Fabula Lux [Serie]

Fabula Lux 1 Lia - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 2 Astaras - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 3 Keon - Jasmin Romana Welsch

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jasmin Romana Welsch

Teile der Serie:

  • Fabula Lux 1 – Lia (275 Seiten)
  • Fabula Lux 2 – Astaras (168 Seiten)
  • Fabula Lux 3 – Keon (350 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

»Furcht vor dem Unbekannten. Es liegt in der Natur der Menschheit, Angst vor dem Andersartigen zu empfinden. Ihre Unwissenheit hat auch Schattenseiten, aber sie bleibt ein Segen. Sie werden dich fürchten, obwohl sie dich feiern sollten – lerne, es ihnen nachzusehen.«

Im Prequel wird die Vorgeschichte von Mias Mutter, ihrem Vater und Keon erzählt. In Kurzform hat man sie in der Hauptgeschichte Krieger des Lichts schon gelesen, somit sind die Überraschungen ziemlich gering.

Das ist oft der Haken an Prequels, so auch hier.

Wenn man das Prequel in der zeitlich korrekten Reihenfolge liest, muss man sich in der Hauptserie wahrscheinlich ständig die Haare raufen. Das erste was man erklärt bekommt ist was es mit Sephirot auf sich hat. In der Hauptserie ist das bis zum Schluss ein Geheimnis.

Du kannst mich jederzeit rausschmeißen, wenn ich dir deine Zeit stehle« … »Kann ich das?«, stellte er eine – ausschließlich rhetorische – Frage, die mir bewusst machte, wie dumm mein höflich gemeintes Angebot in seinen Ohren geklungen haben musste. Natürlich konnte er mich rausschmeißen, sogar in hohem Bogen oder in Stückchen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lia erzählt und hat immer wieder Sprünge von mehreren Monaten. So wird in Zeitraffer Lias Jugend erzählt. Die bekannten Charaktere aus der Hauptserie Krieger des Lichts tauchen immer wieder auf. Tristan, Conan, Raphael, Gabriel, Astaras. Alle spielen eine Rolle.

Spannung kommt nicht auf. Auch der Witz der Hauptserie fehlt weitgehend. Das man dann auch noch die Rahmenhandlung kennt, wenn man Krieger des Lichts schon gelesen hat, ist auch nicht hilfreich. Wer jetzt denkt, dann fange ich mit dem Prequel an und dann mit der Hauptserie, dann ist das doch besser, dem kann ich nur davon abraten. Siehe auch Fazit unten.

Band 2:

aber die spannendsten und schönsten Ereignisse unserer Welt hatten eines gemein: Man erzählte sie sich nie mit dem Satz ›Es war einfach‹.

Lia ist mit Astaras zusammen und die Beziehung zu Raphael ist aus diesem Grund leicht abgekühlt.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Liebesbeziehung zwischen den beiden aber auch den ersten aufkommenden Spannungen, Luca und Luna spielen eine Rolle. Es wir geschildert wie Luca sich immer mehr die dunklen Mächte zu Nutzen macht und die Beziehung von Raphael und die daraus folgernde Geburt von Keon.

Das ist alles ganz interessantes Hintergrundwissen aber sonderlich spannend ist es nicht. Es passiert nicht wirklich viel.

Band 3:

Ich hatte Jahrtausende Zeit, um zu lernen, dass es keinen Unterschied macht, ob du im Antlitz des Chaos lächelst, weinst oder vor Wut vergehst. Ich bevorzuge Ersteres, weil ich dann besser aussehe und ich noch nie geweint habe.«

Astaras wurde vom Virus befallen und ist nach einem Kampf, bei dem er Lia fast getötet hätte in die Hölle geflüchtet.

Der Kreis zur Hauptserie Krieger des Lichts schließt sich langsam.

Levis ist als neuer Charakter interessant, da er in der Hauptserie nur sehr kurze Auftritte hat.

Nach nunmehr 6 Büchern der Serie finde ich es absolut erstaunlich wie gut der Autorin die Erzengel gelungen sind. Teilweise menschlich aber doch immer etwas anders und irgendwie weise / erhaben aber manchmal auch hart.

Aber es ist gar nicht übel bei den Bösen. Weniger dunkel, als man denkt. Nicht so voll. Alle guten Songs werden über uns geschrieben. Wir haben das verführerischere Lächeln – im Ernst, man grinst koketter, sobald man schwarze Flügel bekommt.«

Der Titel Keon passt zum letzten Band übrigens nicht. Um Keon geht es gerade mal in den letzten Kapiteln, die den Eindruck machen, dass sie nachträglich hinzugefügt wurden. Sonst ist Keon im ganzen Buch eine Nebenfigur, die keine große Rolle spielt. Man versteht allerdings warum er auf Raphael nicht gut zu sprechen ist in der Hauptserie.

Fazit:

Die Fabula Lux Serie ist eher was für eingefleischte Fans. Wenn man sie zuerst liest, wird die Hauptserie Krieger des Lichts weniger spannend und weniger stimmig. Wenn man sie im Nachgang liest, kennt man die komplette Handlung bereits, nur die Details nicht.

»Ich fühle mich gekränkt. Du siehst die Torte mit viel glänzenderen Augen an als mich. Obwohl dieser Körper doch ein Geschenk von Gott persönlich war.«

Ich fand die Serie daher wesentlich weniger unterhaltsam als die Hauptserie. Lia ist anfangs auch ganz schön langweilig. Mit Band 2 gegen Ende und Band 3 wird die Geschichte etwas spannender, zumal im dritten Teil auch einige neue Informationen und Hintergründe dazu kommen.

Man versteht besser die Beziehung von Lia zu Raphael, Gabriel, Luca, Levis und Keon.

Ansonsten werdet ihr vom Ende überrascht sein, wenn ihr die Krieger des Lichts Serie kennt, denn das Ende lässt sich nicht wirklich erklären.

In Summe muss ich von dem Prequel abraten. Ich empfehle: Lest die Hauptserie und spart euch das Prequel.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Zumindest wird im ersten Band klar, warum Tristan ein Feind ist und Conan ein Freund aber war es das Wert, wenn man betrachtet was Mia zustößt? Lia hat mit ihrer Vergangenheit sowohl verbündete als auch Feinde für Mia geschaffen.
  • In dem ersten Band deutlich warum Raphael sich Mia so verbunden fühlt und was Lia für ihn getan hat.
  • Als Wächter muss es ziemlich komisch sein mit einem Engel zusammen zu sein, der nicht altert.
  • Wie es wohl für einen Engel, der nie alter ist mit einem Menschen zusammen zu sein, der nur ein Fenster von 15 Jahren hat, wo er ansatzweise so aussieht wie der Engel und dann alt wird und stirbt?
  • Astaras ist viel zu aufbrausend und rücksichtslos, er war selbst ohne Virus kein guter Mann
  • Wo soll Astaras den Virus plötzlich herbekommen haben, nachdem die Lage vorher ruhig war und es keinerlei Anzeichen für marodierende Engel mit Virus gab und zwar seit langem? Die Erklärung, dass die Engel nur in der Hölle aufgetaucht sein sollen ist seltsam. Wie sollen sie dahin gekommen sein und warum hat keiner in unserer Welt Schaden angerichtet?
  • Es war doch ziemlich offensichtlich welche Schlüsse Astaras zieht, wenn er Levis und Mia zusammen sieht, oder (auch ohne Visionen)? Dass Lia Mia damit einer immensen Gefahr aussetzt war klar. Andererseits war Astaras Jahre nicht da. Insofern kann man Lia auch etwas verstehen. Weiterhin wäre es ein extremer Zufall, wenn Astaras gerade dann auftaucht, als Levis zusammen sind, obwohl sie vorher Jahre getrennt waren.
  • Es ist immer nervig, wenn Autoren Regeln aufstellen, die sie dann selbst brechen. Angeblich kann Raphael niemand etwas vergessen lassen an das derjenige festhält. Raphael lässt Mia ihre Mutter und ihn selbst, Keon und somit ihre komplette Kindheit vergessen. Als wenn das funktionieren würde und ihre Entwicklung nicht beeinträchtigen würde. Zumal Raphel das offenbar bei Mia auch in der Hauptserie mehrfach macht.
  • Wieso ist Keon in der Hauptserie überrascht davon, dass Mia ihn nicht mehr kennt? Mia hat ihn lt. Beschreibung schon vergessen, als Raphael aus dem Haus geht.
  • Was soll das am Ende sein? Eine alternative Zeitschiene, in der der Hauptband nie stattfindet? Das Ende passt nicht zur Hauptserie Krieger des Lichts. Der einzige sonstige Bezug ist, dass Lia im dritten Band von Krieger des Lichts noch mal auftaucht und Mia vor dem Kampf ein paar Infos zu geben, die sie aber eh gehabt hätte, wenn Raphael ihr nicht die Erinnerungen gelöscht hätte. Davon abgesehen wird Lia bei dem kurzen Treffen mit Mia in Krieger des Lichts so beschrieben, als wenn sie nicht gealtert wäre (sie müsste aber ca. 20 Jahre älter sein). In Fabula Lux ist sie schon 5 Jahre älter und Mia wäre gerade mal 10. Das Ende von Fabula Lux deutet auch darauf hin, dass Sie mit Raphael im Schloss zusammen lebt. Es kann sich also eigentlich nur um eine alternative Zeitlinie handeln. Das ergibt aber auch keinen Sinn, da es Keon dann in beiden Zeitlinien geben würde, was unlogisch ist. Zumal Astaras in der Hauptserie von Gabriel getötet wird, wenn Lia ihn aber hier bereits getötet hat, dann kann er später nicht mehr leben. Wenn es sich nicht um eine alternative Zeitlinie handelt, müsste Lia aber nach eigener Aussage in Krieger des Lichts tot sein. So oder so passt es nicht zusammen.
  • Woher weiß Belial von Keons Fähigkeit? Offenbar ist er der Laufbursche für Astaras, weil er das Virus in sich trägt. Trotzdem kann er von Keons Fähigkeit nichts wissen. Und selbst wenn macht es keinen Sinn, dass er erst 25 Minuten später kommt.

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3. Lesequartal 2020

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Journeys North – The Pacific Crest Trail – Barney Scout Mann

Journeys North The Pacific Crest Trail - Barney Scout Mann

Sehr unterhaltsames Buch über den Hike des Pacific Crest Trail (allerdings schon schon eine ganze Weile her). Das Buch ist deutlich mehr unterhaltungsbuch als Informationsbuch und es menschelt sehr. Lebensgeschichten und Personen stehen im Mittelpunkt

4.5 out of 5 stars 4,5/5


Krieger des Lichts – Jasmin Romana Welsch

Krieger des Lichts 1 Nihil fit sine causa - Jasmin Romana Welsch  Krieger des Lichts 2 Sum Lux in Tenebris - Jasmin Romana Welsch  Krieger des Lichts 3 Dum spiro spero - Jasmin Romana Welsch

Die Reihe macht einem den Einstieg nicht ganz einfach. Die Hauptakteurin war für mich Anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die Spannungsmögen sind in der ganzen Serie recht wenige, dafür dann aber episch. Weiterhin gibt es viel trockenen / sarkastischen Humor.

4.5 out of 5 stars 4,5/5


Cursed – Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit – Jennifer L. Armentrout

Cursed Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit - Jennifer L. Armentrout

Etwas bizarrer Einstieg um ein Mädchen, dass Tote erwecken kann und ein Mädchen, dass nach der Erweckung durch Berührung töten kann. Wie sie später erfahren, sind sie nicht die einzigen mit “Gaben”. X-Men in düster. Möglicherweise ein Einzelband oder der Start einer Serie.

4 out of 5 stars 4/5


The Trail Provides: A Boy’s Memoir of Thru-Hiking the Pacific Crest Trail – David Smart

The Trail Provides A Boy's Memoir of Thru-Hiking the Pacific Crest Trail - David Smart

Sicht eines Jungen (und zum Teil naiven) aber auch sehr weltoffenen Jungen Menschen auf den Hike des Pacific Crest Trail. Ziemlich unterhaltsam und eher Unterhaltungsbuch als Ratgeber für den Hike. Man kann lediglich ein paar Sachen ableiten, die man nicht machen sollte. Der Titel ist im Buch Programm (meiner Meinung nach auch zum Teil negativ), weil die beiden Hauptpersonen sich zu sehr auf andere verlassen.

4 out of 5 stars 4/5


1001 Dark Nights – The Queen – A Wicked Novella – Jennifer L. Armentrout

The Queen A Wicked Novella - Jennifer L. Armentrout

Vorerst letzter Teil der Kurzserie, die als Nebengeschichtte von der Wicked Hauptserie angesiedelt ist. Ich empfehle aber mit der Hauptserie zu starten oder wenigsten mit dem ersten Serienteil dieser Serie.

Die Geschichte ist über weite Strecken Kammerspiel aber ansonsten ein typisches Kammerspiel. Es geht um einen Konflikt gut gegen Böse, wenn auch nicht mit Engeln und Dämonen aber grundsätzlich in einer vergleichbaren Kategorisierung.

4 out of 5 stars 4/5


Die Legenden von Karinth – C.M. Spoerri

Die Legenden von Karinth 1 - C.M. Spoerri  Die Legenden von Karinth 2 - C.M. Spoerri  Die Legenden von Karinth 3 - C.M. Spoerri  Die Legenden von Karinth 4 - C.M. Spoerri

Vierteilige Serie um die Vorgeschichte von Maryo, die in der Alia Serie nur angeschnitten wird. Viel Abenteuer und 1001ne Nacht  Gefühl und recht überschaubare Lovestory. Für mich eine klassische Abenteuerserie.

4 out of 5 stars 4/5


Die Greifen Saga – C.M. Spoerri

Die Greifen Saga 1 - Die Ratten von Chakas - C.M. Spoerri  Die Greifen Saga 2 - Die Träne der Wüste - C.M. Spoerri  Die Greifen Saga 3 - Die Stadt des Meeres - C.M. Spoerri

Spin Off der Alia Serie und zeitlich nachgelagert. Für die Gesamtentwicklung der Welt nicht wichtig, liest sich aber ähnlich gut wie die beiden anderen Serien. Auch in dieser Serie hat man 1001ne Nacht Stimmung und verbringt einen guten Teil aus See.

4 out of 5 stars 4/5


Conversion – C.M. Spoerri, Jasmin Romana Welsch

Conversion 1 Zwischen Tag und Nacht - C.M. Spoerri, Jamin Romana Welsch  Conversion 2 Zwischen Göttern und Monstern - C.M. Spoerri, Jamin Romana Welsch

Zwei ziemlich unterschiedliche Serienteile. Der erste mutet teilweise sehr altertümlich an, während der zweite mehr oder weniger Dystopie ist. Auf jeden fall sehr Abwechslungsreich und humorvoll. Diesbezüglich ergänzen sich die beiden Autorinnen super.

4 out of 5 stars 4/5


Stromlos Odyssee A.J. Marini

Stromlos Odyssee Band 2 - A.J. Marini

Zweiter Teil einer Serie um eine Welt in der Zukunft in der der Strom und alle elektrischen Geräte dauerhaft ausfallen. Die Welt versinkt in der Anarchie. Teilweise etwas holprig aber regt zum Nachdenken an.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


 

Krieger des Lichts [Serie]

Krieger des Lichts 1 Nihil fit sine causa - Jasmin Romana Welsch  Krieger des Lichts 2 Sum Lux in Tenebris - Jasmin Romana Welsch  Krieger des Lichts 3 Dum spiro spero - Jasmin Romana Welsch

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jasmin Romana Welsch

Teile der Serie:

  • Krieger des Lichts 1 – Nihil fit sine causa (479 Seiten)
  • Krieger des Lichts 2 – Sum Lux in Tenebris (723 Seiten)
  • Krieger des Lichts 3 – Dum spiro spero (591 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Mir war nach stottern zumute, zum Glück fehlten mir aber die Worte.

Mia kann Gefühle lesen, was ihr gerade wenn viele Menschen um sie rum sind Probleme bereite, weil sie sich nicht konzentrieren kann und von der Flut der Emotionen überwältigt wird.

Da sie ihre Fähigkeit immer wieder ablenkt und somit kaum verbergen lässt, ist Mia eher Außenseiterin und manchmal auch etwas tollpatschig.

»Hier, zieh das mal an!« Sie hielt mir ein gelbes Stück Stoff vor die Nase, das ich nicht wirklich als Kleidungsstück identifizieren konnte. »Wo zieh ich das denn hin?« »Das ist ein Kleid!« »Und wo ist der Rest davon?«

Plötzlich wird sie von einem seltsamen Wesen verfolgt und ein seltsamer Junger Mann rettet Sie. Anschließend bekommt sie ein Angebot für eine Privatschule. Wie sie schnell feststellt, wird dort nicht nur normaler Schulstoff vermittelt.

Wer an Percy Jackson oder Harry Potter denkt, liegt zwar im Kontext Schule oder Internatssituation grundsätzlich richtig aber dann hören die Gemeinsamkeiten mit dieser Geschichte aber schon auf.

Mia trifft auf Dämonen, Engel und diverse andere Wesen. Sie wird vor die Wahl gestellt eine Wächterin zu werden. Gefallen hat mir, dass Engel in dieser Serie nicht automatisch gut und Dämonen automatisch böse sind. Man hat auch als Atheist keine Probleme die Geschichte zu lesen, da die Autorin zwar viele Denkanstöße gibt aber einem nie etwas aufzwingt.

Manchmal schreibt die Kirche Dinge vor, die irgendwelche Menschen vor Urzeiten beschlossen haben, und nennt das dann den Willen Gottes.

Mia ist anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig und schüchtern, wandelt sich dann aber recht schnell und wird selbstbewusster.

Zusätzlich ist sie manchmal wenig wortgewandt, weil sie aufgeregt ist. Das ändert sich aber später deutlich Aufgrund des Kontakts zu ihrem Ausbilder.

Bei der Geschichte denkt man anfangs – urks schon 1000 mal gelesen aber gebt der Autorin eine Chance, sie braucht eine Weile bis sie die Kurve bekommt.

Trefft die Entscheidungen, die die Zukunft bringt, von nun an auch im Namen all jener, die gefallen sind, denn es ist an euch, ihr Erbe in eine Welt zu tragen, die sie nicht kennenlernen werden.

Dass Mia quasi vom Außenseiter zur beliebtesten Person wird, finde ich ziemlich unrealistisch, da es Anfangs auch nicht erklärt wird. Jeder mag sie bzw. behandelt sie wie etwas besonderes aber selbst der Leser versteht nicht so richtig warum.

Die Charaktere gefallen mir ziemlich gut. Jeder hat seine Macken und Schattenseiten. Mias Fähigkeit Gefühle zu Lesen hilft ihr partiell die Personen besser einzuschätzen.

Gegen Ende der Geschichte finde ich dann die Steigerung von harmlos zu maximal bedrohlich ziemlich flott. Das hatte ich bei dem Anfang so nicht erwartet und das Ende fand ich auch ziemlich emotional.

Das ist definitiv eine Stärke der Autorin.

Band 2:

»Na toll! Küsst jetzt jeder jeden? Ich wusste, dass du irgendwann ein Bordell aus dem Laden machst.« … »Du bist das einzige männliche Wesen auf dieser Ebene der Existenz, dem das missfällt. Liegt es am Kuss oder an den beteiligten Frauen?«

Der Kampf am Ende von Band 1 hat zu großen Verlusten geführt. Gabriel hat sich dafür geopfert, um den Sieg zu erringen. Mia ist tieftraurig und deprimiert.

Die Autorin gibt Mia viel Zeit zum Leiden, das ist eher ungewöhnlich aber es ist auch realistischer als in anderen Büchern, wo die Helden mal eben wieder zum Tagesablauf übergehen als wenn nichts passiert wäre.

Ob der das allerdings guter Lesestoff für Leute ist, die zu Depressionen neigen, wage ich zu bezweifeln.

Ein Beispiel:
»Danke, dass Sie mit Keon Airline geflogen sind! Wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Flug. Bitte empfehlen Sie uns nicht weiter, wir hassen Passagiere.«

»Doch, du schaffst das schon. Wenn er dich anfasst, dann ruf mich an und ich töte ihn für dich, aber ansonsten wird dir ein bisschen Gesellschaft guttun. Es wird nicht leichter, nur weil du abwartest. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung!«

Keon ist als Charakter einfach Genial. Ganz oft ist er der einsame Eremit und seine Sprüche sind oft schon arg an der Schmerzgrenze zur Beleidigung oder darüber hinaus aber er ist wirklich unterhaltsam und sorgt nicht nur für einen Lacher.

Die Geschichte plätschert im zweiten Teil über lange Zeit vor sich hin und es passiert gefühlt nicht viel (auch wenn die Autorin die ganze Zeit auf mit Kleinigkeiten auf ein Ziel hinarbeitet, dass man als Leser aber noch nicht erkennt). Die Handlung liest sich trotzdem ganz gut, ist aber nichts im Vergleich zur Spannung im ersten Teil gegen Ende.

Das Finale ist dann wieder – genauso wie im ersten Teil – ziemlich heftig und ein böser Cliffhanger. Teil 2 lässt sich anders als Teil 1 schlecht einzeln lesen. Man ist quasi gezwungen Teil 3 direkt hinterher zu lesen.

Der zweite Band ist nötig für Teil 2, liest sich gut aber man erkennt eben anfangs über weite Strecken nicht den roten Faden, erst später erschließt sich worauf die Handlung hinaus läuft.

Band 3:

Richtige oder falsche Entscheidungen – wer beurteilt das? Nur du – am Ende deines Weges.«

Mia hat versucht Keon zu retten, nachdem ihn das Virus befallen hat aber das Resultat ist, dass Sie Keon und Raphael verloren hat. Sie folgt gerade dem Lebenslauf ihrer Mutter (die Geschichte widerholt sich) und hinterlässt weitere Tote, während sie eigentlich gute Absichten hatte.

Wie konnte alles so schief laufen? Seit Band 2 sind 5 Jahre vergangen. Sie hat ihr Leben nur notdürftig in den Griff bekommen. Mia ist älter geworden in diesem Band und bis zu einem gewissen Grad ein weibliches Spiegelbild von dem Keon, den wir in den ersten beiden Teilen kennengelernt haben. Sie ist nicht so unfreundlich aber ähnlich sarkastisch, verbittert und mürrisch. Sie ist gezeichnet von den Ereignissen aus ihrer Vergangenheit und nicht mehr dieselbe.

»Oft führen dich steinerne, schmutzige Wege ins Paradies und manchmal führen sie dich in die Hölle.« … Die Wege, die ich ging, führten zu Orten, die ich nicht besuchen wollte, aber ich habe mir erlaubt, mich zu verlaufen, weil ich noch nicht weiß, wohin ich gehen will.

Mia hat sich weitgehend vom Orden abgewandt, wo mittlerweile mehr über Sie als mit ihr geredet wird. Die Gerüchte haben sich verselbstständig. Sie ist dort mittlerweile eine Berühmtheit, allerdings nicht im positiven Sinne, weil sich ihr Ruf primär aus Gerüchten zusammensetzt, die oft negativ ausgeschmückt wurden.

Der zweite Band wird schon recht düster: Am Anfang die Depressionen und auch das Ende. Der Dritte Band hat von Anfang an diese Grundstimmung und bleibt auch durchgängig so. Das einzige was noch witzig ist sind die Sprüche, die nun Mia an Stelle von Keon von sich gibt und die vertauschten Rollen in Bezug auf das Ausbildungsverhältnis. Noah ist ein Toller Gegenpart zu Mia und lockt sie ein wenig aus ihrem selbstauferlegten Eremitendasein.

»Du brauchst einen Arzt und eine Standpauke. Sebastian ist in beiden Dingen sehr gut!«

Mia ist nun der erfahrene Wächter und ähnlich mürrisch wie Keon und lernt wie einem naive Jungspunde den letzten Nerv Rauben können. Als Leser hat das den Vorteil, dass man quasi die andere Seite der Lehrer Schüler Beziehung erlebt.

Da Finale ist recht episch und führt all die losen Enden wieder zusammen. Für mich der beste Teil der Serie. Im ersten wusste ich mit Mias Art noch nicht viel anzufangen und im zweiten Teil gibt es einige Längen.

Fazit:

Niemand wusste etwas, niemand hatte etwas gesehen oder auch nur gehört, aber alle hatten eine Meinung.

Wow, es gibt wenige Autoren, die so große Gefühle vermitteln und bei denen sich die Handlung so episch anfühlt.

Die Autorin arbeitet nicht mit vielen kleinen Spannungsbögen, sondern nur mit sehr wenigen großen (das kommt in modernen Büchern eher selten vor). Die Geschichte war mir nie langweilig aber über Weite Strecken, passiert nach dem ersten Eindruck nichts wichtiges, während viele Details auf die spätere Entwicklung abzielen.

Dabei nimmt die Geschichte durchaus ziemliche Wendungen, von einem Internat mit einer jungen schüchternen Mia, die erst sich selbst finden muss, zu einem Wächterleben im Orden zu einer ziemlich Taffen Wächterin in einsamer Wolf Modus, die vom Leben gezeichnet wurde mit junger naiver Begleitung ist alles dabei. Die Geschichte wiederholt sich selbst und doch wieder nicht.

»Komm, wir machen dem alten Erzengel dort drin einen Tee, von dem man nicht kotzen muss, und dann stiften wir ein bisschen Chaos in seinem Büro. Sonst wächst er wieder dort fest!«

Nachdem am Anfang dachte, dass ich diese Geschichte (Jugendlicher mit besonderen Fähigkeiten geht auf spezielle Schule) schon x mal gelesen habe, wurde ich von der Autorin schnell eines Besseren belehrt.

Eine ganze Menge Emotionen bekommt der Leser auch geboten. Der Autorin gelingt es, dass der Leser mit den Charakteren mitleidet und aufgrund der Sprüche von den Charakteren auch oft lacht.

Ich habe selten eine Serie über Gott, Engel und Dämonen gelesen, die so wertfrei bleibt und bei der man als Leser nie das Gefühl hat in eine Richtung gedrängt zu werden (ein abschreckendes Beispiel dafür ist aus meiner Sicht Narnia). Die Autorin gibt immer nur Denkanstöße und erhebt nicht den mahnenden Zeigefinder oder vermittelt absolute Meinungen.

»Mathematik gleicht dem personifizierten Bösen, glaub mir, ich habe es schon gesehen.«

Lediglich das Ende ist mir zu kurz für eine so umfangreiche Geschichte.

Eine Warnung: Der erste Teil lässt über weite Strecken nicht darauf schließen was später kommt. Ich habe einige sehr schlechte Rezensionen über die Serie gelesen aber die Leute haben meiner Meinung nach zu früh aufgegeben. Ja, es mutet Anfangs seltsam an, das jeder Mia mag. Das wird aber später zumindest teilweise erklärt.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Autorin hat es drauf Mia anfangs aber sowas von unsexy erscheinen zu lassen alleine so Bilder wie “ich nickte wie ein Wackeldackel” und gefühlt läuft Mia ständig vor irgendwas vor, ist total verpeilt, stolpert über ihre eigenen Beine oder formuliert unglaublich eloquent … 😉
  • Wie kann man sich in dem Umfeld und mit dem wissen mit Gabriel treffen und überhaupt nicht kapieren wen man vor sich hat?
  • Bei dem Anruf von Conan hätte man durchaus stutzig werden können, selbst wenn sie ihm vertraut kann ihn ja möglicherweise auch jemand gezwungen haben (wenn man Erzdämonen zwingen kann) oder es könnte eben jemand anderes die Stimme nachahmen…
  • Bei den ganzen Verletzungen die Mia hatte, dürfte wohl kaum eine vollständige Erholung möglich sein, denn die Heilung wird durch Raphael nur beschleunigt. Wenn Sehnen abgetrennt wurden, werden sie aber nicht mehr so belastbar sein wie vorher.
  • Vielleicht bin ich ja zu Skeptisch aber mir war vorher schon klar was Kiri so dringend mit Mia “erledigen” muss. Davon abgesehen wie kann man Mordlust nicht spüren mit Mias Fähigkeiten?
  • Die Kiri Mordaktion ist an sich schon Bizarr, aber wenn Hannibal Lecter einen umbringen will, macht man danach auch keine Szene, wenn ihn jemand tötet, oder? Das wirkt maximal konstruiert. Vor dem was folgt macht es natürlich Sinn. Zumal Mia nach der Vergiftung gerade ganz andere Sorgen haben sollte als wie es dem mordlüsternden Engel geht. Der Themenwechsel kommt nach der vor sich hinplätschernde Geschichte für mich reichlich überraschend.
  • Raphael meint Schuld daran zu sein, dass Mia verletzt wurde und kümmert sich dann nicht um Sie? Das passt überhaupt nicht zu ihm.
  • Der Grundansatz, dass immer ein Engel zur größten Bedrohung wird ist seltsam. Somit wäre es doch besser, wenn es nie Engel und Engel und Dämonen gegeben hätte. So lange es nur einen noch lebenden Engel gibt, ist die Bedrohung vorhanden bis das sogenannte Virus seine vermeintliche Aufgabe erfüllt hat.
  • Was für ein beknackter Plan. Die Blutlinie über Jahrtausende weiter geben? Ein Zeugungsunfähiger, einer der keine Kinder möchte oder ein zu früher Tod und schon ist der Plan dahin. Wenn sich dann noch die Virusträger (Engel) und die Träger des Wissens regelmäßig begegnen dürfte das genetisch nicht wirklich hilfreich sein.
  • Mal angenommen Gott hat Letifer erschaffen, dann ist irgendwas extrem Schief gelaufen. Aber ein Plan über tausende von Jahren zu Weben mit selbstbestimmten Wesen ist kein Problem?
  • Warum sollte Letifer selbst die Kraft haben Wesen zu erschaffen, die Menschen töten? Das macht keinen Sinn. Seine Aufgabe war Engel zu töten.
  • Wie hätte das Virus nicht die Jahrtausende überdauern sollen, wenn es eh ständig neue Wirte sucht?
  • Es wird nie erklärt warum Mia so anziehend für “die großen” wirkt.
  • Wow, habe ich viele Buchzitate aus der Serie gesammelt. Die Passen nicht mal ansatzweise in die Rezension.

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Die Lichtbringerin [Serie]

Die Lichtbringerin 1 - Johanna Danninger  

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Johanna Danninger

Teile der Serie:

  • Die Lichtbringerin 1 (352 Seiten)
  • Die Lichtbringerin 2 (262 Seiten)
  • Die Lichtbringerin 3 (333 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Ich kam mir zwar extrem dämlich vor, wie ich da neben einem fremden Typen hockte und schnaufte wie im Geburtsvorbereitungskurs, doch schon beim zweiten Atemzug merkte ich, dass sich tatsächlich etwas in mir veränderte.

Lucia ist auf einer Party, auf der Sie ihren Freund beim Knutschen mit einer anderen erwischt.

Nachdem sie die Party verlässt, wird sie von einem Auto erfasst aber auf wundersame Weise gerettet und sie kann sich anschließend an nichts erinnern.

Bis auf einige Blutergüsse hat sie aber keine Verletzungen, obwohl sie ihre zerstörten und blutbesudelten Klamotten im Zimmer findet.

Anschließend treten zwei komische Käuze in ihr Leben, einer davon Rakesh, der sich als ihr Mentor vorstellt und sagt, dass sie bei dem Unfall gestorben ist und wieder erweckt wurde.

»Der erste Schritt, um inneren Frieden zu erhalten, ist die Erkenntnis des Konflikts.«

Sie will ihn eigentlich zum Teufel jagen aber zunehmend nimmt sie Dinge war, die sich vorher nicht wahrgenommen hat.

Das Magiethema wird in dem Buch recht ungewöhnlich angegangen – es ist sehr spirituell und irgendwie auch etwas esoterisch.

Das System ist stimmig aber ich fand es ziemlich gewöhnungsbedürftig und so wie es im Detail dargelegt wird auch eher uninteressant. Es geht um Dimensionen, höhere und geringere Schichten, Schwingungen usw.

Wer einen Hang in der Richtung hat, kann da vermutlich eher mitgehen.

»Meine Seele hat dir also gesagt, dass ich einen Unfall hatte?«, fasste ich tonlos zusammen. »Wie soll ich mir das vorstellen? Hat sie dir eine WhatsApp geschrieben, oder was?«

Oft kam ich mir vor, als wenn ich irgendwelche Kalenderweißheiten oder Glückskeckstexte lesen würde. Die Autorin versucht dabei durchaus eine Mischung von Wissenschaft und den eher esoterischen Erklärungen zu mixen.

Die Lichtbringer können sich teilweise teleportieren, heilen und Dämonen vertreiben.

Harry Potter Gefühl kommt bei mir trotzdem nicht auf.

Angst und Zweifel wollen uns im Grunde nur schützen, aber man muss darauf achten, dass sie nicht gänzlich unser Handeln bestimmen.«

Die Handlung finde ich leider mäßig spannend. Das erste Buch handelt von einer dämonischen Bedrohung und die Lichtbringer sind so eine Art Ghostbusters ohne Technik aber mit Magie.

Mit Lucia bin ich nicht so richtig warm geworden. Sie ist etwas oberflächlich und hat das ganze Buch lang die Novizenrolle und steht den anderen Charakteren in der Regel eher im Weg. Das ist in einer Ausbildung durchaus ok und realistisch, aber halt nicht so spannend zu lesen.

Band 2 / Band 3:

Bisher nicht gelesen

Fazit:

Für meinen Geschmack kommt zumindest Teil 1 nicht ansatzweise an den Level der Secret Elements Reihe aus gleicher Feder heran.

Das Buch ist übrigens für nicht abgeschlossen. Die Handlung hört einfach mitten drin auf.

Die Magiewelt ist stimmig aber man kommt sich vor als wenn man eine Dauertrainingsstunde bei irgend einem Guru hätte. Das ist gewöhnungsbedürftig.

Erstaunt bin ich über die Altersempfehlung. Ich finde ab 16 arg hoch gegriffen.

Die Secret Elements Reihe aus gleicher Feder hat mir wesentlich besser gefallen.

Bewertung:

3 out of 5 stars 3/5 (Zwischenfazit, da nur Teil 1 gelesen)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • “Wenn Sie diesen Kerl finden, versuchen sie gar nicht erst, ihn festzunehmen” – wenn die Polizei ihn “gefunden” hat, könnte der Ratschlag recht schwierig umzusetzen sein
  • Wieso überrascht x eine Kamera in einem Gebäude? Ist doch egal, ob da Kameras sind. Zumal das in einem Aufzug ja nicht so ungewöhnlich ist.
  • Die ganze Aktion mit dem Serverraum ist nicht sonderlich sinnvoll. Jan kann von außen die Tür öffnen aber auf die Server nicht zugreifen?
  • Die ganze Welt ist x Dimensional aber die nur drei Dimensionen eines Gebäudes schützen die Schwarzmagier nicht? Sie schützen nur zwei.
  • Womit kämpft Elani, nachdem sie ihre Waffe zerstört wurde? Oder wird die bei jedem Kampf einfach neu erschaffen?

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Nathaniel und Victoria [Serie]

Nathaniel und Victoria 1 Unter goldenen Schwingen - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 2 Unter höllischem Schutz - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 3 Unter irdischem Siegel - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 4 Unter venetischer Sonne - Natalie Luca  Nathaniel und Victoria 5 Unter südlichen Sternen - Natalie Luca

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Natalie Luca

Teile der Serie:

  • Nathaniel und Victoria 1 – Unter goldenen Schwingen (365 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 2 – Unter höllischem Schutz (363 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 3 – Unter irdischem Siegel (366 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 4 – Unter venetischer Sonne (332 Seiten)
  • Nathaniel und Victoria 5 – Unter südlichen Sternen (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Diese Geschichte ist definitiv mal was anderes als das übeliche einerlei. Gerade wenn man mehrere Liebesgeschichten im Jugendbuchbereich liest gleichen sie sich nach einer Zeit ziemlich. Die Idee hier mit dem Schutzengel, den man normalerweise nicht sieht und in den man sich auch nicht verlieben darf, ist wirklich mal was anderes.

Die Frau blickte mich mit jenem Krankenschwestern-ausdruck an, der mir das Gefühl gab, als wäre ich eine Gefängnisinsassin.

Buch 1: Die Geschichte beginnt mit einem potenziell tödlichen Autounfall. Wie sich recht schnell zeigt wird Victoria von einer Person gerettet, die außer ihr niemand gesehen hat. Später zeigt sich, dass die Person ein Schutzengel ist – ihr Schutzengel (Nathaniel). Die wenigsten Menschen können ihren Engel sehen, wenn man aber dazu in der Lage ist und sich dann bewusst dafür entscheidet, dass man dieses Wissen behalten möchte, dann sieht man auch die andere Seite… Der Unfall scheint aber kein Zufall gewesen zu sein, sondern geplant. Die Frage ist nur wer dahinter steckt und warum? Und offenbar ist auch Schutzengeln nicht in jedem Fall erlaubt einzugreifen. Es wird recht schnell an der Art wie Victoria und Nathaniel aufeinander reagieren deutlich, warum er eingegriffen hat.

In meinem Leben gab es nämlich ein davor und ein danach. Davor war alles in Ordnung gewesen. Danach … Genau genommen gab es in meinem Leben nur ein davor.

Buch 2: Im ersten Buch hat Victoria ihren Schutzengel kennen gelernt und ihm sein Leben gerettet, nachdem er ihr das Leben gerettet hat. Weiterhin ist sie in Ihn verliebt. Das darf er aber niemals wissen, weil Engel sich nicht in die Person verlieben dürfen, die sie beschützen. Victoria musste einen Dämonen austricksen um das Leben von Nathaniel zu retten. Kein Wunder also, dass neue Probleme warten…

Es kommt wie es kommen muss. Einer ihrer Engel wird getötet und Nathaniel fällt. Victoria versucht alles um ihn aus der Hölle zu befreien. Im letzten Moment bevor sie einen folgenschweren Deal eingeht kämpft sich Nathaniel zu ihr zurück. Aber was ist er? Engel, Dämon?
Am Anfang des Buches werden aber diverse vollkommen sinnlose Entscheidungen getroffen, die teilweise nicht nachvollziehbare Konsequenzen haben. Man hat hier den Eindruck, dass die Autorin beim ersten Buch noch nicht über das zweite nachgedacht hat. Somit wirkt der Anfang des zweiten Buches leider recht konstruiert.

»Dann hätten wir also geklärt, dass ihr beide willens seid, euch jeweils für den anderen an den Teufel zu verkaufen. Sehr schön. Butterkeks, irgendjemand?«

Buch 3: Nathaniel ist zurück, er ist sowohl Engel als auch Dämon. Nachdem sich das herausgestellt hat, sind beide Seiten (Luzifer und die Erzengel) an ihm interessiert, weil er beiden Welten wandeln kann. Beide Seiten bieten ihm Deals an, die aber diverse Nachteile haben. Wofür entscheidet sich Nathaniel und wie wirkt sich das auf Victoria aus? Es kommt natürlich wie es kommen muss. Am Ende kommt es zum Unvermeidlichen Kampf mit Lazarus.
Das dritte Buch ist so geschrieben, dass man die Serie hier guten Gewissens abschließen kann.

Buch 4: Nachdem Nathaniel Lazarus besiegt hat sieht es endlich so aus als wenn Victoria und Nathaniel eine etwas ruhigere Zeit genießen könnten. Allerdings zeigt sich, dass Nathaniel verflucht wurde. Auf der Suche nach mehr Informationen und um einen Freund von Marcello zu helfen geraden Victoria und Nathaniel in Kontakt mit der Mafia und die Hölle ist auch irgendwie verstrickt…

»Schick doch den Erzengeln eine Postkarte«, fauchte Ramiel zurück. »Lieber Michael, schöne Grüße aus Paris, euer Plan ist Schrott. Herzlichst, Nathan…«

Buch 5: Im diesem Buch steht das Abitur unmittelbar bevor. Zusätzlich schleicht sich wieder ein Dämon in die Träume von Victoria. Dieser Dämon scheint sie aber nicht verletzen, sondern waren zu wollen. Es scheint so als wenn Luzifer eine groß angelegte Verschwörung plant und die wichtigsten Erdengänger vernichten will um anschließend mithilfe der Dämonen Chaos und Vernichtung über die Erde zu bringen. Natürlich können Nathaniel und Victoria dabei nicht untätig zuschauen.

In Buch 5 bleibt die Logik leider wieder völlig auf der Strecke. Mehr noch als in Buch 2.

Fazit:

Die Idee ist wirklich kreativ. Allerdings spielt sich die Geschichte in unserer Realwelt ab. Wenn man davon ausgeht, dass jeder einen Schutzengel wie Nathaniel hat, dann sind viele anderen entweder recht demotiviert oder nicht besonders fähig. Aber auch das wird ja ansatzweise erklärt. 😉

Allein die Dreiteilung zwischen Körperlich, Rational und Emotional in Form der drei Engel sorgt für eine menge Dynamik. Das erste Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Nach dem ersten Buch geht es aber am Anfang des zweiten Buches deutlich bergab. Die von der Autorin aufgestellten Regeln werden ignoriert und die Autorin stolpert von einer Logikschwäche in die nächste. Glücklicherweise geht es danach recht schnell wieder Bergauf und das Niveau wird auch im dritten Buch durchgängig gehalten.

Nach dem dritten Buch ist die Geschichte logisch abgeschlossen. Dementsprechend gibt es auch im vierten Buch Teile, bei dem Nathaniel nicht im Interesse von Victoria handelt (das war vorher immer seine oberste Priorität). Das bedeutet der Fortgang der Geschichte wird über die durchgängige Darstellung der Charaktere gestellt.

Somit bleibt eine Tolle Liebesgeschichte mit Abenteuer, Engeln, Dämonen und viel Abwechslung aber einigen Logikschwächen.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieso werden Engel mit dem Fall bestraft, wenn sie einen Menschen lieben und der Mensch die Liebe erwidert? Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Später wird dann präzisiert, dass jegliche sexuelle Handlung einschließlich Küssen eine „unverzeihliche Tat“ darstellt.
  • Victoria kann Nathaniel ein Kissen an den Kopf werfen und sich an ihm abstützen (zu dem Zeitpunkt ist er noch Engel). Da er ja oft direkt neben ihr läuft und ihre Freunde ihn nicht wahrnehmen, ist er entweder physisch auch nicht präsent für ihre Freunde (wobei Kleidung ja nicht durch ihn hindurchgehen dürfte, die ist ja auch ein Gegenstand) oder er müsste extrem vorsichtig sein (vor allem bei Berücksichtigung der Flügelspannweite). Basierend auf der Aussage mit dem Kissen müsste sich seine Anwesenheit beweisen lassen, indem man ihn einfach mit Gegenständen bewirft. Das würden andere Menschen auch wahrnehmen können, dass die abprallen…
  • Seit wann ist ein Professor Bibliothekarin? Ist das in Österreich anders? Zusätzlich wird selbst in der Schule von Semestern und nicht von Schuljahren gesprochen.
  • In Buch 2 ist der Schild plötzlich Seraphelas Schild – vorher war es der Schild von Lazarus?!
  • Wieso ist Seraphena bereit sich zu opfern und warum will sie plötzlich, dass Nathaniel mit Lazarus kämpft? Sie weiß doch, dass der Schild durch Lazarus nicht deaktiviert werden kann. Auch die Drohung von Lazarus den Schild zu deaktivieren macht keinen Sinn, weil der Bluff sofort aufgeflogen wäre, wenn Seraphena gesagt hätte.
  • Der Begriff unverzeihliche Tat wird anfangs nicht näher erläutert. Erst ist die Rede davon, dass Engel und Menschen sich nicht verlieben dürfen. Später ist von Handlungen, die auf Liebe basieren oder Küssen die Rede. Das ist doch ein recht wesentlicher Unterschied. Insofern war Seraphinas Tod völlig überflüssig, weil der Verlust des Schildes erst mal nicht zu Nathaniels Tod geführt hätte und durch ihren Tod ja eh erfolgt.
  • In Buch 1 wird erwähnt, dass Erzengel Dämonen Töten können. Nachdem Lazarus mehrfach Victoria angegriffen hat, sollte es dafür genügend Anlass geben, wenn der Teufel schon persönlich eingreift weil Seraphina Victory physisch schützt. Stattdessen geht es mal wieder Darum Nathaniel in die ewige Verdammnis zu schicken. Mit Verlaub: Da werden die Dämonen vom Teufel aber wesentlich besser behandelt als die Engel von den Erzengeln.
  • Bei Marcellus und Sophie wird mehrfach erwähnt, dass die beiden keine Kinder haben können (weil er Erdengänger und trotzdem ihr Engel ist). Kinder zu bekommen ist aber laut den Regeln für Engel eh unmöglich, weil selbst ein Kuss schon eine unverzeihliche Tat wäre (zumindest gelten diese Regeln für Nathaniel und Victoria). Wobei hier offenbar die Ausnahme von der Regel greift. Damit schwankt die gesamte Geschichte, da alle Folgen auf der unverzeihlichen Tat beruhen. Dazu kommt, dass nie ein Grund für diese Regel genannt wird.
  • In Buch 4 ist Nathaniel so besorgt um Victoria, dass er nicht nach Italien will, um einem Freund von Marcello zu helfen. Dann ist er dort mit Vitoria und erfährt, dass sowohl die Mafia als auch ein sehr mächtiger Dämon aus Luzifers innerem Zirkel verstrickt ist. Er ist sogar bereit Victoria alleine zurück zu lassen und in die Hölle zu gehen, nur um einem Wildfremden zu helfen und etwas für Marcello zu tun, was dieser nicht mal von ihm verlangt? Es ist immer wieder „schön“, wenn Autoren erst Charaktere aufbauen und sie dann zur Spannungssteigerung unverständlich agieren lassen. Die Aktion von Nathaniel (Höllenbesuch + Alleingang) macht so richtig Sinn, nachdem Victoria und erschon so viel erlebt haben, er schon mal in der Hölle fest saß und weder er noch Victoria alleine zurechtkommen. Allein das sollte schon Motivation genug sein, um es nicht zu tun.
  • In Buch 4 erwähnt Isabella, dass die Höllengeister bei Zerstörung des Kelches, in dem sie gefangen wurden, wieder auf ihr ursprüngliches Ziel zurückfallen, es sei denn es ist noch etwas böseres in der Nähe. Woher kann sie das wissen?
  • In Buch 5 geht es um eine Verschwörung der Hölle bei der er es sehr wichtig ist, dass das Wissen um die Verschwörung geheim bleibt, damit Luzifer nicht vorgewarnt wird. Daher dürfen die Erdengänger nicht zusätzlich beschützt werden, da es sonst Verdacht erregen könnte. Der weltweit berühme halbdämonische Engel mit seiner sterblichen Freundin, der aufgrund seiner Bekanntheit überall auf der Straße angesprochen wird von Erdengängern, kann natürlich problemlos um die Welt reisen und alle gefährdeten Personen vorwarnen, ohne das es auffällt? Ja klar!
    Dann kommt es sogar noch besser: Die erste zu kontaktierende Person wird auf einer Kunstausstellung besucht, bei der Nathaniel die Person in einer Traube von Menschen anspricht. Danach entschuldigt sie sich bei dem umstehenden Pulk und geht mit Nathaniel und Victoria in andere Räumlichkeiten. Das nenne ich mal unauffällig. Das ist ein gutes Beispiel für wenig kreative Entscheidungen der Protagonisten, um die Geschichte spannend zu halten. Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Da hätte man auch gleich Luzifer direkt die Info geben können.
    In die letzte zu kontaktierende Person ist in New York. Dort wird ein Foto von der Person + Nathaniel und Victoria gemacht, dass anschließent im Internet veröffentlicht wird. Die beiden wissen von dem Foto und haben nicht verlangt, dass es gelöscht wird.
    Nachdem Sophie entführt wurde, setzt sich Marcellus sofort mit den anderen bedrohten Personen in Verbindung. Da hat sich die geheime Rundreise, bei der Victoria und Nathaniel mehrfach ihr Leben riskiert haben ja richtig gelohnt. Da hätte man auch gleich direkt Kontakt aufnehmen können.
  • Die Duschszene in Buch 5 ist nicht so richtig durchdacht – Nathaniel steht mal wieder in Flammen. Victoria schaden die Flammen nicht aber das Dushwasser verdampft komplett in seinen Flammen. Ich glaube das wäre recht schnell etwas warm für Victoria. Genauso die Szene im Taxi. Er schmilzt die Sitzbezüge aber die Klamotten (Anzug) steckt das alles problemlos weg.
  • Ein Mitglied der OPEC nimmt an einer Konferenz teil und hat seinen zwölfjährigen Sohn dabei, der während der Konferenz in eine Schule im Konferenzort geht. Dort freundet sich Malik ruck zuck mit dem Sohn an. Der Sohn organisiert auf Wunsch von Malik ein Treffen zwischen wildfremden und seinem Vater?! Konstruierter geht nicht mehr. Realistisch wäre wohl ein Privatlehrer oder der Sohn bleibt einfach zu Hause, wenn der Vater auf eine kurze Geschäftsreise geht. Zumal in dem Fall Geld keine Rolle spielt und der Vater sicher Bedienstete hat.
  • In den Büchern wird erwähnt, dass Nathaniel als Dämon noch größer ist als zu Engelszeiten. Als Engel hat er aber nicht in ein Auto gepasst. Als Dämon schon. Weiterhin hat er auch als Dämon Flügel. Wie das aber funktionieren soll, wenn er ganz normale Kleidung trägt und sich vom Erdengänger zum Dämon verwandelt, wird nicht erläutert.
  • Beim Australienabschnitt merkt man gleich, dass die Autorin sich noch nicht mit den Biergewohnheiten in Australien beschäftigt hat. Foster‘s bekommt man dort nicht (zumindest habe ich bei beiden Besuchen kein Foster‘s gesehen). Das wird uns nur so verkauft, dass wir alle glauben, dass man in Australien nichts anderes trinkt.
  • Ein 2000km Flug durch halb Australien mit einer klapprigen Propellermaschine benötigt 2,5 Stunden? Das nenne ich mal beeindruckend. Dafür würde man einen Düsenjet benötigen und das wäre schon knapp. Zurück wird es dann noch schneller. Erst nach Alice Springs, dann von dort nach Sydney und das in 2,5 Stunden. Ich glaube die Concorde ist in Australien nie geflogen…
  • Im Australischen Outback brauchen Nathaniel und Victoria Stunden um auf die Idee zu kommen, dass sie Ramiel rufen, nachdem sie mit dem Flugzeug abgestürzt sind. Klar, sie haben kein Wasser und alle Zeit der Welt, weil Luzifer die Welt ins Chaos stürzen will. Warum also die Eile, wenn man auch noch tödliche Verfolger hat. Zusätzlich schleppen sie aus emotionalen Gründen sinnlos einen Toten mit, obwohl sie verfolgt werden.
  • Die Thematik mit dem Baby was Nathaniel und Victoria bekommen ist nicht ganz schlüssig. Nathaniel sagt er könne kein Kind zeugen, weil er Engel ist. Später wird das laut Sam zu dürfen abgeschwächt. Das ist ein wesentlicher Unterschied, weil nicht dürfen bei Verletzung eine unsägliche Tat darstellt und den Fall des Engels zur Folge hätte. Das heißt Verhütung ist sehr angebracht bei den zu erwartenden Konsequenzen. Nicht können benötigt keine Verhütung, weil eh nichts passieren kann. Dummerweise erfahren Nathaniel und Victoria aber vom Erzengel, dass sie schwanger ist, passenderweise direkt als gerade eine Engelsstelle benötigt wird. Da sie aber vorher Sex hatten, war der entweder ohne Verhütung (dann wäre Victoria aber wohl schon eher schwanger gewesen) oder es läuft doch auf nicht können hinaus.

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