Wochenrückblick König Ludwig Weg, Zugspitze, Neuschwanstein, Hohenschwangau

Wanderurlaub auf dem König Ludwig Weg.

09.08.2021 – Heide Park und Anreise in Bernried (ca. 15km)

Colossus

Colossus

Da ich vor ein paar Wochen bereits das Ticket für den Heidepark gekauft hatte und mein Zugticket sich auch nur zu Mondpreisen umbuchen lies, gehe ich heute morgen noch mal in den Heidepark. Da die Bahn wieder den neuen Standardservice “Sie müssen eine Stunde eher losfahren, als ursprünglich angekündigt, damit sie zur selben Zeit da sind” verabreicht hat, muss ich aber um 13:30 den Park verlassen. Da der Park aber erst um 10:00 öffnet, kann man nicht so richtig viel in der Zeit machen.

Ich schaffe noch 2 Runden Kraken (eine Vorne, eine in der Mitte), 1x Colossus (vorne) und 1x Desert Race (da kann man sich die Plätze nicht aussuchen aber ich war am Vortag mal vorne). Alle drei Bahnen profitieren davon. Ansonsten habe ich mir noch etwas zu Essen gekauft mangels Alternative. Es ist aber schon bezeichnend, wenn locker die hälfte der Leute selber was mitbringt, weil das Essen im Park echt grenzwertig ist.

Anschließend bin ich zurück zum Hotel gewandert (hin und zurück zum Park waren schon über 6km) und dann kam der Zug natürlich über 30 Minuten später (wegen technischer Probleme), war aber zur gleichen Zeit da, wie er es eigentlich sein sollte. Dazu kam noch, dass ich lt. meinem Plan umsteigen sollte, das aber nicht erforderlich war. Im Gegenteil. Wäre ich da ausgestiegen, wo die Bahn es mir nahegelegt hat, dann hätte ich meinen ICE verpasst.

Kraken

Kraken

Ein Highlight war auch die Erkenntnis am Vortag Abends, dass die Bahn bei der ICE Buchung meine Sitzplatzreservierung verschlampt hat (ich vermute einen Bug bei denen im Buchungsystem oder auch Absicht). Ich habe wahrscheinlich eine Unterbrechung im Buchungsprozess gehabt und dann ging die Buchung zwar noch durch, die Reservierung aber nicht. Eigentlich sollte das unmöglich sein, weil man die Sitzplatzreservierung beim ICE explizit ausschalten muss bzw. man sollte im Buchungsprozess darauf hingewiesen werden.

Natürlich nicht, dafür berechnet die Bahn im Nachgang 5,3€ für die Reservierung, die vorher kostenneutral war. Danke Bahn, für nichts.

Die Anreise im Schloss Hotel war irgendwie spannender als erwartet. Die Beleuchtung auf der ca. 3km Strecke zum Hotel war etwas spärlich. Ich bin aber kurz vor 23:40 angekommen. Dann habe ich mich noch auf die Suche nach dem Zimmer gemacht und offenbar das falsche erwischt. Die geben im Schloss fleißig Zimmernummern in der Konversation an, an den Zimmern steht aber nichts. Selbst auf dem Feuerplan stand nur “Gast”. Offenbar war denen das egal – “Sie haben ja ein Zimmer gefunden, alles gut”.

10.08.2021 – Bernried nach Dießen über Andechs (26km)

Morgens gab es um 6:30 den Weckruf per Feueralarm. Die Feuerwehr kam aber erst nach 10 Minuten (wahrscheinlich waren die auch noch alle im Bett). Kommuniziert wurde auch nicht. Es gab weder eine Entwarnung, noch wurde geprüft welche Personen ggf. noch im Gebäude waren bzw. welche draußen Standen und wie viele Personen lt. Liste im Gebäude sein müssten. Die ganze Aktion wirkte auf mich ziemlich unprofessionell. Vielleicht sollten die das ab und an mal üben. 😉

Wie ich heute feststelle, hat mein Veranstalter den König Ludwig Weg ziemlich kreativ ausgelegt. Der Weg fängt nicht in Bernried an, nicht mal Ansatzweise. Das zieht sich über den ganzen Weg so durch. Ich vermute einfach so waren die Unterkünfte günstiger. Dafür ist man weniger auf dem Weg und muss sich öfter nach dem GPS richten, weil es keinerlei Wegbeschilderung gibt. Bei der ersten Weghälfte musste ich an jeder Abzweigung nachschauen und das waren viele.

Heute bin ich ungefähr nach halber Tagesstrecke auf den König Ludwig Weg gestoßen. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, weiß ich noch nicht genau. Offenbar wird der Weg nicht sonderlich stark bewandert. Dafür sind extrem viele Radfahrer unterwegs. Die fahren oft ziemlich rücksichtslos.

Die Strecke war heute landschaftlich nicht so spannend. Im Prinzip sieht es hier aus wie im Sauerland zu Hause. Offenbar sind die Bayern aber alle zum Urlaub zu Hause geblieben. Hier ist alles extrem überlaufen. So war das verklärte Bild vom Koster Andechs, dass ich mir ausgemalt hatte schnell verpufft. Ich kam mir eher vor wie in einem Freizeitpark. Alles nur mit Registrierung per App und mit langen Warteschlangen.

Somit war mein Andechs Besuch sehr kurz. Ich hätte zwar gerne ein Bier getrunken aber betteln muss ich dafür auch nicht. Das war schade. Es ist ja nicht gerade so, als wenn ich öfter hier vorbeikomme.

Die FFP2 Regelungen in Bayern sind meiner Meinung nach absoluter Schwachsinn. Selbst in der Außengastronomie müssen Masken bis zum Tisch getragen werden. Beim Schiffstransport heute Standen vor dem FFP2 Schild alle ohne Maske eng zusammen und danach dann mit Maske. Auf dem Schiff hatten die meisten dann wieder keine Maske. Komplett ineffektiv, wie das gehandhabt wird.

Andechs

Andechs

Heute Morgen beim Buffet (Krankenhauseinrichtung) war ich wiederum der einzige mit Maske. Bisher erscheint mit die Maskenhandhabung in Bayern reichlich scheinheilig.

Die Hotelangestellten haben teilweise überhaupt keine Masken oder nur medizinische. Der Typ an der Rezeption im Hotel war die Krönung heute. Er hat keine Maske und hat Angst, wenn ihm jemand auf 1,5m nahe kommt, der eine FFP2 Maske trägt. Vielleicht ist da noch nicht angekommen, dass die Abstandsregeln ohne Maske gelten.

Andechs

Andechs

In Dießen an dem Hotel sieht man auch mal wieder schön, wie die Qualität der Hotels nachlässt, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Da hier alles ausgebucht ist, können sich auch sehr durchschnittliche Hotels halten (die Zimmer sehen antik aus, das Essen ist mittelmäßig und für Radfahrer oder Wanderer viel zu wenig und die Wartezeit für Essen beträgt eine Stunde – ich ahne ja  Böses für das Frühstück morgen).

Ich habe übrigens einen von den verrückten Frühstückszetteln beigefügt. Da braucht man fast eine Ausfüllanleitung. Was darf man in welcher Kombination anwählen?

Ammersee

Ammersee

Noch ein fun fact aus dem Hotel. Wozu führt es, wenn man so viel Angst vor Diebstahl hat, dass man zu der Minibar keinen Flaschenöffner belegt, obwohl man für alle Flaschen einen benötigt? Die Leute nutzen die Möbelstücke als Falschenöffner. Sieht klasse aus. 😉

Die Preise sind auch der Hammer in der Region – in einem Café in Herrsching kostet eine  Spezi + kleines Salamibaguette (15cm) ca. 10€. Da ist selbst der “Bäcker” am Bahnhof günstig gegen.

Das Wetter hier ist deutlich heißer und ich hatte mir ja sorgen über Mücken in der Heide gemacht. Da waren kaum welche. Hier in Bayern ist es aber richtig schlimm. Im Wald hatte ich heute zig Mücken und auch größere Viecher wie Bremsen. Im Gegensatz zu Moskitos kann man die beim Wandern leider auch nicht ausbeschleunigen.

Ich bin gespannt wie die Streckenangaben an den Folgetagen passen. Für heute waren 21km angegeben. Das passt vorne und hinten nicht. Die Fenix hat am Ende 28km angezeigt. Das passt auch zum Schrittzähler. Allerdings habe ich natürlich auch ein paar Schritte gemacht, die nicht zum Weg gehören aber so viele sicher nicht.

Mal sehen wie die Folgetage werden aber bisher kann ich nicht nachvollziehen, warum die Region so überlaufen ist. Scheinbar sind die Bayern dieses Jahr alle zu Hause geblieben.  Vielleicht sind das Städter, für die ist der Naturlevel hier sicher was besonderes. Das gibt es auch im Sauerland, aber viel weniger überlaufen und günstiger. Gut, dafür gibt es nicht so viele Gasthäuser und Restaurants wie hier.

11.08.2021 – Dießen nach Wessobrunn + Tassilolinde (16km)

Das Frühstück mit dem abgebildeten Zettel war richtig gut. Es kam alles wie bestellt – damit hatte ich bei dem Zettel eher nicht gerechnet. Klasse.

Die heutige Etappe ist ziemlich kurz. Somit ich bereits mittags vor Ort. So früh war ich im aktuellen Urlaub noch nie am Ziel. Aber nach 1,5 Wochen Wandern ist das auch mal ok.

Einziger Nachteil: Der Gasthof hat heute Ruhetag. Somit bleibt nur der Bäcker / Konditor vor Ort, der aber sehr gut bestückt ist. Die Preise sind im Gegensatz zum Vortag wieder in normalen Regionen.

Zu sehen gab es auf der Etappe neben dem üblichen, Wald, Wiesen und kleinere Dörfer vor allem die Vorläufer von den Alpen. Die kann man zumindest am Horizont erkennen, wenn man freie Sicht hat. Die Etappe hatte leider ziemlich viel  Roadwalkinganteil.

So überlaufen wie gestern war der Weg heute nicht mehr, das lag wohl wirklich an Andechs.

Irgend ein größeres Stechvieh hat mich heute auch erwischt. Aber ich vermute da kommen in den Folgetagen noch ein paar Stiche hinzu.

Die nächsten 3 Tage werden aufgrund der kreativen Wegführung (oder vermutlich eher den günstigsten Angeboten) eher heftig. Die Etappen dürften zum Teil deutlich länger sein, als vom Veranstalter angegeben.

12.08.2021 – Wessobrunn nach Peiting (21km)

Da für heute 28°C angesagt sind und die Etappe die meisten Höhenmeter hat, versuche ich heute früh los zu kommen. Somit ist Frühstück um 7:30 angesagt. Das habe ich bisher immer so gehandhabt. Desto früher, desto besser, besonders an heißen Tagen. Dann ist man im Optimalfall um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag mit der Tagesetappe durch. Um 8:00 war ich dann unterwegs.

Der Hohenpeißenberg ist zwar knapp 1000m hoch aber nur über dem Meeresspiegel. die Grundhöhe beträgt schon 750 – 800 Meter. Somit ist das eher ein hoher Hügel aber trotzdem ist die Rundumsicht ganz nett. Man erkennt in der Ferne auch schon die Zugspitze. Die Sicht war heute ziemlich optimal. Ein richtiges Bergpanorama, wie man es vom PCT gibt, findet man hier aber bisher nicht. Dafür muss man wohl wirklich auf die Zugspitze oder andere “echte” Berge.

Leider bestehen heute 90% auf geteerten Wegen. Auf so harten Böden wandere ich ungern und meine leichten Knieprobleme von gestern (ich vermute eine leichte Schleimbeutelentzündung oder ähnliches) werden bei dem dauerhaften Hartuntergrund immer schlimmer. Um 14:00 komme ich ziemlich humpelnd in Peiting an. Bei dem Schmerzlevel ist es relativ unrealistisch weiter zu wandern.

Auf dem PCT würde ich jetzt einfach einen Ruhetag einlegen. Bei einer vorgebuchten Tour geht das in der Form natürlich nicht. Auf dem PCT hatte ich auch schon mal vergleichbare Schmerzen. Da sich dort aber die Untergründe ständig ändern und man so gut wie nie längere Perioden über Hartuntergründe läuft, ergeben sich derartige Probleme eher nicht oder verschwinden in der Regel schnell wieder.

Es kommt auch mal vor, dass man morgens denkt das geht so nicht mehr weiter, weil etwas stark schmerzt, nachmittags ist es dann mehr oder weniger wieder gut.

Vielleicht rächt es sich nun, dass ich bisher die Hikingstöcke  nicht benutzt habe, aber hier in Bayern sind die eh unbrauchbar, ohne Gummistopfen. Die Hikingstöcke sind in der Standardausführung nicht für Teer ausgelegt, sondern eher für Naturboden.

Die Knieprobleme sind ärgerlich, denn meine Ausdauer wird jeden Tag besser. Bzgl. der Sehenswürdigkeiten verpasse ich ausgehend von dem bisherigen Stand nicht viel, wenn ich mal aussetze. Denn die Sehenswürdigkeiten sind primär Kirchen. Und die interessieren mich nicht so wahnsinnig.

Wenn man den Wanderguide liest, könnte man jeden Tag meinen, dass man den besten Wandertag seines Lebens verpasst. Die Realität sind dann in der Regel oft Wiesen, Bauernhöfe und Standardwald mit Stechviechern und Mücken gehören da noch zu den harmlosen Vertretern.

Mittags ringe nun mit mir, ob ich morgen versuchen soll eine Fahrt zur Zugspitze zu machen. Das wäre dann ein Tag ohne Wandern. Aber das sind sicher auch einige Strecken, die man läuft. Die Tour wird auch nicht wenig stressig, da ich mehrfach umsteigen muss und den – nicht gerade kleinen – Rucksack habe ich zwangsweise auch dabei und zurück komme ich auch nur, wenn alles perfekt läuft. Ich bin dabei auf diverse öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Am späten Nachmittag habe ich ein Ticket für die Zugspitze gekauft. Das ist auch ein Abenteuer. Erst teilt mir das System mit. dass die Registrierung nicht funktioniert hat (was falsch ist, man bekommt eine Bestätigungsmail und natürlich ist die Registrierung nicht vollständig, wenn man den Bestätigungslink nicht genutzt hat). Normalerweise bekommt man einen entsprechenden Hinweis, dass die Registrierung erst vollständig ist, nachdem man auf den Link geklickt hat und keine Fehlermeldung.

Nachdem ich dann als Gast bestellt habe, bekam ich die Fehlermeldung “Ihr Warenkorb ist leer”. Also habe ich einen zweiten Anlauf gemacht. Und mit Verzögerung sind beide Karten durchgegangen. Wann habe ich das letzte mal eine so schlechte Webseite gesehen? Vor 15 Jahren oder noch mehr? Früher war so schlechtes Cookiehandling ja normal aber heute? Und das bei einer der Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Echt peinlich sowas. Vielleicht sollten sie mal jemanden einstellen, der ein wenig Plan davon hat.

Den letzten Tag die 17km würde ich gerne wandern, insofern könnte es ganz hilfreich sein morgen den Schongang einzulegen.

Aus meiner Sicht ist der König Ludwig Weg viel besser zum Radfahren als zum Wandern geeignet. Heute habe ich vor meine Humpelphase sogar mal 3 Wanderer überholt, die scheinbar auch den Weg gewandert sind (ja, vielleicht war ich da etwas übermotiviert und hätte es langsamer angehen sollen).

Hier in Peiting haben quasi diverse Restaurants gleichzeitig Sommerferien (vermutlich alles Leute mit Kindern, denn in Bayern sind gerade Ferien). Somit ist die Versorgungslage etwas dünn, vor allem wenn man sein Knie schonen will. Zum Glück gibt es noch ein Cafe in 150m Entfernung was noch offen hat.

Abends sind die Schmerzen im Knie beim Auftreten aber so heftig, dass ich fast überhaupt nicht mehr laufen kann. Krass was innerhalb eines Tages so passieren kann. Ich habe aktuell Zweifel, dass es morgen wieder deutlich besser ist. So schlimm wie es jetzt ist, macht die Zugspitztour auch keinen Sinn. Da wäre schon eher die Heimfahrt angesagt. Und selbst die wird spannend. Ich muss ja über diverse Bahnhöfe bis ich mal zu Hause bin und zwar mit einem schweren Rucksack.

13.08.2021 – Per Bus und Bahn von Peiting zur Zugspitze und nach Bad Bayersoien (7km) Peiting nach Bad Bayersoien (18km)

Morgens entscheide ich mich trotz der Schmerzen dafür zur Zugspitze zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof bereue ich das. Man glaubt ja nicht wie schmerzhaft weniger als 1,5km sein können. Schon witzig irgendwie, da läuft man 1,5 Wochen ohne Probleme bis zu 30km an Tag und ein Tag reicht zum Abstieg zum Halbinvaliden auf Zeit.

Bahn in Richtung Zugspitze

Ich komme aber beim Bahnhof in Peiting an und fahre mit dem Schienenersatzverkehr zum nächsten Bahnhof (also einem wo auch Züge fahren – die Bahn renoviert hier offenbar diverse Bahnhöfe gleichzeitig und während sie das macht, ist der Zugverkehr ausgesetzt) und von dort nach Garmisch-Partenkirchen. Trotz meines Handycaps schaffe ich es mein hinterlegtes Ticket abzuholen bevor die Zugspitzbahn um 10:15 startet. Um 11:30 bin ich am Zugspitzplatt (Zwischendurch muss man übrigens noch mal umsteigen, denn die erste Bahn ist keine Zahnradbahn). Am Zugspitzplatt schaue ich mich kurz um und anschließend geht es mit der Gletscherbahn ganz hoch. Randnotiz: Gletscher stimmt nicht mehr wirklich, es war kaum noch Eis vorhanden. Die Klimaerwärmung lässt grüßen.

Oben benötige ich für meinen Rundgang etwas länger. Wenn man auf die österreichische Seite geht, greifen übrigens die Corona Testvorschriften bei Wiedereinreise. Zumindest ganz offiziell. Runter fahre ich mit der Seilbahn zum Eibsee, die noch relativ neu ist und ein paar Superlative bedient. Normalerweise halte ich ja von dieser Art Berge zu besichtigen wenig, heute kommt mir aber die supereinfache Variante zu gute. Normalerweise würde ich lieber selber hoch wandern. Das macht natürlich eher Sinn bei Bergen, die nicht so erschlossen sind. Es ist halt irgendwie nicht so sinnvoll einen Berg zu besteigen, wo nebenan x Seilbahnen fahren.

Sich neben dem Gipfelkreuz zu fotografieren finde ich ziemlich arm, wenn man dafür gerade mal 20m “klettern” muss. Die Aussicht ist ok, wenn auch zu viele menschengemachte Objekte in allen Richtungen zu sehen sind. Mir haben die Berge in den USA diesbezüglich besser gefallen.

Um 13:15 erwische ich nach der Seilbahnfahrt die Bahn zurück und halte um 13:37 am Kreuzeck um mit der Alpsitzbahn noch Garmisch Classic mitzunehmen. Dort schaue ich mir noch AlpspiX an. Das ist durchaus sehenswert aber wie ich mal wieder zur Kenntnis genommen habe nichts für Leute mit Höhenangst. Um 14:37 geht es zurück nach Garmisch und dort komme ich um kurz vor 15:00 an. Um 15:20 geht der Bus zu meinem Hotel in Bad Bayersoien, der dort um ca. 16:40 eintrifft. Die Bushaltestelle ist sogar ziemlich nah am Hotel.

Gletscherbahn

Generell ist die Bahn offiziell Betreiber der Busse (was wohl nicht so ganz korrekt ist, denn es gibt diverse örtliche Betreiber) aber offiziell läuft es unter der Bahn und die Busse funktionieren bisher im Gegensatz zu den Zügen ganz gut.

Der Tag war abseits der Schmerzen, die aber im verlauf des Tages etwas besser geworden sind, das bisherige Highlight der Woche. Das lag auch an den Zug- / Bus- und Seilbahnfahrten. Gefühlt habe ich heute in einem Tag mehr Bayern gesehen als an den Tagen davor.

Gletscherbahn

Gletscherbahn

Aufgrund er Tatsache, dass ich gestern und heute versucht habe das rechte Knie zu schonen muckt das linke jetzt natürlich auch auf. Das kenne ich auch schon vom PCT. Aber Nachmittags gehen Treppen wieder so einigermaßen. Ich hoffe über Nacht kommt jetzt nicht wieder ein Rückfall. Aber 25km Wandern sind morgen auch nicht drin. Aktuell ist alles verkrampft. Somit schaue ich mir die Wieskirche morgen per Busfahrt an und reise zum nächsten Hotel.

Übrigens noch eine Randnotiz: Ich staune wie viele Bauern  mit relativ kleinen Flächen es in Bayern noch gibt. Werden Bauern hier anders gefördert? Bei uns gibt es nach meinem Wissensstand nur noch Großbauern.

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Garmisch Classic - Alpspitzbahn

Garmisch Classic – Alpspitzbahn

14.08.2021 – Bad Bayersoien per Bus zur Wieskirche und per Bus nach Buching (6km) Bad Bayersoien nach Buching (25km)

Heute Morgen ging es meinem Knie in etwa wie gestern, was natürlich keine 25km Wandern bedeutet. Somit wandere ich in Bad Bayersoien ca. 3km (das reicht auch schon wieder für heute) und fahre von dort um 10:50 mit dem Bus zur Wieskirche. Der Name ist Programm. Die Kirche ist wirklich umringt von Wiesen. Direkt daneben gibt es lediglich ein Restaurant.

Wieskirche

Wieskirche

Als ich ankomme, findet gerade ein Gottesdienst statt. Da der nächste Bus am Samstag aber eh erst um 14:00 startet, habe ich genügend Zeit für das Mittagessen und die Besichtigung der Kirche. Die Kirche ist wirklich schön. Aber selbst in Bayern sind die Gottesdienstbesucher offenbar rückläufig.

Wieskirche

Wieskirche

Heute bin ich somit früh im Hotel, dass aber ziemlich weit außerhalb liegt. Ich entschließe mich mein Knie zu schonen und nichts mehr zu machen.

Wieskirche

Wieskirche

Die Echselsbacher Brücke, die als eines der Highlights entlang der Wanderung geführt wurde, habe ich heute auch gesehen. Zu ihrer Zeit mag die technisch sehr beeindruckend gewesen sein und es ist auch ein Wunder, dass die noch steht aber aktuell wird sie auch gerade renoviert. Besonders schön ist sie nicht.

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

15.08.2021 – Buching per Bus zu den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau (12,5km) Buching nach Füssen (17km)

Aktuell muss man die Tickets für Neuschwanstein und Hohenschwangau bereits Wochen vorher buchen, wenn man sicher eins bekommen will. Meine Zeitplanung ist davon ausgegangen, dass ich die 17km wandere und somit ist der Abstand zwischen den Beiden Führungen (Ende erste Führung und Start zweite Führung) mit 1:00 relativ gering. Weiterhin sind beide Führungen erst nachmittags vorgesehen (16:55 Neuschwangau – Dauer 45 Minuten und 17:40 Neuschwanstein Dauer 30 Minute ).

Aufgrund des Wetterberichtes (Nachmittags soll es bewölkt sein und Gewitter geben) fahre ich schon um 9:36 zu den Schlössern. Wie ich festgestellt habe, bekommt man vor Ort auch jeden Tag Tickets und nicht nur online. Wenn man also vor 10 da ist hat man auch noch Chancen auf ein Ticket für Neuschwanstein.

Als erstes besuche ich das Museum der Bayrischen Könige. Das ist aber so mini, dass man sich das gut sparen kann. Viel zu sehen gibt es nicht.

Hohenschwangau ist durchaus sehenswert aber die kostenlos zugänglichen Bereiche reichen völlig aus. Am besten geht man über den kurzen Zugangsweg hoch und über den langen Weg runter oder eben andersrum, dann hat man alles gesehen.

Bei Hohenschwangau hat man den kurzen Weg in ca. 10 Minuten erledigt. Ich wäre also problemlos von einem Schloss zum anderen gekommen. Aber den 21€ zusätzlich trauere ich auch nicht nach, es hat den Tag deutlich entzerrt.

Da ich nach wie vor skeptisch bin was mein Knie und den Abstand zwischen beiden Besichtigungen angeht buche ich Hohenschwangau noch mal Mittags um definitiv die Führung in Neuschwanstein mitzubekommen. Das hätte ich mir aber sparen können. Die Zeitangaben sind selbst, wenn man langsam geht totaler quatsch. Der Weg nach Neuschwanstein ist mit 40 Minuten angegeben und dann noch mal 15 zum Schloss. Selbst wenn man langsam geht, sind es in Summe eher 20 Minuten + 10 Minuten zu Hohenschwangau. Eine Stunde zwischen den Führungen hätte also locker und ganz gemütlich gereicht.

Bei Neuschwanstein sieht die Lage anders aus. Man besucht zwar nicht sehr viele Räume aber die sind schon sehenswert. Zumal man aktuell ohne Führung auch nicht in den Innenhof kommt. Ich würde also nur Tickets für Neuschwanstein empfehlen.

Sowohl in Hohenschwangau als auch in Neuschwanstein gibt es diverse Treppen (in Neuschwanstein noch mal deutlich mehr, wie konnte man Freiwillig da einziehen?!). Meine Beine haben sich zwar leicht beschwert aber insgesamt war es heute deutlich besser. Wenn ich das morgen nicht wieder merke, dann hat sich die Situation wohl halbwegs stabilisiert. Da es ab Morgen aber wieder nach Hause geht, kann ich mich wieder etwas entspannen.

Fotografieren darf man übrigens in beiden Schlössern nicht.  Da sind die Preußen schlauer. In Sanssouci kostet das extra und trotzdem kommen wegen den Fotos im Netz nicht weniger Leute. Insgesamt lohnt sich Sanssouci auch deutlich mehr.

Bei Neuschwanstein empfiehlt sich ein Besuch vor 10 oder Nachmittags ab 16:00. Dazwischen ist es voll. Wobei man in Corona Zeiten die Schlossführungen nur mit 10 Leuten macht. In Hohenschwangau sind es normalerweise 30-40 und in Neuschwanstein bis zu 50-60 Leute pro Führung.

Fazit:

Ein vollständiges Fazit kann ich zum König Ludwig Weg nicht ziehen, da ich nur die erste Hälfte gewandert bin – aufgrund der Wegbeschreibungen und Sehenswürdigkeiten habe ich aber nicht das Gefühl viel verpasst zu haben. Davon ausgehend würde ich aber eher eine Radtour empfehlen. Die vielen Hartuntergründe sind nicht angenehm zum Wandern.

An den ersten drei Tagen hapert es auch ziemlich an Sehenswürdigkeiten. Andechs war extrem überlaufen. Das würde sich auch nur anders lösen lassen, wenn man erst Mittags loswandert und dort gegen Nachmittag ankommt – ich vermute, dann ist es leerer (das war im Heidepark auch so und soll bei Neuschwanstein auch so sein). Die Echselsbacher Brücke ist nicht wirklich eine Sehenswürdigkeit. Die Wieskirch ist durchaus sehenswert. Neuschwanstein und Hohenschwangau sind unter Nomalbedingungen auch extrem überlaufen.

Bei einer Radtour auch noch Zeit für einen Zugspitzbesuch. Für mich war sowohl der Heidebesuch als auch der König Ludwig Weg eher Ersatzprogramm in der Corona Zeit. Weiterhin wollte ich mich mal wieder ein wenig bewegen und pushen. Beides ist gelungen, wenn auch die letzten drei Tage nicht so gelaufen sind, wie ich mir das vorgestellt hatte.

In Summe bin ich in den zwei Wochen rund 275km Gewandert. Auch wenn eigentlich noch ein paar mehr vorgesehen waren (also ein Schnitt von 20 Kilometern pro Tag, wenn man die 2 Transfertage mit der Bahn einrechnet). Keine umwerfende Leistung aber ich war halt auch 1,5 Jahre in der Corona Pause und bin es wohl auch etwas zu flott angegangen.

Ansonsten werde ich aber lieber wieder den Rest der Welt entdecken, wenn weitere Reisen wieder halbwegs planbar sind. Vielleicht setzt sich bis nächstes Jahr auch die Erkenntnis durch, dass Dauerlockdown und Grenzschließungen nicht ewig funktionieren.

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