Die Geschichte von Sin und Miriam [Serie]

Die Geschichte von Sin und Miriam Die Erwachte - Sabine Schulter  Die Geschichte von Sin und Miriam Der Wächter - Sabine Schulter  Die Geschichte von Sin und Miriam 3 Die Revolution - Sabine Schulter

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sabine Schulter

Teile der Serie:

  • Die Geschichte von Sin und Miriam 1 – Die Erwachte (648 Seiten)
  • Die Geschichte von Sin und Miriam 2 – Der Wächter (626 Seiten)
  • Die Geschichte von Sin und Miriam 3 – Die Revolution (461 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Irgendwie fühlte ich mich wie ein Hund, auf den keiner aufpassen wollte, aber ich konnte Sophie verstehen und freute mich für sie, dass Fire sich einverstanden erklärte sie mitzunehmen.

Miriam ist 22 Jahre alt und studiert in München Medizin. Sie hatte ihr ganzes Leben lang das Gefühl beobachtet werden. Bis es vor 3 Jahren plötzlich weg war. Nun ist das Gefühl zurück.

Sin hat gerade seine Ausbildung beendet und ist zum 1. Wächter für Miriam ernannt worden. Er war es der Miriam – mit magischer Hilfe unsichtbar – bis vor 3 Jahren beschützt hat, bevor er seine Ausbildung in Ägypten abgeschlossen hat. Nun ist er zurückgekommen. Die Wächter können ihre körperlichen Attribute mit Magie steigern und einen Schild um sich weben, der sie vor Suchenden oder Menschen die nicht erwacht sind beschützt.

Werde dir erst einmal über deine eigenen Gefühle klar, bevor du an seine denkst.« Ich lächelte schief. Damit hatte sie recht.

Miriam erlebt die Phase des Erwachens. Nach dieser Phase kann sie die Magie der Wächter durchdringen und diese sehen. Weiterhin ist sie danach für die Suchenden interessant, weil diese sich von Magie ernähren – besonders von der Magie der Erwachten.

Sin und Miriam finden sich beide direkt interessant und es prickelt zwischen den beiden. Da Miriam Magiefähigkeiten aber außerordentlich hoch sind, werden noch zwei zusätzliche Wächter angefordert. Das Team setzt sind in Summe aus 5 Wächtern zusammen. Eine davon ist nicht sehr umgänglich uns steht auf Sin, der aber ihre Gefühle nicht erwidert.

Er konnte es nicht mit ansehen, wie die sonst so starke Miriam litt. Und doch wusste er nicht, wie er ihr helfen konnte. Die Albträume musste jeder für sich überstehen.

Aufgrund ihres extrem hohen magischen Gespürs soll Miriam auf Wunsch der Anführerin der Wächter als Jägerin tätig werden, um die Population der Suchenden zu dezimieren.

Welchen Bedrohungen wird Miriam ausgesetzt sein? Kann sie ein normales Leben führen oder wird sie ständig in Lebensgefahr schweben?

Ich beschloss alles vorerst zu verdrängen, bis ich mit Sophie darüber gesprochen hatte. Oder mit meiner Mutter. Vielleicht half mir eine andere Sichtweise besser, mit alldem klarzukommen.

Wie bei Sabine Schulter üblich wechseln die Perspektiven. Bei dieser Serie zwischen Sin und Miriam. Das ist interessant und gut gemacht allerdings kann man aus dem Perspektivwechsel durchaus noch etwas mehr rausholen als Sabine Schulter das hier macht. Obwohl nicht aus der Ich Perspektive geschrieben, fühlt ich mich als Leser aber fast so, als wenn direkt aus der Perspektive der Person berichtet wird.

Die Beziehung ist Anfangs eine klassische Dreiecksbeziehung. Bzw. man kann eher sagen, dass Thunder (alle haben Decknamen) versucht in die Kennenlernphase von Sin & Miriam zu pfuschen aber er mag sie nicht.

Hoffentlich sehe ich ihn wieder, war mein erster Gedanke daraufhin. Dann fiel mir die Sache mit dem Erbrechen wieder ein und der herbeigesehnte Zeitpunkt verschob sich um einiges nach hinten.

Ich mochte die Charaktere bis auf Thunder von Anfang an. Der Schreibstil ist – wie ich es von der Autorin bereits gewöhnt bin – sehr natürlich.

Wie üblich bei derartigen Büchern kommen Sin & Miriam, obwohl sie sich sehr mögen, lange Zeit nicht zusammen. In diesem Buch sind die Gründe dafür aber sogar sehr gut nachvollziehbar und selbst ohne Diesen sind die Gründe nicht von der Hand zu weisen. Können Sie diese Schwierigkeiten überwinden?

Ich stütze die Arme auf den Tisch und sah ihm in seine goldenen Augen. »Manche Wagnisse sind es wert, sie einzugehen. Und ich war schon immer der Meinung, dass man sich von Angst nicht abhalten lassen sollte.«

Das Buch erzeugt anfangs absolute Wohlfühlatmosphäre bei mir – zumindest bis zur Mitte des Buches. Danach wird es spannender und somit geht die Wohlfühlatmosphäre etwas dahin. Aber es soll ja auch nicht langweilig werden. 😉

Das Buch ist in sich abgeschlossen. Es gibt also keine bösen Cliffhanger.

Anders als in manchen Jugendbüchern findet hier nicht das hässliche oder zumindest unauffällige / erfolglose Entlein bzw. Enterich das perfekte Gegenstück, sondern beide stehen voll im Leben, sehen gut aus, sind erfolgreich und selbstbewusst (was wohl eindeutig öfter so vorkommt und somit realistischer ist).

Buch 2:

»Manche Dinge sind für einen so natürlich, dass man erst bei ihrem Verschwinden realisiert, dass man eigentlich keine Ahnung davon gehabt hat.«

Zwei Jahre sind nach den Ereignissen des ersten Buches vergangen. Miriam wird nach wie vor von ihren Wächtern beschützt und ist mit ihrem Medizinstudium beschäftigt. Zusätzlich unterstützt Miriam aufgrund ihrer extrem stark ausgeprägten magischen Fähigkeiten die Wächter bei der Arbeit.

Miriam schwebt ständig in der Gefahr, dass die Suchenden sie entführen.

Er sagte es auf solch eine entwaffnende Art, dass ich beinahe mit einem flotten Spruch geantwortet hätte, wenn Sins Stimmungswechsel von ruhiger Ausgeglichenheit zu einem flammenden Racheengel nicht beinahe greifbar gewesen wäre.

Dabei stoßen die Wächter in Frankfurt auf ein neues Verhalten der Suchenden aufmerksam, die schon wieder einen magischen Baum anzapfen und zu ihren Zwecken verwenden.

Und wie sich zeigt laufen die Spuren in Ägypten zusammen – also dort wo Sin seine Ausbildung beendet hat und Miriam ist ruck zuck wieder mitten im Geschehen.

Welchen Gefahren wird Miriam dieses Mal ausgesetzt sein, nachdem sie im ersten Band schon fast gestorben wäre?

Die Suchenden bekommen in diesem Band mehr Charakter. Scheinbar gibt es auch bei den Suchenden mehr Grautöne, als man es nach dem ersten Band denken könnte. In diesem Band kommen auch Suchende vor, die zumindest scheinbar oder vielleicht auch mit Überzeugung Frieden wollen.

»Keine Sorge, Schatz, einfach ist es an deiner Seite mit Sicherheit nicht«, versicherte mir Sin mit einem finsteren Blick. Ich seufzte und ließ es zu, dass er mir einen Arm um die Taille legte, um mich zu stützen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass seine gute Laune in den letzten beiden Wochen sehr gelitten hatte.

Sins Exfreundin und diverse andere Charaktere spielen auch eine Rolle.

Die Beziehung zwischen Sin und Miriam finde ich nach wie vor toll. Das Buch kommt wieder ohne Beziehungsdramen aus und ich mag die Chemie zwischen den Charakteren. Wie auch im ersten Teil fühlt sich das einfach gut an. Die im ersten Teil beschriebene Wohlfühlatmosphäre habe ich also auch hier. Mag sein, dass einigen das nicht genug Action ist, mir gefällt es.

Miri bringt sich durch ihre selbstlose und aufopfernde Art immer wieder in Gefahr und ihre Wächter zur Verzweiflung. Selbst mir als Leser geht das teilweise so.

Meine Wächter und die drei Jäger unterhielten sich den gesamten Flug hindurch über die Mission, aber ich brauchte meine ganze Willenskraft, um nicht zu hyperventilieren oder jemandem meinen Mageninhalt auf die Schuhe zu spucken.

Die Idee wie die Bäume und die Suchenden in unsere Welt gelangt sind, ist übrigens wirklich gut. Die Erklärung ist nicht angreifbar und einerseits simpel, andererseit komplex und plausibel. Tolle Idee!

Ganz nebenbei werden Themen wie der Hass auf Minderheiten angesprochen. Irgendwer muss ja am eigenen Scheitern oder den eigenen Problemen schuld sein. Das ist aber sehr unterhaltsam und ohne den erhobenen Zeigefinger verpackt.

Der zweite Teil geht wie auch der erste recht geruhsam los, endet aber ziemlich fulminant.

Buch 3:

Und wenn ich mich in dieser Sache schon weltweit stark machen wollte, wo sollte ich dann aufhören? Überall auf der Welt litten Unschuldige. Alles Leid zu lindern war ein utopischer Wunsch. Es musste für mich vorerst genügen, dass ich meine Zukunft als Ärztin plante und derweil die Jäger gegen die Suchenden unterstützte.

Das dritte Buch beginnt zwar mit einem zeitlichen Versatz aber inhaltlich nahtlos dort wo der zweite Teil geendet hat. Die Bedrohung durch die Suchenden in Ägypten ist geringer geworden, da die Wächter einen Angriff führen konnten, der die Rudel zersprengt und ohne Führung zurückgelassen hat.

Allerdings gibt es offenbar weitere Wächter, die sich der Meinung anschließen, dass es einfacher ist, die Erwachten zu töten, als sie zu schützen. Somit würde den Suchenden die Möglichkeit genommen sich schnell zu vermehren.

Direkt zu Beginn des Buches wird ein Erwachter von seinem Wächter in Deutschland getötet. Die Gefahr für Miriam ist also mal wieder groß und wie sich in dem weiteren Verlauf zeigt, nicht nur für sie.

Wie klingt das für dich?« Leise musste ich lachen. »Als ob mein Hund gestorben wäre und du mir deswegen einen schönen Tag machen möchtest.«

Es scheint zumindest so, als wenn die fanatischen Ideologien das Motiv der Angreifer sind, oder steckt vielleicht noch viel mehr dahinter?

Mir hat beim zweiten Buch schon gefallen, dass eine Zeitspanne zwischen den Büchern liegt und der Leser nicht genau die Umstände und Rahmenbedingungen vorfindet, mit denen der vorherige Teil beendet wurde. Damit wird der Start direkt interessanter.

Man bekommt als Leser eben nicht genau die Situation vorgesetzt, die man erwartet hat. Das ist auch in diesem Band der Fall.

»Nein, das meinte ich nicht, sondern dass du meine Welt so bereicherst. Dass du alles dafür tun würdest, um mir ein Zuhause zu geben, und dass du mich so sehr liebst, dass du sogar daran zerbrechen würdest, wenn du mich verlieren solltest. Du hast keine Ahnung, was du mit deiner Art, deinem ganzen Wesen in mir auslöst. Aber ich genieße es so sehr!«

Die Geschichte erweckt anfangs den Eindruck, als wenn der Handlungsstrang aus dem zweiten Teil einfach fortgeführt wird. Als Leser tappt man lange Zeit im Dunkeln welche Motive und Akteure hinter den Aktionen stecken.

Der Schreibstil ist nach wie vor toll und ich bin diesbezüglich ziemlich begeistert von den Büchern von Sabine Schulter.

Sin und Miriam sind als Charaktere nach wie vor toll und auch die Chemie zwischen den Wächtern und ihr ist super. Einige Charaktere, die man im zweiten Teil liebgewonnen hat, tauchen auch in diesem Buch wieder auf. Somit findet man in diesem Buch also eine Mischung aus den Charakteren von Teil eins und zwei.

Lediglich am Ende ist man als Leser den Akteuren voraus und erkennt den Verräter schon etwas vorher, obwohl man nicht mehr Informationen hat als sie selbst. Das Ende ist leider insgesamt etwas schwach und nicht realistisch. Das kann den Eindruck einer ansonsten überragenden Buchserie aber nur leicht trüben.

Fazit:

Die Serie ist insgesamt herausragend.

Die Autorin hat einen wirklich angenehmen Schreibstil, der sich absolut natürlich anfühlt.

Im ersten Teil kommt über weite Teile eine Wohlfühlatmosphäre auf. Die Beziehung zwischen Sind und Miriam ist wirklich klasse. Besser kann eine Partnerschaft nicht sein.

Der zweite Teil führt diverse neue Charaktere ein und liest sich genauso gut wie der erste.

Und im dritten überschlagen sich die Ereignisse.

Bewertung:

4,5/5

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Eine Person wird seit ihrem 10. Lebensjahr jeden Tag bewacht und dann als es für die Person durch das Erwachen gefährlich wird, bewacht sie keiner und stattdessen hinterlässt man ihr eine Nachricht, dass sie doch bitte zu Hause bleiben soll und zwar ohne Grund?! Das macht überhaupt keinen Sinn.
  • Ein Viertel der Weltbevölkerung sind Limare (ok und das hat sich bis zu den Menschen nicht rumgesprochen?) und die meisten davon sind Wächter. Also sind wir im Milliardenbereich.
  • Was hilft einem als Wächter eine Hellebarde? Die kann man doch eh nirgends mitnehmen
  • Wenn angeblich so wenig wie möglich Wächter von den Erwachten wissen sollen ist es nicht so schlau sie ins Rathaus zu bringen, wo diverse Limare sind. Auch später lernt Miriam so viele Limare kennen, dass von Geheimnis keine Rede sein kann. Im zweiten Buch weiß sogar ein ganzer Stützpunkt über Miri bescheid.
  • Wie soll die Existenz der Limare vor den Menschen verborgen werden, wenn die Limare mit ihren Wächtern, Trainingsräumen und Waffenkammern das halbe Rathaus belegen?
  • Wenn die Suchenden wissen wo Miris Wohnung ist und sie umzieht, dann sollten sie danach auch wissen wo Sins Wohnung ist.
  • Wie sollen denn die magischen Bäume sterben können, wenn sie automatisch dort entstehen, wo sich größere Menschenansammlungen befinden?
  • Den Drachen, der Miri ständig begleitet kann jeder sehen?! Ich war davon ausgegangen, dass der für nicht Magiebegabte unsichtbar ist. Es ergibt nicht viel Sinn, wenn den Drachen jeder sehen kann, weil das an zig Stellen in der Geschichte zu Problemen führen würde.
  • Der Tausch der Fähigkeiten ist aufgrund der geringen Blutmenge unlogisch. Eher wäre es zu erwarten, dass man zusätzlich für einen kurzen Zeitraum auf beide Fähigkeiten zugreifen kann.
  • Die Wächter sind ein durch und durch militärischer und disziplinierter Haufen und nach dem Mordanschlag wird ernsthaft darüber diskutiert, ob die Schüler noch Wächter werden können?!
  • Den Ansatz die Erwachten zusammen zu ziehen finde ich nicht logisch. Die Angreifer haben alle Zeit der Welt. Warum soll man angreifen, wenn man den Feind viel leichter aushungern kann?
  • Die offenen Kämpfe der Drachen, Wächter und Suchenden sind nicht so ganz logisch. Wie soll dass denn die Bevölkerung nicht mitbekommen?
  • Die Argumentation, dass die Jäger nur Befehle befolgen ist ziemlich schwach aus meiner Sicht. Mag ja sein, dass man beim Militär so tickt, dass man nur die Befehle des direkten Vorgesetzten zu befolgen hat, auch wenn man weiß, dass man denen des nächsthöheren Vorgesetzten genau zuwider handelt.
  • Das sich eine Anführerin der Jäger und Wächter auf einen Kampf um die Führung einlässt, obwohl es dazu weder Regelungen, noch einen Grund gibt, halte ich für reichlich unrealistisch. Das Ende vom letzten Band wirkt somit etwas gekünstelt. Bei der Auswahl des Führers der Jäger & Wächter ist es vollkommen irrelevant, ob derjenige am besten kämpfen kann.

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