Wochenrückblick – PCT Woche 7 – Wüste

Leselaunen / Wochenrückblick

Die Aktion „Leselaunen“ ist ein wöchentlicher Bericht und Austausch unter Buchbloggern über das aktuell gelesene Buch, die Lesemotivation und andere Kleinigkeiten im Leben eines Buchbloggers. Der Leselaunen Bericht erscheint wöchentlich am Sonntag um 20:00 und jeder darf jederzeit mitmachen und seinen Link dann bei Trallafittibooks verlinken. Einfach einen Leselaunen-Beitrag schreiben, verlinken, andere Teilnehmer besuchen/kommentieren und genießen!

Da ich unten einige Markennamen erwähne, kennzeichne ich den Beitrag hiermit als Werbung.

Da ich ab Mitte April den Pacific Crest Trail (PCT) wandere (so lange nicht noch irgendwas dazwischen kommt – auf Holz klopf), habe ich mich entschlossen Wöchentlichen Post temporär anzupassen. Es geht hier also in näherer Zukunft kaum oder wenig um Bücher, sondern um Wandern und Reisen. Zudem werde ich mich aufgrund der Zeitverschiebung zu den USA und dem unregelmäßig verfügbaren Internet wohl auch nicht so genau an die Postzeiten halten.

Aktuelles Buch:

Aktuell lese ich das Buch Pro und Contra.

Momentane Lesestimmung:

Die Reise geht vor, somit richte ich mich nach zeitlicher Verfügbarkeit.

Zitat der Woche:

entfällt

Und sonst so:

Sonntag – Tag 41 – 458,5, 478,2 Casa de Luna – The Andersons

Der heutige Tag war ziemlich übel und definitiv zum abgewöhnen. Es sollte ein wenig regnen lt. Wetterbericht. Real hat es morgens um 5:00 angefangen zu regnen und dann bis Mittag durchgehend. Dann kam eine Pause und nachmittags ging es weiter.

Das Zelt ist mal wieder nass von außen und innen. Das einpacken ist kein Spaß. Das Zelt ist unterdessen so dreckig, dass es jeder Beschreibung spottet (wenn es trocknet, löst sich das weitgehend von selbst).

Später wird das Wetter immer schlimmer. Es hagelt und stürmt und zwischendurch ist meine Fingermotorik so eingeschränkt, dass ich nach dem Absetzen des Rucksacks locker 5 Minuten brauche, bis ich den Beckengurt wieder geschlossen habe. Beim Brustgurt geht es kaum schneller. Normal dauert das ein paar Sekunden.

Zu sehen war heute natürlich nichts. Die halbe Zeit bin ich durch Wolken gerannt.

So macht der PCT weder Sinn, noch Spaß.

An beiden möglichen Ausstiegspunkten (Straßen) Richtung Hotel habe ich kein Netz. Jetzt bin ich wirklich mitten im Nirgendwo. Mal sehen wann ich wieder Netz habe.

Ich übernachte aufgrund des Mistwetters in Casa de Luna. Zusätzlich fehlt mir Proviant, da die Croissants aus Agua Dulce nicht essbar waren. Der Laden in Green Valley ist erstaunlich gut (abseits davon, dass das WLAN nicht funktioniert). Allerdings fehlt ein Restaurant (das Café in dem es auch Pizza gab hat dauerhaft geschlossen). Somit bleibt es bei einem Warmen Kakao, einem Tiefgekühlten Burger, den man im Laden in der Mikrowelle erwärmen kann und ein paar Muffins als Ersatz für die Croissants.

Der Weg zum Casa de Luna sind knappe 5 Zusatzmeilen (jede Richtung grob 2,5), die ich normalerweise vermieden hätte.

Dafür habe ich jetzt den PCT 2019 Bandana, der allerdings mit der Farbe Grün nicht gerade meine bevorzugte Farbe hat..

In Casa de Luna gibt es einige Verhaltensregeln. Jeder bekommt ein Hawaihemd (das galt für uns nicht wegen dem Wetter). Abends und morgens gibt es Essen (immer das gleiche). Morgens kleine Pfannkuchen und Abends Chips mit einigen Soßen und Belägen (teilweise frisch und diverses aus der Dose). Die Teller darf man nicht über die Schüssel halten (sonst greift die Gastgeberin zum Stock!) und es ist eine Umarmung mit Foto mit der Gastgeberin fällig.

Morgens gibt es einen Ride zurück zum Trail. Klasse.

Meiner Blase ist die Feuchtigkeit heute nicht gut bekommen. Dabei waren meine Füße nicht vom direkten Regen nass, sondern von dem ganzen Grünzeug am Trail, was die Wasserlandung jeweils dankend an meine Schuhe weitergeben hat.

Die alte Hautschicht hat sich nun großflächig abgelöst und die neue ist noch nicht so robust und dementsprechend empfindlich.

Montag – Tag 42 – 478,2 Casa de Luna – The Andersons, 498,2

Morgens war mein Zelt so nass wie nie. Ich hatte eine Pfütze unter der Luftmatratze. Ich hoffe das Zelt ist noch dicht und das war Kondenswasser. Da es die ganze Nacht geregnet hat, kann es auch Kondenswasser sein.

Tagsüber haben wir top Hikingwetter. Es ist nicht zu warm und trocken.

Mittags erlebe ich tolle Trailmagic. Ein Vater mit Sohn stellt kalte Cola bereit und bereitet an der Straße frische Hamburger zu. Wirklich toll!

Ansonsten treffe ich heute noch ein paar Dayhiker mit denen ich mich gut unterhalte. Die Gespräche mit den Dayhikern sind oft deutlich ergiebiger als mit Thru-Hikern. In der Regel kommt man über „Wie geht‘s? Gut, und selbst. Alles ok.“ nicht hinaus.

Der Trail bietet heute wenig Neues.

Ich Campe (vermeintlich) mangels Alternative auf einem Campingplatz auf einer Bergspitze. Wer ist bitte so bescheuert einen Campingplatz derart exponiert zu platzieren? Es stürmt wie Hölle und mangels Steinen zum beschweren der Tent Stakes bin ich mal gespannt, ob das Zelt nachts zusammenbricht.

Warum schreibe ich vermeintlich? In Guthook (das ist das Navi für Hiker) sind Zeltplätze eingetragen aber bei weitem nicht alle. Das wiederum kann bedeuten, dass noch welche kommen, wenn man weiterläuft oder aber auch, dass wirklich die nächsten x Meilen keiner mehr kommt. Nach dem Berggipfel gab es diverse Plätze, die besser gewesen wären, wie ich am nächsten Tag feststelle.

In Guthook standen aber auch Geschichten von einem Bären in der Region. Von daher dachte ich mir, dass es sicherer ist mit mehreren Zelten auf einem Haufen zu campen, was vermutlich Quatsch ist, zumal auf dem Platz diverse Mülltonnen vorhanden waren (bärensicher) und die Zelte daneben Standen. Der Geruch dürfte die Bären locken, sofern sie nicht verstanden haben, dass sie an den Inhalt nicht dran kommen.

Neben mir campt einer der irgendwie auf Drogen ist, zumindest hört er sich so an. Jedes Mal wenn der Wind etwas stärker bläst jault er mit.

Interessant ist am PCT wie weit man teilweise vorausschauen kann. Den San Jacinto könnte man fast zwei Wochen eher sehen. Seit gestern kann man soweit ich das beurteilen kann die ersten Ausläufer der Sierras sehen. Die sind noch ordentlich weit weg. Aber 5500 Fuß Höhe sorgen ja auch schon für etwas Weitsicht und es ist verdammt viel Schnee zu sehen.

Dienstag – Tag 43 – 498,2, 511

Die Nacht über habe ich fast nicht geschlafen, wegen dem Wind. Das ist tierisch laut und er hat auch immer wieder böhig ins Zelt geschlagen. Dafür war das Zelt morgens ziemlich trocken.

Die heutige Etappe ist eigentlich relativ anspruchslos für PCT Verhältnisse. Trotzdem bin ich irgendwie platt. Ob es am mangelnden Schlaf liegt, oder dem Körper so langsam die Energie ausgeht weiß ich nicht.

Wie üblich nach 3 Tagen auf dem Trail bin ich wieder Hotelreif. Ich nutze einen möglichen Ausstieg zu einem Motel am Highway. Dort buche ich vorerst zwei Nächte.

Als ich dann runterfahre merke ich erst wie im Eimer ich bin. Mir wird wieder kalt und die Füße schmerzen ordentlich. Seit dem Universal Besuch habe ich keine Ibus mehr genommen. Ich habe keine Lust einen Entzug zu starten nach dem PCT. Wenn sich der Körper jetzt noch nicht an das Hiken gewöhnt hat, wird er das wohl auch nicht mehr. Der Schmerzlevel beim Hiken gestern und Heute war aber ziemlich grenzwertig.

Bei meiner Blase weiß ich aktuell nicht was ich damit machen soll. Die obere Hautschicht ist weg. Es fühlt sich aber an, als wenn die untere Schicht auch schon Probleme verursacht (die fühlt sich schon ausgetrocknet und steif an).

So langsam stellt sich die Frage “Wie und ob weitermachen?”. Ungeachtet wie langsam ich hike ist Kennedy Meadows nicht mehr so weit weg. Normalerweise ist Mitte Juni eine Zeit in der man den Bereich passieren kann (dann ist der Schnee erträglich und die Flüsse sind ohne übermäßige Gefahr passierbar). Das wird dieses Jahr nicht so sein.

Dazu kommt, dass die Etappen in den Sierras extrem anstrengend sind und meine Reserven sind schon fort. Ausstiegsoptionen gibt es nur wenige bzw. keine. Meine Schneewanderfähigkeiten sind eher begrenzt (manche Leute sind bisher ohne Mikrospikes gelaufen – ohne die wäre ich längst verunglückt).

Ich bin auf dem San Jacinto und Baden Powell schon recht gut gerutscht und wie mir mein Felskontakt gezeigt hat kann man zwar wie die 20-Jährigen einfach ins Unbekannte rutschen aber man strapaziert seinen Schutzengel sehr über Gebühr.

Das spricht alles nicht dafür von Kennedy Meadows Richtung Norden zu wandern. Lustigerweise ist das eigentlich die Region für die ich den Trail primär wandern wollte. Die Wüste hatte ich eher als Training eingestuft.

Mein Körper sagt scheinbar so langsam “mir reicht es”. Ich würde auf jeden Fall gerne Yosemite Valley erwandern. Dort müssen aber die Zufahrtsstraßen offen sein, wenn ich nicht über den PCT komme. Im Moment ist dort aber eher von Schneestürmen die Rede (die können auf dem PCT auch tödlich enden). Ich hatte in den Vergangenen Tagen ja bereits ein paar erste Eindrücke wie sowas aussehen kann.

Mittwoch – Tag 44 – Pause in Lebec

Die Tankstelle neben dem Hotel ist erstaunlich gut ausgestattet (viel besser als der Cajon Pass). Es gibt auf meiner Seite einen Wendy’s (vergleichbar McDonalds), einen “Frischeladen” mit Sandwiches, Pizza, Donuts, Salaten, Obst und den Tankstellenshop und auf der anderen Seite einen Subway und Jack in the Box (auch wie McDonalds).

Morgens checke ich Routinemäßig die Trackinginformation meiner Bounce Box. So wie es aussieht ist die verschollen. Neben dem Notebook, Bargeld, Speicherkarten, Schuhen, dem Kanadapermit sind diverse andere Sachen in der Box. Da hat die Post es immerhin 2x geschafft die Box korrekt zuzustellen und beim 3. Mal geht es in die Hose. Ich stelle einen Antrag zur Prüfung per Mail aber da sich seit 10 Tagen nichts mehr getan hat, bin ich nicht sehr optimistisch.

Die Schneesituation in den Sierras ist aktuell echt übel. In einigen Teilen des PCT wurde die Skisaison bis Ende August verkündet. Die Sierras sollen mindestens bis Ende August mit Schnee bedeckt sein.

So schlimm wie dieses Jahr war es selten. Zumal in dem letzten Tagen weitere Schneestürme Neuschnee gebracht haben.

Es gibt zwar einige Hiker die es trotzdem versuchen und auch wenige die es schaffen aber entsprechende Snowskills sind die Voraussetzung und es ist ein unglaublicher Kraftakt. Weiterhin benötigt man eine ordentliche Portion Glück (vor Schneestürmen / Lawinen schützen einen die Skills nicht). Es gab aber auch schon einige Rettungsaktionen.

Einige Hiker berichten von verfrorenen Zehen. Das ist es nicht Wert. Im Prinzip müsste man jetzt mindestens bis Anfang oder Mitte Juli Pause machen und dann wird noch immer viel Schnee in den Sierras liegen (dann werden je nach Taugeschwindigkeit die Flüsse zum Problem). Flippen (also nach Norden springen) ist auch keine Option, da dort nicht weniger Schnee liegt.

Donnerstag – Tag 45 – Pause in Lebec

Da die Schneesituation keine Eile nahelegt und der Status meiner Bouncebox ungeklärt ist schiebe ich einen weiteren Ruhetag ein. Mein Körper kann den eh gebrauchen. Von USPS (US Post) habe ich bisher nur die Info bekommen, dass der Vorgang geprüft wird.

Ich spiele mit dem Gedanken welche Alternativen sich bieten. Eine Rundreise in den USA wäre denkbar. Dafür bin ich aber mit genau einem Klamottenset nicht wirklich gerüstet. Nach mehreren Wochen PCT Pause wage ich auch zu bezweifeln, ob die Sierras ein guter Einstieg in den PCT sind (das ist die schwierigste Etappe). Zumal eine Solorundreise so viel teurer als zu zweit ist, das man den USA Flug quasi wieder raus hat (Stichwort Zimmerbelegung). Trotzdem ist das eine Überlegung wert, weil ich jetzt Zeit dafür habe.

Eine weitere Möglichkeit wäre es mit Lyft / Uber nach Bakersfield zu fahren und von dort nach Fresno mit dem Greyhound Bus. Ein weiter Bus (Yarts) bringt einen dann nach Yosemite. Der ganze Spaß ist nicht ganz günstig (grob 150$ je Richtung + evtl. Übernachtungskosten aber die hat man eh jeden Tag). Eines meiner Ziele auf dem PCT war Yosemite Valley zu erwandern. Das sollte so funktionieren und somit spare ich auch die drei Tage Umweg vom PCT zum Valley, sofern ich weiter wandere (das hört sich für mich nach einer recht sinnvollen Variante an).

Eine andere Alternative wären 2 oder mehr Tage Vegas. Auch das ist nicht günstig und eine ziemlich lange Busfahrt. In Summe sind das also wohl eher 4 Tage mit Hin- / Rückfahrt. Für zwei Shows und einige Attraktionen kostet das dann aber auch wieder ein paar hundert Dollar. Allerdings stelle ich gerade fest, dass man in einigen Hotels ein Zimmer für knapp über 20$ die Nacht bekommt. Da kommt man also günstiger weg, als anderswo (vermutlich gibt es nirgendwo in den USA günstigere Zimmer). Die Hotels sind nicht mal schlecht.

Also ist der Grobplan ein paar Tage PCT bis Mojave, dann Yosemite und dann schauen. Entweder Abbruch oder nach Vegas. Wobei ein paar Tage Vegas sicher nicht schlecht sind aber dort einige Wochen oder einen ganzen Monat zu verbringen kann ich mir weniger vorstellen. Nach zwei oder drei Tagen ist man dort eigentlich durch.

Der Support von ZPacks ist übrigens grauenhaft. Von denen ist ein Großteil meiner Ausrüstung und der Zeltbeutel hat schon Löcher bzw. es lösen sich Fasern. Die reagieren überhaupt nicht auf Mails zu dem Thema. Dixie (Homemade Wanderlust) haben sie gleich mal ein neues Zelt geschickt, nachdem sie Probleme hatte. Die hat aber einen sehr populären YouTube Kanal …

Das Motel 6 in dem ich bin ist übrigens recht speziell. Auf dem Parkplatz vor dem Hotel steht ein großer Holzhäcksler. Jeden Tag kommt ein Riesen LKW und der komplette Inhalt wird gehäckselt (direkt vor dem Hotel). Heute steht zusätzlich schon seit gut 6 Stunden ein Tankwagen vor dem Motel der irgendwas abpumpt (vermutlich Abwasser). Beides ist tierisch laut. Dagegen ist der Freeway nebenan leise. Anschließend stinkt mein Zimmer und auf dem Motelflur.

Die Warnung vor krebserregenden Stoffen am Hintereingang wirkt auch nicht vertrauensfördernd.

Den Tag heute nutze ich weitgehend zum Lesen und regenerieren.

Freitag – Tag 46 – 511, 532,1

Heute mache ich wieder die Erfahrung wir unzuverlässig geplante Rides bei Lyft und Uber sind. Ich hatte für 7:00 meine Abholung zum PCT geplant, die gestern auch bestätigt wurde. Heute morgen war der Ride dann einfach wieder offen.

Gegen 7:20 ergattere ich einen neuen Ride, der mich um 7:40 einsammelt und zum Trail bringt. Dort komme ich erst um kurz nach 8:00 an. Nicht so toll für die heutige warme Etappe.

Der Tag ist wieder ein typischer Meilentag ohne Attraktionen oder Sehenswertes. Ich steige an der Straße in den Trail ein, wo ich ihn verlassen habe.

Gegen Mittag bin ich in Hikertown, Fülle mein Wasser auf 5l auf und trinke eine kalte Dose Pepsi (die Cola ist mal wieder Dietcola – ernsthaft?!).

Anschließend geht es den Rest des Tages am Los Angeles Aquädukt entlang (Wasserversorgung von LA). Erst ist es offen, dann in einem Rohr und anschließend in Betonschächten. Oben hat man also brütende Hitze und unten hört man das kühle Nass plätschern, gluckern und fließen und kommt nicht dran.

Mein Zeltsack geht immer weiter kaputt. Dafür hätte ich vermutlich Ersatz in meiner Bouncebox. Die Witzbolde von USPS haben auf meine Anfrage reagiert und mir genau den Status mitgeteilt, den ich eh online sehe. Jetzt soll ich ein Suchrequest starten. Das hatte ich bereits gestern getan.

Ansonsten war meine Leistung für zweieinhalb Erholungstage heute bescheiden. Das war eine der anspruchslosesten Etappen und ich tue mich heute echt schwer.

In den zwei Tagen habe ich zwei Burger mit großer Pommes, und großer Cola, mindestens 4l Gatorade, zwei Salate, 4 Stücke Kuchen, zwei Eis, zwei Bananen und 2x 16″ Pizzen verdrückt. Nur mal so als Randinfo. Ich war also nicht gerade unterernährt.

Ich habe schmerzen wo der Hüftgürtel aufliegt und auch im Schulterbereich wo der Schultergürtel aufliegt. Evtl. liegt es daran, dass ich immer dünner werde oder der Rucksack verstellt sich neuerdings von selbst. Evtl. auch beides.

Ich glaube so langsam leitet sich der Anfang vom Ende meines PCT ein. Aber jetzt heißt es erstmal zwei Tage durchbeißen. Zumindest habe ich für mich die optimale Diät gefunden. Ich darf essen was ich will und nehme trotzdem rapide ab.

Samstag – Tag 47 – 532,1 – 558,5

Es ist interessant wie oft sich die Windbedingungen nach Sonnenuntergang ändern. Man sucht sich eine Windstille Ecke, baut das Zelt auf und schwups ist alles anders, sobald die Sonne weg ist. So auch dieses Mal der erste Teil der Nacht war Sturmartig. Die Windböen sind immer wieder ins Zelt geknallt und an Schlaf war nicht zu denken.

Heute bin ich aufgrund der zu erwartenden Temperaturen früh dran. Ich laufe um kurz nach 6 los und freue mich, dass mein Zelt mal trocken von außen und innen ist (wie ich später feststelle währt die Freude nur kurz). Den Zustand habe ich schon seit Wochen nicht mehr gehabt.

Meine Leistung heute ist ziemlich schwach. Ich muss mich die Berge hochkämpfen. Es sind zwar 1500 Höhenmeter Steigung aber man merkt schon, dass die Reserven alle sind.

Zu sehen gab es heute primär Windräder.

Das Wetter ist typisch für den diesjährigen PCT. Erst ist es heiß (um 7:00 morgens bin ich durchgeschwitzt), dann ab 4:00 gibt es Gewitter mit Hagelschauern. An diesem Wetterumschwung zeigt sich wieder wie Gefährlich die Sierras in diesem Jahr sind.

Abends versuche ich vom Highway in die Stadt zu kommen um nich wider so eine Hagelhöllennacht im Zelt zu erleben. Es gibt keine Lyft und keine Uber Fahrer. Der Trailangelservice reagiert nicht und der Taxifahrer sagt mir allen Ernstes ich soll per Anhalter fahren! Also heißt es wieder Zelt aufbauen und kein vernünftiges Abendessen. Sonntags gibt es auch keinen Busservice. Mal sehen, wie ich morgen hier weg komme.

Heute treffe ich eine Deutsche wieder, die mit mir gestartet ist. Die hat auch schon 10kg abgenommen seit dem Beginn des PCT, im Gegensatz zu mir hat sie allerdings Reserven. Die will aufgrund der Situation in den Sierras nach Las Vegas reisen. Das

Den Sonntag findet ihr aufgrund der Zeitverschiebung im nächsten Rückblick.

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3 Kommentare

  • Hey Torsten,

    klingt echt übel. Ich weiß gar nicht ob ich “halte durch” oder “mach erstmal ne richtige Pause” sagen soll. Vlt. ein bissl Hawaii? Keine Ahnung ob es da gute Flüge von Vegas gibt.

    Hier waren es heute auch 32 Grad, sitze noch in der Pfalz auf der Terrasse. Ich trink ne Riesling-Schorle für dich mit. 😉

    Viele Grüße
    Frank

    • Torsten

      Hallo Frank,

      das mag sich im Moment alles etwas negativ anhören, einige Dinge wie Gesundheitszustand, Wetter sind es auch.

      Aber wenn ich heute aufhören würde mit dem Trail habe ich immerhin eine Wüstenregion durchquert, bin 568 Meilen gelaufen, habe zwei 3000 bestiegen und viele Eindrücke gesammelt.

      Die gesamten Höhenmeter müsste ich prüfen aber das dürften über 30.000 sein. Das ist ja schon mal was und das ohne ernsthafte Verletzungen bisher.

      Dazu kommt noch der Disney und Universal Besuch.

      Momentan macht es einfach nicht mehr so viel Spaß. Das mag auch Kopfsache sein. Der Reiz des Neuen ist weg, der Körper sagt mir „es reicht“ (anfangs habe ich ihn mit Schmerzmittel mundtot gemacht) und dann noch der Schnee + die langen Etappen die nun folgen.

      Mir ist natürlich sehr bewusst, dass das eigentlich ein Traumwanderweg und somit eigentlich eine tolle Sache ist, die für viele ein Traum bleiben wird.

      Genieß die Zeit

      Torsten

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