3. Lesequartal 2018

Das ist nun schon mein Dritter Quartalsbericht. Den Blog gibt es nun seit etwas mehr als einem halben Jahr.

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:

Mederia – Sabine Schulter

Sorell & Telheria Meridias erste Ignis - Sabine Schulter    Mederia 2 Kampf um Tetra - Sabine Schulter  Mederia 3 Kampf um Tetra - Sabine Schulter  Mederia 3 Die versiegelten Hallen - Sabine Schulter

Abenteuerliche, fantasievolle High Fantasy Reihe, die manchmal die ausgetretenen Pfade verlässt und mich sehr begeistert hat. Vor allem fand ich toll, dass die Charaktere nicht so naiv wie in anderen Fantayreihen sind.

4,5/5

Die Geschichte von Sin und Miriam – Sabine Schulter

Die Geschichte von Sin und Miriam Die Erwachte - Sabine Schulter  Die Geschichte von Sin und Miriam Der Wächter - Sabine Schulter  Die Geschichte von Sin und Miriam 3 Die Revolution - Sabine Schulter

Die Serie handelt von zwei Hauptcharakteren, die mitten im Leben stehen, gut aussehen, erfolgreich sind und nicht so naiv wie oft in new adult Büchern. Sie Geschichte spielt in der Realwelt in der Fantasyselemente eingemischt werden. Die gesamte Serie ist klasse. Es geht um Dämonen, Wächter und die Liebe. Keine wahnsinnig neuen Themen aber gut verpackt.

4,5/5

Laufen, Essen, Schlafen: Eine Frau, drei Trails und 12700km Wildnis – Christine Thürmer

Laufen, Essen, Schlafen: Eine Frau, drei Trails und 12700 Kilometer Wildnis - Christine Thürmer

Dies ist ein Buch um eine Erfolgreiche Geschäftsfrau, die ihre Karriere aufgibt, nachdem Sie erlebt hat wie schnell das Leben vorbei sein kann und nun ihre Zeit damit verbringt die Welt zu erkunden. In diesem Buch beschreibt sie die Thru-Hikes vom Pacific Crest Trail, Central Divide Trail und vom Appalachian Trails (drei große Trails in den USA). Das Buch gibt nur sehr stichprobenartig das Erlebte wieder, ist aber recht unterhaltsam.

4,5/5

Der Große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst – Cheryl Strayed

Der große Trip Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst - Cheryl Strayed

Cheryl Strayed hat vor einer Weile ihre Mutter verloren. Nachdem ihr Vater schon verschwunden ist, als sie Kind war hat sie der Tod ihrer Mutter vollkommen aus der Bahn geworfen. Sie nimmt droben, hat beliebigen Sex und befindet sich kurz vorm freien Fall. Sie beschließt den Pacific Crest Trail (PCT) zu wandern. Einen Wanderweg von Mexiko bis Kanada.

4/5

Mit 50 Euro um die Welt – Christopher Schacht

Mit 50 Euro um die Welt - Christopher Schacht

Christopher Schacht ist 18 und beschließt mit 50€ in der Tasche eine Weltreise zu beginnen, die 4 Jahre dauern wird. Und soviel vorweg er hat es geschafft und zwar ohne Flugzeuge zu benutzen. Sehr lesenswert auch wenn er deutlich kommerzorientierter ist, als er es zugibt (siehe z.B. die Vermarktung seiner Beziehung um den Umsatz des Buches anzukurbeln).

4/5

Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook 2018-2019 – Jackie McDonnell

Yogi's Pacific Crest Trail Handbook 2018 - 2019 - Jackie McDonnell

Tolle Sammlung von Tipps und Hinweisen von sehr erfahren Hikern über den Thru-Hike des Pacific Crest Trail aber auch ganz allgemein zum Thema Thru-Hiken.

4/5 (-0,5 da nur sehr teuer aus den USA zu beziehen und es ist kein eBook verfügbar)

Kulturschock! Au-pair USA – Miriam Traut

Kulturschock! Au-pair USA - Miriam Traut

Ein Jahr als Au-pair in den USA recht unterhaltsam verpackt und mit dem primären Fokus auf den Unterhaltungswert geschrieben. Als erfahrener USA Besucher bekommt man einige erste Eindrücke in Erinnerung gerufen.

4/5

Mit Gobi durch die Wüste – Dion Leonard

Mit Gobi durch die Wüste eine wahre Geschichte - Dion Leonard

Geschichte um einen harten Kerl, der von einem Hund ausgesucht wird und dann alles in Bewegung setzt, um diesen Hund zu beschützen und beide erleben ein ziemlich großes Abenteuer.

4/5

 


 

Aus der Kategorie “war ok, aber muss man nicht gelesen haben, wenn nach meinem Geschmack geht” (das sind die Bücher bei denen einmaliges Lesen ok war, aber die werde ich wohl nicht irgendwann wieder lesen):

Ausreißer – Abenteuer Panamericana – In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland – Michaela Schmitt

Ausreisser Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland - Michaela Schmitt

Eine Familie mit einem Baby lässt alles hinter sich und bereist 2 Jahre die Panamericana und wächst zwischendurch sogar noch um eine Person. Tolle Reiseliteratur, die zeigt, dass er primär den Mut für den ersten Schritt braucht um die Sicherheit und die Konventionen hinter sich zu lassen.

Das Buch fand ich durchaus verbesserungsfähig, weil es stellenweise sehr langatmig ist. Aber das Erlebnis und den Mut der Familie fand ich einfach nur grandios.

3,5/5

Soul Systems – Vivien Summer

SoulSystems Finde, was du liebst - Vivien Summer  SoulSystems Suche, was dich rettet - Vivien Summer  SoulSystems Erkenne, was du bist - Vivien Summer  SoulSystems Fühle, was in dir brennt - Vivien Summer  

Dystopische Zukunft, die nach dem 4. Weltkrieg spielt. SoulSystems gibt den Partner und Beruf auf Basis eine Fragebogens vor um Unstimmigkeiten und Aggressionen zu vermeiden. Wer sich widersetzt oder gar abweichend verliebt hat drakonische Strafen zu erwarten. Aber SoulSystems führt ganz andere Dinge im Schilde. Viele Perspektiven, Liebe, große Emotionen und leider wenig Logik bzw. viele Unstimmigkeiten.

3,5/5 (-0,5 wegen diverser gravierender Logikfehler)

Thru-Hiking will Break your heart – Carrot Quinn

Thru-Hiking Will Break Your Heart - Carrot Quinn

Buch über einen Thru-hike des Pacific Crest Trail 1:1 und unverfälscht wie ihn die Autorin erlebt hat mit allen Höhen und Tiefen.

3,5/5

Percy Jackson – Rick Riordan

Percy Jackson 1 Diebe im Olymp - Rick Riordan  Percy Jackson 2 Im Bann des Zyklopen - Rick Riordan  Percy Jackson 3 Der Fluch des Titanen - Rick Riordan  Percy Jackson 4 Die Schlacht um das Labyrinth - Rick Riordan  Percy Jackson 5 Die letzte Göttin - Rick Riordan

Abenteuer um Griechische Götter und der Nachkommen (Halbgötter) – spezielle Schreibweise, ein leicht sarkastischer Humor und sehr US-Amerikanisch. Ich muss aber sagen, dass ich die Bücher schlechter fand als gedacht, wenn man sich den Hype überlegt, der um diese Serie gemacht wurde.

3,5/5

Mit 50 Euro um die Welt [Buch]

Mit 50 Euro um die Welt - Christopher Schacht

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Christopher Schacht

Titel:

  • Mit 50 Euro um die Welt (304 Seiten)

Gelesenes Format:

gebundene Ausgabe

Rezension und Inhalt:

ich bin auf meiner Reise unzähligen Leuten begegnet, die in ihren Bambushütten glücklicher und zufriedener waren also so mancher Porsche-Fahrer in Deuschland

Das Buch handelt von den Erlebnissen von Christopher Schacht, der im Jahre 2013 – kurz nach dem Abi mit 50 Euro in der Tasche los zog um die Welt zu erkunden. Ohne Plan, ohne Pflichten und einfach ab ins Ungewisse.

Zusätzlich hatte er sich als Ziel gesetzt auf der ganzen Reise um die Welt kein Flugzeug zu benutzen.

In dem Buch gibt es eine ganze reihe Fotos die seine Erzählungen begleiten. Er hat eine ganze Menge erlebt:

  • 45 Länder
  • 1512 Tage (also knapp über 4 Jahre)
  • 5 Weltwunder
  • über 100.000km zu Wasser und zu Land
  • eine Frau gefunden
  • 5 Sprachen erlernt

Ob das Geld reicht, hängt gar nicht so sehr davon ab, wie viel man verdient. Es hängt davon ab, wie viel man ausgibt.

Beim Lesen des Buches wird einem schnell klar, dass für eine derartige Tour der nötige Mut, eine ganze Menge Naivität, Mut, Spontanität, Geduld, viel Vertrauen, Gelassenheit und eine ganze Menge Glück erforderlich ist.

Christopher hat große Teile der Strecke als Tramper zurückgelegt und dabei sehr unterschiedliche Menschen kennengelernt vom Drogenhändler über Prostituierte bis zum Arzt und Soldaten war wohl so ziemlich alles dabei.

Wenn du nicht zuerst das Herz des anderen gewinnst, wirst du ihn nie überzeugen. Wenn du weiterkommen willst, dann musst du Diskussionen nicht nur mit dem Verstand führen. Sondern auch von Herz zu Herz.

Er ist regelmäßig Probleme gestoßen und musste die Lösen. Er demonstriert auch recht beeindruckend mit wie wenig Geld man zurechtkommen kann. Klar kann man dann nicht alles von innen besichtigen oder irgendwo essen gehen aber über die Runden kommt man trotzdem. Wenn ich mir überlege was ich teilweise für eine einzige Urlaubstour ausgebe…

Und es ist wirklich erfrischend von seinen Erlebnissen zu hören. Da trifft er ohne Spanischkenntnisse in Spanien auf eine Kolumbianerin, die ihn gleich eine kostenlose Unterkunft anbietet, zwei Söhne in seinem Alter hat, die ihm die Stadt zeigen und ihn auch noch mal eben eine Woche in Spanisch unterrichtet, weil sie eh gerade Urlaub hat. Wahnsinn, oder?

Ich habe gelernt mit sehr wenig zufrieden zu sein

Solche Begegnungen hat er sehr oft. Der deutsche Auswanderer, den er bei einem Job in Spanien trifft und der einem Tipps gibt wie er zu einem Job auf einem Segelschiff kommt und so den Atlantik überqueren kann und ihm auch gleich seine Segelkleidung überlässt und früher mal Segellehrer war.

es muss gar nicht viel Aufwand und Zeit sein, die man in die Zukunft eines anderen Menschen investiert, und doch kann man mit solchen kleinen Steinen eine ganze Lawine ins Rollen bringen

Noch so ein Beispiel: Er soll bei einer einwöchigen Tour auf einem Schiff als Koch arbeiten, kann aber nicht gut kochen. Er will ablehnen. Der Eigner von dem Schiff auf dem er gerade schläft war mal Koch, verpasst ihm einen Schnellkurs und er nimmt den Job an.

Ich glaube zwei ganz wesentliche Faktoren waren sein sonniges Gemüt (er scheint quasi immer gut drauf zu sein und hat auch offenbar immer ein Lächeln im Gesicht und er ist äußerst genügsam.

Derartige Erfahrungen findet man übrigens auch in anderen Weltreisebüchern oder Reportagen. Man kommt unglaublich weit, wenn man auf die Leute zugeht. Man muss sich aber auch keine Illusionen machen. Die Bücher schreiben die Leute, die das überstanden haben und denen nichts Schlimmes passiert ist. Die Bücher bei denen es nicht so gelaufen ist, schreiben keine Bücher mehr.

Wenn man also Fremden gegenüber allzu ablehnend ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eine tolle Begegnung mit einem netten Menschen verpasst, viel größer als die, an einen fiesen Typen zu geraten und einen Nachteil zu haben.

Daraus kann dann auch schnell ein Selbstläufer werden. Man lernt Leute kennen, die andere Leute kennen und einem Tipps geben. Sofern von einer Reise im Internet berichtet wird, gibt es Leute, die einen kennenlernen wollen und die irgendwann spontan zu einem Stoßen, so auch hier.

Er hat hat teilweise sehr nette Leute kennen gelernt die ihm geholfen haben, musste aber auch diverse kleinere und größere Enttäuschungen hinnehmen. Zum Beispiel wurden ihm öfter Sachen versprochen die dann später nicht eingehalten wurden.

Zu Hause ist da, wo die Menschen sind, die einen lieben

Ganz nebenbei hat er auf der Reise noch eine Frau kennengelernt, die er nun geheiratet hat. Auf das Buch sind diverse Medien aufmerksam geworden, was das Buch mal kurz auf Platz 1 in dem entsprechenden Genre verfachtet hat (bei dem großen online Buchhändler). Wenn man nicht wüsste, dass es wirklich passiert, ist könnte man es glatt für ein Märchen halten. Da darf man schon neidisch sein. 😉

Heute entscheiden wir, wer wir morgen sind

Aber hey, für alle die gerne kitschige Liebesromane lesen. Es besteht offenbar Hoffnung, wenn auch keine besonders große. Allerdings haben die beiden das nun auch alles sehr medienwirksam gemacht.

Hindernisse sind selten die Ursache fürs Scheitern. Meistens ist es mangelnder Glaube an sich selbst und das Machbare

Was die Frau und die Begegnung angeht, habe ich kürzlich in einer Fernsehdoku übrigens genau das gleiche gehört (siehe hier). Die beiden haben sich unter vergleichbaren Umständen mitten auf der Reise kennengelernt.

Da Christopher nebenbei die Bibel gelesen hat, bringt er auch immer wieder Weisheiten und neue Vorsätze ein – den Teil finde ich nicht so toll. Jeder kann ja glauben was er will. Bekehren muss man andere Menschen aber nicht. Mitglieder beliebiger Religionen haben aber offenbar den Eindruck, dass der Rest der Welt mit ihnen übereinstimmen muss. Missionieren war noch nie so mein Ding.

Oft wissen wir erst zu schätzen was wir haben, wenn es weg ist!

Christopher studiert nun – im Gegensatz zu seinem Ursprünglichen Plan Informatik zu studieren – Theologie.

Einige Tipps für Nachahmer und einige Lebensweisheiten und Erkenntnisse gibt es noch dazu.

Fazit:

Wir alle wünschen und Menschen, die auch dann noch zu uns stehen, wenn es sie etwas kostet. Aber sind sind auch wir bereit, zu anderen zu stehen, wenn es uns etwas kostet?

Das Buch liest sich weitgehend recht kurzweilig. Streckenweise hat es aber auch gewisse Längen aber das hält sich in Grenzen und ist letztlich auch eine Geschmacksfrage.

Einen detaillierten Reisebericht sollte man nicht erwarten. Christopher springt immer wieder zu bestimmten Szenen seiner Reise und gibt diese wieder. Dabei werden auch mal gerne ein paar Monate sehr kurz behandelt oder übersprungen und andere Passagen detailliert behandelt.

Buddha hat gesagt: Niemand rettet uns, außer wir selbst

Wer also das Fernweh in sich spürt, ist bei dem Buch gut aufgehoben, wenn auch die Art zu reisen nicht jedermanns Sache ist. Ich weiß auch nicht, ob das so für jeden funktionieren würde. Christopher war sehr jung, sieht aus wie ein Sonnyboy und hat auch noch ständig ein Lächeln im Gesicht. Das hilft sicher. 🙂

Aber eins steht fest: So lernt man wirklich Leute kennen. Ich finde das Buch sehr lesenswert.

Wenn ihr weitere Beiträge zum Thema Reisen sucht, findet ihr sie hier.

Bewertung:

4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Einerseits bin ich ziemlich beeindruckt von Menschen die einfach so losziehen – andererseits hat auch diese Reise gezeigt, dass es auf dem Weg von Indien nach Deutschland doch reichlich gefährlich sein kann (und das ist ja nicht nur bei dieser Reise so, sondern die Regel)
  • Die Aktion mit dem Vulkan scheint mir auch reichlich waghalsig. Nachts und dann hoffen, dass man von nichts getroffen wird. Vielleicht muss man diese Naivität einfach besitzen um so eine Reise anzutreten. Es gibt ja genügend Menschen weltweit, die von der Hand in den Mund Leben und ständig größeren Gefahren ausgesetzt sind als wir aber trotzdem glücklicher sind.
  • Christophers Gedanken zu Ermöglichern / Enablern finde ich ziemlich interessant. Es ist oft so, dass man wirklich nur jemanden braucht, der einem ein wenig hilft oder den richtigen Anstoß gibt. Es wäre wirklich klasse, wenn es davon mehr Menschen gibt und den Ansatz sich das selbst als Vorsatz zu nehmen ist toll. Seine Geschichte zum Thema Kochen in dem Kontext ist da ein sehr gutes Beispiel.

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