Montagsfrage: Wie gehst du damit um, wenn sich herausstellt, dass ein Autor, dessen Bücher du sehr schätzt, Auffassungen äußert, mit denen du nicht übereinstimmst?

Bei der Montagsfrage wird von lauter-und-leise jeden Montag eine Frage gestellt, die auf dem eigenen Blog zu beantworten ist. Diese Frage muss innerhalb einer Woche beantwortet werden.  An dieser Aktion nehmen diverse Blogs teil.

Die Montagsfrage ist umgezogen und hat nun endlich ein neues zu Hause. Bisher war die Montagsfrage bei Buchfresserchen angesiedelt und nun bei lauter-und-leise.

In der letzten Woche habe ich unerwartet meine zweite Impfung bekommen. Ich hatte leichte Nebenwirkungen aber es war besser als die erste Impfrunde. Nun bin ich Kreuzgeimpft. Wie ich schon vermutet hatte, gehen nun die Diskussionen los welche Impfung (Impfstoffe, Impfstoffkombinationen und Zeit zwischen den Impfungen) wo anerkannt wird und welche nicht. Insofern immer her mit der Auffrischungsimpfung. 😉

Ich lese aktuell an der Leitstern Serie (Indiana Jones im Weltraum).

Achja und mein geplanter Urlaub im August / September hat sich zerschlagen. Jetzt versuche ich alternativ in Deutschland zu wandern. Mal sehen, ob noch Übernachtungsplätze zu bekommen sind. Auf dem Plan stehen Lüneburger Heide und bayrische Alpen.

Zur Frage:

Kurze Antwort: Überhaupt nicht. Buch und Meinung des Autors haben für mich nichts miteinander zu tun, so lange ich die Meinung nicht im Buch finde. Davon abgesehen sind derartige Themen doch leider heute meist nur der Sturm im Wasserglas. Nehmen wir als ein prominentes Beispiel J.K. Rowling, die sich in einem Post über das Rumeiern bei der Gendersprache geäußert hat – sinngemäß “Menschen die menstruieren, hießen die nicht mal Frauen”?

Daraus und aus einigen weiteren Äußerungen von ihr (ich habe das ehrlich gesagt nicht im Detail verfolgt, weil es mich auch nicht interessiert) ist dann ein Shitstorm entstanden. Warum ist ihre Meinung nun wichtiger als die von jemand anderem? Nur weil sie bekannt ist und viel Geld hat?

Und warum sind wir heute nicht mehr zu einem sachlichen Diskurs in der Lage? Sobald jemand eine Meinung abweichend zur eigenen äußert, wird derjenige möglichst schnell in irgendeine Schublade gepackt (rechts, links, frauenfeindlich, ausländerfeindlich, nicht divers, whatever oder noch simpler einfach beleidigt) und es hagelt einen Shitstorm in  “sozialen” Medien (wenn das den sozialen Level der Menschheit widerspiegelt, haben wir wirklich ein Problem).

Dementsprechend äußern Politiker möglichst selten klare Standpunkte (man erinnere sich an Debatten früher im Bundestag), sondern versuchen oft möglichst neutral zu bleiben.

Sobald nun ein Opfer gefunden ist, hauen 90% der Medienlandschaft mit drauf und andere Personen äußern sich über die sozialen Medien analog. Oft beleidigend, meist wenig inhaltsorientiert.

Trump hat schön vorgemacht wie simpel die Welt heute gestrickt ist. Ein paar Sätze auf Twitter jeden Tag reichen vollkommen aus um 50% der Bevölkerung zu gewinnen. Der hat allerdings ganz bewusst die extremen Lager angesprochen. Das funktioniert offenbar ganz hervorragend mit simplen provokanten Botschaften, die man streut. Und die Medienlandschaft ist immer wieder schön drauf angesprungen.

2 Kommentare

  • Hey Torsten,

    grundsätzlich trenne ich Autor_in und Werk auch, ich muss aber sagen, wenn ich mit Aussagen konfrontiert werde, die meinen grundlegenden moralischen Überzeugungen widersprechen, kann es durchaus vorkommen, dass ich keine Bücher dieser Person mehr kaufe, weil ich sie nicht unterstützen möchte.

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

    • Torsten

      Hallo Elli,

      das kann ich gut nachvollziehen. Es ist wahrscheinlich ähnlich wie bei einem Juryprozess in den USA. Man bezieht zwangsläufig unterbewusst Informationen ein, die man hat. Beispiel: Ich wusste vorher, dass der Narnia Autor religiös ist. Auch wenn dass im ersten und letzten Band überdeutlich ist, beeinflusst mich das bei der Bewertung schon etwas. Gerade in besagten Bänden kam ich mir zum Beispiel etwas missioniert vor.

      LG

      Torsten

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