Good Bye Lehmann: Auf der Suche nach dem guten Leben [Buch]

Good Bye Lehmann Auf der Suche nach dem guten Leben - Stefan Fay

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Stefan Fay

Titel:

Good Bye Lehmann – Auf der Suche nach dem guten Leben (280 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Etwas nicht zu können, ist kein Grund, es nicht zu tun.« – Alf

Stefan ist jung, hat aber nach seinem recht kurzen Ausflug in die Arbeitswelt recht schnell erkannt, dass die eigenen Visionen in einem Umfeld, in dem die meisten Leute keine Veränderungen wollen und man oft gegen Windmühlen arbeitet, schnell auf der Strecke bleiben. Die Motivation, die er im Studium noch hatte, bleibt schnell auf der Strecke.

Dabei dachte ich bis dahin, dass Karriere und ein gutes Leben Hand in Hand gingen. Ich wollte wichtige Arbeit verrichten und viel Geld. Das Ziel? Am besten 30-jähriger Vorstand mit Zweitwohnsitz auf einer Yacht. Deswegen hatte ich Betriebswirtschaft studiert.

Zusätzlich hat er das Gefühl noch nicht gelebt zu haben, etwas anderes machen zu müssen. Er ist bei dem Jubiläum eines Firmenkollegen, der 30 Jahre in der Firma war und fragt sich, ob das sein weiterer Lebensweg sein soll.

Eine Stimme in seinem Hinterkopf sag ihm zwar, dass es unvernünftig ist seinen gut bezahlten Job zu kündigen und das sich das schlecht in seinem Lebenslauf macht. Er macht es aber trotzdem. Zuerst verbringt er einige Monate in Südamerika. Diese Zeit streift das Buch aber nur kurz.

Ich spürte die Veränderung. Ich war zwar erst seit zwei Jahren angestellt, hatte aber schon meinen Antrieb verloren. Die meisten Dinge waren mir einfach nur noch egal. Morgens stempelte ich ein und zählte schon die Stunden bis ich wieder gehen durfte. Die Zeit verging rasend und nun konnte ich Herr Lehmann verstehen – drei Jahrzehnte konnten tatsächlich verfliegen.

Anschließend ist er eine Zeit zurück und plant auf eine Weltreise zu gehen. Er spart zwei Jahre auf das Ziel hin und sucht sich einen Job bei einem kleineren Unternehmen. Bevor er aber so weit ist, stirbt sein Vater mit 61 Jahren. Er erkennt wie schnell das Leben vorbei sein kann.

Danach begibt er sich auf sein eigentliches Abenteuer. Mit dem Motorrad um die Welt so weit er kommt und mit geringen Mitteln. Er findet sogar einen Kumpel, der ihn begleitet. Es wird aber recht schnell deutlich, dass sich die Interessenlage der beiden deutlich unterscheidet.

Den Rest dürft ihr selbst im Buch nachlesen.

Was mir an dem Buch sehr gefällt ist, dass Stefan sich immer wieder Gedanken darüber macht was ihn glücklich macht. Das ist höchst individuell und sehr unterschiedlich. Er stellt fest, dass ihn sein Job nicht glücklich gemacht hat, aber nach einer anfänglichen Euphorie für das Reisen und die Freiheit stellt er fest, dass das ständige unterwegs sein ihn auch nicht glücklich macht.

Sie war sehr um unser Wohl besorgt und meinte, wenn wir noch mehr außer Suppe und Wein haben wollten, könnten wir bei ihrem Nachbar klingeln, der sei Drogendealer. Wir entschieden uns für eine kleine Stadtführung anstatt eines Drogentrips.

Viele Menschen mit Haus und Familie können solche Reiseträume nicht leben aber sie haben das Glück vielleicht einfach anders gefunden.

Das Ständige Hinterfragen der eigenen Motivationen und die Reflexion machen dieses Buch zu etwas Besonderem unter den Reiseberichten.

Ein Fazit des Buches ist, dass Reisen allein nicht dauerhaft glücklich macht, zumindest den Autor nicht, obwohl er in relativ kurzer Zeit Erlebnisse hat, die nur sehr wenige Menschen in ihrem ganzen Leben haben werden.

Auch eine zwei Jahre dauernde Reise hat neben vielen Höhen auch diverse Tiefen und ist nicht nur schön.

Ist es nicht traurig, dass es heutzutage ein legitimer Grund des Reisens ist, Dinge zu sehen, bevor sie für immer verschwinden? Vielleicht schauen meine Enkel einmal ungläubig auf Bilder von Korallenriffen, Regenwäldern und Orang-Utans und fragen: »Opa, gab es das wirklich?«

Auch das Thema Arbeit kommt im Buch mehrfach vor. Vielleicht ist die beste Arbeit nicht die, bei der man am meisten Geld bekommt. Vielleicht ist es einfach eine Arbeit, bei der das was man macht wertgeschätzt wird.

Fazit:

Für mich ist das Buch besser als eine reine Reisereportagen, weil Stefan auch recht viel reflektiert. Bin ich wirklich im hier und jetzt oder plane ich schon wieder die nächsten Wochen und genieße nicht?

Macht mich das Reisen wirklich dauerhaft glücklich oder nutzt sich das genauso ab, wie der Arbeitsalltag im Büro, wenn man mal ein paar Wochen unterwegs ist? Was ist denn überhaupt ein gutes Leben? Viel Geld auf dem Konto? Frau, Kinder, Haus? Um die Welt reisen?

Ich hegte Hoffnung, dass ich einen Friedensvertrag mit der Arbeitswelt aushandeln konnte. Ich würde zurückkehren ins Online Marketing, aber ich hatte eine Bedingung: Ich würde keine vierzig Stunden mehr arbeiten und auch nicht fünf Tage die Woche.

Es gibt auch ein paar Antworten aber ich finde die muss jeder für sich selber finden. Glück und Zufriedenheit ist offenbar höchst individuell. Das Buch gibt aber einige interessante Denkanstöße.

Das einzige Manko sind die fehlenden Fotos aber die findet man im Blog des Autors.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4.5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Einige Anmerkungen zum Job fand ich sehr treffend. Stefan stellt fest, dass er mit der falschen Erwartung an seinen Job herangegangen ist. “Der Anspruch, den ich an meine Jobs stellte, war nicht weniger als Selbstverwirklichung. Sie sollten mich glücklich machen. Ich sollte meinen Job lieben. Dafür warf ich alles in die Waagschale, aber bekam trotzdem keine dauerhafte Erfüllung zurück”. Kommt euch das bekannt vor? Mir schon. Wobei man sich sehr glücklich schätzen kann, wenn einem das zumindest eine Zeit lang gelingt. Ich kann mir zumindest viele Jobs vorstellen, bei denen es mir nie so gehen würde. Stefan schlussfolgert, dass seine Erwartungshaltung falsch war. Das würde ich so nicht unterschreiben aber es gibt offenbar nicht so viele Arbeitgeber bei denen man im Job dauerhaft glücklich wird. Eine weitere interessante Erkenntnis ist die, dass ein Job vielleicht eben nicht der bestbezahlte sein muss und es erfüllender sein kann, wenn die eigene Arbeit und man selbst wertgeschätzt wird. Aber letztlich sind die Jobs auch eine Basis solche Reisen machen zu können. Aber wie viel Arbeit ist genug oder nötig? Wie viel Stress muss man sich geben? Macht man sich selbst den meisten Stress?

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Montagsfrage: Was sind für dich die schönsten Weihnachtsbücher?

 

Bei der Montagsfrage wird von lauter-und-leise jeden Montag eine Frage gestellt, die auf dem eigenen Blog zu beantworten ist. Diese Frage muss innerhalb einer Woche beantwortet werden.  An dieser Aktion nehmen diverse Blogs teil.

Die Montagsfrage ist umgezogen und hat nun endlich ein neues zu Hause. Bisher war die Montagsfrage bei Buchfresserchen angesiedelt und nun bei lauter-und-leise.

Tja, es geht ja nun mit großen Schritten auf Weihnachten zu. Gestern war ja schon der 1. Advent, von dem ich dank Arbeit nicht viel mitbekommen habe.

Zur Frage:

Wie auch einige andere Blogger bin ich diesbezüglich offenbar Harry Potter geschädigt. Eigentlich sind die Harry Potter Bücher keine Weihnachtsbücher. Da aber jedes Jahr ein komplettes Schuljahr behandelt wird, gehört Weihnachten in jedem Buch dazu.

Ein Internat (nichts anderes ist Hogwarts im Prinzip) mit lauter Teenagern, die mit der Magie auch noch bestens “bewaffnet” sind, wäre wohl in der Realität nicht so toll, wie es einem im Buch erscheint.

Die Gemütlichkeit der jeweiligen Wohnbereiche, das eingeschneite Hogwarts, Hogsmeade oder der große Saal fördern natürlich das Kopfkino und machen Hogwarts zu einer absoluten Weihnachtslokation.

Dazu kommt sicher auch die unglaublich gute Ausgestaltung in den Filmen. Ich denke was die Filmemacher bezüglich der Requisiten geschaffen haben ist in den meisten Köpfen untrennbar mit den Büchern verbunden.

Habt sind für euch die schönsten Weihnachtsbücher oder habt ihr überhaupt welche?

Leselaunen Bären und Permits

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Aktuelles Buch?

Aktuell lese ich sogar zwei Bücher bzw. gestern habe ich zwei Bücher begonnen. Normalerweise lese ich sequentiell. 🙂 Ich bin aktuell aber Thru-Hike geschädigt und da ich mal wieder ein Buch zum Pacific Crest Trail gefunden habe…

The last Englishman beschreibt den PCT Thu-Hike von Keith Foskett und seine Erlebnisse auf dem Trail.

In Good Bye Lehmann geht es darum, dass ein Midzwanzwiger im Berufsleben derart schnell desillusioniert ist, dass er sich fragt, ob das nun alles war und ob er mit seinem Leben nichts sinnvolleres anzufangen, bevor er in die Fänge von Verpflichtungen wie Haus, Familie, Kinder kommt. Er verbringt zuerst einige Zeit in Südamerika und beschließt dann mit dem Motorrad um die Welt zu reisen.

Momentane Lesestimmung

Ich war recht fleißig die Woche über. Zuerst habe ich die Dignity Rising Reihe beendet, die wirklich klasse ist und sich vom Standardplot deutlich abhebt.

Anschließend habe ich einen Thru-Hiking Guide von Jessica “Dixie” Mills zum Appalachian Trail gelesen (das meiste lässt sich aber auch auf andere Trils übertragen).

Da ich eh gerade beim Appalachian Trail war habe ich gleich im Anschluss noch Picknick mit Bären gelesen.

Nicht so schlecht, nachdem ich letzte Woche verkündet habe, dass ich momentan nur ein Buch pro Woche schaffe. 😉

Zitat der Woche:

Nach den Flecken auf der Matratze zu urteilen, hatte der letzte Benutzer nicht an Inkontinenz gelitten, sondern sich vielmehr ihrer erfreut. Offenbar hatte er das Kissen in seine Freuden mit einbezogen. – Bill BrysonPicknick mit Bären

Und sonst so?

Permit

Ich habe jetzt meine Bestätigung für vom der Pacific Crest Trail Association bekommen. Ich habe jetzt ganz offiziell die Erlaubnis den PCT nächstes Jahr zu wandern. Neben ein paar tausend anderen Leuten. Die Erlaubnis haben jetzt 35 Personen pro Tag und das für ca. 3 Monate lang jeden Tag. Im Januar werden dann weitere 15 Permits pro Tag vergeben.

Soweit die positiven Nachrichten zum Thema Thru-Hike. Mein Arbeitgeber hat Möglichkeit eins (unbezahlter Urlaub) schon mal kategorisch ausgeschlossen: “Das gibt es bei uns nicht”. Jetzt steht noch Möglichkeit zwei im Raum (ein Jahr lang 4 Stunden bezahlt bekommen, ein halbes Jahr Lang 8 Stunden arbeiten und das zweite halbe Jahr Auszeit). So ganz optimistisch bin ich aber gerade nicht nach der ersten Absage. Die Möglichkeit der Teilzeitarbeit muss der Arbeitgeber zwar einräumen, sofern keine gewichtigen Gründe dagegen sprechen. Aber die Variante halbes Jahr Vollzeit, halbes Jahr weg ist leider nicht gesetzlich vorgegeben.

Die zweite Variante ist mir persönlich natürlich deutlich lieber, weil ich weiterhin in Renten und Krankenversicherung bleibe. Man weiß ja nie wozu das gut ist. Für wahrscheinlicher halte ich diese Variante nicht gerade. Das Gehalt bricht auch nicht wirklich auf 50% ein, weil man weniger Steuern zahlt. Faktisch landet man wohl so grob bei 55-60%.

Ansonsten steht morgen die Abstimmung bzgl. der Projekte für das nächste Jahr an. Ich muss also darstellen, dass es auch ohne mich gehen kann ein halbes Jahr. Das ist aber ganz unabhängig von der Prüfung der Personalabteilung.

Ausrüstung mal wieder

Bounce Box

Ich hatte es ja schon angedeutet. Die Ausrüstung ist nun fast komplett. Ich habe jetzt noch eine Box bekommen, die man quasi als Mobiles Lager nutzen kann auf dem Trail (man trägt so wenig mit sich rum wie möglich – siehe auch Bounce Box). Somit schickt man alles was man im Moment nicht braucht mit der Post vor.

Die Box bzw. der Eimer ist aber auch zu Hause als Stauraum nutzbar. Der Vorteil ist, dass das Teil sogar weitgehend Wasser und Luftdicht verschlossen ist und leicht geöffnet und verschlossen werden kann.

Da auf den Bildern der Hersteller sichtbar ist, seid dies hiermit als Werbung gekennzeichnet. Der Hersteller ist aber vollkommen egal. Das System heißt Grit Guard. Die Eimer sind 5 Gallonen (also rund 18l) oder 3,5 (12l) Gallonen groß. In den Rahmen des Deckels wir ein Gummiring eingelegt und dann wird der Rahmen mit Gewalt auf den Eimer gedrückt (der Rahmen löst sich nicht von selbst wieder). Anschließend kann man den Deckel aufschrauben. Eigentlich ist das System wohl zum Autowaschen gedacht, wenn man sein Wasser mitnehmen möchte und es nicht auslaufen soll. Aber mal ehrlich – wer kutschiert denn sein Waschwasser durch die Gegend?!

Die Eimer sind übrigens ziemlich stabil und eignen sich somit für den Postversand. Drauf sitzen kann man auch. Also optimale Verpackungen für Hiker. Viel besser als eine Pappbox und unter 500 Paketen in einer Postfiliale auf jeden Fall besser zu finden, wenn man sie noch etwas bunt markiert. Ganz nebenbei sind die Dinger auch noch Mäuse und Rattensicher.

Den Rahmen bekommt man mit Gewalt auch wieder ab. Dafür muss man einen Fuß in den Eimer stellen und kräftig ziehen. All zu häufig sollte man das aber vermutlich nicht machen.

Schlafsack

Ich habe noch mit dem Hersteller des Schlafsacks diskutiert (ich hatte letzte Woche bereits berichtet). Ich habe nach mehreren Tests nach wie vor mit dem Reißverschluss gekämpft. Ich dachte erst, dass ist mangelnde Übung meinerseits. Aber nach mehreren Tests (also faktisch drin pennen und versuchen rein und raus zu kommen) wurde es nicht besser.

Zur Erklärung: Es gibt 3mm Reißverschlüsse (leichter) und 5mm Reißverschlüsse (schwerer / stabiler). Die 5er sind die Reißverschlüsse, die man normalerweise an Jacken hat (zumindest, wenn sie halbwegs robust sind). Wenn sie nur schön aussehen sollen, hat man eher 3mm Reißverschlüsse.

Bei dem Hersteller ist es so, dass die 5mm Variante einen Schutz vor Einklemmen hat und die 3mm Variante nicht. Somit hat man ständig den Innenstoff des Schlafsacks im Reißverschluss hängen. Bei einem Schlafsack, der knapp 500€ kostet, lebenswichtig ist und auch mal mindestens 150 Tage halten soll, fand ich das nicht überzeugend.

Nachdem ich nun um einen Austausch des Reißverschlusses gebeten habe (5mm statt 3mm) hat man mir dann erst eröffnet, dass der 5er den Schutz vor Einklemmen hat und der 3er nicht. Jetzt will man den Schutz nachrüsten. Ich bin gespannt, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin bzw. ob die Bastellösung so gut ist wie das Original vom Reißverschlusshersteller. Die guten Reißverschlüsse kommen übrigens heute fast alle von einem Hersteller. Man könnte es weltweites Monopol nennen.

Solarzelle mit Powerbank

Ich hatte es ja schon von einigen Hikern gelesen, dass Powerbanks mit Solarzellen quatsch sind, weil sie nicht funktionieren. Nachdem ist bei einer recht gute Bewertungen bei Amazon gesehen habe und dabei stand, dass sie über Sonnenlicht in 50 Stunden aufgeladen ist, habe ich mir dann gedacht, dass hört sich doch gut an. Jetzt liegt das Ding knapp eine Woche in meinem Zimmer und bekommt tagsüber Tageslicht und Abends das Licht von einer recht hellen Lampe ab. Der Ladeindikator zeigt auch, dass geladen wird. Nur an den 50% Ladezustand ändert das mal überhaupt nichts. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass die Zelle nur an den Ladeindikator angeschlossen ist und nicht an die Batterien.

Ergo: Die Bewertungen bei Amazon sind quatsch. Die Tipps der Thru-Hiker sind korrekt. Ich werde jetzt bis nächste  beobachten, ob die Solarzelle überhaupt einen Effekt hat oder nur Deko ist. Ansonsten geht das Ding zurück. Die Idee, dass man sich in Städten nicht ständig Strom schnorren muss (die Powerbanks laden immerhin 5h+ auf), fand ich recht reizvoll.

Fazit: Als Thru-Hiker sieht man nicht nur aus wie ein Penner, man richt auch so und man benimmt sich so. Beispielsweise hab ich noch nie in einem Supermarkteingang gesessen, mich an eine Steckdose gehängt und dort das gekaufte Zeug ausgepackt und umgepackt. Nur die Ausrüstung bei einem Thru-Hiker deutlich teurer als bei einem Penner.

Siehe auch hier:

Das Mädel im Video hat übrigens den Appalachian Trail, den Pacific Crest Trail und den Continental Divide Trail gewandert und lebt mittlerweile von Sponsoren, ihrem Blog, ihren YouTube Videos …

Sonntag at work

Heute muss ich mal zur Abwechslung arbeiten. Normalerweise habe ich am Wochenende frei. Da ich im IT-Bereich tätig bin, bieten sich diverse Tätigkeiten am ehesten am Wochenende an. Da wir in mehreren Zeitzonen tätig sind, ging es heute von 4:30 bis fast 12:00 und heute nachmittag voraussichtlich von 17:00 – 19:00 und dann wohl nachts irgendwann zwischen 0:00 und 3:00 noch mal 2h. Yeah, das zum 1. Advent. Aber das kommt zum Glück nicht so oft vor.

Und? Wie war eure Woche?

Weitere Leselaunen:

∗ Vom SuB-Abbau und heißersehnten Neuerscheinungen bei Friedelchens Bücherstube ∗ Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! bei Lieblingsleseplatz ∗ Kurz & Knapp bei Trallafittibooks ∗ Weihnachtsgeld ade! bei Letterheart ∗ Weihnachtsmarkt & Spekulatius bei Valaraucos-Buchstabenmeer ∗ Noch 29 Tage … bei Stars, Stripes & Books ∗ Advent, Advent, ein Lichtlein brennt bei RikeRandom ∗ Phantastische Tierwesen und Bohemian Rhapsody bei Bella’s Wonderworld ∗ Keep your eyes on the Stars bei The Book Dynasty ∗ Advent, Advent.. bei Andersleser ∗ Von unerwarteten Neuzugängen und vergessene Lieblingsreihen bei ninespo ∗ Adventskranz & Co. bei glimrende ∗ Weihnachten und Hochzeitskleider bei Nerd mit Nadel ∗ Leselaunen bei My Book&Serie&Movie Blog ∗ Von weihnachtlichen Vorbereitungen bei Lucinda im Wunderland ∗

Picknick mit Bären [Buch]

Bill Bryson - Picknick mit Bären

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Bill Bryson

Titel:

Picknick mit Bären (352 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Wer kann schon die Worte »Great Smoky Mountains« oder »Shenandoah Valley« aussprechen, ohne dabei nicht das Bedürfnis zu verspüren, »einen Laib Brot und ein Pfund Tee in einen alten Rucksack zu werfen, über den Gartenzaun zu springen und loszuziehen«, wie es der Naturforscher John Muir ausdrückte.

Der Anfang der Buch ist genial. Ich habe schon lange nicht mehr bei der Lektüre eines Buches so herzhaft und oft lachen müssen. Die trockene und (leicht) sarkastische Art die Ausrüstungsauswahl und andere Dinge zu beschreiben, ist unglaublich humorvoll und absolut treffend.

Nach der Vorbereitungsphase geht es auf den Trail. Dort wechselt der Autor immer zwischen historischen Hindergrundinfos oder anderen Informationen und dem aktuellen Geschehen. Die diversen Zusatzinfos sind zwar besonders anfangs oft interessant, nehmen aber deutlich den Schwung aus der Geschichte.

Manchmal hat man aber auch den Eindruck, dass sie nur das Buch auf eine bestimmte Seitenzahl dehnen sollen. Warum sollte mich zum Beispiel interessieren welche Entdecker vor 200 Jahren unterwegs waren und irgendwelche Pflanzen nach Europa transportiert haben, wenn ich ein Buch über den Appalachian Trail lese? Nur weil die vor 200 Jahren in der Region des Trails unterwegs waren?

Das Baumsterben hat bereits erschreckende Ausmaße angenommen. Ulmen und Kastanien sind dort längst verschwunden; der stattliche Schierling und der blütenreiche Hartriegel sind im Verschwinden begriffen; Rottanne, Frasertanne, Eberesche und Zuckerahorn sind als nächste dran. Wenn es jemals an der Zeit war, diese einzigartige Wildnis zu erleben, dann jetzt.

Viele am Rande angeschnittene Themen haben somit bestenfalls peripher etwas mit dem Trail zu tun. Erwähnt wird zum Beispiel auch der amerikanische Bürgerkrieg. Auch diverse Morde entland des Trails über die letzten Jahrzehnte werden behandelt und wen wundert’s, der Autor schafft es sogar den Urkontinent Pangäa in einem Buch über einen Hike des Appalachian Trail zu verstecken.

Gerade nach dem sehr humorvollen Anfang fügt sich das alles nicht zu einem wirklich stimmigen Gesamtbild. Auch später im Buch gibt es immer wieder witzige Phasen aber so gut wie am Anfang wird es nicht mehr.

Man weiß auch als Leser nie so genau wie weit das Buch der Realität entspricht. Es ist sehr offensichtlich, dass einige Dinge ausgiebig vom Autor ausgeschmückt wurden.

3.000 Kilometer zu wandern ist eine Sache, 3.000 Kilometer mit einem Kleiderschrank auf dem Rücken sind etwas ganz anderes.

Die Informationen zum Hiken werden hier eher nebensächlich vermittelt und stehen keinesfalls im Mittelpunkt. Bei diesem Buch handelt es sich eher um ein Unterhaltungsbuch mit Hintergrundinfos, die sich aber eher auf den Trail und dessen Umgebung an sich als auf das Wandern des Trails beziehen.

»Glauben Sie, daß wir es schaffen werden?« sagte Katz. Er musterte uns nacheinander. »Ach, Sie werden es schon schaffen«, antwortete er, aber in seinem Gesicht stand etwas anderes zu lesen.

Genauso wie auch die berühmte Wanderung des Pacific Crest Trails von Cheryl Strayed (hauptsächlich wegen dem Film zu ihrem Buch), hat auch der Autor dieses Buches “nur” einen begrenzten Teil des Trails gewandert (1400km von rund 3500km). Aber darf man überhaupt nur sagen, wenn man selbst nicht mindestens die gleiche Leistung erbracht hat? 🙂

Wenn man einen Grund finden will nicht zu hiken, liefert dieses Buch ihn von allen Hikingbüchern, die ich gelesen habe am ehesten. Es wird eine Unmenge an tödlichen Risiken aufgezählt. Allerdings lässt der Autor die Schönheit der Natur nicht unerwähnt.

Nach den Flecken auf der Matratze zu urteilen, hatte der letzte Benutzer nicht an Inkontinenz gelitten, sondern sich vielmehr ihrer erfreut. Offenbar hatte er das Kissen in seine Freuden mit einbezogen.

Für Zitate bietet das Buch übrigens unheimlich viele tolle Stellen. Diverse Stellen haben auch eine unglaubliche Situationskomik. Wer also ein wenig Fantasie hat, wird an diversen Stellen im Buch herzhaft lachen können.

Fazit:

Das Buch startet sehr vielversprechend, lässt dann aber stark nach und verliert sich in vielen Seitenwegen, wenn wir mal bei der Analogie des Trails bleiben wollen.

Ihr Freund eilte ihr zur Hilfe. »Es gab am Anfang ein paar schwierige Phasen«, sagte er, »aber wir haben unser ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt, und Sein Wille geschah.« »Lobet den Herrn«, flüsterte die Frau fast unhörbar. »Ach so«, sagte ich und nahm mir vor, unbedingt meine Zimmertür abzuschließen, wenn ich nachher ins Bett ging. »Und gesegnet sei Allah für das Kartoffelpüree«, sagte Katz vergnügt und lud sich zum dritten Mal auf.

So richtig ist das Buch weder Fisch noch Fleisch. Ich sage das selten, aber abseits des tollen Humors gerade am Anfang hat mir der Film besser als das Buch gefallen. Am ehesten könnte man das Buch vielleicht mit einem Roadtrip (nur das es hier keine Straße ist) beschreiben.

Der Autor legt größere Teile des Trails per Auto zurück und beschreibt – ähnlich wie in vielen Reisereportagen Dinge im Umfeld des Trails.

Bewertung:

3 out of 5 stars 3,0

Vergleichbare Bücher / Serien:

Der große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

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