassen kann. Schon im zweiten Band wurde alles durch die Entdeckung der Silberakademie etwas magischer. Das nimmt hier noch weiter zu, da Zoe ihre eigenen Fähigkeiten mehr und mehr freisetzen kann.

Ansonsten gibt es in dem Buch ein paar Andeutungen, die mich nicht sehr optimistisch für den Schluss der Serie stimmen aber warten wir es ab und das Ende dieses Buches ist ziemlich dramatisch.

Das ist das mit Abstand beste Buch der bisherigen Reihe.

Buch 4:

»Na ja, es ist kompliziert«, sagt Liza. »Ja, sehr kompliziert. Ein Hoher Zauber ist vielseitig und …« »Ihr habt also keine Ahnung davon«, stellt Bess fest. »Nicht so richtig«, gibt Liza zu. »Aber es ist eine andere Funktionsweise von Magie. Energiesparender!«

Zoe und ihre Freunde wissen nun wie das Malwee entstanden ist und direkt danach wurde sie selbst vergiftet. Bei den Kämpfen hat es eine ganze Reihe Opfer gegeben. Und wieder gelingt es dem Nebelring alle Zoe in die Schuhe zu schieben. War nun alles vergebens, stirbt Zoe und alles war sinnlos? Wie viel Zeit bleibt Zoe noch und kann sie überhaupt etwas bewirken? Nachdem Zoe und ihre Anhänger nun wissen wie das Malwee entstanden ist, wollen sie einen Versuch starten es zu vernichten.

Zoe ist schwer gezeichnet von dem Angriff von Lemon und leidet unter den Folgen der Vergiftung.

Da der Brief von vielen Personen gelesen werden kann, hat ein Todeszauber früher sogar Massenmorde ausgelöst, weswegen die Magier sich darauf geeinigt haben, die Reichweite des Briefs magisch auf einen einzigen Leser einzuschränken. Das hat sogar einen neuen Berufszweig geschaffen: den Vorleser.

Ich habe in diesem Buch wirklich mit Zoe mitgelitten. Es wird nur zu deutlich wie schlimm es ist was die Greifer anrichten. Sie vergiften willentlich Menschen, die langsam und qualvoll ihre Würde und Selbstbestimmung verlieren, Schmerzen leiden und irgendwann sterben und das ohne Bestrafung und teilweise aus einer Laune heraus.

Die Lage ist insgesamt ziemlich Hoffnungslos und das zieht sich quasi durch das ganze Buch.

Buch 4 hat auf mich etwas konstruiert gewirkt. Das erste drittel ist sehr fantasiereich aber für die Handlung komplett überflüssig und fühlt sich zumindest für mich auch nicht so richtig passend an zum Rest der Serie.
Und der zweite teil des Buches lässt sich am ehesten mit Dystopie bezeichnen. Ich bin gespannt auf Buch 5, dieses hier ist reichlich hoffnungslos.

Das Buch hört übrigens mit einem ordentlichen Cliffhanger auf.

Buch 5:

Warum sind Kriege nie so aufregend und heroisch wie in den Büchern? In Geschichten steht eine Verletzung für Tapferkeit, in der Realität kann man daran verrecken

Queen hat sich zum Anführer des Nebelringes aufgeschwungen und erweist sich als sadistischer, größenwahnsinniger aber schlauer Anführer.

Die meisten von Zoes Freunden einschließlich Bess befinden sich in den Händen des Nebelringes und wurden vom Nebelring mithilfe von Malwee vergiftet und unter die Kontrolle von Queen gebracht. Queen erschafft eine Armee von willenlosen Soldaten.

Ich habe in der Öffentlichkeit gezaubert, alle wissen, wer die Illusion gewirkt hat. Alle haben mich vor Magie in Hert gewarnt und ich habe mich kein Stück darum geschert. Wenn der Krieg durch mich noch gewaltiger wird, bin ich die Nächste, die hängt.

Möglich war dies – mal wieder – mit der Hilfe von Lemon. Zoe war gleich klar, dass Lemon nicht zu trauen ist aber Kurk, der auf Zoes Seite kämpft, hat noch Hoffnung in sie gesetzt und ihr vertraut.

Zoe kann mittlerweile auch direkt Magie wirken aber gegen die Kreaturen und Magier des Nebelringes hat sie keine Chance, obwohl es ihr zumindest gelungen ist die giftige Substanz mithilfe von Magie aus ihrem eigenen Körper zu entfernen.

Die einzige Chance scheint ein hoher Zauber zu sein, zu dem aber alle traditionellen Magier zusammenarbeiten müssten. Die haben es jedoch weitgehend vorgezogen zu fliehen oder befinden sich schon in den Händen des Nebelringes.

Das war der Grund, warum ich mich erst schlafen legen wollte. Mitleid kann ich jetzt nicht gebrauchen. Bedauern schwächt selbst den größten Krieger. Wie soll ich für Bess stark sein, wenn man mich mit Blicken traurig hält?

Wie wird die Geschichte ausgehen? Kann Zoe noch etwas gegen den Nebelring unternehmen oder ist schon alles verloren? Ist Zoe in der Lage gegen ihre eigenen Freunde zu kämpfen? Falls Zoe erwischt wird, dann wird einen Exempel an ihr statuiert. Und es ist niemand mehr da, der ihr hilft, oder doch?

Der Wiederholungsteil von den vier Vorgängerbüchern ist sehr lang, allerdings geschickt verpackt. Der erste Teil des Buches ist eine Kombination von Wiederholung, Beschreibung der ausweglosen Lage und des Sammelns für den hohen Zauber.

Ich wollte ihn immer so sehr kennenlernen, aber jetzt, da er gesund ist, wollen wir beide in unterschiedliche Richtungen ziehen. Wir reden viel miteinander und es ist ein erwärmendes Gefühl, das dabei entsteht, aber es kommt mir vor, als hätte ich nur darauf hingearbeitet, dass er gesund wird, um mein eigenes Leben zu beginnen.

Dann kommt ein gewaltiger Dämpfer, der jegliche Hoffnung schwinden lässt… (mehr verrate ich nicht)

Zoe ist sehr tough geworden – sie hat eine starke Wandelung im Vergleich zu der Zoe, die man im ersten Buch kennengelernt hat, vollzogen.

In dem Buch findet sich eine gute Mischung zwischen spannenden und ruhigeren Passagen und es wird nicht langweilig.

Was ich interessant finde, das es hier genügend Grauschattierungen gibt bei den Charakteren. Isabell hat Zoe und ihre Freunde z.B. verraten aber auch ihre Hilfe wird benötigt und auch ihre Taten sind aus ihrer Sicht verständlich.

Isabell reicht jedem einen ihrer Glückszettel, nur mich übergeht sie wieder einmal. Als sie sich dann neben mich stellt, sagt sie: »Ich gebe dir nie einen, weil es dich fuchsig macht. Und genau das erwarten alle von dir.« Ich lächele daraufhin und schüttele den Kopf. »Ist auch eine Art Motivation.«

Es finden einige klärende Gespräche statt – der letzte Band hat ja mit genügend offenen Fragen und mit diversen neuen Charakteren geendet.

Emotional spricht mich der letzte Teil etwas mehr an als andere Teile der Serie.

Was ich auch sehr gut finde ist, dass hier nicht jeder Verbrecher am Ende im Knast landet oder ein gerechtest Urteil bekommt. Die Darstellung ist – so wie sie ist – einfach realistischer.

Wem die anderen Teile gefallen haben, dem wird auch dieses Buch gefallen. Wenn man die Vorgängerbücher nicht gelesen hat, macht dieses Buch trotz des Wiederholungsteils für die anderen Bücher aus der Serie keinen Sinn.

»Ah, Verbrechermanschette«, sagt Lupa, der hinter Michaena die Tür schließt und sich dann an einen Labortisch lehnt. »Mir wurden drei Jahre versprochen«, sage ich leicht grimmig. »Wäre ja schade, wenn ein Nebelring-Produkt vor Ablauf der Garantie kaputtgeht.«

Das Ende ist recht ausführlich. Ich mag es wenn man bei einer größeren Buchserie nicht mit ein paar Seiten aus dem Buch geschleudert wird. Das ist hier zum Glück nicht so. Es gibt einige Überraschungen. Mir gefällt es nicht vollständig aber das ist halt immer eine Geschmacksfrage.

Um die Liebesbeziehung geht es in diesem Buch nur noch am Rande.

Fazit:

Die Buchserie ist sehr fantasievoll und voller Abenteuer. Es gibt ständig neue Charaktere und die Geschichte bleibt durchgehend interessant. Logische Fehler gibt es nur wenige.

Erst wenn man etwas erreicht hat, kann man es mit dem vergleichen, was man hatte.

Die Liebesgeschichte ist zwar da, steht aber nicht so sehr im Vordergrund wie bei anderen Jugendbüchern.

Emotional hätte mich die Buchserie aber noch etwas mehr mitnehmen können. Aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieso kann ein Sanatorium sich einen Arzt leisten der nur forscht und nicht den Patienten hilft, obwohl sie ständig knapp bei Kasse sind?
  • Ich kann nicht ganz nachvollziehen wie Zoe und ihre Begleiter davon ausgehen, dass die Leute, die sie im Sanatorium gesucht haben ihnen nicht direkt zur Schöpferei folgen. Rauszubekommen wo der Krankenwagen hingefahren ist und dass Zoe vermutlich darin war, dürfte ja eine Kleinigkeit gewesen sein.
  • Die Rückkehr ins Sanatorium (Buch 1) ist einfach nur dumm un das Ergebnis wie erwartet
  • Der Plan von Zoe ist mehr als dünn – “sie müssen meinen Ruf zerstören”. Welchen Ruf? Sie ist die mutmaßliche Anführerin der Rebellen und somit brauchen sie Zoe nur einsperren und den Schlüssel wegwerfen
  • Die Vergiftung von Zoe in Buch zwei finde ich komplett unlogisch. Warum kann Toren als Zwillingsbruder von Bess in den Sicherheitsbereich der Arena marschieren? Da könnte Bess genausogut selbst dorthin gehen. Warum vergiftet er Zoe? Warum regt sich Zoe nicht darüber auf oder hinterfragt die Vergiftung? In welcher Beziehung steht Toren zu diesem Zeitpunkt überhaupt zu Bess und Lyn?
  • Woher weiß Zoe, dass Bess Auftragsmörder war? Gesagt wird davon nichts. Sie erfährt es erst nachdem sie es angeblich schon weiß.
  • Erst will Patricia die Kette nicht aus der Hand geben und dann darf Zoe sie mitnehmen? Weiterhin wollen sie erst auf keinen Fall nach Alnyr und am nächsten Tag fahren sie ohne Überzeugungsarbeit mit?
  • Zoe eröffnet Vilyan, dass die Illusionspause vorbei ist und er setzt sich in einen Gang der Bibliothek und liest Kinderbücher?! und fragt dann, ob die Pause vorbei ist?
  • Gibt es noch jemanden der bei der Szene mit den Portalen und der Schatzsuche sofort an Harry Potter und der Feuerkelch denken muss? Allerdings ist diese Variante hier so liebevoll gestaltet, dass es einfach nicht vergleichbar ist.
  • Wann hat Antonio Bess denn verraten, dass er Junkels in seinen Raum gelockt hat? Da er von Lemon mitgenommen wurde, dürfte er wohl kaum die Gelegenheit dazu gehabt haben das zu erzählen. Wenn er vorher bereits davon erzählt hätte, dann hätten Zoes Freunde ihn kaum zu Lemon gelassen
  • Ging das nur mir so oder macht das Haus in Band 4 überhaupt keinen Sinn für die Geschichte? Auch Vilyans Auftritt – nach Zoes Besuch in seinem Heldenzimmer – fällt eher in den Bereich Comedy und passt nicht so recht. Auch die Aktion Zoe zu entführen bzw. das Vilyan einen Tag eher vor Ort ist ergibt überhaupt keinen Sinn.
  • Wieso wurde Zoe von ihrer Mutter weggegeben und Mimo nicht? Noch unglaubwürdiger wird das Ganze als dann später erklärt wird, das Baldaresh und Zoes Mutter sich kennen. Sie hätte Zoe jederzeit zu sich holen können.
  • Wieso kehrt Zoe nach der Illusionsaktion vom Ende des 4. Buches in das Haus zurück, dass der Nebelring bereit als ihren Zufluchtsort kennt?
  • Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen der Sprengung des Verlagshauses und der Forderung nach dem Tot der Silbersoldaten. Als Gegenaktion war das also sinnlos, weil das Ergebnis nicht vorhersehbar war.
  • Nette Kritik an Biss (Buch 5) J
  • Mag sein, dass ich das irgendwo in der Länge der Serie verpasst habe aber was war jetzt das Motiv für die diversen Morde die Ronan begangen hat? Experimentiersucht?
  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, ob ich Zoe für das Ende bemitleiden oder beglückwünschen soll. Ich stelle es mir nicht so toll vor als Einzelperson alle zu überdauern.

[collapse]

Sublevel [Serie]

Sublevel 1 Zwischen Liebe & Leid - Sandra Hörger  Sublevel 2 Zwischen Reue & Revolte - Sandra Hörger  Sublevel 3 - Zwischen Ehre & Exil - Sandra Hörger

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sandra Hörger

Teile der Serie:

  • Sublevel 1 – Zwischen Liebe und Leid (331 Seiten)
  • Sublevel 2 – Zwischen Reue und Revolte (361 Seiten)
  • Sublevel 3 – Zwischen Ehre und Exil (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Themis steht vor mir. »Heute keine Fehler, Rise!«, warnt sie mich. Schon mal was davon gehört, dass das Gehirn Negationen nicht verarbeiten kann? ›Heute Fehler‹ ist alles, was bei mir hängen bleibt. Ich werde Fehler machen. Ich bin direkt darauf programmiert.

Die Menschen Leben in einer art Kastensystem auf einer Raumstation. Corvin lebt im Toplevel und ist der jüngste Kommandant der Geschichte. Er lebt im Luxus aber unter einem sehr strengen und machtgierigen Vater, dem Präsidenten der Station Lucius.

Rise (der Name in der Buchserie Programm – fand ich etwas sehr offensichtlich) lebt im Sublevel – der untersten Stufe. Sie ist aber Hoffnungsträgerin. Hoffnungsträger dürfen in einem höheren Level in die Schule gehen, wenn die Verwandtschaft das bezahlt. Sobald sie die Schule beendet hat, wird sie sich einen Job suchen und dann alle Versorgen müssen, die heute für sie bezahlen.

Ich habe dennoch keine Gelegenheit durchzuatmen. Bereits der erste Gang – die warme Vorspeise – wird mir zum Verhängnis. Geräucherte Forelle, am Tisch filetiert. Statt eines Augenschmauses liefere ich ein Gemetzel ab, eine Anhäufung von Fischfragmenten, gespickt mit Gräten. Das Filetiermesser zittert in meiner Hand.

Da ihre Familie nicht alleine in der Lage war das nötige Geld aufzutreiben musste sie sich verloben. Zwangsverlobung nennt sich das. Später wird sie ihn zwangsheiraten. Da Rise an Produktivität verliert, wenn sie schwanger wird ist diese Möglichkeit für sie ausgeschlossen. Wenn ihre Unterstützter genügend Geld hätten, wäre sie schon längst sterilisiert worden, um das zu verhindern. Das sie über 20 Leute versorgen muss, ist für Kinder kein Platz in ihrem Leben.

In einem Monat wird es eine Mission geben um die Rückkehr der Bewohner von der Raumstation zur Erde zu ermöglichen. Ein Vorabteam wird einem Schiff losgeschickt, die die erneute Besiedlung vorbereiten soll. Der junge Kommandant der Mission sucht eine Frau die ihn begleitet und nicht nur wegen ihrem Stand und um das politische Spiel zu beeinflussen ausgewählt wurde, sondern auch die notwendigen Fähigkeiten besitzt und zu ihm passt.

»Fair? Es ist verdammt noch mal vieles nicht fair. Es ist nicht fair, dass ihr von Müll lebt, im Dreck, ohne Licht, ohne sauberes Wasser oder richtige Nahrungsmittel. Es ist nicht fair, dass bei euch schon kleine Kinder bis zum Umfallen schuften müssen. Und es ist ganz sicher nicht fair, dass du wie ein Stück Ware verkauft wirst und dass dich ein Mann bespringen wird, der dich anekelt! Fata, Rise! Wenn du zwei Wochen lang mit jemandem zusammen sein kannst, der dir genügend schöne Erinnerungen für ein ganzes beschissenes Leben schenkt, dann ergreif die Chance!«

Rise schwärmt schon lange für Corvin, den sie nur von Bildern bzw. aus dem Fernsehen kennt. Doch er wird für sie immer erreichbar sein oder ist die Suche nach ihrer Begleiterin ihre Chance. Aber was passiert mit allen, die sich auf sie verlassen, wenn sie auf diese Mission geht, kann sie niemanden unterstützen.

Es kommt zu einem Anschlag auf das Schiff, dass für die Mission genutzt werden soll. Gibt es eine Gruppe aus den Subleveln, die sich zum Ziel gemacht hat auf die unhaltbaren Umstände in den unteren Leveln hinzuweisen oder stecken andere Gruppierungen und Motive dahinter?

Das Buch fängt eher deprimierend an und es wird hinreichend veranschaulicht wie hoffnungslos das Leben im Sublevel ist. Rise ist im ersten teil des Buches etwas apathisch. Rise hat die Hoffnung längst aufgegeben – sie erlaubt sich keine Hoffnung, weil sie Angst hat enttäuscht zu werden. Ihr ganzes Leben ist vorherbestimmt, sie muss lediglich funktionieren (zumindest sagt sie sich das in Gedanken immer). Trotzdem malt sie sich in ihren Träumen das Drittel des Buches lang aus wie toll es wohl wäre mit Corvin zusammen zu sein. Danach werden die Ereignisse dann zum Glück spannender.

Mein Verstand klinkt sich aus. Er rast zum Vertikaltransporter, zu dem Essay, der fertig geschrieben werden muss, und zu dem mir vorbestimmten geordneten und geregelten Leben. Leider lässt er bei seiner überstürzten Flucht meinen Körper zurück. Irgendein anderer Teil meines Bewusstseins übernimmt die Steuerung meiner Beine.

Der Anfang fühlt sich an an wie schon mal gelesen. Dystopie im Standardmodus. Die Sprache im Sublevel ist englisch in deutscher Lautschrift auch nicht so richtig kreativ. Und die Geschichte erinnert stark an Aschenputtel mit Herzblatt / Bachelor – wie auch immer die Partnerwahlsendungen alle heißen – vermischt.

Aber ab gut der Hälfte des Buches hat mich die Autorin. Ja, es ist immer noch Aschenputtel (witzigerweise ist in Buch 3 übrigens ein direkter Bezug zu dem Märchen) aber ab der Hälfte des Buches funktioniert es für mich besser besser. Die Szenen zwischen Corvin und Rise sind interessant. Die Fernsehshows bei denen es um die Partnerwahl geht sind es nicht. Am Anfang konnte ich mit Rise nicht viel anfangen aber nach einer Zeit wird klarer wie sie tickt und das Sie sich selbst quasi komplett zurückgenommen hat. Dann macht sie etwas sehr gefährliches, was sie sich bisher verboten hat. Sie lässt Hoffnung in sich aufkeimen.

Am Ende unterscheiden sich Corvin und Rise in einem Punkt nicht. Beide tragen eine große Last der Verantwortung und beide haben nur wenig Chancen dieser Last zu entkommen.

Buch 2:

»Zieh das an.« Das letzte Mal, als jemand diesen Satz zu mir sagte und mir dabei ein schönes Kleid hinwarf, war ich sechs Jahre alt. Es war der Tag, an dem meine Eltern mich an Agris Familie verkauften.

Trotz aller Hindernisse haben Corvin und Rise zueinander gefunden aber hat ihre Beziehung eine Zukunft? Der Präsident (Corvins Vater) ist gegen eine Beziehung die nicht standesgemäß ist und ihm keine politischen Vorteile bringt. Rise kommt aus dem Sublevel. Vollkommen egal welche Leistungen sie vollbringt. In den Augen des Präsidenten ist sie nicht mehr als Dreck. Der Präsident bietet Corvin und Rise einen “Deal” an. Corvin heiratet die ihm zugedachte Partnerin und spielt offiziell den treuen Ehemann. Rise darf ihn auf dem Flug zur Erde begleiten aber treffen dürfen sie sich nur insgeheim.

Fröhlich erzählt sie weiter Baby-Anekdoten, während mein Verstand noch an dem Namen festhängt. Uprise. Der Aufstand. Sie werden ihn Rise abkürzen. Es fühlt sich an, als wäre Ersatz für mich auf die Welt gekommen. Ein guter Gedanke. Befreiend.

Doch vielleicht war dieser Deal der Anfang vom Ende seiner Herrschaft. Der Widerstand wird stärker und stärker und mit seiner Tat hat der Präsident nun auch Rise den nötigen Ansporn geliefert erneut Kontakt zum Widerstand aufzunehmen mit der Art wie er mit seinem eigenen Sohn umgeht und mit allem was er den Leuten im Sublevel angetan hat.

Rise erfährt auch durch den Kontakt zum Widerstand von immer schlimmeren Machenschaften der Regierung und des Militärapparates. Doch das ist ein gefährliches Spiel. Wenn Rise erwischt wird oder einen Fehler begeht, den der Präsident nutzen kann, bedeutet das vielleicht ihren Tod.

Die festliche Gala, mit der die Jungfernfahrt der SPES im Anschluss gefeiert wird, lässt mich die Theorie zeitlicher Relativität neu überdenken. Während die anderen Gäste sich ein paar Stunden lang köstlich amüsieren, scheinen für mich Tage zu vergehen. Erstaunlich, dass das lustlos angebissene Omega-3-Häppchen in meinen Fingern noch nicht angefangen hat zu schimmeln.

Abseits von diesen Problemen wird klar, dass die Station auf der alle Leben nicht mehr im besten Zustand ist und langfristig zerstört werden wird. Die Mission zur Erde ist also dauerhaft die einzige Überlebenschance auch wenn keiner weiß was sie dort erwartet. Irgendwer versucht den Kommandanten der Mission und den Liebhaber von Rise (Corvin) zu töten. Aber warum?

Man soll vorsichtig sein was man sich wünscht. Im ersten Buch passiert im ersten Drittel nicht viel und erst aber der Hälfte wird es zunehmend spannend.

Im zweiten Buch geht es direkt voll zur Sache – im Gegensatz zum ersten Buch greift hier auch nicht mehr die Aussage wie Aschenputtel. Das was in diesem Buch passiert ist nicht vorhersehbar.

Mein mentaler Status wechselt von gefühlt todmüde zu zombiemäßig emotionslos. Ich röchle etwas, das hoffentlich als Abschiedsgruß durchgeht, und schlurfe mit schweren Beinen in meine ›Kabine‹.

Rise verändert sich relativ schnell und deutlich. Seitdem sie sich erlaubt hat Hoffnung zu entwickeln ist sie nicht mehr bereit die unfairen Bedingungen zu akzeptieren. Ich finde den Wechsel von desillusioniert und devot zu aufmüpfig, selbstbewusst und rebellisch etwas schnell. Allerdings hat Rise auch das erste Mal im Leben etwas für das es sich zu kämpfen lohnt.

Neben dem Beschluss sich der Rebellion anzuschließen kommt Rise auch zu dem Schluss, dass sie nicht damit leben kann, wenn Corvin die Ehe mit einer Frau aufgezwungen wird, die er nicht liebt und beschließt etwas dagegen zu unternehmen. Diese Motivation wandelt sich nach den Anschlägen auf Corvin schnell dazu, dass sie die Hintergründe aufklären will.

Für die Liebe gibt es keine Materie. Und ohne Materie gibt es keinen Tod. Wer zu hundert Prozent Liebe ist, bewegt sich frei in Zeit und Raum. Er wandelt zwischen den Dimensionen. Unbegrenzt und frei.

In dem zweiten Buch passiert deutlich mehr als im ersten und ich das zweite Buch deutlich besser. Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint. Faktisch ist die Motivation der Charaktere teilweise aber ziemlich dünn (vor allem die der Terroristen). Es gibt ziemlich große Lücken in der Logik und wenn man die berücksichtigt, dann hätte die Geschichte ab dem Ende des zweiten Buches ganz anders ausgesehen.

Buch 3:

Wenn unsere Prinzipalin die Anstrengung auf sich nimmt, meinen Fahrer und den Handlanger ihres Mannes zu spielen, unterliegt meine Befreiung der höchsten Geheimhaltungsstufe. Oder Lucius gehen allmählich die verlässlichen Henkersknechte aus. Letzteres vermutlich.

Nachdem die Terroristen um Castor einen Anschlag auf Corvin durchgeführt haben und dieser dabei verstümmelt wurde, wurde vom Präsidenten alles so dargestellt, als wenn Rise die Tat begangen hat. Das einzige Raumschiff, dass die Menschheit noch retten konnte, weil die Raumstation auf der alle Leben dem Untergang geweiht ist, wurde auf Geheiß des Präsidenten beschossen, nachdem dieser erfahren hat, dass es von Terroristen gesteuert wird. Das Schiff treibt nun stark beschädigt im All. Das es Überlebende gibt ist unwahrscheinlich. Offiziell wurde das Schiff bei einem terroristischen Anschlag beschädigt.

»Wer dich kennt, Rise, weiß, dass du zu allem fähig bist, wenn du von etwas wirklich überzeugt bist. Wenn dein Wille, deine Überzeugung und deine Leidenschaft Hand in Hand gehen, kannst du Welten aus den Angeln heben, gleichgültig, wie viele atmende Wesen auf diesen Welten leben.« »Ich könnte keine Unschuldigen verletzen.« »Du könntest alles tun, wenn es sein müsste, Laienhart.« Laienhart? Löwenherz?

Rise wurde anders als in den Medien dargestellt nicht hingerichtet. Stattdessen wird an ihr ein medizinischer Eingriff vorgenommen, durch den es möglich wird ihre Gedanken zu überwachen. Angeblich lässt man sie am leben, weil man nicht weiß in welchem Zustand Corvin wieder aufwacht und ob man ihre Hilfe benötigt. Nach einigen Tagen oder Wochen, in denen sie allein in einer Zelle festgehalten wird, erfolgt ihre Verbannung in den untersten Sublevel. Dorthin wo Schwerverbrecher landen. Rise ist ganz unten, sogar noch weiter unten als im Sublevel, den sie bisher kannte. Tiefer geht es nicht mehr.

Ein Arzt rettet sie und entfernt das Implantat aber was nützt das? Es zeigt sich recht schnell, dass der Arzt es nur für Geld getan hat. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Lebt Corvin noch und wird sie Kontakt zu ihm aufnehmen können? Und selbst wenn Corvin noch lebt – was wird das nützen. Sie ist eine offiziell hingerichtete Schwerverbrecherin. Offiziell existiert sie nicht mehr. Sie kann den Aufzug zwischen den Ebenen nicht benutzen und hat auch sonst kaum noch Möglichkeiten.

»Die Schicksalsgöttinnen sind ein Haufen zahnloser alter Weiber, die aus unseren Lebensfäden Socken und Topflappen stricken! Setz dich ruhig brav zu ihnen und halte ihnen die Wollknäuel. Ich suche meinen eigenen Weg.«

Der Präsident ist nach wie vor im Amt und spinnt seine Intrigen und es es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Station auseinanderfällt.

Oder besteht doch noch Hoffnung?

Ich finde das verhalten von Rise und auch von Corvin in diesem Buch anfangs nicht ganz nachvollziehbar. Der Dramatik dient es (ich will jetzt nicht zu viel Verraten aber die große Liebe steht sehr in Frage). Gut ok, zugegeben für beide sind die Bedingungen alles andere als gut. Das Corvin seinem Vater irgendwas glaubt, nachdem was er vorher getan hat, ist sehr unwahrscheinlich (das Geständnis ist vollkommen wertlos, das weiß er selbst). Aber da sich die Ereignisse über Monate hinziehen und man speziell von Corvin nur sehr wenig erfährt, kann man sich auch nicht wirklich in die Situation versetzen.

Gegen die Explosion in meinem Inneren ist das, was Sean und ich teilen, nur ein virtuelles Tischfeuerwerk. Eine Wunderkerze, umspielt von leiser Musik, verglichen mit der intergalaktischen Pyroshow eines epochalen Live-Rockkonzerts. Mit wummernden Bässen im Magen habe ich das Gefühl, die Welt aus den Angeln heben zu können.

Rise mittlerweile sehr selbstbewusst, mutig und taff (oder tough) geworden und sie hat eine Menge erlebt. Sie und auch die anderen Charakter müssen teilweise harte und einschneidende Entscheidungen treffen. Das Gefühlspektrum wird in diesem Buch vollständig bedient.

In diesem Buch passiert eine Menge und es ist sehr spannend, allerdings anfangs ganz anders als ich erwartet habe.

In dem Buch ist er einem Autor (bzw. in dem Fall Autorin) zum ersten Mal gelungen mich davon zu überzeugen, dass man mehrere Personen gleichzeitig lieben kann, ohne das es wie Verrat und Unentschlossenheit wirkt. Der Letzte Teil mag hier und da etwas kitschig sei aber ich steh vermutlich darauf. Das ist für mich eine glatte 5 Sterne Bewertung.

Fazit:

Eine Welt ohne mich ist eine Welt ohne Farben, ohne Geräusche und ohne Geschmack. Eine Welt ohne Sinne, die keinen Sinn macht. Ich bin sprachlos. Niemals hätte ich gedacht, dass die poetischste Liebeserklärung, die ich je erhalten habe, nicht von einem meiner eloquenten, studierten Freunde, sondern von meinem Ex – einem ehemals nach Fisch und Ziege stinkenden Müllsortierer – kommen würde.

Das ist eine Serie, die es einem am Anfang nicht ganz einfach macht. Das erste Buch ist im ersten Drittel relativ langweilig. Rise hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und schwärmt insgeheim für Corvin (das nervt nach einer Zeit etwas). Ab der ersten Hälfte des Buches wird es spannender, auch wenn Geschichte zwischen Corvin und Rise anfangs stark an Aschenputtel erinnert.

Im zweiten Buch nimmt die Handlung richtig Fahrt auf aber die Motivation der Handlungen von den Terroristen ist äußerst dünn. Faktisch schaden sie sich selbst und der verbliebenen Menschheit nur und das, obwohl sie viel bessere Handlungsoptionen gehabt hätten. Das was sie tun ist vollkommen hirnlos. Da darauf wesentliche Teile der Handlung basieren, ist das nicht von Vorteil. Das zweite Buch ist aber abseits der schwachen Logik bei den Handlungen der Terroristen durchweg spanend und liest sich gut. Zugegeben, in der Realität ist das Handeln von Terroristen ja auch nicht immer gerade logisch.

Für Idiotien wie diese liebe ich ihn. Er sieht uns als Menschen, als denkende Wesen mit eigenen Rechten und einer achtbaren Eigenentwicklung. Das tun die anderen Oberlevler nicht. Sie wären nie auf den irrigen Gedanken gekommen, unser Slang könnte für eine Programmierung genutzt werden. Wenn der Stall voller Schafe ist, schreibt der Viehzüchter trotzdem nicht Mäh! auf die Tür. Genervt hackt Corvin die lateinische Version des Öffnungsbefehls in die virtuelle Tastatur. APERIARIS.

Im dritten Buch werden neue Charaktere eingeführt sie haben schwere Entscheidungen zu treffen. Die Distanz zwischen Corvin und Rise scheint nicht überbrückbar zu sein. Nach allem was passiert ist, haben alle Betroffenen große seelische Verletzungen.

Sowohl im zweiten als auch im dritten Buch durchlebt man als Leser eine Achterbahn der Emotionen. Die Bücher steigern sich von von Buch zu Buch.

Das Ende ist – wie es bei Dystopie oft der Fall ist – nicht durchweg gut. Die Chancen stehen schlecht, und die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand die folgenden Jahre überlebt ist gering (so lässt es sich kurz zusammenfassen ohne zu viel zu verraten). Aber es gibt noch etwas Hoffnung, die sich im doppelten Sinne, durch die ganze Serie zieht. Und das Ende ist im Vergleich zu manch anderen Dystopien noch relativ gut.

Insgesamt eine wirklich lesenswerte Serie mit einem grandiosen letzten Teil.

Bewertung:

Aufgrund der aus meiner Sicht stark steigenden Qualität der Bücher vergebe ich hier Einzelnoten zusätzlich zur Seriennote (Buch 1: 3,5/5, Buch 2: 4/5, Buch 3: 5/5). Die Serie ist ziemlich scharf an der nächsthöheren Einstufung vorbeigeschrammt.

4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Bezüglich der Liebesgeschichte einige zum Beispiel die LuxBiss oder Nebelsphäre Kiel Reihe, bezüglich des Settings in Kombination mit der Liebesgeschichte am ehesten Die Tribute von Panem

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Eine derart zentral gesteuerte Gesellschaft würde sich kaum so viel Kritik im Fernsehen erlauben. Vor allem nicht wenn es einen Herrscher gibt, der so viel Macht hat. D.h. ein kritischer Moderator wäre nie in diese Position gekommen und würde dort auch nicht belassen, wenn er sich kritisch äußert.
  • Ist ja gut und schön, dass vor dem Apartment von Rise „Sicherheitspersonal“ postiert wird, damit die Reporter nicht zu ihr gelangen. Das bringt aber wenig, wenn jeder weiß wo sie arbeitet, wann sie anfängt und welchen weg sie dorthin nehmen muss.
  • Warum muss die Verlobte die sexuellen Erwartungen des Zwangspartners erfüllen?! Das mag ja für die Geschichte Sinn ergeben, um das ganze noch abstoßender zu machen aber wenn es lediglich darum geht, dass mehr Leute für die Ausbildung zahlen, damit die Schulbildung eines Hoffnungsträgers erfüllt wird, ist der sexuelle Zwang total überflüssig. Im Gegenteil können ja auch dabei Krankheiten übertragen werden. Kinder können ja eh keine erzeugt werden, wenn die Hoffnungsträger zwangsweise sterilisiert werden. Zumal die Hoffnungsträger doch eh im oberen Level arbeiten. Insofern dürften sich die Hoffnungsträger und die Zwangsvermählten eh nicht mehr sehen, wenn die Schule beendet ist. Zumindest so lange nicht bis sie so viel Geld erwirtschaftet haben, dass der Aufstieg möglich wird.
  • Wo und wie werden die Hoffnungsträger denn Konditioniert, wenn sie unterricht mit den anderen Schülern zusammen haben? Oder muss man das als indirekte Konditionierung per Lebensumstand verstehen?
  • Die Schriftzeichen in der SPES (Schiff chinesicher Herkunft) sind doch keinerlei Beweis dafür, dass der Angriff andersrum verlaufen ist. Das beweist lediglich, dass die SPES nicht von SPHAERA erbaut, sondern übernommen wurde. Auch der weitere Verlauf den Rise herleitet ist nur eine Annahme. Zugegeben eine plausible aber Beweise hat sie weiterhin keine. Eine große Lücke hat der Tathergang übrigens: Die Brückencrew auf der TIANLONG hätte alle Zeit der Welt gehabt einen Notruf bzw. eine Warnung zur ASIA zu senden. Ob diese sich hätte verteidigen können ist natürlich eine andere Frage. Aber da die ASIA angeblich technisch überlegen war, ist die Wahrscheinlichkeit zumindest vorhanden.
  • Die Aussage „wir töten nur im Notfall“ von Castor ist lächerlich. Er ist ein typischer Terrorist und keinen Deut besser als die Leute die er bekämpft. Er nimmt billigend den Tod von Rise und Corvin in kauf ohne sie überhaupt gefragt zu haben, ob sie sich seiner Sache anschließen. Vorher sind die dieses Risiko aber offenbar mehrfach eingegangen, sonst hätten sie nie genug Leute zusamen bekommen. Dazu kommt noch, dass über Rise sogar der optimale Zugang zu Corvin besteht. Selbst wenn er sich nicht überzeugen ließe, dann könnten sie ihn mit Rise erpressen, was viel sinnvoller ist als ihn zu verletzen oder umzubringen. Somit ist es vollkommen egal, ob Castor selbst den Abzug betätigt oder die Tötung weiter delegiert. Im Falle von Rise nimmt er es ja sogar selbst in die Hand. Davon mal abgesehen: Ist es besser jemanden zum Krüppel zu machen als ihn umzubringen? In meinen Augen nicht. Da braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben.
  • Wieso soll es aus politischer Sicht einen so großen Unterschied machen wo die SPES landet? Wichtig ist eher wo die Schiffe sind mit denen man zur Station zurückkehren kann, falls man weitere Überlebende retten will (offenbar sind die Stationen selbst nicht in der Lage zur Erde zurückzukehren). Somit ist die Argumentation mit dem Austausch der Besatzung wenig sinnvoll. Das bringt nichts. Es hätte viel mehr gebracht die Regierung der SPHAERA zu stürzen. Wer auf dem Schiff ist das zur Erde fliegt und wo es landet ist für die Gesamtsituation somit vollkommen unerheblich. Zumal vorher auch schon die Argumentation benutzt wird, dass die SPHAERA eh nicht lange genug halten wird, um zur Erde und zurück zu fliegen (mal hypothetisch davon ausgehend, dass die auf der Erde vorhandenen Schiffe überhaupt noch flugfähig sind – was wohl auch nicht sehr wahrscheinlich ist). Somit gefährdet die ganze Sabotageaktion im nur die Chance, dass überhaupt irgendjemand überlebt, weil man eh nicht davon ausgehen kann, dass von er Erde ausgehend eine Rettungsmission gestartet wird. Mal ganz von den offensichtlichen Problemen abgesehen, dass die Erde noch immer verseucht sein kann von chemischen Kampfstoffen und das evtl. noch vorhandene Lebewesen auf der Erde evtl. feindlich agieren. Wie sich dann später zeigt haben die Leute um Castor sich sogar selbst sabotiert, weil Rise überlebt hat und ihre Enttarnung zu ihrem eigenen Abschuss geführt hat.
  • Selbst aus Sicht des Präsidenten ergibt es wenig Sinn auf die SPES zu feuern. Was hat er denn zu verlieren? Ohne die SPES ist die Chance in etwas gleich 0 zur Erde zu kommen.
  • Castor benutzt den Porko im Namen von Rise mit der ID von Corvin. In Anbetracht dessen, dass der Porko sogar direkt an das Gehirn verbunden ist, wäre das wohl kaum möglich.
  • Das Corvin seinem Vater glaubt, ob mit Geständnis oder ohne ist nicht nachvollziehbar. Er weiß genau, dass er nur Lügen von seinem Vater hört und er jedes Mittel hat um Rise zu Geständnissen zu bringen.
  • Die Rettungsaktion verstehe ich nicht so ganz: Der Präsident lässt Rise ein Gerät einsetzen um ihre Gedanken zu überwachen (das macht zur Überwachung in einer Gefängniszelle wenig Sinn und nur dort befindet sie sich). Dann wird sie von einem Mitglied der Regierung abgeholt und auf den Sublevel gebracht und soll dort von irgendwem abgeholt werden. Wozu? Sollte sie dort getötet werden? Falls ja, macht das Gerät zur Gedankenüberwachung wenig Sinn.
  • Das Rise sich direkt auf ihren „Retter“ einlässt (der sie allerdings nur des Geldes wegen gerettet hat), obwohl sie Corvin angeblich liebt finde ich seltsam. Gut zugegeben, die Chancen stehen sehr schlecht, dass sie Corvin je wieder sieht. Dann bestätigt sich ihr Eindruck, nachdem sie Corvin getroffen hat und sie lässt sich auf Sean ein. Corvin macht im Prinzip das gleiche aber er kann zumindest davon ausgehen, dass Rise tot ist (wobei sich schon die Frage stellt, warum ein Raumanzug verschwendet wurde, wenn wirklich Rise in dem Anzug war)
  • Woher hat Rise ein Kleid, als sie als „Matratzenvertretung“ einspringt?
  • Die Beschreibung in Buch 3 ist nicht ganz nachvollziehbar: In der Biosphäre ist ein See mit einer Insel in der Mitte. Auf dieser Insel befindet sich Rise. Um den See befindet sich ein Wald. Danach heißt es auf der anderen Seite des Sees ist der Bunker. Wie kommt Rise dahin? Andere Seite impliziert für mich nicht auf der Mittelinsel. Das passt auch zur Beschreibung im ersten oder zweiten Buch, nachdem Corvin mit einem Gleiter über den See fliegt um zum Bunker zu kommen. Schwimmen kann Rise nicht. Von einem Boot ist nicht die Rede.
  • Die Argumentation gegenüber dem Senat warum die Sublevelschläusen geöffnet werden sollten um die Bevölkerung los zu werden hinkt gewaltig, Dabei würden immense Mengen von Sauerstoff ins all geschleudert und sehr viele Ressource in Form von Menschen verschwendet (da die normalerweise verbrannt werden, fehlen sie dafür). Da ist die Argumentation einer aufkeimenden Revolution viel stärker.
  • Das Corvin die Verantwortung allein übernimmt ist totaler quatisch. Für eine Revolution hat nie eine Person die Verantwortung. Davon ganz abgesehen – wenn er nichts getan hätte – hätte er sich am Massenmord mitschuldig gemacht. Nach einem Putsch kann man wohl kaum innerhalb von 24 Stunden mehrere Gerichtsverfahren sinnvoll durchführen, wenn wirklich ein Rechtssystem angestrebt wird, das den Namen verdient. Jemanden aufgrund einer Wahrscheinlichkeit per Strafrecht zu verurteilen ist nicht akzeptabel. Militärisch wäre das als Kommandant sicher sein Ende, bei einer 11% Wahrscheinlichkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass er später 90% Erfolgsquote hatte kann ich aber nicht nachvollziehen, dass er nicht trotzdem Kommandant der SPES sein sollte. Es ist meiner Meinung nach eine äußerst zweifelhafte Vorgehensweise und Rechtsauffassung jemanden gleich in der Todeszelle festzusetzen, bevor er überhaupt eine Verhandlung hat. Bevor man über Corvins Taten überhaupt richten kann, hätte man wohl genug zu tun das aufzuarbeiten was der Präsident über Jahre angerichtet hat. Stattdessen wird der ex Präsident ohne Aufbereitung seiner Taten mal eben per Kriegsgericht zum Tode verurteilt – super Leistung! Ein Showprozess spricht nicht unbedingt für das Rechtssystem. Derartiges steht immer unter dem Stern politischer Beeinflussung. Die ganze Art der Abwicklung erinnert sehr an die Vorgängerregierung.
  • Vor dem Aspekt der ansteckenden Krankheiten gegen die nur die obersten Level geimpft sind, wäre es mit Sicherheit keine gute Idee den Vertikaltransporter kurzfristig freizugeben. Das hätte man so schnell nicht machen können ohne totales Chaos und Plünderungen zu provozieren.
  • Wieso soll ein Mediziner plötzlich die Fähigkeit haben ein Raumschiff zu kommandieren (Sean soll statt Corvin Kommandant werden)?!
  • Was sollen Lokalregierungen bringen? Es gibt eine Station auf der alle leben. Spätestens mit Freigabe des VT würde eine totale Vermischung enstehen.

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Avengers Infinity War [Film]

Avengers Infinity Wars - Anthony Russo, Joe Russo

© Marvel Studios

Originaltitel:

Avengers Infinity War

Laufzeit:

149 Minuten

Jahr:

2018

Veröffentlichungsdatum:

26.04.2018

Regisseur:

Anthony Russo, Joe Russo

Buchgrundlage:

Marvel Comics

Hauptdarsteller:

Josh Brolin, Robert Downey Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Scalett Johansson, Tim Holland, Paul Bettany, Elizabeth Olsen, Benedict Cumberbatch, Chris Pratt, Zoe Saldana, Vin Diesel, Chadwick Boseman, Pom Klementieff, Dave Bautista, Karen Gillan, Danai Gurira, Sebastian Stan, Tom Hiddleston, Benicio del Toro, Letitia Wright, Benedict Wong

Rezension und Inhalt:

Ich weiß noch nicht, ob ich regelmäßig Filme rezensiere aber bei diesem brannte es mir unter den Fingern.

Die Handlung des Film lässt sich recht kurz zusammenfassen: Thanos will alle Infinity Steine an sich bringen und deren Macht kombinieren. Das macht er über den ganzen Film und hinterlässt dabei eine Spur der Verwüstung. Die Guardians und die Avengers (die sich aus der Not heraus wieder zusammenraufen) stellen sich recht erfolglos gegen ihn.

Am Ende erreicht er sein Ziel und die hälfte der Bevölkerung der Galaxy wird vernichtet (warum es nun allen anderen dadurch besser gehen soll und ob überall gleichmäßig Überbevölkerung gibt, lassen wir einfach mal dahingestellt sein). Offenbar hilft das seinem Planeten irgendwie (warum auch immer) und die Infinity Steine werden scheinbar zerstört (zumindest sieht es optisch so aus – aber ohne die würde ja die Handlung nicht weiter gehen, insofern werden die im nächsten Film wieder unbeschädigt sein).

Offenbar bewegt er sich selbst im Gegensatz zu allen anderen durch die Zeit (er trifft am Ende auf die Junge Gamora) aber auch nicht so richtig, sondern in einer Umgebung in der er vorher schon mal bei der Beschaffung des Seelensteines war – vielleicht soll es auch ihre Seele sein – wobei sich in dem Fall die Frage stellt, warum sie dort die einzige Seele ist und warum sie als Seele wieder das Kindesalter hat.

Aus meiner Sicht ist die Handlung recht unlogisch und wie gesagt am Ende so offen, dass zwar viel Action im Film ist aber nachher ist man genauso weit wie vorher. Es sterben diverse Marvel Helden aber dadurch, dass es einen Zeitstein gibt / gab ist quasi alles möglich. Vielleicht wird in Teil 4 auf alles auf 0 gesetzt und alle sind wieder da.

Was leider auch vollkommen unlogisch ist: Offenbar kann Thanos die Zeit nicht nur insgesamt, sondern auch individuell beeinflussen (also für einzelne Personen) zurückdrehen, während der Rest in der selben Zeitlinie bleibt. Wenn er das kann, könnte er rückwirkend so ziemlich alles so ändern, dass es die Marvel Helden nie gegeben hätte (wobei dann natürlich die Frage zu stellen wäre, welche Auswirkungen es auf seine Zeitlinie hat). Oben genannte Darstellung sorgt aber auch dafür, dass man damit die Infitiy Steine z.B. auch vervielfachen könnte.  Aber zu viel darüber nachdenken sollte man vermutlich nicht.

Die Witze sind teilweise ok und mal Klaumaukniveau (wer also den Level von Nackte Kanone mag…).

Fazit:

Wer Filme mit Film Kawumm ohne Handlung und Ende als Lückenfüller mag, wird den Film mögen. Das Star- und Heldenaufgebot ist außergewöhnlich.

Eigentlich kann man aber auch gleich auf den nächsten warten, falls der mal wieder einen Abschluss bekommt oder auf den Übernächsten. Das scheint der neue Trend bei Marvel zu sein, dass die Filme einfach mittendrin aufhören und lediglich eine Zwischenstufe zum nächsten Film darstellen. Früher wurde es wenigstens nur in einer Szene nach den Credits angedeutet, dass es eine nächste Runde gibt.

Das Ende ist so offen gelassen, dass man genauso weit ist vor dem Film. Das ist nicht mein Ding, wenn Filme nur noch als Geldmaschine und die nächste Fortsetzung ausgelegt sind, die dann vermutlich ähnlich ideenlos ist.

Das einzige was ich an dem Film spannend finde ist, ob Marvel es wirklich dabei belässt und viele wichtige Helden dauerhaft gestorben sind (ich glaub es ja nicht) oder die Helden alle wieder im nächsten Avengers auftauchen. Auf dem Weg zu Avengers 4 kann man sich diesen Teil also getrost sparen. Wenn Avengers 4 allerdings genauso aufgebaut ist, dann wartet man wohl besser auf Teil 5…

Bewertung:

3/5

 

 

Ready Player One [Buch]

Ready Player One - Ernest Cline

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Ernest Cline

Titel

Ready Player One (544 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Du bist jetzt schon eine Legende, Alter! Du bist der erste Jäger, der den Kupferschlüssel gefunden hat! Und dann schaffst du auch noch das erste Tor! Du bist berühmter als Jesus! Geht das nicht in deinen verdammten Schädel?«

Nachdem der Film kürzlich erschienen ist, habe ich nun auch die Buchvorlage gelesen. Bei der Filmrezension findet sich auch ein Vergleich zwischen Buch und Film.

Wayne Watts lebt in der Welt der Zukunft. In dieser Zukunft ist die Klimaerwärmung weit vorangeschritten. Die fossilen Energieressourcen sind zur Neige gegangen und der Wohlstand hat deutlich abgenommen. Die Weltwirtschaft steckt in einer jahrzente dauernden Depression. Die Großstädte sind zu Slums verkommen. Die Welt ist also alles andere als toll.

Mit Mädchen zu sprechen kam überhaupt nicht in Frage. Für mich glichen sie einer exotischen außerirdischen Spezies, wunderschön und furchterregend. Sobald ich mich einem Mädchen auch nur näherte, brach mir der kalte Schweiß aus, und ich verlor die Fähigkeit, in ganzen Sätzen zu sprechen.

Neben dieser realen Welt gibt es eine virtuelle Welt – die Oasis. In der Oasis kann man zur Schule gehen, arbeiten, Spielen. Man kann dort alles machen. In der Oasis kann man jeder und alles sein. Für die jüngere Generation ist diese Welt mindestens so wichtig wie die reale Welt, eher wichtiger. Um der Realität zu entfliehen verbringen viele Menschen den Großteil ihrer Zeit in der Oasis.

Der Erfinder dieser Welt hat sehr große Mengen an Reichtum angehäuft. In seinem Testament legt er fest, dass die Person, die drei geheime Bereiche in seiner Welt zuerst entdeckt. Dafür müssen Rätsel gelöst werden und man muss sich mit der Vergangenheit des Erfinders der Oasis beschäftigen. Wer alle Rätsel knackt erhält die Macht über die Oasis und alle finanziellen Mittel.

Dass man sein Leben gründlich an die Wand gefahren hat, erkennt man daran, dass alles den Bach runtergeht und man sich nur noch mit seiner Systemagentensoftware unterhalten kann.

Aus diesem Grund versucht Innovative Online Industries mit einer Horde von Angestellten (die Sechser) professionell nach den versteckten Schlüsseln zu suchen.

Weder die freien Spieler (die Jäger), noch das Unternehmen war dabei in den letzten Jahren erfolgreich.

Der Erfinder der Welt war ein Nerd und Fan der Kultur der 80er. Da die Jäger sich mit ihm beschäftigen, kommt es zu einem Revival der 80er Jahre (das Buch stellt eine Hommage an die Kultur dieser Zeit dar).

So furchteinflößend und schmerzhaft die Realität auch sein kann, sie ist der einzige Ort, an dem man wahres Glück finden kann. Weil die Wirklichkeit echt ist. Verstehst du?«

Um die diversen Anspielungen im Buch zu verstehen und sich an seine Jugend zurückerinnert zu fühlen muss man mindestens 40 Jahre alt sein. Etwas älter schadet auch nicht. Für Junge Leser unter 20 dürften die meisten Spiele und Serien vollständig unbekannt sein, wenn sie keinen Nostalgiefaible haben.

Fazit:

Während ich mir ein paar Frühstücksflocken-Werbespots aus den 80ern ansah, fragte ich mich irgendwann, warum die Hersteller heutzutage keine Spielsachen mehr in die Schachteln taten. Ganz ohne Zweifel ein weiteres Anzeichen dafür, dass unsere Zivilisation den Bach runterging!

Im Buch wechseln sich immer eher nerdige Passagen über Filme, Spiele, Technik mit Passagen ab wo es eher um Inhalte geht. Die nerdigen Passagen nehmen den Schwung teilweise deutlich raus. Die eigentliche Handlung ist somit relativ kurz und der nerdige Rest teilweise nicht sonderlich spannend

Das Buch ist relativ schlampig geschrieben. Es sind einige logische Fehler und Patzer vorhanden.

Die Geschichte ist kreativ und mal was komplett anderes. Mir hat das Buch in Summe gefallen. Etwas mehr Sorgfalt hätte dem Buch aber sehr gut getan.

Bewertung:

3,5/5 (darin sind 0,5 Abzug wegen der diversen Fehler enthalten, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Der Heimtrainer als umgebauter Dynamo reicht dafür ruck zuck alte Batterie aufzuladen für einen Heizstrahler und den ganzen Tag Zugang zu Oasis? Tja, wenn es so wäre, dann hätte die Welt in der Wayne lebt wohl keine Energieprobleme
  • Wie kommt man denn ins Internet ohne Kabelanbindung in einem Endzeitszenario? Alles ist mit mobilem kostenlosem Breitband versorgt, so dass Massenhaft Leute mit hohen Datenraten und minimalen Latenzen auf engstem Raum angebunden sind?
  • Dass der Autor für alles Mögliche das Wort programmiert verwendet zeigt, dass er nicht so nerdig ist. Eine Visitenkarte programmiert oder einen Planeten?! Evtl. sollte er sich mal aufschlauen was programmieren und designen ist bzw. welche Werkzeuge man dafür benutzt. Der Begriff programmieren hat zwar in den 80er noch in der Form gepasst, wie er hier angewendet wird (da hat wirklich noch eine Person ein Spiel programmiert), aber 2018 nicht mehr und in 2040 mit Sicherheit nicht mehr. Heute arbeiten Teams von hunderten von Leuten über Jahre an einem Spiel. Die Oasis wäre somit auch nicht von einer Person erschaffen worden, da sie noch viel größere Dimensionen hat.
  • Das der „Quellcode“ von einem Planeten kopiert wird ohne die Anteile von dem Code für die Gruft des Grauens halte ich nicht für sehr realistisch. Wenn die Oasis funktionieren soll, dann kann es nicht sein, dass die Inhalte alle über programmieren hinzugefügt werden. Dafür muss es standardisierte Werkzeuge geben und die haben nichts mit programmieren zu tun. Der Code müsste schon außerdem extrem gut geschützt sein, sonst wären eh sämtliche Rätsel innerhalb von ein paar Tage geknackt, weil die Mitarbeiter von Oasis sich die Lösungen anschauen könnten. Die Mitarbeiter können vielleicht nicht mitmachen aber sich bestechen lassen.
  • Bei dem TRS-80 wird beschrieben, dass er automatisch das Programm von Datasette startet. Da das für frühe Computer total untypisch war, dass sie irgendwas automatisch machen, habe ich kurz recherchiert. Offenbar war auch bei diesem Computer ein Befehlt dafür erforderlich. Das beschriebene Verhalten (automatischer Start) gab es z.B. beim Amiga, wenn man eine Diskette eingelegt hat.
  • Nach dem ersten Rätsel stimmen sämtliche Zeitangaben nicht. Parzival beginnt mit dem Rätsel Donnerstagabend bis in den Freitag hinnein. Dann pennt er 12 stunden und am nächsten Tag ist wieder Schule? Der nächste Tag ist ein Samstag. Samstag findet offenbar aber kein Schulunterricht statt, weil Parzival vorher schon erwähnt hat, dass er danach das ganze Wochenende Zeit hat, wenn er sich entschließt am Freitag zur Schule zu gehen (was er dann aber nicht macht). Er öffnet das Tor also Freitagmorgen und schläft dann bis Freitagabend. Auch die Tage danach passen nicht. Angeblich sind 4 Tage vergangen und an jedem Tag kam ein weiterer Name auf dem Scoreboard hinzu. Donnerstag Parzival (erster Eintrag), Freitag Art3mis, Samstag Aech, Sonntag Daito und Shoto. Danach wird dann aber erwähnt, dass letztere Freitag das Rätsel geknackt haben. Danach steht dann im Buch: Am Freitag … sah ich Millionen von Nachrichten durch… Damit war ich schon die ganze Woche beschäftigt“. 4 Tage sind vergangen, seitdem alles angefangen hat und er hat schon vor einer Woche angefangen Nachrichten zu bearbeiten, die er nicht hatte?! Hab ich was verpasst oder wurde im Lektorat komplett gepennt?Sogar das elementare Element des Buches – das Scoreboard ist falsch. Aus Seite 220 haben Daito und Shoto 107000 Punkte (falsch). Auf Seite 287 haben sie dann 107000 und 106000 Punkte (korrekt). Shato sagt Wade „Die Sechser haben gestern Abend meinen Bruder umgebracht“. Zeit scheint für den Autor relativ zu sein. Direkt davor schreibt er nämlich, dass bereits mehrere Tage vergangen sind seitdem IOI den Schlüssel errungen hat und das ist fast zeitgleich mit Shato passiert. Art3mis sagt, dass ihr Avatar Level 51 hat, ein paar Seiten später zückt sie eine Visitenkarte auf der Level 52 angegeben ist. Und noch ein Beispiel: Bei der Begegnung mit Aech setzt Parzival sich auf den Beihfahrersitz des Wohnmobil, beugt sich vor umarmt sie (stelle ich mit bein einem Wohnmobil schwierig vor) und tritt danach im Sitzen einen Schritt zurück?!
  • Art3mis ist schon Jahrelang in der Oasis und ist „nur“ Level 51/52 und danach ruck zuck auf 99. Das ist total unrealistisch. Jedes Levelsystem in derartigen Spielen ist so ausgelegt, dass es obenrum immer länger dauert. Wenn sie Jahre für Level 51 oder 52 benötigt ist sie nicht mal eben auf 99.
  • Einige technische Darstellungen sind übertrieben: Eine Festplatte die so groß ist, dass sie das wissen der Menschheit speichert wird es auch im Jahre 2040 nicht geben. Dafür ist der technische Fortschritt nicht schnell genug. Zumal die generierten Datenmengen mit der Festplattengröße steigen (hochauflösendere Bider, Videos usw). Genausowenig benötigt es zwei Roboterarme um einen Sitz in alle Richtungen zu drehen. Einer reicht vollkommen, zwei sind nur hinderlich – das kann man sich heute bei jedem Industrieroboter anschauen. Nur passt der natürlich nicht in eine normale Mietwohnung bzw. hier ist ja sogar die Rede von nur einem Zimmer in dem die Roboter installiert sind (ok, das verbuche ich mal unter technischem Fortschritt, leichten Materialien usw.). Schleusen mit Sicherheitstüren und Durchleuchtungseinrichtung darf man in Mietwohnungen für gewöhnlich auch nicht einbauen. Der Einbau wäre nebenbei auch recht schwierig geworden, während Wade in der Wohnung lebt und dabei hätten ihn auch diverse Handwerker zu Gesicht bekommen. Da nur sehr wenige Leute so viel Geld haben wäre er damit direkt wieder aufgefallen. Fitnesstraining in einem komplett geschlossenen Ganzkörperanzug ist bestimmt auch ein Erlebnis.
  • Wade bekommt mehr Geld bei einem Standardjob als Telfonsupporter als durch seine diversen Werbeverträge und das als Weltstar?! Und das in einer Zeit in der sich kaum jemand mehr eine Wohnung oder gar ein Haus leisten kann? Da muss ich nichts zu sagen, oder? Das er davon ist beschrieben Ausgaben stemmen kann ist komplett unrealistisch. Dann hätte jeder Weltweit Hightechausrüstung für die Oasis, der irgendeinen Job hat.
  • Am Anfang erzählt Wade großspurig, dass er selbst quasi alle Spiele ohne Lösung schaft, später schaut er aber selbst ständig in irgendwelche Guides, How Tos, Videos usw.
  • Das Blade Runner Rätsel löst Wade per Zufall. Wie soll IOI das geknackt haben?!
  • Wie kann IOI einen Haftbefehl haben? IOI ist nicht die Polizei, sondern ein Privatunternehmen, das Internetzugänge zur Verfügung stellt. Das Equipment von Wade wäre übrigens locker 20.000$ Wert und somit ist die ganze Aktion komplett unlogisch, weil das reine Pfänden gereicht hätte um seine Schulden zu bezahlen. Vermutlich war selbst die Tür teurer als sein Gesamtbetrag an Schulden. Wade hätte schon deutlich größere Schulden haben müssen. Zumal die ganze Geschichte komplett unlogisch ist. Eine Kreditkarte hat ein bestimmtes Limit. Da Wade aber als arbeitslos gilt, hätte er wohl kaum eine Karte derart hoch überziehen können. Mal ganz abgesehen davon, dass man den Kredit längere Zeit nicht zurückzahlen muss, um überhaupt in Verzug zu raten. Offenbar hat Wade das aber alles mal Eben ins IOI System gehackt, obwohl er kein Hacker ist. Der „Plan“ von Wade ist kompletter Schwachsinn. Da möchte man fast den Drehbuchschreibern danke dafür sagen, dass sie das im Film anders dargestellt haben. Er kauft irgendwo alte Passwörter (vor 7 Monaten, die Passwörter können also noch älter sein – mal abgesehen davon, dass 2040 evtl. eher mit biometrischen Systemen gearbeitet wird, müssen bei fast allen wichtigen Systemen die Passwörter regelmäßig geändert werden). Dazu kommt, dass Wade keine Ahnung hat was ihn bei IOI erwartet und ob er irgendwie Zugang auf relevante IOI Daten erlangt. Zusätzlich weiß er nicht, ob IOI in der Zeit die er als Zwangsarbeiter verbringt nicht längst das Ei gefunden hat und er weiß auch nicht wie und ob er die Daten aus dem Unternehmen schmuggeln kann.
  • Wieso wird Daito von IOI umgebracht, Art3mis und Shato aber nicht?
  • Wenn man liest wie Wade seine Identität lustig hin und her ändert, könnte man meinen, dass in IT Systemen keine Änderungsbelege geschrieben werden.
  • Die Mail von Parzival an alle Jäger ist toll: „Unser Angriff beginnt morgen Mittag“. Das ist ja eine Präzise Zeitangabe für einen Angriff bei dem es um alles geht…
  • Es ist nicht sehr realistisch, dass ein „Spiel“ bei dem man nur ein Leben hat ein Weltphänomen wird. Derartige Spielmodi gibt es z.B. bei Diablo und anderen Spielen (Schwierigkeitsgrad „Hölle“). Das ist aber nur was für absolute Freaks. Der Standardspieler erwartet eher, dass er für den Tod im Spiel quasi nicht bestraft wird. Die Zeiten wo das so war, sind lange vorbei.
  • Das Sorrento der beste Spieler von IOI ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich nach allem was man vorher über ihn erfährt ist er lediglich ein blasierter Angeber.

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Gelöscht / Slated [Serie]

Gelöscht 1 Gelösccht - Teri Terry Gelöscht 2 Zersplittert - Teri Terry Gelöscht 3 Bezwungen - Teri Terry

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Teri Terry

Teile der Serie:

  • Gelöscht 1 – Gelöscht (432 Seiten)
  • Gelöscht 2 – Zersplittert (400 Seiten)
  • Gelöscht 3 – Bezwungen (376 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Kühe und Schafe stieren friedlich kauend vor sich hin. Wie unterscheiden wir uns eigentlich von ihnen? Auch wir werden wie eine Viehherde jeden Morgen zur Schule gekarrt und bewegen uns auf vorgeschriebenen Bahnen, ohne je das Warum zu hinterfragen.

Buch 1: Kyla ist ein Slater. Das heißt sie hat all ihre Erinnerungen verloren – nein nicht nur verloren – sie wurden gelöscht. Die weiß nicht wer sie ist und wie sich etwas anfühlt. Sie ist 16 und erlebt alles zum ersten Mal. Sie kennt ihre Familie nicht in der sie nun leben muss. Geslated werden angeblich Leute, die kriminelle Handlungen begangen haben. Ob das stimmt weiß Kyla nicht, sieht hat keine Identität mehr. Sie kann sich auch nicht verteidigen oder gar angreifen weil sie einen Chip im Hirn hat, der sie abschalten oder sogar töten kann, wenn ich Glückslevel zu tief sinkt. Und wenn sie sich aufregt sinkt der Level, genauso wenn sie traurig ist. Kyla hat allen Grund traurig zu sein.

Man merkt von Anfang an, dass irgendwas nicht stimmt und das ganze Slating Programm nicht sauber ist.

»Lass mich kurz überlegen. Hast du ein tragbares Bermuda-Dreieck, das dir überallhin folgt?« Ich blicke an mir hinab. »Hab ich heute wohl zu Hause vergessen.«

Es verschwinden zunehmend Leute und es sieht sehr danach aus, dass die Regierung dahinter steckt. Kyla ist anders als die anderen Slater. Die meisten können nach dem Eingriff nicht mehr zusammmenhängend denken und akzeptieren einfach alles.

Wer ist Freund oder Feind? Die Leute, die nett zur ihr sind, halten nicht unbedingt zu ihr und die anderen, die sie nicht so nett behandeln sind teilweise loyaler und vertrauenswürdiger als sie denkt.

Mein Tun allein bestimmt, wer ich bin. Genau wie Mums. Wer sie im Herzen ist, definiert sich durch all die Entscheidungen, die sie trifft. Sie hat getan, was ihr richtig erschien, mit ihrer Ansprache hat sie die Grenzen ausgereizt, ist aber nicht über sie hinausgegangen. Um uns zu schützen. Ich kann es nicht tun.

Die Schreibweise ist melancholisch, depressiv, sarkastisch. Ich weiß nicht wie ich das anders beschreiben soll. Ich sage nur „gibt eine Reihe besonders schöner Schafe – wenn man auf so was steht“ (da steht nicht, dass sie es nicht tut aber es steht hier eben viel zwischen den Zeilen). Dieser versteckte leicht resignierte Unterton zieht sich durch und ist insofern witzig, als dass man merkt, dass Kyla alles andere als glücklich mit ihrer Situation ist, irgendwie ist sie ein wenig gleichgültig, aber sie hat doch nicht ganz aufgegeben und sie versucht das Beste aus der Situation zu machen.

Ich mag diesen düsteren sarkastischen Unterton einfach und es gibt so viele Stellen, die witzig sind, obwohl die Grundstimmung das absolut nicht ist.

»Sie haben für das gekämpft, woran sie geglaubt haben. Eine ehrenvolle Art zu sterben.« Sagt sich leicht, wenn man am Leben ist.

Ansonsten typisch Dystopie. Der Hauptcharakter wird Megaunfair behandelt, selbst wenn sie wirklich irgendwelche Verbrechen begangen hat (mit 16 und dann schon mit die älteste Slaterin, d.h. die anderen „Verbrecher“ sind angeblich noch jünger?!) und dafür bekommt jemand sein komplette ich entzogen? Das heißt man fängt mit allem bei 0 an und wird auf das heftigste kontrolliert und mit Mediikamenten vollgestopft und wenn das nicht hilft, wird noch ein wenig am Hirn rummanipuliert.

Obwohl im ersten Buch nicht wirklich viel passiert, wird man immer wieder mit kleinen Informationshäppchen gefüttert und es bleibt durchgängig spannend.

Sie spricht nicht weiter, aber ich kann mir schon denken, worauf sie hinauswill. Die Leute aus dem Krankenhaus müssen es ihnen gesagt haben. Für den Fall, dass ich Albträume habe. Die habe ich oft, und wenn dann nicht schnell genug jemand bei mir ist, falle ich zu tief und mein Levo schaltet mich aus.

Buch 2: Kyla bzw. eigentlich Lucy weiß nun mehr über ihre Vergangenheit. Sie war eine Terroristin aber sie weiß auch, dass sie dazu gezwungen wurde und die Regierung willkürlich Menschen Slated , die nicht die gewünschte Meinung vertreten oder auffällig werden (ihre Identität und ihre Erinnerungen nimmt) ohne Prozess oder eine rechtliche Grundlage.

Kyla kann sich bruchstückhaft an ihre Vergangenheit erinnern. Zumindest an die mutmaßlichen der Terroristin oder Rebellin aber nicht mehr an die von Lucy. Die Terroristen / Rebellen haben Sie gefunden und wissen, dass sie sich teilweise an die Vergangenheit erinnern kann. Aber sind die wirklich besser als die Regierung? Beide Seiten setzen Kyla unter Druck und dann ist das noch MIA als dritte Organisation, die auch ein Interesse an Kyla hat.

Penny klappt wieder ihr Netbook auf. Mich zu fragen, wäre vielleicht auch mal eine Idee: Ich bin schließlich diejenige, die alles darüber weiß.

Ben, mit dem sich Kyla angefreundet hat bzw. in den sie vielleicht sogar verliebt ist, ist auch ein Slater und hat versucht sein Levo (Kontrollgerät für Slater) zu entfernen. Sie weiß nicht, ob er noch lebt oder was mit ihm passiert ist.

Sind wirklich alle auf der Seite, der sie vorgeben anzugehören? Wem kann Kyla noch vertrauen bzw. kann sie überhaupt noch jemandem vertrauen?

Die anderen hier sind alle jünger als ich. Sie lächeln und kauen seelenruhig vor sich hin – genau wie die friedliche Kuhherde, an der wir heute Morgen vorbeigefahren sind.

Der etwas schräge aber witzige Unterton aus dem ersten Buch kommt hier nicht mehr vor. Das ist schade, hängt aber damit zusammen, dass Kyla nun wieder mehr sie selbst ist (wobei wer ist man eigentlich, wenn man aus mehreren Persönlichkeiten besteht und sich die Errinnerungen bruchstückhaft vor und nach zurückkehren?).

Ansonsten wird der Grundablauf auch hier zumindest in der ersten Hälfte gleich gehalten. Man bekommt immer wieder kleine Informationshäppchen, die zum weiterlesen motivieren. Gegen Ende passiert dann einiges mehr aber so ganz überraschend ist die Entwicklung auch nicht. Dem aufmerksamen Leser ist zumindest die grobe Vergangenheit schon vorher aufgrund der vielen kleinen Detailhinweise schon vorher klar.

»Aber wie kann ich wissen, wer ich jetzt bin, wenn ich nicht weiß, wer ich war?«

Ich glaube aber, dass es wenige Leser gibt, die bei jedem, Charakter vorher sagen können auf welcher Seite sie stehen. Dafür zaubert die Autorin zu viele Überraschungen aus dem Hut. Ansonsten ist hier keine Seite wirklich gut, weder Staat noch Rebellen. Beide sind in der Wahl der Methoden alles andere als zimperlich und beide haben ihre Mittel und teilweise wohl auch den Zweck aus den Augen verloren.

Ich verstehe langsam, dass es verschiedene Arten von Lehrern gibt. Miss Fern, Gianelli und der Lauftrainer Ferguson: Sie sind authentisch. Ich werde ab und zu von ihnen zurechtgewiesen, sie sind nicht immer übermäßig nett, aber sie reden offen mit mir und nehmen mich wahr und ernst. Und dann gibt es diejenigen wie den Direktor Mr Rickson, Dr. Winston, die Schulpsychologin, und Mrs Ali, die trotz ihres Lächelns und des »Ich bin nur hier, um dir zu helfen«-Gelabers eigentlich nur darauf warten, dass ich einen Fehler mache oder die Regeln breche.

Buch 3: Kyla kann grob die Jahre von 10 bis 16 zusammensetzen und weiß was ihr angetan wurde und durch wen. Sie ist ihr Levo los, hat aber noch immer einen Chip im Kopf. Nico ist noch immer hinter ihr her (nun offenbar aus persönlichen Rachemotiven), Ben wurde manipuliert und kann sich nicht an sie erinnern und an die Person die er mal war. Ihr echter Vater wurde ermordet und ihr Adoptivvater hat sie verraten, wie so viele andere. Die Lorder treiben noch immer ihr Unwesen und statt Recht und Gesetz herrscht Willkür und Terror durch den Staat.

Kyla bekommt eine neue Identität und ein neues Aussehen aber wird das reichen um der Vergangenheit zu entkommen, die sie selbst nur teilweise kennt? Sie soll nun ihre mutmaßliche leibliche Mutter kennenlernen oder ist das auch nur wieder eine Falle von irgendjemandem?

Im dritten Teil kommen diverse weitere neue Enthüllungen zu den bisherigen dazu und Kyla erinnert sich an mehr und mehr Bruchstücke.

Ein „Happy End“ braucht bei einer derartigen Buchreihe niemand erwarten aber aus meiner Sicht geht das Ende so in Ordnung. Es passt zur Stimmung der restlichen Serie.

Fazit:

»Lass sie! Sie hat ein Levo, sie ist geslated.« Er zielt immer noch mit der Waffe auf mich. »Es wäre menschlicher, sie zu erschießen, oder?«

Die Serie erinnert an einen Krimi gemischt mit  Dystopie. Dadurch, dass Kyla gelöscht und in mehrere Persönlichkeiten aufgespalten wurde, kommen Erinnerungen nur sehr bruchstückhaft zurück und sie versucht über Gespräche, Unterlagen, Bilder und Orte stück für Stück wieder alles zusammen zu setzen.

Die Erzählweise ist über weite Strecken relativ langsam. Der Schreibstil ist gut. Es gibt Bücher bei denen fühlt man sich direkt „zu Hause“ und bei manchen ist das Gegenteil der Fall. Hier habe ich mich mit dem Schreibstil direkt zu Hause gefühlt. Das erste Buch ist diesbezüglich sogar etwas besser als die beiden folgenden.

Mein Magen dreht sich um, und mir kommt die tolle Idee, auf den Hund zu kotzen. Das würde seine Stimmung sicherlich heben.

Hoffnungsvoll ist die Serie nicht gerade. Die dargestellte Zukunft ist recht düster (ja, schon klar, deswegen heißt es ja Dystopie) und was der Hauptakteurin an Leid zugefügt wurde ist unvorstellbar. Erschreckenderweise gibt es aber genügend Parallelen zu echten Ereignissen in der Geschichte. Absolute Macht korrumpiert absolut und da es sich bei dem hier dargestellten System um ein nahezu totalitäres ohne echte Gewaltenteilung handelt, ist das Ergebnis absehbar.

In diesem Fall hätte es keinen Sinn, falls ich Lucy bin – falls ich Lucy war –, Kontakt mit ihnen aufzunehmen, oder? Lucy geht es nicht gut, sie ist mehr oder weniger tot. Sie existiert nicht mehr. Sie ist geslated worden.

Liebe findet sich in der Serie auch ein wenig aber wirklich nur am Rande. Hauptsächlich geht es hier um die Geschichte von Kyla, die aus Lügen, Verrat und rücksichtslosem Durchsetzen der eigenen Philosophie zu ihren Lasten und den Lasten von vielen anderen Betroffenen besteht. Weder die eine (Order / Regierung), noch die andere Seite (Rebellen / Terroristen) ist „gut“.

Die Serie ist mal was anderes. Mir hat die Serie gefallen und abschreckendes Beispiel dafür warum der Zweck nicht die Mittel heiligt.

Die Buchcover und vor allem dem Blick auf dem ersten Cover finde ich übrigens genial.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Das Kayla ihren „Dad“ nicht früher im Verdacht hat ist total unglaubwürdig. Sie ist sonst recht schlau und stellt Verbindungen her. Spätestens nach dem Verschwinden von Phoebe ist doch der Verdacht erhärtet, der sich schon vorher aufdrängt. Er hat offensichtlich einen anderen Job als ihr gegenüber erwähnt. Sie unterliegt offenbar einem Zwang ihm zu antworten. Ihre „Mutter“ verweist darauf, dass Sie nicht der Grund sein wird, wenn Kyla „zurückgegeben“ wird und direkt vor dem Verschwinden von Phoebe hat ihr „Dad“ sie ausgehorcht…Auch danach gibt es zig Hinweise und Kyla ignoriert alle, während sie sonst sehr aufmerksam ist.  Sogar er selbst gibt die nötigen Hinweise unverkennbar.
    Das Kyla erst so spät kapiert, dass die mit dem Chip im Kopf geortet werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Ihr „Dad“ sagt ihr, dass es beim Chip vom Hund nicht geht, aber bei anderen schon. Da sie nun mal weiß, dass sie einen Chip im Kopf hat, der sie ausschalten und töten kann ist es wohl naheliegend, dass man sie damit auch orten kann.Andersrum: Das Cam auch einer von denen ist, hätte man eher erkennen können eben weil Kylas „Dad“ sich immer für in einsetzt – das wiederum ist mir entgangen und es war eigentlich nicht zu übersehen.
  • Das der Englischlehrer das Heft von Phoebe nach der Korrektur zurückgibt, obwohl Phoebe schon lange nicht mehr da ist, ist sehr unwahrscheinlich. Vor allem, wenn man die Umstände bedenkt unter denen sie verschwunden ist.
  • Die starken positiven Empfindungen gegenüber Nico sind nicht nachvollziehbar. Es mag ja sein, dass er charmant ist aber er ist ein Tyrann.
  • Die Geschichte von Tori ist nicht wirklich glaubwürdig. Wenn sie Happy Juice statt einer Todesspritze bekommen hat wäre wohl aufgefallen, dass sie lebt. Zusätzlich hat sie sich ja gewehrt und von Happy Juice wird man offenbar nicht ohnmächtig. Zumal die anderen 5 per Spritze getötet wurden und somit wohl alle 6 zusammen „entsorgt“ worden wären. Nico hätte sich mit der Geschichte wohl kaum zufrieden gegeben.
  • Wieso kommt Tori nicht auf die Idee, dass der Verräter bei den Rebellen sitzt. So gut wie Carlsen informiert ist, kann es nur so sein.
  • Warum greifen die Lorder nicht eher ein? Wenn sie ein vollständiges Bewegungsprofill von Kyla haben, dann wussten sie sehr viel mehr – auch schon viel eher wo die Wohnung von Nico und sein Stützpunkt sind (auch wenn das am Ende auch Lorder sind aber sie spielen ja nicht für das gleiche Team)
  • Ich finde es sehr seltsam, dass Kyla einfach so zu ihrer angeblichen leiblichen Mutter geht, ohne darin ein Risiko zu sehen. Kyla hat 0 Erinnerung an sie. Die weiß, dass sie mit 10 bei den Terroristen gelandet ist. Aber wie sie zu den Terroristen gekommen ist, wer ihre Mutter war und welche Intentionen und Beziehungen sie hatte ist vollkommen unklar. Im Prinzip könnte ihre Mutter eine direkte Verbindung zu Terroristen oder Lordern haben. Und auch Aiden hat keinerlei Bedenken dabei?!
  • Das MIA plötzlich Zugriff auf Kommunikationssateliten hat (per Hacking), ist zwar praktisch für den Autor, aber nicht sehr realistisch. Zumal MIA vorher nur eine Internetseite im Darknet hatte, die sie nicht schützen konnten.
  • Die Geschichte mit dem Anschlag auf dem Premier isst nicht glaubhaft. Der Premier erzählt seiner Frau, dass er unglaubliches enthüllen wird (die Gefahr für Leib und Leben schwebt somit im Raum). Dann erzählt die es wiederum einer ranghohen Person aus den Reihen derer, die bei dieser Enthüllung geschädigt werden? Wohl kaum.

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Ready Player One [Film]

Read Player One - Steven Spielberg

© Warner Bros. Pictures

Originaltitel:

Ready Player One

Laufzeit:

140 Minuten

Jahr:

2018

Veröffentlichungsdatum:

05.04.2018

Regisseur:

Steven Spielberg

Buchgrundlage:

Ready Player One von Ernest Cline

Hauptdarsteller:

Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, T.J. Miller, Simon Pegg, Mark Rylance

Rezension und Inhalt:

Ja, das ist ein Buchblog und eigentlich haben Filme hier ja nichts zu suchen. Aber da Filme ja sehr oft auf Büchern basieren, ist es ja naheliegend auch Filme zu rezensieren. In diesem Fall habe ich den Film gesehen und das Buch dazu noch nicht gelesen. Das Buch werde ich mir im Nachgang zum Film sicher auch anschauen.

Der Film handelt von einer Zukunft in der viele Menschen in Armut Leben und die Ressourcen weitgehend aufgebraucht sind. Viele Menschen flüchten in eine virtuelle Welt die Oasis heißt in der sie sein können und machen können was sie möchten. Diese Welt hat ihren Erfinder extrem reich gemacht, ihm ging es aber nie darum reich zu werden, sondern um den Spaß und die Ideale in dieser Welt.

Bevor der Erfinder stirbt, versteckt er sein Erbe in Form von drei Schlüsseln in dieser Welt. Wer diese drei Schlüssel als erster findet wird sein Erbe antreten und über die Zukunft der Virtuellen Welt entscheiden und seinen Besitz übernehmen.

Da dies ein immenser Wirtschafts- und Machtfaktor ist kämpfen auch Konzerne um diesen Sieg und setzen dafür immense finanzielle Mittel ein. Die Rätsel sind aber so ausgelegt, dass man zur Lösung eine gewisse Nerdigkeit und Fantasie besitzen muss.

Parzival und seine Freunde sehen sich als Fans dieser Welt im besten Sinne und versuchen trotz der Übermacht der Konzerne diesen Sieg zu erringen und die virtuelle Welt zu schützen. Dabei lernt er Art3mis (Artemis) kennen und zwischen den beiden funkt es relativ schnell.

Manchmal ist es ja auch ganz gut den Film zuerst zu schauen, weil man oft enttäuscht ist, wenn man das Buch zuerst gelesen hat. Hollywood hält sich ja in der Regel nur sehr grob an die Rahmenhandlung von Büchern. Klar muss ein Drehbuch zu einem gewissen Grad angepasst werden (vor allem, wenn das Buch viel mehr Handlung liefert, als sich im Film unterbringen lässt). Oft meinen Drehbuchautoren aber auch einfach nur, dass sie es besser können als der Autor und optimieren die Handlung kaputt.

Aber nun zu Ready Player one. Der Film hat mir sehr gut gefallen. Das hat mehrere Gründe. Ich war in der Vergangenheit selber zeitweise ein extremer Spieler von Onlinespielen. Dem Film gelingt es auf erstaunliche Weise den Nerd anzusprechen und zugleich massentauglich zu sein. Oft nimmt sich der Film selbst nicht ganz ernst (beispielsweise wird dargestellt, wie die Leute alle mit VR-Headsets auf der Straße rumrennen und nichts anderes mehr machen – haben wir heute schon mit Handys, es wird eine extreme Heldenverehrung und Nerdigkeit gezeigt – ich sage nur Bill Gates, Steve Jobes usw. und das Gewinnen des Spiels wird am Ende so bewundert, als wenn ein Jahrhundert Ereignis stattfindet). Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Weiterhin bezieht sich der Film auf diverse andere Filme und stelt quasi eine Hommage dar (Herr der Ringe, Chucky, Shining, Zurück in die Zukunft, …) dar.

Die virtuelle Welt fühlt sich echt an und das Gemeinschaftsgefühl erkennt jeder Onlinespieler der älteren Stunde sofort wieder (heute sind derartige Spiele meist so ausgelegt, dass man auch alles alleine kann und es auch so einfach ist, dass kein Frust aufkommt).

Fazit:

Toller Film der Potenzial zum Kultstatus hat, weil er mutig ist und eine Hommage an Filme, Videospiele und Popkultur. Es ist aber auch ein Spielbergfilm und somit vielleicht einen Touch zu sehr auch auf das jüngere Publikum ausgerichtet.

Da ich das Buch noch nicht gelesen habe bezieht sich die Bewertung auf den Film selbst und nicht auf einen Vergleich mit dem Buch. Sobald ich das Buch gelesen habe, werde ich bei Filmwertungen eine Zweite Bewertung einführen, die den Film im Vergleich zum Buch bewertet.

Der Film ist endlich mal wieder was neues, da heute meist eine Fortsetzung nach der nächsten gedreht wird und man nur noch auf Sicherheit geht.

Bewertung:

4/5

Film im Vergleich zum Buch:

Im Gegensatz zum Buch (Rezension) sind die Quests im Film komplett anders dargestellt und eher massentauglich. Das Autorennen hat nie stattgefunden und hätte von Parzival auch nicht gespielt werden können, weil er einen Char mit Level 3 und 0 Credits hatte. Das Auto hat er erst nach Abschluss des ersten Tores bekommen.

Im Buch wird Wade als dick (wegen der schlechten Nahrung) dargestellt und hat Akne. Später trainiert er dann aber hat weder Haare noch Wimpern. Auch Art3mis wiegt mit 1,68 84kg und ist somit stark übergewichtig. Ok, das ist natürlich Hollywooduntauglich. Wer will das in einem Film sehen, bei dem sich die Charaktere am Ende verlieben (wie quasi immer in Hollywoodfilmen).

Weiterhin lernt Prazival Art3mis anders kennen als im Film gezeigt und zieht nach dem Attentat auf seinen Wohncontainer um, wird also nicht direkt von Freunden von Art3mis oder einer Widerstandsbewegung aufgegriffen. Die Kennenlernphase zwischen Parzival und Art3mis ist deutlich länger als im Film.

Die Szene im Tanzclub hat vergleichbar stattgefunden (auch wenn es im Buch keine Geburtstagsparty war), ist aber im Buch sogar spektakulärer als im Film. Danach herrscht zwischen Art3mis und Wade über Monate Eiszeit und die Verbindung zu Aech hat sich von vorher abgekühlt, weil sich Wade nur noch mit Art3mis getroffen hat. Im Film wird es so dargestellt als wenn die Beziehung zwischen Aech und Wade nie gelitten hat.

Zwischen der ersten und der zweiten Quest vergeht im Buch ziemlich viel Zeit mit weitgehend belanglosem Getexte. Aech gibt Parzival den entscheidenden Hinweis und Parzival löst die Quest erst nach Art3mis und Aech. Daito stirbt bei der zweiten Quest (und zwar nicht nur als Avatar, sondern er wird von IOI umgebracht). Von einer Teamleistung wie im Film kann im Buch also keine Rede sein. Sorrento (IOI) meistert das zweite Tor als erster und findet auch den dritten Kristallschlüssel als erster.

Das zweite Leben erspielt sich Wade per Zufall auf der Suche nach er Lösung für die zweite Quest. Den NPC, der die Erinnerungen verwaltet gibt es im Buch nicht und die Bibliothek in dieser Form auch nicht. Ogden Marrows leistet aber sehr wohl Schützenhilfe aber nicht als Bibliothekar NPC, sondern als Avatar in der Oasis bzw. anschließend im realen Leben.

Weiterhin gibt es auch den Lakaien von Sorrento nicht, der im Film vorkommt und für ihn das magische Schild beschafft und Art3mis und Pazival verfolgt.

Das Dritte Tor lässt sich nicht allein öffnen und nur deshalb kommen die Konkurrenten Art3mis, Parzival, Shoto und Aech wieder zusammen.

Bevor es dazu aber überhaupt kommt opfert sich Wade für die drei (im Film passiert es aber genau andersrum – da opfert sich Art3mist für Wade).

Aech ist kein Mann sondern eine korpulente Afroamerikanerin und der Finale Kampf findet von Ogdens Haus aus statt und nicht aus dem Wohnmobil. Jeder der vier Shoto, Aech, Art3mis, Prazival hat durch die vorherige Quest einen riesigen Kampfroboter. Da jeder der die Quest löst einen riesigen Kampfroboter bekommt (zumindest die ersten 100), haben die IOI Leute lt. Buch zumindest 11. Shato greift Sorrento im letzten Kampf an, getötet wird Sorrento aber von Parzival.

Am Ende werden die getöteten Charaktere von Art3mis, Aech und Shato von Parzival wiederbelebt, der nun unendliche Macht in der Oasis hat.

Das Buch ist um einiges düsterer als der Film und deutlich nerdiger allerdings auch mit sehr vielen Fehlern gespickt (logische Fehler oder einfach Schlamprerei).

Zusammenfassend kann ich sagen, dass grundsätzliche Elemente im Film beibehalten werden, dass der Film aber nur noch sehr begrenzt mit dem Buch übereinstimmt. Ich finde den Film deswegen aber nicht besser oder schlechter, eben einfach nur anders. Allerdings wäre es auch nicht nötig gewesen alles über den Haufen zu schmeißen was im Buch steht. Aber das entspricht der typischen Arroganz von Drehbuchautoren. Die meinen fast immer, dass sie es besser können als die Buchautoren mit ihrer Vorlage.

Übereinstimmung Film im Vergleich zum Buch:

2,5/5

Link zur Buchrezension:

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