PUR Das Leben ist eine Reise, kein Ziel [Buch]

PUR Das Leben ist reine Reise, kein Ziel - Kerstin Foell, Robert Stolle

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Kerstin Foell, Robert Stolle

Titel:

  • PUR Das Leben ist eine Reise, kein Ziel (288 Seiten)

Gelesenes Format:

Gebundene Ausgabe

Rezension und Inhalt:

“Doch was passiert, wenn du beschließt, dein Leben radikal zu ändern?” … “Bei dieser Entscheidung helfen keine Ratschläge von Familie oder Freunden. Sie sind in ihren eigenen Konventionen und Wertvorstellungen verhaftet. Kaum einer bricht da aus. Im Gegenteil. Für die meisten ist es eine Bedrohung, zu sehen, dass jemand rauswill.”

Das Mantra des Buches ist mehr Erkenntnisse der Reise aufzuzeigen als die Reise an sich. So viel wird einem direkt am Anfang vom Buch vom Lektor erklärt. Wenn man also ein Reisebuch erwartet, bei dem die Abenteuer im Mittelpunkt stehen ist man bei dem Buch eher falsch aufgehoben. Glücklicherweise bewahrheitet sich das aber nicht vollständig.

Einer der beiden Autoren (Robert) ist krank und ich denke man muss erst selbst mal eine gravierende Krankheit gehabt haben, um nachvollziehen zu können wie sehr das die Perspektive ändert.

Viele Dinge, über die man sich täglich den Kopf zerbricht werden schlagartig vollkommen unwichtig. Man fragt sich plötzlich warum man seine Zeit überhaupt mit so vielen Banalitäten verschwendet und 10 Stunden im Büro sitzt.

“Das Leben ist reicher und lebenswerter als vor der düsteren Diagnose. Bewusstsein für die Begrenztheit der Zeit intensiviert das Erleben.”

Plötzlich lernt man Dinge zu genießen, die sonst selbstverständlich waren. Man braucht sich nicht der Illusion hingeben, dass das ein Dauerzustand ist. Sobald man doch wieder Gesund wird, oder die Krankheit wieder zurück weicht, fällt man nach einer Zeit wieder in seine normalen Muster. Aber manchmal führt eine dearartige Erkenntnis eben auch dazu, dass man sein Leben verändert.

Bei den beiden Autoren wird schnell klar, dass der finanzielle Möglichkeiten haben, die >99% der Bevölkerung nicht haben. Das ist nun nicht gerade das Optimalbeispiel für “wie macht man es im Leben”, da eben nur sehr wenige die gleiche Situation haben.

Mann kann keine neuen Ozeane entdecken, wenn man nicht den Mut hat die Küste aus den Augen zu verlieren.

Abgesehen habe ich bei den Autoren eher den Eindruck von Luxusproblemen. Beiden macht der Job Spaß, Geld ist im Überfluss vorhanden aber irgendwie haben sie beide das Gefühl den Sinn des Lebens noch nicht gefunden zu haben. Zugegeben sind in Deutschland viele Probleme Luxusprobleme. Wir kämpfen bei der Arbeit selten ums Überleben uns müssen uns auch meist keine Sorgen darüber machen, ob wir Lebend von der Arbeit kommen oder Essen auf dem Teller haben.

“Wir haben nur dieses eine Leben. Was, wenn das plötzlich vorbei ist, ohne das wir einen Bruchteil unserer Herzenswünsche in Angriff genommen haben? Es gibt unzählige Geschichten von passionierten Menschen, die viele Jahre ihren Traum vom Segeln, Motorradfahren oder Fahrradtour bis ins kleinste Detail planen und ihn dann nie verwirklichen konnten.”

Das Abenteuer in das sich die beiden dann stürzen hat es aber in sich. Sie kaufen sich ein Segelboot für eine Weltumsegelung. Nicht irgendwelchen Kleinkram, sondern ein Unikat vollgestopft mit Technik und so ziemlich alles was kaputt gehen kann, geht auch kaputt. Ob das neue Leben weniger stressig als der der Berufsalltag ist, wage ich etwas zu bezweifeln.

Aber es gibt auch bessere Zeiten, in denen Sie die Bootsfahrt vollends genießen (meistens irgendwo vor Anker). Aber wenn man Monate Traumstände und Trauminseln besucht erschöpft selbst das irgendwann. Ist das was man anfangs als Paradies empfindet auch nicht mehr toll, wenn man ständig dort ist? Genau diese Erkenntnis machen viele Reisende, wenn sie länger Reisen.

“Glücksexperten raten zu Perioden des Entzugs, um das Bewusstsein für Freuden zu schärfen. Dinge, die rar sind, schätzen wir mehr.”

Die Fotoauswahl gibt nur Meer und Wetter wieder. Wer irgendwelche schönen Traumstrände oder andere Landschaft erwartet, liegt mit diesem Buch definitiv falsch. Wenn man sich das Cover anschaut, dann kann man sich in etwa Vorstellen, was einen auf den Fotos im Buch erwartet.

Ob das Lektorat dem Buch einen gefallen getan hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. Der Abenteuerteil hat mir deutlich besser gefallen und der wäre wohl auch deutlich ausführlicher geworden ohne das “strenge” Lektorat.

Nicht selten trafen Robert und ich Aussteiger, die dachten, an ihrer Sehnsuchtsdestination sei alles besser als zu Hause. Weit gefehlt. Auch im Paradies kehr irgendwann der Alltag ein.

Nach etwa der Mitte des Buches geht das Buch vom Reisebericht oder man könnte aus Sagen von Murphys Law zum Erkenntnisteil über. Der erste Teil ist von Robert geschrieben, der zweite von Kerstin.

Im zweiten Teil dreht sich alles um Lebensweisheiten, die die Autoren an den Leser weitergeben möchten. Nimm die Dinge selbst in die Hand, sei deines Glückes Schmied, habe Mut zur Veränderung, Gib deinen Ängsten nicht nach, Now is the time und viele andere. Durchaus aber auch typisches Motivations- und Resilienzcoaching (das machen die Autoren jetzt übrigens auch beruflich).

Das ist eigentlich der Hauptfokus des Buches (zumindest lt. Vorwort – nimmt aber etwas weniger Platz ein und liest sich auch eher wie ein Sachbuch. Wenn man all die Tipps verinnerlicht hat man ggf. wirklich ein glücklicheres Leben. Ganz einfach ist das aber nicht, denn viel hängst mit einem selbst zusammen.

Fazit:

Nachdem ich nun diverse Weltreisebücher gelesen habe, bei denen auch immer mal wieder kurze Schiffsreisen vorkamen, ist der erste Teil dieses Buches eine angenehme Abwechslung, denn in diesem Buch steht die Schiffsreise im Mittelpunkt.

“Wir sollten den Mut haben, bequeme Sicherheiten und überholte Vorstellungen loszulassen und Neues anzupacken. Je mehr Sicherheit wir haben, desto unfreier und unkreativer werden wir. Wirkliches Leben gibt es vielleicht nur auf Messers Schneide.”

Bei den beiden Autoren geht auf der Reise wirklich unglaublich viel schief. Das Schiff ist eine Heimwerkerhochburg. Manche umrunden mit Schiffen gemütlich in zwei Jahren die Welt ohne auch nur Ansatzweise so viel Zeit und Geld in Reparaturen zu stecken.

Der zweite Teil des Buches ist für meinen Geschmack etwas losgelöst vom ersten Teil, denn abseits von einer recht großen Beharrlichkeit erkenne ich nur bedingt, dass die Autoren im ersten Teil all das gelebt haben, was sie im zweiten Teil der Lebensweisheiten vermitteln möchten.

Sie haben Höhen und Tiefen wie jeder Mensch. Ich habe generell den Eindruck, dass Menschen, die besondere Situationen gemeistert haben, pauschal als kompetent für derartige Bücher und Coachings angesehen werden. Weltreisende, Extremsportler und andere. Das hat vermutlich den Reiz, dass diese Menschen ggf. Dinge gemacht haben, die man sich selbst nicht trauen würde.

Allerdings gibt Kerstin im zweiten Teil auch unumwunden zu, dass viele “Erkenntnisse” auch erst nach der Reise bzw. bei der Recherche entstanden sind.

Es gibt einige Gedankenanstöße im Buch, die durchaus lesenswert sind, viele sind für meinen Geschmack aber auch sehr allgemein. Der zweite Teil Buches basiert zu guten Teilen auf Recherche. Einige der Weisheiten haben die Autoren gelebt, andere verknüpfen sie im zweiten Teil mit ihren Erlebnissen (frei nach dem Motto wir hätten so und so reagieren müssen). Bewiesen haben sie zum Beispiel Mut zur Veränderung und zwar besser heute als Morgen und sie haben sich auch eher ungeplant ihren Ängsten gestellt.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich bin genau 20 Seiten weit gekommen, dann habe ich recherchiert was ein Boot kostet, dass sich für eine Weltumseglung eignet und wie groß das sein muss. Nachdem ich zuerst auf irgendein günstiges Boot aus Poolen gestoßen bin, kamen dann recht schnell die erwarteten Preisregionen. Nein, dass wird nie meine Reiseart. Viel zu teuer und alleine ziemlich gefährlich und sehr anstrengend.
  • Ein Hostel hätte ich bei den beiden nach der Anfangsbeschreibung nicht erwartet. Allerdings ist es dann direkt danach ein Hotel, vielleicht auch nur ein Vertipper (das vermute ich).
  • Ich bin ja kein Fachmann aber ich hätte mir für eine Weltumsegelung nie ein Boot gekauft, bei dem die Segel hydraulisch gesetzt werden. Handbetrieb mit optionaler elektrischer Unterstützung wäre für mich das Maximum (am liebsten nur Handbetrieb). Und ja, ich habe das geschrieben, bevor alles ausgefallen ist. 😉
  • Irgendwann war doch mal von zwei Generatoren die Rede? Einer fällt aus, und nichts geht mehr. Oder war mit dem zweiten der Hauptmotor mit Lichtmaschine gemeint? Bei so viel Technik ist es recht abenteuerlich nur eine echte Option zu haben.
  • Bei den ganzen Fehlern stellt man sich als Leser mitunter die Frage was die beiden überhaupt mal getestet haben, bevor sie sich darauf verlassen, dass es funktioniert.
  • Die Coast Guard war ja mal richtig hilfreich bei der Ankeraktion. Aber ich hätte auch nichts anderes erwartet. Die Retten einen vom Boot, wenn es drauf ankommt aber mehr ist nicht deren Aufgabe.
  • Wenn man so die Reparatur und Bastelorgie liest, fragt man sich ernsthaft, ob das bei Schiffsreisen normal ist oder die beiden extrem viel Pech hatten.
  • Ein guter Teil der Probleme scheint auch daher zu kommen, dass die beiden von vermeintlichen Experten immer nur veräppelt werden.
  • Ist es nicht etwas scheinheilig, wenn man für eine sehr nachhaltige Lebensweise wirbt, aber vorher 50 Jahre einem anderen Kredo gelebt hat und mit mit einer ziemlich großen Yacht über Jahre um die Welt geschippert ist? Reisen ist selten nachhaltig und für die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht Ansatzweise so denkbar, wie die wenigen Reichen (und da schließe ich mich ein) es praktizieren. Die Natur würde das überhaupt nicht aushalten.

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Leaving the Frame Eine Weltreise ohne Drehbuch [Buch]

Leaving the Frame Eine Weltreise ohne Drehbuch - Maria Ehrlich

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Maria Ehrlich

Titel:

  • Leaving the frame Eine Weltreise ohne Drehbuch (288 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Denn wenn du das Universum so hartnäckig rufst, dann kommt es. Nur meistens haut es dir beim Landeanflug erst mal ordentlich eins gegen die Melone.

Was ist eine Weltreise? Wie lange dauert die eigentlich? Wieviel Geld braucht man dafür?

Das sind alles Fragen, die sich nicht eindeutig beantworten lassen. Manche reisen 8 Jahre um die Welt, einige ein paar Monate und beide nennen es Weltreise. Aus meiner Sicht entspricht die erste Variante eher einer Weltreise. Zumal man nach einer Weile Reisen am Stück nicht mehr besonders aufnahmefähig ist und Pausen benötigt.

Stimmt. Niemals ist irgendjemand irgendwann ein Risiko eingegangen, ohne vorher Bedenken, Zweifel oder Furcht gehabt zu haben.

Für eine Weltreise gibt es wohl keine richtige Definition. Ich habe einige Bücher gelesen, in denen Leute mit wenig Geld durch wirklich viele Länder gereist sind. Das dauert oft ziemlich lange.

Mir war bewusst, dass dieses Buch wahrscheinlich nicht in die Kategorie fällt und dass die Autorin als erfolgreiche Schauspielerin vermutlich deutlich bessere Voraussetzungen hat als andere Weltreisende. Das betrifft sowohl die Möglichkeit die Reise anschließend zu Geld zu machen, als auch das finanzielle Polster für die Reise.

«Ja«, stimmte Govinda zu, »geht mir auch so. Ich selbst bin auch erst seit fünf Monaten hier und war bis jetzt nicht einmal am Strand!« Oh. Ich dachte erst, ich hätte mich verhört. »… weil du so viel zu tun hattest?«, mutmaßte ich. «Ganz genau. Ich musste einen Baum pflanzen«, sagte er.

Somit war meine Erwartung an den Reiseteil nicht so wahnsinnig groß. Allerdings hat mich in der Leseprobe der Humor angesprochen.

Die Reise sollte auch nur 4 Monate dauern (es wurden dann 7). Für eine Weltreise ist die Zeit viel zu kurz. Die verhältnismäßig kurze Dauer hat aber auch Vorteile, denn für eine mehrjährige Weltreise ist ein Buch mit 300 Seiten viel zu kurz. Der Fokus liegt in dem Buch auf den Personen entlang des Weges und einigen Erlebnissen.

Einerseits gefällt mir der Schreibstil, andererseits finde ich ihn Anfangs teilweise zu professionell. Es kommt mir dann doch eher wie ein Drehbuch vor. Die Reise ist auch nicht ohne Drehbuch, wie der Titel suggeriert, sondern es sind sogar Interviews und Gesprächspartner vor Ort geplant.

Aber das Heimweh geht wieder weg, das verspreche ich dir. Nur, was nicht wieder weggehen wird, ist das Gefühl, zu Hause zu sein und sich zu fragen, ob man nicht gerade eine Wahnsinnschance verpasst hat, weißt du?«

Bezahlte Interviews sind aus meiner Sicht nicht gerade der Weg um Menschen kennenzulernen. Das geht im Buch auch deutlich daneben.

Glücklicherweise kommen bereits in Afrika einige ungeplante Begegnungen dazu, die auch viel interessanter sind.

Das Buch liest sich eher wie ein Arbeitsurlaub, der ein paar Monate andauert und nicht wie eine Weltreise.

Grob die ersten 35% drehen sich um Afrika. Anschließend kommen ca. 15% Hawaii. Dort passiert aber eher wenig. Dann beginnt die eigentliche Reise in Mexiko, wo die beiden sich einen VW Käfer kaufen und richtig beginnen zu Reisen. Dann folgen ca. 20% Mexiko mit einem Kurztrip nach Belize. Bei rund 70% geht es in die USA und bei knapp 90% nach Neufundland.

Ja, das mit dem Wetter war blöd, und ja, nur drinnen zu sitzen stank zum Himmel, aber am Ende ist es immer deine eigene Einstellung, die deine Welt erschafft, und sobald wir das begriffen hatten, schien die Sonne nur für uns, auch wenn es draußen nass war.

Aus meiner Sicht das interessanteste am Buch ist der Schreibstil. Die Autorin nimmt sich selbst nicht zu ernst und ein paar gute Erkenntnisse findet man auch.

Fazit:

Ich bin bei dem Buch ziemlich zwiegespalten. Der Schreibstil ist toll. Das Buch ist meiner Meinung nach keine Weltreise (stellenweise nimmt es den Charakter an), sondern ein langer Arbeitsurlaub. Was das “vielerwähnte” Projekt sein soll ist mir im ganzen Buch nicht klar geworden (ich vermute schlicht und ergreifend die Reisereportage und das Buch – das ist eher der Ansatz wie minimiere ich den finanziellen Schaden durch eine Weltreise).

Nicht das wir uns falsch verstehen, ich finde es ist eine tolle Leistung einen Buch zu schreiben und einen Film zu drehen. Aber im Buch wird es immer wieder so dargestellt, als wenn das Projekt die Welt verändern würde.

Bei den Reportagen erkenne ich keinen roten Faden außer Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.

»Wollt ihr reinspringen?« … »Das ist doch bestimmt voller Krokodile, oder nicht?« … »Ja!«, war die Antwort. Gefolgt von einem Schulterzucken. »Aber ihr seid ja nur einmal hier.«

Das Angebot ein Buch zu schreiben, wäre wohl nicht gekommen, wenn die Autorin nicht vorher schon so bekannt gewesen wäre. Reisebücher gibt es viele und manche Autoren machen viel mehr eine Weltreise, als das bei den beiden Protagonisten hier der Fall ist. Somit ist der Ansatz im Buch wohl kaum auf Menschen übertragbar, die nicht bereits entsprechend vernetzt sind.

Es bleibt der tolle Schreibstil. Das Buch ist recht unterhaltsam geschrieben. Wer gedanklich noch eher bei Urlaub als bei Weltreise ist und eine Überleitung zu einer Langstreckenreise möchte, ist mit dem Buch ganz gut aufgehoben. Wer über eine Weltreiseerfahrung sucht oder über eine durchgängige Reise wie z.B. die Panamericana lesen möchte, ist mir anderen Büchern besser aufgehoben.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Schon krass wie schnell man bei der Einreise / Ausreise suspekt für die Security Leute wird. Bei mir hat ein Backpack zum Hiken gereicht, um in Frankfurt bei der Ausreise einer Kontrolle unterzogen zu werden, die ich so noch nicht hatte (Campingausrüstung für einen Langzeithike ist offenbar sehr suspekt). Die Gleiche Reise mit Standardrucksack und Standardinhalt wäre vollkommen unproblematisch gewesen. Im Buch reicht es schon keine Adresse auf dem Einreiseformular bei der Einreise in die USA anzugeben – was lustig ist, da man sich in der Regel eh nur einen Tag an der Adresse aufhält, wenn man Rundreisen macht und ich vermute auch nicht, dass die Adresse gegen den Buchung geprüft wird.
  • Übernachtung im Tempel und um 4:00 aus dem Bett gebombt werden. Bei mir hätten sie wohl keinen Erfolg gehabt mich aus dem Bett zu bekommen und nach einer Nacht hätte ich woanders gewohnt. 😉
  • Immer wieder interessant, dass Reisende mit besonderen Autos (meist besonders alt) oft besser mit Leuten ins Gespräch kommen und es teilweise einfacher haben.
  • Die Aussage, dass man Yosemite zu Fuß nur über Wanderwege erkunden kann, die von Menschen geflutet sind ist totaler Quatsch und gerade wenn man die Welt entdecken will, ist so eine Aussage schon als ziemlich ignorant einzustufen.
  • Yosemite ist weder überlaufen, noch stressig, wenn man sich mal ein paar Kilometer zu Fuß bewegt ist man weitgehend allein (zumindest im Frühjahr, wenn Yosemite eh am besten ist). Wenn man natürlich nur Spots mit dem Auto anfährt, dann ist Yosemite wirklich nichts für einen Besuch. Dann braucht man sich aber auch nicht wundern. Das ist einer der meistbesuchten Nationalparks der Welt.
  • Die Beschreibung von Vegas ist total daneben. Man kann dort auch ohne Klimaanlage entlang laufen. Wie alt sind die beiden denn? 70?! Ach nein 25 und 30. Ich bin mehrfach den kompletten Strip entlang gelaufen der aber auch nur 15km lang ist (und da hat man dann schon die Außenbereiche abdeckt, die normalerweise eh >95% der Leute nie besuchen). Besondere Kleider braucht man da auch nicht. Ich bin durch Vegas zuletzt mit PCT Wanderklamotten gelaufen. Das interessiert dort niemanden, auch nicht im Kasino, Hauptsache man lässt Geld da.
  • Yellowstone scheint irgendwie immer ein Beispiel für maximale Dummheit von vielen Leuten zu sein. Scheinbar legen es dort jeden Tag welche darauf an zwischen Bison und Auto eingeklemmt zu werden (ich hatte genau die gleichen Erlebnisse, wie sie im Buch beschrieben werden)
  • Die Karten am Broadway in New York sind unbezahlbar? Das entspricht nicht meiner Erfahrung und passt auch nicht so ganz zu der Art wie die beiden sonst gereist sind. So günstig war das oftmals nicht. Da kann man sich auch mal eine Karte am Broadway leisten, die vor den Veranstaltungen auch teilweise deutlich günstiger werden, wenn sie nicht ausgebucht sind.

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Die geilste Lücke im Lebenslauf: 6 Jahre Weltreisen [Buch]

Die geilste Lücke im Lebenslauf 6 Jahre Weltreisen - Nick Martin

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Nick Martin

Titel:

  • Die Geilste Lücke im Lebenslauf: 6 Jahre Weltreisen (288 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Vor einem Tag hatte mich noch der graue Himmel in Deutschland angegammelt, jetzt saß ich hier in kurzer Hose und Hoodie neben diesen krassen Menschen am anderen Ende der Welt.

Das Buch fängt an, wie einige andere Bücher aus dem Reisegenre auch. Scheinbar muss es anfangs immer dramatisch sein. Es müssen offenbar anfangs lebensbedrohliche Situationen geschildert werden. Insofern fühlte ich mich direkt an zwei nach Shanghai erinnert oder auch an Mit 50 Euro um die Welt.

Die Botschaft: Wenn man eine Reise macht, dann kann man was erleben und dramatisch muss es offenbar auch sein, damit das Buch sich auch absetzt.

Es war jedes Mal unglaublich schön, wenn wildfremde Menschen mir anboten, zu teilen. Nicht weil sie es mussten oder sich verpflichtet fühlten, sondern einfach, weil sie es wollten.

Die wenigsten Menschen ziehen dann aber wirklich los. Die meisten trauen sich nicht aus dem normalen Rahmen. Ein Lebenslauf ohne Lücken, eine reguläre Arbeit, vielleicht 30 Tage Urlaub im Jahr, wenn man in Deutschland lebt. Viele mögen nicht mal einen Urlaub, bei dem sie die Welt groß erkunden, sondern fahren an einen Ort, an einen Strand und in ein Hotel, wo sie einfach abschalten können. Sich über nichts Gedanken machen, keine Alltagstätigkeiten.

Das ist ok, jeder ist anders. Nick tickt aber nicht so.

Ich zog mein Handy aus der Tasche, schaltete es ein, und schon pingte Nachricht um Nachricht in meinen Posteingang. Fragen und Anweisungen von Arbeitskollegen, Termine … wie sehr hatte ich das vermisst. Nicht.

Oft setzt sich bei Leuten, die die Welt entdecken irgendwann die Erkenntnis durch, dass der 9-5 Job und 2 Tage frei in der Woche doch nicht alles sein kann. Manchmal kommen unbefriedigende Arbeitssituationen hinzu, die alles andere als motivierend sind. Bei Nick ist das schon ach viereinhalb Jahren im Arbeitsleben der Fall. Er hat sich knapp 10.000€ erspart und will damit die Welt erkunden.

Leider ist es so, dass man in dem Alter eigentlich am besten für derartige Reisen geeignet ist, weil man jung und belastbar ist und das Risikobewusstsein eher gering ist (das ist nicht immer gut aber hilft sicher, um die Welt auf diese Art zu erkunden), man ist offen für Neues und knüpft auch schnell Kontakt zu anderen, die das gleiche machen. In der Regel fehlt aber gerade in dem Alter das Geld.

»Nick, es war schön, dich als den Menschen, der du bist, kennengelernt zu haben. Wenn wir uns wiedersehen, wirst du ein anderer sein.«

Zumal man danach dann auch Schwierigkeiten haben wird wieder einen normalen Job zu bekommen. Also verschieben viele ihre Träume, bis sie irgendwann älter sind und zwar Geld aber nicht mehr die Gesundheit oder die Lust haben.

Die Motivation vom Autor ist die gleiche wie bei vielen anderen, die Lust haben die Welt zu erkunden. Neugierde. Lust auf Neues: Menschen, Kulturen, Landschaften und eben raus aus dem Hamsterrad zu kommen, in dem die meisten 40 oder 45 Jahre ihres Lebens verbringen und anschließend zurück schauen und sich fragen wo ihre Lebenszeit geblieben ist.

Wenn wir uns im Alltag bewegen, gibt es immer diese allgegenwärtige Grundsicherheit. Wir wissen, dass wir das nächste Mittagessen bekommen werden, dass zu Hause das WiFi funktioniert und dass Wasser aus der Leitung kommt, wenn wir den Hahn aufdrehen. Wir haben allein durch unsere Umgebung ein Sicherheitsgefühl, das uns so gut wie nie bewusst ist.

Man muss für diese Art des Reisens eine gewisse Naivität, Menschenkenntnis und auch ein gewisses Vertrauen haben. Es muss sich aber auch klar darüber sein, dass die Bücher von Leuten geschrieben werden, die ihre Reisen überstanden haben. Nicht immer läuft es so und nicht alle sind so erfolgreich. Nicht jeder Weltreise kann erfolgreiche Bücher schreiben.

Die Weltreise von Nick beginnt in Neuseeland und war also solche anfangs nicht geplant. Er begegnet dort mehreren Backpackern und seine Sehnsucht erwacht (DAS kann ich zu 100% nachvollziehen). Selbst danach braucht es dann noch eine Weile, bis er handelt.

Weitere Stationen sind Mexiko, USA, Kanada, Fidschi Inseln, Australien, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Kuba, Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Philippinen, Indonesien, Myanmar. Er besucht noch viel mehr Orte, aber das sind die im Buch behandelten. Jedes Land bekommt eine mehr oder weniger ausführliche Geschichte. Primär geht es um seine Erlebnisse, oft lustiges oder Kurioses.

Man sollte immer auf sein Herz hören und einfach machen, was es einem rät. Kats Vater hatte ein gutes Leben. … Ein Teil seines Herzens jedoch hatte immer hinaus auf den Ozean gewollt. Viele Jahre hatte er das innere Rufen und Drängen ignoriert – und gerade als er beschlossen hatte, seinem Herzen zu folgen, blieb es stehen.

Eine seiner ersten Stationen ist es Spanisch in Mexiko zu lernen. Reisen ist also nicht nur Erholung. In dem Fall kostest es Geld, es ist kein Urlaub, man lernt aber auch etwas.

Bei seinen Reisen lernt Nick englisch, spanisch, segeln, motorradfahren, tauchen und surfen und wird Rettungsschwimmer. Bei den Jobs ist alles mögliche Dabei. Barkeeper, Restaurantmanager, Koch, Fabrikarbeiter …

Nick ist offensichtlich ein Multitalent, dass auch ein geborener Entertainer ist. Durch seine positive Lebenseinstellung steckt er andere an.

Sehr gut gelöst ist, dass viele Fotos im Buch sind und auch an den Stellen, wo sie passen und nicht am Ende des Buches, wie das sonst schon mal der Fall ist.

Wie viel im Leben kann ich selbst beeinflussen, und wie viel ist einfach Schicksal? Wer entscheidet darüber, welche Menschen ihr bestes Leben leben dürfen und welche sich einfach fügen müssen, ohne je mitbestimmen zu können?

Wenn ich etwas am Buch kritisieren soll, dann am ehesten, dass es sich überwiegend auf besondere Ereignisse bezieht. Mit der Harpune beschossen, ausgeraubt, betrogen, Nahrungsmittelvergiftung usw. – dadurch ist es sehr unterhaltsam. Aber wenn man fast nur von solchen Erlebnissen liest, ist es irgendwann auch genug. Manchmal geht ein wenig unter was das besondere an einem Land ist. Anderseits stellt sich natürlich auch die Frage, ob man das in einem derartigen Buch überhaupt vermitteln kann.

Ich bin mir sicher, dass es aus mehreren Jahren Weltreise noch viel mehr zu erzählen gäbe.

Es hat sich überhaupt nichts geändert. Nur fühlte ich mich trotzdem völlig fremd. Ich erkannte, dass das Problem nicht außerhalb von mir lag, sondern tief in mir drinnen.

Die Botschaft im Buch ist eher, dass man von einer Idee zu einem Lebensmotto kommen kann und daraus sogar ein tragbares Geschäftsmodell werden kann. Nick hat es geschafft. Er hat seinen Traum verwirklicht und lebt jetzt seinen Traum. Auch bei ihm ist nicht alles toll. Nur reisen, wäre wohl Kaum genug. Aber er trifft auch jemanden, der seine Leidenschaft teilt.

Fazit:

Ich erinnerte mich wieder daran, dass sich im Leben nur etwas änderte, wenn man selbst die Verantwortung übernahm.

Neue Erkenntnisse gab es für mich anfangs wenig: Das Mantra, dass die armen Menschen oft die herzlichsten sind, findet man in fast jedem Buch dieser Art. Später kommt aber einiges dazu.

Der Autor lässt aber tief in seine Gefühlswelt blicken. Das ist wahrlich nicht bei jedem Reisebuch der Fall. Viele wollen möglichst tough rüber kommen, Nick hat überhaupt kein Problem damit auch peinliche Elemente zu beschreiben. Das wirkt absolut ungeschönt. Ich hatte zwar des Öfteren den Eindruck, dass er seine Erlebnisse ausschmückt aber oft gibt es auch das passende Foto dazu.

Er stand morgens in aller Frühe auf, fuhr zwei Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Praxis, arbeitete dann für zwölf Stunden, um dann wieder zwei Stunden nach Hause zu fahren. Und das alles für gerade mal 300 Dollar im Monat. Als Zahnarzt.

Der Schreibstil ist sehr locker und authentisch. Das Buch liest sich wirklich gut. Das liegt auch daran, dass der Autor ein Talent zum Entertainer hat.

Interessant ist das Thema Travel Depression behandelt wird (übrigens auch das Gegenteil davon – die vollständige Übersättigung) und auch, dass sich die meisten Menschen für derartige Reiseerlebnisse wenig bis überhaupt nicht interessieren (das kann sich so bestätigen, siehe auch Spoiler).

Eine wichtigste Erkenntnis ist aus meiner Sicht: Lebe deine Träume heute, wer weiß, ob du es morgen noch kannst (ok, das ist nicht wirklich neu, sollte man sich aber immer wieder klar machen – die meisten Menschen realisieren das leider erst, wenn es zu spät ist).

Ich wusste, was mich zu Hause erwartete. Niemand würde Loopings schlagen, weil ich eineinhalb Jahre gereist war. Keiner meiner Freunde würde jedes Detail meiner Abenteuer erfahren wollen. Jeder lebte sein eigenes Leben, und das Reisen tat ich für mich.

Die zweite Erkenntnis ist: Nur du selbst kannst etwas ändern. Mach es, wenn du es willst. Beides nicht bahnbrechend aber man muss es eben auch machen. Nick hat es gemacht.

Eine kleine Randnotiz: Für die paar Seiten ist das Buch auch als Kindle Ausgabe mächtig teuer. Trotzdem ist es meiner Meinung nach den Preis wert. Aber das Buch ist kein Guide für “wie werde ich selbst zum Weltreisenden oder was muss ich beachten”. Das Buch ist ein reines Unterhaltungsbuch mit einigen Denkanstößen.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Was sich bei dieser Art Büchern und bei dieser Art zu Reisen immer wieder zeigt. Man braucht eine gewisse Grundgelassenheit. Vieles lässt sich nicht planen und man hat auch nicht die Zeit dafür. Wenn man alles planen und Berücksichtigen will, kann man so eine Aktion nicht durchziehen. Das beste Beispiel ist schon der Beginn: Ich habe mir ein Auto gemietet und hatte keine Ahnung von Neuseeland. Einfach ab dafür …
  • Der Autor hat vor seiner Reise immerhin einige tausend € gesammelt, auch wenn er recht naiv bzgl. seiner Ausgaben war schon deutlich besser als bei manch anderem, uns sich direkt darauf verlässt, sich irgendwie durch zu schnorren. Ich kann zwar verstehen, wenn man das Hamsterrad nicht mag aber nicht, wenn man sich von Leuten, die im Hamsterrad sind durchfüttern lässt. Der Couchsurfing Ansatz lebt ja eigentlich davon, dass man nimmt und gibt, insofern wundert mich, dass man das Jahre lang machen kann, ohne zu geben.
  • Die Aktion mit den Skorpionen ist der Hammer. 🙂
  • Einmal blau von der mexikanischen Grenze nach San Diego und wieder zurück. Ich glaube das würde ich in den USA auch eher lassen. Gibt’s dafür schon Knast, wenn man erwischt wird?
  • Die Betrugsmasche ist wirklich lahm, da hätte man schon viel eher drauf kommen können aber andersrum ist man dann auch vielleicht nicht naiv und offen genug andere Sachen zu probieren.
  • Das Desinteresse an der Reiselust bei anderen Menschen kommt mir bekannt vor. Es gab zwar einige Menschen, die an meinem Pacific Crest Trail Hike interessiert waren, aber die Anzahl war sehr überschaubar. Viele fragen einfach kurz nach, weil sich das ja so gehört, haben aber nicht das geringste Interesse. Das hätte ich so nie erwartet. Das ist aber offenbar vollkommen normal. Für alle anderen dreht sich die Welt weiter, sie haben ihre individuellen Probleme und nichts davon hat mit den eigenen Reiseerfahrungen zu tun. Selbst die Menschen, die sich dafür interessieren, haben nach maximal einer Stunde alles aufgenommen was sie wissen wollen (vermutlich schon mehr als sie wissen wollten). Abseits der Leute, die sich dafür interessieren, gibt es dann auch noch recht viele, bei denen hört sich “Sie waren doch ein halbes Jahr wandern, oder?” ungefähr so an, als wenn man beschlossen hätte neuerdings unter der Autobahnbrücke einzuziehen oder Teufelsanbetungen macht. Schon interessant wie sehr die meisten Menschen in ihrem Hamsterrad gefangen sind und nicht mal abseits davon denken können oder wollen.
  • Oh Mann: Auf dem Dach vom Bus mit 60 Sachen und einpennen? 😉 Mal davon ab stelle ich mir gerade das Gesicht eines deutschen Busfahrers vor, wenn man ihn fragt, ob man auf dem Dach mitfahren kann, weil einem zu warm ist. Ob da nun ein paar Halteseile drauf sind oder nicht. Geschenkt.
  • Die Erkenntnis, das nur Reisen nicht glücklich macht, habe ich nun auch schon mehrfach gelesen. Der Mensch ist wohl weder für nur Arbeiten, noch für nur Reisen gemacht.
  • Ich glaube das ist das erste Weltreisebuch, in dem ich nichts von Visa, Einreiseformalitäten usw. gelesen habe. Man könnte meinen die ganze Welt steht einem offen und es gibt keine Behörden. 😉
  • Der Epilog ist klasse. Ganz so simpel ist es wohl nicht, aber es hört sich wirklich gut an.
  • Tja, und auch beim Weltreisen kommt es offenbar fast nur auf das Netzwerk an. Ich hätte nicht gedacht, dass man es nach ein paar Jahren schafft sich ein Netzwerk aufzubauen, bei dem man sich sogar zufällig irgendwo über den Weg läuft. Aber wahrscheinlich ist die Anzahl der Leute, die über Jahre um die Welt reist doch sehr überschaubar. So trifft man sogar dieselben Leute öfter.
  • Einerseits ist das Buch unheimlich positiv und schreit aus jeder Pore – wage es, schmeiß dein bisheriges Leben hin, wenn du willst. Irgendwie geht es. Andererseits muss man auch sagen. Das ist genauso, als wenn man den Leuten zuruft: Werde Schauspieler, Musiker, Model. Nur sehr wenige sind so erfolgreich. Wenn ich mir Nicks Stationen anschaue, dann ist unter den Weltreisenden sicherlich herausragend erfolgreich. Es gibt mittlerweile einige Leute, die sowas machen und die wenigsten werden so erfolgreich, dass sie davon leben können. Das soll niemanden abhalten aber nur weil es für Nick derart erfolgreich ist, muss es für andere nicht ansatzweise so gut laufen. Klar, jetzt kann man sagen: Negative Sichtweise, no risk no fun.
    Der Autor hat eine wirklich positive Lebenseinstellung, wenn man aus dem Buch was mitnehmen kann, dann wohl das. Wenn er in Vegas auf dem Strip tanzt oder in Vegas im Hotelzimmer strippt. Egal was er macht. Er sieht alles als Erfolg, auch wenn es nur ein paar Dollar bringt.

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Yukon: 3000 Kilometer im Kanu durch Kanada und Alaska [Buch]

Yukon 3000 Kilometer im Kanu durch Kanada und Alaska - Dirk Rohrbach

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Dirk Rohrbach

Titel:

  • Yukon: 3000 Kilometer im Kanu durch Kanada und Alaska (291 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Lass dir Zeit und genieß es. Paddel, wenn du dich danach fühlst und wenn die Natur es dir erlaubt. Wenn’s ein zu großer Kampf wird, gib nach, aber nicht auf. Diese Tour machst du nur einmal. Man braucht sehr viel Durchhaltevermögen, Kraft und Willen, das Ganze durchzustehen. … Vergiss nicht, dass es auch schön sein soll, nicht nur geschafft werden muss.«

Obwohl das Buch eine Reiselektüre ist, geht es auch sehr stark um die Menschen, um die Begegnungen.

Es geht los mit Tom, der Dirk beim Kanu bau hilft. Dirk möchte in einem Baumrindenkanu reisen, dass heute nur noch sehr wenige Menschen bauen können.

Tom lebt in einer Blockhütte in einfachsten Verhältnissen. Im Winter bei bis zu -40°C Außentemperatur. Da kann die Temperatur selbst in der Hütte schon mal deutlich unter 0 fallen.

Diese Begegnung und die Bauphase nimmt etwas mehr als die ersten 10% des Buches ein.

Danach wird die Fahrt vom Kanubau zum Yukon beschrieben und der Autor kommt von einem zum anderen. Es werden diverse Erinnerungen, Gespräche usw. erwähnt. Das liest sich alles unterhaltsam aber nach einer Weile habe ich mich dann doch gefragt, ob die eigentliche Reise so wenig hergegeben hat.

Was hatte die Terrorangst nur aus diesem großartigen Land gemacht? Die einstige Keimzelle von Demokratie und Freiheit schien hier zu einer Gruft verzweifelter Attentatspanik verkommen.

Der Autor behält den klassischen Stil von vielen Reisereportagen bei, wo ich mich manchmal frage, was jetzt Schäfer x oder Bauer y mit dem Land zu tun haben, um das es in der Reportage eigentlich gehen sollte.

Der Titel erweckt in der Regel den Eindruck, dass es um das Land oder die Reise geht und nicht primär um einzelne Personen oder geschichtliche Ereignisse.

Am ehesten Vergleichbar ist der Stil mit Bill Bryson, wo ich mich gerade bei seinem Buch über den Appalachian Trail auch oft gefragt habe, ob die ganzen Hintergrundinfos eher Füllmaterial sind, weil es über seine Wanderung nicht so viel zu berichten gab.

»Die Antworten wirst du am Ende des Weges finden. Hier draußen zu sein ist etwas Besonderes, das dich berührt. Wie nichts sonst dich jemals berühren wird.«

Die Fahrt mit dem Boot beginnt erst nach einem viertel des Buches und dauert gerade mal ein paar Seiten, bevor es wieder an Land geht und schon ist das erste drittel des Buches vorbei und so richtig los geht es auf dem Yukon erst bei 40%.

Dann dreht es sich aber den Rest des Buches wirklich um den Yukon auch, wenn der Fokus weiterhin auf den Menschen entlang des Weges liegt. Die Begegnungen spielen sich somit primär an den Orten entlang des Yukon ab.

Das Buch dient primär der Unterhaltung. Man sollte also nicht viele Tipps erwarten wie eine derartige Reise zu gestalten ist. Das sind eher zufällige Randinfos.

Jagen und Fischen für den Lebensunterhalt, respektvoll und nachhaltig, nicht verwerflich wie Legebatterien für Hühner oder manche Aufzuchtfarmen für Pelztiere in der ach so zivilisierten Welt.

Es sind zwei Teile mit Fotos im Buch. Die Fotos passend an der jeweiligen Stelle wären noch besser gewesen, aber das treibt dann vermutlich die Kosten für die Printausgabe hoch.

Fazit:

Yukon – 3000km im Kanu durch Alaska und Kanada handelt primär von Menschen und Begegnungen. Der Titel hat bei mir also durchaus falsche Erwartungen geweckt. Im zweiten Teil geht es zwar etwas mehr um den Yukon und die Reise, aber selbst dort auch viele um Geschichte oder Begegnungen.

Das Buch liest sich aber ziemlich locker weg, auch wenn nicht jede Geschichte interessant ist.

Die Fernsehreportage hat mir persönlich etwas besser gefallen als das Buch. Die Reportage ist im Nachgang zum Buch entstanden. Der Autor ist Teile der Strecke mit einem Fernsehteam noch mal gefahren.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Im Fluss: 6000 Kilometer auf Missouri und Mississippi durch Amerika
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die erwähnten geplatzten Reifen im Ausland haben vielleicht ganz andere Gründe. Möglicherwiese die Art der Runderneuerung, die im Ausland teilweise anders gehandhabt wird als bei uns und vielleicht sogar der fehlende TÜV (oder irgend eine Art von Kontrolle)
  • Auch wenn die Szene mit dem Bärenspray sehr lustig beschrieben ist und mit Sicherheit alles andere als Lustig war, es gibt immer Sachen bei einer derartigen Tour, denen man nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet hat. Das liegt einfach in der Natur der Sache.

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Vortex [Serie]

Vortex 1 Der Tag an dem die Welt zerriss - Anna Benning  Vortex 2 Das Mädchen, das die Zeit durchbrach - Anna Benning  Vortex 3 Die Liebe, die den Anfang brachte - Anna Benning

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Anna Benning

Teile der Serie:

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Während andere sich in die Augenfarbe oder das Lächeln eines Menschen verliebten, hatten die beiden sich eher in die To-do-Listen und Übersichtstabellen des anderen verknallt.

Luka und Ellie haben sich seit 5 Jahren auf die finale Prüfung – das Vortexrennen – vorbereitet. In den 5 Jahren wurden bereits viele Teilnehmer ausgesiebt. Obwohl sie mehrfach böse sabotiert wird gewinnt sie aber sie hat während des Rennens durch die Votexe ein seltsame Begegnung. Die Vortexe ermöglichen den Läufern wie Warptore über die Welt zu springen. Sie wissen allerdings nie, wo sie wieder rauskommen.

»Wie jemand seine Macht nutzt, sieht man erst, wenn er die Macht auch hat. Und bevor wir gehen, muss ich wissen, woran ich bin.«

Ellie springt zuletzt aber durch einen Vortex, der sie genau zum Ziel bringt und der Vortex hat vorher an eine ganz andere Stelle gezeigt. Das hat es noch nie gegeben. Hat Ellie den Vortex beeinflusst? Und wenn ja wie? Und zusätzlich wurde auch die Zeit beeinflusst. Sie springt 15  Minuten rückwärts in der Zeit.

Die Läufer schützen die “normalen” Menschen vor denen, die durch das Auftreten des Urvortex verändert wurden. Es gibt nun Menschen (sogenannte Splitter), die die Elemente beeinflussen können und damit z.B. Feuer oder Stürme auslösen können. Diese Gruppen werden stark kontrolliert und dürfen, die ihnen zugewiesenen Zonen nicht verlassen, weil es in der Vergangenheit Kriege mit den Splittern gab, gelten sie als gefährlich.

Aber sind die Splitter alle so schlecht, wie das Kuratorium die Läufer glauben machen wollen und stimmt die Version der Geschichte, die den Läufern von Kind auf eingetrichtert wird?

Sieben Dinge, die ich in einem ausgehöhlten Baum niemals erwartet hätte, völlig egal, wie groß er war: Kronleuchter, riesige Büfetttische, Springbrunnen, deckenhohe Marmorstatuen, Kellner mit Silbertabletts, ein Orchester und Wasserfälle, bei denen mir erst von Nahem klarwurde, dass kein Wasser, sondern Blütenblätter an den Wänden herabrieselten.

Die Welt ist für meinen Geschmack recht gut gelungen. Was mir auch gut gefällt ist, dass die Geschichtsversion des Kuratoriums zwar falsch ist aber, dass die Rebellen und ihre Ideen eben auch nicht durchweg gut sind. Die Welt hat ziemlich viele Grautöne und Ellie muss sich erst darin zurecht finden, denn es droht von allen Seiten die Gefahr, dass ihre Fähigkeiten missbraucht werden und sie nicht mehr über ihr eigenes Leben bestimmen kann.

Was mir weniger gefällt sind die vielen Unstimmigkeiten, die mich in Summe nicht so richtig in die Geschichte eintauchen lassen. Die Autorin widerspricht sich mit ihren Zeitsprüngen ständig selbst. Man muss schon eine ganze menge Naivität mitbringen und über die vielen Unstimmigkeiten hinwegsehen, um die Geschichte wirklich genießen zu können.

Das Zeitkonzept wie die Autorin es nutzt, ist einfach nur totales Chaos. Sie hält sich nicht an eine Theorie, sondern vermischt parallele Zeitlinien mit Theorien über endgültige Auswirkungen und der Aussage, dass Änderungen an dem Abläufen überhaupt nicht möglich sind.

Dazu kommen dann noch zeitliche Parodoxon. In dem Fall Dinge, die in der Vergangenheit passieren, aber erst in der Zukunft aufgelöst werden. All das zusammen ergibt leider keinen Sinn mehr. Am besten denkt man darüber überhaupt nicht nach, sonst geht es einem so wie mir und man möchte eigentlich nur noch in die nächste Tischkante beißen, weil die Geschichte davon abgesehen viel Potenzial hat.

Die Handlung ist anfangs gut vorhersehbar aber das ändert sich zum Glück später vollständig.

Band 2:

Ellie und Bale haben es mit Mühe und Not geschafft den Plan von Hawthorne vorerst zu vereiteln. Er wollte Ellie und Bale dazu zwingen mithilfe der Vortexsprünge 80 Jahre durch die Zeit zurück zu reisen und den Urvortext zu zerstören.

Dabei musste Ellie sich gegen alles was sie bisher zu wissen glaubte entscheiden und gilt nun als Kriminelle. Sie weiß auch nicht, ob durch Ihre Aktionen Menschen getötet wurden. Aber Hawthorne wird seinen Plan nicht aufgeben. Davon Abgesehen bedrohen die Zünder die Welt und selbst wenn Hawthorne keinen Erfolg hat, kann es sein, dass die Zünder zur neuen größten Bedrohung werden.

Der zweite Teil benötigt natürlich nicht mehr das World Building des ersten. Somit kann es direkt und ohne Einleitung zur Sache gehen. Das nutzt die Autorin auch.

Glücklicherweise kommen nicht so viele Zeitsprünge vor, was zumindest am Anfang einen geringen Anteil von Unstimmigkeiten gibt. Später im Buch hat man aber wieder ähnlich viele nicht zusammenpassende Teile, wie schon im ersten Band.

Okay, er hatte recht. Ich war sogar sehr wütend. Und langsam fragte ich mich, ob’s nicht irgendwo ein Umtauschrecht für besonders miese Schicksale gab, denn meins war echt das Letzte.

Beispiele gefällig? Es waren Leute bei einer Zeitreise in die Vergangenheit dabei. Dann wird dort die Zeit verändert und aus diesem Grund hat die Reise nie stattgefunden aber jeder kann sich daran erinnern. Verletzungen von der Reise hat aber keiner mehr, weil sie ja nie stattgefunden hat.

Manche Effekten werden in der Vergangenheit ausgelöst von Effekten in der Zukunft, sind aber noch nicht passiert. Das sind also Paradoxon. Diese Annahme geht aber davon aus, dass derselbe Zeitdurchlauf schon mehrfach erfolgt ist (sonst wäre es eben nicht möglich, dass ein Effekt in der Zukunft bereits vorher die Vergangenheit beeinflusst). Bei dieser Idee bleibt aber offen, wie der erste Durchlauf möglich war (aber geschenkt).

Die Handlung widerspricht aber teilweise dem mehrfachen Durchlauf (es stellt sich also nicht nur die Frage, wie der erste Durchlauf stattgefunden hat, sondern er hat noch nicht stattgefunden). Zwischendurch wird auch immer wieder behauptet, dass die Zeit sich nicht ändern lässt (also quasi alles Schicksal ist und so sein muss), dann passiert es aber doch. Der zeitliche Ablauf wird gravierend geändert, es passiert aber so gut wie nichts.

Mit anderen Worten widerspricht sich die Autorin ständig selbst.

Das sind nur ein paar Beispiele. Im zweiten Teil treten nicht ganz so viele Unstimmigkeiten über das ganze Buch verteilt auf. Das spielt weitgehend an einem Ort, deutlich konfuser wird es erst gegen Ende.

Band 3:

Ellie hat ihre Springerfähigkeiten verloren und Bale wurde gefangen und wird nun mit einem Serum vollständig willenlos gemacht. Selbst wenn sie ihn befreien könnte stellt sich die Frage, ob er jemals wieder derselbe ist. Da sie aber nicht auf Ihre Fähigkeiten zugreifen kann, tendieren die Chancen gegen null.

Mit dem letzten Teil habe ich die gleichen Probleme, die ich schon mit den Vorgängern in der Serie hatte.

»Hör mir ganz genau zu, Balian. Menschen wie wir haben nicht den Luxus von Mitgefühl oder Gnade. Das, was wir hier tun, ist zu wichtig. Du und ich, wir sind dazu bestimmt.

Die ganze Reihe erinnert mit einen einen klassischen Actionfilm im Kino: Hinsetzen, Action genießen, bloß nicht Nachdenken – es ist ein guter Actionfilm, wo ihr am Ende denkt “die Handlung war totaler Quatsch aber ich fühle mich gut unterhalten”.

Die Autorin opfert jegliche Logik und Durchgängigkeit dramatischen Handlungswendungen. Somit ist vieles in der Geschichte inkonsistent und nicht nachvollziehbar. Gnädigerweise werden viele Dinge auch nicht erklärt, dass ist immerhin noch besser als eine schlechte Erklärung.

Die Schlagzahl in der Handlung ist dabei wieder hoch, der Schreibstil ist ziemlich gut und man wird von der Handlung mitgerissen.

Fazit:

Sich im Einstiegswerk gleich eines hochkomplexen Themas wie der Zeitreise anzunehmen ist schon ganz schön mutig und für meinen Geschmack zumindest was den Zeitreiseaspekt angeht in der Vortex Serie ziemlich misslungen. Da liegt daran, dass die Autorin alle verschiedenen Zeitreisetheorien so mischt, dass sie keinen Sinn mehr ergeben.

Das erste Buch der Reihe benötigt nach dem Einstieg über das Rennen erst mal etwas World Building, danach passiert dann aber einiges. Im zweiten Band geht es direkt zur Sache.

Der dritte Teil springt sofort in die Handlung, wird dann im Mittelteil ruhiger und am Ende dreht die Autorin wieder voll auf.

Die guten Wertungen für die Vortex Serie kann ich nur nachvollziehen, wenn man nicht zu viel hinterfragt. Ich mache das aber immer automatisch beim Lesen und so viele Unstimmigkeiten wie in dieser Serie (siehe Spoiler), habe ich bisher selten gefunden.

Die Welt ist interessant und die Autorin baut immer wieder Handlungswendungen ein, die leider oft ziemlich unglaublich sind, dafür aber abwechslungsreich.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5 (Leider haben die durchgängigen Logikschwächen bei den Zeitsprüngen für mich die 4er Wertung verhindert, wenn auch knapp)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • 5 Jahre Vorbereitung und eine einzige kurze Prüfung entscheidet darüber, ob man Erfolg hat oder alles sinnlos war? Ziemlich dürftiges Konzept um eine offenbar wichtige Entscheidung zu treffen.
  • Chefnavigator und Läufer scheinen nach meinem Verständnis ziemlich unterschiedliche Aufgaben zu sein. Wie kann es sein, dass für beide Posten offenbar die selbe Ausbildung erforderlich ist
  • Ellie wird geschupst und stürzt und danach braucht sie 5! Minuten, um den Hügel wieder hoch zu kommen? Ist sie von einem Berg gefallen? Sie ist in der Prüfung, für die sie 5 Jahre hart gearbeitet hat und die über ihr gesamtes zukünftiges Leben entscheidet.
  • Das Ergebnis des Rennens ist durch die äußerlichen Einflüsse eher durch Zufall als Können bestimmt.
  • Die Beschreibung hört sich ziemlich unrealistisch an: Ellie ist mitten im Rennen und sieht, dass Mia in den See gefallen ist. Dann dreht sie Mia den Rücken zu und denkt darüber nach, ob sie ihrer unfairen Rivalin helfen soll und während Ellie das macht hat sich Mia schon aus ihrer misslichen Lage im Eissee befreit Ellie hat nichts davon mitbekommen. Die muss ziemlich langsam denken.
  • Das verstoßene Läufer der Bodensatz der Gesellschaft gehören sollen ergibt keinen Sinn. Immerhin waren sie vorher bei den jeweils besten 10 ihres Jahrgangs.
  • Wenn Ellie in der Zeit zurückgereist wäre, dann hätte es zu keinem Zeitpunkt so ausgesehen, als ob sie abgeschlagen gewesen wäre. Für alle anderen wäre der Zustand nie eingetreten. Die Darstellung ist also falsch. Es hätte vielmehr zu jedem Zeitpunkt so ausgesehen, als wenn sie führend war.
  • Warum sollte das was Ellie gemacht hat in einer Simulation, die offenbar nicht ansatzweise die Realität darstellt, funktionieren?
  • Heute lassen sich schon Handys orten und zwar ganz ohne Ortungssysteme wie GPS über die Handymasten aber ein Gerät, mit dem sich in der Zukunft Nachrichten versenden lassen, lässt sich nicht orten? Sehr unwahrscheinlich.
  • Als wenn der Zugangscode für einen entführten oder getöteten Läufer im nicht gelöscht würde (und als das gilt Ellie).
  • Ein zeitliches Paradoxon – gefährliches Terrain, wenn man als Autor vorher schon logische Fehler bzgl. des Zeitablaufs einbaut. Wie man sehr schnell sieht, verbrennt sich die Autorin an ihrer eigenen Logik kurz danach die Finger.
  • Nachdem Ellie erfahren hat welche Experimente die Wissenschaftler durchführen, würde ich mir an ihrer Stelle auch ein paar Sorgen darum machen was ggf. mit ihr angestellt wird, wenn sie zurückkehrt.
  • Besonders schlau scheint Ellie nicht zu sein: Vielleicht sollte sie mal darüber nachdenken warum Sie in Sicherheit gebracht wurde und ob es wirklich eine gute Idee ist sich mehr oder weniger dem Kuratorium auszuliefern. Denn ihre noch nicht vorhandenen Kampffähigkeiten, dürften kaum eine große Hilfe sein.
  • Wenn Bale die Beschriebene Show jeden Tag in einem Kuratorium abzieht (so viele gibt es ja nicht) und den Beschreibungen nach macht er das ja jede Nacht, hätte sich das wohl kaum verheimlichen lassen und er wäre mit Sicherheit schon längst gefasst worden. Gut, zugegeben es handelt sich um die Zukunft und die könnte ja noch verändert werden aber da vorher schon mit einem Zeitlichen Paradoxon gearbeitet wurde UND auch darauf hingewiesen wurde, dass eigentlich nichts verändert werden kann am Zeitverlauf, ist dieser Teil wieder unstimmig.
  • Warum sollte der Code nach der Reise in die Zukunft verspätet auf Bales Gerät eintreffen? Und warum sind die Geräte nicht gegen Zugriff von anderen Personen geschützt? Teil 1 macht keinen Sinn, teil zwei ist unglaubwürdig.
  • Warum ist es für Ellie das gleiche ihre “Familie” nicht im Stich zu lassen und dem Kuratorium zu dienen? Zumal ihre Familie ja offenbar eh mit Rebellen zusammenarbeitet. Daraus könnte man eher schließen, dass die Zukunft ihrer Familie nicht beim Kuratorium liegt.
  • Ausgehend von den üblichen Machtspielchen in Unternehmen und der ganzen Welt wäre wohl der Leiter des wichtigsten Institutes der Welt auch der Leiter aller Kuratorien geworden und nicht der Leiter eines Subterritoriums, bei dem für gewöhnlich nicht mal Kämpfe stattfinden.
  • Und schon wieder Simulatoren für die Zeitsprungfähigkeit? Warum sollten die funktionieren, wenn das Kuratorium nicht mal weiß wie die Zeitsprungfähigkeit funktioniert und warum sollte einer der Läufer zufällig darauf stoßen, wenn sie alle das Gegenteil beigebracht bekommen, dass für einen Zeitsprung nötig ist?
  • Von der Autoren werden alle verschiedenen Zeitreisetheorien sinnlos vermischt: Wenn man 80 Jahre in die Vergangenheit reist und so tiefgreifende Änderungen vornimmt, ist die Frage wer danach überhaupt noch leben würde oder was passiert wäre. Es ist die Frage, ob sie überhaupt jemals leben werden. Das heißt Hawthorne würde ggf. nie Leben – er bringt sich also möglicherweise selber um. Genauso ist unsicher was mit denjenigen passiert, die durch die Zeit rückwärts reisen. Wurden sie überhaupt geboren?
  • Die Himmelfahrtsaktion mit Luca auf einem Platz mit hunderten Läufern ist dumm. Ellie hat keinen Plan und stürmt einfach ohne über Konsequenzen nachzudenken in die Läufer rein.
  • Lukas Detektor wird nicht sofort gesperrt, obwohl Luka nun als abtrünnig gilt?
  • Wieso schreibt man ein Buch für für die Zukunft und lässt es 2020 mit etwas beginnen, dass wohl kaum zu übersehen wäre? Das ist etwas kurzsichtig. Ich vermute mal nächstes Jahr soll das ja auch noch jemand lesen.
  • Die Argumentation mit dem Ortungssystem ist sehr löchrig. Das System kann nicht senden aber speichern. Wenn alle doch so tolle Hacker sind ist das prüfen von Logs trivial. Weiterhin hätte das System trotzdem den Standardort anzeigen können, weil er ja bestimmt wurde. Das ist mal wieder nicht durchdacht.
  • Wenn Ellie macht was Hawthorne von ihr verlangt, hat sie keinerlei Garantie, dass sie dadurch irgendetwas wie die Anklage oder den Angriff auf das Sanktum verhindert. Sie weiß nicht mal wer danach noch existiert / lebt. Somit ist es auch egal, ob das Sanktum angegriffen oder ihr Onkel veruteilt wird, weil alle Personen im Sanktum danach nicht mehr in der Form existieren werden und das Sanktum selbst auch nicht.
  • Dass Mia und Trevor auf die Zeitreise mitgehen macht keinen Sinn. Da hätte man wohl eher einen erfahren Läufer ausgewählt. Der einzige Grund dafür ist, das Mia weiter rumzicken kann.
  • Das macht Sinn, dass Ellie allen noch nette Warnungen zuruft und ihnen sagt wie sie sich verhalten sollen, obwohl sie einen Ausweg sucht und eigentlich froh sein kann, wenn jemand aus dem Wirbel fällt, oder?
  • Man ist im Jahr 2092 gelandet, hat aber keine Zeit um etwas zu verhindern was 2093 passiert? Warum sollten die anderen Läufer an der richtigen Stelle gelandet sein, wenn sie so früh und unkontrolliert aus dem Vortex gefallen sind?
  • Die Idee die Rifts zu zerstören ist totaler Quatsch, weil keiner weiß welche Effekte das hat.
  • Ellie ist eher eine Last als eine Hilfe mit anti Grav Ringen kann man sie jederzeit stilllegen und Bale wird dadurch erpressbar. Das hat er offenbar auch realisiert, als er sie in den Rift schubst.
  • “Wir sind zu spät”? Warum baut Bale nicht etwas mehr Reserve ein, er hat doch die volle Kontrolle über die Ankunftszeit.
  • Wie war denn der Plan an der Kirche? Wie schafft Bale es an den Rucksack zu kommen bei vier Gegnern und warum versuchen sie zuerst alleine auf die Turmspitze zu kommen?
  • Na Klasse, ist Bale auch begriffsstutzig? Bale hilft den anderen auch, wie zufor Ellie – “macht euch auf den Absprung bereit” – obwohl er die Sabotage des Urvortex verhindern will. Das ergibt keinen Sinn.
  • Wieso springt Bale zeitlich so nah an die Rifts, wenn man sich eigentlich ausruhen müsste? Er hat doch selbst in der Hand wie viel Stunden oder Tage er davor landet?
  • Es geht ja gleich wieder gut los im zweiten Band: Wieder das “wir können die Vergangenheit nicht ändern” Mantra. Warum haben die beiden dann versucht die Zerstörung des Urvortex zu verhindern? Ist doch eh egal, oder?
  • Wieso verschwindet der Vortex zum Hochhausdach so schnell, dass die Läufer nicht folgen können? Die bisherigen Vortexe sind alle eine Weile erhalten geblieben und es konnten Leute folgen.
  • Wie sind die beiden denn in die Stadt gekommen – mit dem Zug – wenn überall Fahndungsplakate von ihnen hängen?
  • Wie sind Mia und die Läufer zeitgleich angekommen am Krater, obwohl die Läufer langsamer waren und zwischendurch noch auf die andere Gruppe geschossen haben?
  • Nach welchem Dreisatz kommt man bitte von einigen Jahren und Differenz und einem Verhältnis von 14 zu 20 Minuten bei 30 Jahren auf ein Verhältnis von 20 Minuten zu Monaten? Später wird erwähnt, dass Luca das anhand von Wetterdaten berechnet. Wo kommen die in der Vergangenheit her. Hat er die für alle Positionen der Welt auf seinem Gerät?
  • Wieso kommt vorher niemand auf die Idee, dass die Information (gefährlichster Ort der Welt) auch einfach eine Falle sein kann?
  • Dass Grames die Oberhand behält, wenn man ihn nicht erschießt war naheliegend. Es kümmert sich während des Sprungs aber niemand um ihn.
  • Mia spricht und ist geknebelt? Wer erkennt den Fehler? Ich vermute das sollte gefesselt heißen.
  • Wieso sind Navigatoren die Chefs der Läufer, wenn man doch nur Navigator wird, wenn man bei der Läuferprüfung versagt hat?
  • Das mit den Profilen ist zwar nett gemeint, aber so simpel wäre es wohl kaum. Wenn jemand versetzt wird, würde es dafür wohl ein festgelegtes Datum geben und zusätzlich würden auch die echten Personen auftauchen, die eigentlich vorgesehen waren.
  • Das macht wieder mal keinen Sinn: Die Zeit ist vorherbestimmt und beim Beschützen des Urvortex werden Bale und Ellie sterben, der Vortex wird vernichtet und somit hat sich die Zeit geändert. Da das aber schon passiert ist, dürfte es beide nicht mehr geben. Da es aber beide noch gibt, ist es offenbar vollkommen egal. Was denn nun?
  • Wenn die Profile aus der alten Station stammen macht es keinen Sinn, dass die neue Läuferpartnerschaft beibehalten wird.
  • Vielleicht sollte man mal nachfragen welcher Junge bei Aeolus war? Annahmen können ziemlich gefährlich sein.
  • Mal darüber nachgedacht, dass die eigenen Aktionen die Stationen zum Absturz bringen? Natürlich nicht. Kommt ja dann auch so.
  • Auch mit dem Eissturm fabriziert die Autorin mal wieder Chaos. Erst wird es so dargestellt, als wenn die Zeit immer ein Paradoxon ist und dann führt eine Aktion in der Zeit Vergangenheit wirklich mal zu einem Ergebnis in der Zukunft und es ist nicht wie bei Ellie am Anfang (eine Aktion in der Zukunft findet bereits in der Vergangenheit statt).
  • Als wenn so eine gravierende Änderung wie die von Ellie nur so Minieffekte haben würde und nur ganz konkrete Einzelheiten verändern würde. Das ist viel zu kurz gedacht. Alle Charaktere hätte es nach der Aktion vielleicht nie gegeben. Warum sollte Ellie nach New York springen?
  • Na Klasse Aeolus wurde seine Geliebte von Läufern genommen, da liegt es natürlich nahe, dass er bei Ellie das gleiche macht und ihren Geliebten auch tötet, oder? Obwohl Aeolus Ellie eigentlich dankbar sein müsste.
  • Wieso sollte Ellie sich nicht an die grüne Flüssigkeit erinnern können, wo sie sonst alles weiß? Später weiß sie es dann wieder.
  • Die Motivation von Aeolus ist nicht wirklich nachvollziehbar. Es ist doch absehbar, dass am Urvortex nichts gemacht werden müsste. Er hätte auch so die Welt erobert. Das Risiko der Effekte einer Änderung um Urvortex wäre viel zu groß. Es könnte seinen Tod bedeuten.
  • Das Ellie nicht mehr Springen kann, nachdem sie die Energie von zu Rifts aufgenommen hat ist ziemlich platt.
  • Wie soll Holden entstanden sein? Hat Aeolus eine neue Liebe gefunden?
  • Warum sollten Luka, Fagus und Susie nicht in New York gelandet sein? Ah, die Reise hat ja nie stattgefunden. Genau. Man mischt sich die Zeit, so wie sie einem gefällt. Das ist meiner Meinung nach totaler Quatsch. Luka erinnert sich aber trotzdem an die Reise, die nie stattgefunden hat. Zumal es sogar so dargestellt wird, als wenn der Rücksprung stattgefunden hat. Gleichzeitig wird aber auch erwähnt, dass Bereits im Club gefangen wurden? Das macht auch wenig Sinn, weil es keinen Grund gibt warum die Aktion im Glub anders verlaufen sein sollte. Zumal der Mitschnitt der dort mitgenommen worden ist, auch nicht mehr Existiert hat. Da ging es ja gerade um den Ort, den es in der neuen Zeit nicht mehr gibt.
  • Wie kann sich der Eissturm von jemanden – der mehr oder weniger tot ist – durch einen Vortex in eine andere Zeit ziehen und dort dauerhaft erhalten bleiben?
  • Wieso unterhält sich die Gruppe mitten im Feindesterritorium über Themen, die sie eindeutig als Gegner identifizieren?
  • Wieso ist Juliana Canto – als Mensch in einem Vermengtengebiet – frei?
  • Welchen Sinn macht eine Satellitenschüssel auf dem Dach in einer Höhle oder ist es doch eine Schlucht? Selbst in einer Schlucht würde eine Satellitenverbindung nur über die Längsachse funktionieren. Die Schlucht müsste also zufällig genau in Richtung des Satelliten ausgerichtet sein. Sehr unwahrscheinlich. Davon mal abgesehen wie befinden und in einer fernen Zukunft …
  • Es schwebt gerade eine Stadt über Rio und niemals ist jemanden die Stadt in der Stadt aufgefallen auch Jahre vorher nicht? Und aktuell startet sogar ein Transporter nach dem anderen Richtung New York und damit ist das Ziel sogar das gleiche wie bei der fliegenden Stadt. Wieder mal extrem unwahrscheinlich bis unmöglich.
  • Wie praktisch, dass das Trackingtool noch geht, obwohl Ellie nicht mehr im Netz ist und somit zwar eigentlich nicht aber irgendwie doch aufgespürt werden kann…
  • Wieso sollte Bale zufällig immer an einem Ort alleine sein und Hawthorne weiß davon nichts? Er hat doch die Trackingmöglichkeiten.
  • Warum die Kraft von Ellie weg war und ohne jeglichen Grund zurückgekommen ist darf sich der Leser selbst zusammenreimen? Später wird schlicht behauptet sie hätte nur Angst gehabt. Aus meiner Sicht ist das keine hinreichende Erklärung warum sie nicht mehr einen Funken ihrer Fähigkeiten hat. Und wie sie Bale zum Zeitläufer gemacht hat ist auch unklar?
  • Wie wird gesteuert auf wen Bale hört? Die Droge mag ihn willenlos machen aber das würde dann ja gegenüber allen Personen gelten.
  • Wieso hatte Bale vor dem Entzug Phasen wo er sich an mehr erinnert hat als während des Entzugs?
  • Ursache und Wirkung passt nicht. Vermengte greifen die Mutter von Ellie an. Daher erzeugt sie den Urvortex (warum auch immer sie die einzige in der Menschheitsgeschichte ist, die das kann, selbst wenn die Vermengung und die Vortexerzeugung zusammenhängen macht es keinen Sinn, dass nur ihr das passiert / gelingt) und erst dadurch entstehen Vermengte. Die hätten also nie angreifen können, wenn es sie noch nicht gibt. Selbst wenn sich die Szene später etwas anders darstellt, bleibt die Ausgangslage die gleiche.
  • Wieso sollte ein abgebranntes Haus nach über 80 Jahren noch stehen? Sehr unwahrscheinlich.
  • Ich habe noch von keiner Schlacht gehört, bei dem man durch das Öffnen der Tore das Vertrauen der angreifenden Armee erlangt hat. Im Gegenteil man ermutigt die Armee sogar zum Angriff.
  • Wie sind die Gegner in die Stadt gelangt, wenn das Tor zu ist? Davon abgesehen – bei dem Hass auf die Splits den Feind zu kontaktieren ist sehr unwahrscheinlich. Zumal der Feind auch keinerlei Grund hätte ihr zu vertrauen. Es ist ja auch nicht so, als wenn man einfach mal eben anrufen könnte (kein gemeinsames Netz). Das ist also reichlich unglaubwürdig.
  • Warum haben Löschflugzeuge Sirenen?
  • Wie hat Holden denn das Video in das Netz des Roten Sturmes bekommen. Dafür wäre doch eher Luka notwendig.
  • Wenn Hawthorne schon in der Vergangenheit ist, können sie eh nichts mehr tun … Die ganze Zeitlogik ist in der Serie ein einziges Desaster. 😉 Faktisch würden die handelnden Akteure bereits nicht mehr existieren, wenn Hawthorne die Zeit geändert hat. “Ihr Vorsprung spielt keine Rolle, nicht wenn ich uns vor ihnen zum Urvortex bringe” Das macht keinen Sinn. In dem Moment, wo Hawthorne mit seiner Truppe in der Vergangenheit ist, ist es schon passiert aus heutiger Sicht.

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