Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich so viel zu dem Thema Pacific Crest Trail (PCT) gelesen habe, dass mir vorerst die Themen noch nicht ausgehen. Zum Thema Nahrung habe ich aber etwas intensiver recherchiert, bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe.

    

Hintergrundinfos

Kurz zur Erinnerung. Der Pacific Crest Trail ist eine Wanderstrecke quer durch die USA von knapp 4300km. Wenn man diese Strecke an einem Stück bestreiten will, hat man rund 150 Tage zeit dafür, weil einen das Wetter sowohl im Süden als auch im Norden limitiert. Wenn man früher startet (grob Mitte bis Ende April je nachdem wie viel Schnee in dem Jahr gefallen ist), gibt es zu viel Schnee in den Sierras oder sogar schon davor. D.h. es ist gefährlich oder unmöglich diesen Bereich zu überqueren. Wenn man später startet, hat man das gleiche Problem auf dem letzten Stück Richtung Kanada. Zusätzlich bekommt man dann ggf. Probleme bei Flussquerungen, weil zu viel Schmelzwasser in den Flüssen ist.

Jetzt denkt man vielleicht, dass man ja “nur” hiked und das doch nicht so eine besondere Anstrengung ist. Aber 4300 km/150 Tage sind knapp 30km am Tag. Dabei muss man bedenken, dass in dieser “Milchmädchenrechnung” nicht nicht ein Tag Pause, nicht ein Tag für Nachschubbeschaffung usw. verloren gehen darf. Realistischer sind 10-20 Tage Auszeiten oder Zeitverluste für Nachschubbeschaffung oder Trampen zu Städten. Schwups, schon ist man bei ca. 35km pro Tag. Hört sich nicht viel an? Wenn man mit 4km/h geht, dann ist man doch in grob 9 Stunden durch.

Die Herausforderung

Theoretisch mag das Stimmen aber der Trail ist kein flaches Gebiet was man mal eben so durchwandert. Der Trail hat so viele Steigungen, dass man dafür 17x! den Mount Everest besteigen könnte. Man muss auch bedenken, dass das Tageslicht begrenzend wirkt. 9 Uhr Abends ist Hiker Midnight. Der Sonnenuntergang findet schon deutlich früher statt.

Man bewegt sich temporär auf über 4000m Höhe und schleppt zusätzlich zum Körpergewicht bis zu 20kg mit sich rum und die Temperaturen in der Wüste sind von Mittags bis Abends so hoch, dass man nicht laufen kann (da läuft man teilweise sogar nachts mit Stirnlampe).

Gerade am Anfang des Trails muss man es aber etwas langsamer angehen lassen. Nichts kann die Dauerbelastung simulieren, die man auf dem Trail hat, außer der Trail selbst.

Ganz nebenbei muss das oben genanntes auch erst mal jeden Tag durchhalten, sowohl mental, als auch körperlich. Belohnt wird man mit Tollen Postkartenmotiven und einem Erlebnis, dass man nicht vergisst, wenn man Glück hat auch mit neuen Freundschaften.

Hiken = Extremsport?

Rein sportlich betrachtet ist o.g. ein unglaubliche Ausdauerleistung, die auch am Essen scheitern kann. Wenn es einem während des Trails nicht gelingt die benötigten 4000-6000 Kalorien pro Tag aufzunehmen (zum Vergleich normalerweise benötigt man eher 2000-2500), dann lebt man von seinen Reserven und die Reichen nicht über die Strecke. 500 Kalorien zu wenig pro Tag entsprechen wohl ungefähr 0,5kg Gewichtsabnahme pro Woche.

Problematisch wird das aber erst, wenn man kein Fett (z.B. am Buch) mehr abbaut, sondern die Muskeln abgebaut werden.

Nebenbei trinkt man auch sehr viel – teilweise 6-7l am Tag je nach Streckenabschnitt. Auch das ist sehr wichtig. Wenn man zu wenig trinkt, können die Giftstoffe nicht mehr abgeführt werden. Das Urin wird deutlich dunkler oder noch schlimmer man muss überhaupt nicht mehr pinkeln. Das ist brandgefährlich.

Kalorien + Fett – das Erfolgsrezept?

Die Nahrung, die man mitführt sehr leicht und mit geringem Aufwand zubereitbar sein (ansonsten benötigt man zu viel Energie und somit Brennstoff um sie zu erhitzen). Weiterhin muss sie einem die benötigten Nährstoffe und Kalorien zuführen.

Bei Thru-Hikern ist es also gängig – unter normalen Umständen – absolut ungesunde Nahrung ungeniert zu verspeisen. Bei einem McDonalds Besuch wird der Kalorienverbrauch maximiert und nicht minimiert. Wenn’s geht werden da auch mal 4000 Kalorien weggefuttert. Da man während des Trails nur eine begrenzte Auswahl von Lebensmitteln hat (es müssen welche sein, die sich über Tage ohne Kühlung halten und die leicht sind), nutzt man also jede Gelegenheit leckeres Essen zu bekommen. Und ein McDonalds entwickelt sich im Vergleich zur Trailnahrung schnell zum Gourmetrestaurant!

Was braucht man denn nun?

Als grobe Faustregel kann man von 1kg Essen pro Tag ausgehen. Das kann von Person zu Person mehr oder weniger sein. Hoch im Kurs steht dabei Nahrung, die getrocknet ist, also wenig Wasser enthält, weil Wasser in der Nahrung Gewicht mit sich bringt, dass man aber nicht direkt nutzen kann, wenn man es mehrere Tage rumträgt. Das belastet einen also nur zusätzlich.

Wann und wie oft isst man als Hiker?

Die meisten Hiker nehmen morgens und Abends eine Mahlzeit zu sich. Einige zusätzlich Mittags und auch zwischendurch wird ständig Kleinkram gefuttert. Das können Nüsse, Kartoffelchips, Kekse, Beagels, Burgerscheiben mit Aufstrich (Nutella, Marmelade, Erdnussbutter oder auch abgepackter Käse oder Wurst sein), Nüsse, Gummibärchen, M&Ms, Snikers, Müsliriegel usw. sein.

 

Morgens essen die meisten Frühstücksmischungen, die mit Wasser angereichert kalt oder warm gegessen werden. Die meisten Hiker wandern nach dem aufstehen erst ein Stück und essen dann etwas (das hat den Vorteil, dass einem ein wenig wärmer wird und das der Körper die Nahrung dann besser annimmt). Einige kommen aber auch nicht ohne Kaffee in den Tag. Mittags und / oder Abends gibt es Fertigmischungen – entweder aus dem Supermarkt die klassischen Mischungen mit Nudeln, Reis, Couscous, suppenartige Gerichte oder auch Fertigmischungen für Kartoffelpüree. Alternativ kann man auch getrocknete Gerichte kaufen, die aber deutlich teurer sind (man kann die auch selber vor dem Trail herstellen und sich dann zumailen).

Begrenzte Auswahl und Mangelerscheinungen

Das Hauptproblem der Hiker ist, dass die Auswahl beschränkt ist, und das man die meisten Sachen nach einiger Zeit nicht mehr sehen kann. Man muss aber essen und wenn man Nahrung für 6 oder 7 Tage kaufen muss, weil es teilweise entlang des Trails mehrere Tage keine Geschäfte gibt, dann muss man das gekaufte auch 6 oder 7 Tage essen und ob es im nächsten Laden etwas andere gibt, bekommt man noch zu sehen.

Die Fertiglebensmittel beinhalten nur eingeschränkt Vitamine, dafür aber oft viel Salz oder Zucker und Fett. Somit muss man auch darauf achten, dass man Vitamine wo immer es geht zuführt. Entweder über frisches Obst / Gemüse, wenn man in einer Stadt ist oder über Vitamintabletten. Übertreiben sollte man es aber auch nicht.

  

Salz nimmt man tendenziell wohl eher zu viel als zu wenig zu sich. Insofern sollte man etwas darauf achten, dass man nicht zu viele Chips, Cracker und ähnliches futtert, wenn man nicht besonder viel schwitzt.

Man kann auch keine Lebensmittel mit schweren / sperrigen Verpackungen nutzen. Dosen oder Gläser sind z.B. sind z.B. ungeeignet.

Was isst man denn nun konkret auf dem Trail?

Anbei eine Liste von Dingen, die man auf dem Trail z.B. Essen kann:

  • Bagels
  • Isostar Pulver
  • Chips
  • Oatmeal (Haverflocken mit Geschmack) / Pop Tarts / Kellogs / Quaker (siehe Oatmeal)
  • Müsliriegel (Granola Bars mit Nüssen)
  • Idahoan Mashed Potatoes (Kartoffelbrei)
  • Ramen Nudelgerichte (billig)
  • Knorr Nudelmischungen (z.B. Knorr Stroganoff / Knorr Parmesan)
  • Couscous
  • Tortillas (wie Pfannkuchen) / Sandwich Thins (Burgerbrötchenhälften)
  • Croutons
  • Thunfisch (in Tüten)
  • Belvita Breakfast Cookies
  • Abgepackter Käse
  • Reismischungen z.B Knorr (mehr Kalorien als Nudeln)
  • Beef Crumbles (verzehrfertiges Hackfleisch)
  • Getrocknete Früchte
  • Nussmischungen
  • Snickers
  • M&Ms
  • Beef Jerky (getrocknetes Rindfleisch)
  • Cracker
  • Fruit Leathers (Trockenobst)
  • PayDay Riegel / Twix / Snikers
  • Pürierte Früchte in Quetschpackung
  • SPAM Frühstücksfleisch
  • Pasta Sides
  • Palo Meals – Dehydrated meals (das ist eine recht teure Variante – beliebige Gerichte werden getrocknet – das ist gesünder als die Fertiggerichte, schlägt aber auch gerne mit 6-8€ pro Mahlzeit zu Buche)
  • Olivenöl als beigabe zum Essen (mehr Fett)
  • Jelly (Marmelade)
  • Nutella (z.B. für Tortillas)
  • Peperoni (Salami)
  • Ham (Schinken)
  • Rost Beef (Rind)
  • Pre cooked bacon (Kochschinken)
  • Pasta Roni
  • Dehydrated refried beans (getrocknete Bohnen)
  • Chicken (Huhn)
  • Nüsse
  • Milchpulver

Im Prinzip kann man alles Essen was Kohlehydrate, Fett und Proteine enthält und wenig Wasser.

Schmeckt es denn?

 

Man sollte aber auch immer darauf achten, dass einem das Essen schmeckt. Es ist ja toll, wenn man – aus wissenschaftlicher Sicht optimale Kombination isst, aber das Essen nicht mehr sehen kann. Den Moral Booster bzw. psychologischen Effekt sollte man eben auch nicht vernachlässigen. Ob man den Trail schafft, hängt eben von vielen Faktoren ab. Die optimale Kombination des Essens ist nur einer davon.

Je nach Tagesplanung macht es Sinn morgens (optional) und abends etwas warmes zu essen. Morgens kann es zum Aufwärmen dienen. Abends erfolgt dann die Hauptmahlzeit. In der Wüste kann es aber auch wegen der Mittagshitze sinnvoll sein die Hauptmahlzeit eher auf Mittags zu verschieben und dann eine mehrstündige Pause einzulegen, um die körperliche Anstrengung nicht in die größte Tageshitze legen.

Kalte Küche

Zwecks Zeitersparnis essen einige Hiker nicht mittags und Abends warm und futtern alternativ einfach zur warmen Mahlzeit Snacks wie Schoko- oder Müsliriegel. Somit hat man sich 1x kochen gespart. Es geht auch noch extremer indem man überhaupt nicht warm isst. Die Ersparnis dadurch ist aber eher gering, weil das Essen was nicht mit Wasser angereichert werden muss i.d.R. mehr Platzbedarf und Gewicht mitbringt (darüber gehen die Meinungen aber auseinander). Egal welche Variante man nutzt, man muss man sich bei seinen Einläufen für die Folgetage natürlich bereits vorher überlegen. Das kann man sich also nicht spontan auf dem Trail anders überlegen, sondern erst bei der nächsten Nachschubbeschaffung.

Was ist die “typische” Tagesration?

Kurz zusammengefasst sieht eine mögliche Tagesration wie folgt aus:

  • 250 Gramm Müsli Frühstück
  • 200 Gramm Nüsse, Riegel, Chips, Kekse (Zwischendurch)
  • 175 Gramm Tütengericht Mittags
  • 200 Gramm Nüsse, Riegel, Chips, Kekse
  • 175 Gramm Tütengericht Abends

Das entspricht ca. 1kg Proviant pro Tag

Nach dem Abendessen waschen und min. 2km weiter wandern um keine Bären anzulocken.

  

Wie “kocht” man auf dem Trail?

Genau genommen kocht man eigentlich überhaupt nicht. Das Wasser wird gerade soweit erhitzt, dass es fast kocht. Anschließend stellt man den Brenner aus und lässt das Essen 5 Minuten im Topf. Einige machen es auch anders und füllen das Essen und das erwärmte Wasser in eine Ziplocktasche und lassen die dann 5-10 Minuten im Topf. Um Energie zu sparen gehen einige auch noch weiter und geben das Essen in Kombination mit Wasser bereits eine Stunde vorher in ein verschließbares Behältnis. Lebensmittel wie Reis oder Nudeln sind dann noch schneller fertig beim “Kochen”.

Wichtig ist, dass man ausschließlich vorgekochte / -gegarte Nahrung zu sich nimmt. Wenn man Nudeln / Reis kocht, dann benötigt man viel zu viel Energie, die man wiederum mit sich rumschleppen muss.

Wie ist die empfohlene Zusammensetzung des Essens?

Recommended diet: 50-35-15 or 50% carbohydrate, 35% fat, 15% protein

Das bekommt man meiner Meinung nach in der Form nur hin, wenn man vor dem Trail die Rationen selber zusammenstellt und sie sich nur noch zuschickt und genau das isst, was für den jeweiligen Tag geplant ist. Das machen wohl nur die wenigsten Hiker. Man müsste entweder streng nach Listen kaufen und essen oder im Supermarkt eine Excel File anlegen für jedes Lebensmittel und dann ausrechnen was man wann, wie in welcher Kombination essen darf.

Abwechslung!

Meiner Meinung nach ist viel wichtiger ist am Ende, dass man Lebensmittel findet, die man noch runter bekommt, wenn man eine recht eingeschränkte Auswahl hat und die gleichen Dinge immer und immer wieder isst.

Auch auf dem Trail gilt wie immer im Leben. Man sollte nicht nur eine Sache essen, sondern möglichst Abwechslungsreich.

Es gibt auch Strategien was man wann isst. Einige heben sich bestimmte Gerichte für besonders schlechte oder anstrengende Tage auf. Einfach als Moralbooster. Andere futtern einfach die Sachen, auf die sie am meisten Lust haben zuerst. Bestimmte Gerichte haben auch besondere Vor- / Nachteile. Kartoffelpüree ist wohl zum Beispiel gut, für kühle Tage oder wenn man nicht ganz so viel Wasser hat. Irgendwo hab ich auch gelesen, dass man den zum Anwärmen in den Schlafsack stellen kann (mit flüssigerer Nahrung ist das natürlich keine gute Idee). Wenn die einem im Schlafsack ausläuft hat man größere Probleme als vorher. Das sollte man allerdings nicht in der Bärenregion machen bzw. ich gehe davon aus, dass der Schlafsack nach so einer Aktion länger riecht.

Rationierung

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man sein Essen rationiert. Es bringt nichts, wenn man 5 Tage auskommen muss aber am ersten schon die Menge für 1,5 Tage weggefuttert hat. Dafür kann man z.B. Beutel für die einzelnen Tage anlegen. Man sieht also schon so eine Nachschubbeschaffung ist Arbeit. Man muss die einzelnen Bestandteile der Tagesration zusammenrechnen.

Weitere Infos zum Thema Pacific Crest Trail Hike:

Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen
Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern
Pacific Crest Trail – Teil 7 – Navigation
Pacific Crest Trail – Teil 8 – Links & Guides

Leselaunen Weltraum, Zelt, Einkaufen

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aktuell lese ich gerade am dritten von vier Teilen der Dignity Rising Reihe. Ich finde die Reihe bisher sehr gut. Der Plot ist definitiv nicht 08/15 und ich finde, dass die Serie bisher viel zu wenig Beachtung bekommen hat. Den zweiten Teil hatte ich in der Woche bereits beendet.

Gelesen:

Momentane Lesestimmung

Ganz gut. Die letzten Urlaubstage habe ich teilweise zum Lesen genutzt. Die letzten paar Tage war ich aber wieder anderweitig beschäftigt und musste seit Donnerstag auch wieder arbeiten Juhu. ^^

Zitat der Woche:

Öffentliche Hinrichtungen wurden bis zum Exzess zelebriert. Es gab zu viele Menschen, die sich am Tod anderer ergötzten. Das Leid der Verurteilten übertünchte das eigene verunglückte Leben. – Hedy Loewe, Dignity Rising

Und sonst so?

Da ich ja aus dem Australienurlaub zurückgekommen bin, habe ich auch den entsprechenden Reisebericht inklusive Bilder online gestellt.

Wandern

Dienstag habe ich eine erste Testwanderung mit Rucksack und maximalem Gewicht (also wie auf dem Pacific Crest Trail) gemacht. Das sind ungefähr 18kg – grob 6-7kg Basisgewicht – Kleidung, Rucksack, Schlfsack, Zelt usw / 2-7kg Wasser und / 2-7kg Essen – je nach Abschnitt. Ich habe einfach Wasserflaschen benutzt für den ersten Versuch. Gewandert bin ich auf dem Sauerland Höhenflug. Knappe 14km und 420m hoch und wieder runter in ca. 3,2 Stunden. Danach war ich auch zimelich k.o.. Das Wetter war gut. Wir hatten 16°C und leichten Sonnenschein, wobei der Wanderweg eh zu guten Teilen durch den Wald geht.

Neben dem Rucksack habe ich auch die neuen Schuhe und die neuen Klamotten (Materialmix aus Merinowolle und Kunstfaser getestet). Mit der Kleidung war ich zufrieden. Bei den Schuhen bin ich mir nicht sicher, ob die Zehen genug Platz haben. Wenn man beim Bergabwandern zu viel anstößt, verliert man auf dem Trail die Zehennägel.

Größer gibt es die Schuhe aber nicht. Wenn die nicht passen, muss ich also direkt einen ganz anderen Schuh nehmen und abseits dieser Thematik passen sie optimal. Die rutschen z.B. nicht in der Ferse oder scheuern irgendwo.

Der Rucksack war anfangs noch nicht optimal eingestellt und ich hatte zu viel Gewicht auf den Schultern. Abends tat mir dann so einiges weh. Die Hüftknöchel, die Hüftgelenke, die Schultern, … Aber das ist ja auch nicht anders zu erwarten, wenn man derartige Belastungen nicht gewohnt ist. Den ersten Test mit Rucksack werte ich aber als Erfolg.

Trekkingstöcke hatte ich zwar mit aber ich bin erst mal ohne gelaufen. Die Benutzung von Stöcken soll die Beine / Hüften entlasten. Das wäre also wohl sehr ratsam.

Trekkingausrüstung – Paket 2

Ich hatte während meines Urlaubs die zweite Ladung Trekkingausrüstung (Primär Zelt und Regenbekleidung bestellt). Das Paket hat dieses Mal nur zwei Wochen benötigt. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es Montag ankommt aber dieses Mal hat der Zoll mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Frankfurt hatte man wohl keine Lust auf die Zollabwicklung, also hat man das Paket an die lokale Zollstelle weitergeleitet, obwohl die Rechnung ok war. Da ich noch Urlaub hatte, habe ich das Paket am Mittwoch bei der lokalen Zollstelle abgeholt, statt es Montag ganz simpel nach Hause geliefert zu bekommen.

Die Zolleinstufung der Produkte ist auch absolute Glückssache. Beim letzten Paket ist die Einstufung als Sportzubehör erfolgt (knapp unter 6% Zoll), dieses Mal als Zelt (12% Zoll). Zoll + Mehrwertsteuer waren fast 400€ – Aua.

Das Zelt

Das Zelt habe ich dann gleich mal am Mittwoch im Garten aufgestellt und ich war recht erstaunt, dass es problemlos im 1. Anlauf funktioniert hat. Am längsten habe ich  gebraucht herauszufinden was wohin gehört. Das ist nicht ganz so einfach beim ersten Mal, weil man diverse Leinen und Membranen hat. Das Zelt hat einen festen Boden und ein Insektennetz. Weiterhin gibt es auf beiden Seiten zwei Eingangssegel, die man befestigen kann. Je nach Geschmack kann man also mehr oder weniger Luftzirkulation und Durchsicht ermöglichen.

Der Aufstellprozess selbst war dann recht problemlos. Allerdings hatte ich optimale Bedingungen – kaum Wind und kein Regen. Auf dem Trail sieht das dann noch mal anders aus aber man hat ja Zeit zum Üben.

Was ich auch gleich gemerkt habe ist, dass das aufstellen nur dann einfach ist, wenn man mit den Zeltheringen weit genug in den Boden kommt und der Boden nicht zu weich ist. Alternativ muss man Steine darauf legen, das dürfte aber ungleich instabiler und schwieriger sein.

Ich habe auch gleich noch als kleine Befestigung eine Deckenleuchte eingebaut (bzw. eigentlich nur einen kleine Schlaufe zur Befestigung, den man an das Zeltdach kleben konnte). Somit kann ich jetzt die Stirnlampe an der Zeltdecke aufhängen.

Einkaufswoche

Ansonsten habe ich mir jetzt auch diverses Kleinzeug für den Hike bestellt, von der Sonnenbrille mit Sichtkorrektur bis zum Bandana und der chemischen Wasserreinigung oder Socken war so ziemlich alles bei. Man benötigt halt auch viel Kleinkram. Einiges habe ich direkt bei Amazon USA bestellt, weil man es in Deutschland nicht bekommt. Das ist erstaunlich günstig und man hat nichts mit der Zollabwicklung zu tun. Es dauert allerdings ca. 3 Wochen bis die Sachen ankommen und bisher kamen sie immer per Hermes.

Einiges habe ich direkt verpackt und gewogen. So langsam nimmt meine theoretische Ausrüstungsliste also mehr und mehr Form in der Realität an.

Der Postbote steht aktuell teilweise mit 5 Päckchen pro Tag vor der Tür. Ich glaube das meiste habe ich jetzt aber bestellt und sollte in den nächsten Tagen eintrudeln. Auch der ganze Kleinkram geht ordentlich ins Geld.

Basteln für Hiker

Kennt ihr Tyvek? Nein? Ich bis vor kurzem auch nicht. Das Material hat einerseits vergleichbare Eigenschaften wie Papier (beschreibbar mit ganz normalen Stiften), es ist aber deutlich widerstandsfähiger und auch wasserdicht. Da man auf dem Trail immer wieder per Anhalter fahren muss (vom Trail zur nächsten Stadt und andersrum), habe ich mir Schilder gebastelt. Die Idee war, dass ich per wasserlöslichem Stift jeweils das Ziel unten im freien Bereich eintragen kann. Die Idee war gut, dummerweise lässt sich auch ein wasserlöslicher Stift auf Tyvek nicht mehr entfernen. Somit experimentiere ich jetzt noch wie ich da im unteren Bereich mache. Entweder mit einer Klarsichtfolie, die ich auf das Tyvek klebe oder die Amazon Pakettüten (dummerweise muss ich da erst noch rausfinden womit ich das Verpackungsmaterial von Amazon mit Tyvek verkleben kann – Uhu Kraftkleber ging schon mal nicht. Als nächstes versuche ich mal den Standard Uhu Kleber oder evtl. Sekundenkleber). Wenn das auch nicht geht, versuche ich mal eine Klarsichtfolie auf den unteren Bereich zu kleistern, damit ich die Beschriftung wieder entfernen kann.

Pacific Crest Trail Permit

Drückt mir mal bitte die Daumen für nächste Woche. Mittwoch muss ich das Permit für den PCT-Hike beantragen. Da werden sich tausende auf die Seite stürzen. Man bekommt eine zufällige Position in der Warteschlange. D.h. wenn man Pech hat, kommt man erst dran, wenn die begehrten Termine weg sind. Dann kann man nicht über Frodo und Scout (Trail Angel mit Full Service für PCT Hiker von der Flughafenabholung bis zum an den Trail fahren mit Einkaufen, Tipps und Vollverpflegung) anreisen, da die einen nur zu dem erlaubten Starttermin zum Trail fahren. Je nachdem wie toll das neue System funktioniert, fliegt man auch raus. Dann darf man sich wieder hinten anstellen. Ich bin noch recht skeptisch was das neue System zur Anmeldung angeht. Wenn die Termine im April weg sind, werde ich einfach nach weiter nach vorne gehen.

Ich habe mir gerade die Anmeldeseite schon mal an oberster Stelle in den Browser gepackt.

Und wieder arbeiten

Zwei Tage war ich jetzt auch wieder arbeiten. Das übliche Chaos. Die Mails sind  nach den zwei Tagen weitgehend abgearbeitet und es gibt viel zu tun. Nächste Woche werde ich dann noch eine Schulung durchführen. Ich bin also direkt wieder voll eingespannt.

Server

Mein Server für den Blog streikt temporär immer mal wieder für einige Minuten. Ich habe schon ein paar mal Tickets eröffnet beim Betreiber aber so richtig viel ist dabei nicht raus gekommen außer der Aussage, dass er was optimiert hat. Ab und an wirft der Server Fehler 500 beim Aufruf der Seite. In dem Moment ist dann lediglich die Festplatte ausgelastet. Der Prozessor langweilt sich eher. Nach ein paar Minuten geht es meist wieder. Sorry also, wenn euch das passiert. Aktuell liegt es nicht in meiner Macht das abzustellen. Da das auch immer nur temporär auftritt, kann der Betreiber es auch schlecht nachvollziehen (ich unterstelle jetzt einfach mal positiv, dass er das nicht kann und das keine Kostenfrage ist und das Problem bewusst in Kauf genommen wird).

Ich habe aber gerade auch keine Lust den Blog umzuziehen. In solche Basteleien habe ich dieses Jahr schon recht viel Zeit gesteckt. Irgendwann ist es auch genug. Theoretisch könnte ich auch einen Server mit SSD nehmen. Da sollte sich das Problem dann erledigt haben.

Aber hey, der Blog hat ja aktuell eh nur eine sehr eingeschränkte Reichweite. Gut zugegeben, man hat nur einen Versuch für den ersten Eindruck. Wenn man zum ersten mal auf eine Seite stößt und dann beim Aufruf einen Fehler bekommt, klickt man maximal noch auf auffrischen und danach surft man woanders weiter. Die Reichweite steigert sich so also sicher nicht.

Wie war eure Woche?

Weitere Leselaunen:

∗ Sturmfrei bei Letterheart ∗ Nachdenklicher Start in den November bei Lieblingsleseplatz∗ Ein bockiger Rücken kann nicht entzücken bei Stars, stripes and books ∗ 3, 2, 1.. die Weihnachtsbäckerei startet bei Bella’s Wonderworld ∗ Entschleunigung bei Hundertmorgenwald ∗ It’s always Tea-Time bei The Book Dynasty ∗ Lange Tage bei Nerd mit Nadel ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liest ∗ Zwischen Utopie und Dystopie bei Ricy’s Reading Corner ∗ Wie ich von einem Diskuswerfer massiert wurde bei glimrende ∗ Ordnungswahn und wenig Zeit zum Lesen bei ChaosMariechen ∗ Ostseeliebe & Märchen bei Lesepirat ∗ Leselaune bei JD’s Book of life ∗ Ikea, Lush & Let’s Play bei Trallafittibooks ∗ Von meiner krankheitsbedingten Lese- und Blogflaute bei Friedelchens Bücherstube ∗ Deadpool, MUTEC und Schreiben bei Valaraucos Buchstabenmeer ∗ Da schleicht er sich einfach an, der Rezi-Druck bei Booksaremybestfriends ∗ Auf der Jagd nach Prinz Dracula bei Ida’s bookshelf ∗ Herbstliches Wetter und ein neuer Arbeitsplatz bei Tiefseezeilen ∗

Australien Mitte + Nordosten [Reisebericht]

Das ist mein dritter und vorerst letzter Reisebericht von Australien. Wir hatten uns bereits vor der ersten Tour überlegt wie wir Australien am sinnvollsten Bereisen. Eine einzige Tour bei der wir nur mal ein paar Hauptspots abklappern kam für uns nicht in Frage. Insofern haben wir drei Touren geplant und diese hier ist die letzte. Bei der Tour sind die – aus Marketingsicht – bekanntesten Attraktionen enthalten. Die Tour hat aber auch einige Nachteile. Beispielsweise 3 Inlandsflüge und recht viele Leerlaufzeiten. Ersteres war uns vorher klar, letzteres nicht.

Die Beschreibungen der Reisetage bestehen meist nur aus ein paar Sätzen. Eine 3 Wochen Tour muss im Reisekatalog einschließlich Fotos auf 2 A4 Seiten passen. Das heißt 20 Tage müssen mit Preis und Termininformationen auf eine Seite passen. Da bleibt nicht viel Luft für genaue Tagespläne. Zumal sich der Veranstalter damit keinen Gefallen tut. Alles was explizit beschrieben wird, ist Bestandteil der Tour. Desto vager der Text, desto weniger angreifbar ist der Veranstalter. Was bedeutet z.B. den Uluru Erkunden? Fährt man dran vorbei, Wandert man drumherum, klettert man hoch? Dauert das 30 Minuten oder einen ganzen Tag? Somit kauft man immer ein wenig die Katze im Sack, wenn man eine Tour nicht vollständig selbst organisiert.

Besonderheiten

Da ich kürzlich ein Buch über die erste New York und Australienerfahrung gelesen habe, dachte ich mir, dass die ein oder andere Besonderheit vielleicht auch für euch interessant ist, die für mich schon nicht mehr so besonders ist, weil ich schon mehrfach in Australien war.

  • Die Australier lieben BBQ. Es gibt in Parks öffentlich nutzbare kostenlose Grillstationen, die mit Gas betrieben werden.
  • Die Geschmäcker sind verschieden. Magnum mit Minze oder KitKat mit Minze gefällig? Chips gibt es mit Essig (englischer Einfluss) mit Honig und anderen Geschmacksrichtungen wie Chicken BBQ, Meersalz, Sauercreme mit Chilli, Honig mit Essig und Käse. Die bei uns beliebten Paprika Chips gibt es nicht.
  • Die Australier stehen morgens auf einen pflanzlichen Brotaufstrich der Vegemite heißt. Den mag man oder man hasst ihn. Mein Fall ist er nicht.
  • Die Rechnung gibt es im Restaurant (meist) nicht an den Tisch oder es gibt sie Rechnung an den Tisch aber man bezahlt an der Kasse. In der Regel steht am Tisch eine Nummer. Manchmal kann man auch am Tisch zahlen.
  • Wasser (tap water) gibt es – wie in den USA – zum Essen kostenlos.
  • Manchmal gibt es free Refill bei Softdrinks.
  • Bei Inlandsflügen dürft ihr Getränke mitnehmen. Wasserflaschen im Handgepäck sind also kein Problem.
  • Wie auch in den USA darf man sich im Restaurant nicht einfach irgendwo hinsetzen, sondern wartet darauf, dass man einen Tisch zugewiesen bekommt. Beim Frühstück gilt das i.d.R. nicht.
  • Trinkgelder sind in Australien eher unüblich.
  • Australier haben Aussi Burger (mit Spiegelei, Rote Beete und Annanas) und Aussi Pizza (na womit wohl?).
  • Man wartet im Restaurant darauf einen Tisch zugewiesen zu bekommen. Freie Wahl gibt es nicht.
  • Die Australier scheinen im Schnitt sehr ehrlich zu sein. Es gibt diverse Systeme, die auf dieser Grundannahme basieren und funktionieren.
  • Oft kauft man sich Getränke an der Bar, auch wenn man Essen geht. Ab und an werden auch Getränke an den Tisch gebracht. Das ist aber eher selten.
  • Die Wassermarken überall im Land sind für Hochwasser und geben an, ob man mit seinem Fahrzeug (mit Schnorchel) passieren kann oder nicht. Meist sind diese Marken in der Regenzeit der jewiligen Region relevant.
  • Lebensmittel sind eher teuer. Die Preise können aber erheblich variieren. Mount Franklin 0,6l Wasser kosten gerne mal zwischen ca. 2 und 6$ pro Flasche – es kommt darauf an wo man ist. No name Wasser im Supermarkt 12×0,6l im Angebot in Cairns (Touristenhochburg) ca. 3$. Das ist doch mal ein Preisgefälle, oder?
  • Im Supermarkt gibt es oft warmes Essen, das sich auf einer Heizplatte befindet. Teigtaschen mit einer Gulasch oder Hackfleischartigen Füllung. Hot Dogs oder Huhn in verschiedenen Varianten. Gekühlte Sandwiches sind seltener.

Der Flug

Der Flug ist ziemlich lang. Rund 20 Stunden reine Flugzeit plus Transfers. Je nach Fluggesellschaft hat man aber ein Bordprogramm aus den aktuellsten Kinofilmen. Ich habe mir auf dem beispielsweise folgende Filme angesehen:

  • Leave no Trace 3,5/5
  • Hotel Transilvanien 3 3,5/5
  • Pacific Rim 2 3,5/5
  • Solo A Star Wars Story 3,5/5
  • Red Sparrow 3,5/5
  • Jurassic Park: Fallen Kingdom 3,5/5
  • The Incredibles 2 4,5/5
  • Oceans 8 3,5/5

Bei Langstreckenflügen gibt es in der Regel zwei vollwertige Mahlzeiten. Je nach Fluggesellschaft ist die Versorgung dazwischen unterschiedlich gut. Bei Singapore Airlines ist es in der Regel so, dass zwischendurch Snacks verteilt werden. Getränke gibt es sehr häufig. Zusätzlich kann man jederzeit in der Küche vorbeischauen und sich etwas holen. Wenn man einen Fensterplatz hat geht das natürlich nicht so gut, wenn zwei Leute neben einem sitzen. Dafür kann man dann aber auch die Ruftaste nutzen. Nur halt nicht dauernd, bitte.

Überraschend war diesmal die Wolkenpracht über Australien. Normalerweise (so war es bei den vorherigen Touren) sind über Australien relativ wenig Wolken zu sehen. Dieses Mal hatten wir eine fast geschlossene Wolkendecke.

Der Flug in Deutschland ging Mittags los. Da wir gegen die Zeit geflogen sind, waren wir am nächsten Morgen in Singapore. Wenn ihr mal in Singapore am Flughafen seid, dann schaut euch dort um! Neben Schmetterlingsgarten, Sonnenblumenterasse, Orchideengarten, Kino und temporären Kunst oder Blumendekorationen gibt es dort auch noch andere Dinge zu sehen. Wir hatten rund 4 Stunden Aufenthalt und haben uns den Schmetterlingsgarten angesehen (da wir schon öfter am Flughafen waren, kennen wir aber im Prinzip schon alle Highlights).

Übrigens Achtung: In Singapore gibt es seltsame Regeln für die Mitnahme von Getränken. Im Flughafen gekaufte Flaschen müssen leer sein, sonst kommt ihr nicht in den Flieger. Es gibt keine Sicherheitsbereich wie in anderen Flughäfen. Jedes Gate hat seine eigene Kontrolle. Oft sind hinter der Kontrolle keine Automaten Shops und manchmal auch keine Toiletten.

In Sydney hat uns bei der Ankunft um 9:00 abends direkt das Feuerwerk am Darling Harbour empfangen. Das war aus dem Flieger zu sehen. Leider hat es aber auch geregnet. Lt. Taxifahrer war es dieses Jahr besonders feucht und das ist eher ungewöhnlich. Na, das freut einen ja zu hören nach 24 Stunden um die halbe Welt.

Der Torveranstalter ist AAT Kings. Die haben in Australien schon fast Monopolstellung. Man sieht überall Busse von AAT Kings oder deren Tochterunternehmen. Die Tour ist maximal modularisiert. D.h. Eine feste Reisegruppe gibt es für maximal 10 Tage, eher weniger. Es stoßen immer wieder Leute dazu und verlassen die Gruppe. Um so lustiger ist welches Theater um das Kennenlernen bzw. den Abschied gemacht wird. Mit Namensschildchen, Willkommensessen und Abschiedsessen alle paar Tage.

Sydney – Tag 1

Wir reisen einen Tag vor beginn der Rundreise an und haben den ersten Tag bis auf das Abendessen zur freien Verfügung.

Da wir in Sydney bei der ersten Tour schon gewaltig abgeräumt haben und sich das Wetter eher durchwachsen gestaltet hat, haben wir uns entschlossen die Museen zu besichtigen. Zuerst das Museum of Western Australia (Naturkunde + Sonderausstellung berühmte Australier – ca. 1,5 Stunden), dann die Barracks (die Geschichte der Australier beginnt mit der Besiedelung von durch Verbrecher, die von England nach Australien deportiert wurden – das Museum veranschaulicht dies 0,5 bis 1 Stunde). Zum Mittagessen ging es ins Hardrock Cafe Danach waren wir im Powerhouse Museum (Technik und Design – ca. 2,5 Stunden), was mit Abstand am interessantesten war. Blöd war lediglich, dass wir die neue Star Wars Ausstellung um ein paar Tage verpasst haben. Die scheint ziemlich cool zu werden.

Anschließend ging es zum Kennenlernabendessen mit der Reisegruppe am Darling Harbour. Da wir das Feuerwerk vom Vortag aus der Nähe sehen wollten ging es anschließend ins Hardrock Cafe um einen Cocktail zu trinken (Zum Überbrücken und hey ich mag die Atmosphäre im Hard Rock). Kurz vor dem Feuerwerk kam mal wieder ein Schauer runter. Insgesamt hatten wir aber Glück im Unglück. Das Feuerwerk war toll und die Stimmung im Hafen super (Samstag Abend).

Sydney – Tag 2

Am nächsten Tag ging es zuerst zum MrsMacquarie’s chair. Anschließend sind wir zum berühmten Bondi Beach gefahren und hatten dort auch tolles Wetter. Dort bin ich dann eine Stunde am Strand lang gewandert. Da ich zu mutig war habe ich mir gleich noch nasse Füße besorgt. Wer zu nah am Wasser läuft ist selber schuld (jede xte Welle usw.). Aber das ist ja eine ganz gute Übung für möchtegern Hiker. Da muss man auch bereit sein mit nassen Füßen zu laufen (nur sollte man dann keine Goretex Schuhe anziehen, die halten Wasser genauso gut drin wie draußen).

Ich habe es aber tapfer bis abends ausgehalten und die Füße waren wieder trocken.

Als nächstes stand die Hafenrundfahrt mit Mittagessen auf dem Programm. Die ist übrigens eine absolute Empfehlung (die Rundfahrt, nicht das Essen an Bord). Der letzte offizielle Programmpunkt war die Tour durch die Oper mit einem unterhaltsamen und speziellen weiblichen Guide. Die Tour ist übrigens immer anders je nach Guide und belegten Räumlichkeiten.

Anschließend (ab 16:00) sind wir noch ein wenig durch die Stadt gewandert und sind auf das Aussichtsdeck des Sydney Tower gefahren. Wenn mann sich einen guten Blick auf die Oper oder die Hafenbrücke erhofft, wird man aber enttäuscht. Es stehen zu viele Gebäude im Weg.

Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch eine Prepaid Karte von Telstra besorgt (wie Telekom bei uns). Für 30$ 6GB und kostenlose Anrufe in Australien und nach Deutschland – unbegrenzt übrigens sind wir Sonntag um 16:59 in den Laden und die haben nicht gemurrt und sich ca. eine halbe Stunde Zeit genommen.

Abends ging es noch mal ins Hardrock Cafe.

Blue Mountains – Tag 3

Tja, Regen und Nebel sind die Schlagworte des Tages. Seht selbst:

In Sydney war das Wetter – wie bereits gewohnt – wechselhaft. Nachdem wir um 15:00 wieder in Sydney waren, haben wir uns das Kunstmuseum (1-1,5 Stunden – wie immer in Kunstmuseen fand ich einige Exponate toll und andere haben mich an der Zurechnungsfähigkeit der Künstler zweifeln lassen) angesehen. Danach ging es in den Sydney Tower. Das hatten wir zwar schon beim ersten Sydneybesuch gemacht aber wir hatten noch mal Lust dazu.

Abends eine extrem gut besuchte Pizzeria in der nähe des Hotels besucht. In der Pizzeria gibt es abends Livemusik. Nachdem ich meine Lasagne verdrückt habe (die schmeckt übrigens in Australien ganz anders als in Europa und wird auch anders gemacht) warte ich auf die Rechnung, die nicht kommt. Ach ja, da war was. Das geht ja hier anders. Ich gehe zur Kasse und habe natürlich nicht darauf geachtet, dass die Tischnummer an der Seite stand. Da wir direkt vor der Band saßen, lässt sich das leicht klären.

Flug und Ayers Rock – Tag 4

Am Folgetag sind wir zum Ayers Rock Resort geflogen (Zeitumstellung -1,5 Stunden). Nachdem wir nachmittags im Resort angekommen sind, haben wir zuerst die Camelfarm besucht, um danach die Zimmer zu beziehen. Ich habe dann knapp drei Stunden die Resortanlage erkundet (diverse Aussichtspunkte + Aboriginal Kunst). Die Temperatur war mit rund 26°C für die Region eher kühl.

Um 17:00 ging es dann näher an den Uluru heran und anschließend haben wir uns den Sonnenuntergang angeschaut. Das ist einerseits toll, andererseits maximal kommerzialisiert und mit Sekt, Wein usw. auch recht kitschig. Tolle Natur trifft auf Massentourismus und Kommerz.

Anschließend gab es dann das typisch australische BBQ. Der Abends ist dann mit einer Sternenkunde ausgeklungen. Leider war der Mond recht hell. Ansonsten bekommt man in Australien einen Sternenhimmel wie im Planetarium zu sehen. Man sieht alles einschließlich der Milchstraße (Nebel). Bei Vollmond leider nicht mal ansatzweise.

Ayers Rock Teil 2 – Tag 5

Morgens ging es zum Sonnenaufgang zum Uluru (4:35 aufstehen im Urlaub 😉 ). Die Veranstaltung war auch sehr massentouristisch aber trotzdem schön. Danach haben wir zu Fuß den Uluru weitgehend umrundet. Leider war die Besteigung nicht eingeplant bei unserer Tour. Ich wäre wohl auch der einzige aus der Reisegruppe von 26 Personen gewesen, der es gemacht hätte. Während die anderen noch mit dem Rundgang beschäftigt waren erklimme ich schnell das erste Stück und gehe dann schweren Herzens wieder runter. Stattdessen sind wir dann eine Stunde im Besucherzentrum gewesen. Gruppenreisen haben auch Nachteile.

Danach ging es nach Kata Tjuta und auch dort haben wir eine Wanderung gemacht. Um ca. 2 Uhr war das Tagesprogramm beendet.

Am letzen Aussichtspunkt vor Ende der Tour treffen wir den Bruder von unserem Tourguide Liz. Er reist seit 5 Monaten mit als Overlander durch die Australien (mit zwei schulpflichtigen Kids, die er bzw. seine Frau unterrichtet). Das Gespann besteht aus Geländewagen mit Schnorchel und Wohnwagen. Er hat ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub. Ich denke mir gerade, dass ich das was er macht echt cool finde.

Danach haben wir noch den Supermarkt besucht und einen Hubschrauberrundflug (Optional) zum Ayers Rock und nach Kata Tjuta gemacht. Leider darf der Hubschrauber nicht wirklich nahe an den Uluru ran.

Es gibt bessere Rundflüge als diesen. Wenn man aber noch nie in einem Hubschrauber geflogen ist, kann ich das nur empfehlen. Ich habe Pech und sitze in der Mitte. Mein Nachbar ist aber extrem rücksichtsvoll und somit bekomme ich ein paar gute Bilder hin.

Nachmittags sitze ich im Hotel und hadere ein wenig mit der vertanen Chance. Das passende Zitat dazu kommt mir auch in den Sinn:

„Unser Leben ist von Gelegenheiten geprägt.
Auch von den verpassten“ Michaela Schmitt – Ausreisser – Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland

Genau jetzt habe ich Zeit und komme nicht zum Uluru und ich bin nur ein halbe Stunde Fahrtzeit entfernt.

Ich bestelle aus Frust und um die Zeit zu nutzen die 2. Ladung Hiking Ausrüstung (Zelt, Regenkleidung usw.).

2019 wird der Weg auf den Uluru endgültig gesperrt. Der Weg ist sehr Steil und nich ungefährlich. Weiterhin sehen die Aboriginals den Berg als heilig an und wollen nicht, dass er bestiegen wird. Das hält aber hunderte Touristen pro Tag nicht davon ab den Berg zu besteigen. Es geht zwar nicht um viel aber das ist eine der vertanen Chancen im Leben. Ich ärgere mich noch immer.

Abends besuchen wir das Pioneer Cafe, weil uns das eigene Hotel zu steif ist. Die Atmosphäre ist toll, das Essen mittelmäßig, der Abend ist trotzdem unterhaltsam mit Livemusik und ein paar Billardtischen um uns herum.

Heute hatten wir 32°C.

Anschließend fasse ich im Hotel die ersten 6 Tage der Tour zusammen.

Kings Canyon – Tag 6

Den Kings Canyon gibt es weltweit mehrfach. Mit 8:00 ist die Abfahrtzeit heute human. Wettervorhersage 34-36°C. Das bedeutet, dass es heute statt der Wanderung um den Canyon nur die Kurzwanderung gibt (in den Canyon). Der Weg um den Canyon wurde um 9:00 aus Sicherheitsgründen gesperrt um den Durchschnittstouristen vor sich selbst zu schützen. Das habe ich so noch nie im Nationalpark erlebt. Ich bin überrascht.

Da unsere Reiseleitung zu unflexibel ist, werden wir die Wanderung auch nicht am nächsten Tag durchführen, obwohl Zeit genug dafür wäre. Ich bin megamäßig genervt.

Nachmittags gibt es als Alternative einen 15 minütigen Rundflug (Optional). Ich ziehe zum zweiten Mal das große Los und sitze in der Mitte (das ist der einzige wirklich schlechte Platz im Heli). Generell sind Hubschrauberrundflüge toll. Wenn man in der Mitte sitzt und keine Fotoschiebetüren vorhanden sind, allerdings nicht so. Zumindest war das mein erster Hubschrauberflug, bei dem ich nicht ein Foto gemacht habe, weil ich in der Mitte keinen Platz dafür hatte. Ich beschließe, dass ich für diese Tour genug Hubschrauberrundflüge hatte. Sollen andere für den Mittelplatz bezahlen.

Das Hotel ist in der Nähe des Kings Canyon angesiedelt. Man merkt allein an den Lebensmittelpreisen, dass man weit ab vom Schuss ist. Den heutigen Tag fand ich ziemlich mäßig.

Alice Springs – Tag 7

Heute geht‘s um 7:30 los. Etwas makaber ist, dass uns die Reiseleiterin sagt, dass es um 5:30 Frühstück gibt. Das ist für die Leute, die den Kings Canyon so angehen wie es eigentlich gedacht ist, also morgens. Lt. Aussage der Reiseleiterin schaffen wir es zeitlich heute nicht im Kings Canyon zu wandern, weil zu wenig Zeit in Alice Springs bleibt. Wie sich später zeigt ist das totaler Quatsch, weil wir trotz ca. 1,5h Stunden Pause! um ca. 14:00 in Alice Springs ankommen. Da fliegt man um die halbe Welt um morgens 1,5 Stunden länger zu schlafen und nachmittags im Hotel zu sitzen. Das Naturerlebnis muss bei derartig tollen Alternativen eben ausfallen. Hotels, Shoppingcenter und lange schlafen ist halt wichtiger. Alice Springs kann man sich übrigens im sparen – zumindest muss man dafür keine Zeit einplanen. Es gibt in der Stadt nicht wirklich was zu sehen.

Abends ab 19:00 schauen wir uns noch den Tierpark an. Das ist recht interessant, weil man einheimische Tiere sieht. Uns führt eine junge Deutsche, die im Tierpark arbeitet. Da es dunkel ist haben die Parkranger rote Taschenlampen und versuchen die Tiere zu spotten. Mit so wenig Licht sind Fotos schwierig. Warum geh man abends in den Tierpark? Bei Tagestemperaturen von 35° C sieht man vorher nicht viele Tiere. Währen des Rundgangs fängt es an zu Regen. In Alice Springs!

Heute habe ich mir mal ein paar Sachen aus dem Supermarkt besorgt. Man muss ja auch mal etwas lokales testen. Die Chipssorten sind etwas seltsam. Honig + Essig, Essig, Sweet Chilli + Sauercreme (die teste ich gerade und schmecken mir ganz ok, auf Dauer etwas sauer), Meersalz (die schmecken) usw.

Ansonsten sind die TimTam Schokoladenkekse (weiß oder klassik) recht lecker.

Alice Springs – Cairns – Tag 8

Abfahrt ist heute um kurz vor 9. Anschließend besuchen wir den Flying Doctors Service. Das ist recht interessant.

Danach geht es um ca. 11:30 per Flieger nach Cairns. Dort kommen wir um 14:15 an (die Zeit ist wieder um 30 Minuten vorgestellt worden) und sind ca. 15:00 im Hotel. Nach einer kurzen Einführung durch unsere neue Reiseleiterin geht es zum Zoom Wildlife Park (in Eigenregie). Dort nutzen wir den Dome Walk um die Umgebung kennenzulernen.

Dort treffen wir auf eine junge US Amerikanerin aus Kansas, die ein 2 Jahresvisum in Australien hat um dort zu arbeiten, sie war schon in verschiedenen Orten, meint aber, das der Job im Tierpark der bisher beste ist und sie hofft, dass das Working Visum verlängert wird. Zwischen den Jobs ist sie Backpackermäßig zwischen den Orten gewechselt und hat das Land erkundet. Ich wünsche ihr viel Glück.

Ich habe sowas früher immer als verschenkte Zeit angesehen, weil man kaum etwas verdient und auch keine Karriere macht. Unterdessen sehe ich das nicht mehr so. Wir treffen auch unglaublich viele junge Jungs und Mädels um 20 (übrigens sogar mehr Mädels als Jungs), die solo durch Welt touren. Ich finde das echt cool. Die Zeit habe ich mir nie genommen oder gegönnt.

Anschließend wandern wir ein wenig auf der Promenade herum und essen danach an der Waterfront (110$ 2 Personen, Hauptgang, Coke, Nachtisch). Ich habe Bushtucker Food – also Kangaroo, Krokodil und alles was man so an Grünzeug im Busch findet auf dem Teller. Krokodil schmeckt ein wenig wie Hühnchen – gewöhnungsbedürftig.

Das Feeling ist wie in der Karibik – vergleichbar mit Florida.

In Cairns gibt es ein großes kostenloses Freibad (wobei die Bezeichnung eine Untertreibung ist) direkt am Meer. Wieso das? Wegen der Gefahr durch Quallen und Krokodile. Dort sind hunderte Leute in jedem Alter.

Krokodile und Kuranda – Tag 9

Heute ging es um 8:30 zu Hartley’s Crocodile Farm (zum ersten Mal mit 52 Leuten). Das ist definitiv zu viel aber auch nur für zwei Tage, danach sind wir 35. Ab heute haben wir eine andere Reiseleiterin. Die gleiche, die wir bei unserer ersten Australientour hatten (Manuela). Die Welt ist klein.

In der Cocodile Farm gab es neben Krokodilen diverse andere einheimische Tiere zu sehen. Die Krokodile (Saltwater Crocodiles) gehören zu den größeren und aggressiveren ihrer Gattung. Die Boote, die zu Fütterung genutzt wurden waren nahezu komplett geschlossen. Krokodile können ziemlich hoch „springen“.

Das „Futter“ wird an mehrere Meter langen Metallstangen über das Wasser gehalten bzw. immer wieder ins Wasser gedipt. Die Krokodile können Bewegungen im Wasser auf große Distanzen orten. Man könnte meinen, dass das Tierquälerei ist. Aber da die Tiere eh im Park leben müssen sie so für ihr Essen arbeiten.

Am Ende gelingt es unserem sehr jungen Guide (Mädchen) nicht die Stange zu halten. Das Krokodil nimmt Köder und Stange mit. Gegen die brachiale Gewalt hat man aber auch wenig Chancen.

Neben Krokodilen gab es auch diverse andere Tiere wie Kangaroos und andere einheimische Tiere zu sehen.

Das Salzwasserkrokodil auf dem Foto hat sich nicht mit dem Köder begnüngt, sondern die mehrere Meter lange Metallstange gleich mitgenommen.

Anschließen ging die Fahrt weiter nach Kuranda, wo es Wege durch den Regenwald, einige Tierattraktionen in Form von spezialisierten Miniparks (Vögel, Schmetterlinge, Koalas) zu sehen gibt. Wir haben uns die Schmetterlinge angeschaut und das war wirklich sehenswert. Die Papageien haben währenddessen unsere Reisegefährten auseinander montiert. Ladegerät in geschlossener Kameratasche zerlegt, Knopf vom Cape abmontiert usw., wie wir später erfahren.

Auch einem Weg durch den Regenwald sind wir gelaufen. Es gibt auch massenhaft Shops für alle möglichen Dinge, die teuer sind und die man eigentlich nicht braucht. Wer etwas nach Hause mitnehmen möchte wird hier fündig.

Ab 17:00 ist der offizielle Teil beendet.

Wir gehen an dem Abend zum Italiener an der Waterfront und ich gönne mir ganz simpel Spagetti Bolognese. Die schmeckt wie zu Hause. Das ist übrigens keineswegs selbstverständlich, wenn man etwas im Ausland etwas bestellt, was man aus dem eigenen Land kennt. Spagetti sind in Australien übrigens recht teuer. 50% mehr als eine Pizza sind keine Seltenheit.

Great Barrier Reef – Tag 10

Heute geht es um 7:30 los. Wir spazieren zum Ableger um zu Great Barrier Reef zu fahren. Es liegen übrigens zig Schiffe im Hafen, die tausende von Nenschen jeden Tag Richtung Riff transportieren. Das ist eine riesige Industrie.

Um 9:00 fährt der Katamaran zu einer Plattform am Reef. Dort können von Heliflügen über diverse Arten von Tauchen, Schnorcheln und Glasbodenboot fahren diverse Aktivitäten wahrgenommen werden. Dort treffen wir um 10:30 ein. Anschließen schnorchle ich zum ersten Mal im Leben. Die ersten 5 Minuten mehr schlecht als recht. Als die Taucherin Fotos von mir macht läuft mir gerade Wasser in die Maske und ins Mundstück aber die Fotos bekomme ich hin! Nach 5 Minuten habe ich den dreh raus. Die Wassertemperatur beträgt 28° C. Man kommt sehr nah ans Riff und die Fische schwimmen um einen rum.

Danach haben wir eine Tour im Halbubot gemacht, Mittagessen gefuttert, im Glasbodenboot gefahren, das Unterwasserobservatorium besichtigt und noch mal eine halbe Stunde geschnorchelt. Schon sind unsere 5 Stunden am Riff vorbei und wir sind um kurz nach 17:00 zurück in Cairns.

Es muss aber nicht unbedingt das Great Barrier Reef sein. In Westaustralien haben wir das mindestens genauso schön und mit deutlich weniger Touristen gesehen. Trotzdem war der Tag toll.

Man hätte auch zig andere Aktivitäten wahrnehmen können (Tauchen in verschiedenen Varianten auch ohne Zertifikat, mit Helm und Schlauch usw.)

Den Abend lassen wir im Red Ochre Restaurant ausklingen.

Am nächsten Tag werde ich feststellen, dass ich einen ordentlichen Sonnenbrand im Bereich der Waden und über den Fersen habe.

Atherton Tablelands – Mission Beach – Tag 11

Heute geht es um 7:15 mit 35 Leuten los. Zuerst machen wir eine Bootsfahrt auf einem See im Urwald, bei der wir lokale Flora und Fauna begutachten. Anschließend besichtigen wir einen Wasserfall und den Curtain Fig National Park.

Der Baum auf den Bildern ist ein Parasit, der auf einem Wirtsbaum beginnt zu wachsen (von oben nach unten) und den Wirt irgendwann tötet.

Wir sehen auch Kauri Trees, die man sonst z.B. in Neuseeland sieht. Die Landschaft wechselt zwischen Regenwald und Ackerbau. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch und es fühlt sich sehr tropisch an. Es ziehen den ganzen Tag Zuckerrohr und Bananenfelder an uns vorbei.

Nach unserer Ankunft in Mission Beach um 15:00 wandern wir am riesigen Strand entlang, den wir fast alleine haben und genießen die Stimmung. Zusätzlich erkunden wir noch einen Aussichtspunkt.

Mission Beach, Townsville, Hamilton Island – Tag 12

Heute ging es um 7:30 los. Große Attraktionen gibt es heute nicht. Wir legen ganz ordentlich Stecke zurück. Wir sind noch immer in der tropischen Zone. Bei Townsville änder sich die Vegetation aber deutlich. Es wird trockener.

Wir fahren an Bananen-, Zuckerrohr-, Bananen- und Melonenplantagen vorbei.

Die Landschaft wird deutlich flacher. Abends kommen wir per Fähre auf Hamilton Island an. Hier läuft mann offenbar nicht, es wird Golf Buggy gefahren. Wir schauen uns den Sonenuntergang an und gehen entgegen dem Trend zu Fuß zum Lockout. Hamilton Island ist sehr hügelig. Alles was mit Wassersport oder Golfen zu tun hat kann man hier machen (alles gegen Gebühr natürlich).

Hamilton Island – Tag 13

Die Gang aus unserem Balkon. Ihr könnt euch sicher sein – die haben nur Unsinn im Kopf. 😉

Nettes Spielzeug

Es geht wieder früh los. Um 7:45 fahren gehen wir zum Hafen um eine halbtageskreuzfahrt zum Whiteheaven Beach zu machen (optional). Der Strand gehört angeblich zu den schönsten der Welt. Der Sand ist fein und sehr hell. Das Wasser leuchtet Türkisblau. Wir laufen zu einem Lookout und schwimmen ein wenig im Meer. Nach 2,5 Stunden geht es zurück. Danach schauen wir kurz im Hotel vorbei und wandern Los um uns die verschiedenen Lookouts anzusehen. Mehrere hundert Höhenmeter Differenz und sehr steile Wege sind bei über 30° C und direkter Sonneneinstrahlung fast ohne Schatten doch recht anstrengend. Nach etwas mehr als 4h Wandern reicht es uns für heute.

Am Ende haben wir alle Lookouts abgeklappert. Anschließend versuchen wir im Hafen zu essen aber es ist bereits alles reserviert. Wir essen schließlich im hoteleigenen Restaurant. Der Tag war super.

Hamilton Island / Noosa Head – Tag 14

Heute haben wir noch bis 13:20 Zeit auf Hamilton Island und fliegen dann nach Brisbane, von wo aus wir nach Noosa fahren.

Wir stehen etwas später auf und reizen die Zeit aus bis wir das Zimmer um 10:00 räumen müssen. Anschließend schlagen wir die Zeit bis zum Flug auf der Promenade tot. Wir landen nach 1,5 Stunden in Brisbane und fahren nach Noosa Head, wo wir um ca. 19:15 ankommen. Anschließend gehen wir um 20:00 in eine Szenebar, die recht gut besucht ist. Das Essen ist eher mittelmäßig. Es laufen Surfervideos auf Großbildschirmen.

Nebenan an der Bar feuert eine Gruppe Australier irgendwas und hat sich schwer in Schale geschmissen. Von den Klamotten könnte es eine Hochzeit sein. Das muss aber nichts bedeuten. Die Australier schießen bei den Klamotten gern mal über das Ziel hinaus.

Als ich mir das “Bett” angesehen habe, habe ich mich gefragt, ob ich möchte das die Wirbelsäule die Selbe Form annimmt. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich das nicht will.

Der Tag war also primär Reisetag. Das Hotel ist einerseits gut ausgestattet und hat eher Appartments als Zimmer (mit Küche, Trockner, Waschmaschine), aber es ist das erste Hotel seit Ewigkeiten was keine zwei separaten Betten oder wenigstens ein Kingsize Bett zur Verfügung stellt. Die Pritsche, die dort als Notbett steht, stammt vermutlich aus den 1970er Jahren. Das Ding hat nicht mal eine gerade Liegefläche. Bei der Matratze kann man jede Feder einzeln ertasten. Rückenschmerzen sind garantiert. Da kommt man sich echt veräppelt vor, wenn man eine Karte zur Kopfkissenwahl je nach Geschmack findet. Die Managerin ignoriert die Beschwerde und wiegelt ab: Das haben Sie so gebucht. Da kann ich nur müde den Kopf schütteln. Wir wechseln uns ab. Erst pennt mein Cousin in dem “Bett”. Ich biete ihm am zweiten Tag den Tausch an und schlafe direkt auf den Kissenelementen der Couch.

Wie schläft man, wenn das Bett eine Zumutung ist? So!

Offiziell haben wir nun die tropische Region verlassen, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Der Tag ist übrigens eine Premiere. Ich habe es noch nie Geschafft im Urlaub den ganzen Tag lang kein Foto zu machen. 😉

Fraser Island – Tag 15

Irgendwie habe ich mir bei den ganzen Klimaanlagen eine Erkältung zugelegt. Wäre ja auch langweilig den Urlaub einfach ohne zu überstehen.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Auf Fraser Island gibt es sogar Regenwald. Wir bereisen Fraser Island mit einem Geländebus. Ich bin zwar schon mit Allradfahrzeugen gefahren aber so durchgeschüttelt wurde ich noch nie.

Nach einem Stop an der Tankstelle (nach ca. 1,5 Stunden) zu Reifendruckanpassung (auf Sand muss der Druck gesenkt werden) fahren wir per Fähre nach Fraser Island. Auf dem Strand gibt es eine kleine Pause mit Keksen, Kuchen und Getränken. Dort geht es per „Inselhighway“ zu Lake McKenzie, wo man eine Runde Schwimmen kann. Anschließend gibt es BBQ. Danach gibt es eine kleine Regenwald“wanderung“. Zurück geht es dann per Strandhighway. Ja, korrekt. Der Strand ist eine offizielle Straße, die mit 80 km/h befahren werden kann.

Auf dem Rückweg sehen wir auch einen Dingo, der sich überhaupt nicht an den Menschen und Autos stört. Am Strand entlang sehen wir massenhaft Fahrzeuge. Von Anglern oder Leute, die am Strand Einfach Spaß haben oder campen.

Abends bin ich etwas k.o., ob nun von der Tour oder der Erkältung weiß ich nicht. Wir gehen noch kurz im Takeaway gegenüber dem Hotel vorbei und ich bestelle mir einen Fischburger (der Fisch ist frisch, also nicht vergleichbar mit den Dingern, die man sich normalerweise unter Fischburger vorstellt). Wie bei fast jedem Takeaway gibt es immer neue Varianten. Hier wird man an der Kasse nach seinem Namen gefragt und irgendwann wird der dann ausgerufen. Einen Beleg über das was man bestellt hat, bekommt man nicht.

Warum man nicht einfach einen Zettel bekommt mit Nummer drauf bekommt, bleibt das Geheimnis der Betreiber.

Oft gibt es auch Empfänger, die dann Vibrieren und Blinken, wenn das Essen fertig ist. Scheinbar sind die Gewinnspannen ganz ordentlich. Ich habe in Deutschland noch keinen Takeaway gesehen, der sich ein derartiges Funksystem leistet.

Noosa (Everglades Safari) Tag 16

In Noosa sind wir drei Tage (am erstn gab es wegen der frühen Startzeit eine Frühstücksbox). Neben dem katastrophalen Bett ist das Frühstück hier auch besonders. Das Hotel hat keinen eigenen Frühstücksbereich. Stattdessen gibt es Gutscheine und man kann ein Restaurant davor besuchen. Das Restaurant ist aber sehr speziell. Jedes Teil wird einzeln gebracht. Auf dem Gutschein kann man diverse Kreuzchen setzen. So ganz plausibel ist das alles nicht. Die Preise sind für das gebotene Exorbitant (wir müssen es ja wenigstens nicht zahlen). Ich habe ein Croissant + Osaft und ein Gebäck mit Vanille und Himbeere angekreuzt. Das Croissant ist irgendwie was anderes, schmeckt aber lecker. Das Himbeerteil ist unglaublich süß. Das Himberteil allein kostet 15$. Der Frischgepresste Osaft und die zwei anderen Teilchen würden sich dann wohl auf mindestens 40$ summieren. Stolz dafür, dass man danach nicht mal satt ist.

Mein Cousin hat sich etwas mit Ei bestellt. Die zwei Eier sind irgendwie ein Kunstwerk. Keine Ahnung wie die das zubereitet haben aber das Eiweiß ist hart und sieht aus, als wenn es zu lange im Wind gestanden hat. Das Eigelb ist komplett flüssig. Dazu gibt es zwei streifen Schinkenspeck und zwei trockene Scheiben von etwas was man sogar als Brot bezeichnen kann – 15$.

Heute geht es um kurz nach 8 zu Everglades Safari. Ja, richtig. Everglades gibt es nicht nur in Florida. Die Schiffstour beginnt um 9:30. vorher sammelt der Bus die Teilnehmer ein und bringt sie zum Schiff. Die Tour gehört nicht zur Rundreise und ist optional. Die Teilnehmer sind bunt gemischt von sehr jungen Backpackern bis über 70 Jahre. Einen Teil der Tour kann man gegen Aufpreis mit dem Kanu zurücklegen. Während der Tour gibt es sehr viele Infos und Morningtea (das ist lockerer als es sich Anhört: z.B. Kuchen, Orangensaft, Kekse, Melonen), sowie das typische BBQ.

Um 15:30 sind wir wieder am Hotel und wandern noch ein paar Aussichtspunkte im nahegelegenen Nationalpark ab. Abends tröpfelt es etwas und wir besuchen den Italienier und essen Pizza.

Noosa Head – Sufers Paradise – Tag 17

Frühstück Teil 2: Da ich in der Theke eine Obstschale gesehen habe, versuche ich es auf dem Frühstückszettel mit etwas was dem am nächsten kommt. Ein Fehler, wie sich erweist. Ich bekomme eine halbe Erdbeere mit einer Quark Müsli Pampe. Kostet? Na klar 15$. Der Osaft kommt nicht mehr an. Ich futtere die restliche Pizza, die beim Besuch des Italieners am Vortag übrig geblieben ist.

Heute geht es um 8:15 los. Die Temperatur ist um gut 10°C gesunken und es regnet. In Brisbane kommen wir um etwas vor 11 an und schauen uns die Stadt in Form einer Rundfahrt an. Anschließend haben wir von 11:25 grob 2h um die Stadt zu erkunden. Wir nutzen die Zeit und nach einer Stunde haben wir den Innenstadtbereich grob abgelaufen. Dann beginnt es zu regnen und wir flüchten nach McDonalds. Bevor wir zum Surfers Paradise fahren setzen wir einige Mitglieder aus der Reisegruppe an Hotels ab, die hier aus der Tour aussteigen.

In Sufers Paradise kommen wir um 15:00 an. Es nieselt vor sich hin. Bei tollem Wetter ist garantiert richtig was los. Wir laufen trotz des Wetters den Innenstadtbereich ab und besuchen das Aussichtsdeck des Sky Tower. Die Sicht ist relativ gut – trotz des Wetters.

Surfers Paradise ist eine Mischung von LA (Filmproduktion, Surfen), Orlando (Freizeitparks) und Las Vegas (Reklametafeln und Kasinos).

Den Abend lassen wir gemütlich im Hard Rock ausklingen (das Ambiente in diesem Hard Rock ist toll – deutlich besser als in Sydney und bisher eines der besten Hard Rocks, die ich besucht habe).

Byron Bay – Port Macquarie – Tag 18

Morgens scheint vor 6 schon die Sonne ins Hotelzimmer, die wir gestern vermisst haben. Ich drehe noch schnell eine Runde, bevor wir los fahren und schieße ein paar Schönwetterfotos. Wir fahren um 7:30 los zu einem Aussichtspunkt, bei dem man die Sunshine Coast überblicken kann. Anschließend fahren wir zum Leuchtturm in Byron Bay und laufen zum östlichsten Punkt in Australien.

In Byron Bay sind wir knapp 1,5 Stunden. Die Stadt ist mit knapp 40.000 Einwohnern relativ klein, hat aber ein unglaubliches Flair. Es gibt keine Fastfoodketten, keine großen Hotels und hier gilt hippie und flower power. Alles ist alternativ hier. Rastas tanzen mitten auf der Straße mit Bierpullen, alles ist voller Backpacker. Ich habe aber nicht einen gesehen, der andere belästigt. Ich liebe die Stimmung. Yeah, ich verstehe warum jeder Backpacker hier durch kommt.

Anschließend legen wir eine größere Strecke zurück vorbei an Bananen-, Orangen-, Zitronen- und Blaubeerplantagen.

Abends kommen wir in Port Macquarie an, wo wir im Hotel das Abendessen bekommen.

Port Macquarie – Hunter Valley – Sydney – Tag 19

Heute Steht eine Weinprobe auf dem Programm. Da ich keinen Wein mag, ist das nicht gerade mein Lieblingsprogramm. Die Weine schmecken mir nach wie vor nicht. Einer ist trinkbar. Dafür ist das anschließende Mittagessen hervorragend.

Wir kommen ca. 15:30 in Sydney an.

Abends sind wir erneut im Sydney Tower – dieses Mal zum Abendessen. Somit sehen wir Sydney auch bei Nacht von oben – und schwups, sind die 20 Tage in Australien schon wieder vorbei. Da wir von Anfang an drei Touren geplant hatte, ist die Wehmut etwas größer. Wer weiß schon, ob und wann ich wieder einen Fuß auf australischen Boden setze.

Sydney – Singapore – Tag 20

Da unser Flug um 9:05 nach Singapore geht, werden wir um 6:05 am Hotel abgeholt. Meine Erkältung habe ich optimal getimt. In der Nacht vor dem Flug läuft die ganze Nacht die Nase und ich schlafe kaum.

Der Flug nach Singapore ist bis auf den Start und die Landung unangenehm. Wenn ich schon mal geflogen seid, ohne das der Druckausgleich zu den Ohren funktioniert, wisst ihr was ich meine. Die Schmerzen waren grenzwertig.

Wir sind zum ersten Mal mit Singapore Airlines Premium Eco geflogen. Das zusätzlich Platzangebot ist schon toll aber eben auch recht teuer. Weiterhin werden die Koffer so eingestuft, als wenn man Business Class fliegt. Somit sind sie als erste am Gepäckband.

Filme:

  • Abba 4,5/5
  • Ant Man2 4/5
  • Commuter 3,5/5
  • Sicario 2 2,5/5

Die Stadtrundfahrt war ganz interessant aber leider nur auf Werbung für und neugierig machen auf den nächsten Besuch ausgelegt. Zumindest die Lichtshow sollte in der Tour eingeplant sein, wenn man eh zur fast richtigen Zeit vor Ort ist (wir sind genau dann aufgebrochen, als die Show gestartet ist also um 7:50). Da fühlte ich mich schon ziemlich veräppelt. Anschließend macht der Tourguide kräftig Werbung dafür, dass wir wieder kommen sollen. Nein danke, so läuft das nicht! Man sollte also bei entsprechend langem Aufenthalt eher mit dem Bus in die Stadt fahren.

Fazit:

Die Tour war von der Grundstruktur sehr gut. Allerdings ist der Fokus bei der Detailplanung dieses Mal deutlich zu sehr auf Einkaufen, Essen und im Hotel abhängen gesetzt.

Mit ein wenig Umgestaltung, hätte der Fokus etwas mehr auf Natur gesetzt werden können.

Bei dieser Tour war von Sydney über das rote Zentrum, die tropische Region im Norden und diversen Stränden (von einsam bis Massentourismus) und dem Great Barrier Reef einiges dabei.

Gesehen haben wir also eine Menge. Ich verabschiede mich nun vorerst von Australien. Weitere Touren wären ohne Wiederholungen auch recht schwierig. Im Südwesten ist noch ein Bereich der noch etwas hergibt und ansonsten könnten man noch an diversen Stellen Wandern. Allerdings habe ich damit gedanklich in Australien doch ein paar Probleme bei den ganzen giftigen Tieren, auch wenn die Chancen sehr gering sind, dass man dadurch stirbt (statistisch gesehen). Selfies machen und Bienenstiche (Stichwort Allergien) sind deutlich gefährlicher.

Australien ist ein sehr vielfältiges Land und bisher eines der wenigen, bei dem ich mir sogar vorstellen könnte, dorthin auszuwandern.

P.S. Da wir in dem Urlaub mal wieder einige Superlative hatten: Ein Strand auf der Liste der Top 7 Strände der Welt, das Great Barrier Reef als DAS Riff überhaupt. Oft sind die Orte, die nicht auf solchen Listen stehen viel schöner. Dann sind nämlich keine Menschenmassen dort. Riffe gibt es auf der Westseite auch und mindestens genauso schön und weniger überlaufen. Der Mission Beach hat mir viel besser gefallen als der Whiteheaven Beach, der Bondi Beach oder auch Surfers Paradise, weil er fast leer war.

Leselaunen Gutes Ende und Urlaub

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aus gegebenem Anlass der Baedeker Australien Reiseführer. 😉

Momentane Lesestimmung

Bis vor meinem Urlaub gut. Da hab ich das Buch Im Land der Kangaroos beendet. Das spielt zufällig auch in derselben Region von Australien die wir Reisen. Für Leute die noch nicht in Australien waren sei hier gesagt, dass die Entfernungen riesig sind. In einem drei Wochen Urlaub hat man keine Chance das Land zu bereisen. Wenn man sich wirklich rand hält und die interessanten Bereiche sehen will, dann ist man bei ca. 10-12 Wochen. Die haben wir mit unserer nun dritten Australientour nicht erreicht. Vorerst wird das aber die letzte Tour nach Australien sein.

Zitat der Woche:

Am Fahrbahnrand tauchen immer wieder Straßenschilder auf, auf denen ein Känguru oder ein Koala abgebildet ist – ein Anblick, an den ich mich wohl nie gewöhnen werde. – Miriam TrautIm Land der Kangaroos

Und sonst so?

Wuhu, knappe 4 Wochen Urlaub!

Wenn ihr diese Zeilen lest, und sich keine Katastrophen zugetragen haben, dann bin ich bereits down under. Am anderen Ende der Welt, zumindest fast. Wenn ihr das hier also um 20:00 lest, ist bei mir schon der nächste Tag angebrochen (9 Stunden weiter, je nach Region). Bei euch Sonntag, bei mir dann schon Montag geht es in das rote Zentrum von Australien. Zum Ayers Rock. Sydney habe ich bereits am Samstag und Sonntag erkundet.

Ich hatte die letzten zwei Wochen mein Leid mit der amerikanischen Post (USPS) bzw. deren Kooperation mit DHL beklagt. Nachdem das Paket nun ca. 4! Wochen per Luftpost von den USA nach Deutschland gebraucht hat, ist es nun – tadaaa – einen Tag vor meinem Flug nach Australien angekommen.

Das Paket war erst eine ganze Woche im Paketzentrum in Florida und hat sich nicht bewegt. Dann hat es ca. eine Woche vom Paketzentrum bis zum Flughafen Köln / Bonn gedauert (ca. 55 Minuten Fahrtzeit von mir entfernt). Von dort ist es dann nach Frankfurt transportiert worden (ca. 1:45 Fahrtzeit von mir) und von dort ist es abgegangen mit unbekannter Destination. 2 Wochen später ist es dann in Speyer aufgetaucht (2:30 Fahrtzeit). Von dort ist er dann innerhalb eines Tages bei mir angekommen. Die Zollabwicklung hat interessanterweise erst am 08.10 stattgefunden. Verstehen muss man das alles nicht. Ihr seht also, dass mein Hikingrucksack offenbar schon so reisefreudig ist, dass er sich ohne mich auf den Weg gemacht hat.

Einerseits ist es ziemliches Glück, dass das Paket rechtzeitig angekommen ist, bevor ich nach Australien gestartet bin und passt irgendwie zu allem was man so über den Trail liest – The Trail provides und irgendwie wird es schon funktionieren. Hat es in dem Fall auch. Für alle die nicht regelmäßig hier lesen: Ich habe mir in den Kopf gesetzt auf dem Pacific Crest Trail zu wandern und bestelle mir gerade die Ausrüstung zusammen.

Ich weiß ja nicht, ob ihr Hikingerfahrung habt aber der Rucksack hat gemessen an einem Standardrucksack unglaublich viele Einstellmöglichkeiten. Da man auf dem Trail auch mal 15-20kg Gewicht dabei hat ist das Ziel, dass das Hauptgewicht auf den Hüften und nicht auf den Schultern lastet. Das ist auch der Grund warum ein derartiger Rucksack so viele Einstellungen bietet. Das Gewicht soll optimal auf die Schultern und Hüften verteilt werden.

Ich habe jetzt gerade mal grob alles eingestellt und bisher bin ich sehr zufrieden. Das bedeutet aber noch nicht viel. Spannender wird es, wenn das Gewicht im Rucksack im realistischen Bereich ist.

Ansonsten war ich im ersten Moment erstaunt wie leicht die Ausrüstung ist. Aber gut, ist ja auch teuer genug das Zeug. Speziell das DCF (Dyneema© Composite Fabric) sieht aus wie ein Müllsack, ist aber ziemlich widerstandsfähig, leicht, wasserdicht und ziemlich teuer.

Weitere Leselaunen:

Erste Woche Anatomie bei Sarah Ricchizzi ∗ Auf nach Frankfurt bei Lieblingsleseplatz ∗ 2,5 Tage auf der Buchmesse bei Tiefseezeilen ∗ Von uhrenliebenden Hasen bei Lucinda im Wunderland ∗ Drachen, Kerzen, Bücher und Kuchen bei Sunnys Bücherschloss ∗ Berlin du bist so wunderbar bei Season of Books ∗ Eine arbeitsreiche Woche bei Andersleser ∗ Buchparty und Lesefrust bei Hundertmorgenwald ∗ A Star is Born bei The Book Dynasty ∗ Mein Wochenrückblick bei angeltearz liest ∗ Unistress und geupdatete Leseliste bei Jacquy’s Thoughts ∗ #FBM2018 bei glimrende ∗ Gelesenes und Leseplanung bei Mikka liest von A bis Z ∗ Ich fange dann mal anbei Miss Book Hunter ∗ Leselaunen im Messefieber bei Trallafitti

Im Land der Kangaroos [Buch]

Im Land der Kangaroos - Miriam Traut

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Miriam Traut

Titel:

  • Im Land der Kangaroos (224 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Ich denke kurz nach. Ob eine Ausbildung, wie ich sie mir vorstelle, in Australien überhaupt möglich ist? Und was wird mich das kosten? Noch am selben Abend begebe ich mich im Internet auf die Suche. Ein Schulbesuch an einem Berufscollege im Land der Kängurus, lese ich. Es wird über eine deutsche Organisation vermittelt

Das Buch schließt sich nahtlos an Miriams Au-pair Jahr in den USA an. Miriam ist gerade aus den USA zurück und überlegt nun wie es weitergehen soll. Am liebsten würde Sie zurück in die USA und dort ihre Ausbildung oder ein Studium machen auch weil sie dort einen Freund hat. Beides kann sie sich nicht leisten.

Da sie aber schon wieder das Fernweh packt, und sie in ihrem Au-pair Jahr auch auf einer Stippvisite in Australien war, kommt ihr das als nächstes in den Sinn.

Auch in diesem Buch kommt einem einiges Vertraut vor, wenn man schon mal in Australien war. Wer seine Erinnerung der Erlebnisse auffrischen will, ist hier also mit diesem Buch ganz gut aufgehoben. Wenn man noch nicht dort war, natürlich auch.

Ich musste mich in Australien, genauso wie schon in den USA, mit läppischem Toastbrot herumschlagen. Ich kann es mittlerweile nicht mehr sehen. Möchte vielleicht noch jemand meinem Anti-Toastbrot-Club beitreten?

Dieses Mal hat Sie ganz andere Gasteltern, als bei dem Au-pair Jahr. Die Gasteltern verhalten sich wie eine echte Familie und umsorgen Miriam. Sie findet aber recht schnell eine Freundin, mit der Sie in einer eigenen Wohnung zusammenzieht. Das ist sogar günstiger als die Unterbringung bei den Gasteltern.

Später besucht sie Ihre Freundin Shannon, die sie beim Au-pair Jahr in den USA kennengelernt hat.

Die Freundin mit der Sie zusammen gezogen ist, zieht bereits nach drei Monaten wieder aus, um mit dem neuen Freund zusammen zu ziehen.

Eine Stippvisite in New York gibt’s übrigens auch noch. Man erfährt also auch wie es einigen ihrer vorherigen Bekannten ergeht.

Die Krönung dieses verfluchten Tages: Kurz vor der Haustür lege ich mich noch ein zweites Mal recht ungraziös auf die Fresse. Mit meinen wohl nicht allzu robusten Gummi-Flipflops rutsche ich auf dem nassen Marmorboden im Treppenhaus aus, komme ins Wanken und falle.

Im Prinzip beschreibt da Buch keine besonderen Szenen. Es ist eine Mischung aus dem australischen Alltag für Miriam, den Besonderheiten des Landes und liest sich sehr locker. Miriam genießt das Leben.

Miriam ist Jung: Das merkt man auch im Buch die Planungen ändern sich öfter sowohl bei Ihr als auch bei ihren Freunden.

Desto mehr Bücher ich in dieser Art lehne, desto mehr Gewinne ich den Eindruck, dass der Erfolg bei einem derartigen Unternehmen – Egal ob Au-pair Jahr, Weltreise mit knappen Mitteln oder vergleichbares einfach die Kunst ist nichts oder wenig zu erwarten aber das anzunehmen was sich einem bietet.

Fazit:

Am Fahrbahnrand tauchen immer wieder Straßenschilder auf, auf denen ein Känguru oder ein Koala abgebildet ist – ein Anblick, an den ich mich wohl nie gewöhnen werde.

Das Buch liest sich genauso gut wie das erste Buch von Miriam Traut. Es handelt sich um leichte Kost, die man einfach mal zwischendurch lesen kann. Das Buch ist eine Mischung aus Lebensfreude, Besonderheiten der australischen Kultur bzw. der Australier und dem Alltagsleben von Miriam in Australien.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

[collapse]

Kulturschock! Au-pair USA [Buch]

Kulturschock! Au-pair USA - Miriam Traut

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Miriam Traut

Titel:

  • Kulturschock! Au-pair USA (190 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Liebe Miriam, … jetzt ist es so weit! Du bist auf dem Weg in die USA. Ein Jahr voller neuer Erfahrungen liegt vor Dir. Damit Du Deine Familie, Deine Verwandten und Deine Freunde nicht vergisst, anbei ein Geschenk. Es soll Dich an uns erinnern. Fotos, damit Du unsere Gesichter in Erinnerung behältst. Adressen, damit Du uns schreiben kannst. Geburtstage, um uns zu gratulieren. Außerdem gibt es Platz für Einträge von neuen Freundschaften, die Du wahrscheinlich knüpfen wirst. Zudem um Partys festzuhalten, die es wohl auch in den USA geben wird. Wir werden Dich vermissen! In Liebe, Clara und Ben

Miriam Traut entscheidet sich nach dem Abi für ein Jahr als Au-pair in die USA zu gehen.  In diesem Buch beschreibt sie ihre Erlebnisse.

Interessant ist das Buch für Leute, die noch nie selbst in den USA waren oder die sich ihre Eindrücke vom ersten USA Besuch mal wieder ins Gedächtnis rufen wollen. Sie beschreibt am Anfang viele Details, die einem beim ersten USA Besuch auffallen. Vieles davon ist für mich mittlerweile normal, weil ich schon ein paar Mal in den USA war. Manches es ist besser als bei uns und manches auch nicht.

Wie heißt es: Andere Länder, andere Sitten.

Die Familie in die Miriam gerät ist ziemlich wohlhabend (Manager und Anwältin) aber auch sehr oberflächlich und lebt in einem Vorort von New York. Das Kind (Cornelius) auf das sie aufpassen muss ist rotzfrech. Die Gastmutter ist der Meinung, dass er mit 4 Jahren Model werden soll. Kinder werden in New York von Geburt an auf Leistung getrimmt, wenn die Familie die Voraussetzungen dafür hat.

Das erste Viertel des Buches werden relativ intensiv die ersten anderthalb Wochen behandelt. Anfangs erscheint alles bestens zu sein. Nachdem das vorherige Au-pair Mädchen nach Deutschland zurückgekehrt ist, gibt Cornelius Miriam die Schuld dafür und erschwert ihr ihre Zeit deutlich.

Mal ehrlich, das wäre keine Option gewesen, unüberlegt alles stehen und liegen zu lassen. Das Beste kommt doch erst am Schluss, heißt es immer. Wer weiß, was ich hier alles verpasst, hätte.

Dabei wird ihr quasi die komplette Aufgabe der Erziehung übertragen. Vom Wecken bis zum ins Bett bringen ist alles was dazwischen liegt und mit Cornelius zu tun hat Miriams Aufgabe.

Dazu kommt, dass nach der anfänglichen Euphorie, die Sprache zum Hindernis wird, weil Miriam nicht so gut in Englisch ist und sie natürlich auch mit etwas Heimweh zu kämpfen hat.

Die Au-pair Freundin, die sie gerade kennengelernt hat, schmeißt nach etwa einem Monat hin, weil sie mit Ihrer Familie nicht zufrieden ist.

Der Ausflug wird zu einem unvergesslichen Erlebnis in meinem Leben. Es lehrt mich, dass man nicht voreilig urteilen sollte. Die eigene Angst zu überwinden, ist zwar eine große Hürde, doch lohnt es sich.

Miriam beißt sich durch.

Im weiteren Verlauf werden immer wieder einzelne Situationen beschrieben. Der gemeinsame Urlaub, das Kennenlernen von neuen Freundinnen, der Besuch von alten Freundinnen oder Verwandten, die Geburtstagsparty.

Man hat den Eindruck, dass Miriam sich abgesehen vom Anfang primär auf die positiven Seiten konzentriert. Zwischendurch klingt immer wieder durch, dass besonders ihre Gastmutter teilweise recht anstrengend war.

Ich versuche, mich abzulenken, indem ich zwischenzeitlich an die gemeinsamen zwei Wochen mit Lisa zurückdenke. Beim Abschied wird einem oftmals erst klar, wie kostbar jeder Moment war.

Hier und da erkennt werden auch kulturelle Unterschiede beschrieben. Und ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass es gerade für kleine Kinder alles andere als toll ist, wenn im Jahresrhythmus die Bezugsperson wechselt.

Der Schreibstil ist modern und locker – mir gefällt das.

So ganz viel Au-pair Alltag darf man sich nicht erhoffen. Das Buch hat primär Unterhaltungscharakter.

Fazit:

Das Buch liest sich recht kurzweilig – es ist ja auch nicht besonders lang. Ich fand es recht unterhaltsam.

Für alle, die ihre ersten Eindrücke in den USA auffrischen wollen oder selbst noch nie in den USA waren ist das Buch interessant.

Ich denke, nachdem ich einige Au-pair Berichte aufgeschnappt habe, dass die Erlebnisse von Miriam recht exemplarisch ist. Oft sind die Gasteltern recht wohlhabend und oft ist das Au-pair Erlebnis kein reines Zuckerschlecken. Es ist aber auf jeden Fall ein Abenteuer.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Im Land der Kangaroos
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

[collapse]

Ausreisser – Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland [Buch]

Ausreisser Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland - Michaela Schmitt

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Michaela Schmitt

Titel:

  • Ausreisser – Abenteuer Panamericana: In zwei Jahren von Alaska nach Feuerland (481 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

„Unser Leben ist von Gelegenheiten geprägt.
Auch von den verpassten“

Michaela und Thorben waren schon immer Reisefans. Als Michaela Mutter wurde war eigentlich geplant die großen Reisen ad acta gelegt sind. Die Reiselust war aber größer. So haben sie sich einige Jahre mit Überstunden und dem Rückfahren der Ausgaben vorbereitet und 2015 ging es mit der kleinen Tochter Romy auf die Panamericana. Zwei Jahre von Nordamerika nach Südamerika.

Der Ernst des Lebens ist acht Stunden am Tag mit voller Breitseite zu spüren und die Kindheit wird zu den Akten gelegt. Ich wünschte, dieses Wissen als Kind gehabt zu haben. Wie glücklich ich mich eigentlich hätte schätzen sollen. Beim Reisen fühle ich mich wieder frei. Wie ein Kind, das die Welt um sich herum entdeckt. Eine Welt, die man als Erwachsener längst vergessen hat.

Romy ist zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alt.

Im ersten Moment denkt man sich vielleicht wie schrecklich das für ein Kind sein muss die ganze Zeit durch die Gegend zu reisen. Aber andersrum sind beide Eltern für das Kind da. Wo ist das heute schon noch so, wo in der Regel beide Elternteile arbeiten gehen?

Wie sich dann im Buch zeigt, ist es am Anfang wirklich nicht immer einfach, gerade für Romy.

Bereits kurz nach dem Beginn der Tour stellt sich heraus, dass Michaela erneut schwanger ist. Die beiden entschließen sich die Reise fortzusetzen und es einfach auf sich zukommen zu lassen.

Ich bin mit der Handwäsche für vier Personen regelmäßig überfordert und wünsche mir beim Bearbeiten der schmutzigen Kinderkleidung sehnsüchtig meine Waschmaschine zurück. … Doch ich klage nicht. Dazu habe ich kein Recht, weil wir es uns erlauben können, durch solch arme Gegenden zu reisen und nach unserer Rückkehr wieder eine Waschmaschine auf uns wartet, die ich nur befüllen muss.

Die Reise treten sie in ihrem Fahrzeug namens „Frosch“ an (alter Mercedes LKW). Da ich mich gerade mit dem Thema Hiking beschäftige ist es interessant zu sehen, dass man beim Campen ähnliche Probleme hat. Auch beim Campen muss man sich auf das Wesentliche beschränken, wenn auch nicht so radikal wie beim Langstreckenhiken.

Sie beginnen die Tour in New York und von dort in Richtung Panamericana mit einer Tour Quer durch Kanada. Von der Ostküste nach Dawson City auf der Nordwestseite, quer durch Alaska und dann gen Süden nach Vanvoucer. Von da aus folgt die Familie lose der Panamericana, macht aber immer wieder große Abstecher und erkundet die Länder auf der Route. Bereist wird dabei die USA, Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Chile & Argentinien, Paraguay, Brasilien und Uruguay. Nachdem sie die Panamericana beendet haben, fahren sie noch ein ganzes Stück weiter auf der Ostseite von Südamerika Richtung Norden – 2 Jahre lang.

Nur die Eigenart der Klimaanlage, wie in allen tropischen Ländern auf Blizzard eingestellt, verkraftet sie nicht und ist wenig später erkältet. Da gondelt man durchs verregnete Kanada, fährt bis zum Eismeer, durchquert die Canyons in den USA, verbringt Wochen in der Wüste der Baja California und dem Dschungel Mexikos und wird letztendlich von einer kleinen Maschine in den eigenen vier Wänden niedergestreckt.

Toll ist, dass immer wieder Bilder eingebunden sind. Bei einem derartigen Reisebericht sind die aus meiner Sicht unentbehrlich.

Eine etwas seltsame Einstellung hat Michaela zu anderen Touristen (und nichts anderes ist Sie). Öfter mal hat man den Eindruck, dass sie von vielen Touristen angewidert ist und ihren eigenen Reiseweg für viel besser hält. Wenn jeder so wie die Familie mit dem Wohnmobil hinreisen würde, wäre das  nicht besser als eine Reisegruppe, die per Bus kommt. Für die Umwelt wäre am besten, wenn wir die Reisere einfach lassen würden oder zumindest keine Flugzeuge benutzen. Da fliegen aber viel zu günstig ist, sieht es nicht danach aus…

Natürlich freut sich jeder, wenn die Touristenmassen nicht gerade da sind, wo man selber ist, aber besser oder wichtiger als die anderen Reisenden braucht man sich auch nicht fühlen. Witzigerweise habe ich eine vergleichbare Einstellung bei den Thru-Hikern gefunden, die so über die Standardtouristen oder die Tageshiker denken.

Ich sehe an mir herunter und muss feststellen, wie anstößig unsere Kleidung wohl für die oberflächliche Gesellschaft sein mag, und wie uninteressant sie für uns selber geworden ist. Mittlerweile erfüllt nur noch ihre wahren Zwecke: Wärmen und Schützen. An Löchern, farblichen Unstimmigkeiten oder eingebrannten Flecken stören wir uns schon lange nicht mehr.

Interessant finde ich die vielen Begegnungen mit anderen temporären oder Vollzeitaussteigern. Wenn man mal darüber nachdenkt ist der Ansatz wirklich nicht schlecht: Wer weiß schon, ob man in 10 oder 20 Jahren noch Reisen kann und will oder nicht vorher erkrankt. Leben muss man heute und wenn man Reisen möchte, muss man das heute tun und nicht in 20 Jahren. Offenbar sehen das mehr Menschen so, als ich das vermutet hätte.

So handelt das Buch natürlich vom Reisen aber auch davon mutig zu sein, entgegen aller Konventionen zu handeln und einfach das Leben zu Leben auf das man Lust hat. Natürlich riskieren die beiden, dass sie später nur noch schlecht einen Job finden oder vielleicht auch einen schlechter bezahlten oder anderen Job machen zu müssen. Sie leben aber beide im heute und geben die Sicherheiten auf. Natürlich fehlen die Jahre bei der Rente. Aber mal ehrlich: Ich hab keine Ahnung, ob ich von der Rente noch leben kann, wenn ich mal im Rentenalter bin.

Kein Land war so anstrengend zu bereisen und hat uns so viel abverlangt. Und trotzdem leuchten unsere Augen auf, das Herz hüpft vor Freude, wenn wir an die vergangenen Wochen zurückdenken. Bolivien ist ein Abenteuerland. Eines der letzten echten

Durch die diversen durchreisten Länder erfährt man vom Reichtum (z.B. USA und Kanada) bis zu den ärmlichsten Lebensverhältnissen so ziemlich alles. Es heißt nicht umsonst andere Länger andere Sitten.

Michaela und Thorben müssen sich zwangsweise auf das wesentliche konzentrieren. Der Platz im Laster ist begrenzt. Es ist erstaunlich mit wie wenig man auskommt, wenn man all die Gewohnten Dinge nicht zur Verfügung hat.

Viele Dinge unseres Alltags sind eigentlich unnütz und teilweise sogar hinderlich. Hochhackige Schuhe? Braucht kein Mensch? Kosmetik? Überflüssig, Anzüge, Krawatten und Business Dress? Braucht auch keiner.

Je nach Ländern und Kontinenten unterscheiden sich die Vorlieben der Kinder und dementsprechend ist das Angebot in den Geschäften sehr unterschiedlich. Sind es in Europa niedliche Tiere wie Hund, Pferd und Katze, wird in Südamerika gerne mit den heimischen Exemplaren gespielt. So zählen einige kleine und große Gummispinnen zu unserem Bestand, maßstabs- und originalgetreu. Nachdem sich dazwischen ein achtbeiniges Spinnentier als recht lebendig entpuppt hat, ist es endgültig an der Zeit, für den restlichen Aufenthalt im Regenwald auszusortieren.

Diese Erfahrung machen Hiker, Langstreckensegler und Leute, die wie Michaela und Thorben als sogenannte Overlander durch die Welt fahren. Wenn die Thor Heyerdahl auf großer Fahrt ist, dann interessiert nach ein paar Tagen oder Wochen niemanden mehr wie die Klamotten aussehen oder ob man etwas unangenehm riecht.

Darauf kommt es nicht an.

Sehr interessant finde ich auch, dass am Ende des Buches die Kosten angegeben sind. Logischerweise ist die Art zu Reisen deutlich günstiger als die Standardurlaubstour, bei der allein die Flugkosten überproportional ins Gewicht fallen und teure Hotels, ein Bus oder ein Mietwagen evtl. ein Reiseleiter usw. bezahlt werden wollen. Günstig ist es aber auch nicht gerade. Allerdings sind die Entfernungen ja auch nicht gerade gering.

Fazit

Ich finde es toll, wenn jemand sein Ding entgegen aller vorgefertigten Meinungen durchzieht. Das ist Buch eine Reisereportage in epischer Länge. Teilweise hat das Buch aber auch beim Lesen seine Längen, daher ist mir die Bewertung auch nicht so leicht gefallen. Zum Glück sind aber auch relativ viele Bilder enthalten, damit man sich etwas mehr unter den Beschreibungen vorstellen kann.

Herzhaft beiße ich in eine nach Fisch riechende, trockene schwarze Gurke, setze mein höflichstes Lächeln auf und verschwinde zur Brüstung, um die Spezialität dahin zu befördern, wo sie hergekommen ist.

Man bekommt als Leser auch eine ganze Reihe Denkanstöße mit auf den Weg, die das Leben in Frage stellen was die meisten von uns führen (Schule, Studium, Arbeiten, 1 oder 2 Mal im Jahr in Urlaub fahren (wenn man es sich leisten kann) und vielleicht noch Kinder + Haus, wenn es gut läuft. Die Prozedur dann bis zur Rente). Es zeigt sich auch in diesem Buch, dass Glück in erster Linie nicht mit viel Geld zu tun hat.

Die Familie bereitet sich nach dem Bucherfolg, dass sie nach der beendeten Tour veröffentlicht haben,  auf die nächste Langstreckentour vor. Die Seidenstraße.

Und plötzlich ist alles ein letztes Mal. Das letzte Mal einen Supermarkt suchen, ein letztes Mal die Wäsche waschen. Das letzte Mal den Motor anlassen und die letzte Etappe in Südamerika fahren.

Wenn ihr an weiteren Infos interessiert seid, dann könnt ihr die Homepage anschauen – dort findet ihr übrigens einen Blog, der noch detaillierter ist als das Buch: https://hippie-trail.de/

Wenn ich mir etwas für den nächsten Teil wünschen darf. Noch etwas mehr individuelle Begegnungen, Gespräche, landesspezifische Besonderheiten oder individuelle Erlebnisse. Von mir aus auch Alltagssituationen. Vieles was für Michaela und Thorben Alltag war, ist für uns alles andere als das.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

[collapse]

London und Umgebung Städtetour 2012 [Reisebericht]

Wir haben London relativ kurz vor dem Start der Olympischen Spiele besucht. Somit waren die meisten Bauarbeiten bereits abgeschlossen und es gab einige zu bestaunen. An einigen Stellen wurde auch noch gewerkelt.

Wir sind mit dem Flugzeug nach London geflogen und dann mit dem Expresszug vom Flughafen zum Hotel.

Das war nicht mein erster London Besuch. Ich war in der Schule schon mal auf der Abschlussfahrt in London. Allerdings haben wir bei der Tour an der Küste gewohnt und in Lodon waren wir nur einen Tag per Bustour. Es gab somit bei dieser Tour noch einige zu entdecken.

Tag 1:

Am ersten Tag haben wir uns zu Fuß aufgemacht und die Stadt besichtigt. Das Wetter war auf der ganzen Tour durchwachsen, was mir dann später auf der Tour auch eine ordentliche Erkältung beschwert hat, weil trotz Regenkleidung ständig durchnässt war. Irgendwann sind die Klamotten halt durch, wenn man den ganzen Tag immer wieder im Regen ist.

Das Hard Rock durfte neben den diversen bekannten Sehenswürdigkeiten natürlich nicht fehlen.

Die Millenium Bridge ist schon mal die erste Beziehung zu Harry Potter. Später noch mehr dazu. 🙂

Der London Tower ist definitiv einen Besuch wert und gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten von London.

Auch die Tower Bridge kann besichtigt werden und gehört meiner Meinung nach zu den Dingen, die man sich in London aus der nähe anschauen muss.

Der Tower Engine Room ist nebenan und den haben wir uns auch gleich angeschaut.

Die Greenwich mean time ist weltbekannt. Somit haben wir uns natürlich auch das Observatorium angeschaut – allerdings nur von außen, da es geschlossen war.

Einige zukünftige Olympiastätten durften natürlich nicht fehlen.

Tag 2:

Am zweiten Tag haben wir eine Tour nach Windsor gemacht. Auch das ist ein interessantes Erlebnis. Wann hat man schon die Möglichkeit Schlösser oder Burgen zu besuchen, in denen eine Königsfamilie lebt.

Der Teil den man besucht ist natürlich von dem Teil getrennt, der bewohnt wird. Allerdings wird der Teil, der für Besucher geöffnet ist bei offiziellen Anlässen gesperrt und somit das ganze Gebäude von der Königsfamilie benutzt.

Zurück in London haben wir die verbleibende Zeit für einen Besuch im London Eye benutzt.

Danach sind wir bei Madame Tussauds eingekehrt. Nach wie vor finde ich, dass der Besuch im Madame Tussauds in London am beeindruckendsten ist. Allerdings hat mir der Ride früher besser gefallen (da ging es um die Geschichte von London). 2012 stand ein Marvel Ride in London.

Anschließend stand dann noch der Besuch bei den Beatles bzw. bei deren berühmten Covermotiv auf dem Programm. Die Autofahrer hatten allerdings überhaupt kein Verständnis für die fotografierenden Fußgänger.

Und die berühmte Plattform 9 3/4 gehört natürlich auch zu Pflichtprogramm. Den Hogwarts Express habe ich aber leider nicht gefunden.

Tag 3:

Begonnen haben wir den Tag mit einer Tour durch Kensington und ein paar anderen Sehenswürdigkeiten.

Danach sind wir zu einer Bustour nach Bath, Lacock

Lacock ist wirklich schön. Ohne moderne Autos könnte man meinen, dass die Zeit stehen geblieben ist.

Danach ging es weiter nach Stonehenge. Da wir eine Exklusivtour gebucht hatten waren wir mit knapp 30 Leuten alleine bei Stonhenge und durften bis an die Steine ran und in den Steinkreis rein (die normale Tour geht nur noch in einem vorgegebenen Gang um Stonehenge herum).

 

Tag 4:

Nachdem es schon am Vortag ständig geregnet hatte, ging es an diesem Tag so weiter. Wir hatten eine Bustour nach Warwick gebucht. Dort kann man normalerweise diverse Aktivitäten besuchen und teilweise auch daran Teilnehmen. Bei uns ist das meiste davon im wahrsten Sinne ins Wasser gefallen.

Weiter ging es nach Stratford (da hat Shakespeare gewohnt).

Und zuletzt stand die Berühmte Universität Oxford auf dem Programm.

Tag 5:

Tag 5 beginnt mit einer Besichtigungstour von den Leavesden Filmstudios, in denen die Harry Potter Filme gedreht wurden. Vollkommen ungeachtet, ob man Harry Potter mag oder nicht. Wer irgendwie Filme mag, der sollte die Studios unbedingt besichtigen.

Es ist unglaublich mit welchem Detailreichtum Requisiten erschaffen werden, die man im Film nie oder nur eine Sekunde lang sieht. Da ist es kaum verwunderlich wie Teuer Filme sind.

Ach und wenn im beim Butterbier vorbeikommt: Bei mir war es so, dass es das nur während der Tour gab. Ich wollte nach der Tour eins in dem Eingangsbereich trinken, da gab es aber keins mehr. Aber das ist ja ein Grund noch mal hin zu fahren!

Die Studiotour ist in einige Abschnitte eingeteilt und wenn ihr einen Abschnitt beendet, könnt ihr nicht mehr zurück. Lasst euch also die nötige Zeit.

Die Bustour ist zeitlich so abgestimmt, dass man zwar nicht hetzen muss, sich aber auch nicht unendlich zeit lassen kann (ich habe mir den Audioguide geholt und bin auch durch gekommen). Wenn ihr euch also sehr viel zeit lassen wollt, dann dürft ihr nicht die von London aus startenden Touren nutzen, sondern müsst selber fahren.

Für sämtliche Aufnahmen von Hogwarts wurde übrigens das Modell benutzt was in Leavesden in recht beeindruckender Größe und als Krönung der Ausstellung steht. Leider ist die Beleuchtung in dem Bereich mit bunten LEDs nicht so gelungen.

Der Shop hinter der Ausstellung ist absolut tödlich für Potterfans. Da kann man wirklich arm werden. Die coolen Sachen sind schweineteuer. Vom Hausschal, über Besen, Zauberstäbe, Umhängen, allerhand Zauberzeugs und Süßigkeiten, die teilweise echt ekelig schmecken, gibt es so ziemlich alles.

Ich habe es geschafft nur die All Flavour Beans und einen Hogwarts Schal zu kaufen. Mir haben die Eltern allerdings etwas leid getan.

Ich hatte übrigens noch ein ganz lustiges Erlebnis. Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine Mastercard. Mastercard schafft es irgendwie immer Sicherheitsfeatures zu implementieren, die dann im Ausland den Einsatz erschweren oder verhindern, die man aber i.d.R. irgendwie umgehen kann (was die Sache dann eh wieder sinnlos macht).

Mir ist es mit meiner Karte gelungen eine komplette Kasse zu sabotieren. Nach dem Einsatz der Karte ging nichts mehr.

In dem Laden entwickelt der Nachwuchs ruck zuck Ambitionen, die mehrere hundert Euro kosten.

Nach der Rückkehr nach London hat mich die Erkältung dann gänzlich erwischt und wir haben Abends nur noch etwas warmes gegessen im Hotel.

Fazit:

Wir haben sogar das sprichwörtliche Londoner Wetter bekommen. Regen und Wind und eine ordentliche Erkältung aber die Tour war trotzdem toll und eine Fortsetzung folgt bestimmt.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Pacific Crest Trail – Teil 3 – Resupply Strategie

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Achtung, es folgt große Tabelle, lasst euch nicht davon erschlagen. Man erkennt an der Tabelle aber ganz gut, warum einige auch von einer logistischen Leistung sprechen und der Trail auch was für Planer ist.

Man darf nicht vergessen, dass die Folgende Tabelle eine Planung für gut 5 Monate enthält. Wenn ihr sämtliche Einkäufe von 5 Monaten vorher planen würdet, käme ja auch einiges zusammen. Das sieht also viel schlimmer aus als es ist.

Ich versuche die diversen Farben und Informationen in der Tabelle nach und nach zu erklären. Fühlt sich gerade noch jemand an Geld oder Liebe mit Jürgen von der Lippe erinnerst? Nein? Ok, dann seid ihr nicht alt genug oder habt das nie geschaut. 😉

Die Spalte Location steht – logisch – für den den Ort an dem man sich befindet.

Die Spalte Trail Miles distance gibt die Position auf dem Trail wieder. Zusätzlich ist die Spalte in dem Bereich gelb markiert, in dem einen Bärenkanister benötigt (zum Thema Ausrüstung siehe auch hier). Das ist ein Kanister, in dem Essen und Nahrung bärensicher untergebracht sind.

Trail km distance gibt die vorherige Spalte in km wieder. Zusätzlich ist die Spalte gelb markiert in Bereichen in denen man mit Ungeziefer rechnen muss. Das bedeutet mindestens ein Kopfnetz dabei haben und Deet. Zusätzlich ist lange Kleidung, am besten auch gegen Ungeziefer behandelt, hilfreich. Unter Ungeziefer fallen alle Insekten, die einen attackieren. Von Mücken, über Fliegen (nicht die harmlosen wie bei uns) über Zecken. Orange sind bereiche, in denen das Ungeziefer noch lästiger ist.

Die Distance from Last Resupply bezieht sich auf die Spalte Tage Essen. Immer wenn dort eine Zahl steht, ist das die Essensmenge in Tagen, die an dem Ort mitgenommen wird. Zusätzlich ist die Spalte türkis markiert in den Bereichen in den oft Mikrospikes, Crampons oder eine Eisaxt benötigt werden. Zum Essen kann man auf den ersten paar hundert Kilometern bis zu 7l Wasser und das Basisgewicht addieren. Da sind spielend 15-20kg zusammen. Später auf dem Trail kommt man dann oft auch mit 2l Wasser aus.

Die rote Markierung in der Spalte distance from trail bedeutet, dass man sich dort keine bounce box – also eine Box hinschicken sollte, in der man Nachschub wie Zeltheringe, Socken, Sonnencreme, Zahnpasta usw. hat. Also alles Dinge, die man nicht täglich benötigt. Diese Box öffnet man, legt etwas hinein, entnimmt etwas und schickt sie dann weiter. An den rot markierten Stellen ist der Versand nicht möglich. Wo ich die Bounce Box eingeplant habe erkennt man an den braunen Markierungen im Bereich Gas.

In Warner Springs wird z.B. Essen für 4,5 Tage mitgenommen. Die Spalte M(ail) / B(uy) bedeutet, dass im Falle von B(uy) vor Ort Essen gekauft wird. M(ail) bedeutet, dass das Angebot vor Ort zu eingeschränkt ist oder das Essen einfach sehr teuer ist und man sich vorher ein Paket an die Stelle schicken muss. Die Maildrops sind grün eingefärbt. Das Packen und Verschicken von den Paketen erfolgt immer dann, wenn in der Spalte Location die Hintergrundfarbe hellgrün ist. In Camp packt man z.B. alle Pakete für M1 Maildrops – d.h. für Warner Springs und Kennedy Meadows. Wenn in der Spalte zwar M(ail) / B(uy) steht aber dahinter keine Tage, dann habe ich dort keinen Resupply geplant, M(ail) / B(uy) ist aber die Empfehlung von anderen Hikern.

Die Spalte Distance vom Trail gibt an wie weit vom Trail weg der Resupply Point ist. Oft muss man per Anhalter fahren, weil die Entfernungen einfach zu groß zum laufen sind. Zumal man auf dem Trail viel Weicher läuft als auf einer Straße und auch die Schuhe keine Schuhe sind, die für Straßen gedacht sind.

Gas bedeutet, dass man Gaskanister für den Kocher bekommt. Bei Supermarkt bedeutet das große X einen echten Supermarkt (roter Hintergrund), das kleine x mit orangem Hintergrund einen mittelgroßen Laden und das kleine x in schwarz einen kleinen Laden.

Outdoor bedeutet, dass es dort einen Laden für Hikernachausrüstung gibt, in dem man z.B. Schuhe oder andere Ausrüstungsteile nachkaufen kann.

Laundry bedeutet, dass man dort die Wäsche reinigen kann. Shower bedeutet, dass man dort Duschen kann und ATM, dass es einen Geldautomaten gibt. Klammern bedeuten jeweils Eingschränkungen (z.B. nur für zahlende Gäste oder vergleichbar).

Der Grobzeitverlauf gibt an wann man in etwa wo sein muss, damit man den PCT in einem Thru-Hike bewältigen kann, bevor es zu kalt wird. Man erkennt also, wenn man nicht gerade in Rekordgeschwindigkeit den PCT angeht (um die 60 Tage sind möglich, wenn man WIRKLICH fit und den PCT schon mal gelaufen ist), dann ist das Zeitfenster relativ knapp. Die Eckdaten sind:  Die Sierras sind erst im Bereich von Anfang oder besser Mitte Juni zu überqueren, weil dort sonst auf den Pässen viel Schnee liegt. Desto mehr Schnee bereits getaut ist, desto mehr Wasser gibt es in den Flüssen, die man Queren muss (Queren bedeutet, dass man durch den Fluss laufen muss – das kann je nach Strömung anspruchsvoll bis gefährlich sein). Zusätzlich nehmen dann die Mücken deutlich zu. Wenn man zu Spät ankommt, dann liegt Schnee. Ende September schon nicht mehr sicher, dass man den Trail beenden kann.

Zero bedeutet einen Ruhetag einlegen – also so etwas wie Wochenende. Nur das man als Hiker an diesen Tagen oft sehr beschäftigt ist, um Nahrung und Ausrüstung für den weiteren Weg zu Organisieren. Da ich gerade dabei bin: Ein Nero ist ein near zero also ein Tag an dem man sehr wenig läuft. In der Spalte Zero sind grün markiert die Orte, an denen mehr als >30% der Hiker eine Pause einlegen. Gelb markiert sind die Orte, an denen 10-<=30% der Hiker eine Pause eingelegt haben.

Wie ihr an der Gesamtsumme der Essenstage, an dem Grobzeitverlauf und an den Zeros erkennt, geht das nicht ganz auf. Man muss sich aber eh bewusst machen, dass so ein Plan als Vorbereitung sehr hilfreich ist, aber es auf dem Trail Massenhaft gründe geben kann davon abzuweichen. Es geht einem nicht gut. Man muss sich ausruhen. Man hiked gerade in einer Gruppe mit der man sich gut versteht usw. Daher ist ein Plan nur als sehr grober Rahmen zu verstehen. Der Vorteil, wenn man so einen Plan erstellt ist aber, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und danach deutlich besser einordnen kann was einen erwartet.

Die Strategie ist übrigens nicht meine Idee. Ich habe mehrere Quellen genutzt und das daraus abgemischt was ihr hier seht. Es gibt auch nicht DIE richtige Strategie. Jeder Hike ist anders. Wichtig ist nur, dass man nicht irgendwo im nirgendwo ohne Essen und Nahrung steht und noch 50km laufen muss.

LocationTrail Miles
distance
Trail km distanceDistance from
last Resupply
distance from
trail
GasSuperm.Outd.LaundryShowerATMMail
Buy
Tage
Essen
GrobzeitverlaufZero
Campo1,421.40xxxB1,521. Apr
Lake Maurena20200xxxxB1,522. Apr
Mt Laguna41,56721,50,4xxxB2,523. Apr1,0
Julian7712413xxxB
Warner Springs109,517632,51,2xxM14,526. Apr1,0
Paradise Cafe151,92441M
Idyllwild (Pines-to-Palms Hwy)151,924419B
Idyllwild (Devil’s Slide Trail)179,428969,92,6xxx(x)xxB501. Mai1,0
Cabazon209,53374,5
Big Bear City (Highway 18)266,142886,75xXxxB4,507. Mai1,0
Cajon Pass34255075,90,4xB1,5
Wrightwood (Acorn Trail)363,458521,43,6xXx(x)xxB4,513. Mai
Wrightwood (Highway 2)369,45945,5B
Agua Dulce / The Saufleys454,573191,10x(x)(x)xxxB1,519. Mai1,0
The Andersons478769
Lake Hughes485,778231,22,3xxB4,5
Hikertown Hostel517,68330.25xxM
Tehachapi – Tehachapi Willow Springs Road558,58999xXxxxB24. Mai
Mojave – Highway 58566,591280,811xXxxB7,51,0
Onyx652104917x
Kennedy Meadows702,21130135,70,7xxxxxM26,501. Jun1,0
Lone Pine  (Trail Pass)745,3119920xxxxxx
Independence – Kearsage Pass788,9127013xxx(x)xx
Bishop – Kearsage Pass788,91270103,755xXxxxxB509. Jun1,0
Muir Trail Ranch857,713801.5x
Vermillion Valley Resort878,8141489,95xxxxM21,516. Jun
Mammoth Lakes906,7145927,98 (Bus)xXxxxxB218. Jun1,0
Tuolumne Meadows942,5151735,80xx(x)B421. Jun
Lee Vining1019,2164057xxxxx
Kennedy Mdw (Sonora Pass Hwy 108)1016,9163774,411xxxxM3425. Jun
Sonora Pass Resupply1019,716410
Echo Lake Resort1092,317580xB
South Lake Tahoe1092,3175875,49xXxxxxB330. Jun
Soda Springs1153,418563,4x(x)xB
Truckee1153,4185661,18xXxxx204. Jun
Sierra City1195,41924421.5xxxxM34,506. Jul1,0
Quincy1267,1203912XxxxxB
Belden1286,8207191,4xxxxM34,510. Jul
Chester1331,321438xxxxB
Drakesbad Guest Ranch1349,721720.5x
Hat Creek (Old Station PO)1373,4221086,60,4xxxB215. Jul
Burney1411,3227137,97XxxB4,518. Jul1,0
Burney Falls State Park14192284xM
Mt Shasta1501,2241689,912xXxxxB4,5
Dunsmuir1501,224164,5xxx21. Jul1,0
Castella1501,224162,5xxx
Etna1599,7257498,510,4xxxxB4,526. Jul1,0
Seiad Valley1655,9266556,20xxxxB330. Jul
Callahans1718,727661xxM
Ashland1718,7276662,813xXxxxB503. Aug1,5
Green Springs Inn1735,427931,8
Hyatt Lake Resort1742,728051,4x
Fish Lake Resort1773,428541.25xx
Crater Lake P.O.1820,92930102,24M4408. Aug
Mazama Village Store – Crater Lake1820,929300,8xxxxx
Shelter Cove Resort1906,6306885,71,4xxxxM4412. Aug1,0
Elk Lake Resort1952,631421x
Sisters Mc Kenzie Pass1983,8319315xXxxxxB
Bend Mc Kenzie Pass1983,8319337xXxxxB
Big Lake Youth Camp1995,1321188,50,7xM44,516. Aug
Olallie Lake2066,233250x
Timberline Lodge20973375101,90(x)xxM42,5
Cascade Locks2146,9345549,90xxxxxB423. Aug1,0
Trout Lake2228,935878213x(x)xM53
White Pass2294,93693660.5xxxxM54,531. Aug1,0
Snoqualmie Pass2393,1385198,20,3x(x)xM5305. Sep1,0
Stevens Pass / Skykomish2464,139667116xxM5510. Sep
Dinsmores2461,1396124xx
Stehekin2571,94139107,811,1 BusxxxM54,515. Sep1,0
Manning Park, BC, Canada2661,4428389,50,9xxxx20. Sep
138,520

Weitere Infos findet ihr hier:
Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität
Pacific Crest Trail – Teil 2 – Die Ausrüstung
Pacific Crest Trail – Teil 4 – Nahrung
Pacific Crest Trail – Teil 5 – Bounce Box und Resupply Boxen
Pacific Crest Trail – Teil 6 – Unterhaltung mit Hörbüchern
Pacific Crest Trail – Teil 7 – Navigation
Pacific Crest Trail – Teil 8 – Links & Guides

Quellen:

 

Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook 2018-2019 [Buch]

Yogi's Pacific Crest Trail Handbook 2018 - 2019 - Jackie McDonnell

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jackie McDonnell

Titel:

  • Yogi’s Pacific Crest Trail Handbook 2018-2019 (438 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Once snow starts melting, it melts FAST. The longer you can put off your Kennedy Meadows date, the better the snow situation will be. Of course, you’ll have more mosquitos and deeper crossings. Pick your poision. Aren’t choices great?

Das Buch ist eine Sammlung von Tipps und Hinweisen von mehreren extrem Thru-Hikern, die teilweise mehrfach die großen Trails (Appalachian Trail, Pacific Crest Trail und Continental Divide Trail) gelaufen sind. Die Hauptautorin und Namensgeberin hat 3,5x den Pacific Crest Trail, 2x den Appalachian Trail und 2x den Continental Divide Trail gelaufen. D.h. sie hat rund 20.000 Meilen hiking hinter sich. Die anderen Hiker, die im Buch zu Wort kommen liegen bei bis zu 50.000 Meilen gehikt.

Weite Teile des Buches sind recht allgemein gehalten und gelten ganz generell für Thru-Hiking. Neben dem allgemeinen Teil gibt es eine ganze Menge spezifische Informationen für den Pacific Crest Trail. Das reicht von Karten über Adressen für Resupply (wo kann man was kaufen, wo kann man Pakete hinschicken, wen kann man vor Ort ansprechen – Stichwort Trail Angel also freiwillige Helfer vor Ort).

Do not view this trip as a walk from Mexiko to Canada. That’s LONG way. Looking at he big picture can be overwhelming, especially when you’re in Mojave, it’s hot, you’re carrying six liters of water, you feel like you’ve been on the trail forever, then you realize that you have TWO THOUSAND more miles to walk. No, no, no. Don’t look at Canada as your goal. If you want to go to Canada, get on a plane and fly there.

Die ersten 150 Seiten sind überwiegend allgemeine Tipps. Der zweite Teil des Buches behandelt dann die “Städte” auf dem Trail mit Stadtkarten zu jeder Stadt, Adressen, Läden, Poststellen usw. – im Prinzip alles was man als Hiker benötigt. Der Zweite Teil ist so gestaltet, dass sich das Buch quasi Blockweise zerlegen lässt (ja, man soll das Buch wirklich zerstören 🙂 ). D.h. man trägt immer nur den Teil bei sich, den man gerade benötigt.

Da Yogi auch einen eigenen Outdoorladen aufgemacht hat, wird man auch mit einiger (schleich) Werbung konfrontiert. Die Qualität des Buches leidet darunter aber meiner Meinung nach nicht. Generell muss man sich darauf einstellen, dass im Buch primär US amerikanische Produkte genannt werden. Das macht aber auch durchaus sinn, weil man am besten mit Produkten loszieht, die sich in den USA ersetzen / reparieren lassen. Es kann auch nicht schaden, wenn die Mithiker Erfahrung mit den Produkten haben.

Das Buch besteht aus über 430 ziemlich klein beschriebenen Seiten – also wirklich einer Menge an Informationen!

If you’re considering quitting your hike, wait a week. Then re-think your decision. The PCT is an incredible trail. Every difficult situation is followed by something great. The scenery alone is enough to keep you amazed day after day after day.

Am Anfang werden die Autoren vorgestellt einschließlich deren Errungenschaften als Hiker. Dann folgt eine ganze Reihe von Links von Shops, Hintergrundinfos jeglicher Art, Videos, Tipps usw.

Es wird auch thematisiert, ob man eher Nordsüd oder andersrum hiken sollte und zu welcher Jahreszeit welche Variante empfehlenswert ist und welche Zeitfenster für den Hike bestehen.

Aus das Thema Essen auf dem Trail wird behandelt. Das ist für die Motivation nicht unwesentlich. Und da ein Thru-Hiker mehr Kalorien verbrennt als quasi jeder andere Sportler (4000-6000 pro Tag über einen Zeit raum von 130 Tagen), ist es ganz wesentlich, dass man die Kalorien mit dem Essen wieder zugeführt bekommt. Wenn das nicht gelingt ist der Hike schneller vorbei als einem lieb ist, zumindest wenn man keine Reserven hat.

Auch auf die “Sehenswürdigkeiten wird eingegangen und die unterschiedlichen Regionen entlang des Trails.

Es ist übrigens inspirierend Leuten “zuzuhören”, die 50.000 Meilen gehikt sind und die Lieber dafür noch immer nicht verloren haben. Für mich sind die grob 2500 Meilen des PCT schon mehr oder weniger nicht vorstellbar (wer ist schon ansatzweise so weit gelaufen am Stück). Aber 20.000 oder 50.000 Meilen? Wahnsinn im positiven Sinne.

Fazit:

When you go to bed at night on the trail, think about where you woke up yesterday morning. Think about how many miles, how many passes, how many ridges, how many fords, how many friends, how many conversations about everything and absolutely nothing, how many beautiful views happened in those two days. You’ll experience more in two days on the trail than in an entire month at home. THAT’s why we hike Pacific Crest Trail.

Das Buch ist eine tolle Sammlung von Tipps und Hinweisen für alle die Thru-Hike Interessiert sind oder den PCT selber wandern wollen. Man findet die Informationen auch fast alle im Internet. Der Rechercheaufwand ist aber viel größer.

Gerade der erste Teil des Buches gestaltet sich teilweise auch recht unterhaltsam. Ich musste an einigen Stellen lachen. Das schaffen einige Unterhaltungsbücher nicht.

Schade finde ich, dass es kein eBook gibt. Da das Buch nur über die Webseite von Yogi zu beziehen ist, ist es sehr teuer. Offenbar fehlt auch die Erfahrung mit dem Zoll. Ich habe schon länger keine Bestellung mehr aus dem Ausland bekommen, bei der versäumt wurde, die Rechnung außen anzubringen.

Das sorgt dann dafür, dass man das Buch selbst beim Zoll abholen muss. Somit ist man dann ruck zuck bei 100€ Kosten.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5 (-0,5 weil gerade bei einem derartigen Buch eine eBook Ausgabe sinnvoll wäre)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

[collapse]
1 2 3 4 5 6