Montagsfrage: Verschenkt ihr Bücher auch, wenn ihr sie selbst nicht gelesen habt?

Bei der Montagsfrage wird von lauter-und-leise jeden Montag eine Frage gestellt, die auf dem eigenen Blog zu beantworten ist. Diese Frage muss innerhalb einer Woche beantwortet werden.  An dieser Aktion nehmen diverse Blogs teil.

Die Montagsfrage ist umgezogen und hat nun endlich ein neues zu Hause. Bisher war die Montagsfrage bei Buchfresserchen angesiedelt und nun bei lauter-und-leise.

Die Maxton Hall Serie habe ich nun beendet und die Rezension dazu ist online.

Ich hatte letzte Woche berichtet, dass ich den Blog Server auf Ubuntu 20.04 bringen wollte und das ziemlich holprig war und dabei angekündigt, dass der Blog wahrscheinlich auf einen SSD Server umzieht, weil das einige Vorteile mit sich bringt.

Der Umzug ist jetzt durch. Wenn ich solche Aktionen wieder mache kann ich nun vorher einen Snapshot anlegen auf den ich dann später in Sekunden zurückwechseln kann., wenn irgendwas nicht so läuft wie gewünscht. Immer vorausgesetzt natürlich ich mache einen Snapshot, bevor ich den Server sabotiere. 😉

Der Server läuft nun auch auf Ubuntu 20.04. Ich habe den neuen Server genutzt um zu experimentieren, ohne das der Blog für mehrere Tage down ist.

Wie im realen Leben ist Umziehen aber auch immer mit Aufwand verbunden. Somit war ich eine Weile beschäftigt und wie immer hat es länger gedauert als gedacht. Für die Blogbenutzer ändert sich durch den Umzug nichts (ggf. muss man einmal den Browsercache löschen – nur Bilder und Dateien – nicht den Verlauf und Cookies).

T-Online Benutzer können aktuell keine Mails direkt vom Server bekommen (also z.B. wenn man den Blog per Mail abonniert), weil T-Online die IP des neuen Servers dauerhaft blockt. Alle anderen Varianten funktionieren über andere Wege und sollten davon nicht betroffen sein. Ich zoffe mich gerade mit T-Online, die äußerst unverschämt agieren. Mehr dazu hier.

Ich hoffe das die Aufrufgeschwindigkeit des Blogs nun im halbwegs grünen Bereich ist und bleibt aber das muss ich abwarten. Wenn man die Werbung der VPS Server Anbieter liest meint man ja meist einen Ferrari zu kaufen und wundert sich dann später, dass sich der Ferrari eher wie ein Trabi anfühlt, wenn er geliefert wird. 😉

Dementsprechend wenig habe ich letzte Woche gelesen. Für Morgen gibt es dann aber etwas verspätet den Rückblick zum ersten Lesequartal.

Zur Frage:

Es kommt nicht so häufig vor, dass ich Bücher verschenke. Wenn das aber der Fall ist, habe ich auch kein Problem damit ein Buch zu verschenken, dass ich nicht gelesen habe.

Wenn sich jemand ein Buch wünscht, ist der Fall eh klar.

Wenn ich weiß, dass sich jemand für eine bestimmte Kategorie interessiert, dann versuche ich etwas zu finden was möglicherweise dem Geschmack entspricht aber noch nicht vorhanden ist. Auch wenn ich einen Buchblog betreibe und dort Rezensionen schreibe, ist mein Geschmack ggf. vollkommen anders als von der Person, die beschenkt wird.

Ich bin immer wieder erstaunt wie unterschiedlich Bücher wahrgenommen werden bzw. wie unterschiedlich die Rezensionen dazu ausfallen. Diesbezüglich gibt es ja kein richtig oder falsch. Wenn jemand ein bestimmtes Buch nicht gefällt, dann ist das halt so. Man kann zwar über die Gründe diskutieren aber jedem steht seine eigene Meinung zu. 😉

Natürlich fällt es einem leichter ein Buch zu verschenken, dass man selbst total klasse fand und in einem Genrebereich liegt, der einen interessiert.

Wie ist es bei euch? Macht ihr den Testleser?

Leselaunen Umzug und Technikkram

Leselaunen

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Da ich unten ggf. einige Markennamen erwähne, kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung.

Aktuelles Buch:

Noch nichts. Ich hoffe aber in der kommenden Woche mehr zu lesen.

Aktuelle Lesestimmung:

Maxton Hall 3 Save Us - Mona Kasten

Mein Lesefortschritt lag diese Woche quasi bei Null. Das lag aber nicht an der Lesestimmung oder am Buch, sondern einfach daran, dass ich anderweitig beschäftigt war (siehe unten).

Die Rezension zur obigen Maxton Hall Reihe findet ist nun auch online. Ich war unerwartet begeistert. Trotz der eigentlich recht normalen Story (keine Aliens, Trolle, Elfen oder sonstige unnatürliche Elemente), konnte mich die Geschichte begeistern.

Zitat der Woche:

‘Gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter. – Sam Feuerbach, Die Krosann Saga 

Was für ein Zufall (wirklich! es ist einfach das nächste nach der letzten Woche, schaut selbst nach!) das Zitat passt super zu den Postmastern von T-Online bzw. zu meinem Post unten. 😉

Und sonst so?

Diese Woche hatte ich drei tage Kurzarbeit (also frei, einen Tag Urlaub, einen Feiertag und trotzdem ein maximal volles Programm. Es stand Technikkram, ein Blogumzug und anschließend Aufregen über T-Online auf der todo Liste.

Ich bin nicht mal zum Lesen gekommen. 🙁

Heute habe ich drei Blogeinträge geschrieben. Die Rezension zur Maxton Hall Reihe, diesen Beitrag und das erste Lesequartal (der geht Dienstag online). Somit hat sich auch im Blog mal wieder was getan.

Ich hatten in den letzten Leselaunen bereits geschrieben, dass der Versuch den Blogserver auf Ubuntu 20.04 LTS zu bringen den Blog für 1,5 Tage lahmgelegt hat. Sagen wir es einfach mal so, es lief nicht ganz rund. Danach musste ich ein Backup vom Vortag einspielen, weil ich den Stand so nicht behalten wollte (hätte ich mal machen sollen, besser wurde es das Ergebnis auch später nicht).

Da ich mir nach der Aktion einen neuen VPS Server angemietet habe, der auch Snapshots unterstützt und ich über den Schritt auf einen SSD Server zu wechseln eh schon länger in Angriff nehmen wollte, weil der Blog temporär einfach sehr lahm war, habe ich die Woche für den Umzug genutzt. D.h. der Blog ist nun bereits umgezogen.

Gleichzeitig habe ich die Chance temporär einen zweiten Server zur Verfügung zu haben dafür verwendet um das Ubuntu Upgrade noch mal anzugehen. Faktisch habe ich beim ersten Mal aber nichts falsch gemacht Der Upgradeprozess auf Ubuntu 20.04 ist aktuell einfach extrem unrund es gibt diverse Bugs.

Wie so häufig wenn man den Server oder besser gesagt die IP Adresse des Servers wechselt ist T-Online mal wieder extrem negativ aufgefallen. T-Online verweigert die Nutzung von Standards im Mail Bereich (kein Dane, kein DKIM, kein DMARC, kein SPF und es werden vollkommen veraltete Ciphers und Verschlüsselungsstandards verwendet, die so unsicher sind, dass man sie mit etwas Recherche im Netz in Sekunden oder Minuten knacken könnte, wenn man es darauf anlegen würde).

Den offiziellen “Standpunkt” von T-Online man auch ganz offiziell nachlesen: https://postmaster.t-online.de/

Lustig ist zum Beispiel die Passage in der kurz angesprochen wird, dass kein DKIM verwendet wird. Warum das so ist wird nicht weiter begründet. DKIM fügt an eine Mail eine Information an, die bestätigt, dass die Mail seitens des Absenders (Mailadresse) autorisiert ist. Das ist ein Wirksames verfahren um Spam von gefälschten Adressen aussondern zu können.

Es gibt aber immerhin ein Projekt. Hört sich ein wenig nach einer Bachelor oder Masterarbeit an. Bei großen Unternehmen dauert es halt schon mal länger.

Bisher werden DKIM-Signaturen weder gesetzt noch ausgewertet. (Eine Ausnahme ist das Projekt “Trusted Dialog”, bei dem DKIM-Signaturen für das “Inbox Branding” eingesetzt werden.)

Auch andere Schutzverfahren werden so nebenbei alle als Quatsch ausgesondert. Für mich ist die Aussage in etwa so wie “Wenn ich eh wieder dreckig werde, warum soll ich mich überhaupt jemals im leben waschen?” oder bezogen auf Corona “Warum gehe ich nicht gleich zu einer Großveranstaltung mit 1 Mio Leuten, wenn die Schutzmaßnahmen wie Abstand halten oder Masken eh nicht 100% sicher sein.” oder um konkret auf die IP Sperren einzugehen.

“Von den aktuellen Testverhalten halten wir nichts. Wir haben einen Schamanen der durch anschauen prüft, ob jemand Corona hat. Wir lassen nur noch Leute in unser Haus rein, die der Schamae abgesegnet hat. Wir erwarten allerdings, dass Leute aus unserem Haus raus dürfen. Wir haben per Definition kein Corona, obwohl wir alle offiziellen Test ablehnen.”

Desto unverschämter ist es, dass sich T-Online offenbar als Bekämpfer des Spam sieht (fehlt nur das Superman Kostüm). Das macht T-Online aber nicht durch die Nutzung durch obige Standards und ausschließliches bannen von negativ auffälligen Mailservern.

Nein, warum denn das? Das macht der Rest der Welt. T-Online proklamiert für sich besser und schlauer zu sein als alle anderen (mithilfe der Schamanen Supermänner Postmaster).

D.h. Standards werden ignoriert aber Anbieter von Servern werden mit permanenten IP Sperren überzogen. Bisher ist mit das bei den letzten VPS Servern immer so gegangen, dass Mails an T-Online nicht zugestellt werden können, weil T-Online IPs dauerhaft blockt. Bei dem aktuellen ist es so, dass er in keiner Blacklist (das sind Negativlisten, in denen Spamserverbetreiber aufgeführt werden) enthalten ist.

Für die Sperren wird auch kein Grund genannt, das wird einfach gemacht nach Gutdünken der Postmaster, die sich als kleine Götter aufschwingen können (wenn man sonst nichts zu sagen hat, muss man das wohl kompensieren). Das ist wahrscheinlich so ähnlich wie mit großen Autos und … ach nein lassen wir das. 😉

Nach den bisherigen Erfahrungen sieht das für mich auch nicht nach Einzelsperren, sondern eher nach großflächigen Sperren von IP Bereichen aus. Das ist aber meine persönliche Meinung, die ich nicht belegen kann. Im Netz finden sich aber durchaus diverse Beiträge zu dem Thema, die durchaus eine Regelmäßigkeit erkennen lassen (ich weigere mich das System zu nennen).

Bisher hat T-Online die Sperren auf Zuruf entfernt. Die Zeiten scheinen aber vorbei zu sein. Somit ist aktuell keine Zustellung von Mails an T-Online möglich. Ich werde wohl noch eine nette Mail verfassen, bei denen ich mit rechtlichen Schritten drohe.

Eine rechtliche Grundlage für die Handlungsweise von T-Online gibt es zumindest nicht. Lustig ist auch, dass die meinen alten Bogserver zugelassen haben, obwohl ich dort weniger Aufwand betrieben habe, als beim aktuellen. In jedem Fall waren beide Server deutlich besser konfiguriert als die T-Online Mailserver.

Für den aktuellen Mailserver habe ich sogar eine separate Domein eingerichtet (bei einem VPS hat man normalerweise eine Domain wie 3514.serveranbieter.de). Für diese Domain kann man aber z.B. kein DANE einrichten. Weiterhin gilt die Domain als generisch weil fortlaufend. Eine separate Domain bedeutet mehr Aufwand in der Einrichtung und kostet natürlich jedes Jahr Geld.

Ein echter Sicherheitsgewinn ist sie nicht, weil man ja über den Serveranbieter oder auch so schnell raus bekommt wer der Betreiber einer Domain ist. Im Zweifelsfall geht bei einem guten Anbieter der Server in Stunden vom Netz, wenn er zur Spamverteilung verwendet wird. Zusätzlich werden die Blacklists weltweit gefüllt und die Mails werden nicht mehr angenommen. Echte Spambetreiber werden also sicher nicht den Aufwand betreiben und Mails an T-Online schreiben, sondern einfach IPs nutzen, die noch nicht gesperrt sind.

Dauerhafte Sperren treffen also nur Mailserver, die ihre IPs nicht ständig wechseln. Das wird gerade bei Spamservern anders sein, sonst wären sie nicht erfolgreich.

Zumindest gibt T-Online ein super Beispiel dafür ab, wie man es nicht machen sollte und die Antworten strotzen nur so vor Arroganz. Wer im Glashaus sitzt (siehe Standardunterstützung oben), sollte nicht mit Steinen werfen. Als Kämpfer gegen Spam braucht sich T-Online nun wirklich nicht darstellen.

So genug Dampf abgelassen.

Wie war eure Woche?

Weitere Leselaunen:

Viel Netflix und ein toller Film! bei Andersleser back to work bei Letterheart ∗

Maxton Hall [Serie]

Maxton Hall 1 Save Me - Mona Kasten  Maxton Hall 2 Save You - Mona Kasten  Maxton Hall 3 Save Us - Mona Kasten

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Mona Kasten

Teile der Serie:

  • Maxton Hall 1 – Save Me –  (416 Seiten)
  • Maxton Hall 2 – Save You –  (384 Seiten)
  • Maxton Hall 3 – Save Us –  (384 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Er sieht mir direkt in die Augen. »Weil sich auf dieser Welt niemand für dich interessiert, wenn du kein Geld hast.«

Ruby kommt aus normalbürgerlichen Verhältnissen, geht aber an eine Eliteschule.

Sie versucht an der Schule möglich wenig aufzufallen, weil sie mit den Reichen bzgl. der Statussymbole nicht mithalten kann und auch nicht in deren Schusslinie geraten will.

Vielleicht solltest du dich dran gewöhnen, Kontra zu bekommen, oder dich mit dem Gedanken anfreunden, abgelehnt zu werden. Wobei du selbst dann keine Probleme haben solltest, schließlich bist du ja immer noch reich, und die Welt interessiert sich für dich.«

Anfangs erlebt sie wie ein Lehrer mit einer Mitschülerin rummacht, die ausgerechnet zu einer der reichsten Familie des Landes gehört und sie versucht den Vorfall schnell zu vergessen. Der gutaussehende Bruder der reichen Familie kommt auf Ruby zu und versucht sie mit Geld und Drohungen mundtot zu machen.

Mir ist die Handlung am Beginn zu gewöhnlich. Der Hauptinhalt ist Highschoolalltag und eine Teenager Lovestory, die mit ungewöhnlichen Voraussetzungen beginnt.

Anfangs ist die größte Sorge von Ruby, dass sie einen Lehrer und eine Schülerin zusammen rummachen sieht. Wenn man sonst keine Probleme hat, geht’s doch. Der Einschüchterungs- und Bestechungsversuch ist vorhersehbar.

»Okay. Vielleicht reicht es für den Anfang, wenn du einfach nicht alle deine Mitmenschen so ansiehst, als würdest du dir vorstellen, wie sie in Flammen aufgehen.«

Es ist von Anfang an klar, dass Ruby sich in den unausstehlichen James verliebt und ihr schön durchgeplantes und unauffälliges Leben komplett durcheinander würfelt. Die beiden kommen aus komplett unterschiedlichen Welten. Da die Autorin die Perspektiven wechselt, kann man auch die Sicht von James viel besser verstehen. Das ist bei derartigen Büchern sehr hilfreich. Gerade bei den Biss Büchern oder auch der Lux Reihe wären einige Rezensionen wohl anders ausgefallen, wenn man beide Seiten liest (bei beiden Reihen geht das).

James ist verwöhnt, arrogant, kann sehr viele Tätigkeiten an gestellte delegieren und sträubt sich gegen die Verpflichtungen, die ihm aus seinem Elternhaus auferlegt werden. In der Schule rebelliert er gern und benimmt sich als wenn ihm die Schule gehört. Seine Freunde sucht er sich allerdings sehr sorgfältig aus, weil die meisten nur wegen Reichtum und Macht Interesse an ihm haben.

Ich habe keine Ahnung, wie wir von »James zerstört beim Sex Betten« auf »Das sind Rubys Lieblingsmangas« gekommen sind. Wirklich keinen blassen Schimmer.

Ruby ist maximal durchorganisiert, pedantisch, sehr fleißig und hat sich selbst ein Stipendium für die Eliteschule erarbeitet. Sie versucht unter dem Radar zu bleiben.

Als sich dann etwas zwischen den beiden entwickelt, spricht natürlich alles gegen die Beziehung.

Den Reiz des Buches macht vor allem der lockere Schreibstil und die stellenweise guten und oft auch witzigen Dialoge aus.

Das Buch Endet mit einen bösen Cliffhanger.

Der Titel des Buches passt aber nicht wirklich. Gerettet wird im ersten Band niemand – Weder Ruby noch James.

Band 2:

Deswegen versuche ich …« »… überhaupt nichts zu fühlen«, beendet Ember leise meinen Satz. Ich nicke. »Das klingt nicht besonders gesund, Ruby.«

James Mutter ist gestorben und als erste Kurzschlussreaktion hat er sich volllaufen lassen, Drogen genommen und mit einem anderen Mädchen rumgemacht. Ruby hasst ihn dafür, fühlt sich aber noch immer mit ihm verbunden.

Die erste Hälfte des zweiten Teils ist nach dem Tod von James Mutter und seinen anschließenden Aktionen Wunden lecken auf beiden Seiten.

Bei manchen Autoren staune ich wie gut Sie Zusammenfassungen des Vorbandes unterbringen. Bei einigen wirkt es wie eine Pflichtaufgabe und bei anderern fällt es kaum auf. Letzteres ist hier eindeutig der Fall. Ich finde im Gegenteil, dass der Autorin das meisterhaft gelungen ist.

»Ein netter Junge aus dem Veranstaltungskomitee.« Mum atmet erleichtert auf. »Gott sei Dank. Und ich dachte schon, bald hätten wir den nächsten Liebeskummerkäfer auf der Couch liegen.«

Weiterhin hat die Autorin eine erstaunliche Fähigkeit Alltagssituationen oder Dialoge so zu beschreiben, dass man lust hätte selbst dabei zu sein.

Im zweiten Band wird ist die Geschichte zwar noch immer auf Ruby und James zentriert aber die anderen Charaktere wie Lydia, Ember und auch die Freunde von James spielen eine wichtigere Rolle.

Die Geschichte wird dementsprechend aus mehr Perspektiven beschrieben. Das bereichert das Buch.

Der Cliffhanger am Ende des zweiten Teils ist noch schlimmer als im ersten, wenn auch vorhersehbar. Man rechnet als Leser eigentlich schon viel früher mit dem Ergebnis. Nach zwei Bänden wähnt man die beiden aber in einer gewissen Sicherheit. Das ist von der Autorin klasse umgesetzt.

Band 3:

»Also hat dein Vater mich als Küchenhilfe eingestellt.« Stirnrunzelnd sehe ich zwischen Dad und James hin und her. »Ich bin auch gar nicht so schlecht wie befürchtet«, sagt James, und Dad nickt. »Definitiv. Mittlerweile haben wir schon mehr Kartoffel als Schale.«

Es kommt wie es kommen musste. Der Vater von James hat entschieden, dass Ruby nichts für James ist und ihr Leben zerstört in dem er gefakte Fotos von einem Lehrer und ihr dem Rektor übergeben hat. Ruby ist von der Schule geflogen und Ihre Zukunft in Oxford scheint unerreichbar.

Die Beziehung von James und Ruby ist äußerst gefährdet, weil James die Fotos, die als Basis verwendet wurden gemacht hat.

Den Rest dürft ihr selber lesen. Klar dürfte sein, dass auch im dritten Teil die Beziehung zwischen Ruby und James von außen bedroht wird.

Gut finde ich auch, dass die Autorin ohne kitschiges Ende auskommt, dass es bei derartigen Serien oft gibt. Das fühlt sich glaubwürdig an.

Fazit:

Wenn Ruby mir so nahe ist, fühlt es sich nicht mehr an, als würde die Last der Welt auf meinen Schultern ruhen. Vielmehr fühlt es sich so an, als würde sich die Welt in meinen Armen befinden.

Grundsätzlich ist die Geschichte nichts anderes als Biss oder vergleichbare Bücher ohne Vampire. Auch bei Biss kommen beide aus zwei verschiedenen Welten und alles spricht gegen die Beziehung und wie es zu erwarten ist, führen die beiden auch in der Maxton Hall Reihe eine on / off Beziehung mit diversen Hindernissen.

Anders würde man auch kaum auf 3 Bücher kommen nur das der on / off Faktor hier noch mal deutlich ausgeprägter ist als bei Biss (Drama!).

Zu Beginn meiner Schulzeit hätte ich nie gedacht, an der Maxton Hall einmal in eine solche Situation zu geraten. Ich habe gedacht, es wäre besser, mich unterhalb des Radars meiner Mitschüler zu bewegen, um mich nicht angreifbar zu machen. Alles, was ich vor Augen hatte, war mein Ziel, einen Abschluss zu machen – und sonst nichts. Jetzt gerade merke ich, wie falsch das war. Und dass ich möglicherweise eine ganze Menge schöner Momente verpasst habe.

Es geht nicht um viel mehr als junge Liebe, den Tod eines Elternteils und Intrigen auf dem Niveau von mächtigen Leuten aber die Autorin verpackt es genauso spannend wie das anderen Autoren nur gelingt, wenn sie lebensbedrohliche Situationen in Fantasy oder Alien Szenarios heraufbeschwören.

Die Autorin hat einen außergewöhnlich guten Schreibstil.

Ich bin auf jeden Fall Neugierig auf mehr von der Autorin und hoffe, dass Sie irgendwann noch etwas mehr als ein paar Standardlebenssituationen einbaut. Kombiniert mit dem Schreibstil und den Dialogen wird das hoffentlich grandios.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Aktionen von Beauforts Familie sind nicht so harmlos wie sie dargestellt werden und bei jemanden der nicht so viel Geld hat, würden sie schnell einen Schulverweis bedeuten (ein Streit der Eltern, der von der Presse aufgebauscht wird = harmlos, einen Streifen Koks ziehen – nicht so harmlos, mit dem Lehrer rummachen – auch eher problematisch, wie sich später auch zeigt).
  • Wenn James eh Angst davor hat, dass Ruby etwas ausplaudert, dann ist es ziemlich dämlich sie mit der Aktion auf der Party auch noch zu provozieren. Dass sie wütend werden kann weiß er doch schon.
  • Die Gruppe um James scheint ein Alkoholproblem zu haben, wenn zu jeder Tageszeit und ohne besonderen Grund Whiskey, Gin usw. getrunken wird
  • Warum sollte James auf einmal in einen anderen Ort fahren um Kleider abzuholen, wo er es im Alltag nicht mal schafft sich Essen aus der Küche zu holen? Es sei denn er will einen halben Tag mit Ruby zusammen sein. Ich habe aber Zweifel, ob es ihm überhaupt in den Sinn kommen würde eine derartige Standardtätigkeit selbst zu übernehmen, statt einen Angestellten zu schicken.
  • 150 Jahre alte Kostüme würden heute wohl kaum jungen Leuten passen, die deutlich größer sind (knapp 185cm bei James).
  • Schön ist, dass die Geschichte nicht nur schwarz weiß ist. Die scheinbar arroganten reichen Schnösel sind zumindest nicht alle Arschlöcher, was Ruby aber erst auf den zweiten Blick rausfindet.
  • Die Darstellungsweise bzw. die Sicht von James ist ziemlich verzerrt: Ruby steht die Welt offen und ihm nicht? Eine Runde Mitleid bitte. Er braucht nur sein Erbe in den Wind schießen und Ruby hat wahrlich nicht die besten Voraussetzungen für Ihre Ziele.
  • Meiner Meinung nach ist es unrealistisch, dass jemand so selbstbewusst auftritt sich andererseits so von seinem Vater unterbuttern lässt. Selbstbewusstsein kommt nicht von Unterdrückung, sondern durch Förderung und Erfolg …
  • Ruby hat noch nie Sex gehabt aber weiß genau was sie will und ist auch alles andere als schüchtern…
  • Ich kann Jamens Verhalten nicht nachvollziehen. Er verhält sich immer wie ein Arsch um danach dann reumütig einzusehen, dass es falsch war. Also weiß er doch was er falsch macht. Das passiert einem intelligenten Menschen doch nicht immer wieder. Zumal Ruby ihm auch immer wieder vergibt.
  • Wieso sollte jemand einen Monat frei bekommen “nur” weil jemand gestorben ist. Das wird zwar im Buch sehr dramatisch aufbereitet aber im allgemeinen interessiert sich das Umfeld eher wenig dafür, ob jemand gestorben ist. Nach ein bis zwei Wochen wird die Rückkehr zur Normalität erwartet. Besonders bei Erwachsenen.
  • Was soll er Besuch von Ruby bei James an Sylvester? Es ist angeblich so viel zu klären zwischen den beiden und sie sagt ihm nichts neues außer, dass sie offiziell Schluss macht, obwohl das eigentlich klar ist, weil Sie keinen Kontakt mehr zu ihm hat.
  • Die Idee sich von der Firma von James Vater ein Stipendium zu besorgen ist nicht sonderlich schlau, wo beide wissen wie er zu ihr steht …
  • Schon witzig: James und Lydia denken Anfangs, dass Ruby den Beziehungsstatus von Lydia verrät und wer macht es? Einer aus James engstem Freundeskreis.
  • Der Rausschmiss ist schon ziemlich gekünstelt. Fotos auf denen nichts konkretes zu sehen ist und die zufällig Monate später auftauchen und die dann zum unverzüglichen Rausschmiss aus der Schule führen? Dazu kommen Sie von James Vater, wo jeder weiß, dass der mit Ruby eine Beziehung hat. So dumm kann nicht mal ein Schulrektor sein, dass er nicht ein wenig ins grübeln kommt. Auch der betroffene Lehrer würde zu so einem Vorfall befragt werden und um eine Stellungnahme gebeten.
  • Rubys Mum vollbringt nach dem Rausschmiss auch eine Glanzleistung. Ruby reagiert danach noch äußerst besonnen.
  • Warum sollte Lydias Tante Sie aufnehmen, nachdem Lydias Vater die Tante immer wie ein Arschloch behandelt?
  • James Handy ist weder mit Code noch anders gesperrt?
  • So perfektionistisch wie der Vater von James veranlagt ist, hätte er wohl etwas mehr Aufwand betrieben um das Originaltestament aufzutreiben. Das Kästchen bietet auch nicht gerade viel Schutz. Das hätte man sicher auch ohne Schlüssel leicht öffnen können.

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Backups und das BTRFS Filesystem mit Linux Ubuntu 20.04 Focal Fossa und Backintime / Timeshift [Kommentar]

Die Ausgangslage

Nachdem ich mir einen neuen VPS (Virtual Private Server) angemietet habe, der ausschließlich auf SSDs setzt, ist die Schreib- / Leseperformanz zwar deutlich besser als vorher mit HDD aber SSD Speicherplatz ist nach wie vor teurer als klassische Festplatten. Somit sind VPS Server die auf SSD basieren teurer bzw. andersrum gibt es für das gleiche Geld deutlich weniger Speicherplatz. Bei Contabo ist der angebotene Speicherplatz ca. halb so groß wie bei den HDD Servern.

Somit hat sich mir die Frage gestellt, wie ich von dem alten Server mit 1,4 TB Speicherplatz auf einen Server mit 800GB umziehen kann ohne zu viel Sicherheit / Komfort zu verlieren.  Voll war der Server nicht aber es waren über ca. 950 GB belegt.

Ein guter Teil des Speicherplatzes auf dem Server ist von Backups belegt, die man auf einem Server unweigerlich benötigt, gerade auch wenn man mal etwas testet / ausprobiert. Neben dem Buchblog sind auf dem Server auch diverse andere Dienste. Der Blog nimmt eher den kleinsten Teil ein. Oft fallen Fehler auch nicht direkt auf, weil man nicht jede Funktion täglich nutzt. Somit schadet es nicht auch mal einen alten Stand einsehen zu können? War das schon immer so? Wie war es wann?

Backups aber wie?

Tägliche Backups speichern in der Regel von Tag zu Tag das gleiche (es ändert sich ja kaum was, wenn man zum Beispiel auf dem Blog ein oder zwei Beiträge verfasst). Viele Backuplösungen in Linux basieren auf Rsync. Rsync ist ein sehr gutes Tool zum synchronisieren zwischen zwei Verzeichnissen und bietet Funktionen wie Resuming / Checksummenprüfung usw. mit. Für Backups ist es aber nur bedingt geeignet, weil es die Daten einfach x Mal neu anlegt.

D.h. es werden bei einem Backupsystem (z.B. Daten der letzten 3 Tage, vorherigen 2 Wochen, letzten 2 Monate, letzte 2 Jahre = 3+2+2+3 = 10 facher Platz der Daten). Wenn man 50GB sichert, dann sind das mal eben 500GB nur für Backups. Dafür ist SSD Speicherplatz eigentlich zu schade.

Alternativ bieten sich Backuplösungen an, die Daten komprimieren. Diese lassen sich jedoch schlechter lesen. Einige Varianten müssen erst entpackt werden. Auf Linux gibt es z.B. Tar in Kombination mit einem Packverfahren. Das ist mit einer SSD und nicht zu großen Files ganz erträglich. Ein direkter Zugriff auf einzelne Dateien ist aber ziemlich unpraktisch, weil die ganze Datei gelesen werden muss (das ist der Teil wo die SSD durch höhere Leseraten den Prozess halbwegs erträglich macht). Wenn so eine große Datei beschädigt wird, kann es aber auch sein, dass das ganze Backup nicht mehr lesbar ist.

In einer grafischen Umgebung dauert das Öffnen zwar eine Weile ist aber von der Bedienung ansonsten erträglich. Wenn man auf der Kommandozeile arbeitet, wird es aber ziemlich unschön, weil es nicht einfach möglich ist Verzeichnisse zu entpacken oder ähnliches durchzuführen. Im schlimmsten Fall muss man also alles auspacken. Das benötigt Zeit und Speicherplatz.

Es gibt auch weitere Lösungen wie z.B. Bacula, was aber recht aufgebläht ist (ein Webfrontend – das benötigt also einen Webserver – für eine Backuplösung finde ich zum Beispiel ziemlich unglücklich). Im Zweifelsfall kommt man nur noch mit einer Rescuecd an den Server und dann sollte das Restore einfach sein.

Zusätzlich ist die Lösung halbkommerziell. Man kann sich also soweit ich das gesehen habe nicht einfach die aktuelle Version per apt install ziehen ohne einen Key dafür zu haben. Bei der 9.4er Version hat bei mir die Installation in Ubuntu 20.04 nicht funktioniert. Auch das ist nicht vertrauensbildend aber Ubuntu 20.04 holpert eh noch an so einigen Stellen aktuell.

Filesystem zur Backupunterstützung?

Ich hatte schon vor einer Weile von Dateisystemen wie BTRFS / ZFS angesehen aber die Guides zu dem Thema sahen nicht so einfach aus und die diversen Anmerkungen dies oder jenes ist nicht stabil oder “ich würde es nicht produktiv verwenden”, haben mich immer wieder abgehalten.

Für Btrfs spricht, dass es Komprimierung unterstützt. Das heißt die Dateien werden zum Teil deutlich kleiner, als im Original, sind aber transparent zugreifbar. Man benötigt keine extra Werkzeuge und kann direkt per Kommandozeile die Dateien zugreifen, ohne mit zusätzlichen Programmen / Befehlen zu hantieren (so als wenn sie nicht komprimiert wären). Zusatznutzen ohne Komforteinbußen hört sich immer gut an.

Weiterhin beherrscht Btrfs die Deduplizierung. In Obigem Fall von 10 Kopien wird also nur 1/10 des Platzes belegt, wenn sich die Daten nicht geändert haben. Wenn sich die Daten drei mal geändert haben dann eben 3/10 (ausgehend von ca. gleicher Gesamtgröße). Man steht also in Kombination mit der Komprimierung immer noch deutlich besser da.

Mein Backup mache ich mit Timeshift / Backintime. Beides sind Werkzeuge, die auf RSYNC basieren. In Kombination mit einem Filesystem wie BTRFS oder ZFS führ das aber in der Theorie zu einer deutlichen Verringerung des belegten Speicherplatzes. Die Komprimierung liegt ca. bei dem Faktor 2,5 bis 3. Allerdings werden nur bestimmte Datentypen komprimiert.

Ein weiterer Vorteil, der mich aktuell nicht interessiert ist die Snapshotfunktion. Diese Funktion hat mein Server über die SSDs bereits eingebaut. Ich kann also über den VPS 3 Snapshots erzeugen und zu diesen Ständen zurückkehren.

Diese Funktion werde ich ggf. Später testen. Die Snapshotfunktion ist z.B. interessant, wenn man ein neues Betriebssystem installiert und dabei geht etwas schief. Man kann damit sehr leicht und schnell zu einem vorherigen Stand zurückkehren. Beim Test von Ubuntu 20.04 hätte mir die Funktion wohl einen Tag Arbeit erspart. Mittlerweile habe ich es installiert aber ohne Snapshots (in meinem Fall direkt auf dem SSD Server, hätte ich das definitiv nicht gemacht).

Welches darf es den sein ZFS oder Btrfs?

Die oben genannten Funktionen bieten sowohl ZFS als auch Btrfs. Btrfs ist allerdings bei meinem VPS anbietet bereits in der Rescue CD integriert. Weiterhin bietet das auf der Rescue CD integrierte Pratitionierungswerkzeug Btrfs an und Btrfs bietet eine Migration von Ext4 nach Btrfs an. Besonders letzterer Aspekt klang reizvoll.

Da ich vorher einen Snapshot erstellt hatte, habe ich die Migration gestartet und nach grob 4-5 Stunden (auf einer SSD! – nur ca. 30-40MB pro Sekunden und nur ein Kern der CPU benutzt) war die Migration durch. Danach habe ich das Laufwerk gemountet und dann beim Boot diverse Fehlermeldungen bekommen. Scheinbar ist das mit dem Migrieren doch nicht so einfach wie versprochen. Die Warnung vorher Backups durchzuführen ist also absolut ernst zu nehmen.

Das Vertrauen in Btrfs und die Migrationsfunktion war bereits gesunken aber dank Snapshot habe ich einen zweiten Versuch gestartet. Der ist schon viel früher abgebrochen. Somit stand für mich fest, die Migration kann man vergessen. Theoretisch soll man die auch rückgängig machen können aber da ich einen Snapshot hatte, habe ich das gelassen.

Somit bin ich zu Ansatz zwei übergegangen. Eine neue Partition mit Btrfs zusätzlich zur vorhandenen

Nach den obigen Migrationsversuchen war das Vertrauen in Btrfs deutlich geschrumpft aber ganz ehrlich: Ich habe noch nie eine erfolgreiche Migration von einem Dateisystem in ein andres gesehen.

Backup mit Btrfs

Mein Hauptfokus lag auf der Verkleinerung der Backups also lag es nahe einen Teil der 800GB als Bbtrfs Partition anzulegen. Somit habe ich über das Rettungsystem Gparted gestartet und 200GB in Btrfs umgewandelt. Dort habe ich mehrere Subvolumes angelegt (Backintime, Timeshift, Root – für einen späteren Boottest, Snapshot – für spätere Snapshottests), dort kann man wiederum ein weiteres Subvolume für jedes Subvolume anlegen, von dem man Snapshots erstellen will).

Die Trennung der Snapshots hat damit zu tun, dass man die beim Zurücksetzen eines anderen Snapshots nicht verlieren möchte. Somit sollten man die separat halten.

Wichtig ist, dass man beim Mounten (ich habe direkt die Variante über die fstab Einbindung genutzt) die Komprimierung aktiviert. Die Daten werden dann während des Schreibens gepackt. Das komprimieren geht auch nachträglich, ist aber aufwendiger. Das Aktivieren der Komprimierung auf oberster Ebene hat sich auf die Subvolumes vererbt.

Anschließend kann man die Daten ganz normal auf das Laufwerk schreiben, dass in das Dateisystem eingebunden wird (in meinem Fall Verzeichnis btrfs mit den o.g. Unterverzeichnissen / Subvolumes).

Das Ergebnis vom Packen war bereits vielversprechend. Die Daten werden deutlich geschrumpft. Allerdings packt Btrfs mit den Standardeinstellungen nur die Daten, bei denen es eine deutliche Einsparung erwartet. Dateien bei denen das nicht der Fall ist, werden nicht gepackt. Man kann das erzwingen aber das habe ich bisher nicht getestet.

Der zweite Schritt ist das Deduplizieren. Das macht Btrfs nicht beim Schreiben, sondern man kann es nachträglich ausführen. Interessant ist dabei, dass man für jedes Subvolume einzelne Snapshots erstellen kann aber das Deduplizieren volumeübergreifend funktioniert.

Was bringt’s?

Bei obigem Beispiel würde also bei moderater Datenänderung zwischen 1/10 (Bester Fall fast ohne Änderungen der Daten) und 1/2 (bei deutlich mehr Änderungen) der Daten übrig bleiben. Wie sich in meinem Fall gezeigt hat sind es etwas mehr als 1/4.

Die o.g. Zahlen verstehe ich so:

Ursprünglich wurden durch die Daten 314GB belegt. Fast die Hälfte der Daten wurde komprimiert (152GB). Die komprimierten Daten hatten nach der Komprimierung noch ca. 1/3 der vorherigen Größe (das passt auch zu den Messungen die ich im Netz gefunden habe).

Der zweite Effekt ist die Deduplizierung, die in einem Backupszenario extrem gut funktioniert. Effektiv werden die vorher 314GB auf 86GB gespeichert. Das ist nicht schlecht dafür, dass ich den geringsten Kompressionslevel (ZSTD1) verwendet habe ohne erzwungene Komprimierung.

Es kann sein, dass man noch etwas mehr rausholen kann allerdings steigt die Rechenzeit dafür überproportional an. Sollten über die Komprimierung noch mal 5GB eingespart werden können, wird das ziemlich lange dauern bzw. zu sehr geringen Schreibraten führen. Den Effekt der erzwungenen Komprimierung kann ich nicht abschätzen.

Die Performanz beim Schreiben kann ich nicht wirklich bewerten, weil es sich um ein VPS handelt und die Performanz dort naturgemäß geteilt ist. Teilweise waren es 200MB, teilweise auch nur 50MB/s. Die Schreibgeschwindigkeit mit Komprimierung ist natürlich nicht so hoch wie z.B. bei ext4 ohne Komprimierung.

Die Frage ist was limitierend ist (wenn es die Schreibleistung der SSD / HDD ist, dann kann Btrfs schneller sein als ext4, wenn es die Rechenleistung des Prozessors ist, dann wird eher das Gegenteil der Fall sein, wenn man die Komprimierung verwendet).

Man möge mich korrigieren, wenn ich mit obigen Annahmen falsch liege aber meine Einschätzung der Daten oben deckt sich ca. mit der Ersparnis, sollte also richtig sein.

Ist Btrfs stabil?

Das wird die Zeit zeigen. Ich gehe im schlimmsten Fall das Risiko ein meine Backups zu verlieren. So lange ich nicht gleichzeitig die Originale kaputt mache, ist das Risiko begrenzt. Zumal ich bei dem SSD Server nun zusätzlich Snapshots anfertigen kann und somit (sofern ich denn vorher einen Snapshot erzeugt habe) auf diesen Stand zurückkehren kann. Das Risiko sollte also begrenzt sein.

Die Funktionen, die nicht stabil waren scheinen aber bereits vor zwei Jahren angepasst worden zu sein. Die Probleme bezogen sich auch primär auf Raid 5 / 6. Ich benutze kein Raid.

Aktuell konnte ich aber auch nicht erkennen, dass die Entwicklung voran getrieben wird oder zumindest kommunizieren die Entwickler das nicht. Die arbeiten offenbar eher im stillen Kämmerlein für sich selbst.

Somit sind die Guides alle nicht aktuell und vieles von dem was man dort findet ist veraltet. Einige Einstellungen sind überholt oder werden nicht mehr unterstützt.

Andersrum sind Werkzeuge wie die Deduplizierung nicht direkt integriert, sondern funktionieren über zusätzliche Tools, die oft auch mit nicht vertrauenserweckenden Kommentaren versehen sind (sollte funktionieren, sollte fehlerfrei sein). Der typische Informatikerkonjunktiv. Die Versionsstände sind oft alles andere als hoch 0.1x. Aber das muss alles nichts bedeuten. Bisher läuft es rund aber nach einer Woche ist das noch nicht viel Wert. 😉

Ein detailliertes How to zur Einrichtung von Btrfs in Kombination mit Luks Verschlüsselung habe ich ein einem separaten Blogpost erstellt.

Nachtrag 02.05.2020 – 22:00

Ich habe jetzt auch den Boot von Btrfs hinbekommen. Dafür habe ich mithilfe des Grubcustomizer einen neuen Booteintrag erzeugt und dort einfach die ID der Btrfs Partition angegeben und das entsprechende Subvolume. Die UUID bleibt immer die der Partition (auch wenn man Subvolumes adressiert!).

Beispieleinträge in der fstab:

UUID=f8fcb1ae-51b1-4ab2-b79d-66cf34ad77d9 /btrfs btrfs defaults,ssd,compress=zstd:1 0 0
UUID=f8fcb1ae-51b1-4ab2-b79d-66cf34ad77d9 /btrfs/ROOT/.snapshots btrfs defaults,ssd,compress=zstd:1,subvolid=422,subvol=/snapshots/ROOT_snaps 0 0

Was bedeutet das? Der Hauptknoten wird unter btrfs eingehängt. Alle untergeordneten Subvolumes werden dadurch automatisch gemountet. Der Zweite Eintrag mountet ein spezielles Subvolume auf /btrfs/ROOT/.snapshots. In der Subvolumehierarchie befindet sich das aber unter /snapshots/ROOT_snaps. Man muss immer aufpassen was Subvolumes und was Verzeichnisse sind. Im Verzeichnisbaum sieht das gleich aus.

Auch die Snapshotfunktion (zumindest das Anfertigen von Snapshots habe ich erfolgreich getestet).

Nachtrag 03.09.2020

Ich habe mittlerweile 2 Server komplett auf Btrfs umgestellt einschließlich dem ROOT Verzeichnis / Laufwerk. Somit spart man sich natürlich noch mal eine Kopie der Dateien und die Speicherung wird effizienter. Das setzt allerdings volles Vertrauen ins Dateisystem voraus.

Bisher hatte ich noch keine Probleme (auf Holz klopf), obwohl ich besonders den lokalen Sever auch schon mehrfach hart runtergefahren habe. Bei beiden Servern nutze ich keine Zusatzsoftware wie Timeshift / Backintime, sondern verwende die automatischen btrfs Snapshots über Snapper. Bei einem Server habe ich das Bootlaufwerk nicht umgestellt und nutze Btrfs nur für Backups mit Backintime und täglicher Deduplizierung.

Ich habe zwischenzeitlich auch noch Mal über ZFS nachgedacht aber die Deduplizierung funktioniert dort leider nur online und benötigt dann immens viel Speicher. Dazu kommt, dass Ubuntu zwar den Support eingebaut hat aber Tools wie gparted nach wie vor ZFS nicht anbieten. Das könnte man natürlich in der Kommandozeile lösen aber so lange mir Btrfs keinen Grund liefert, werde ich ZFS wohl nicht testen.

Weiterhin hat btrfs den Ruf nachträgliche Änderungen einfacher zu Unterstützen (z.B. Raidlevel), während bei ZFS ein Neuaufbau erforderlich ist. Bleibt noch die Aussage ZFS ist stabiler Aussage von einigen Leuten im Netz, die sich aber nicht objektiv untermauern lässt. Das hängt wohl auch immer von Versionen und Setup (z.B. Raid ja oder nein und wenn ja welcher Level) ab.

 

 

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