Leselaunen Stromausfall

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Letterheart verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Da ich unten ggf. einige Markennamen erwähne, kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung.

Aktuelles Buch:

Irgendwie habe ich Sonntags aktuell immer was durch und noch nichts neues ausgesucht. 😉

Aktuelle Lesestimmung:

Stomlos Odyssee - A.J. Marini

The Trail Provides - A Boy's Memoir of Thru-Hiking the Pacific Crest Trail - David Smart

Ich habe die Stromlos Odyssee Teil 2 und The Trail Provides gelesen.

Zitat der Woche:

Vielleicht war das etwas Biologisches unter Zwillingen – genetische Friedfertigkeit, um einander nicht umzubringen. Lena Kiefer, Ophelia Scale

Und sonst so:

Mein Auto wurde mittlerweile repariert. Jetzt bin ich mal gespannt wie der weitere Ablauf ist, bzw. die Versicherung anstandslos zahlt oder das noch weiteres Theater nach sich zieht.

Die Erste Wochenhälfte habe ich Master of Orion gespielt (dazu gab es vor ein paar Jahren ein Remake) und nachdem ich ich die Galaxis erobert hatte, bin ich dann wieder zum Lesen gewechselt.

Meine erste Krankengymnastik aufgrund er Rückenprobleme hatte ich auch aber sie hat sich als Massage erwiesen. Das hatte ich vor 15 Jahren schon mal. Damals war es ganz nett, aber wenig nachhaltig.

Ansonsten habe ich mir Ruf der Wildnis angesehen, den ich ok fand. Etwas gewöhnungsbedürftig ist anfangs der arg künstlich wirkende Hund, an den man sich später gewöhnt. Allerdings hat er immer wieder viel zu menschliche Reaktionen / Gesichtsausdrücke oder Verhaltensweisen bzw. auch eher unmögliche Aktionen. Das kommt einem etwas vor wie eine Mischung von den Möglichkeiten einer Zeichentrickfigur in einem Realfilm.

Weitere Leselaunen

* Serien, Filme & Magic bei Andersleser * Melle getroffen & Shopping bei Taya’s crazy World * Selten so wenig gelesen bei Letterheart *

Stromlos Odyssee [Buch]

Stromlos Odyssee Band 2 - A.J. Marini

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

A.J. Marini

Teile der Serie:

  • Stromlos Cumulonimbus (428 Seiten)
  • Stromlos Odyssee – Band 2 (336 Seiten)

Gelesenes Format:

Taschenbuch

Rezension und Inhalt:

Soll ich springen? Ein kleiner Schritt, und er Irrsinn hätte ein Ende. Mein Blick gleitet hinab in die dunkle Tiefe Schwindel überfällt mich bei der Vorstellung ich könnte gleich inen Kilometer in das schwarze nichts hinunterstürzen.

Dies ist Band zwei aus der Stromlos Reihe und ich habe ihn als Rezensionsexemplar erhalten. Ich hatte der Rezension unter der Bedingung zugesagt, dass ich auch Band 1 bekomme. Der kam allerdings trotz mehrfacher Rückfrage nie. Somit gibt es glaube ich zum ersten Mal auf meinem Blog Band 2 aus einer Reihe zuerst.

Es handelt sich also um ein kostenloses Rezensionsexemplar, was meine Wertung allerdings nicht beeinflusst.

Das Buch beginnt damit, dass der Strom ausgefallen ist. Offenbar ist das in der Zukunft noch schlimmer als bei uns, denn Ben sieht im ersten Kapitel die Lage derart kritisch, dass er über Selbstmord nachdenkt und seinen Kummer in Alkohol ertränkt. Er ist also eher Antiheld als Held. Glücklicherweise hat er eine tatkräftige Frau an der Seite, die seine Haushälterin ist (mit Dr. Titel) und die erst kürzlich von der CIA als Terroristin verhaftet wurde, in deren Comouter sich unser Antihelt mal Kurz mit Software aus der IT Abteilung seines Unternehmens eingehackt hat.

Ihr merkt schon. Es geht sehr abstrus los. Zum Glück erfolgt relativ kurz danach auch etwas Erklärung, die aber viele Fragen offen lässt. Die “Haushälterin” ist eigentlich Forscherin und versucht ein Stück Regenwald zu retten, dass ein Unternehmen vernichten will um das Geländer anderweitig zu nutzen. Der Mann, für den Sie als Haushälterin arbeitet ist für das entsprechende Projekt zuständig. Welche Intentionen Sie genau hat bleibt unklar.

Ich versuche Harveys Blick möglichst neutral zu begegnen, um mich nicht noch schlechter zu fühlen, obwohl ich es gleichzeitig kaum erwarten kann, den Schwachkopf in die Tiefe springen zu sehen.

Bevor Emi ihr Forschungsprojekt abbrechen musste, hat sie auf die Ausrüstung von des Unternehmens einen Anschlag verübt, um die Rodung temporär zu stoppen.

Emis Vater arbeitet bei der Nasa und ist dort für Geheimprojekte zuständig. Er hat Emi vor dem bevorstehenden dauerhaften Stromausfall gewarnt. Es handelt sich aber nicht um einen simplen Stromausfall, jegliche elektronischen Geräte auch batteriebetrieben funktionieren nicht mehr.

Ben labt sich am Leid anderer, ist ein Kotzbrocken, Alkoholiker, arrogant, oberflächlich und narzisstisch. Emi ist eher das Gegenteil und setzt sich für andere ein.

Ben wandelt sich aber in der Geschichte relativ schnell (was ich für unglaubwürdig halte).

Schaffen Sie das? Was glaubt der Schwachkopf, wer ich bin! Ich zeige mich nachsichtig. “Das bekomme ich hin, Harvey!”, und kann mir ein abfälliges Grinsen dann doch nicht verkneifen.

Im Buch wird anfangs die Situation im Hochhaus (feststeckende Fahrstühle) und anschließend die aufkommende Anarchie. Relativ schnell ist das Buch mit einer Schilderung aus einem Survival Spiel. Von Kannibalen bis Banden ist alles dabei und die Zustände werden immer desaströser.

Ich vermute der Autor möchte mit dem Buch einerseits unterhalten und andererseits zum Nachdenken anregen. Das die Menschen in Katastrophensituationen derart reagieren ist nichts Neues. Gerade aus den USA (viele Schusswaffen) sieht man das bei jeder größeren Katastrophe wie z.B. Wirbelstürmen oder aktuell Waldbränden. Das Umweltthema was im Hintergrund mitschwingt wirkt im Vergleich zur Survival Situation geradezu banal. Will der Autor warnen was wir Menschen mit der Welt anstellen? Ich glaub das ist zu spät. Die Klimaerwärmung und die daraus entstehenden Folgen führen zu keinerlei Umdenken, da wird ein Buch auch nicht helfen.

Hinterfragt wird wie wir mir der Umwelt umgehen und ob das moderne Leben, dass wir führen oder das Spielen in Onlinewelten der richtige Weg ist. Andersrum ist aber auch das Lesen von Büchern nichts anderes als Zeit in Onlinewelten verbringen. In beiden Fällen eine temporäre Flucht aus der Realität.

Es wird auch schnell deutlich wie abhängig wir von den Lieferketten sind (man hat es ja selbst bei Korona gesehen). Heute kann sich faktisch fast niemand mehr selbst versorgen. Wir haben kaum etwas essbares im Garten und ohne die Lebensmittel im Supermarkt wären wir in kurzer Zeit verhungert, mangels Alternativen.

Fazit:

Doch ich weiß, dass Glück eine Schlampe ist, die einem nicht ewig zulächelt.

An diversen Stellen fand ich die beschriebene Welt im Buch nicht stimmig oder gut recherchiert.

Die Geschichte ist durchaus mal was anderes und abseits des Einheitsbreis. Die Öko- und Umweltaspekte wirken vor dem plötzlich entstehenden Survial Szenario ziemlich unbedeutend.

Das Buch ist unterhaltsam aber auch oft auch etwas schräg und regt zum Nachdenken an.

Bens kompletten Wandel in kürzester Zeit finde ich nicht sonderlich glaubwürdig.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Der Hauptcharakter ist seltsam. Der Strom ist ausgefallen und er denkt über Selbstmord nach (auch einem fast 1km Hochhaus runter springen), hat aber Angst über das Dach das Gebäude zu verlassen (wie auch immer das gehen soll) von einer Wonung aus. Offenbar hat er direkten Zugang zur “Aussichtsplattform” auf dem Dach. Gewöhnlich haben derartige Gebäude keine Balkone oder zu öffnenden Fenster allein aufgrund des Windverhältnisse in großen Höhen und der Tatsache, dass der Gefahr von Gegenständen, die runterfallen / geworfen werden. Wohnungstüren, die sich nur mit Strom öffnen lassen, sollte es auch nicht geben (Fluchtweg?)
  • Offenbar ist die Zukunft anders als unsere Welt. Auf hohen Gebäuden (1km hohe Gebäude gibt es noch nicht) aber auf den Gebäuden, die annähernd so hoch sind gibt es oben keine ungeschützte Aussichtsplattform.
  • Wenn ihr Vater überwacht worden wäre, dann wäre sicherlich nicht nur die Kommunikation zu Emi überwacht worden, sondern jegliche Kommunikation.
  • Wie soll man denn Brandrodung (in Rauch aufgehen) von Urwald durch einen Brandanschlag auf Ausrüstung verhindern? Das ergibt keinen Sinn. Viel Ausrüstung braucht es nicht, um Urwald abzufackeln (siehe Brasilien)
  • Ein gern gemachter Fehler bei Dystopien. Es wird ein Vermerk in seine RFID erwähnt. Wenn wir von einer dystopischen Zukunft reden, dann braucht es keine Einträge an der Person, sondern jede Person hat eine ID. Der Eintrag braucht nur in einer zentralen Datenbank der Regierung vorgenommen werden. Wenn jede Person den Eintrag in sich tragen würde, wäre das viel leichter zu ändern / fälschen.
  • Bei einem derart mächtigen Konzernchef wird einfach eine Haushälterin eingestellt ohne Hintergrundprüfung?
  • Warum sollte Emi 300 Stockwerke nach unten laufen um dann anschließend 300 Stockwerke nach oben zu laufen und Bates zu “retten”. Vielleicht sollte er einfach selbst laufen? Gerettet werden muss er nicht.
  • Das Treppenhaus hat kleine Fenster nach außen? Ich bin kein Spezialist für Wolkenkratzer aber meines Wissens nach sind Treppenhäuser / Lifte bei besonders hohen Gebäuden eher im Mittelbereich. Mag aber sein, dass das nicht zwingend so sein muss.
  • Was hat die Hausverwaltung mit der Haushälterin zu tun? Die ist doch eher ein Privatvergnügen und dürfte kaum zum Apartment dazu zu gehören.
  • Ric wurde selbst aus einem Aufzug befreit, sieht aber keinen Sinn darin andere zu befreien. Davon abgesehen: Wo sind denn die Techniker, wenn in zwei Tagen niemand aus den Aufzügen befreit wurde? Gut zugegeben, nach einer relativ kurzen Zeit würde vermutlich jeder an sich selbst denken und keiner mehr seiner Arbeit nachgehen aber vermutlich würde es auch noch einige Menschen geben, die anderen helfen wollen.
  • Das Hochhaus hat 300 Stockwerke und ein Treppenhaus bei dem man in der Mitte von oben bis unten runter springen kann? Ich wüsste nicht ein modernes Gebäude, bei dem das Treppenhaus überhaupt in der Mitte offen ist. Davon abgesehen würde das einen immensen Kamineffekt verursachen.
  • Wie soll in einem Onlinespiel mit vielen Teilnehmern eine Pausefunktion funktionieren? Sobald einer Pause drückt bleibt die Welt für alle stehen?
  • In einer Zukunft in der alles von Elektrizität abhängt sollen nicht klimatisierte Gebäude (zum Teil ohne zu öffnende Fenster) von der Temperatur angenehmer sein als sich draußen aufzuhalten?
  • Spätestens bei die Szene mit den Kannibalen mit den abgefeilten Zähnen ist sehr abstrus. Wo sollen die Kannibalen mit abgeschliffenen Zähnen innerhalb weniger Tage plötzlich herkommen? Die wirken ja nicht gerade, als wenn sie gerade erst damit begonnen hätten Menschen zu verspeisen. Genauso wie die Jäger mit Flammenwerfern und Pferden. Es mag ja sein, dass sich irgendwer als Wächter des Anstandes aufspielt aber die Flammenwerfer fallen auch nicht vom Himmel und irgendwelche Reiche Schnösel würden in einem derartigen Szenario eher anderes im Sinn haben als Hilfspolizei zu spielen.
  • Dass Ben sich so leicht übervorteilen lässt ist unglaublich. Ich habe mir vorher schon gedacht, der wird kein Waschpulver holen, sondern eine Knarre oder andere Waffe.
  • Auf einem Segelschiff auf offenem Meer schläft man nicht lange. Im Gegenteil müsste rund um die Uhr jemand darauf achten, dass man auf Kurs bleibt (Autopiloten gibt es mangels Elektrizität nicht mehr), das Wetter nicht umschlägt und man nichts rammt, außer wenn man in Küstennähe ankern kann. Und auch das wäre nicht ungefährlich, weil man jederzeit geentert werden könnte.

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2. Lesequartal 2020

Mal wieder leicht verspätet aber im ersten Quartal hab ich auch einiges gelesen. 😉

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Cassardim Jenseits der goldenen Brücke – Julia Dippel

Julia Dippel hat es drauf mich in den ersten Seiten zu verschrecken (abgedroschen, kenne ich doch schon so in der Art) nur um mich dann einzufangen und aus ihren Büchern absolute Pageturner zu machen. Das ist zwar bisher lediglich der erste Teil der Serie aber ich kann nur hoffen, dass es so weitergeht.

5 out of 5 stars 5/5 (vorläufiges Fazit)


Starship – Sarah Scheumer

Starship 1 Dunkelglühen - Sarah Scheumer  Starship 2 Finsterglanz - Sarah Scheumer

Auch die zweite Serie ist noch nicht vollständig aber dafür ein ziemlicher Geheimtipp. Tolle Dystopie, im Weltraum spielt. Auf die Erde rasen Asteroiden zu, die das Leben oder sogar den Planeten zerstören werden. Die Menschheit bündelt ihre Kräfte um einigen wenigen die Flucht zu ermöglichen.

4 out of 5 stars 4/5 (vorläufiges Fazit)


Alia – C.M. Spoerri

Alia 1 Der Magische Zirkel - C.M. Spoerri  Alia 2 Der schwarze Stern - C.M. Spoerri  Alia 3 Das land der Sonne - C.M. Spoerri  Alia 4 Das Auge des Drachen - C.M. Spoerri  Alia 5 Die Magier von Altra - C.M. Spoerri

High Fantasy Serie, die im positiven Sinne anders ist. Der erste Teil beginnt als Kammerspiel und für die Hauptakteurin mehr oder weniger als Fußabtreter der mächtigen. In den Folgeteilen bekommt man klassische High Fantasy mit Weltreiseflair und im letzten geht es hauptsächlich um Ränke und Machtspiele.

4 out of 5 stars 4/5


Maxton Hall – Mona Kasten

Maxton Hall 1 Save Me - Mona Kasten  Maxton Hall 2 Save You - Mona Kasten  Maxton Hall 3 Save Us - Mona Kasten

Die Geschichte dreht sich um ein Mädchen, dass eher in bescheidenen Verhältnissen lebt und einen Jungen, der zur Elite gehört. Die Geschichte ist eigentlich nicht außergewöhnlich, es handelt sich um das ganz normale Leben. Liebesbeziehungen, Eltern die vermeintlich das Beste für ihre Kinder wollen und leben und Tod.

Die Autorin verpackt das aber erstaunlich interessant und mit spritzigen Dialogen.

4 out of 5 stars 4/5


Golden Dynasty – Jennifer L. Armentrout

Golden Dynasty - Jennifer L. Armentrout

In der Serie dreht es sich um eine Reiche und Mächtige Familie. Die Teile sind allerdings lose verknüpft und in jedem Teil werden andere Charaktere zum Mittelpunkt.

Teil 1 ist eine Mischung zwischen Mystery und Krimi, die sich aber über weite Strecken ziemlich zieht. Die Lovestory (Arm / Reich) stellt den Hauptanteil dar.

3.5 out of 5 stars 3,5/5 (Zwischenfazit, Teil 1 von 3 gelesen)


Die Tribute von Panem X Das Lied von Vogel und Schlange – Suzanne Collins

Die Tribute von Panem X Das Lied von Vogel und Schlange - Suzanne Collins

Ich weiß nicht so genau was die Autorin zu diesem Teil inspiriert hat aber für mich kommt er in keiner Weise an die Hauptserie heran. Snow gelingt es relativ selten Sympathie für sich zu wecken und sein Handeln ist für mich auch nach dem Lesen des Prequels nicht nachvollziehbar.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


Die Lichtbringerin – Johanna Danninger

Die Lichtbringerin 1 - Johanna Danninger

Ziemlich spirituell esoterische Serie um Engel, Lichtbringer (eine Art Magier) und Dämonen.

Mir etwas zu esoterisch und nicht spannend genug. Ich empfehle eher die Secret Elements Serie aus gleicher Feder.

3 out of 5 stars 3/5 (Zwischenfazit, Teil 1 von 3 gelesen)


One True Queen 1 Von Sternen gekrönt - Jennifer Benkau

Der erste Teil hat konnte mich nicht so recht begeistern. Das liegt primär an zwei Dingen. Ersten: Ich finde die Botschaften höchst zweifelhaft. Es geht um eine Fantasywelt, in der menschliche Mädchen als Königinnen “verheizt” werden. Nach ein paar Monaten / Jahren als Königin sterben Sie. Trotzdem zieht sie eine Art Sucht zurück, wenn Sie sich für ein Leben in unserer Welt entscheiden wollen. Warum das alles so ist, wird zumindest in Teil 1 nicht erklärt.

Für mich ist das Buch ein Beispiel für maximale Häufigkeit von überraschenden Handlungselementen aber leider ohne viel Zusammenhang und Logik

2.5 out of 5 stars 2,5/5 (Zwischenfazit, Teil 1 von 2 gelesen)


 

Starship [Serie]

Starship 1 Dunkelglühen - Sarah Scheumer  Starship 2 Finsterglanz - Sarah Scheumer  Starship 3 Planetenleuchten - Sarah Scheumer

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sarah Scheumer

Teile der Serie:

  • Starship 1 – Dunkelglühen (530 Seiten)
  • Starship 2 – Finsterglanz (393 Seiten)
  • Starship 3 – Planetenleuchten (478 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Die Menschen finden immer einen Weg, ’ne Zwei-Klassen-Gesellschaft zu erschaffen. Hier gibt es eben keine andere Möglichkeit, als die Leute nach ihren Klamotten oder ihrer Ankunftszeit zu beurteilen, da solltest du drüber stehen.«

Maja und ihre kleine Schwester wurden von Ihren Eltern verlassen und schlagen sich durch. Die Erde wird von in einigen Wochen von großen Asteroiden getroffen dabei wird das Leben weitgehend ausgelöscht werden.

Da die Menschen das schon seit einigen Jahren Wissen wurde ein großes Raumschiff für 300.000 Passagiere im Weltraum gebaut. Maja versucht zumindest Ihrer Schwester den Zugang zu ermöglichen.

Im All gibt es dann später noch ein mysteriöses zweites Schiff angeblich mit Menschen aber niemand hat etwas vom Bau mitbekommen und die Technik ist auch sehr fremd.

»Wie kommst du jetzt auf deine Freundin?«, ärgerte Raga ihn. »Wegen des kleinen Schadens oder wegen des Gefängnisses?«

Man erkennt also schnell, dass die Basis für eine sehr spannende Story vorhanden ist.

Die Geschichte geht direkt in die Vollen es gibt keine lange Vorbereitung, sondern es geht direkt zu Sache.

Ich habe zwar schon Bücher gelesen, die in Weltraumszenarien spielen aber dieses ist definitiv anders. Der Autorin gelingt es immer wieder interessante Szenen zu schaffen und sie nutzt dafür den “Spielplatz” Weltraum / Raumschiff hervorragend aus.

Ich wollte versuchen, aufzustehen, aber Jordan hielt mich zurück. »Sie bleibt sitzen«, sagte er zu dem Uniformierten. Ich hörte Raga schnauben, und war mir sicher, dass sie den Mann mit Blicken zu töten versuchte.

Es ist nicht immer jede Kleinigkeit stimmig was die Technik angeht aber darüber konnte ich ganz gut hinwegsehen. Allerdings bin  ich auch eher Informatiker als Weltraumspezialist.

An Charakteren bekommt man so einiges geboten. Von stumpfsinnigen Regelbefolgern, Konservativen Ratsmitgliedern, Kumpeltypen und Personen mit hartem Kern mit weicher Schale ist alles vertreten.

Ich will in der Rezension nicht zu viel verraten aber während die erste Hälfte des Buches schon unterhaltsam ist und eine recht hohe Schlagzahl hat, ist der zweite Teil wirklich spannend.

Das Buch ist so geschrieben, das man es problemlos einzeln lesen kann. Mir ist das Ende etwas abrupt aber das ist eine Geschmacksfrage. Es gibt zumindest keine bösen Cliffhanger.

Band 2:

»Besucht ist ein sehr nettes Wort.« Er klang sanft, ganz anders als Raga, die mir für meine Wortwahl vielleicht nur nicht die Nase gebrochen hätte, weil sie mich ganz tief in sich drin mochte.

Der zweite Teil beginnt deutlich geruhsamer als Teil 1. Die Probleme sind nicht verschwunden, obwohl es so gerade eben gelungen ist dem Asteroiden auszuweichen.

Es steht die Verurteilung der Marer an und es gibt noch immer genügend Leute, die nur darauf warten Maya Steine in den Weg zu legen. Nach dem Angriff der Marer ist die Starship teilweise irreparabel beschädigt.

»Überleben ist nicht das Gleiche wie Leben«, fügte Olli mit seltenem Ernst hinzu.

Dazu kommt, dass jeder Urteilsspruch über die Marer unzufriedene hinterlassen wird und durch den nun zunehmend beengten Raum entstehen neue Spannungen auf dem Schiff.

Eine Sabotage tut dann ihr Übriges um die Situation weiter zu eskalieren.

Die Flucht in den Weltraum, die kurzfristig die einzige Option war entpuppt sich sehr schnell als weit problematischer als ursprünglich angenommen und als neue Falle.

Was glaubst du, was passiert, wenn wir in zehn Jahren noch keine funktionierende Besiedlung haben? Man wird die Unterschicht als erste draußen aussetzen, zum Wohl der Allgemeinheit.«

Die Darstellung der Station, des Schiffes, dass nur für begrenzte Zeit ein zu Hause ist wirkt insgesamt sehr realistisch. Ein so komplexes System ohne Nachschub von der Erde ist irgendwann zum Scheitern verurteilt. Durch die externen Einflüsse wurde der Prozess sogar deutlich beschleunigt.

Im Gegensatz zu Armentrout Büchern geht in dieser Reihe alles sehr keusch zu. Mehr als Küsschen und Andeutungen gibt es nicht. Das macht die Serie aber keineswegs schlechter.

Maya erlangt eine zunehmend wichtigere Stellung – sie hat ja bereits am Ende des ersten Bandes das Schicksal der Starship in ihren Händen – und muss Entscheidungen treffen. Oft sind das Entscheidungen, die sich auf viele Menschen auswirken und es ist oft nicht ersichtlich wie die Konsequenzen sein werden. Das macht Maya zunehmend zu schaffen.

Unsere Geschichte, unsere Vergangenheit und der heutige Tag werden nie ihren Stellenwert verlieren, ganz gleich, was uns die Zukunft bringt.
»Er will sagen, dass wir an unsere tolle Vergangenheit denken sollen, falls unsere Zukunft Müll ist«, redete Raga ihm rein.

Der Fokus im zweiten Band verschiebt sich aber, wenn von dem eher actionorientierten Vorgänger, bei dem alles neu war mehr zu Beziehungen, Verhandlungen, Diplomatie. Es gibt auch einige spannende Momente und im letzten Teil nimmt die Handlung deutlich an fahrt auf aber direkt vergleichbar mit dem ersten Teil ist Teil 2 nicht.

Ich bin mir übrigens nicht so sicher, ob man den zweiten Teil gut einzeln lesen kann. Die wichtigsten Dinge aus Teil 1 werden erwähnt aber es ist nicht so wie bei anderen Büchern, die quasi noch mal 50 Seiten mehr oder weniger Gut der Zusammenfassung des Vorgängers widmen und somit für Leser, die sich gut an den Vorgänger erinnern können eher langweilig sind.

Das Ende vom zweiten Teil ist übrigens deutlich offener als der erste Teil. Die Serie ist nicht abgeschlossen und die Probleme auch nicht gerade weniger geworden.

Band 3:

»Sie kann hier rumlaufen, dann kann sie auch einen Gleiter fliegen.« »So verzweifelt sind wir noch nicht, dass wir Kolonieschaum in unsere Gleiter setzen müssen«, sagte Dazar.

Nachdem die Erde von einem Volk zerstört wurde, dass zwar menschlichen Ursprungs ist aber nicht vorn der Erde kommt haben Maja und die Starship Truppe es geschafft zu dem Ursprungsplanet zu reisen. Dort wurden sie und ihre Leute aber alles andere als positiv aufgenommen. Eine Militärregierung ist an der macht und muss keine Rechenschaft für ihre Aktionen ablegen. Da Maja und ihre Leute in dieser Welt vor dem Gesetz mangels entsprechendem Status keinerlei Rechte haben und in der Militärregierung Kämpfer eh ein höheres Gewicht haben, ist ihre Lage fast aussichtslos.

Wenn das so weiterging, würde ich mir eine Liste mit den Dingen anlegen müssen, über die man beim Militär nicht redete.

Maja musste sich somit selbst als Soldaten in einem Krieg von Quanticanern gegen Skittler zur Verfügung stellen, um ihre eigenen Leute zu schützen. Da sie nun einige mächtige Feinde hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie und ihre Leute als Kanonenfutter verheizt wird.

Die Bevölkerung des fremden Planeten (oder zumindest einige davon) sind für die Lage des Starship und die Zerstörung der Erde verantwortlich und trotzdem sind die Menschen der Mildtätigkeit der Militärregierung ausgesetzt und die ist äußerst überschaubar.

»Ist das ein Arc-Steuersystem?«, fragte ich. »Dann kann ich es selbst landen, und ihr holt es euch zurück, wenn alles vorbei ist.« »So charmant hat noch nie jemand versucht, mir ein Beischiff zu stehlen.«

Der dritte Teil spielt im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen ausschließlich auf der Planetenoberfläche. Somit erfährt man immer mehr Details zur Lebensweise, den Handlungen der Militärregierung und den Hintergründen des Krieges.

Im Vergleich zu den ersten beiden Teilen finde ich den dritten nicht so gelungen. In den ersten 70% gibt es zwar sehr viel World Building aber es passiert kaum etwas. Dann wird in den restlichen 30% eine ziemlich unglaubwürdige Geschichte erzählt. Die diversen Handlungen in Summe hätten meiner Einschätzung nach weniger als 1% Erfolgsaussicht gehabt. Da wird selbst James Bond total neidisch. Die Akteure stürmen ohne Plan irgendwie voran und per Zufall kommt dabei der erwünschte Ergebnis raus – so liest sich die Geschichte zumindest aus meiner Perspektive.

Die Tendenz gab es auch in den Vorgängern aber dort war noch eine gewisse Glaubwürdigkeit vorhanden.

Trotzdem wusste ich, dass wir alle nie wieder so zusammen finden würden, wie wir auf dem Starship zusammen gewesen waren.

Das Ende ist ganz gelungen, wenn auch ziemlich rosig, wenn man die extrem negativen Vorzeichen betrachtet.

Fazit:

Die Serie ist aus meiner Sicht ein Geheimtip und eine der besten Serien in dem Kontext (wirklich viele vergleichbare Serien fallen mir auch nicht ein – am ehesten Sublevel). Wer also Weltraumabenteuer mag, die einen dystopischen Einschlag haben, liegt genau richtig. Unbedingt kaufen!

Bis auf Details finde ich die Technikseite gut umgesetzt, da habe ich schon ganz anderes gelesen und in dieser Serie geht es recht viel um Technik, das ist also für einen Autor alles andere als einfach.

Ich fand die Charaktere sehr sympatisch und einnehmend. Klar, auch hier gibt es einige Stereotypen – der Sicherheitsmann, der auf Vorschriften pocht und einen persönlichen Hass gegen die Hauptakteurin hat, der reiche Schnösel, der Sie ständig mobbt usw. – netterweise gibt es hier aber mal nicht die Bad Boy Geschichte.

Der Schreibstil ist toll und der Fokus liegt besonders im ersten Teil auf dem Abenteuer. Es geht direkt voll los – keine große Einleitung und lange Enden sind auch nicht so das Ding der Autorin.

Den letzten Teil finde ich nicht so gelungen, weil er zweck Spannungssteigerung leider ziemlich unrealistisch wird. Trotzdem bleibt die Serie gut.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Den Identitätschip müsste man wohl nicht tauschen, weil derartige Chips bei einem zentralen System nur eine ID benötigen und an die ID kann man auch einen anderen Namen und andere Daten hängen. Abseits der ID müsste der Chip nichts speichern.
  • Wieso kann man noch Nachrichten mit dem Tablet senden, wenn der Strom ausgefallen ist?
  • Glühbirnen in einem Hightechschiff?
  • Das Schiff hat kein ausgereiftes Datennetzwerk?! Wieso funktionieren dann die Tablets überall? Die Begründung warum ein Programmierer irgendwo im Maschinenbereich sitzt ist arg dünn, wenn auch aus Storysicht nachvollziehbar.
  • Im Weltraum kann nichts in der Luft stehen, wie es erwähnt wird. In Anbetracht der sonstigen Sorgfalt der Autorin ist die Formulierung wohl durchgerutscht.
  • Dass die Marer genau wie Menschen aussehen aber aus einer ganz anderen Region des Weltraums kommen ist nicht sonderlich glaubwürdig – ok, es gibt die Aussage Star Trek, dass der Ursprung der Kolonien identisch ist aber das hebelt wiederum die komplette Evolutionstheorie aus.
  • Das die Außerirdischen mindestens so schlecht sind wie die Menschen ist nicht sehr optimistisch 😉
  • Woher sollen die Marer wissen, dass Maya eine Katze hat? Genauso müssen sie von Ihrer Beziehung zu ihrem Klassenkameraden wissen. Für beides wäre eine Vollüberwachung notwendig.
  • Es gibt nur einen einzigen Frachter? Von mehr ist nie die Rede
  • Bei einem derart technisierten Schiff wären die Tablets ortbar für die Sicherheit. D.h. Maya wäre jederzeit leicht aufzuspüren.
  • Es ist unwahrscheinlich, dass Menschen von einem anderen Planeten dieselbe Sprache Sprechen. Generell wird eh von verschiedenen Nationalitäten gesprochen und offenbar verstehen sich alle. Ich gehe einfach davon aus, dass die benutzte Sprache englisch ist. Dass die aber jeder beherrscht, auch Leute, die kaum in der Schule waren ist unwahrscheinlich. Die Marer würden aber sicher eine andere Sprache sprechen.
  • Wenn die Planeten im Aliensystem (Trapist) so nah aneinander wären würden durch die Beeinflussung untereinander sehr starke Schwerkraft- / Masseeffekte und Bewegungen entstehen. Ob man darauf wirklich leben könnte? Nach unseren Maßstäben müssten Erdbeben, vulkanische Aktivität die Folge sein.
  • Die harten Verhandlungen um 16 Marer auf dem Starship sind nicht nachvollziehbar. Gegen einen derart übermächtigen Gegner lohnt sich für 16 Personen nicht mal das Gespräch, wenn auf einem Schiff der Marer bereits 350 Stationiert sind.
  • Nach einer derartigen Fesselung, Hängend an Metallfesseln für anderthalb Tage und ohne Essen und Wasser wäre Maya wohl kaum die Flucht gelungen. Die Frage wäre eher, ob sie Ihre Hände überhaupt jemals wieder benutzen könnte.
  • Kyro hat sich bereits als nicht vertrauenswürdig und kaltblütiger Killer erwiesen und das sogar ohne Grund. Folter bevorzugt er einem gegenüber einem Gespräch. Somit ist nichts was man mit ihm aushandelt das geringste wert. Davon abgesehen was wurde verhandelt? Das jeder der anwesenden eine ID bekommt. Das bedeutet überhaupt nichts. Trotzdem können zumindest die 20, die sich für das Militär verpflichten einfach als Himmelfahrtskommando an die vorderste Front geschickt werden. Auch die 50.000 Leute, die an die Oberfläche dürfen sind überhaupt nichts Wert, weil es sich nach der “Verhandlung” auch nur um einen 5 Minuten Besuch handeln kann. Zumal das Starship sie eh nicht zur Oberfläche transportieren kann und auch der Transport nicht verhandelt wurde. Selbst wenn sie auf der Oberfläche bleiben dürfen wurde nicht von Essen / Wasser und sonstigen Bedingungen oder Gesetzen gesprochen.
  • Warum sollte der Skittler sich die Mühe machen einzelne Menschen zu verfolgen oder zu töten? Die sind doch nicht mal Ameisen für ihn.
  • Die Idee, dass Maja sich mit irgendwem in der Bar verabredet hat ergibt keinen Sinn. sie wusste ja nicht mal was von der Bar. Wie sollte sie da eine Verabredung treffen?
  • Mal langsam zum Mitschreiben: Die Wanzen sind vermeintlich DAS Mittel, um den Gegner zu besiegen. Maja und ihre Freunde wollen somit die wichtigste (und somit gut beschütze) Waffe ohne Plan mal eben klauen und bei jedem Schritt riskieren sie alle ihr Leben (da die Strafe vermutlich immer tödlich sein wird). Alle erforderlichen Schritte müssen in wenigen Stunden (3?) passieren und Olli muss dann noch die Software der Wanze ändern. Das macht er natürlich ohne Equipment (er ist ja auf der Flucht), ohne die Software zu kennen einfach aus der Ferne per Holostab. Nachdem sie dann unfreiwillig auf den Gefängnisplaneten geschickt werden (ich sage nur Transportzeiten zum Raumhafen, zum Gefängnisplaneten, Aufnahme dort) nur um dort Koordinaten zu ermitteln, die genau eine Person kennt, die sie natürlich sofort finden. Randnotiz: Wie sollen die Skittler zurück geschickt werden, wenn niemand vom Militär die Koordinaten des Ziels kennt? Anschließend fliegen sie dann ganz gemütlich aus dem Hochsicherheitsgefängnis wieder zurück und nebenbei klauen sie im Kampf eine Wanze (bzw. wie sich später zeigt sogar 2) und Olli ändert mal eben die Software. So den kleine Details, wie den Angriff der eigenen Leute lasse ich mal außenvor. Ein praktischer Zufall ist auch, dass erst all Fighter Xabi folgen und dann alle Maya. Und selbst wenn die Regierung am Ende wieder die Macht erlangen würden, wären Maja und Freunde bis dahin längst exekutiert worden.
  • Ihr Team kämpft schon ewig mit dem Skittler und just als Maja auftaucht wird einer aus dem Team vom Skittler getroffen.
  • Maya drückt mal eben im vollem Vorbeiflug und offenem Cockpit die Wanze lässig an den Skittler.
  • Plötzlich ist Maya besser als alle andere Piloten, nachdem sie im Training nicht geglänzt hat?
  • Wie soll Zenon denn wissen worauf die Skittler zielen, wenn sie keine Positionen der Gegner haben?
  • Was wäre das Ergebnis, wenn eine Kolonie sich erfolgreich auflehnt und nach 5 Jahren Krieg nicht mal bestraft wird? Alle Kolonien würden sich auflehnen und der Krieg würde noch viel länger dauern oder alternativ machen alle Kolonien was sie wollen und die Versorgung bricht zusammen. Ein Happy End wie im Buch wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das Ergebnis der Handlungen.
  • Man wird 5 Jahre regelmäßig angegriffen. Wer würde beim Militär schon zurückschlagen wollen? Das kommt ja quasi nie vor, wenn man angegriffen wird, oder? Man zeige mir bitte einen Militärapparat der darauf zurückhalten reagieren würde. Dann wäre es kein Militär, sondern Pazifisten.
  • Wieso sollte eine Militärdiktatur die Macht abgeben? Im Buch wird kein sinnvoller Grund genannt, warum ein Wechsel stattfindet.
  • Die Regierungsleute trauen sich schon nicht frei zu reden wegen der Vollüberwachung aber Maja hat nach ein paar tagen Raus wie sie sich im System unsichtbar macht …
  • Wirklich schlau finde ich den Ansatz nicht: Die Kolonie kämpft gegen die Militärregierung. Dass eine Kolonie derart hohen Schaden anrichten kann aber selbst offenbar keinerlei Verteidigung hat ist dumm. Da kann man doch davon ausgehen, dass man ausgelöscht wird.
  • Wie soll eine Kolonie, die in das selbe Netz integriert ist und in dem sogar alle Gespräche überwacht werden technologisch so viel fortschrittlicher sein als die Hauptwelt und so riesige Kampfmaschinen bauen?
  • Davon auszugehen, dass man nicht zurückschlagen darf ist mehr als naiv. Bei einem System, bei dem die Kolonien ewig unterdrückt wurden und mit Mayas wirken ein Systems bei der Gegenwehr Erfolg hat, ist der Krieg noch viel wahrscheinlicher, als wenn das alte System bestehen bleibt. Dazu kommt noch die unmittelbare Gefahr für die eigenen Leute, wenn irgendwas schief läuft. Nachdem man vorher bereits gesehen hat was ein Skittler anrichtet, sind 15 ggf. der Untergang des Planeten mit seiner Bevölkerung.

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Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange [Buch]

Die Tribute von Panem X Das Lied von Vogel und Schlange [Buch]

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Suzanne Collins

Teile der Serie:

  • Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange (608 Seiten)
  • Die Tribute von Panem 1 – Tödliche Spiele (416 Seiten)
  • Die Tribute von Panem 2 – Gefährliche Liebe  (432 Seiten
  • Die Tribute von Panem 3 – Flammender Zorn (432 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Sie haben kein Recht, Menschen hungern zu lassen, sie grundlos zu bestrafen. Sie haben kein Recht, ihnen ihr Leben und ihre Freiheit zu nehmen. All das gehört uns Menschen von Geburt an, und Sie dürfen damit nicht einfach machen, was Sie wollen. Dass Sie aus dem Kapitol kommen, gibt Ihnen noch lange nicht das Recht dazu.

Das Prequel der Panem Serie dreht sich um die 10 Hungerspiele. Coriolanus Snow ist Student und zum ersten Mal gibt es Mentoren für die Tribute. Er bekommt Lucy Gray zugeteilt, die er für schwach und ziemlich hoffnungslos hält.

Seine Eltern starben während der Rebellenangriffe, die seiner Familie auch den Reichtum gekostet haben. Er versucht so gut wie möglich die Fassade aufrecht zu erhalten, dass der alte Glanz noch vorhanden ist, weil es in seiner Welt auf solche Dinge ankommt.

Ich hatte es schon vorher befürchtet die Hauptfigur ist eine als Leser der Panem Trilogie sehr gut bekannt und die meisten Leser werden wohl wenig Sympathien für Coriolanus haben.

Als die Bomben in der Arena hochgingen, hat er sich über mich geworfen. Instinktiv. Es war ein Reflex. So war er im Grunde. Ein Beschützer. Er hätte die Spiele nie gewonnen, weil er bei dem Versuch, Lucy Gray zu beschützen, gestorben wäre.« »Ach, wie ein Hund oder so.« Lepidus nickte. »Ein richtig guter.«

Selbst wenn man als Leser Ansätze von Empathie für den Charakter von Snow empfindet, löscht die Hauptfigur diese innerhalb kürzester Zeit wieder durch ihre berechnende kalte Art wieder aus. Im Mittelteil des Buches ist er sogar recht einnehmend aber jedem Leser der Hauptserie ist klar wo die Reise hingeht.

In der Welt von Snow geht es nur um Schein und äußere Darstellung. Die Menschen werden eingeteilt in welche, die ihm nützen oder die ihm schaden, abseits davon gibt es wenig Platz. Wenn kann man um einen Gefallen bitten erpressen oder sich sonst nutzbar machen? Wen muss man aus dem Weg räumen, weil er einem gefährlich werden kann?

Snow sammelt erste Erfahrungen im Morden un während zuerst noch als Notwehr durchgeht, geht es ihm später leichter von der Hand. Die Geschichte hat mich an Anakin Skywalker erinnert. Der Weg zur dunklen Seite …

»Sie haben den Krieg verloren. Einen Krieg, den sie angefangen haben. Das war ihr Risiko, und jetzt müssen sie den Preis dafür zahlen.«

Die Autorin stellt dar, dass es für Krieg oder Auseinandersetzungen immer zwei Zweiten und verschiedene Meinungen braucht und beide Seiten müssen entsprechend festgefahren oder fanatisch in Ihren Ansichten sein. Das ist aber keine neue Erkenntnis.

Besonders am Ende finde ich die Entwicklung von Snow aber etwas krass. Klar, die Tendenzen waren schon immer vorhanden aber er wirft seine bisherigen Handlungsgrundlagen recht schnell über bord.

Fazit:

»Ich seh das so. Wenn das Kapitol nicht die Macht hätte, würden wir dieses Gespräch gar nicht führen, weil wir uns dann schon gegenseitig zerstört hätten.« »Die Menschen sind schon ewig auf der Welt, lange bevor es das Kapitol gab. Und sie werden auch danach noch hier sein«, sagte sie.

Aus meiner Sicht ist das Prequel aus Sicht der Hauptserie eher entbehrlich. Für ist nicht nachvollziehbar warum Snow sich so entwickelt hat, wie wir ihn in der Hauptserie erleben.

Wer nicht genug von Panem bekommen kann wird auch dieses Buch mögen. Ich finde die Hauptserie ist interessanter.

Etwas wird zwar auf die Hintergründe des Krieges und die verschiedenen Ansichten eingegangen aber viele neue Erkenntnisse ergeben sich dadurch nicht.

Ich hatte an mehreren Stellen den Eindruck, dass es um den Geisteszustand von Snow nicht sonderlich gut bestellt ist. Er ist narzisstisch und leidet unter Verfolgungswahn. Für seine Karriere ist er bereit zu morden.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Die Attribute von Panem (Teil 1-3)
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Eine Spielmacherin ist so mächtig, dass sie ein Kind von reichen Eltern vor einem Zeugen ungestraft fast tötet wegen einer Lapalie? Zumal Snows Vater mit einer fast identischen Aktion davon kommt.
  • Welchen Sinn macht es die Tribute schon vorher so auszuhungern, dass sie kaum noch in der Lage sind zu stehen, wenn sie doch eigentlich eine gute “Show” abliefern sollen.
  • Wieso ist Marcus Leiche am Boden, nachdem er vorher an seinen Handschellen an einem Stahlträger hing? Es wurde nicht beschrieben, dass ihm eine Hand abgehackt wurde.
  • Was hilft es die Aufzeichnung der Spiele zu löschen? Gesendet wurden sie bereits.
  • Die Aktion mit der Aufnahme des Gespräches mit Sojanus ohne die Konsequenzen zu bedenken passt nicht zu Snow, zumal er selbst am besten weiß wie Dr. Gaul reagiert. Weiterhin entlarvt er sich selbst primär als Mitwisser – welchen Sinn soll das haben? Aus meiner Sicht will die Autorin seine Entwicklung zwanghaft in eine Richtung lenken und die Handlung passt nicht zu ihm. Wenn er wüsste, dass er Vorteile dadurch hat, wäre der Verrat glaubwürdiger aber das ist in dem Fall nicht klar.
  • Die Wandlung von Snow gegen Ende ist nicht nachvollziehbar. Erst empfindet er etwas wie Liebe oder nennen wir es starke Zuneigung zu Lucy und dann will er sie plötzlich umbringen? Ihm ist klar, dass Sie ihn nicht verrät, warum also der plötzliche Wandel?
  • Die Waffen abwischen und um See versenken dürfte kaum reichen, um seine DNA Spuren zu tilgen. Wenn er Lucy nicht getroffen hat, wäre es nachvollziehbar, wenn nach seinem Mordversuch an ihr die Waffen plötzlich wieder auftauchen, um ihn zu belasten und die Gefahr für Sie zu verringern.
  • Von Spruce war nie die Rede in dem Monolog von Sejanus – wie sollen die Friedenswächter Spruce vor Sejanus gefunden haben? Dafür wäre zuerst die Befragung von Sejanus erforderlich gewesen.

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