Wochenrückblick – PCT Woche 3 – Pause und San Jacinto

Leselaunen / Wochenrückblick

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Da ich unten einige Markennamen erwähne, kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung.

Da ich ab Mitte April den Pacific Crest Trail (PCT) wandere (so lange nicht noch irgendwas dazwischen kommt – auf Holz klopf), habe ich mich entschlossen Wöchentlichen Post temporär anzupassen. Es geht hier also in näherer Zukunft kaum oder wenig um Bücher, sondern um Wandern und Reisen. Zudem werde ich mich aufgrund der Zeitverschiebung zu den USA und dem unregelmäßig verfügbaren Internet wohl auch nicht so genau an die Postzeiten halten.

Aktuelles Buch:

Auf dem Weg nach San Diego habe ich die H.O.M.E. Serie begonnen.

Momentane Lesestimmung:

Die Reise geht vor, somit richte ich mich nach zeitlicher Verfügbarkeit.

Zitat der Woche:

Eine Pizza am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen – von mir selbst aus Erfahrung als Hiker

Und sonst so:

Sonntag 176,4 – Humber Park Trailhead – Idyllwild – Tag 13

Heute habe ich den Trail mal von einer anderen Seite kennengelernt. Eigentlich hatte ich nicht viel Strecke zur Saddle Junction vor mir. Das die Strecke es aber so sehr in sich haben würde, hätte ich nicht gedacht. Der Schnee vom Vortag war Harmlos. In diesem Bereich war über weite Strecken kein Trail mehr zu sehen. Der Schnee war teilweise über einen Meter hoch. Da er angefangen hatte zu tauen, war er teilweise instabil und rutschig. Da helfen selbst Microspikes nur begrenzt. Weiterhin kann man jeder Zeit einbrechen, was dann zu Verletzungen führen kann.

Zwischendurch war ich somit auf das GPS angewiesen. Dummerweise haben mein Handy und die GPS Uhr andere Trailverläufe angezeigt. Nach etwas querfeldein (was locker eine Stunde gedauert hat), haben wir dann in einer kleinen Gruppe den Trail gefunden.

Die Fußspuren von anderen Hikern waren auch nicht wirklich hilfreich, da die quasi in alle Richtungen verliefen.

Nach dem ich dann deutlich später am Trailhead war als gedacht (ich glaube so um 8:30 oder 9:00) habe ich dann festgestellt, dass es dort keinen Handyempfang gab.

Montag – Zero in Idyllwild – Tag 14

Ihr denkt an so einem Zero hat man langeweile. Nachdem ich gestern total platt war als ich vom Trail kam und quasi primär Flüssignahrung zu mir genommen habe, setzt so langsam der Hiker Hunger ein. Morgens habe ich geplant wie viel essen ich benötige und vor allem was, wo ich meine Bounce Box hinschicke, was ich auffüllen muss, Akkus laden, umpacken usw. – Telefonieren mit den Freunden, Frühstücken, Einkaufen. Essen und diverse andere Sachen. Fahrt zurück zum Trail organisieren, Blog schreiben, Ab zum Sportgeschäft, Salbe für die Füße organisieren, Blasenbehandlung, Mittagessen, Bounce Box zur Post bringen, Duschen, Klamotte Reinigen usw.

Freizeit: Fehlanzeige. Kein Vollzeitjob benötigt ansatzweise so viel Zeit wie Hiken. Selbst ein Zero ist voll ausgebucht.

Meine Momentanen “Verletzungen” sind übrigens wie folgt.

  • Eine sehr große Blase am linken großen Zeh (wenn die noch schlimmer wird, brauche ich dafür ggf. mehrere Tage Auszeit.
  • Schwellung am linken Muskel über dem Fußknöchel
  • Tendinitis an der rechten Achillesferse
  • Eine Blase in der nähe des großen Zehs an dem rechten Fuß (bisher harmlos)
  • Schmerzen hat man als Hiker überall. In den Hüften, den Schultern, wo der Brustgurt aufliegt, wo die Schultergurte aufliegen, usw.

Heute schüttet es übrigens wie aus Eimern. Ich bin somit nicht so traurig, dass ich nicht am Trail bin. Ich bin mir nur noch nicht so sicher, was das für morgen bedeutet. Das könnte auf 3000m auch zu Eis werden auf dem vorhandenen Schnee.

Heute hatte ich auch wieder ordentlich Hunger. Morgens gab es eine interessante Mischung aus Eiern, Schinken, Kartoffeln, irgendwelchem Grünzeug, Toast. Mittags einen Burger mit Pommes und 2 Stunden nach dem Burger hatte ich schon wieder Hunger. Nachmittags habe ich dann eine halbe Pizza und später den Rest verdrückt.

Wäsche waschen lassen sollte man im Idyllwild Inn übrigens nicht. Mein Icebreaker Shirt hatte danach eine andere Farbe an diversen Stellen. Ich vermute, dass ein Waschmittel mit Bleiche verwendet wurde.

Dienstag – Idyllwild – Humberton Park Trailhead bzw. Saddle Junction 179,4 – San Jacinto hoch und runter 185,6 – Tag 15

Panorama 1

Heute geht es erst um 8:15 zum Trail, da das Hotel erst um die Zeit zum Trail fährt (warum das vor 2 Tagen um 7:00 stattgefunden hat, verstehe ich somit nicht so ganz).

Panorama 2

Da der Tag normalerweise um ca. 18:00 endet, muss man seine Planung dementsprechend auslegen. D.h. man muss um 18:00 irgendwo sein, wo man sein Zelt aufstellen kann (oder man muss im dunkeln hiken, was gerade am San Jacinto ziemlich gefährlich sein kann). Wenn man den Trail tagsüber schon kaum findet, dann nachts erst recht nicht.

Nachts wird es auch ziemlich kalt auf ca. 3000m Höhe.

Da wir so spät anfangen zu Hiken ist es schon fast Mittag, als wir an der Stelle ankommen, wo man sich zwischen PCT und San Jacinto Peak entscheiden muss. Zusätzlich findet gerade eine Hubschrauberrettungsaktion statt, die unseren Aufstieg weiter verzögert.

Das ist übrigens sehr beruhigend, wenn der Rettungshubschrauber zwei Stunden über einem kreist.

Hoch erweist sich übrigens als den einfacheren Teil.

Da ich mich nach anderthalb Tagen Pizza, Burger usw. ganz gut fühle entscheide ich mich für den Aufstieg, obwohl das um die Mittagszeit maximal dumm ist. Der Schnee ist total weich und somit rutscht man trotz Microspikes. Zusätzlich bricht man ständig ein.

Ich bin mit einer Gruppe Jungspunden unterwegs, die sich der Gefahren nicht im Geringsten bewusst sind. Da man besonders beim Abstieg ständig rutscht und einbricht kann man jederzeit in Felsen knallen. Der Schnee ist im ganzen Gipfelbereich teilweise mehrere Meter hoch. Beim Abstieg auf der Westseite ist auch kein Weg zu erkennen.

Ich mache auch unfreiwillig Bekanntschaft mi einem Felsen, der meine Hose killt und eine Blessuren am Knie hinterlässt. Ich hoffe der restliche Abstieg morgen (das ist dann der Original PCT) läuft auch gut. Dann habe ich erst mal genug Schnee.

Fazit des Tages ist also fast keine PCT Meilen, 1300 Höhenmeter, den San Jacinto unter ungünstigen Bedingungen mit mehr Glück als Verstand bestiegen.

Durch das Einsinken im Schnee sind meine Schuhe und Socken klatschnass. Morgen früh natürlich auch.

Der Ausblick oben ist aber genial.

Heute Nacht campe ich über den Wolken bei gemütlichen 3°C. Hoffentlich gibt das keine Erkältung.

Ich schlafe mit Mütze und Handschuhen und mumme mich so richtig im Schlafsack ein.

Abends habe ich leichte Kopfschmerzen evtl. wegen der Höhe. Bis morgen muss ich durchhalten, dann geht es wieder runter.

Mein Trailfood habe ich jetzt angepasst. In Idyllwild gab es recht teures Hikeressen (gefriergetrocknet). Das habe ich heute aufgewärmt und es ist deutlich besser als die Standardgerichte. Sicherlich auch kein Highlight aber man erkennt Zutaten wie Zwiebeln am Geschmack.

Mittwoch 185,6 – 202,7 – Tag 16

Es war arschkalt an meinem Camspot. Sogar die Socken sind gefroren morgens. Zum Glück habe ich noch ein 2. Paar. Die angegebene Komforttemperatur des Schlafsackes kommt mit -1°C ziemlich genau hin.

Der Abstieg gestaltet sich so bescheiden wie befürchtet. Zuerst ist der Schnee noch fest, dann wird er immer weicher und rutschiger.

Gegen 1 Uhr bin ich aus dem Schneebereich raus. Insgesamt steige ich heute 2150 Meter ab. Das ist nicht gut für meine Blasen. Ich höre beim Abstieg wieder den Rettungshubschrauber.

Die Schwellung und Schmerzen, die ich vorher am linken Fuß hatte bekomme ich wohl nun auch am Rechten. Der Körper im Überlastungsmodus!

Es ist schon recht seltsam morgens 0°C zu haben und nachmittags fast 30 und sich durch diverse Vegetationszonen zu bewegen und das alles zu Fuß.

Heute war ich übrigens zum ersten Mal „groß“ auf der Freilufttoilette. So schlimm war es nicht. Eine richtige Toilette ist aber schöner.

Donnerstag 202,7 – Cabazon – 220 – Tag 17

Ich stehe um 4:30 auf. Der Wetterbericht verspricht ca. 30°C.

Um 7:00 sind es schon über 20°C. Mitten auf dem Trail liegt eine Schlange. Die ist aber bei 20°C noch nicht sehr aktiv.

Ich habe mich nun wieder 8000 Fuß runter gearbeitet in etwas mehr als einem Tag.

Mit meinem ersten Über Ride gehts für 17$ zum Burger King. Da füttere ich mal kurz 2000 Kalorien zum 2. Frühstück.

Nachdem ich im Burger King etwas gegessen (einen Whopper, große Pommes und ein Chicken Sandwich +ca. 2l Cola), den Blog aktualisiert und mich notdürftig gewaschen habe geht es zum Shop und zurück zum Trail.

Anschließend bin ich zum Kmart gelaufen um die Essensvorräte noch etwas aufzustocken. Wie ich dann von anderen Hikern aufgeklärt wurde wäre die andere Seite (Dollar General) günstiger gewesen. Ob das stimmt weiß ich aber nicht, da die Packungsgröße auch über normal liegt.

Zurück zum Trail ging es für 13$ wieder mit Uber. Die Gesamtwartezeit für beide Rides betrug 15 Minuten.

Cabazon ist voll auf Autos und nicht auf Fußgänger ausgelegt. Ich hatte zuerst überlegt, ob ich dort eine Nacht bleibe, wegen meiner Füße aber so toll fand ich es nicht.

Die Mesa Windfarm ist übrigens genial. Die Hiker bekommen dort gegen kleines Geld Softdrinks, Wasser, Gatorade Pulver, Eis, Hotdogs. Top!

Meine Blase unter dem linken Fuß wird immer schlimmer. Heute war es recht schmerzhaft.

In Big Bear gibt es dann 1-1,5 Tage Pause. Hoffentlich wird es bis dahin nicht noch schlimmer.

So sieht übrigens eine Bastellösung zum Entlasten der Achillessehne nach mehreren Trailtagen einschließlich überschwemmen und einfrieren aus:

Heute Abend gab es gefriergetrocknetes Rührei mit Schinken. Das war sogar ziemlich lecker. Ansonsten versuche ich momentan Muffins, Beef Jerky, Käse, Kekse als Trailfood – alles außer irgendwelchen Riegeln.

Freitag 220 – 236,9 – Tag 18

Heute gibt es wieder eine absolute Killeretappe. Es liegen ca. 2000m Anstieg vor mir. Wenn man das geschafft hat gibt es am Samstag 17 Meilen kein Wasser.

Aber es kam anders als gedacht oder besser gesagt schlimmer. Der Trail war sobald er den Mission Creek berührte zu weiten Teilen nicht mehr existent. Wegen dem fehlenden Besucherzentrum stehen überall Warnschilder.

Das der Trail partiell (mehr als 5 Meilen) nicht mehr existiert steht nirgends. Alle Hiker laufen querfeldein und dann wird so einTheater um den Naturschutz gemacht. So einfach darf man sich das Querfeldeinläufen übrigens nicht vorstellen. Überall ist Gebüsch und oft stachelige Streicher im Weg. Dann geht es auch gerne mal extrem steil ein paar Meter hoch oder runter oder Felsen versperren den Weg.

Ein Trail in dem Zustand sollte meiner Meinung nach geschlossen werden. Dagegen fand ich das fehlende Besucherzentrum harmlos (die Warnung ist nur relevant für Hiker, die dort Wasser auffüllen wollen – momentan gibt es im Mission Creek aber mehr als genug davon.

Panorama

Somit sind wir heute alle rumgeirrt und haben extrem viel Zeit und Energie mit der Suche nach dem Trail verbracht. Ich habe bestimmt 30 Flussquerungen hinter mir und davon 2/3 nass. Meine Füße sehen aus, als wenn sie den ganzen Tag in der Badewanne gewesen wären.

Meine große Blase ist heute noch schlimmer geworden und durch die ganze Flussbettkletterei heute sind die Muskeln an beiden Füßen überfordert.

Zu allem Überfluss habe ich mit heute wieder einen Hungerast gelaufen. Ich bekomme nicht genug Hunger und über das Trailfood nicht genug Kalorien rein.

Für morgen bin ich nun in einer schlechten Ausgangslage, weil ich nicht morgens bei der letzten Wasserquelle bin. Somit ist fraglich, ob ich mit 5l Wasser auskomme.

Zusätzlich muss ich direkt morgens mal eben 500 Höhenmeter zur Quelle machen (weil ich heute nur 1600 geschafft habe).

Heute sind mir übrigens zwei Klapperschlangen begegnet. Die eine lag in Angriffshaltung 1m neben dem Trail und ist nicht abgehauen. Die zweite habe ich nicht gesehen und ich musste zwischen Buschwerk durch. Ich habe ihr etwas Zeit gegeben und bin dann gegangen. Das war aber mit ordentlichem Restrisiko verbunden. Mal hauen die Schlangen ab und mal denken Sie sich wohl “komm doch, mal sehen wer gewinnt”. Drum rum laufen ist übrigens auch keine Lösung, wenn man die Schlange nicht sieht. Das funktioniert wegen diverser Hindernisse auch i.d.R. nicht.

Mein rechter Fuß ist heute komplett angeschwollen. Das ist wohl ein Zeichen von Überlastung.

Samstag 236,9 – 252,1 – Big Bear Lake – Tag 19

Wie bereits vermutet waren die fehlenden Höhenmeter am Morgen ziemlich anstrengend.

Danach war die Strecke ganz ok – typisch für den PCT.

Heute habe ich einfach alle 1-2 Stunden etwas gegessen, egal ob Hunger oder nicht. Das hat besser funktioniert als amVortag.

Meine bereits vom Vortag extrem gestressten Muskeln über dem Kniegelenk vorne haben heute extrem geschmerzt und das trotz über den Tag verteilter 1600mg Ibu.

Um 16:15 habe ich dann einen Straßenzugang genutzt und bin nach Big Bear gefahren. Der geplante Ausstieg lag eigentlich bei 265,7. Ich gönne meinen Füßen jetzt erst mal etwas Ruhe. Wasser hatte ich übrigens genug bis zum Campground. Die 5l haben also gereicht.

Die Beratung in der Pharmacy kann man in Big Bear übrigens vergessen. Ich hatte nach etwas gefragt was die Muskeln entspannt. Empfohlen wurde mir Tylenol (Schmerzmittel). Das ist schlechter als Ibu, was ich bisher verwendet habe, weil es nicht gegen die Entzündung hilft, sondern nur gegen den Schmerz. Es bleibt also bei Kühlen und Ibu.

Ansonsten teste ich gerade das Epson Salt Bad. Wenn die Blase mal Ruhe geben würde, wäre das ja mal was.

Ich habe mir ein paar Gedanken zur inoffiziellen Statistik (wie lange dauert ein Thru Hike im Schnitt) und den realen Erlebnissen gemacht. Ein erfolgreicher Thru Hike kann je nach Anfangsdatum irgendwo zwischen 3 (Rekord von einer Hochleistungssportlerin die den PCT 3x gelaufen ist uns 10 Jahre ihres Lebens nur geändert ist) und 6 Monaten liegen (bei Ausländern läuft das Visum aus und das Limit wird auch durch das Wetter vorgegeben).

Somit liegt der Schnitt der erfolgreichen Thru Hiker irgendwo dazwischen. Das hat aber rein gar nichts mit der durchschnittlichen Hikegeschwindigkeit zu tun.

Der Schnitt der Hiker ist bisher ungefähr in meiner Geschwindigkeit unterwegs (zumindest bis heute) und das sind fast alles Leute um 20-30. D.h. Den angeblichen Altersschnitt von 35 kann ich nicht ansatzweise nachvollziehen. Ich schätze den Altersschnitt eher auf 25.

Über 30 gibt es sehr wenig Thru Hiker auf dem Trail (ich erinnere mich bisher nur an 3) und wenn doch bisher auch nicht schneller als ich. Eher im Gegenteil.

Das soll jetzt nicht heißen, dass meine Leistung so toll ist, sondern lediglich, das die durchschnittliche Geschwindigkeit viel geringer ist, als die Statistiken es suggerieren.

Da ich jetzt wohl mindestens 2 Tage Auszeit benötige wird der Thru Hike immer unwahrscheinlicher.

Ein direktes Hochrechnen der aktuellen Meilen auf die Trailzeit ist wohl nicht realistisch aber aktuell nicht mehr ganz der Thru Hike.

Nach den ersten 250 Meilen finde ich, dass die Pacific Crest Trail Assoziation weniger Geld in das kaufen von Land (nicht alle Teile des Trails gehören der PCTA), sondern mehr in den Erhalt investieren sollte.

Der Trail war heute recht unspektakulär, weil er durch ein Waldbrandgebiet führte. Daher lagen ständig Bäume auf dem Trail, um / über die man sich rum arbeiten durfte. Das auf dem Foto war die einfache Seite. Unter dem Baum geht es über 100m abwärts. Das ist kein Einzelfall. Auf den Foto sieht es sehr viel undramatischer aus, als diese Kletterpartien in der Regel sind.

Unten rechts der Streifen ist der Trail, der Baum ist über 60 cm dick, die Kletterpartie links im Losen Sand ist ungefähr 3m hoch, rechts geht es weit runter und auf der anderen Seite war es etwas Steiler (zudem hat man 15kg auf dem Rücken)

Derartige Baumquerungen hatte ich unterdessen locker 100. Mal gefährlicher, mal weniger gefährlich. Meistens aber gefährlich.

Oft ist der Trail auch ausgewaschen. Dann läuft man auf sandigem Terrain am Steilhang lang und vom Trail ist fast nichts übrig. Oft erkennt man an den Spuren, dass andere Hiker ins schlittern gekommen sind und nicht selten geht es hunderte Meter abwärts, wenn man abrutscht. Es ist erstaunlich, dass nicht mehr Unfälle passieren.

Je nach Abschnitt der Trails wechselt die Qualität von Top zu Flop. Evtl. Hat das auch damit zu tun wie gut die jeweiligen Verantwortlichen ihren Trailteil kontrollieren.

Es ist interessant wie unterschiedlich die Geschäftsleute auf die Hiker reagieren. In Warner Springs stand ein Wagen in Wohnwagengröße, der jeglichen Hikerbedarf hatte (Schuhe in allen Größen und Varianten, Zehensocken in allen Varianten und Größen, Wasserfilter, Schlafsäcke usw.).

In Big Bear der Laden hat nichts davon. Keine Zehensocken, keine Hikerschuhe und nicht mal Trekkingpoles (außer 3 Ramschmodelle) und der Laden ist riesig. Verstehen muss man das nicht.

Big Bear ist voll auf Autos ausgelegt. Man muss mehrere km laufen um alle Geschäfte zu erreichen. Jetzt könnte man meinen als Hiker ist das doch ok. Nein, Hiker habe in der Regel maximal einen Tag in der Stadt und müssen alles erledigen. Zumal laufen abseits des Trail schlecht ist. Man muss sich ja erholen.

Nun muss ich schauen was ich mache. Das Hotel ist bis Dienstag Morgen gebucht. Ob sich bis dahin meine Füße erholen halte ich aktuell für zweifelhaft.

Es ist interessant wie gut man das mit den Hiking Stöcken kompensieren kann. Kaum sind die weg, humpelt man durch die Gegend.

Wie ist der Stand nach rund 250 Meilen?

Eine Riesenblase, zwei stark gestresste Muskeln über dem Fußgelenk. 3 paar Socken kaputt, ein paar Schuhe zerschlissen, eine kaputte Trekking Pole.

Ansonsten habe ich einen 3300m Berg unter erschwerten Bedingungen erklettert und bin zig tausend Höhenmeter geklettert.

Jemand hat in seinem Blog geschrieben, dass der Trail primär eine mentale und keine physische Herausforderung ist. Das würde ich nicht unterschreiben.

Wie war eure Woche?

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4 Kommentare

  • Hey Torsten,

    ich kommentiere mal direkt hier. Ist für dich vermutlich am leichtesten zu finden. 😉

    Mit dem Schnee klingt das echt übel und die Sierras kommen ja noch. Hast du schon geschaut wie viel Schnee dieses Jahr gefallen ist?

    Der Gipfelausblick ist schon echt nett.

    Dieses gefriergetrocknete Essen meinte ich.

    Die Blase mit den vielen Fäden sieht echt übel aus.

    Zur Muskelentspannung nach dem Hexenschuss hatte mir der Arzt Ortoton verschrieben, aber keine Ahnung ob es das in den Staaten gibt.

    Halt die Ohren steif!

    Gruß
    Frank

    • Torsten

      Hi,

      als ich zuletzt geschaut habe lagen der Wert bei rund 200% vom Normallevel.

      Ich habe die Fäden jetzt mal entfernt. Das Dumme ist, dass sobald irgendwo noch Wasser drunter ist das Ganze nicht zur Ruhe kommt, wenn man >15 Meilen hikt. Die Blasenpflaster sind für derartige Anforderungen auch nur sehr bedingt geeignet.

      Für die geschwollenen Füße haben ich jetzt Entwässerungspillen bekommen. Ob das nun die Lösung ist weiß ich nicht. Vielleicht hätte ich mir den Arztbesuch heute auch schenken und die Füße hochlegen sollen. Ich bin heute fast 10 Meilen hin und her gerannt mangels Taxi und Uber. Füße schönen geht anders.

      Ja, der Ausblick war toll aber es blieb nur sehr wenig Zeit zum genießen, wenn man nicht in der Hütte schlafen wollte.

      LG

      Torsten

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