Leselaunen Visa und Reiseberichte

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Während ich das hier schreibe (Sonntag Morgen) habe ich 85% vom Buch The Last Englishman gelesen, bei dem der Autor von seinen Erlebnissen auf einem Pacific Crest Thru-Hike berichtet. Was ich danach lese weiß ich noch nicht. Mal sehen, ob ich es heute noch raus finde. Wie ihr seht halte ich nicht ganz so viele von Leseplanung. Meine Wunschliste muss gut gefüllt sein und was ich dann lesen mag entscheide ich einfach spontan. 😉

Momentane Lesestimmung

Ganz ok. Ich habe ein Buch komplett gelesen (Good Bye Lehmann) und eins werde ich heute beenden.

Zitat der Woche:

Ist es nicht traurig, dass es heutzutage ein legitimer Grund des Reisens ist, Dinge zu sehen, bevor sie für immer verschwinden? Vielleicht schauen meine Enkel einmal ungläubig auf Bilder von Korallenriffen, Regenwäldern und Orang-Utans und fragen: »Opa, gab es das wirklich?« – Stefan Fay – Good Bye Lehmann

Und sonst so?

Bei uns stürmt es in den letzten Tagen heftig und es regnet zusätzlich auch noch. Gut, dass die meisten Bäume kein Laub mehr tragen. Vom Wetter her kommt es mir aktuell aber eher so vor wie Herbst und nicht wie Winter. Zumindest war dieses Wochenende absolutes Bettwetter.

Und trotzdem ist schon der zweite Advent. Habt ihr schon Geschenke gekauft? Ich habe noch nichts. Wir machen zwar deutlich weniger als früher aber ein wenig geschenkt wird trotzdem. Die Geschenke sollten halt halt halbwegs sinnvoll sein.

PCT-Auszeit?

Ich hatte bei meinem Arbeitgeber um ein halbes Jahr Auszeit gebeten (davon hatte ich in den vorherigen Leselaunen berichtet), damit ich den Pacific Crest Trail wandern kann. Mein Gruppenleiter war von der Idee ganz angetan (zumindest inhaltlich, von meiner Abwesenheit wohl weniger) und mein Chef sagen wir zumindest nicht nein gesagt.

Der nächste Schritt war die Prüfung durch die Personalabteilung. Die ist nun auch positiv ausgefallen. Der Peronaler hat mir sogar schon “viel Spaß” gewünscht. Jetzt muss noch der Fachbereich nicken und der macht jetzt den Eiertanz. Keiner will so recht ja sagen. Das ist so ein bisschen wie: Mein Kind könnte einen Unfall haben. Der Arzt muss im Haus bleiben und Urlaub nehmen darf er auch nicht. Mal sehen wie das nun weiter geht. Bis Mitte Januar muss die Entscheidung in die eine oder andere Richtung gefallen sein.

Finanziell lande ich wohl zwischen 55-60% des normalen Nettogehaltes. Die Regelung funktioniert vom Ansatz nach dem Prinzip offiziell 4 Stunden arbeiten (ein Jahr lang). Inoffiziell 6 Monate anwesend, 6 Monate abwesend. Dabei würde ich 3,5 Monate in Vorleistung gehen, danach geht der Arbeitgeber 2,5 Monate in Vorleistung. Aber ganz klar ist es natürlich erst, wenn man das schriftlich fixiert. Insofern mal abwarten.

Post von der PCTA

Am Freitag habe ich Post von der Pacific Crest Trail Association bekommen. Das ist die Organisation, die Permits vergibt und sich um den Erhalt des Pacific Crest Trails kümmert.

Wenn man den Permit (also die Erlaubnis zum Wandern des PCT) beantragt, dann ist es erwünscht, dass man eine Spende macht. Gezwungen wird man aber nicht. Da ich das nur fair finde eine Beitrag zu leisten, habe ich natürlich brav gespendet. Je nach Spendenbetrag konnte man auch zwei Magazine anfordern. Da mir aber nicht klar war, ob das weitere Folgekosten nach sich zieht, habe ich das bewusst gelassen. Ich hatte somit auch nicht mit Post gerechnet. Scheinbar ist es der PCTA aber vollkommen egal wo die Spender sitzen. Es gibt offenbar Einheitspreise für den Versand der Unterlagen.

Jetzt habe ich eine Spendenbestätigung bekommen und eine ziemlich große Karte vom Trail. Ich schwanke jetzt zwischen beeindruckt und eingeschüchtert.

Es ist aber schon cool was in Papierform zu haben. Jetzt fühlt es sich irgendwie etwas echter an. Das PCT-Logo als Aufkleber ist auch dabei. 😉

USA Visum

Bisher war ich ja immer nur eine recht überschaubare Zeit im Ausland (immer weniger als 4 Wochen am Stück). In den USA braucht man dafür ein sogenanntes elektronisches Visum. Wer den Prozess schon mal durchlaufen hat, kennt die vielen Fragen, die man da beantworten muss. Sind Sie Terrorist oder finanzieren sie welche? Haben sie Straftaten gegangen? Wurde von Ihnen bereits ein Visumsantrag abgelehnt? usw.

Wenn man für 6 Monate in die USA reisen will, benötigt man ein B-2 Visum für Geschäfte oder Tourismus. Das ist noch mal deutlich aufwendiger als die elektronische Variante. Man muss auch für das B-2 Visum online einen Antrag ausfüllen.

Der Prozess wird von einem externen Dienstleister durchgeführt, der die Abwicklung übernimmt. Es werden noch mal deutlich mehr Infos abgefragt. Von Kontaktpersonen in den USA über die letzten 5 Einreisen in die USA mit Datumsangabe über die Schulbildung, den aktuellen Job, ob man Atombomben bauen kann oder in paramilitärischen Einheiten war, ist so ziemlich alles dabei.

Man benötigt auch ein Foto, dass nach speziellen Kriterien angefertigt wurde und zwar sowohl als Onlinevariante als auch in Papierform.

Wenn man den Antrag erfolgreich eingereicht hat, darf man sich auf einer weiteren Seite registrieren und diverse Fragen doppelt beantworten. Dort muss dann die Referenznummer zum ersten Teil hinterlegen und 140€ bezahlen.

Anschließend vereinbart man einen Termin beim nächstgelegenen Konsulat (Frankfurt, München, Berlin). Die Termine gibt es nur sehr früh (aktuell war es im Bereich von 7:00 bis 8:30). Da Frankfurt natürlich zu der Zeit Rushhour hat und ich gut 2h fahren muss (ohne Stau) nicht so optimal. Der Prozess vor Ort dauert dann wohl so ca. 2h. Man darf keine elektronischen Geräte dabei haben, die Fingerabdrücke werden 2x von allen Fingern genommen (erst gescannt und dann zur Verifikation).

Im Konsulat hat man dann ein Interview, bei dem man glaubhaft darlegen muss, warum man ein halbes Jahr in die USA möchte und das man genügend Gründe hat wieder zurück zu kehren. Bei dem Termin darf man also den Bankauszug, die letzten Abrechnungen vom Arbeitgeber, das PCT Permit, die PCT Karte usw mitnehmen. Im Optimalfall sogar ein Schreiben vom Arbeitgeber, dass man nur beurlaubt und nicht gefeuert ist oder gekündigt hat.

Dann hängt es letztlich am Beamten. Der kann das Visum ablehnen, wenn er Zweifel an den Absichten hat oder meint das die finanzielle Grundlage nicht passt. In der diesjährigen Facebookgruppe für den PCT (es gibt für jedes Jahr eine Gruppe), hat zumindest eine Person berichtet, dass ihr Antrag abgelehnt wurde. Der Beamte muss auch kein halbes Jahr genehmigen. Es ist auch möglich, dass man das Visum nur für 15, 30 oder 90 Tage bekommt. Das Geld ist natürlich so oder so weg. Mit Anfahrt, Antragskosten und Foto ist man also gut 250€ los.

Und? Wie war eure Woche?

Weitere Leselaunen:

∗ Die Zeit rennt bei Schlunzen-Bücher ∗ Rute oder Stiefel? bei Lieblingsleseplatz ∗ Part of the Journey is the End bei The Book Dynasty ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liestLush Haul bei Trallafittibooks ∗ Birthday-Bäsh bei Letterheart ∗ Advent, Advent, das zweite Lichtlein brennt bei RikeRandom ∗

Good Bye Lehmann: Auf der Suche nach dem guten Leben [Buch]

Good Bye Lehmann Auf der Suche nach dem guten Leben - Stefan Fay

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Stefan Fay

Titel:

Good Bye Lehmann – Auf der Suche nach dem guten Leben (280 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Etwas nicht zu können, ist kein Grund, es nicht zu tun.« – Alf

Stefan ist jung, hat aber nach seinem recht kurzen Ausflug in die Arbeitswelt recht schnell erkannt, dass die eigenen Visionen in einem Umfeld, in dem die meisten Leute keine Veränderungen wollen und man oft gegen Windmühlen arbeitet, schnell auf der Strecke bleiben. Die Motivation, die er im Studium noch hatte, bleibt schnell auf der Strecke.

Dabei dachte ich bis dahin, dass Karriere und ein gutes Leben Hand in Hand gingen. Ich wollte wichtige Arbeit verrichten und viel Geld. Das Ziel? Am besten 30-jähriger Vorstand mit Zweitwohnsitz auf einer Yacht. Deswegen hatte ich Betriebswirtschaft studiert.

Zusätzlich hat er das Gefühl noch nicht gelebt zu haben, etwas anderes machen zu müssen. Er ist bei dem Jubiläum eines Firmenkollegen, der 30 Jahre in der Firma war und fragt sich, ob das sein weiterer Lebensweg sein soll.

Eine Stimme in seinem Hinterkopf sag ihm zwar, dass es unvernünftig ist seinen gut bezahlten Job zu kündigen und das sich das schlecht in seinem Lebenslauf macht. Er macht es aber trotzdem. Zuerst verbringt er einige Monate in Südamerika. Diese Zeit streift das Buch aber nur kurz.

Ich spürte die Veränderung. Ich war zwar erst seit zwei Jahren angestellt, hatte aber schon meinen Antrieb verloren. Die meisten Dinge waren mir einfach nur noch egal. Morgens stempelte ich ein und zählte schon die Stunden bis ich wieder gehen durfte. Die Zeit verging rasend und nun konnte ich Herr Lehmann verstehen – drei Jahrzehnte konnten tatsächlich verfliegen.

Anschließend ist er eine Zeit zurück und plant auf eine Weltreise zu gehen. Er spart zwei Jahre auf das Ziel hin und sucht sich einen Job bei einem kleineren Unternehmen. Bevor er aber so weit ist, stirbt sein Vater mit 61 Jahren. Er erkennt wie schnell das Leben vorbei sein kann.

Danach begibt er sich auf sein eigentliches Abenteuer. Mit dem Motorrad um die Welt so weit er kommt und mit geringen Mitteln. Er findet sogar einen Kumpel, der ihn begleitet. Es wird aber recht schnell deutlich, dass sich die Interessenlage der beiden deutlich unterscheidet.

Den Rest dürft ihr selbst im Buch nachlesen.

Was mir an dem Buch sehr gefällt ist, dass Stefan sich immer wieder Gedanken darüber macht was ihn glücklich macht. Das ist höchst individuell und sehr unterschiedlich. Er stellt fest, dass ihn sein Job nicht glücklich gemacht hat, aber nach einer anfänglichen Euphorie für das Reisen und die Freiheit stellt er fest, dass das ständige unterwegs sein ihn auch nicht glücklich macht.

Sie war sehr um unser Wohl besorgt und meinte, wenn wir noch mehr außer Suppe und Wein haben wollten, könnten wir bei ihrem Nachbar klingeln, der sei Drogendealer. Wir entschieden uns für eine kleine Stadtführung anstatt eines Drogentrips.

Viele Menschen mit Haus und Familie können solche Reiseträume nicht leben aber sie haben das Glück vielleicht einfach anders gefunden.

Das Ständige Hinterfragen der eigenen Motivationen und die Reflexion machen dieses Buch zu etwas Besonderem unter den Reiseberichten.

Ein Fazit des Buches ist, dass Reisen allein nicht dauerhaft glücklich macht, zumindest den Autor nicht, obwohl er in relativ kurzer Zeit Erlebnisse hat, die nur sehr wenige Menschen in ihrem ganzen Leben haben werden.

Auch eine zwei Jahre dauernde Reise hat neben vielen Höhen auch diverse Tiefen und ist nicht nur schön.

Ist es nicht traurig, dass es heutzutage ein legitimer Grund des Reisens ist, Dinge zu sehen, bevor sie für immer verschwinden? Vielleicht schauen meine Enkel einmal ungläubig auf Bilder von Korallenriffen, Regenwäldern und Orang-Utans und fragen: »Opa, gab es das wirklich?«

Auch das Thema Arbeit kommt im Buch mehrfach vor. Vielleicht ist die beste Arbeit nicht die, bei der man am meisten Geld bekommt. Vielleicht ist es einfach eine Arbeit, bei der das was man macht wertgeschätzt wird.

Fazit:

Für mich ist das Buch besser als eine reine Reisereportagen, weil Stefan auch recht viel reflektiert. Bin ich wirklich im hier und jetzt oder plane ich schon wieder die nächsten Wochen und genieße nicht?

Macht mich das Reisen wirklich dauerhaft glücklich oder nutzt sich das genauso ab, wie der Arbeitsalltag im Büro, wenn man mal ein paar Wochen unterwegs ist? Was ist denn überhaupt ein gutes Leben? Viel Geld auf dem Konto? Frau, Kinder, Haus? Um die Welt reisen?

Ich hegte Hoffnung, dass ich einen Friedensvertrag mit der Arbeitswelt aushandeln konnte. Ich würde zurückkehren ins Online Marketing, aber ich hatte eine Bedingung: Ich würde keine vierzig Stunden mehr arbeiten und auch nicht fünf Tage die Woche.

Es gibt auch ein paar Antworten aber ich finde die muss jeder für sich selber finden. Glück und Zufriedenheit ist offenbar höchst individuell. Das Buch gibt aber einige interessante Denkanstöße.

Das einzige Manko sind die fehlenden Fotos aber die findet man im Blog des Autors.

Bewertung:

4.5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Einige Anmerkungen zum Job fand ich sehr treffend. Stefan stellt fest, dass er mit der falschen Erwartung an seinen Job herangegangen ist. “Der Anspruch, den ich an meine Jobs stellte, war nicht weniger als Selbstverwirklichung. Sie sollten mich glücklich machen. Ich sollte meinen Job lieben. Dafür warf ich alles in die Waagschale, aber bekam trotzdem keine dauerhafte Erfüllung zurück”. Kommt euch das bekannt vor? Mir schon. Wobei man sich sehr glücklich schätzen kann, wenn einem das zumindest eine Zeit lang gelingt. Ich kann mir zumindest viele Jobs vorstellen, bei denen es mir nie so gehen würde. Stefan schlussfolgert, dass seine Erwartungshaltung falsch war. Das würde ich so nicht unterschreiben aber es gibt offenbar nicht so viele Arbeitgeber bei denen man im Job dauerhaft glücklich wird. Eine weitere interessante Erkenntnis ist die, dass ein Job vielleicht eben nicht der bestbezahlte sein muss und es erfüllender sein kann, wenn die eigene Arbeit und man selbst wertgeschätzt wird. Aber letztlich sind die Jobs auch eine Basis solche Reisen machen zu können. Aber wie viel Arbeit ist genug oder nötig? Wie viel Stress muss man sich geben? Macht man sich selbst den meisten Stress?

[collapse]

Picknick mit Bären [Buch]

Bill Bryson - Picknick mit Bären

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Bill Bryson

Titel:

Picknick mit Bären (352 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Wer kann schon die Worte »Great Smoky Mountains« oder »Shenandoah Valley« aussprechen, ohne dabei nicht das Bedürfnis zu verspüren, »einen Laib Brot und ein Pfund Tee in einen alten Rucksack zu werfen, über den Gartenzaun zu springen und loszuziehen«, wie es der Naturforscher John Muir ausdrückte.

Der Anfang der Buch ist genial. Ich habe schon lange nicht mehr bei der Lektüre eines Buches so herzhaft und oft lachen müssen. Die trockene und (leicht) sarkastische Art die Ausrüstungsauswahl und andere Dinge zu beschreiben, ist unglaublich humorvoll und absolut treffend.

Nach der Vorbereitungsphase geht es auf den Trail. Dort wechselt der Autor immer zwischen historischen Hindergrundinfos oder anderen Informationen und dem aktuellen Geschehen. Die diversen Zusatzinfos sind zwar besonders anfangs oft interessant, nehmen aber deutlich den Schwung aus der Geschichte.

Manchmal hat man aber auch den Eindruck, dass sie nur das Buch auf eine bestimmte Seitenzahl dehnen sollen. Warum sollte mich zum Beispiel interessieren welche Entdecker vor 200 Jahren unterwegs waren und irgendwelche Pflanzen nach Europa transportiert haben, wenn ich ein Buch über den Appalachian Trail lese? Nur weil die vor 200 Jahren in der Region des Trails unterwegs waren?

Das Baumsterben hat bereits erschreckende Ausmaße angenommen. Ulmen und Kastanien sind dort längst verschwunden; der stattliche Schierling und der blütenreiche Hartriegel sind im Verschwinden begriffen; Rottanne, Frasertanne, Eberesche und Zuckerahorn sind als nächste dran. Wenn es jemals an der Zeit war, diese einzigartige Wildnis zu erleben, dann jetzt.

Viele am Rande angeschnittene Themen haben somit bestenfalls peripher etwas mit dem Trail zu tun. Erwähnt wird zum Beispiel auch der amerikanische Bürgerkrieg. Auch diverse Morde entland des Trails über die letzten Jahrzehnte werden behandelt und wen wundert’s, der Autor schafft es sogar den Urkontinent Pangäa in einem Buch über einen Hike des Appalachian Trail zu verstecken.

Gerade nach dem sehr humorvollen Anfang fügt sich das alles nicht zu einem wirklich stimmigen Gesamtbild. Auch später im Buch gibt es immer wieder witzige Phasen aber so gut wie am Anfang wird es nicht mehr.

Man weiß auch als Leser nie so genau wie weit das Buch der Realität entspricht. Es ist sehr offensichtlich, dass einige Dinge ausgiebig vom Autor ausgeschmückt wurden.

3.000 Kilometer zu wandern ist eine Sache, 3.000 Kilometer mit einem Kleiderschrank auf dem Rücken sind etwas ganz anderes.

Die Informationen zum Hiken werden hier eher nebensächlich vermittelt und stehen keinesfalls im Mittelpunkt. Bei diesem Buch handelt es sich eher um ein Unterhaltungsbuch mit Hintergrundinfos, die sich aber eher auf den Trail und dessen Umgebung an sich als auf das Wandern des Trails beziehen.

»Glauben Sie, daß wir es schaffen werden?« sagte Katz. Er musterte uns nacheinander. »Ach, Sie werden es schon schaffen«, antwortete er, aber in seinem Gesicht stand etwas anderes zu lesen.

Genauso wie auch die berühmte Wanderung des Pacific Crest Trails von Cheryl Strayed (hauptsächlich wegen dem Film zu ihrem Buch), hat auch der Autor dieses Buches “nur” einen begrenzten Teil des Trails gewandert (1400km von rund 3500km). Aber darf man überhaupt nur sagen, wenn man selbst nicht mindestens die gleiche Leistung erbracht hat? 🙂

Wenn man einen Grund finden will nicht zu hiken, liefert dieses Buch ihn von allen Hikingbüchern, die ich gelesen habe am ehesten. Es wird eine Unmenge an tödlichen Risiken aufgezählt. Allerdings lässt der Autor die Schönheit der Natur nicht unerwähnt.

Nach den Flecken auf der Matratze zu urteilen, hatte der letzte Benutzer nicht an Inkontinenz gelitten, sondern sich vielmehr ihrer erfreut. Offenbar hatte er das Kissen in seine Freuden mit einbezogen.

Für Zitate bietet das Buch übrigens unheimlich viele tolle Stellen. Diverse Stellen haben auch eine unglaubliche Situationskomik. Wer also ein wenig Fantasie hat, wird an diversen Stellen im Buch herzhaft lachen können.

Fazit:

Das Buch startet sehr vielversprechend, lässt dann aber stark nach und verliert sich in vielen Seitenwegen, wenn wir mal bei der Analogie des Trails bleiben wollen.

Ihr Freund eilte ihr zur Hilfe. »Es gab am Anfang ein paar schwierige Phasen«, sagte er, »aber wir haben unser ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt, und Sein Wille geschah.« »Lobet den Herrn«, flüsterte die Frau fast unhörbar. »Ach so«, sagte ich und nahm mir vor, unbedingt meine Zimmertür abzuschließen, wenn ich nachher ins Bett ging. »Und gesegnet sei Allah für das Kartoffelpüree«, sagte Katz vergnügt und lud sich zum dritten Mal auf.

So richtig ist das Buch weder Fisch noch Fleisch. Ich sage das selten, aber abseits des tollen Humors gerade am Anfang hat mir der Film besser als das Buch gefallen. Am ehesten könnte man das Buch vielleicht mit einem Roadtrip (nur das es hier keine Straße ist) beschreiben.

Der Autor legt größere Teile des Trails per Auto zurück und beschreibt – ähnlich wie in vielen Reisereportagen Dinge im Umfeld des Trails.

Bewertung:

3,0

Vergleichbare Bücher / Serien:

Der große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

[collapse]

 

 

Take A Thru-Hike: Dixie’s How-To Guide for Hiking the Appalachian Trail [Buch]

Take a Thru Hike - Jessica Mills

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jessica Mills

Titel:

Take A Thru-Hike: Dixie’s How-To Guide for Hiking the Appalachian Trail (153 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

If you are reading this, it means you have already been bitten by the hiking bug. You may or may not realize it, but somewhere throughout your life a seed was planted and has started growing. It might have happened recently or years ago.

Bei diesem Buch habe ich aufgrund des Covers einer falsche Erwartungshaltung gehabt. Das kommt davon, wenn man nur den Text liest, der in großer Schrift dargestellt ist.

Es handelt sich bei dem Buch nicht um einen Bericht über den Appalachian Trail, sondern um einen Guide zur Thru-Hike Vorbereitung. Die Autorin hat 2015 ihren Job geschmissen um den Appalachian Trail zu hiken. Gleichzeitig hat sie fleißig YouTube Videos in Netz gestellt, die teilweise extrem häufig aufgerufen wurden. Mehrere zehn oder hunderttausend Klicks sind schon beachtlich. Als nächstes hat sie den Pacific Crest Trail 2017 gewandert und in diesem Jahr den Continental Divide Trail.

I must warn you, though. The more you learn, the more you will develop an insatiable desire to break away from the chains of everyday life and chase the wind. For me, it happened on a family vacation when I was at the ripe old age of 5 years old.

Sie hat auch eine Sponsoringplattform, wo sie Geld für ihre Trails gesammelt hat. Teilweise hat sie dafür Gegenleistungen angeboten wie z.B. eine Karte vom Trail oder auch eine individuelle Beratung zur Thru-Hike Vorbereitung. Selbst eine Amazon Wunschliste gab es. Durch die YouTube Werbeeinnahmen kommt auch was rein. Der neuste Ansatz ist nun eine eigene T-Shirt Kollektion. Dixie (Trailname) oder auch Jessica ist somit eine recht erfolgreiche Geschäftsfrau und Thru-Hikerin geworden, die vom Hiken leben kann. Ihre Ausrüstung ist auch dementsprechend merklich besser geworden. Vom aktuellsten iPhone über teure Zelte, Drohnen und Satellitenkommunikation in der Luxusversion ist jetzt alles dabei. Sie hat sich und ihre Homepage zur Marke gemacht.

Too often we fence ourselves in with imaginary boundaries as we gaze at our dreams on the other side. We lie to ourselves and say that someday we will break out of our daily routines and live our wild ideas, but everyday life passes us by and someday gets a little farther away.

Im Buch verweist Dixie auf ihre diversen Videos, die kostenlos bei YouTube abonniert werden können und bereitet die vielen Tips und Infos, die sie dort gibt in Textform und etwas organisierter auf.

Es werden Informationen zur Rucksackauswahl, zu Schlafsäcken, Matratzen bzw. Pads, zum Kochen, zur Wasseraufbereitung, zur Resupply, zu Zelten aufbereitet. Allerdings ist das Buch relativ kurz. Bei einem gedrucktes Buch wurde ich von ca. 100 Seiten ausgehen.

Obwohl ich jetzt schon einige Videos der Autorin gesehen habe und auch schon vorher einiges gelesen hatte, habe ich noch ein paar neue Sachen mitgenommen und einiges was ich bisher nur mal zwischen den Zeilen gelesen hatte, bestätigt bekommen.

“All you have to do is put one foot in front of the other.”

Das Buch ist aber wirklich als Guide zu sehen. Es ist eher ein Sachbuch als ein Unterhaltungsbuch. Dabei hat dieses Buch eher eine operative Ausrichtung und geht unheimlich ins Detail. Dabei macht die Autorin auch vor den unangenehmeren Themen nicht halt.

Von Begegnungen mir Bären über Hiken mit Hunden wird wirklich jedes Thema abgedeckt. Die Planung von Resupply für einen spezifischen Trail wird in diesem Buch jedoch nicht adressiert.

“Don’t quit on a bad day.” Seriously, don’t. Everyone is going to have bad days. Here’s the test. Wait for a nice day and take a seat on a beautiful summit with the sun shining on your face, butterflies fluttering and birds singing. While you are taking it all in, if you still think, “this sucks,” only then is it time to quit.

Somit ist dieses Buch eine sehr gute Ergänzung z.B. zu Yogi’s Books, das es in mehreren Ausführungen gibt. Aufgrund der Versandkosten und der Mehrwertsteuer ist das aber noch mal wesentlich teurer. Yogi’s Books geht nicht so stark ins detail und ist etwas mehr aus die Trailstädte und Resupplypunkte ausgelegt. Also etwas weniger operativ, sondern eher strategisch.

Obwohl das Buch den Appalachian Trail adressiert sind 90% der Angaben 1:1 auf andere Trails wie z.B. den Pacific Crest Trail übertragbar.

Fazit:

Der Preis ist etwas hoch für meinen Geschmack für die wenigen Seiten aber wie ich oben schon sagte – Dixie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden.

Abseits davon wird hier wirklich alles behandelt, was man sich sonst recht mühsam im Netz zusammensuchen muss. Man findet die Informationen aber auch kostenlos. Mit dem Buch ist es aber etwas bequemer.

Bewertung:

5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook

Verwandte Bücher / Serien:

Noch nicht – Dixie will aber ein Buch über ihre Tripple Crown also den Appalachian Trail, den Pacific Crest Trail und den Continental Divide Trail schreiben

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde ich die Mentalität von Dixie ziemlich beeindruckend. Kurz nach dem Studium alles hin zu schmeißen und dann einfach mal ein halbes Jahr los zu ziehen ist eine Sache. Das dann mehrfach zu machen und ganz nebenbei daraus seinen Lebensunterhalt zu bestreiten ist eine andere Sache

[collapse]

 

Leselaunen Bewerbung

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aktuell lese ich gerade am dritten von vier Teilen der Dignity Rising Reihe. Ja, ich weiß – das war letzte Woche auch schon so. Aber ich bin fast durch (kurz nach 20:00 werde ich wohl durch sein).

Nach aktuellem Stand (ja ich weiß es ist immer Gefährlich solche Aussagen zu treffen ohne den letzten Band gelesen zu haben wird das eine 4,5/5 Bewertung – es gibt halt wieder diverse kleinere Logikschwächen, sonst wäre es sogar die 5/5). Ihr seht also ich finde die Serie ziemlich klasse. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Serie ziemlich erwachsen ist und von den üblichen Standardplots abweicht.

Momentane Lesestimmung

Ich bin nicht so richtig viel zum Lesen gekommen. Siehe auch und sonst so. Ich hoffe, dass in näherer Zukunft wieder etwas besser wird. Schaun wir mal.

Zitat der Woche:

Aber was auch immer in der Vergangenheit geschehen ist, ist weit fort. Wir leben doch heute. Und heute müssen wir versuchen richtig zu handeln. Das Gestern können wir nicht mehr ändern.« Hedy Loewe – Dignity Rising

Und sonst so?

In der Woche war ich ganz gut beschäftigt. Das war die erste volle Arbeitswoche und im Urlaub ist die Arbeit nicht weniger geworden. Zusätzlich gebe ich gerade eine Schulung, was auch immer ein wenig Ausnahmesituation ist, weil das Tagesgeschäft ja noch zusätzlich anfällt.

Die ersten Weihnachtsfeiern stehen an (ja, ich weiß sehr früh aber dafür auch noch mit weniger Trubel und entspannter). Meine Geburtstagsfeier hat einen weitere zwei Tage geschluckt. Einen Abend habe ich der Bewerbung (s.u.) gewidmet und ansonsten habe ich noch ein wenig an der Pacific Crest Trail Ausrüstung optimiert. Es ist schon lustig wie sehr man über das letzte Gramm nachdenkt, wenn man weiß, dass man das Gewicht hunderte Kilometer tragen muss.

Was braucht man, was braucht man nicht. Was wäre vielleicht besser? Nimmt man die Kamera mit (viel bessere Bilder) oder doch nur das Handy. Das sind immerhin 250g Unterschied. Klar ist es toll, nachher die Bilder zu haben aber wenn man wegen den 250g den Trail nicht schafft, dann nützt die Kamera auch nichts. Was man nicht gesehen hat, kann man nicht fotografieren. 250g mehr oder weniger sind ein gewaltiger Unterschied, wenn man sie 1000 oder sogar 4300km durch die Gegend trägt.

Reicht das einfache Insektenschutznetz oder das mit dem Blechring, damit man das Netz nicht ständig im Gesicht hängen hat. Wieviel Gramm Sonnencreme hat man dabei? usw. – DAS sind die sorgen eines Hikers. 😉 Klar gibt es größere Probleme auf der Welt aber die relevante Welt während eines Thru-Hikes wird erstaunlich klein. Es reduziert sich alles auf die elementaren Fragen. Ganz trivial: Wie überstehe ich die nächsten Stunden oder Tage?

Bewerbung

In dieser Woche war der große Tag – am Mittwoch konnte man sich für den Pacific Crest Trail bewerben. Wie jetzt? Bewerben für einen Wanderweg?! Ist ja nicht so, als wenn man Geld dafür bekommen würde, oder? Man will auch nicht in den Big Brother Container einziehen (ok, da wollen eh nur B- oder C-Promis hin) oder sucht einen neuen Job.

Ja, richtig. Der Pacific Crest Trail geht aber weitgehend durch einzigartige Natur und schon heute sind die Auswirkungen der Wanderer leider an vielen Stellen zu sehen. Aktuell dürfen 50 Leute pro Tag starten und das passiert gut 2 Monate im Jahr lang. D.h. in diesem Zeitraum begeben sich mehrere tausend Leute auf den Trail. Wer die Details nicht wissen will, sollte die nächste Zwischenüberschrift überspringen. Ansonsten – ich habe euch vorgewarnt.

Massentourismus und die Auswirkungen auf die Umwelt

An vielen stellen liegt Müll rum (zur Erklärung es gibt wirklich nur den Trail und teilweise 50km oder noch deutlich mehr keinen Mülleimer und erst recht keine Toiletten). Somit muss man alles mitnehmen was man mitgebracht hat. Einige lassen ihren Müll aber einfach zurück.

Wie funktioniert das mit dem “Toilettengang”? Für das große Geschäft buddelt man ein Loch was ca. 15 cm Tief ist. Im Optimalfall nimmt man sein genutztes Toilettenpapier wieder mit. Hört sich ekelig an? Ja, ist es auch ein bisschen aber es ist noch ekeliger, wenn man durch die Natur wandert und dort überall benutzte Toilettenpapier rumliegt oder sogar an Sträuchern hängt, oder? Ein wenig Einbuddeln (so es denn überhaupt gemacht wird), reicht leider nicht, weil es genug Tiere gibt, die das wieder ausbuddeln. D.h. man sollte einen geruchsdichten Beutel dabei haben (Ziploc), in dem man die Überreste mitnimmt. Es dauert Monate bis Papier verrottet (auch wenn dran steht, dass es verrottet).

Bei der ganzen Aktion muss man dann noch gut aufpassen, dass man sich die Hände desinfiziert, weil man sich ansonsten Durchfallerkrankungen einhandeln kann, die den Thru-Hike ruck zuck beenden.

Der Bewerbungsprozess (das Permit)

Den Ablauf habe ich in einem eigenen Blogbeitrag beschrieben. Im Prinzip war der Prozess nach 2 Stunden gelaufen. Ich bin ein Tag neben dem Starttag gelandet, den ich eigentlich haben wollte. Das war quasi optimal. Da dieses Jahr ein zufälliger Platz in einer Warteschleife ausgelost wurde, hatte ich mit ca. Platz 1000 noch Glück, dass die Auswahl der möglichen Starttage noch so groß war.

Zusätzlich zu der eigentlichen PCT Bewerbung benötigt man noch eine Erlaubnis um in Kalifornien Feuer machen zu dürfen (das schließt auch Gas- oder Alkoholkocher ein). D.h. die Erlaubnis benötigt jeder auf dem PCT.

Und wenn man den PCT komplett laufen möchte, dann muss man dafür die kanadische Grenze auf dem PCT überqueren. Da es dort keinen Grenzübergang gibt, an dem die Papiere kontrolliert werden, benötigt man auch dafür eine Erlaubnis. In dem Fall von Kanada. Ansonsten handelt es sich um eine illegale Einreise.

Wie geht es weiter?

Jetzt muss die Bewerbung geprüft werden (wenn ich inhaltliche Fehler gemacht habe, dann wird die Bewerbung abgelehnt). Das passiert nun in den nächsten Tagen. Die eigentliche Erlaubnis (das Permit) wird erst im Januar ausgestellt. Das hängt damit zusammen, dass jetzt nur die Permits für den kompletten PCT beantragt werden konnten. Im Januar wird es noch mal 15 Permits pro Tag für den kompletten PCT geben und die Permits für Teilstrecken – besonders für die Teilstrecke der Sierras, die mit Abstand die beliebteste ist.

Für mich steht nun das Gespräch mit dem Arbeitgeber an (das ist wichtiger als das Permit). Ein halbes Jahr unbezahlter Urlaub oder ein anderes Modell (z.B. 8 Stunden Arbeiten, nur 5 bezahlt mit Stundenaufbau) wäre die Voraussetzung. Im ungünstigsten Fall kann ich nur einen Teil des PCT wandern, mit dem normalen Urlaub wäre das dann wohl ca. ein Monat.

Urlaub als Section Hike oder Thru-Hike?

Ein Section-Hike ist natürlich was ganz anderes als ein Thru-Hike. Bei einem Section Hike steht man quasi direkt unter Zeitdruck. Die Möglichkeiten in einigen Trailsektionen ein und auszusteigen sind überschaubar. Einige Stellen sind auch nicht gerade einfach zu erreichen ohne eigenes Auto. Somit muss man ziemlich genau vorplanen wo man wann wieder sein will.

Zumal ich dann natürlich den schönsten aber auch anstrengendsten Teil (Sierras bzw. John Muir Trail), ohne eine vergleichbare Vorbereitung wandern möchte. Natürlich kann ich auch bei uns trainieren. Aber wenn man nebenbei Vollzeit arbeitet, sind die Trainingsmöglichkeiten primär auf die Wochenenden beschränkt. Das ist also kein Vergleich zur Vorbereitung auf dem Trail, wo man vorher 6 Wochen lang jeden Tag 10 Stunden läuft. Dementsprechend sieht das Ergebnis auch dann aus, wenn die Thru-Hiker auf die Section Hiker treffen. Während die Thru-Hiker die Berge hoch fliegen, sterben die Section Hiker tausend Tode.

Wenn ich den kompletten PCT wandern kann, dann benötige ich auch ein Visum, was dann auch noch beantragt werden muss. Es gibt also genug zu tun. Aber Step by Step, wenn der Arbeitgeber nein sagt, muss ich mir eh überlegen wie ich weiter vorgehe.

Ausrüstung?

Die Ausrüstung habe ich nun bis auf Kleinigkeiten komplett. Was jetzt noch offen ist, sind Luxusfragen. Die Kamera mitnehmen oder nur das iPhone?

Ansonsten weiß ich, dass ich einen Satelliten Notsender mitnehmen werde (damit kann man im Bedarfsfall Hilfe per Hubschrauber anfordern – es gibt aber drei Geräte mit verschiedenen Fähigkeiten und Gewichten und ich bin noch unschlüssig welchen ich davon nehme. Der eine kann als Navigationsgerät dienen (ist der schwerste), der andere bietet dieselbe Fähigkeit aber nur mit Handy (also weniger Redundanz) und der Dritte kann Emails versenden und empfangen und hat die vermeintlich beste Abdeckung weltweit, ist aber brandneu. Im Gegensatz zu den alltäglichen Alltagsfragen (gebe ich 50 Euro für irgendwas aus oder nicht), können die Entscheidungen in dem Fall aber durchaus größere Auswirkungen haben.

Philosophische Fragen

Ihr seht also, das sind Fragen, die einen im Vorfeld beschäftigen. Wenn man dann auf dem Trail ist, hat man vermutlich ganz andere Sorgen. Wo gibt es die nächste Stelle mit Wasser und dementsprechend wie viel Wasser muss man mitnehmen? Wie lang reicht mein Essen noch? Wo verbringe ich die nächste Nacht? usw.

Die wenigsten Leute schaffen den kompletten Trail. Man muss bedenken, dass das eine enorme gesundheitliche Belastung ist und man quasi auf fast allen Komfort verzichtet, an den wir uns alle im täglichen Leben gewöhnt haben.

Aber ist eine geringe Chance genug Grund seine Träume nicht zu verfolgen? Nee, oder? Und wer sagt, dass man unbedingt ankommen muss? Vielleicht ist ja auch hier der Weg das eigentliche Ziel. Der Weg beginnt im Falle des PCT schon viel früher. Schon mit dem Lesen von Büchern, Blogs und der Vorbereitung einschließlich Zusammenstellen der Ausrüstung.

Wie war eure Woche? Konntet ihr mehr Lesen als ich?

Weitere Leselaunen:

∗ Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? bei Hundertmorgenwald ∗ Alice meets Caraval bei Lesepirat ∗ Zurück aus der Herbstpause? bei RikeRandom ∗ Lesen und vorlesen lassen bei Lieblingsleseplatz ∗ Ereignisreiche Tage bei Stars, stripes and books ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liest ∗ THUG bei Letterheart ∗ Danke, Stan bei Trallafittibooks ∗ Von Lindwürmern, Jokern und Weihnachtsvorbereitungen bei Lucinda im Wunderland ∗ Neues Sofa bei Seeles Welt∗ Lesen ist eben doch nur ein Hobby bei Booksaremybestfriends ∗ Wizarding World Florida bei Piglet and her books ∗ Leselaunen bei My Book&Serie&Movie Blog ∗ Es wird kalt bei Nerd mit Nadel ∗ Unspektakulär bei glimrende ∗ Viele Fotos bei Sunnys Bücherschloss ∗ Freizeit ist ein wertvolles Gut bei Valaraucos Buchstabenmeer ∗ 

Pacific Crest Trail Permit / Bewerbgungsprozess

Noch mal ein Eintrag zum PCT. Heute um 19:30 deutscher Zeit hat der Anmeldeprozess für den PCT begonnen. In der ersten Welle wurden 35 Plätze pro Tag vergeben. Die restlichen 15 Plätze pro Tag werden im Januar vergeben. Es dürfen also pro Tag maximal 50 Leute starten. Was schon relativ viel ist, denn die müssen ja alle auch irgendwo entlang des Trails campen.

Dieses Jahr gab es bei der Bewerbung zum ersten Mal ein Warteschlangensystem. Der Nachteil an dem System war, dass es das reinste Lotto war. Wenn man vor der Startzeit in der Warteschlange war, hat man um 10:30 einen zufälligen Platz in der Schlange bekommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits rund 4000 Plätze lang war. Nach anderthalb Stunden war der April quasi komplett ausgebucht. Wenn man die belegten Plätze pro Tag mit der Anzahl der Warteschlangenplätze vergleicht, konnte man aber erkennen, dass viele Leute mehrfach in der Warteschlange waren um ihre Chancen zu erhöhen. Ich hatte Platz 960 in der schlange und im April bis auf zwei Tage noch die volle Auswahl. Das war aber auch der Punkt wo es langsam kritisch wurde.

Der Prozess lief aber unglaublich gut und glatt. Da muss man der Parkverwaltung oder auch einem evtl. externen Dienstleister großes Lob aussprechen. Ich hatte mir den Prozess deutlich holpriger vorgestellt.

Nachdem ich dann meine Bewerbung platziert hatte, sah es schon so aus:

Um 21:00 war dann quasi der ganze April rot, gegen 21:15 auch der halbe März und die erste Maiwoche. Im Bereich von 21:15 wäre man mit Platz 3xxx gelandet. Ab 21:30 waren die halbwegs realistischen Starttage weg. Um 21:45 ist der Mai zur Hälfte weg und der März fast vollständig.

Da die Queue später auf 6000 hoch ging, werden da einige bei der Anmeldung entweder deutlich von ihrem echten Startdatum abgewichen sein oder in die Röhre geschaut haben – ich hatte es in vorherigen Beiträgen schon erläutert: Das Zeitfenster für den PCT Start ist aufgrund der Witterung während des Trails relativ eng. Mitte April stellt quasi das Optimum da (davor im südlichen PCT zu viel Schnee, danach im nördlichen PCT). Dementsprechend verteilen sich die Starttage um Mitte April. Wobei es wohl eine Tendenz zur zweiten Aprilwoche gibt, wenn man sich das oben anschaut.

Die Häufung auf dem 1. April ist auch logisch, weil viele vermutlich ab da freigestellt sind oder gekündigt haben. Ein sinnvolles Startdatum ist der 1. April aber nicht wirklich.

Ich hatte es vorher bereits vermutet aber für mich ist nun absolut klar, dass es mehr als nur ein paar Leute geben wird, die sich nicht an ihre Startzeiten halten werden. Insofern werden an einzelnen Tagen vermutlich deutlich mehr als 50 Leute pro Tag starten. Das dürfte zumindest an den Campspots am Anfang des Trails nicht gerade entspannt werden. Vermutlich eher wie bei den Brummifahrern, die abends auch immer an den Rastplätzen Schlange stehen.

Es wird vermutlich Tage geben wo eher 100 oder 150 Leute statt der geplanten 50 Leute an den Start gehen werden. Dann wird es dann vermutlich auch Kontrollen der Permits geben. Wobei ich im Buch gelesen habe, dass man den Permit am Beginn des Trails überhaupt nicht benötigt.

Der nächste Schritt für mich ist nun das Gespräch mit dem Arbeitgeber. Das werde ich nächste Woche suchen.

Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich so viel zu dem Thema Pacific Crest Trail (PCT) gelesen habe, dass mir vorerst die Themen noch nicht ausgehen. Zum Thema Nahrung habe ich aber etwas intensiver recherchiert, bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe.

    

Hintergrundinfos

Kurz zur Erinnerung. Der Pacific Crest Trail ist eine Wanderstrecke quer durch die USA von knapp 4300km. Wenn man diese Strecke an einem Stück bestreiten will, hat man rund 150 Tage zeit dafür, weil einen das Wetter sowohl im Süden als auch im Norden limitiert. Wenn man früher startet (grob Mitte bis Ende April je nachdem wie viel Schnee in dem Jahr gefallen ist), gibt es zu viel Schnee in den Sierras oder sogar schon davor. D.h. es ist gefährlich oder unmöglich diesen Bereich zu überqueren. Wenn man später startet, hat man das gleiche Problem auf dem letzten Stück Richtung Kanada. Zusätzlich bekommt man dann ggf. Probleme bei Flussquerungen, weil zu viel Schmelzwasser in den Flüssen ist.

Jetzt denkt man vielleicht, dass man ja “nur” hiked und das doch nicht so eine besondere Anstrengung ist. Aber 4300 km/150 Tage sind knapp 30km am Tag. Dabei muss man bedenken, dass in dieser “Milchmädchenrechnung” nicht nicht ein Tag Pause, nicht ein Tag für Nachschubbeschaffung usw. verloren gehen darf. Realistischer sind 10-20 Tage Auszeiten oder Zeitverluste für Nachschubbeschaffung oder Trampen zu Städten. Schwups, schon ist man bei ca. 35km pro Tag. Hört sich nicht viel an? Wenn man mit 4km/h geht, dann ist man doch in grob 9 Stunden durch.

Die Herausforderung

Theoretisch mag das Stimmen aber der Trail ist kein flaches Gebiet was man mal eben so durchwandert. Der Trail hat so viele Steigungen, dass man dafür 17x! den Mount Everest besteigen könnte. Man muss auch bedenken, dass das Tageslicht begrenzend wirkt. 9 Uhr Abends ist Hiker Midnight. Der Sonnenuntergang findet schon deutlich früher statt.

Man bewegt sich temporär auf über 4000m Höhe und schleppt zusätzlich zum Körpergewicht bis zu 20kg mit sich rum und die Temperaturen in der Wüste sind von Mittags bis Abends so hoch, dass man nicht laufen kann (da läuft man teilweise sogar nachts mit Stirnlampe).

Gerade am Anfang des Trails muss man es aber etwas langsamer angehen lassen. Nichts kann die Dauerbelastung simulieren, die man auf dem Trail hat, außer der Trail selbst.

Ganz nebenbei muss das oben genanntes auch erst mal jeden Tag durchhalten, sowohl mental, als auch körperlich. Belohnt wird man mit Tollen Postkartenmotiven und einem Erlebnis, dass man nicht vergisst, wenn man Glück hat auch mit neuen Freundschaften.

Hiken = Extremsport?

Rein sportlich betrachtet ist o.g. ein unglaubliche Ausdauerleistung, die auch am Essen scheitern kann. Wenn es einem während des Trails nicht gelingt die benötigten 4000-6000 Kalorien pro Tag aufzunehmen (zum Vergleich normalerweise benötigt man eher 2000-2500), dann lebt man von seinen Reserven und die Reichen nicht über die Strecke. 500 Kalorien zu wenig pro Tag entsprechen wohl ungefähr 0,5kg Gewichtsabnahme pro Woche.

Problematisch wird das aber erst, wenn man kein Fett (z.B. am Buch) mehr abbaut, sondern die Muskeln abgebaut werden.

Nebenbei trinkt man auch sehr viel – teilweise 6-7l am Tag je nach Streckenabschnitt. Auch das ist sehr wichtig. Wenn man zu wenig trinkt, können die Giftstoffe nicht mehr abgeführt werden. Das Urin wird deutlich dunkler oder noch schlimmer man muss überhaupt nicht mehr pinkeln. Das ist brandgefährlich.

Kalorien + Fett – das Erfolgsrezept?

Die Nahrung, die man mitführt sehr leicht und mit geringem Aufwand zubereitbar sein (ansonsten benötigt man zu viel Energie und somit Brennstoff um sie zu erhitzen). Weiterhin muss sie einem die benötigten Nährstoffe und Kalorien zuführen.

Bei Thru-Hikern ist es also gängig – unter normalen Umständen – absolut ungesunde Nahrung ungeniert zu verspeisen. Bei einem McDonalds Besuch wird der Kalorienverbrauch maximiert und nicht minimiert. Wenn’s geht werden da auch mal 4000 Kalorien weggefuttert. Da man während des Trails nur eine begrenzte Auswahl von Lebensmitteln hat (es müssen welche sein, die sich über Tage ohne Kühlung halten und die leicht sind), nutzt man also jede Gelegenheit leckeres Essen zu bekommen. Und ein McDonalds entwickelt sich im Vergleich zur Trailnahrung schnell zum Gourmetrestaurant!

Was braucht man denn nun?

Als grobe Faustregel kann man von 1kg Essen pro Tag ausgehen. Das kann von Person zu Person mehr oder weniger sein. Hoch im Kurs steht dabei Nahrung, die getrocknet ist, also wenig Wasser enthält, weil Wasser in der Nahrung Gewicht mit sich bringt, dass man aber nicht direkt nutzen kann, wenn man es mehrere Tage rumträgt. Das belastet einen also nur zusätzlich.

Wann und wie oft isst man als Hiker?

Die meisten Hiker nehmen morgens und Abends eine Mahlzeit zu sich. Einige zusätzlich Mittags und auch zwischendurch wird ständig Kleinkram gefuttert. Das können Nüsse, Kartoffelchips, Kekse, Beagels, Burgerscheiben mit Aufstrich (Nutella, Marmelade, Erdnussbutter oder auch abgepackter Käse oder Wurst sein), Nüsse, Gummibärchen, M&Ms, Snikers, Müsliriegel usw. sein.

 

Morgens essen die meisten Frühstücksmischungen, die mit Wasser angereichert kalt oder warm gegessen werden. Die meisten Hiker wandern nach dem aufstehen erst ein Stück und essen dann etwas (das hat den Vorteil, dass einem ein wenig wärmer wird und das der Körper die Nahrung dann besser annimmt). Einige kommen aber auch nicht ohne Kaffee in den Tag. Mittags und / oder Abends gibt es Fertigmischungen – entweder aus dem Supermarkt die klassischen Mischungen mit Nudeln, Reis, Couscous, suppenartige Gerichte oder auch Fertigmischungen für Kartoffelpüree. Alternativ kann man auch getrocknete Gerichte kaufen, die aber deutlich teurer sind (man kann die auch selber vor dem Trail herstellen und sich dann zumailen).

Begrenzte Auswahl und Mangelerscheinungen

Das Hauptproblem der Hiker ist, dass die Auswahl beschränkt ist, und das man die meisten Sachen nach einiger Zeit nicht mehr sehen kann. Man muss aber essen und wenn man Nahrung für 6 oder 7 Tage kaufen muss, weil es teilweise entlang des Trails mehrere Tage keine Geschäfte gibt, dann muss man das gekaufte auch 6 oder 7 Tage essen und ob es im nächsten Laden etwas andere gibt, bekommt man noch zu sehen.

Die Fertiglebensmittel beinhalten nur eingeschränkt Vitamine, dafür aber oft viel Salz oder Zucker und Fett. Somit muss man auch darauf achten, dass man Vitamine wo immer es geht zuführt. Entweder über frisches Obst / Gemüse, wenn man in einer Stadt ist oder über Vitamintabletten. Übertreiben sollte man es aber auch nicht.

  

Salz nimmt man tendenziell wohl eher zu viel als zu wenig zu sich. Insofern sollte man etwas darauf achten, dass man nicht zu viele Chips, Cracker und ähnliches futtert, wenn man nicht besonder viel schwitzt.

Man kann auch keine Lebensmittel mit schweren / sperrigen Verpackungen nutzen. Dosen oder Gläser sind z.B. sind z.B. ungeeignet.

Was isst man denn nun konkret auf dem Trail?

Anbei eine Liste von Dingen, die man auf dem Trail z.B. Essen kann:

  • Bagels
  • Isostar Pulver
  • Chips
  • Oatmeal (Haverflocken mit Geschmack) / Pop Tarts / Kellogs / Quaker (siehe Oatmeal)
  • Müsliriegel (Granola Bars mit Nüssen)
  • Idahoan Mashed Potatoes (Kartoffelbrei)
  • Ramen Nudelgerichte (billig)
  • Knorr Nudelmischungen (z.B. Knorr Stroganoff / Knorr Parmesan)
  • Couscous
  • Tortillas (wie Pfannkuchen) / Sandwich Thins (Burgerbrötchenhälften)
  • Croutons
  • Thunfisch (in Tüten)
  • Belvita Breakfast Cookies
  • Abgepackter Käse
  • Reismischungen z.B Knorr (mehr Kalorien als Nudeln)
  • Beef Crumbles (verzehrfertiges Hackfleisch)
  • Getrocknete Früchte
  • Nussmischungen
  • Snickers
  • M&Ms
  • Beef Jerky (getrocknetes Rindfleisch)
  • Cracker
  • Fruit Leathers (Trockenobst)
  • PayDay Riegel / Twix / Snikers
  • Pürierte Früchte in Quetschpackung
  • SPAM Frühstücksfleisch
  • Pasta Sides
  • Palo Meals – Dehydrated meals (das ist eine recht teure Variante – beliebige Gerichte werden getrocknet – das ist gesünder als die Fertiggerichte, schlägt aber auch gerne mit 6-8€ pro Mahlzeit zu Buche)
  • Olivenöl als beigabe zum Essen (mehr Fett)
  • Jelly (Marmelade)
  • Nutella (z.B. für Tortillas)
  • Peperoni (Salami)
  • Ham (Schinken)
  • Rost Beef (Rind)
  • Pre cooked bacon (Kochschinken)
  • Pasta Roni
  • Dehydrated refried beans (getrocknete Bohnen)
  • Chicken (Huhn)
  • Nüsse
  • Milchpulver

Im Prinzip kann man alles Essen was Kohlehydrate, Fett und Proteine enthält und wenig Wasser.

Schmeckt es denn?

 

Man sollte aber auch immer darauf achten, dass einem das Essen schmeckt. Es ist ja toll, wenn man – aus wissenschaftlicher Sicht optimale Kombination isst, aber das Essen nicht mehr sehen kann. Den Moral Booster bzw. psychologischen Effekt sollte man eben auch nicht vernachlässigen. Ob man den Trail schafft, hängt eben von vielen Faktoren ab. Die optimale Kombination des Essens ist nur einer davon.

Je nach Tagesplanung macht es Sinn morgens (optional) und abends etwas warmes zu essen. Morgens kann es zum Aufwärmen dienen. Abends erfolgt dann die Hauptmahlzeit. In der Wüste kann es aber auch wegen der Mittagshitze sinnvoll sein die Hauptmahlzeit eher auf Mittags zu verschieben und dann eine mehrstündige Pause einzulegen, um die körperliche Anstrengung nicht in die größte Tageshitze legen.

Kalte Küche

Zwecks Zeitersparnis essen einige Hiker nicht mittags und Abends warm und futtern alternativ einfach zur warmen Mahlzeit Snacks wie Schoko- oder Müsliriegel. Somit hat man sich 1x kochen gespart. Es geht auch noch extremer indem man überhaupt nicht warm isst. Die Ersparnis dadurch ist aber eher gering, weil das Essen was nicht mit Wasser angereichert werden muss i.d.R. mehr Platzbedarf und Gewicht mitbringt (darüber gehen die Meinungen aber auseinander). Egal welche Variante man nutzt, man muss man sich bei seinen Einläufen für die Folgetage natürlich bereits vorher überlegen. Das kann man sich also nicht spontan auf dem Trail anders überlegen, sondern erst bei der nächsten Nachschubbeschaffung.

Was ist die “typische” Tagesration?

Kurz zusammengefasst sieht eine mögliche Tagesration wie folgt aus:

  • 250 Gramm Müsli Frühstück
  • 200 Gramm Nüsse, Riegel, Chips, Kekse (Zwischendurch)
  • 175 Gramm Tütengericht Mittags
  • 200 Gramm Nüsse, Riegel, Chips, Kekse
  • 175 Gramm Tütengericht Abends

Das entspricht ca. 1kg Proviant pro Tag

Nach dem Abendessen waschen und min. 2km weiter wandern um keine Bären anzulocken.

  

Wie “kocht” man auf dem Trail?

Genau genommen kocht man eigentlich überhaupt nicht. Das Wasser wird gerade soweit erhitzt, dass es fast kocht. Anschließend stellt man den Brenner aus und lässt das Essen 5 Minuten im Topf. Einige machen es auch anders und füllen das Essen und das erwärmte Wasser in eine Ziplocktasche und lassen die dann 5-10 Minuten im Topf. Um Energie zu sparen gehen einige auch noch weiter und geben das Essen in Kombination mit Wasser bereits eine Stunde vorher in ein verschließbares Behältnis. Lebensmittel wie Reis oder Nudeln sind dann noch schneller fertig beim “Kochen”.

Wichtig ist, dass man ausschließlich vorgekochte / -gegarte Nahrung zu sich nimmt. Wenn man Nudeln / Reis kocht, dann benötigt man viel zu viel Energie, die man wiederum mit sich rumschleppen muss.

Wie ist die empfohlene Zusammensetzung des Essens?

Recommended diet: 50-35-15 or 50% carbohydrate, 35% fat, 15% protein

Das bekommt man meiner Meinung nach in der Form nur hin, wenn man vor dem Trail die Rationen selber zusammenstellt und sie sich nur noch zuschickt und genau das isst, was für den jeweiligen Tag geplant ist. Das machen wohl nur die wenigsten Hiker. Man müsste entweder streng nach Listen kaufen und essen oder im Supermarkt eine Excel File anlegen für jedes Lebensmittel und dann ausrechnen was man wann, wie in welcher Kombination essen darf.

Abwechslung!

Meiner Meinung nach ist viel wichtiger ist am Ende, dass man Lebensmittel findet, die man noch runter bekommt, wenn man eine recht eingeschränkte Auswahl hat und die gleichen Dinge immer und immer wieder isst.

Auch auf dem Trail gilt wie immer im Leben. Man sollte nicht nur eine Sache essen, sondern möglichst Abwechslungsreich.

Es gibt auch Strategien was man wann isst. Einige heben sich bestimmte Gerichte für besonders schlechte oder anstrengende Tage auf. Einfach als Moralbooster. Andere futtern einfach die Sachen, auf die sie am meisten Lust haben zuerst. Bestimmte Gerichte haben auch besondere Vor- / Nachteile. Kartoffelpüree ist wohl zum Beispiel gut, für kühle Tage oder wenn man nicht ganz so viel Wasser hat. Irgendwo hab ich auch gelesen, dass man den zum Anwärmen in den Schlafsack stellen kann (mit flüssigerer Nahrung ist das natürlich keine gute Idee). Wenn die einem im Schlafsack ausläuft hat man größere Probleme als vorher. Das sollte man allerdings nicht in der Bärenregion machen bzw. ich gehe davon aus, dass der Schlafsack nach so einer Aktion länger riecht.

Rationierung

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man sein Essen rationiert. Es bringt nichts, wenn man 5 Tage auskommen muss aber am ersten schon die Menge für 1,5 Tage weggefuttert hat. Dafür kann man z.B. Beutel für die einzelnen Tage anlegen. Man sieht also schon so eine Nachschubbeschaffung ist Arbeit. Man muss die einzelnen Bestandteile der Tagesration zusammenrechnen.

 

Leselaunen Weltraum, Zelt, Einkaufen

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aktuell lese ich gerade am dritten von vier Teilen der Dignity Rising Reihe. Ich finde die Reihe bisher sehr gut. Der Plot ist definitiv nicht 08/15 und ich finde, dass die Serie bisher viel zu wenig Beachtung bekommen hat. Den zweiten Teil hatte ich in der Woche bereits beendet.

Gelesen:

Momentane Lesestimmung

Ganz gut. Die letzten Urlaubstage habe ich teilweise zum Lesen genutzt. Die letzten paar Tage war ich aber wieder anderweitig beschäftigt und musste seit Donnerstag auch wieder arbeiten Juhu. ^^

Zitat der Woche:

Öffentliche Hinrichtungen wurden bis zum Exzess zelebriert. Es gab zu viele Menschen, die sich am Tod anderer ergötzten. Das Leid der Verurteilten übertünchte das eigene verunglückte Leben. – Hedy Loewe, Dignity Rising

Und sonst so?

Da ich ja aus dem Australienurlaub zurückgekommen bin, habe ich auch den entsprechenden Reisebericht inklusive Bilder online gestellt.

Wandern

Dienstag habe ich eine erste Testwanderung mit Rucksack und maximalem Gewicht (also wie auf dem Pacific Crest Trail) gemacht. Das sind ungefähr 18kg – grob 6-7kg Basisgewicht – Kleidung, Rucksack, Schlfsack, Zelt usw / 2-7kg Wasser und / 2-7kg Essen – je nach Abschnitt. Ich habe einfach Wasserflaschen benutzt für den ersten Versuch. Gewandert bin ich auf dem Sauerland Höhenflug. Knappe 14km und 420m hoch und wieder runter in ca. 3,2 Stunden. Danach war ich auch zimelich k.o.. Das Wetter war gut. Wir hatten 16°C und leichten Sonnenschein, wobei der Wanderweg eh zu guten Teilen durch den Wald geht.

Neben dem Rucksack habe ich auch die neuen Schuhe und die neuen Klamotten (Materialmix aus Merinowolle und Kunstfaser getestet). Mit der Kleidung war ich zufrieden. Bei den Schuhen bin ich mir nicht sicher, ob die Zehen genug Platz haben. Wenn man beim Bergabwandern zu viel anstößt, verliert man auf dem Trail die Zehennägel.

Größer gibt es die Schuhe aber nicht. Wenn die nicht passen, muss ich also direkt einen ganz anderen Schuh nehmen und abseits dieser Thematik passen sie optimal. Die rutschen z.B. nicht in der Ferse oder scheuern irgendwo.

Der Rucksack war anfangs noch nicht optimal eingestellt und ich hatte zu viel Gewicht auf den Schultern. Abends tat mir dann so einiges weh. Die Hüftknöchel, die Hüftgelenke, die Schultern, … Aber das ist ja auch nicht anders zu erwarten, wenn man derartige Belastungen nicht gewohnt ist. Den ersten Test mit Rucksack werte ich aber als Erfolg.

Trekkingstöcke hatte ich zwar mit aber ich bin erst mal ohne gelaufen. Die Benutzung von Stöcken soll die Beine / Hüften entlasten. Das wäre also wohl sehr ratsam.

Trekkingausrüstung – Paket 2

Ich hatte während meines Urlaubs die zweite Ladung Trekkingausrüstung (Primär Zelt und Regenbekleidung bestellt). Das Paket hat dieses Mal nur zwei Wochen benötigt. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es Montag ankommt aber dieses Mal hat der Zoll mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Frankfurt hatte man wohl keine Lust auf die Zollabwicklung, also hat man das Paket an die lokale Zollstelle weitergeleitet, obwohl die Rechnung ok war. Da ich noch Urlaub hatte, habe ich das Paket am Mittwoch bei der lokalen Zollstelle abgeholt, statt es Montag ganz simpel nach Hause geliefert zu bekommen.

Die Zolleinstufung der Produkte ist auch absolute Glückssache. Beim letzten Paket ist die Einstufung als Sportzubehör erfolgt (knapp unter 6% Zoll), dieses Mal als Zelt (12% Zoll). Zoll + Mehrwertsteuer waren fast 400€ – Aua.

Das Zelt

Das Zelt habe ich dann gleich mal am Mittwoch im Garten aufgestellt und ich war recht erstaunt, dass es problemlos im 1. Anlauf funktioniert hat. Am längsten habe ich  gebraucht herauszufinden was wohin gehört. Das ist nicht ganz so einfach beim ersten Mal, weil man diverse Leinen und Membranen hat. Das Zelt hat einen festen Boden und ein Insektennetz. Weiterhin gibt es auf beiden Seiten zwei Eingangssegel, die man befestigen kann. Je nach Geschmack kann man also mehr oder weniger Luftzirkulation und Durchsicht ermöglichen.

Der Aufstellprozess selbst war dann recht problemlos. Allerdings hatte ich optimale Bedingungen – kaum Wind und kein Regen. Auf dem Trail sieht das dann noch mal anders aus aber man hat ja Zeit zum Üben.

Was ich auch gleich gemerkt habe ist, dass das aufstellen nur dann einfach ist, wenn man mit den Zeltheringen weit genug in den Boden kommt und der Boden nicht zu weich ist. Alternativ muss man Steine darauf legen, das dürfte aber ungleich instabiler und schwieriger sein.

Ich habe auch gleich noch als kleine Befestigung eine Deckenleuchte eingebaut (bzw. eigentlich nur einen kleine Schlaufe zur Befestigung, den man an das Zeltdach kleben konnte). Somit kann ich jetzt die Stirnlampe an der Zeltdecke aufhängen.

Einkaufswoche

Ansonsten habe ich mir jetzt auch diverses Kleinzeug für den Hike bestellt, von der Sonnenbrille mit Sichtkorrektur bis zum Bandana und der chemischen Wasserreinigung oder Socken war so ziemlich alles bei. Man benötigt halt auch viel Kleinkram. Einiges habe ich direkt bei Amazon USA bestellt, weil man es in Deutschland nicht bekommt. Das ist erstaunlich günstig und man hat nichts mit der Zollabwicklung zu tun. Es dauert allerdings ca. 3 Wochen bis die Sachen ankommen und bisher kamen sie immer per Hermes.

Einiges habe ich direkt verpackt und gewogen. So langsam nimmt meine theoretische Ausrüstungsliste also mehr und mehr Form in der Realität an.

Der Postbote steht aktuell teilweise mit 5 Päckchen pro Tag vor der Tür. Ich glaube das meiste habe ich jetzt aber bestellt und sollte in den nächsten Tagen eintrudeln. Auch der ganze Kleinkram geht ordentlich ins Geld.

Basteln für Hiker

Kennt ihr Tyvek? Nein? Ich bis vor kurzem auch nicht. Das Material hat einerseits vergleichbare Eigenschaften wie Papier (beschreibbar mit ganz normalen Stiften), es ist aber deutlich widerstandsfähiger und auch wasserdicht. Da man auf dem Trail immer wieder per Anhalter fahren muss (vom Trail zur nächsten Stadt und andersrum), habe ich mir Schilder gebastelt. Die Idee war, dass ich per wasserlöslichem Stift jeweils das Ziel unten im freien Bereich eintragen kann. Die Idee war gut, dummerweise lässt sich auch ein wasserlöslicher Stift auf Tyvek nicht mehr entfernen. Somit experimentiere ich jetzt noch wie ich da im unteren Bereich mache. Entweder mit einer Klarsichtfolie, die ich auf das Tyvek klebe oder die Amazon Pakettüten (dummerweise muss ich da erst noch rausfinden womit ich das Verpackungsmaterial von Amazon mit Tyvek verkleben kann – Uhu Kraftkleber ging schon mal nicht. Als nächstes versuche ich mal den Standard Uhu Kleber oder evtl. Sekundenkleber). Wenn das auch nicht geht, versuche ich mal eine Klarsichtfolie auf den unteren Bereich zu kleistern, damit ich die Beschriftung wieder entfernen kann.

Pacific Crest Trail Permit

Drückt mir mal bitte die Daumen für nächste Woche. Mittwoch muss ich das Permit für den PCT-Hike beantragen. Da werden sich tausende auf die Seite stürzen. Man bekommt eine zufällige Position in der Warteschlange. D.h. wenn man Pech hat, kommt man erst dran, wenn die begehrten Termine weg sind. Dann kann man nicht über Frodo und Scout (Trail Angel mit Full Service für PCT Hiker von der Flughafenabholung bis zum an den Trail fahren mit Einkaufen, Tipps und Vollverpflegung) anreisen, da die einen nur zu dem erlaubten Starttermin zum Trail fahren. Je nachdem wie toll das neue System funktioniert, fliegt man auch raus. Dann darf man sich wieder hinten anstellen. Ich bin noch recht skeptisch was das neue System zur Anmeldung angeht. Wenn die Termine im April weg sind, werde ich einfach nach weiter nach vorne gehen.

Ich habe mir gerade die Anmeldeseite schon mal an oberster Stelle in den Browser gepackt.

Und wieder arbeiten

Zwei Tage war ich jetzt auch wieder arbeiten. Das übliche Chaos. Die Mails sind  nach den zwei Tagen weitgehend abgearbeitet und es gibt viel zu tun. Nächste Woche werde ich dann noch eine Schulung durchführen. Ich bin also direkt wieder voll eingespannt.

Server

Mein Server für den Blog streikt temporär immer mal wieder für einige Minuten. Ich habe schon ein paar mal Tickets eröffnet beim Betreiber aber so richtig viel ist dabei nicht raus gekommen außer der Aussage, dass er was optimiert hat. Ab und an wirft der Server Fehler 500 beim Aufruf der Seite. In dem Moment ist dann lediglich die Festplatte ausgelastet. Der Prozessor langweilt sich eher. Nach ein paar Minuten geht es meist wieder. Sorry also, wenn euch das passiert. Aktuell liegt es nicht in meiner Macht das abzustellen. Da das auch immer nur temporär auftritt, kann der Betreiber es auch schlecht nachvollziehen (ich unterstelle jetzt einfach mal positiv, dass er das nicht kann und das keine Kostenfrage ist und das Problem bewusst in Kauf genommen wird).

Ich habe aber gerade auch keine Lust den Blog umzuziehen. In solche Basteleien habe ich dieses Jahr schon recht viel Zeit gesteckt. Irgendwann ist es auch genug. Theoretisch könnte ich auch einen Server mit SSD nehmen. Da sollte sich das Problem dann erledigt haben.

Aber hey, der Blog hat ja aktuell eh nur eine sehr eingeschränkte Reichweite. Gut zugegeben, man hat nur einen Versuch für den ersten Eindruck. Wenn man zum ersten mal auf eine Seite stößt und dann beim Aufruf einen Fehler bekommt, klickt man maximal noch auf auffrischen und danach surft man woanders weiter. Die Reichweite steigert sich so also sicher nicht.

Wie war eure Woche?

Weitere Leselaunen:

∗ Sturmfrei bei Letterheart ∗ Nachdenklicher Start in den November bei Lieblingsleseplatz∗ Ein bockiger Rücken kann nicht entzücken bei Stars, stripes and books ∗ 3, 2, 1.. die Weihnachtsbäckerei startet bei Bella’s Wonderworld ∗ Entschleunigung bei Hundertmorgenwald ∗ It’s always Tea-Time bei The Book Dynasty ∗ Lange Tage bei Nerd mit Nadel ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liest ∗ Zwischen Utopie und Dystopie bei Ricy’s Reading Corner ∗ Wie ich von einem Diskuswerfer massiert wurde bei glimrende ∗ Ordnungswahn und wenig Zeit zum Lesen bei ChaosMariechen ∗ Ostseeliebe & Märchen bei Lesepirat ∗ Leselaune bei JD’s Book of life ∗ Ikea, Lush & Let’s Play bei Trallafittibooks ∗ Von meiner krankheitsbedingten Lese- und Blogflaute bei Friedelchens Bücherstube ∗ Deadpool, MUTEC und Schreiben bei Valaraucos Buchstabenmeer ∗ Da schleicht er sich einfach an, der Rezi-Druck bei Booksaremybestfriends ∗ Auf der Jagd nach Prinz Dracula bei Ida’s bookshelf ∗ Herbstliches Wetter und ein neuer Arbeitsplatz bei Tiefseezeilen ∗

Australien Mitte + Nordosten [Reisebericht]

Das ist mein dritter und vorerst letzter Reisebericht von Australien. Wir hatten uns bereits vor der ersten Tour überlegt wie wir Australien am sinnvollsten Bereisen. Eine einzige Tour bei der wir nur mal ein paar Hauptspots abklappern kam für uns nicht in Frage. Insofern haben wir drei Touren geplant und diese hier ist die letzte. Bei der Tour sind die – aus Marketingsicht – bekanntesten Attraktionen enthalten. Die Tour hat aber auch einige Nachteile. Beispielsweise 3 Inlandsflüge und recht viele Leerlaufzeiten. Ersteres war uns vorher klar, letzteres nicht.

Die Beschreibungen der Reisetage bestehen meist nur aus ein paar Sätzen. Eine 3 Wochen Tour muss im Reisekatalog einschließlich Fotos auf 2 A4 Seiten passen. Das heißt 20 Tage müssen mit Preis und Termininformationen auf eine Seite passen. Da bleibt nicht viel Luft für genaue Tagespläne. Zumal sich der Veranstalter damit keinen Gefallen tut. Alles was explizit beschrieben wird, ist Bestandteil der Tour. Desto vager der Text, desto weniger angreifbar ist der Veranstalter. Was bedeutet z.B. den Uluru Erkunden? Fährt man dran vorbei, Wandert man drumherum, klettert man hoch? Dauert das 30 Minuten oder einen ganzen Tag? Somit kauft man immer ein wenig die Katze im Sack, wenn man eine Tour nicht vollständig selbst organisiert.

Besonderheiten

Da ich kürzlich ein Buch über die erste New York und Australienerfahrung gelesen habe, dachte ich mir, dass die ein oder andere Besonderheit vielleicht auch für euch interessant ist, die für mich schon nicht mehr so besonders ist, weil ich schon mehrfach in Australien war.

  • Die Australier lieben BBQ. Es gibt in Parks öffentlich nutzbare kostenlose Grillstationen, die mit Gas betrieben werden.
  • Die Geschmäcker sind verschieden. Magnum mit Minze oder KitKat mit Minze gefällig? Chips gibt es mit Essig (englischer Einfluss) mit Honig und anderen Geschmacksrichtungen wie Chicken BBQ, Meersalz, Sauercreme mit Chilli, Honig mit Essig und Käse. Die bei uns beliebten Paprika Chips gibt es nicht.
  • Die Australier stehen morgens auf einen pflanzlichen Brotaufstrich der Vegemite heißt. Den mag man oder man hasst ihn. Mein Fall ist er nicht.
  • Die Rechnung gibt es im Restaurant (meist) nicht an den Tisch oder es gibt sie Rechnung an den Tisch aber man bezahlt an der Kasse. In der Regel steht am Tisch eine Nummer. Manchmal kann man auch am Tisch zahlen.
  • Wasser (tap water) gibt es – wie in den USA – zum Essen kostenlos.
  • Manchmal gibt es free Refill bei Softdrinks.
  • Bei Inlandsflügen dürft ihr Getränke mitnehmen. Wasserflaschen im Handgepäck sind also kein Problem.
  • Wie auch in den USA darf man sich im Restaurant nicht einfach irgendwo hinsetzen, sondern wartet darauf, dass man einen Tisch zugewiesen bekommt. Beim Frühstück gilt das i.d.R. nicht.
  • Trinkgelder sind in Australien eher unüblich.
  • Australier haben Aussi Burger (mit Spiegelei, Rote Beete und Annanas) und Aussi Pizza (na womit wohl?).
  • Man wartet im Restaurant darauf einen Tisch zugewiesen zu bekommen. Freie Wahl gibt es nicht.
  • Die Australier scheinen im Schnitt sehr ehrlich zu sein. Es gibt diverse Systeme, die auf dieser Grundannahme basieren und funktionieren.
  • Oft kauft man sich Getränke an der Bar, auch wenn man Essen geht. Ab und an werden auch Getränke an den Tisch gebracht. Das ist aber eher selten.
  • Die Wassermarken überall im Land sind für Hochwasser und geben an, ob man mit seinem Fahrzeug (mit Schnorchel) passieren kann oder nicht. Meist sind diese Marken in der Regenzeit der jewiligen Region relevant.
  • Lebensmittel sind eher teuer. Die Preise können aber erheblich variieren. Mount Franklin 0,6l Wasser kosten gerne mal zwischen ca. 2 und 6$ pro Flasche – es kommt darauf an wo man ist. No name Wasser im Supermarkt 12×0,6l im Angebot in Cairns (Touristenhochburg) ca. 3$. Das ist doch mal ein Preisgefälle, oder?
  • Im Supermarkt gibt es oft warmes Essen, das sich auf einer Heizplatte befindet. Teigtaschen mit einer Gulasch oder Hackfleischartigen Füllung. Hot Dogs oder Huhn in verschiedenen Varianten. Gekühlte Sandwiches sind seltener.

Der Flug

Der Flug ist ziemlich lang. Rund 20 Stunden reine Flugzeit plus Transfers. Je nach Fluggesellschaft hat man aber ein Bordprogramm aus den aktuellsten Kinofilmen. Ich habe mir auf dem beispielsweise folgende Filme angesehen:

  • Leave no Trace 3,5/5
  • Hotel Transilvanien 3 3,5/5
  • Pacific Rim 2 3,5/5
  • Solo A Star Wars Story 3,5/5
  • Red Sparrow 3,5/5
  • Jurassic Park: Fallen Kingdom 3,5/5
  • The Incredibles 2 4,5/5
  • Oceans 8 3,5/5

Bei Langstreckenflügen gibt es in der Regel zwei vollwertige Mahlzeiten. Je nach Fluggesellschaft ist die Versorgung dazwischen unterschiedlich gut. Bei Singapore Airlines ist es in der Regel so, dass zwischendurch Snacks verteilt werden. Getränke gibt es sehr häufig. Zusätzlich kann man jederzeit in der Küche vorbeischauen und sich etwas holen. Wenn man einen Fensterplatz hat geht das natürlich nicht so gut, wenn zwei Leute neben einem sitzen. Dafür kann man dann aber auch die Ruftaste nutzen. Nur halt nicht dauernd, bitte.

Überraschend war diesmal die Wolkenpracht über Australien. Normalerweise (so war es bei den vorherigen Touren) sind über Australien relativ wenig Wolken zu sehen. Dieses Mal hatten wir eine fast geschlossene Wolkendecke.

Der Flug in Deutschland ging Mittags los. Da wir gegen die Zeit geflogen sind, waren wir am nächsten Morgen in Singapore. Wenn ihr mal in Singapore am Flughafen seid, dann schaut euch dort um! Neben Schmetterlingsgarten, Sonnenblumenterasse, Orchideengarten, Kino und temporären Kunst oder Blumendekorationen gibt es dort auch noch andere Dinge zu sehen. Wir hatten rund 4 Stunden Aufenthalt und haben uns den Schmetterlingsgarten angesehen (da wir schon öfter am Flughafen waren, kennen wir aber im Prinzip schon alle Highlights).

Übrigens Achtung: In Singapore gibt es seltsame Regeln für die Mitnahme von Getränken. Im Flughafen gekaufte Flaschen müssen leer sein, sonst kommt ihr nicht in den Flieger. Es gibt keine Sicherheitsbereich wie in anderen Flughäfen. Jedes Gate hat seine eigene Kontrolle. Oft sind hinter der Kontrolle keine Automaten Shops und manchmal auch keine Toiletten.

In Sydney hat uns bei der Ankunft um 9:00 abends direkt das Feuerwerk am Darling Harbour empfangen. Das war aus dem Flieger zu sehen. Leider hat es aber auch geregnet. Lt. Taxifahrer war es dieses Jahr besonders feucht und das ist eher ungewöhnlich. Na, das freut einen ja zu hören nach 24 Stunden um die halbe Welt.

Der Torveranstalter ist AAT Kings. Die haben in Australien schon fast Monopolstellung. Man sieht überall Busse von AAT Kings oder deren Tochterunternehmen. Die Tour ist maximal modularisiert. D.h. Eine feste Reisegruppe gibt es für maximal 10 Tage, eher weniger. Es stoßen immer wieder Leute dazu und verlassen die Gruppe. Um so lustiger ist welches Theater um das Kennenlernen bzw. den Abschied gemacht wird. Mit Namensschildchen, Willkommensessen und Abschiedsessen alle paar Tage.

Sydney – Tag 1

Wir reisen einen Tag vor beginn der Rundreise an und haben den ersten Tag bis auf das Abendessen zur freien Verfügung.

Da wir in Sydney bei der ersten Tour schon gewaltig abgeräumt haben und sich das Wetter eher durchwachsen gestaltet hat, haben wir uns entschlossen die Museen zu besichtigen. Zuerst das Museum of Western Australia (Naturkunde + Sonderausstellung berühmte Australier – ca. 1,5 Stunden), dann die Barracks (die Geschichte der Australier beginnt mit der Besiedelung von durch Verbrecher, die von England nach Australien deportiert wurden – das Museum veranschaulicht dies 0,5 bis 1 Stunde). Zum Mittagessen ging es ins Hardrock Cafe Danach waren wir im Powerhouse Museum (Technik und Design – ca. 2,5 Stunden), was mit Abstand am interessantesten war. Blöd war lediglich, dass wir die neue Star Wars Ausstellung um ein paar Tage verpasst haben. Die scheint ziemlich cool zu werden.

Anschließend ging es zum Kennenlernabendessen mit der Reisegruppe am Darling Harbour. Da wir das Feuerwerk vom Vortag aus der Nähe sehen wollten ging es anschließend ins Hardrock Cafe um einen Cocktail zu trinken (Zum Überbrücken und hey ich mag die Atmosphäre im Hard Rock). Kurz vor dem Feuerwerk kam mal wieder ein Schauer runter. Insgesamt hatten wir aber Glück im Unglück. Das Feuerwerk war toll und die Stimmung im Hafen super (Samstag Abend).

Sydney – Tag 2

Am nächsten Tag ging es zuerst zum MrsMacquarie’s chair. Anschließend sind wir zum berühmten Bondi Beach gefahren und hatten dort auch tolles Wetter. Dort bin ich dann eine Stunde am Strand lang gewandert. Da ich zu mutig war habe ich mir gleich noch nasse Füße besorgt. Wer zu nah am Wasser läuft ist selber schuld (jede xte Welle usw.). Aber das ist ja eine ganz gute Übung für möchtegern Hiker. Da muss man auch bereit sein mit nassen Füßen zu laufen (nur sollte man dann keine Goretex Schuhe anziehen, die halten Wasser genauso gut drin wie draußen).

Ich habe es aber tapfer bis abends ausgehalten und die Füße waren wieder trocken.

Als nächstes stand die Hafenrundfahrt mit Mittagessen auf dem Programm. Die ist übrigens eine absolute Empfehlung (die Rundfahrt, nicht das Essen an Bord). Der letzte offizielle Programmpunkt war die Tour durch die Oper mit einem unterhaltsamen und speziellen weiblichen Guide. Die Tour ist übrigens immer anders je nach Guide und belegten Räumlichkeiten.

Anschließend (ab 16:00) sind wir noch ein wenig durch die Stadt gewandert und sind auf das Aussichtsdeck des Sydney Tower gefahren. Wenn mann sich einen guten Blick auf die Oper oder die Hafenbrücke erhofft, wird man aber enttäuscht. Es stehen zu viele Gebäude im Weg.

Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch eine Prepaid Karte von Telstra besorgt (wie Telekom bei uns). Für 30$ 6GB und kostenlose Anrufe in Australien und nach Deutschland – unbegrenzt übrigens sind wir Sonntag um 16:59 in den Laden und die haben nicht gemurrt und sich ca. eine halbe Stunde Zeit genommen.

Abends ging es noch mal ins Hardrock Cafe.

Blue Mountains – Tag 3

Tja, Regen und Nebel sind die Schlagworte des Tages. Seht selbst:

In Sydney war das Wetter – wie bereits gewohnt – wechselhaft. Nachdem wir um 15:00 wieder in Sydney waren, haben wir uns das Kunstmuseum (1-1,5 Stunden – wie immer in Kunstmuseen fand ich einige Exponate toll und andere haben mich an der Zurechnungsfähigkeit der Künstler zweifeln lassen) angesehen. Danach ging es in den Sydney Tower. Das hatten wir zwar schon beim ersten Sydneybesuch gemacht aber wir hatten noch mal Lust dazu.

Abends eine extrem gut besuchte Pizzeria in der nähe des Hotels besucht. In der Pizzeria gibt es abends Livemusik. Nachdem ich meine Lasagne verdrückt habe (die schmeckt übrigens in Australien ganz anders als in Europa und wird auch anders gemacht) warte ich auf die Rechnung, die nicht kommt. Ach ja, da war was. Das geht ja hier anders. Ich gehe zur Kasse und habe natürlich nicht darauf geachtet, dass die Tischnummer an der Seite stand. Da wir direkt vor der Band saßen, lässt sich das leicht klären.

Flug und Ayers Rock – Tag 4

Am Folgetag sind wir zum Ayers Rock Resort geflogen (Zeitumstellung -1,5 Stunden). Nachdem wir nachmittags im Resort angekommen sind, haben wir zuerst die Camelfarm besucht, um danach die Zimmer zu beziehen. Ich habe dann knapp drei Stunden die Resortanlage erkundet (diverse Aussichtspunkte + Aboriginal Kunst). Die Temperatur war mit rund 26°C für die Region eher kühl.

Um 17:00 ging es dann näher an den Uluru heran und anschließend haben wir uns den Sonnenuntergang angeschaut. Das ist einerseits toll, andererseits maximal kommerzialisiert und mit Sekt, Wein usw. auch recht kitschig. Tolle Natur trifft auf Massentourismus und Kommerz.

Anschließend gab es dann das typisch australische BBQ. Der Abends ist dann mit einer Sternenkunde ausgeklungen. Leider war der Mond recht hell. Ansonsten bekommt man in Australien einen Sternenhimmel wie im Planetarium zu sehen. Man sieht alles einschließlich der Milchstraße (Nebel). Bei Vollmond leider nicht mal ansatzweise.

Ayers Rock Teil 2 – Tag 5

Morgens ging es zum Sonnenaufgang zum Uluru (4:35 aufstehen im Urlaub 😉 ). Die Veranstaltung war auch sehr massentouristisch aber trotzdem schön. Danach haben wir zu Fuß den Uluru weitgehend umrundet. Leider war die Besteigung nicht eingeplant bei unserer Tour. Ich wäre wohl auch der einzige aus der Reisegruppe von 26 Personen gewesen, der es gemacht hätte. Während die anderen noch mit dem Rundgang beschäftigt waren erklimme ich schnell das erste Stück und gehe dann schweren Herzens wieder runter. Stattdessen sind wir dann eine Stunde im Besucherzentrum gewesen. Gruppenreisen haben auch Nachteile.

Danach ging es nach Kata Tjuta und auch dort haben wir eine Wanderung gemacht. Um ca. 2 Uhr war das Tagesprogramm beendet.

Am letzen Aussichtspunkt vor Ende der Tour treffen wir den Bruder von unserem Tourguide Liz. Er reist seit 5 Monaten mit als Overlander durch die Australien (mit zwei schulpflichtigen Kids, die er bzw. seine Frau unterrichtet). Das Gespann besteht aus Geländewagen mit Schnorchel und Wohnwagen. Er hat ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub. Ich denke mir gerade, dass ich das was er macht echt cool finde.

Danach haben wir noch den Supermarkt besucht und einen Hubschrauberrundflug (Optional) zum Ayers Rock und nach Kata Tjuta gemacht. Leider darf der Hubschrauber nicht wirklich nahe an den Uluru ran.

Es gibt bessere Rundflüge als diesen. Wenn man aber noch nie in einem Hubschrauber geflogen ist, kann ich das nur empfehlen. Ich habe Pech und sitze in der Mitte. Mein Nachbar ist aber extrem rücksichtsvoll und somit bekomme ich ein paar gute Bilder hin.

Nachmittags sitze ich im Hotel und hadere ein wenig mit der vertanen Chance. Das passende Zitat dazu kommt mir auch in den Sinn:

„Unser Leben ist von Gelegenheiten geprägt.
Auch von den verpassten“ Michaela Schmitt – Ausreisser – Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland

Genau jetzt habe ich Zeit und komme nicht zum Uluru und ich bin nur ein halbe Stunde Fahrtzeit entfernt.

Ich bestelle aus Frust und um die Zeit zu nutzen die 2. Ladung Hiking Ausrüstung (Zelt, Regenkleidung usw.).

2019 wird der Weg auf den Uluru endgültig gesperrt. Der Weg ist sehr Steil und nich ungefährlich. Weiterhin sehen die Aboriginals den Berg als heilig an und wollen nicht, dass er bestiegen wird. Das hält aber hunderte Touristen pro Tag nicht davon ab den Berg zu besteigen. Es geht zwar nicht um viel aber das ist eine der vertanen Chancen im Leben. Ich ärgere mich noch immer.

Abends besuchen wir das Pioneer Cafe, weil uns das eigene Hotel zu steif ist. Die Atmosphäre ist toll, das Essen mittelmäßig, der Abend ist trotzdem unterhaltsam mit Livemusik und ein paar Billardtischen um uns herum.

Heute hatten wir 32°C.

Anschließend fasse ich im Hotel die ersten 6 Tage der Tour zusammen.

Kings Canyon – Tag 6

Den Kings Canyon gibt es weltweit mehrfach. Mit 8:00 ist die Abfahrtzeit heute human. Wettervorhersage 34-36°C. Das bedeutet, dass es heute statt der Wanderung um den Canyon nur die Kurzwanderung gibt (in den Canyon). Der Weg um den Canyon wurde um 9:00 aus Sicherheitsgründen gesperrt um den Durchschnittstouristen vor sich selbst zu schützen. Das habe ich so noch nie im Nationalpark erlebt. Ich bin überrascht.

Da unsere Reiseleitung zu unflexibel ist, werden wir die Wanderung auch nicht am nächsten Tag durchführen, obwohl Zeit genug dafür wäre. Ich bin megamäßig genervt.

Nachmittags gibt es als Alternative einen 15 minütigen Rundflug (Optional). Ich ziehe zum zweiten Mal das große Los und sitze in der Mitte (das ist der einzige wirklich schlechte Platz im Heli). Generell sind Hubschrauberrundflüge toll. Wenn man in der Mitte sitzt und keine Fotoschiebetüren vorhanden sind, allerdings nicht so. Zumindest war das mein erster Hubschrauberflug, bei dem ich nicht ein Foto gemacht habe, weil ich in der Mitte keinen Platz dafür hatte. Ich beschließe, dass ich für diese Tour genug Hubschrauberrundflüge hatte. Sollen andere für den Mittelplatz bezahlen.

Das Hotel ist in der Nähe des Kings Canyon angesiedelt. Man merkt allein an den Lebensmittelpreisen, dass man weit ab vom Schuss ist. Den heutigen Tag fand ich ziemlich mäßig.

Alice Springs – Tag 7

Heute geht‘s um 7:30 los. Etwas makaber ist, dass uns die Reiseleiterin sagt, dass es um 5:30 Frühstück gibt. Das ist für die Leute, die den Kings Canyon so angehen wie es eigentlich gedacht ist, also morgens. Lt. Aussage der Reiseleiterin schaffen wir es zeitlich heute nicht im Kings Canyon zu wandern, weil zu wenig Zeit in Alice Springs bleibt. Wie sich später zeigt ist das totaler Quatsch, weil wir trotz ca. 1,5h Stunden Pause! um ca. 14:00 in Alice Springs ankommen. Da fliegt man um die halbe Welt um morgens 1,5 Stunden länger zu schlafen und nachmittags im Hotel zu sitzen. Das Naturerlebnis muss bei derartig tollen Alternativen eben ausfallen. Hotels, Shoppingcenter und lange schlafen ist halt wichtiger. Alice Springs kann man sich übrigens im sparen – zumindest muss man dafür keine Zeit einplanen. Es gibt in der Stadt nicht wirklich was zu sehen.

Abends ab 19:00 schauen wir uns noch den Tierpark an. Das ist recht interessant, weil man einheimische Tiere sieht. Uns führt eine junge Deutsche, die im Tierpark arbeitet. Da es dunkel ist haben die Parkranger rote Taschenlampen und versuchen die Tiere zu spotten. Mit so wenig Licht sind Fotos schwierig. Warum geh man abends in den Tierpark? Bei Tagestemperaturen von 35° C sieht man vorher nicht viele Tiere. Währen des Rundgangs fängt es an zu Regen. In Alice Springs!

Heute habe ich mir mal ein paar Sachen aus dem Supermarkt besorgt. Man muss ja auch mal etwas lokales testen. Die Chipssorten sind etwas seltsam. Honig + Essig, Essig, Sweet Chilli + Sauercreme (die teste ich gerade und schmecken mir ganz ok, auf Dauer etwas sauer), Meersalz (die schmecken) usw.

Ansonsten sind die TimTam Schokoladenkekse (weiß oder klassik) recht lecker.

Alice Springs – Cairns – Tag 8

Abfahrt ist heute um kurz vor 9. Anschließend besuchen wir den Flying Doctors Service. Das ist recht interessant.

Danach geht es um ca. 11:30 per Flieger nach Cairns. Dort kommen wir um 14:15 an (die Zeit ist wieder um 30 Minuten vorgestellt worden) und sind ca. 15:00 im Hotel. Nach einer kurzen Einführung durch unsere neue Reiseleiterin geht es zum Zoom Wildlife Park (in Eigenregie). Dort nutzen wir den Dome Walk um die Umgebung kennenzulernen.

Dort treffen wir auf eine junge US Amerikanerin aus Kansas, die ein 2 Jahresvisum in Australien hat um dort zu arbeiten, sie war schon in verschiedenen Orten, meint aber, das der Job im Tierpark der bisher beste ist und sie hofft, dass das Working Visum verlängert wird. Zwischen den Jobs ist sie Backpackermäßig zwischen den Orten gewechselt und hat das Land erkundet. Ich wünsche ihr viel Glück.

Ich habe sowas früher immer als verschenkte Zeit angesehen, weil man kaum etwas verdient und auch keine Karriere macht. Unterdessen sehe ich das nicht mehr so. Wir treffen auch unglaublich viele junge Jungs und Mädels um 20 (übrigens sogar mehr Mädels als Jungs), die solo durch Welt touren. Ich finde das echt cool. Die Zeit habe ich mir nie genommen oder gegönnt.

Anschließend wandern wir ein wenig auf der Promenade herum und essen danach an der Waterfront (110$ 2 Personen, Hauptgang, Coke, Nachtisch). Ich habe Bushtucker Food – also Kangaroo, Krokodil und alles was man so an Grünzeug im Busch findet auf dem Teller. Krokodil schmeckt ein wenig wie Hühnchen – gewöhnungsbedürftig.

Das Feeling ist wie in der Karibik – vergleichbar mit Florida.

In Cairns gibt es ein großes kostenloses Freibad (wobei die Bezeichnung eine Untertreibung ist) direkt am Meer. Wieso das? Wegen der Gefahr durch Quallen und Krokodile. Dort sind hunderte Leute in jedem Alter.

Krokodile und Kuranda – Tag 9

Heute ging es um 8:30 zu Hartley’s Crocodile Farm (zum ersten Mal mit 52 Leuten). Das ist definitiv zu viel aber auch nur für zwei Tage, danach sind wir 35. Ab heute haben wir eine andere Reiseleiterin. Die gleiche, die wir bei unserer ersten Australientour hatten (Manuela). Die Welt ist klein.

In der Cocodile Farm gab es neben Krokodilen diverse andere einheimische Tiere zu sehen. Die Krokodile (Saltwater Crocodiles) gehören zu den größeren und aggressiveren ihrer Gattung. Die Boote, die zu Fütterung genutzt wurden waren nahezu komplett geschlossen. Krokodile können ziemlich hoch „springen“.

Das „Futter“ wird an mehrere Meter langen Metallstangen über das Wasser gehalten bzw. immer wieder ins Wasser gedipt. Die Krokodile können Bewegungen im Wasser auf große Distanzen orten. Man könnte meinen, dass das Tierquälerei ist. Aber da die Tiere eh im Park leben müssen sie so für ihr Essen arbeiten.

Am Ende gelingt es unserem sehr jungen Guide (Mädchen) nicht die Stange zu halten. Das Krokodil nimmt Köder und Stange mit. Gegen die brachiale Gewalt hat man aber auch wenig Chancen.

Neben Krokodilen gab es auch diverse andere Tiere wie Kangaroos und andere einheimische Tiere zu sehen.

Das Salzwasserkrokodil auf dem Foto hat sich nicht mit dem Köder begnüngt, sondern die mehrere Meter lange Metallstange gleich mitgenommen.

Anschließen ging die Fahrt weiter nach Kuranda, wo es Wege durch den Regenwald, einige Tierattraktionen in Form von spezialisierten Miniparks (Vögel, Schmetterlinge, Koalas) zu sehen gibt. Wir haben uns die Schmetterlinge angeschaut und das war wirklich sehenswert. Die Papageien haben währenddessen unsere Reisegefährten auseinander montiert. Ladegerät in geschlossener Kameratasche zerlegt, Knopf vom Cape abmontiert usw., wie wir später erfahren.

Auch einem Weg durch den Regenwald sind wir gelaufen. Es gibt auch massenhaft Shops für alle möglichen Dinge, die teuer sind und die man eigentlich nicht braucht. Wer etwas nach Hause mitnehmen möchte wird hier fündig.

Ab 17:00 ist der offizielle Teil beendet.

Wir gehen an dem Abend zum Italiener an der Waterfront und ich gönne mir ganz simpel Spagetti Bolognese. Die schmeckt wie zu Hause. Das ist übrigens keineswegs selbstverständlich, wenn man etwas im Ausland etwas bestellt, was man aus dem eigenen Land kennt. Spagetti sind in Australien übrigens recht teuer. 50% mehr als eine Pizza sind keine Seltenheit.

Great Barrier Reef – Tag 10

Heute geht es um 7:30 los. Wir spazieren zum Ableger um zu Great Barrier Reef zu fahren. Es liegen übrigens zig Schiffe im Hafen, die tausende von Nenschen jeden Tag Richtung Riff transportieren. Das ist eine riesige Industrie.

Um 9:00 fährt der Katamaran zu einer Plattform am Reef. Dort können von Heliflügen über diverse Arten von Tauchen, Schnorcheln und Glasbodenboot fahren diverse Aktivitäten wahrgenommen werden. Dort treffen wir um 10:30 ein. Anschließen schnorchle ich zum ersten Mal im Leben. Die ersten 5 Minuten mehr schlecht als recht. Als die Taucherin Fotos von mir macht läuft mir gerade Wasser in die Maske und ins Mundstück aber die Fotos bekomme ich hin! Nach 5 Minuten habe ich den dreh raus. Die Wassertemperatur beträgt 28° C. Man kommt sehr nah ans Riff und die Fische schwimmen um einen rum.

Danach haben wir eine Tour im Halbubot gemacht, Mittagessen gefuttert, im Glasbodenboot gefahren, das Unterwasserobservatorium besichtigt und noch mal eine halbe Stunde geschnorchelt. Schon sind unsere 5 Stunden am Riff vorbei und wir sind um kurz nach 17:00 zurück in Cairns.

Es muss aber nicht unbedingt das Great Barrier Reef sein. In Westaustralien haben wir das mindestens genauso schön und mit deutlich weniger Touristen gesehen. Trotzdem war der Tag toll.

Man hätte auch zig andere Aktivitäten wahrnehmen können (Tauchen in verschiedenen Varianten auch ohne Zertifikat, mit Helm und Schlauch usw.)

Den Abend lassen wir im Red Ochre Restaurant ausklingen.

Am nächsten Tag werde ich feststellen, dass ich einen ordentlichen Sonnenbrand im Bereich der Waden und über den Fersen habe.

Atherton Tablelands – Mission Beach – Tag 11

Heute geht es um 7:15 mit 35 Leuten los. Zuerst machen wir eine Bootsfahrt auf einem See im Urwald, bei der wir lokale Flora und Fauna begutachten. Anschließend besichtigen wir einen Wasserfall und den Curtain Fig National Park.

Der Baum auf den Bildern ist ein Parasit, der auf einem Wirtsbaum beginnt zu wachsen (von oben nach unten) und den Wirt irgendwann tötet.

Wir sehen auch Kauri Trees, die man sonst z.B. in Neuseeland sieht. Die Landschaft wechselt zwischen Regenwald und Ackerbau. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch und es fühlt sich sehr tropisch an. Es ziehen den ganzen Tag Zuckerrohr und Bananenfelder an uns vorbei.

Nach unserer Ankunft in Mission Beach um 15:00 wandern wir am riesigen Strand entlang, den wir fast alleine haben und genießen die Stimmung. Zusätzlich erkunden wir noch einen Aussichtspunkt.

Mission Beach, Townsville, Hamilton Island – Tag 12

Heute ging es um 7:30 los. Große Attraktionen gibt es heute nicht. Wir legen ganz ordentlich Stecke zurück. Wir sind noch immer in der tropischen Zone. Bei Townsville änder sich die Vegetation aber deutlich. Es wird trockener.

Wir fahren an Bananen-, Zuckerrohr-, Bananen- und Melonenplantagen vorbei.

Die Landschaft wird deutlich flacher. Abends kommen wir per Fähre auf Hamilton Island an. Hier läuft mann offenbar nicht, es wird Golf Buggy gefahren. Wir schauen uns den Sonenuntergang an und gehen entgegen dem Trend zu Fuß zum Lockout. Hamilton Island ist sehr hügelig. Alles was mit Wassersport oder Golfen zu tun hat kann man hier machen (alles gegen Gebühr natürlich).

Hamilton Island – Tag 13

Die Gang aus unserem Balkon. Ihr könnt euch sicher sein – die haben nur Unsinn im Kopf. 😉

Nettes Spielzeug

Es geht wieder früh los. Um 7:45 fahren gehen wir zum Hafen um eine halbtageskreuzfahrt zum Whiteheaven Beach zu machen (optional). Der Strand gehört angeblich zu den schönsten der Welt. Der Sand ist fein und sehr hell. Das Wasser leuchtet Türkisblau. Wir laufen zu einem Lookout und schwimmen ein wenig im Meer. Nach 2,5 Stunden geht es zurück. Danach schauen wir kurz im Hotel vorbei und wandern Los um uns die verschiedenen Lookouts anzusehen. Mehrere hundert Höhenmeter Differenz und sehr steile Wege sind bei über 30° C und direkter Sonneneinstrahlung fast ohne Schatten doch recht anstrengend. Nach etwas mehr als 4h Wandern reicht es uns für heute.

Am Ende haben wir alle Lookouts abgeklappert. Anschließend versuchen wir im Hafen zu essen aber es ist bereits alles reserviert. Wir essen schließlich im hoteleigenen Restaurant. Der Tag war super.

Hamilton Island / Noosa Head – Tag 14

Heute haben wir noch bis 13:20 Zeit auf Hamilton Island und fliegen dann nach Brisbane, von wo aus wir nach Noosa fahren.

Wir stehen etwas später auf und reizen die Zeit aus bis wir das Zimmer um 10:00 räumen müssen. Anschließend schlagen wir die Zeit bis zum Flug auf der Promenade tot. Wir landen nach 1,5 Stunden in Brisbane und fahren nach Noosa Head, wo wir um ca. 19:15 ankommen. Anschließend gehen wir um 20:00 in eine Szenebar, die recht gut besucht ist. Das Essen ist eher mittelmäßig. Es laufen Surfervideos auf Großbildschirmen.

Nebenan an der Bar feuert eine Gruppe Australier irgendwas und hat sich schwer in Schale geschmissen. Von den Klamotten könnte es eine Hochzeit sein. Das muss aber nichts bedeuten. Die Australier schießen bei den Klamotten gern mal über das Ziel hinaus.

Als ich mir das “Bett” angesehen habe, habe ich mich gefragt, ob ich möchte das die Wirbelsäule die Selbe Form annimmt. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich das nicht will.

Der Tag war also primär Reisetag. Das Hotel ist einerseits gut ausgestattet und hat eher Appartments als Zimmer (mit Küche, Trockner, Waschmaschine), aber es ist das erste Hotel seit Ewigkeiten was keine zwei separaten Betten oder wenigstens ein Kingsize Bett zur Verfügung stellt. Die Pritsche, die dort als Notbett steht, stammt vermutlich aus den 1970er Jahren. Das Ding hat nicht mal eine gerade Liegefläche. Bei der Matratze kann man jede Feder einzeln ertasten. Rückenschmerzen sind garantiert. Da kommt man sich echt veräppelt vor, wenn man eine Karte zur Kopfkissenwahl je nach Geschmack findet. Die Managerin ignoriert die Beschwerde und wiegelt ab: Das haben Sie so gebucht. Da kann ich nur müde den Kopf schütteln. Wir wechseln uns ab. Erst pennt mein Cousin in dem “Bett”. Ich biete ihm am zweiten Tag den Tausch an und schlafe direkt auf den Kissenelementen der Couch.

Wie schläft man, wenn das Bett eine Zumutung ist? So!

Offiziell haben wir nun die tropische Region verlassen, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Der Tag ist übrigens eine Premiere. Ich habe es noch nie Geschafft im Urlaub den ganzen Tag lang kein Foto zu machen. 😉

Fraser Island – Tag 15

Irgendwie habe ich mir bei den ganzen Klimaanlagen eine Erkältung zugelegt. Wäre ja auch langweilig den Urlaub einfach ohne zu überstehen.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Auf Fraser Island gibt es sogar Regenwald. Wir bereisen Fraser Island mit einem Geländebus. Ich bin zwar schon mit Allradfahrzeugen gefahren aber so durchgeschüttelt wurde ich noch nie.

Nach einem Stop an der Tankstelle (nach ca. 1,5 Stunden) zu Reifendruckanpassung (auf Sand muss der Druck gesenkt werden) fahren wir per Fähre nach Fraser Island. Auf dem Strand gibt es eine kleine Pause mit Keksen, Kuchen und Getränken. Dort geht es per „Inselhighway“ zu Lake McKenzie, wo man eine Runde Schwimmen kann. Anschließend gibt es BBQ. Danach gibt es eine kleine Regenwald“wanderung“. Zurück geht es dann per Strandhighway. Ja, korrekt. Der Strand ist eine offizielle Straße, die mit 80 km/h befahren werden kann.

Auf dem Rückweg sehen wir auch einen Dingo, der sich überhaupt nicht an den Menschen und Autos stört. Am Strand entlang sehen wir massenhaft Fahrzeuge. Von Anglern oder Leute, die am Strand Einfach Spaß haben oder campen.

Abends bin ich etwas k.o., ob nun von der Tour oder der Erkältung weiß ich nicht. Wir gehen noch kurz im Takeaway gegenüber dem Hotel vorbei und ich bestelle mir einen Fischburger (der Fisch ist frisch, also nicht vergleichbar mit den Dingern, die man sich normalerweise unter Fischburger vorstellt). Wie bei fast jedem Takeaway gibt es immer neue Varianten. Hier wird man an der Kasse nach seinem Namen gefragt und irgendwann wird der dann ausgerufen. Einen Beleg über das was man bestellt hat, bekommt man nicht.

Warum man nicht einfach einen Zettel bekommt mit Nummer drauf bekommt, bleibt das Geheimnis der Betreiber.

Oft gibt es auch Empfänger, die dann Vibrieren und Blinken, wenn das Essen fertig ist. Scheinbar sind die Gewinnspannen ganz ordentlich. Ich habe in Deutschland noch keinen Takeaway gesehen, der sich ein derartiges Funksystem leistet.

Noosa (Everglades Safari) Tag 16

In Noosa sind wir drei Tage (am erstn gab es wegen der frühen Startzeit eine Frühstücksbox). Neben dem katastrophalen Bett ist das Frühstück hier auch besonders. Das Hotel hat keinen eigenen Frühstücksbereich. Stattdessen gibt es Gutscheine und man kann ein Restaurant davor besuchen. Das Restaurant ist aber sehr speziell. Jedes Teil wird einzeln gebracht. Auf dem Gutschein kann man diverse Kreuzchen setzen. So ganz plausibel ist das alles nicht. Die Preise sind für das gebotene Exorbitant (wir müssen es ja wenigstens nicht zahlen). Ich habe ein Croissant + Osaft und ein Gebäck mit Vanille und Himbeere angekreuzt. Das Croissant ist irgendwie was anderes, schmeckt aber lecker. Das Himbeerteil ist unglaublich süß. Das Himberteil allein kostet 15$. Der Frischgepresste Osaft und die zwei anderen Teilchen würden sich dann wohl auf mindestens 40$ summieren. Stolz dafür, dass man danach nicht mal satt ist.

Mein Cousin hat sich etwas mit Ei bestellt. Die zwei Eier sind irgendwie ein Kunstwerk. Keine Ahnung wie die das zubereitet haben aber das Eiweiß ist hart und sieht aus, als wenn es zu lange im Wind gestanden hat. Das Eigelb ist komplett flüssig. Dazu gibt es zwei streifen Schinkenspeck und zwei trockene Scheiben von etwas was man sogar als Brot bezeichnen kann – 15$.

Heute geht es um kurz nach 8 zu Everglades Safari. Ja, richtig. Everglades gibt es nicht nur in Florida. Die Schiffstour beginnt um 9:30. vorher sammelt der Bus die Teilnehmer ein und bringt sie zum Schiff. Die Tour gehört nicht zur Rundreise und ist optional. Die Teilnehmer sind bunt gemischt von sehr jungen Backpackern bis über 70 Jahre. Einen Teil der Tour kann man gegen Aufpreis mit dem Kanu zurücklegen. Während der Tour gibt es sehr viele Infos und Morningtea (das ist lockerer als es sich Anhört: z.B. Kuchen, Orangensaft, Kekse, Melonen), sowie das typische BBQ.

Um 15:30 sind wir wieder am Hotel und wandern noch ein paar Aussichtspunkte im nahegelegenen Nationalpark ab. Abends tröpfelt es etwas und wir besuchen den Italienier und essen Pizza.

Noosa Head – Sufers Paradise – Tag 17

Frühstück Teil 2: Da ich in der Theke eine Obstschale gesehen habe, versuche ich es auf dem Frühstückszettel mit etwas was dem am nächsten kommt. Ein Fehler, wie sich erweist. Ich bekomme eine halbe Erdbeere mit einer Quark Müsli Pampe. Kostet? Na klar 15$. Der Osaft kommt nicht mehr an. Ich futtere die restliche Pizza, die beim Besuch des Italieners am Vortag übrig geblieben ist.

Heute geht es um 8:15 los. Die Temperatur ist um gut 10°C gesunken und es regnet. In Brisbane kommen wir um etwas vor 11 an und schauen uns die Stadt in Form einer Rundfahrt an. Anschließend haben wir von 11:25 grob 2h um die Stadt zu erkunden. Wir nutzen die Zeit und nach einer Stunde haben wir den Innenstadtbereich grob abgelaufen. Dann beginnt es zu regnen und wir flüchten nach McDonalds. Bevor wir zum Surfers Paradise fahren setzen wir einige Mitglieder aus der Reisegruppe an Hotels ab, die hier aus der Tour aussteigen.

In Sufers Paradise kommen wir um 15:00 an. Es nieselt vor sich hin. Bei tollem Wetter ist garantiert richtig was los. Wir laufen trotz des Wetters den Innenstadtbereich ab und besuchen das Aussichtsdeck des Sky Tower. Die Sicht ist relativ gut – trotz des Wetters.

Surfers Paradise ist eine Mischung von LA (Filmproduktion, Surfen), Orlando (Freizeitparks) und Las Vegas (Reklametafeln und Kasinos).

Den Abend lassen wir gemütlich im Hard Rock ausklingen (das Ambiente in diesem Hard Rock ist toll – deutlich besser als in Sydney und bisher eines der besten Hard Rocks, die ich besucht habe).

Byron Bay – Port Macquarie – Tag 18

Morgens scheint vor 6 schon die Sonne ins Hotelzimmer, die wir gestern vermisst haben. Ich drehe noch schnell eine Runde, bevor wir los fahren und schieße ein paar Schönwetterfotos. Wir fahren um 7:30 los zu einem Aussichtspunkt, bei dem man die Sunshine Coast überblicken kann. Anschließend fahren wir zum Leuchtturm in Byron Bay und laufen zum östlichsten Punkt in Australien.

In Byron Bay sind wir knapp 1,5 Stunden. Die Stadt ist mit knapp 40.000 Einwohnern relativ klein, hat aber ein unglaubliches Flair. Es gibt keine Fastfoodketten, keine großen Hotels und hier gilt hippie und flower power. Alles ist alternativ hier. Rastas tanzen mitten auf der Straße mit Bierpullen, alles ist voller Backpacker. Ich habe aber nicht einen gesehen, der andere belästigt. Ich liebe die Stimmung. Yeah, ich verstehe warum jeder Backpacker hier durch kommt.

Anschließend legen wir eine größere Strecke zurück vorbei an Bananen-, Orangen-, Zitronen- und Blaubeerplantagen.

Abends kommen wir in Port Macquarie an, wo wir im Hotel das Abendessen bekommen.

Port Macquarie – Hunter Valley – Sydney – Tag 19

Heute Steht eine Weinprobe auf dem Programm. Da ich keinen Wein mag, ist das nicht gerade mein Lieblingsprogramm. Die Weine schmecken mir nach wie vor nicht. Einer ist trinkbar. Dafür ist das anschließende Mittagessen hervorragend.

Wir kommen ca. 15:30 in Sydney an.

Abends sind wir erneut im Sydney Tower – dieses Mal zum Abendessen. Somit sehen wir Sydney auch bei Nacht von oben – und schwups, sind die 20 Tage in Australien schon wieder vorbei. Da wir von Anfang an drei Touren geplant hatte, ist die Wehmut etwas größer. Wer weiß schon, ob und wann ich wieder einen Fuß auf australischen Boden setze.

Sydney – Singapore – Tag 20

Da unser Flug um 9:05 nach Singapore geht, werden wir um 6:05 am Hotel abgeholt. Meine Erkältung habe ich optimal getimt. In der Nacht vor dem Flug läuft die ganze Nacht die Nase und ich schlafe kaum.

Der Flug nach Singapore ist bis auf den Start und die Landung unangenehm. Wenn ich schon mal geflogen seid, ohne das der Druckausgleich zu den Ohren funktioniert, wisst ihr was ich meine. Die Schmerzen waren grenzwertig.

Wir sind zum ersten Mal mit Singapore Airlines Premium Eco geflogen. Das zusätzlich Platzangebot ist schon toll aber eben auch recht teuer. Weiterhin werden die Koffer so eingestuft, als wenn man Business Class fliegt. Somit sind sie als erste am Gepäckband.

Filme:

  • Abba 4,5/5
  • Ant Man2 4/5
  • Commuter 3,5/5
  • Sicario 2 2,5/5

Die Stadtrundfahrt war ganz interessant aber leider nur auf Werbung für und neugierig machen auf den nächsten Besuch ausgelegt. Zumindest die Lichtshow sollte in der Tour eingeplant sein, wenn man eh zur fast richtigen Zeit vor Ort ist (wir sind genau dann aufgebrochen, als die Show gestartet ist also um 7:50). Da fühlte ich mich schon ziemlich veräppelt. Anschließend macht der Tourguide kräftig Werbung dafür, dass wir wieder kommen sollen. Nein danke, so läuft das nicht! Man sollte also bei entsprechend langem Aufenthalt eher mit dem Bus in die Stadt fahren.

Fazit:

Die Tour war von der Grundstruktur sehr gut. Allerdings ist der Fokus bei der Detailplanung dieses Mal deutlich zu sehr auf Einkaufen, Essen und im Hotel abhängen gesetzt.

Mit ein wenig Umgestaltung, hätte der Fokus etwas mehr auf Natur gesetzt werden können.

Bei dieser Tour war von Sydney über das rote Zentrum, die tropische Region im Norden und diversen Stränden (von einsam bis Massentourismus) und dem Great Barrier Reef einiges dabei.

Gesehen haben wir also eine Menge. Ich verabschiede mich nun vorerst von Australien. Weitere Touren wären ohne Wiederholungen auch recht schwierig. Im Südwesten ist noch ein Bereich der noch etwas hergibt und ansonsten könnten man noch an diversen Stellen Wandern. Allerdings habe ich damit gedanklich in Australien doch ein paar Probleme bei den ganzen giftigen Tieren, auch wenn die Chancen sehr gering sind, dass man dadurch stirbt (statistisch gesehen). Selfies machen und Bienenstiche (Stichwort Allergien) sind deutlich gefährlicher.

Australien ist ein sehr vielfältiges Land und bisher eines der wenigen, bei dem ich mir sogar vorstellen könnte, dorthin auszuwandern.

P.S. Da wir in dem Urlaub mal wieder einige Superlative hatten: Ein Strand auf der Liste der Top 7 Strände der Welt, das Great Barrier Reef als DAS Riff überhaupt. Oft sind die Orte, die nicht auf solchen Listen stehen viel schöner. Dann sind nämlich keine Menschenmassen dort. Riffe gibt es auf der Westseite auch und mindestens genauso schön und weniger überlaufen. Der Mission Beach hat mir viel besser gefallen als der Whiteheaven Beach, der Bondi Beach oder auch Surfers Paradise, weil er fast leer war.

Leselaunen Gutes Ende und Urlaub

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aus gegebenem Anlass der Baedeker Australien Reiseführer. 😉

Momentane Lesestimmung

Bis vor meinem Urlaub gut. Da hab ich das Buch Im Land der Kangaroos beendet. Das spielt zufällig auch in derselben Region von Australien die wir Reisen. Für Leute die noch nicht in Australien waren sei hier gesagt, dass die Entfernungen riesig sind. In einem drei Wochen Urlaub hat man keine Chance das Land zu bereisen. Wenn man sich wirklich rand hält und die interessanten Bereiche sehen will, dann ist man bei ca. 10-12 Wochen. Die haben wir mit unserer nun dritten Australientour nicht erreicht. Vorerst wird das aber die letzte Tour nach Australien sein.

Zitat der Woche:

Am Fahrbahnrand tauchen immer wieder Straßenschilder auf, auf denen ein Känguru oder ein Koala abgebildet ist – ein Anblick, an den ich mich wohl nie gewöhnen werde. – Miriam Traut – Im Land der Kangaroos

Und sonst so?

Wuhu, knappe 4 Wochen Urlaub!

Wenn ihr diese Zeilen lest, und sich keine Katastrophen zugetragen haben, dann bin ich bereits down under. Am anderen Ende der Welt, zumindest fast. Wenn ihr das hier also um 20:00 lest, ist bei mir schon der nächste Tag angebrochen (9 Stunden weiter, je nach Region). Bei euch Sonntag, bei mir dann schon Montag geht es in das rote Zentrum von Australien. Zum Ayers Rock. Sydney habe ich bereits am Samstag und Sonntag erkundet.

Ich hatte die letzten zwei Wochen mein Leid mit der amerikanischen Post (USPS) bzw. deren Kooperation mit DHL beklagt. Nachdem das Paket nun ca. 4! Wochen per Luftpost von den USA nach Deutschland gebraucht hat, ist es nun – tadaaa – einen Tag vor meinem Flug nach Australien angekommen.

Das Paket war erst eine ganze Woche im Paketzentrum in Florida und hat sich nicht bewegt. Dann hat es ca. eine Woche vom Paketzentrum bis zum Flughafen Köln / Bonn gedauert (ca. 55 Minuten Fahrtzeit von mir entfernt). Von dort ist es dann nach Frankfurt transportiert worden (ca. 1:45 Fahrtzeit von mir) und von dort ist es abgegangen mit unbekannter Destination. 2 Wochen später ist es dann in Speyer aufgetaucht (2:30 Fahrtzeit). Von dort ist er dann innerhalb eines Tages bei mir angekommen. Die Zollabwicklung hat interessanterweise erst am 08.10 stattgefunden. Verstehen muss man das alles nicht. Ihr seht also, dass mein Hikingrucksack offenbar schon so reisefreudig ist, dass er sich ohne mich auf den Weg gemacht hat.

Einerseits ist es ziemliches Glück, dass das Paket rechtzeitig angekommen ist, bevor ich nach Australien gestartet bin und passt irgendwie zu allem was man so über den Trail liest – The Trail provides und irgendwie wird es schon funktionieren. Hat es in dem Fall auch. Für alle die nicht regelmäßig hier lesen: Ich habe mir in den Kopf gesetzt auf dem Pacific Crest Trail zu wandern und bestelle mir gerade die Ausrüstung zusammen.

Ich weiß ja nicht, ob ihr Hikingerfahrung habt aber der Rucksack hat gemessen an einem Standardrucksack unglaublich viele Einstellmöglichkeiten. Da man auf dem Trail auch mal 15-20kg Gewicht dabei hat ist das Ziel, dass das Hauptgewicht auf den Hüften und nicht auf den Schultern lastet. Das ist auch der Grund warum ein derartiger Rucksack so viele Einstellungen bietet. Das Gewicht soll optimal auf die Schultern und Hüften verteilt werden.

Ich habe jetzt gerade mal grob alles eingestellt und bisher bin ich sehr zufrieden. Das bedeutet aber noch nicht viel. Spannender wird es, wenn das Gewicht im Rucksack im realistischen Bereich ist.

Ansonsten war ich im ersten Moment erstaunt wie leicht die Ausrüstung ist. Aber gut, ist ja auch teuer genug das Zeug. Speziell das DCF (Dyneema© Composite Fabric) sieht aus wie ein Müllsack, ist aber ziemlich widerstandsfähig, leicht, wasserdicht und ziemlich teuer.

Weitere Leselaunen:

Erste Woche Anatomie bei Sarah Ricchizzi ∗ Auf nach Frankfurt bei Lieblingsleseplatz ∗ 2,5 Tage auf der Buchmesse bei Tiefseezeilen ∗ Von uhrenliebenden Hasen bei Lucinda im Wunderland ∗ Drachen, Kerzen, Bücher und Kuchen bei Sunnys Bücherschloss ∗ Berlin du bist so wunderbar bei Season of Books ∗ Eine arbeitsreiche Woche bei Andersleser ∗ Buchparty und Lesefrust bei Hundertmorgenwald ∗ A Star is Born bei The Book Dynasty ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liest ∗ Unistress und geupdatete Leseliste bei Jacquy’s Thoughts ∗ #FBM2018 bei glimrende ∗ Gelesenes und Leseplanung bei Mikka liest von A bis Z ∗ Ich fange dann mal anbei Miss Book Hunter ∗ Leselaunen im Messefieber bei Trallafitti

1 2 3 4