Elyanor [Serie]

Elyanor zwischen Licht und Finsternis - Alexandra Stückler-Wede  Elyanor 2 Zwischen Eis und Feuer - Alexandra Stückler-Wede

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Alexandra Stückler-Wede

Teile der Serie:

  • Elyanor 1 – Zwischen Licht und Finsternis (506 Seiten)
  • Elyanor 2 – Zwischen Eis und Feuer (405 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Ich war wirklich kein klassischer Tröste-Dämon (die gab es nämlich gar nicht) und die Tatsache, dass das hier die Schwester von Zayden war, der mehrmals versucht hatte, mich umzubringen, hemmte mich ebenso.

Es geht um eine klassische College Teenager Geschichte vergleichbar mit anderen Büchern wie Biss oder Harry Potter. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Hauptakteurin die Tochter des Teufels ist.

Nach den ersten paar Seiten ist schon klar worauf die Geschichte in groben Zügen rauslaufen wird. Die Badass Tochter aus der Hölle ist in der Menschenwelt und verliebt sich in irgendwen um dann gegen den Vater zu rebellieren (das habe ich auf Seite 21 geschrieben …).

Tja, und dann verabschiedet sich die Autorin doch recht schnell von den Klischees und baut ihre Geschichte zu etwas ganz eigenem auf.

Pass bloß auf, die kann Himmel und Hölle in Bewegung setzen, wenn es sein muss.“ Unbeeindruckt rutschte ich tiefer auf meinem Stuhl herunter und überschlug die Beine. „Wenn einer die Hölle in Bewegung setzen kann, dann bin ich das, glaub mir.“

Die ersten Treffen zwischen den beiden Charakteren verlaufen alles andere als gut und damit meine ich nicht die übliche Bad Guy Nummer. Hier geht es definitiv härter zur Sache und von Lovestory ist erst mal nichts zu merken.

Besonders ist in dieser Serie, dass ein Mädchen den Bösewicht mimt und sie auch noch die Hauptrolle spielt. Auch der Junge, ist nicht normal. Das Grundkonstrukt ist wie Romeo und Julia.

Wer übrigens aufgrund des Anfangs denkt, dass er die Geschichte vorhersehen kann. Ich kann euch beruhigen. Mir ist es zumindest nicht ansatzweise gelungen das Ende zu erahnen auch wenn ich mit der groben Rahmenhandlung richtig lag.

Klasse finde ich, dass das Buch auch als Einteiler gelesen werden kann (es gibt keinen bösen Cliffhanger), ich hatte aber trotzdem richtig viel Lust auf Teil 2.

Band 2:

„Wir können uns nicht aussuchen, was uns auf unserem Weg begegnet, aber wir haben die Möglichkeit, das Beste daraus zu machen. Und ich bin mir absolut sicher, dass du das Beste bist, was der Hölle passieren konnte.“

Der Anfang des Buches ist ein böser Spoiler auf eine Stelle, die kurz vor dem Buchende liegt. Böse!

Lya hat in der Hölle eigentlich schon genug Probleme. Aber eine alte Macht versucht sowohl die Dämonen als auch die Iljos zu vernichten

Aufgrund ihres neuen Jobs als Chefin der Hölle steht Lya vor immensen Herausforderungen aber man kann sagen, dass sie mir ihren Aufgaben wächst.

Die Dreiecksbeziehung, die auch im ersten Teil schon angeklungen ist, wird im zweiten Teil maximal ausgeschlachtet, wirkt auf mich aber leider reichlich konstruiert.

Letztlich hatte das eine zum anderen geführt und unser Streit war so weit eskaliert, dass ich unseren Esstisch und die Kochinsel in Staub verwandelt hatte, wohingegen er die Couch in Brand gesetzt hatte.

Mir hat der zweite Teil nicht ganz so gut gefallen wie der erste aber groß ist der Unterschied nicht.

Trotz der eigentlich bekannten Elemente finde ich, dass die Autorin eine tolle Mischung hinbekommen hat. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz.

Der Schreibstil ist toll aber es gibt schon noch ein paar Stellen, die etwas Überarbeitung vertragen könnten.

So schnell wie diesen Zweiteiler habe ich schon länger keine Serie mehr gelesen.

Fazit:

„Ich komme schon klar.“ Das sagten sie immer und dann ging alles den verdammten Bach runter.

Die Grundelemente der Serie sind Standard aber die Mischung macht es. Die Idee des Teufels Tochter als Hauptakteurin in einem joung adult Buch unterzubringen hat zumindest mal was.

Auch der vermeintlich gute Ritter ist alles andere als Standard. Dazu kommt noch die Tragik von Romeo und Julia (zumindest im ersten Teil).

Es wird also einiges an Spannung und Action geboten. Wer in der Serie Sexszenen wie zum Beispiel bei Armentrout erwartet liegt falsch. Der Fokus bei diesen beiden Büchern liegt auf der Handlung.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Beim ersten Gespräch zwischen Elyanor und McJeenish reden beide von diversen Fragen aber gestellt wird nur eine.
  • Wie kommt Lya zur Vermutung, dass McJennish der Onkel von Zayden ist?
  • Wie funktioniert das mit den Klamotten, wenn einem plötzlich riesige Flügen aus dem Rücken wachsen?
  • Wieso sieht kein Mensch die Dämonen am Himmel, wenn sie durch die Gegend fliegen oder auf Sehenswürdigkeiten sitzen?
  • Seit wann sind Streberinnen leidenschaftliche Partygänger?
  • Ganz logisch ist die Geschichte nicht. Lya soll am College versteckt werden, damit sie bestimmten Typen nicht in die Hände fällt. Wozu das gut sein soll und warum sie überhaupt den Hades verlässt ist unklar. Dann zeigt sich, dass die Typen eben genau an diesem College sind und trotzdem bleibt sie da? Zumal nach dem Aufenthalt im Verließ eh jeder weiß wer sie ist.
  • Wie kann es sein, dass beide Seiten ihre eigenen Territorien haben aber in der Schule beide sind?
  • Wieso fragt Roy nicht nach woher Lya das mit den Flügeln weiß?
  • Als wenn ein Lehrer 20 Minuten auf einen Schüler warten würde, bevor er mit dem geplanten Unterricht (in dem Fall Partnerarbeit) beginnen würde
  • Wieso kann Lya einen einzelnen Menschen aufspüren? Von der Fähigkeit war vorher nicht die Rede
  • Wenn die jeweilige nähe zu Dämonen oder Iljos Lyas “Ausrichtung” ändern, dann ist es nicht nachvollziehbar, warum die ursprünglich beide Flügelfarben gleichzeitig im Rücken hatte. Vier Flügel (vergleichbar mit Engelsflügeln düften auch reichlich unvorteilhaft beim Fliegen sein)
  • Wie soll man bitte an einem College einfach so den Namen ändern? Zahlungen hin oder her. Jeder Schüler und jeder Lehrer kennt den echten Namen. Zumal der Teufel doch weiß, dass sie an dem College ist. Das macht überhaupt keinen Sinn
  • Wenn Wasser Dämonen so schadet, wieso kann Lya es überhaupt trinken? Man könnte argumentieren, dass sie sich schon zum Iljos gewandelt hat aber ihr scheint Wasser als Getränk nicht Fremd zu sein und Kaffee gibt es angeblich auch im Hades und das ist auch nur Wasser mit Geschmack.
  • Auch wenn ich die Idee von Lya als Teufel klasse finde, glaube ich nicht, dass sie als Mischwesen lange leben würde. Alle Dämonen würden versuchen sie umzubringen.
  • Wie kann eine Familie auch nur ansatzweise Chancen gegen derart viele übernatürliche Wesen haben?
  • Wie soll es bitte Handyempfang in der Hölle geben?
  • Lya könnte zumindest hinterfragen, ob Zayden und Julien bestimmte gründe haben so zu handeln wie sie es tun.
  • Mal wieder die klassische Dreiecksbeziehung: Erst die unendlich große Liebe für die man stirbt und 7 Monate später stellt man fest, dass doch nichts war und man eigentlich den Liebt, für den man früher nie was übrig hatte?! Danach foltert man denjenigen und tötet ihn fast?
  • Ich glaube ich habe noch kein Buch gelesen, in dem zwar die Hölle vorkommt aber weder Engel noch andere himmlische Kreaturen.
  • Nachdem Lya sich so oft Gedanken um ihre Außenwirkung als Königin macht. Wie wirkt es denn, wenn die Königin der Hölle mit einem Menschen zur Truppeninspektion geht?
  • Wieso hatte der Teufel zwei Frauen, wenn es ein Bindungsgesetz (Ehe auf Ewigkeit) gibt? Wer würde das Gesetz durchsetzen gegenüber dem Teufel?
  • Wieso geht Lya nicht einfach in den Hades zurück, nachdem klar ist, dass das Ritual nur an einem bestimmten Tag durchgeführt werden kann und ihre Anwesenheit erforderlich ist.

[collapse]

Clockwork – Chroniken der Schattenjäger [Serie]

Clockwork Angel Chroniken der Schattenjäger 1 - Cassandra Clare  Clockwork Prince Chroniken der Schattenjäger 2 - Cassandra Clare  Clockwork Princess Chroniken der Schattenjäger 3 - Cassandra Clare

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Cassandra Clare

Teile der Serie:

  • Clockwork Angel – Chroniken der Schattenjäger 1 (576 Seiten)
  • Clockwork Prince – Chroniken der Schattenjäger 2 (584 Seiten)
  • Clockwork Princess – Chroniken der Schattenjäger 3 (616 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

»Wollen wir sofort aufbrechen?« »Lass mich erst noch meinen Tee austrinken«, erklärte Jem. »Außerdem verstehe ich deine Eile nicht: Du hast doch selbst gesagt, dieses Haus würde schon seit einer Ewigkeit nicht mehr als Bordell genutzt?«

Der Einstieg in die Serie ist mir relativ schwer gefallen. Die City of Bones Reihe von Cassandra Clare hat mir ziemlich gut gefallen. Hier war das Anfangs nicht der Fall.

Diese Serie will offenbar einen historischen Hauch zu verbreiten. Tessa wirkt anfangs, als wenn sie einen Stock im Hintern hätte, recht einfältig, naiv und nicht all zu schlau. Sie macht sich nach ihrer Gefangennahme von zwei dubiosen Schwestern (Mrs. Back und Dark) Gedanken wie sie aussieht, wenn sie ihren Bruder sieht, obwohl sie anfangs nicht mal versucht zu entkommen und auch nicht weiß, ob ihr Bruder noch lebt.

Wenn ich es ihm gestatten würde. Diese Worte überraschten Tessa: War nicht der Ehemann derjenige, der beschloss, was erlaubt war und was nicht und wie sein Haus geführt werden sollte? Die Pflicht der Ehefrau bestand schlichtweg darin, dafür zu sorgen, dass die Wünsche des Mannes umgesetzt wurden.

Derartiges Gedankengut (sie stirbt fast aber macht sich dann Gedanken darüber, dass die Retter ihr Tagebuch (eigentlich Briefe, die sich wegen der Gefangenschaft nicht senden konnte) gelesen haben. Sie denkt also häufig über Nichtigkeiten nach.

Dei zwei Schwestern bringen ihr bei wie sie sich verwandeln kann (sie kann den Körper von Personen annehmen, wenn sie Gegenstände berührt, die diese besessen haben. Weiterhin kann sie im verwandelten Zustand sogar auf Erinnerungen von diesen Personen zugreifen.

Nach dem Training soll sie mit einem Magister vermählt werden, den sie nicht kennt.

Der äußerst bemüht wirkende Versuch einer historischen Darstellung / Sprechweise wirkt auf mich eher nervig steif als stimmig.

»De Quincey hat mir erzählt, dass die Nephilim wahre Monster seien.« »War das bevor oder nachdem er versucht hat, seinen Hunger an Ihnen zu stillen?«, fragte Will interessiert.

Neben Tessa gibt es noch einige weitere Characktere. Jessammine ist nervig, zickig und davon abgesehen uninteressant.

Nate ist der Inbegriff eines hoffnungslosen Versagers, der andere über die Klinge springen lässt, so lange es zu seinem Vorteil ist.

Der interessanteste Charakter ist eindeutig Jem.

Will ist im ersten Band nicht einschätzbar.

Die Charaktere und Gespräche sind oft ziemlich schräg und absichtlich oder unfreiwillig komisch.

Der Leser wird mit lauter seltsamen Charakteren konfrontiert, mit denen ich mich nicht identifizieren konnte.

Oft wirkt der erste Band eher wie eine Parodie auf die City of Bones Reihe. Die Art wie die Charaktere miteinander umgehen erinnert oft eher an einen Kindergarten als an (fast) erwachsene Personen.

Band 2:

»Ah«, erklang in diesem Moment eine Stimme an der Salontür, »veranstaltet ihr gerade euer jährliches Die-meisten-halten-Will-ohnehin-für-verrückt-Treffen?« »Das findet halbjährlich statt«

Mortmain ist der Magister und hat die ganze Zeit die Fäden gezogen. Er hat jetzt alles um seine Armee mechanischer Krieger zu erschaffen. Der Bruder von Tessa hat sie und auch die Schattenjäger verraten und es sind deswegen viele Schattenjäger gestorben.

Der interessanteste Aspekt am zweiten Band ist, dass man die Gründe für Wills Verhalten erfährt.

Zum Glück entwickeln sich einige Charaktere etwas weiter.

»Oh, zum Kuckuck mit ihm«, seufzte Jessamine genervt. »Warum bekomme immer ich alle stumpfsinnigen Aufgaben zugeteilt?« »Weil du die wichtigen nicht übernehmen willst«

Die Geschichte ist leider ziemlich vorhersehbar. Es paktieren genau die Personen mit Mortmain, von denen man es erwartet.

Die Handlung wird sehr gemächlich erzählt. Es geht überwiegend um zwischenmenschliche Beziehungen aber ich hatte das Gefühl, dass es viel zu langsam voran geht.

Die Dreiecksbeziehung ist sehr klischeehaft und auf maximales Drama ausgelegt. Mehr kann ich nicht verraten ohne zu spoilern aber das entstandene Konstrukt ist sogar mir zu kitschig künstlich und ich bin da sonst einigermaßen schmerzfrei.

Gegen Ende nimmt die Spannung und Action deutlich zu aber bis dahin dümpelt der zweite Teil vor sich hin.

Die Geschichte wird weitgehend aus Tessas Perspektive erzählt. Es gibt seltene Ausnahmen.

Band 3:

Schmerz? Ich nehme nicht an, dass es dir hilft, wenn ich dir sage: So ist das Leben nun mal. Die Guten leiden, die Bösen gedeihen und alles Irdische ist vergänglich.«

Will ist von seinem vermeintlichen Fluch befreit. Da Jem Tessa aber einen Antrag gemacht und sie zugestimmt hat, kommt der neue nette Will der endlich seine Gefühle Leben kann zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Tessa will Jem nicht kränken und merkt recht schnell, dass sie nicht nach ihrem Herzen gehandelt hat, will aber Jem nicht verletzen

Die Gefahr der Übernahme des Instituts vorerst gebannt aber der Ergreifung von Mortmain sind die Schattenjäger keinen Schritt näher gekommen.

Ich habe fest daran geglaubt, weil meine Eltern fest daran geglaubt haben. Aber sie haben sich geirrt. Und wir sind nicht unsere Eltern, Gabriel: Wir müssen nicht die Bürde ihrer Entscheidungen oder ihrer Sünden tragen.

Cecily ist als neuer Charakter und Schwester von Will definitiv eine Bereicherung und Will ist enthemmt auch deutlich angenehmer als in den vorherigen Bänden.

Die Charaktere sind im dritten Teil sympatischer als in Band 1 und 2.

Wer ein ausführliches Ende mag, ist im dritten Teil gut bedient. Viel Interpretationsspielraum bleibt aber nicht. In den letzten Kapiteln werden kurzerhand 130 Jahre zusammengefasst.

Fazit:

Den ersten Band fand ich ziemlich durchschnittlich. Die Charaktere sind sehr nervig und identifizieren konnte ich mich mit keinem. Die bemüht wirkenden Ausdrucks- und Verhaltensweisen, die der Zeit entsprechen sollen, in der die Geschichte spielt, helfen auch nicht gerade.

Im zweiten Band werden ein paar Hintergründe aufgeklärt und man versteht zumindest teilweise warum sich einige Charaktere so verhalten, wie sie sich verhalten.

»Bitte verzeihen Sie mir, mein lieber Mr Lightwood – ich meine Gideon … aber ich muss mal kurz in die Küche und die Köchin umbringen. Bin gleich wieder zurück.«

Der dritte Band ist der beste der Reihe. Insgesamt bietet mir die Reihe aber deutlich zu wenig Spannung und mir den Charakteren bin ich erst in der Mitte der Reihe warm geworden. Das liegt auch daran, dass sich einige Charaktere positiv entwickeln oder weitere dazu kommen.

Gefühlt kommt mit auch zu viel Verrat vor – immerhin bei zwei bis drei verschiedenen Charakteren.

Mir gefällt die City of Bones Reihe der Autorin besser.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5 (Teil 1 – 3/5, Teil 2 – 3,5/5, Teil 3 – 4/5)

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

  • Die Chroniken der Unterwelt Serie (Band 1-6)
Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Ansichten sind passend zur Zeit in der die Geschichte Spielt recht vorsintflutlich: Wenn ich einen Mann bekomme, der mir alles gibt, kann ich mich glücklich schätzen. Liebe ist irrelevant.
  • Klar, wenn man wochenlang eingesperrt ist und bedroht wurde, macht man sich sofort sorgen um seine Bücher, wenn einen jemand retten will
  • Tessa benötigt einen Gegenstand, der zur Person gehört. Eine Wimper und ein Haar gehören aber wirklich zur Person, ganz im Gegensatz zu einem Ring. Beides wird aber auf den selben Level gestellt.
  • Dass der Gefangene / das Opfer der Vampire der Bruder von Tess ist, war ja überhaupt nicht vorhersehbar …
  • Laut Beschreibung des Kampfes sind fast alle Vampire tot, als der Kampf zwischen Will und Quincey beginnt aber niemand von der Brigade kommt ihm zur Hilfe. Die Handlung folgt ganz klar dramaturgischen Gesichtspunkten und nicht der beschriebenen Kampfsituation. Genauso unglaubwürdig ist, dass wirklich niemand Quincey verfolgt. Stattdessen werden Belanglosigkeiten ausgetauscht.
  • De Quincey hat versucht Nate zu töten aber der glaubt vermeintlich trotzdem alles was de Quincey ihm erzählt hat. Sehr sinnvoll.
  • Das Nate die Schattenjäger verrät lässt sich schon vorher an seinen Reaktionen ablesen. Das ist viel zu offensichtlich.
  • Mortmains vermeintliche “Gewissensbisse” sind bei einem derart erfolgreichen Geschäftsmann unrealistisch. Von nichts kommt nichts. Wie sich dann zeigt, hat er auch keine. Darauf hätten die Schattenjäger auch kommen können
  • Sophie sieht, dass Mortmain vor der Tür steht aber ist nicht in der Lage eine Warnung auszusprechen, obwohl es um ihr eigenes Leben geht? Sie ist doch sonst nicht auf den Mund gefallen.
  • Die zeitliche Reihenfolge der Ereignisse nach Mortmains Angriff passt nicht. Nate wird mit den mechanischen Wesen weggeschickt. Will ist zu dem Zeitpunkt als die unten ankommen schon auf dem Weg nach oben. Jem kommt zeitgleich unten an, als Nate und die mechanischen Wesen die Treppe herunter kommen. Jem musste das Geschirr reparieren und mit einem Pferd vor der Kutsche zurückfahren. Was wohl ziemlich lange gedauert hätte. Man darf also bei der Entfernung davon ausgehen, dass er mindestens 5-10 Minuten Später ankommt. Trotzdem ist Will nicht bei Tessa angekommen, bevor das Gespräch mit Mortmain beendet ist. Das kann aber bei den paar Worten die Gewechselt werden nicht so lange gedauert haben.
  • Nathaniel wird natürlich nicht verfolgt, nachdem er gerade erst verschwunden ist…
  • Die Mechanischen Kreaturen sind nur Aufziehbautomaten, haben aber eine Spracherkennung wie Siri
  • Wie soll Gideon von der Unterhaltung zwischen Tessa und Miss Collins mitbekommen haben? Die hat vorher stattgefunden und es wäre auch reichlich unvorsichtig das zuzulassen, wenn ihn immer jemand begleitet, um zu verhindern, dass er spionieren kann. Nach der vorherigen Beschreibung ist der “Türgong” sehr laut und überall zu hören.
  • Ohne jegliches Hintergrundwissen davon zu haben was Jessi weiß ein Gespräch mit Nate zu führen ist extrem gefährlich und grenzt eher an ein Himmelfahrtskommando
  • Will trinkt die Limonade, nachdem er bereits merkt, dass mit Tessa etwas nicht stimmt? Das passt nicht zu ihm
  • Magnus lässt sich so leicht von Dämonen überraschen? Das Passt nicht zu ihm.
  • Jessi ist zwar eine ziemliche Zicke aber wenn es darauf ankommt, handelt sie mehrfach richtig. Derart dumm und naiv zu sein passt nicht zu ihren eigenen hinterlistigen Plänen.
  • Dass Tessa das Erlebnis mit Will so heftig verdrängt ergibt keinen Sinn. Magnus hat gesagt, dass das Pulver enthemmt. Somit ist klar, dass beide das wollten, was sie getan haben.
  • Die Schattenjäger sind ja ein toller Haufen. Nate macht bei dem Treffen alles mögliche mit Tessa und keiner kommt ihr zur Hilfe.
  • Jem sorgt sich darum was mit Will passiert, wenn er stirbt, hat aber überhaupt keine Probleme damit Tessa zur Frau zu nehmen, obwohl er annimmt innerhalb kurzer Zeit zu sterben?
  • Wenn man einen glühenden Schürhaken anfasst, dann hilft keine Salbe der Welt mehr.
  • Die Beschuldigungen des Konsuls bzw. das ganze Gespräch ist absolut lächerlich. Eine Person stellt Behauptungen auf. 6 Personen präsentieren eine andere Geschichte. Am Tatort sind diverse Beweise. Dann will er die Unterlagen haben, obwohl vorher die Ermittlungen zwei Wochen ausschließlich in der Hand von sehr wenigen lag (also faktisch blockiert wurde). Woher der plötzliche Aktionismus?
  • Der Konsul ist der Meinung, dass Charlotte die Vereinbarung mit Lightwood nicht hätte treffen dürfen, weil er ihr Vorgesetzter ist. Wie offenbar viele Vorgesetzte verkennt er an der Stelle, dass seine eigene Unfähigkeit sie dazu gezwungen hat. Anschließend verlangt er Verrat von den Lightwoods, den er Jess aber vorwirft. Was denn nun?
  • Es ist unglaubwürdig, dass Tessa bei der Verwandlung in Shade vollständig die Kontrolle verliert, während sie bei anderen kaum Zugang gefunden hat.
  • Das Verhalten von Wayland legt doch nur den Schluss nahe, dass er nicht zurechnungsfähig ist oder mit Mortmain zusammenarbeitet. Zu beiden Schlüssen kommt aber keiner der Akteure. Faktisch wird das Verhalten aber auch nie erklärt und scheint nur darauf zurückzuführen sein, dass er ein Kontrollfreak ist, der keinen Widerspruch dultet.
  • Wie wird denn bitte EIN Schreiben an ALLE Schattenjäger zugestellt ohne den Konsul zu involvieren?
  • Die Beschreibung der Seeszene ergibt keinen Sinn. Will befindet sich unter Wasser und fällt wie ein Stein und kommt dann auf dem Boden des Sees auf und befinde sich plötzlich in einer trockenen Höhle?!
  • Erst ist in Tessas Höhle eine unsichtbare Barriere angeblich von beiden Seiten aber Will kann aus einer Richtung ganz einfach hindurch und Tessa warnt ihn auch nicht. Sehr logisch. Die Aktion ist nicht heldenhaft, sondern ziemlich dumm.
  • Will und Tessa sind in einer ausweglosen Situation und Will wird höchstwahrscheinlich getötet und Tessa möglicherweise in einen Automatenkörper gesteckt wird, wo sie die Marionette von Mortmain wird und die beiden überschütten sich mit gegenseitigen Komplimenten und Liebesbekundungen?! Deutlich zu kitschig für meinen Geschmack.
  • Wie kommen die Schattenjäger vom Instituten von der ganzen Welt mal eben nach zur Vollversammmlung in London? Die Versammlung ist doch offenbar kurzfristig (wenige Tage oder Stunden vorher) einberufen worden.
  • Wie praktisch für die Geschichte, dass einige Automaten kämpfen und die anderen aus sind. Warum auch immer?
  • Erst heißt es, dass Jem kein Bruder werden kann wegen seiner Erkrankung und dann plötzlich doch? Eine Erklärung abseits von ich wusste es nicht besser gibt es nicht.

[collapse]

Ophelia Scale [Serie]

Ophelia Scale Wie alles begann - Lena Kiefer   Ophelia Scale 1 Die Welt wird brennen - Lena Kiefer  Ophelia Scale 2 Der Himmel wird beben - Lena Kiefer  Orphelia Scale 3 Die Sterne werden fallen - Lena Kiefer

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Lena Kiefer

Teile der Serie:

  • Ophelia Scale 0 – Wie alles begann (80 Seiten)
  • Ophelia Scale 1 – Die Welt wird brennen (464 Seiten)
  • Ophelia Scale 2 – Der Himmel wird beben (496 Seiten)
  • Ophelia Scale 3 – Die Serne werden fallen (512 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Prequel:

Das Prequel ist außergewöhnlich kurz und ein netter Einstieg in die Serie aber weniger als die Hälfte von den 80 Seiten ist Prequel, der Rest Leseprobe und sonstige Infos.

Es wird lediglich geschildert wie Ophelia zum ersten Mal bei Reverse ist und es finden ein paar Gespräche mit Knox und Jye statt.

Band 1:

Sie nickte und gab mir die Jacke. »Los, zieh sie an.« Ich schlüpfte hinein und drehte mich einmal. Es war ein Stoff gewordener Albtraum. Die Jacke war unförmig, hatte zu lange Ärmel und die Farben passten nicht zusammen. Wenn die Schafe gewusst hätten, dass ihre Wolle für so eine Scheußlichkeit geopfert werden würde, hätten sie zu den Waffen gerufen.

Warnung vorab: Die Rezension geht nicht ohne ein paar kleinere Spoiler. Ich habe versucht alles in die Anmerkungen zu packen aber gänzlich ohne Spoiler ging es in der Rezension leider nicht.

Wir befinden uns ca. 100 Jahre in der Zukunft. Europa wird wieder von einem König regiert. Technik ist seitens des Königs weitgehend verboten abseits seines eigenen Überwachungsstaates. Diese Umkehr kam von einen Tag auf den anderen und die Bevölkerung hatte kein Mitspracherecht. Die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und eine Unterkunft ist gesichert.

Darüber hinaus wird nur belohnt wer dem König zusätzliche Dienste erweist.

Vielleicht war das etwas Biologisches unter Zwillingen – genetische Friedfertigkeit, um einander nicht umzubringen.

Die Strafen für das Benutzen von Technik sind drakonisch und höher als für Mord. Ophelia lebt in dieser Welt und rebelliert, obwohl sie Gefahr läuft geschnappt zu werden. Wer geschnappt wird, wird dem Clearingprozess unterzogen.

Beim Clearing werden alle Erinnerungen und damit auch die entstandene Persönlichkeit bis zu einem bestimmten Alter gelöscht.

Die Serie erinnert an die gelöscht Serie aber nur im Kern. In der Gelöscht Serie geht es um eine Person, die bereits gelöscht wurde. Hier um Ophelia, die gegen das Technikverbot und gegen den Prozess der Löschung kämpft.

In dem Moment wurde mir etwas klar: Ich war kein Wolf unter Schafen mehr. Jetzt war ich ein Wolf unter Schakalen. Ein kleiner flauschiger Wolf unter großen, blutrünstigen Schakalen. Die Nahrungskette hatte gerade ein Upgrade erhalten.

Ohne zu viel zu Verraten hat die Geschichte diverse Elemente, ein wenig “die Bestimmung” (Training), Agentenflair wie bei James Bond und eine Liebesbeziehung. Bis ca. 80% fand ich die diversen Wendungen recht spannend, wenn ich auch die Meinungsschwankungen der Hauptakteurin etwas seltsam fand. Gegen Ende geht es aber mit der Logik arg den Bach runter.

Ophelia ist angeblich superintelligent, aber ändert ihre Meinung wie ein Fähnchen im Wind – mal so mal so und will auf Basis dieser Meinung Leute töten und um sich selbst zu schützen andere ans Messer liefern. Sie lässt sich viel zu leicht vorführen. Das ist desto verstörender, wenn man bedenkt was sie vorher alles erlebt hat.

Die Autorin bevorzugt am Ende des Buches maximales Drama und schmeißt die Logik vollständig über Bord. Insofern erinnert die Serie an einen Actionfilm im Kino. Gehirn bitte an der Kasse abgeben.

»Passt auf. Wenn ich ›jetzt‹ sage, rennt ihr zu meinem Freund da drüben. Keine Angst, euch passiert nichts.« Glaubt eigentlich irgendjemand den Scheiß, den Leute in solchen Situationen von sich geben?

Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig. Die Bindung zu den Figuren ist da auch wenn man Ophelia als geneigter Leser ab und an als unzurechnungsfähig einstufen muss.

Trotz der Kritik war der erste Band ein Pageturner zumindest bis zu der Stelle, wo er unglaubwürdig wird.

Bis 80% war der erste Teil für mich eine 4/5, dann ist die Manipulation so offensichtlich, dass Ophelia leider recht dumm wirkt. Somit bekommt der erste Teil nur 3/5 Punkte. Unterhaltung Top, Logik Flop. Wenn Ophelia die ersten 80 Prozent zwar nicht superschlau wirkt, dann doch zumindest nicht dumm. In den letzten 20% hinterfragt sich nicht mal mehr was man ihr vor die Füße wirft und trifft fatale Entscheidungen. Anfangs ist sie alles andere als Naiv, insofern passt das nicht ins Bild.

Wenn ich ignorierte, dass ich vorhatte, seinen Bruder zu töten, war das schließlich ein normales Treffen unter Freunden.

Ein Mord ist immerhin ein Mord und nichts was man so mal eben aus dem Bauch entscheiden sollte (man sollte sich überhaupt nicht dafür entscheiden aber zumindest gute Gründe haben, falls man es doch macht).

Für mich ist dieses Buch ein klassischer Fall von hätte sehr gut werden können, wenn die Autorin und oder Lektorin über die letzten 20% ein wenig nachgedacht hätte.

Meine Empfehlung an die Autorin: Es wird dringend ein Testleser benötigt, der die Romane auf Stimmigkeit der Handlungen- / Figuren und Logik prüft. Emotionen, Spannung und Pageturner Eigenschafen sind definitiv vorhanden.

Buch 2:

»Niemand ist perfekt, Gen. Manchmal hat man die falschen Informationen oder glaubt den falschen Menschen. Hilft es dann, jemanden für immer zu verdammen, obwohl er seine Sicht geändert hat?«

Ophelia hat den Abzug betätigt. Nachdem Ophelia im ersten Teil fließend von ich Töte den König, zu ich verteidige den König zu ich töte den König übergegangen ist, sitzt sie nun in einer Hochsicherheitszelle in Einzelhaft. Sie fragt sich lediglich, ob man sie töten oder einem Maximalclearing unterziehen wird.

Leider zeigt sich in Teil zwei, dass alle meine Annahmen zu den Ereignissen in Band 1 zum Teil korrekt sind (siehe Kommentare und Anmerkungen), Ophelia hinterfragt aber weiterhin lange nichts, was nicht ihrer Intelligenz entspricht.

Wow. Tolle Idee. Wieso machten wir nicht etwas, das noch ätzender war? In einem Vulkan schwimmen oder kopfüber aus dem vierten Stock springen zum Beispiel?

Zum Glück findet Ophelia irgendwann im Verlauf der Geschichte ihren Verstand wieder.

Sehr gut wird im zweiten Band der Konflikt eines Herrschers beschrieben. Egal wie gut die Absichten sein mögen. Jede Entscheidungen hat Konsequenzen und für irgendwen sind die fast alle Entscheidungen negativ. Ständig will irgendwer anders die Macht ergreifen oder sich selbst in eine bessere Position bringen.

»Man kann aufs Dach?«, fragte ich interessiert. Diese kleine Provokation konnte ich mir nicht verkneifen. Sie antwortete nicht, sondern schüttelte den Kopf wie eine Mutter, der soeben klargeworden ist, dass alle Mahnungen sinnlos sind.

Spannung und Dramatik sind auch im zweiten Teil der Serie genügend vorhanden. Die Umgebung ist allerdings eine ganz andere. Während im ersten Teil primär die Angst vor dem König und der Macht des Königs dominiert, befindet der Leser sich in Teil mitten in einer chaotischen und Gewalttätigen Widerstandsbewegung. Der zweite Teil hat daher eine andere Grundstimmung.

Auch dort ist Ophelia nicht allein, sondern trifft auf einige Bekannte aus den Vorgängern. Die Beziehungen sind allerdings nicht mehr alle so wie vorher.

»Sie wissen, was ich getan habe. Ich kann es ihnen also nicht übel nehmen.« »Doch, kannst du. Meinst du, die haben noch nie einen Fehler gemacht? Erwachsene machen ständig was falsch, tun aber trotzdem so, als würden sie alles richtig machen. Das ist bescheuert.«

Die Grundgeschichte – Künstliche Intelligenz übernimmt die Steuerung über alles und beseitigt die Menschen, weil sie als Störenfriede eingestuft werden – ist nicht neu aber diese Geschichte wirkt immer weniger futuristisch.

Buch 3:

Die OmnI ist entfesselt, Leo vermeintlich tot und Lucien zwangsweise König. Ophelia hat sich trotz der sehr hohen Enttarnungschancen (die OmnI hat ihr offen gedroht mithilfe von anderen Menschen) entschieden bei Reverse zu bleiben.

Eines der Terminals zog ihre Aufmerksamkeit auf sich und gab mir Gelegenheit, ihr Kompliment zu verarbeiten, das sie in dem Schwall aus Beleidigungen versteckt hatte. Dann sah sie mich wieder an.

Der Schritt von Ophelia bei Reverse zu bleiben ist hochgradig gefährlich und sicher zum Teil aus dramaturgischen Gründen erfolgt.

Zuerst ist Ophelia im dritten Band weiterhin Doppelagentin. Im weiteren Verlauf des dritten Teils wächst sie deutlich über sich hinaus und wird von der Fanatikerin (Teil 1) über die Doppelagentin wieder Willen, zur freiwilligen Doppelagentin und anschließend zur Anführerin. Dieser Werdegang ist durchaus plausibel dargestellt.

Im dritten Teil finden sich die wenigsten Unstimmigkeiten in Logik und Charakteren und ich wurde somit nicht ständig aus der Handlung gerissen. Insgesamt hat die Serie aber viel zu viele Unstimmigkeiten.

Wahrscheinlich konnte man ihn wecken, wann immer man wollte, und er stand für die Rettung der Welt parat. Zur Not auch in Unterwäsche.

Das Ende ist klasse aber nichts für Leute, die zu dystopischen Geschichten ein dystopisches Ende wollen. Ich gehöre nicht dazu. 😉

Fazit:

So schwer hat es mir schon lange keine Serie mehr gemacht. Die Spannung passt. Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Es wird nie langweilig. Der Schreibstil ist toll. Aber für Drama wird zumindest am Ende von Teil 1 und Anfang von Teil 2 der kleinste Rest Logik oder Stimmigkeit der Figuren gerne außer Acht gelassen. Das zieht sich aber sporadisch durch die ganze Serie.

Aber Fairness war kein Freund des Schicksals. Und manchmal begegneten sie sich eine ganze Weile überhaupt nicht. So wie jetzt.

Ich kam mir oft vor wie bei klassischen Actionfilmen. Nicht drüber nachdenken, genießen, nicht hinterfragen. Das erwarte ich aber nicht von einem Buch.

Die Serie hätte spielend in den Bereich von 4,5 oder sogar 5 Punkten vorstoßen können, wenn man ich mir nicht so oft hätte die Haare raufen müssen. Die halbe Zeit habe ich mich gefragt wer denn bitte so ein Buchserie testgelesen hat. Liebe Grüße das Lektorat: Neben Rechtschreibung und schmissiger Handlung schadet es auch nicht, wenn die Charaktere glaubwürdig und die Zusammenhänge logisch sind. Das wurde in der Serie nicht beachtet.

»Was macht sie denn?«, flüsterte Deverose panisch. »Was sie am besten kann«, antwortete Lucien, und ich hörte das Lächeln in seiner Stimme. »Ihr Ding.«

Die Unstimmigkeiten machen Ophelia als Figur leider oft unglaubwürdig. Zuerst wird betont wie schlau sie ist und dann handelt sie so dumm, dass es schon unglaublich ist. Angeblich ist sie rational und dann will sie aus einem Bauchgefühl heraus Leute umbringen. Das passt alles nicht zusammen.

Teilweise sind die Szenen so abstrus, dass es schon an Comedy grenzt (Flugszene zur Insel – siehe Anmerkungen). Man kann nur mit dem Kopf schütteln.

»Hast du ernsthaft geglaubt, du könntest diese Nummer zweimal abziehen? Mich nachts schlafend im Bett zurücklassen, um allein irgendeine Kamikazenummer durchzuziehen? Für wie dämlich hältst du mich eigentlich?!«

Die packende Handlung macht dann allerdings viel weg und spätestens in teil drei wachsen einem diverse Charaktere sehr ans Herz.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Der ach so gefährliche Test, für den man überragenden IQ benötigt, entpuppt sich als reichlich plump. Später zeigt sich zumindest, dass die OmnI damit nicht getäuscht wurde.
  • Ophelia will erst den König töten und dann rettet sie ihm spontan das Leben. Der Übergang ist für mich in dieser Geschwindigkeit nicht nachvollziehbar.
  • Die Abkehr wäre wohl nicht die einzige Lösung gewesen. Eine KI, die ein Bewustsein entwickelt und z.B. ein ganzes Gebäude steuert ist nicht vergleichbar mit einem Ohrhörer, der aber im Rahmen der Abkehr auch verboten wurde.
  • Ab und zu darf ich raus? Die Aussage ist wohl ziemlicher Quatsch, wenn die KI weder Augen noch Ohren hat und immer in einem Raum eingesetzt wird ist es vollkommen egal wo sie sich befindet, sie bekommt überhaupt nicht mit wo sie ist. Vor allem nicht wenn sie in einer Kiste durch die Gegend getragen wird und nicht betriebsbereit ist.
  • Es ist sehr naiv von Ophelia in der OmnI direkt ihren Verrat zuzugeben. Es kann genausogut sein, dass sie nur einem weiteren Test unterzogen wird.
  • Die OmnI hat entweder Netzzugriff oder nicht. Mit “glauben” hat das nichts zu tun, wie es im Buch dargestellt ist.
  • Heute ist eine Aufnahme bereits kein brauchbarer Beweis – in der Zukunft noch viel weniger, weil Aufnahmen sich leicht manipulieren lassen. Somit beweist alles was die Omni zeigt überhaupt nichts. Das Ophelia das nicht in Betracht zieht, lässt sich dumm erscheinen und ist lediglich dem damratischen Mordversuch als dramaturgischer Höhepunkt der Handlung geschuldet.
  • Ophelia ist extrem leichtgläubig. Wenn die Geschichte vom König stimmt, liegt es im Interesse der OmnI sie zu täuschen. Alles was sie in der OmnI sieht beweist überhaupt nichts. Weder die Geschichte des Königs, noch dei der OmnI muss wahr sein. Sie will aber erst den König umbringen, dann beschützen und dann wieder umbringen, nur wegen ihrer Gefühle.
  • Spätestens wenn eine KI mitleidig ist, sollten alle Warnsignale angehen. Gefühle würden eine KI extrem gefährlich machen. Anschließend behauptet die KI selbst keine Gefühle zu haben.
  • Ophelia redet in der OmnI mit Knox. Offensichtlicher kann sie sich nicht mehr manipulieren lassen. Ophelia ist in Teil 1 eher eine Fanatikerin als ein intelligentes Mädchen.
  • Angeblich handelt Ophelia rational. Das Gegenteil ist der Fall. Sie handelt zu 100% gefühlsgesteuert und schaltet den Verstand komplett aus, als die den König töten will.
  • Die klassische Schusswaffe und die modernen Einsatzwaffen der Agenten würden wohl kaum identisch aussehen. Somit wäre Luc das aufgefallen.
  • Interessant ist, dass Ophelia nicht mal in Betracht zieht, dass die Waffe überhaupt keine Munition enthielt (nachgesehen hat sie nie). Vielleicht war es nicht das Ziel den König zu ermorden, sondern nur für Ablenkung zu sorgen? (das habe ich geschrieben, bevor ich die Bestätigung hatte, es lag sehr nahe)
  • Wie kommt der König auf die Idee, dass die KI vor der er Angst hat eine gute Idee ist um Leute aufzuspüren, die nicht vertrauenswürdig sind? Es ist doch recht naheliegend, dass der Test der KI überhaupt nichts wert ist, wenn sie sich so verhält wie er es behauptet.
  • Das Clearing (also den Zeitraum der gelöschten Erinnerungen willkürlich zu bestimmen macht keinen Sinn). Ophelia ist 18. Ihr die Erinnerungen von 15 Jahren zu nehmen ist auch nicht humaner als sie gleich zu töten. Lustig ist, dass Ophelia die Variante mit 10 Jahren Clearing als ok einstuft. Sie hätte dann den Stand von einem 8 jöhrigen. Sie geht davon aus, dass sie “normal aufwachsen kann”. Sie ist aber bereits erwachsen. Normal wäre daran wohl nichts, wenn man mit 18 den Stand einer 8 jährigen hat. Ein Studium wie sie es anstrebt dürfte wohl auch unrealistisch sein. Dazu kommt, dass die Kurzzeitlöschung bei ihr nicht funktioniert, die Langzeitlöschung also möglicherweise auch nicht.
  • Knox ist für Monate nur noch Kleinkind und zack kommt die Erinnerung zurück und schon ist er Anführer von Reverse? Etwas sehr schnell und warum sollte man ihm zum Anführer machen bei seinen Zusammenbrüchen?
  • Auch im zweiten Teil ist die OmnI anfangs völlig außer Zweifel und Opehial glaubt alles.
  • In Band zwei hört es sich an, als wenn Emile sich die “Ausbildung” zum Schakal ausgesucht hat. Das konnte er nicht, weil er offiziell nur Palastwache werden sollte.
  • Was ist das denn für eine Tarnung?! Wir haben gesehen, dass die Reverse Leute nahezu immer Interlinks tragen. Spätestens bei Berührung würde es auffallen, wenn nur minimale Abweichungen vorhanden sind. Dann kommt eine Szene, in der Lucien vor versammelter Mannschaft im Innenhof steht und dann checkt, ob alle Interlinks tragen. Das ist ewas spät, um nicht aufzufliegen, oder?
  • Wenn die OmnI Ophelia wirklich braucht war das Attentat auf den Rebellenstützpunkt ein extrem hohes Risiko. Ophelia hätte sehr leicht dabei getötet werden können.
  • Der Angriff ist nicht logisch. Es ist relativ unkalkulirbar wer stirbt. Es wird so getan, als wenn die Omni den Angriff direkt kontrolliert hat. Dazu ist sie aber zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage. Somit ist das Ergebnis viel zu ungewiss. Wenn der König Reverse wirklich angegriffen hätte, dann endgültig. Er hätte locker alle festnehmen oder töten können. Somit sind entsprechende Vermutungen nicht sonderlich schlau.
  • Ophelia auf die Mission zu schicken macht nur unter zwei Aspekten Sinn: Entweder ist die Zusammenarbeit mit dem König aufgeflogen oder sie soll sterben. Wieso denkt darüber niemand nach? Der später angegebene reale Grund des Loyalitätstests ist quatsch.
  • Ophelia und Luc sind 300m entfernt vor der Insel in einem Fluggerät. Erst dann beginnen die Abwehrmaßnahmen (viel zu spät, keine derat gut beschützte Einrichtung würde einen Ansatzweise auf diese Entfernung heranlassen). Allein bei dem Gerede danach (was diverse Sekunden dauert), wären sie längst dran vorbei geflogen. Die Entfernungsangabe ist vollkommen unrealistisch. 3km würde mehr Sinn machen. Trozdem wäre eine Rakete in jedem Fall so schnell, dass keine Zeit für die Diskussion bleiben würde (selbst heutige Luftabwehrraketen sind z.B. 2-3 facher Schallgeschwindigkeit unterwegs). Die Szene liest sich aber so, als wenn die Rakete gemütlich mit 20km/h ankommt. Nach der Raketenabschuss und Ausweichszene sind sie 100m vor der Insel und allein die Zeit die sie zum Protect Room bräuchten, wäre nur realistisch, wenn sich der Gleiter mit extrem geringer Geschwindigkeit (rennen aber sicher nicht fliegen) Richtung Insel bewegen würde. Unglaublich. So was muss doch jemand beim Korrekturlesen auffallen? Die Autorin ist offenbar noch nie geflogen oder Auto gefahren. Anders lässt sie so eine Beschreibung nicht erklären. 5 Minuten Recherche und simpelster Dreisatz (km/h auf m/s umrechnen) hätten die Szene ad absurdum geführt.
  • Amber Island ist das am besten gesicherte Gebäude auf der Welt aber man kann auf 100m ran fliegen und wird von einer einzigen Rakete beschossen, die nicht mal trifft, weil man ein Ausweichmanöver fliegt?
  • Der automatische Geschützturm wartet nett bis es Ophelia gut geht und die beiden sich in Ruhe unterhalten haben und schießt erst dann. Genau!
  • Eine Aktion wie das Clearing von Ophelia war von Phoenix zu erwarten. Genauso hätte er sie auch töten können. Das kommt also wenig überraschend.
  • Wie es in Teil drei weiter geht ist vorher schon klar. Phoenix nimmt Leo als Geisel oder versteckt ihn aus taktischen Gründen. Das ist wieder recht vorhersehbar. Möglicherweise fordert er Ophelias Tod (auch das wäre nicht neu). Wie sich nachher zeigt lag ich zumindest mit Teil 1 richtig.
  • Wenn weltweit das Internet (oder wie auch immer es nun heißt) ausgeschaltet wurde, dann kann die Omni es nicht wieder einschalten. Vor allem ist nichts vorhanden was sie erreichen könnte. Aus der späteren Beschreibung liest es sich so, als wenn zumindest die Verteilzentren noch eine Art Netzwerk haben. Das ließe sich aber sehr leicht stören. Man braucht nur das Kabel an beliebigen Stellen unterbrechen oder einfach die Infrastruktur (Router, Netzknoten) stromlos schalten. Dann kann die OmnI nichts mehr tun, so lange sie nicht im Verteilzentrum ist.
  •  Das Ende von Band zwei ist unlogisch. Das Ophelia nicht akzeptiert würde – geschenkt, davon kann man wohl ausgehen. Das wird sich aber nie ändern, egal was sie macht. Das Luc nicht ohne Sie kann und will ist aber offensichtlich. So oder so wird es nicht funktionieren. Dazu die OmnI, die Ophelia töten will (und es gibt keinen Grund, warum sie das nicht sehr kurzfristig hinbekommen sollte). Bei Reverse zu bleiben ist ein Himmelfahrtskommando. Das denkt Sie am Beginn von Band 3 sogar selbst. Zumal es auch keinen Sinn ergibt. Reverse war eh nur eine Ablenkung und somit wird Reverse auch nicht benötigt, nachdem die OmnI läuft. Wie sich später zeigt, hätte es Luc auch fast zerbrochen, weil sie ihm nicht geholfen hat (auch nicht erstaunlich).
  • Warum muss die Energieversorgung am Netzwerk hängen? Ein Kraftwerk funktioniert auch ohne Internet.
  • Wie erklärt Ophelia, dass sie die Nachricht von der OmnI aus dem Raum in dem die OmnI stand kennt? Warum sollte sie die OmnI ihrer Reverse Rolle als Reverse treue überhaupt gesucht haben?
    – Warum sollten alle Bewohner Ophelia kennen? Hat der König Plakate aufgehängt? Die wollte mich umbringen und ist geflüchtet? Angeblich haben die Leute geredet. Deswegen würden sie trotzdem nicht alle erkennen.
  • Ophelia denkt nicht darüber nach, dass der Angriff auch nur dazu dienen könnte, um sie zu bekommen. Wie üblich. Zugegeben in der Situation auch eher schwierig. Das sie dann direkt in die Falle läuft ist wieder ziemlich dumm, wenn auch gut für die Spannung, nur mal wieder unglaubwürdig.
  • Woher weiß die OmnI, dass Ophelia wach ist? DAS würde mir zu denken geben.
  • Woher weiß irgendwer wohin Lynx geht? Hier erhärtet sich der Verdacht, dass Ophelia verkabelt wurde. Das scheint im Nachhinein nicht zu stimmen aber es wird auch nicht erklärt woher die OmnI Dinge wusste, von denen sie nicht wissen konnte.
  • Die diversen Vermutungen, die Ophelia erst mit ihrer vollen Gehirnleistung einfallen, hatte ich als Leser bereits vorher…
  • Was wollte Phoenix mit Luc? Entweder reichen auch ex Regierungschefs zur Nutzung von Amber Island oder er benötigt den aktuellen Regierungschef. Falls er den aktuellen benötigt würde dazu führen würde, dass Amber Island auf dem aktuellen Stand gehalten werden muss wer gerade Regierungschef ist (das geht ohne Technik aus der Ferne nicht) oder derjenige einen Gegenstand besitzen muss, der ihn als solches ausweist. Da Phoenix lt. Erklärung aber Luc brauchte, ergibt es keinen Sinn.
  • Wie die OmnI Nachrichten auf die Pads senden konnte ist unlogisch. Wenn sie aus der Ferne Zugriff auf dieses System hat, könnte sie auch den Rest übernehmen

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Mortal Engines [Serie]

Mortal Engines 1 Krieg der Städte - Philip Reeve  Mortal Engines 2 Jadt durchs Eis - Philip Reeve  Mortal Engines 3 Der Grüne Sturm - Philip Reeve  Mortal Engines 4 Der verlorene Sturm - Philip Reeve

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Philip Reeve

Teile der Serie:

  • Mortal Engines 1 – Krieg der Städte (338 Seiten)
  • Mortal Engines 2 – Jagd durchs Eis (363 Seiten)
  • Mortal Engines 3 – Die Sanduhr (384 Seiten)
  • Mortal Engines 4 – Die verlorene Stadt (563 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

Er durchquerte den Saal mit der Sammlung aus dem 21. Jahrhundert und umrundete die Plastikstatuen von Micky und Pluto, den tierköpfigen Gottheiten des untergegangenen Amerika.

In diesem Endzeitszenario sind Städte fahrbare Einrichtungen, die sich gegenseitig bekämpfen und die letzten Rohstoffe verschlingen. Die Meere sind ausgetrocknet.

Die Hauptcharaktere sind Jugendliche, die im Falle von Tom und Katherine sehr naiv sind, obwohl sie in einer dystopischen Welt aufgewachsen sind. Die eine eher am oberen Ende der sozialen Schichten, der andere eher am unteren Ende der Mittelschicht.

Hester stellt mit ihrer Vergangenheit einen eher angenehmen Ausgleich dar.

Wenn man den Film kennt, dann kennt man die Grundgeschichte. Im ersten Drittel des Buches passt der Film sehr genau zum Buch, dann wird das Buch deutlich detaillierter. Das Buch wurde aber im Film ganz gut eingefangen.

Dabei fielen ihm die Tagträume ein, mit denen er sich die langweiligen Tage im Museum vertrieben hatte. Manchmal hatte es ihn darin mit einem hübschen Mädchen in die Außenlande verschlagen, wo er einen blutrünstigen Verbrecher fassen musste. Aber nie war es in seinen Träumen so kalt und nass gewesen oder hatten ihm die Beine so weh getan, und nie war der Verbrecher Londons größter Held gewesen.

Die Geschichte ist eine klassische Abenteuergeschichte, die aber eher Kinder und Jugendliche anspricht. Es gibt auch ein paar heftige Unstimmigkeiten, ob das nun physikalische Gesetze, Logik oder Plausibilität angeht. Wenn man bereits ist das zu vernachlässigen, bietet das Buch gute Unterhaltung. Obwohl es sich um einen Mehrteiler handelt, kann man das erste Buch auch gut alleine lesen, weil es ein abgeschlossenes Ende hat.

Buch 2:

Es ist einiges an Zeit seit dem ersten Band vergangen und Tom und Hester sind auf ihrem Schiff durch die Gegend gereist und haben sich mit Handel über Wasser gehalten. Plötzlich werden sie in neue Abenteuer verstrickt.

Der zweite Teil ist anfangs etwas plump. Freya ist eine der Hauptakteurinnen und nicht viel mehr als eine verzogene Göre, die eine Stadt anführt.

Es gibt einige neue Charaktere, einer davon reichlich undurchsichtig. Auch im zweiten Teil geht es recht abenteuerlich weiter.

»Verlasst die Stadt!«, brüllte Peavey. »Frauen und Bürgermeister zuerst!«

Auch Tom und Hester sind in diesem Band charakterlich ziemlich schwach in der ersten Hälfte. So kam ich mir eher wie in einer Seifenoper vor. Die erwartete Abenteuergeschichte kommt erst in der zweiten Hälfte in fahrt.

Glücklicherweise besinnen sich die Charaktere später und finden zu alter oder neuer Stärke. Bei Freya finde ich den Wandel übertrieben. Was mir gut gefällt ist, dass einige Charaktere mit ihren Taten davon kommen, auch wenn sie es nicht verdient hätten. Oft werden die schlechten Taten in Büchern am Ende gesühnt, was nicht unbedingt realitätsnah ist.

Witzig ist, dass der Autor am Ende noch eine Zeitrafferbetrachtung anschließt in der fast mehr passiert als im ganzen Buch.

Buch 3:

Es gab nun einmal Menschen, dachte Freya – wie Caul und wie Hester Shaw –, die für das Glück nicht geschaffen waren.

Zwischen Band 2 und drei gibt es einen 16 Jahre Zeitsprung. Somit wird recht schnell klar, dass die bekannten Charaktere Tom und Hester eher Nebenrollen einnehmen. Wie bereits im Vorgängerband angekündigt war Hester schwanger und lebt nun mit Tom und ihrer Tochter in “Amerika” oder zumindest nah dran.

»Grundgütiger Quirke!«, fluchte Tom. Allmählich hatte er das Gefühl, dass sein Gott ein Spiel mit ihm trieb. Wenn er das alles überlebte, würde er ernsthaft darüber nachdenken, sich einen anderen zu suchen.

Plötzlich taucht Gargle dort auf (den kennt der Leser bereits aus dem zweiten Teil) und will ein Buch, dass sich in Cauls Screw Worm befindet.

Wren als Nachfolgegeneration leider genauso naiv wie Tom früher. Wie man sich denken kann beginnt nun das große Abenteuer für Wren. Tom und Hester holt die Vergangenheit ein und beide haben sich ein wenig auseinander gelebt.

Es kommen ein paar neue Charaktere hinzu was der Reihe gut bekommt.

Buch 4:

Hier hätte Hester sich wohl gefühlt, dachte er und wünschte, der Wind hätte die Jenny Haniver an jenem Morgen nach der Katastrophe in die entgegengesetzte Richtung geweht und ihn und Hester nach London hinein- statt daraus fortgetragen.

Wren hat einiges erlebt. Sie ist von zu Hause abgehauen und als Sklavin geendet. Sie hat einen Jungen kennengelernt und ist von Hester und Tom gerettet worden. Bei Ihrem Wiedersehen kommt es zum großen Bruch und Hester verschwindet.

Für den vierten Teil gibt es viele offene Handlungsstränge und somit ist dies der längste Teil der Serie.

Auch im viertel Teil gibt es neue Charaktere und sowohl die erste Abenteurergeneration (Hester / Tom), als auch die zweite (Wren und Theo) spielen eine Rolle.

In der gesamten Serie gibt es leider nicht einen Charakter, der vollständig sympatisch ist. Wenn die Charaktere zur Abwechslung nicht naiv handeln, dann dumm. Dazwischen gibt es in der Serie erschreckend wenig Spielraum.

Der zweite Teil des vierten Bandes ist relativ spannend. Das hätte ich mir vom Rest der Serie auch so gewünscht.

Fazit:

»Und wenn wir untergehen?«, fragte Tom. »Was dann?« Pomeroy lachte. »Dann sind die Nächsten an der Reihe. Ihre Tochter und ihr junger Freund zum Beispiel. Die Tochter eines Londoner Historikers und ein Antitraktionist – vielleicht sind sie die Zukunft.«

Meiner Meinung nach haben die Bücher kein Zielpublikum. Der Schreibstil (Naivität, Einfältigkeit) zielt eher auf Kinder ab. Die vielen Toten, die diversen Morde, die desillusionierte Welt und bösartigen Charaktere eher auf Jugendliche oder Erwachsene. Als Erwachsener fand ich die Serie aber in Summe etwas langweilig.

Am Ende gibt es sogar noch Selbstmord als krönenden Abschluss der Serie. Somit habe ich die erste Buchserie vor mir, die ich für keine Altersgruppe uneingeschränkt empfehlen kann.

Die Abenteuer sind klasse aber Emotionen oder Bindungen zu den Charakteren habe ich an keiner Stelle empfunden. Es gibt auch keinen wirklich guten Charakter. Alle haben ihre Macken. Insgesamt bietet mir die Serie zu wenig und den Erfolg kann ich nicht nachvollziehen.

Dem Dystopieszenario bleibt die Serie absolut treu. Viele Charaktere finden ein relativ unschönes Ende.

Ich habe eine weile überlegt, ob ich der Serie 3,5 oder vier Punkte gebe aber 4 bedeutet, dass ich die Serie irgendwann vielleicht noch mal lese. Aktuell sehe ich das bei dieser Serie nicht.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Endzeit gut und schön aber das Szenario ist ziemlich fragwürdig. Wohin die Meere verschwunden sind weiß man nicht so genau, warum die Städte teilweise mit Museen und Kichen überlebt haben auch nicht (die Städte wären bei einem Atomkrieg als erstes Zerstört worden – der beschriebene Krieg scheint noch viel schlimmer gewesen zu sein). Es macht auch wenig Sinn eine ganze Stadt mit hydraulischen Kiefern zu zermalen, was eh nur funktioniert, wenn die Stadt deutlich kleiner als die eigene ist. Allein der beschriebene Zerlegungsprozess würde so viel Ressourcen und Energie verschlingen, dass das überhaupt nicht realisierbar wäre.
  • Das Katherine und Bevis in Beisein von irgendwelchen Fremden Hochverratspläne schmieden ist gelinde gesagt vollkommen unglaubwürdig.
  • Was für ein Quatsch: Die Medusa zeigt “die Landschaft vor London mit dem fernen Schildwall im Fadenkreuz” wohlgemerkt bei 130 Meilen Entfernung im Dunkeln. Für eine derartige Sichtweite müsste man gut 3000m hoch sein. Eine Energiewaffe könnte auf die Entfernung eh nichts ausrichten, wenn sie sich in Erdnähe befinden, weil sie durch die Erdkrümmung schlicht in den Boden feuern würde. Davon abgesehen ist es abends und lt. Beschreibung dunkel. Hat schon mal jemand 200km Sichtweite erlebt und war abends im dunkeln?
  • Es geht weiter mit totalem Quatsch: Bereits heute wird Hightech so filigran gebaut, dass man auf einem beschädigten PC Mainboard oder einem Handy nichts mehr reparieren kann. Die Fabriken für Prozessoren oder Speicher kosten Milliarden und es wird mit extrem reinen Bedingungen gefertigt. Die Platinen besehten aus extrem filigranen Leiterbahnen auf teilweise diversen Schichten übereinander. Es ist unmöglich da irgendwo einfach was dran zu basteln, zumal jede Platine auf den jeweiligen Anwendungsfall optimiert ist. Die Waffen des beschriebenen Krieges wurden in unserer Zukunft entwickelt und sind noch mal deutlich fortschrittlicher. Die Ingenieure reparieren “beschädigte Schaltkreise” durch “Platinen aus zerlegten Stalkerhirnen”. Muss ich dazu was Sagen? Das wäre vielleicht mit Technik om Jahre 1980 noch halbwegs gegangen. Mit unser heutigen Technik – und gewiss mit Zukunftstechnik – geht das nicht.
  • Hester jagt Valentine jahrelang hinterher um ihn zu ermorden und dann ist ihr Hass plötzlich verflogen, als wenn nie etwas gewesen wäre
  • Wieso sollten im Schnee Ketten eingefahren und Kufen ausgefahren werden? Wo soll der Vortrieb herkommen? Ein Schneemobil bewegt sich auch mit einer Raupe fort.
  • Die mächtigen Städte scheinen eher nach Zufallsprinzip ausgewählt zu sein. Der Autor stellt Millionenstädte auf den gleichen Level wie 500 Einwohner Dörfer
  • Woher sollen Fryas Navigatoren auch nur halbwegs aktuelle Karten haben, wenn diese Regionen nie jemand bereist?
  • Wolverinehampton fährt Zickzack, während Akorage geradeaus fährt. Zusätzlich war vor der Verfolgung ein Abstand zwischen beiden und Wolverinehampton musste mindestens zu der Position fahren, an der Ankorage sich vorher befand. Somit sollte es fast unmöglich sein, dass Wolverinehampton im Sturm aufschließt.
  • Die Aussage von Wren ist unlogisch. Gargle hat das Buch zuletzt auf der Screw Worm gesehen. Sie sagt dann “die Bücher sind umgestellt worden, seit Sie das letzte mal hier waren”. Er war noch nie “hier”.
  • Warum sollte man U-Boote nicht mehr finden können, wenn sie groß sind und um die Welt fahren können ohne aufzutauchen? Das hat beides mit Sonar (darum oder um etwas vergleichbares geht es angeblich) nichts zu tun.
  • Theo ist genial. Er lenkt Cynthia so erfolgreich ab, dass sie in aller Ruhe ihren Mord zu Ende bringen kann (was ihr dann aber doch misslingt) …
  • Wenn eh ein Zeitzünder am Luftschiff angebracht ist, macht es keinen Sinn, dass Cynthia überhaupt an Bord ist, geschweige denn irgendwen tötet.
  • Den Stalker irgendwie notdürftig zusammen zu basteln, dürfte wohl kaum genügend Stabilität liefern, um ihn gefährlich zu machen
  • Annas Idee, dass sie zu Popjoy zu gehen und sich reparieren zu lassen ist hochgradig naiv. Sie weiß nicht, ob Sie oder die Stalkerpersönlichkeit gerade Oberhand hat und Popjoy dürfte wenig Interesse daran haben, dass der Anna Teil der Überlebende Teil ist.
  • Ein einziger kleiner Zeitungsartikel wäre wohl kaum in der Lage Pennyroyal zu vernichten, wo er doch so berühmt und erfolgreich ist.
  • Was sollte Theo auch sonst tun, als gerade Pennroyal die Pläne auf die Nase zu binden, nachdem sie ihn gerade bestohlen haben. Besser kann man Katastrophen nicht vorbereiten.
  • Warum sollte jeder Soldat Nagas Braut kennen, wenn selbst Kobold nur Geheimdienstberichte mit ihren Fotos erhalten hat.
  • Mitten im Angriff der gesammelten Traktionstädte muss Theo zurück um den Brief zu holen, den er schon gelesen hat. Die Todesgefahr ist ja auch nebensächlich.
  • Wieso ist Theo zu Fuß schneller in London als Harrobarrow, obwohl er viel später gestartet ist?
  • Naga hat ein Exoskelett und fällt um, weil ihn eine Gaspistole in den Brustpanzer schießt?! Wohl kaum. Dann müsste der Schütze auch zurückgeschleudert werden.
  • Woher soll Popjoy wissen, ob Fang überlebt haben kann? In die Kristallkugel schauen?
  • ODIN erhält seine Energie von ein paar Solarzellen? Sehr effizient …

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Izara 4 Verbrannte Erde [Buch]

Izara Verbrannte Erde - Julia Dippel

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Julia Dippel

Teile der Serie:

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

„Deine Auferstehung ruft und ich kann sie kaum erwarten. Das letzte Mal, als ich eine miterleben durfte, haben wir anschließend eine Weltreligion daraus gemacht. Bin gespannt, was diesmal auf uns zukommt.“

Kurze Erinnerung an den Stand der Dinge: Die Hexenkönigin wurde erweckt. Ari ist tot und hat Lucian ihre Seele vermacht. So weit so typisch heldenhaft. Man opfert sich selbst um der Liebe willen für den anderen.

Klasse finde ich, dass die vermeintlich so heldenhafte Handlung das komplette Gegenteil bewirkt. Am Anfang von Band 4 geht alles den Bach runter. Das Heldenhafte Opfer führt die Welt nahe an den Untergang.

Entgeistert drehte ich mich zu Bel um. „Hey! Das war mein Auto!“ Der Primus verdrehte die Augen. „Weniger beschweren, mehr töten.“

Endlich mal wieder ein Buch das ich verschlungen habe – ich stand kurz vor der totalen Leseflaute – danke!

Der Einstieg ist mir etwas schwer gefallen. In den ersten Teilen ist eine ganze Menge passiert und es gab ziemlich viele Namen und Ereignisse an die man sich erinnern muss.

Die Autorin leistet aber grandiose Arbeit vor allem in Bezug auf Leser, die alle Teile hintereinander lesen. Oft finde ich die Zusammenfassungen aus den Vorteilen eher lästig, weil ich die direkt vorher lese. In diesem Buch fühlt sich die Zusammenfassung nicht wie eine an.

Ich kam mir fast vor wie im Märchen – abgesehen von den unbedeutenden Details, dass Cinderella schwer bewaffnet, ihr Prinz ein gedankenlesender Dämon und die Gute Fee der Teufel war.

Der Schreibstil ist klasse, oft witzig (ich mag den Humor der Autorin), emotional und die ganze Geschichte hat genau das richtige Tempo.

Die Mischung aus Handlungselementen und der Liebesbeziehung zwischen Lucian und Ari passt. Es gibt ihr und das Stellen die einem emotional berühren.

Fazit:

Wir stießen an – darauf, dass das ‚Wie‘ wichtiger war als das ‚Wie lang‘.

Bis auch Kleinigkeiten gibt es nichts zu kritisieren.

Das könnte bereits jetzt das Highlight des Jahres gewesen sein, meine absolute Empfehlung.

Was schreibe ich noch. Kaufen!

Das ist seit längerem das beste Buch was ich gelesen habe.

Bewertung:

5 out of 5 stars 5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • War es nicht naheliegend, dass die Gezeichneten angegriffen werden?
  • Der Hacker, der das gesamte Internet in ein paar Minuten / Stunden manipulieren kann, muss noch erfunden werden. Das ist unmöglich, selbst die NSA würde das nicht hinbekommen und denen traue ich einiges zu.
  • Lucian zertört das Nex was man hätte nutzen können und Tristan überreicht eine neue Dosis, die nun verwendet werden soll?
  • Wo sind denn die Köder geblieben, die Lucian auslegen wollte? Die Informationen auf der Versammlung waren der finale Plan.
  • Warum versuchen nicht alle sofort Mara zu töten, als sie am Ende auf dem Leichenberg auftaucht?! Aber ok das sei der Dramatik zugestanden
  • Wenn das Boot von Ari und Lucian so weit abseits von allem ist, funktioniert dort kein Handy, bestenfalls ein Satellitentelefon.

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