Montagsfrage: Trigger-Warnungen in Büchern?

Bei der Montagsfrage wird von lauter-und-leise jeden Montag eine Frage gestellt, die auf dem eigenen Blog zu beantworten ist. Diese Frage muss innerhalb einer Woche beantwortet werden.  An dieser Aktion nehmen diverse Blogs teil.

Die Montagsfrage ist umgezogen und hat nun endlich ein neues zu Hause. Bisher war die Montagsfrage bei Buchfresserchen angesiedelt und nun bei lauter-und-leise.

Ich hatte in der letzten Woche ein paar Reisen per Buch und war am Yukon und auf Weltreise, rein virtuell. Ich habe mir den virtuellen Tritt in den Hintern mal als Basis genommen um die eigenen Möglichkeiten einer Weltreise zu checken. Weltreise meint übrigens nicht sehr viel Geld in die Hand nehmen und organisiert los ziehen, sondern selbst organisieren und langsam reisen. Ich muss wohl noch etwas arbeiten. 😉

Zur Frage:

Aus meiner Sicht braucht es keine Warnungen. Ich kaufe mir Bücher ja nicht nur, weil das Cover schön ist. D.h. grob informiere ich mich meistens vorher über den Inhalt. Wenn mir das Buch dann aus irgendwelchen Gründen nicht gefällt, kann ich jederzeit abbrechen.

Das Geld ist dann zwar schon weg aber dann muss man halt abwägen, ob man trotzdem weiter lesen möchte oder nicht. Wenn man wirklich psychologisch auf bestimmte Themen stark reagiert, dann mag das schon zu spät sein, das kann ich nicht beurteilen.

Wo will man bei entsprechenden Warnungen ansetzen und wo aufhören?

Sind notorische Lügner ein Problem? Ist eine Alkoholsucht ein Problem, ist es problematisch, wenn jemand Kleptomane ist oder überhaupt ein Diebstahl in einem Buch erfolgt? Ist es eine Warnung wert, wenn jemand verletzt, getötet oder vergewaltigt wird? In vielen Büchern sind Tote keine Seltenheit, auch Folter ist ein Thema was heute oft in Jugendbüchern vorkommt (manchmal auch arg übertrieben meiner Meinung nach). Als Autor müsste man ja schon eine Liste mit möglichen Traumata haben (ich vermute die Liste ist sehr Lang).

Selbst wenn man sich heute Nachrichten anschaut, müssten die aus meiner Sicht auch schon mit Triggerwarnungen belegt sein, wenn man derartig vorsichtig sein möchte.

Gefühlt ist die heutig oft anzutreffende Übercorectness nur geheuchelt. Es gab in meiner Jugendzeit zum Beispiel Eltern von Klassenkameraden, bei denen die Kinder nie Fernsehen schauen durften. In der Schule mal ein Film geschaut (die Kinder vom Bahnhof Zoo oder sowas) und bei einer eigentlich harmlosen Situation sind sie dann in Tränen ausgebrochen. Ist das dann die Basis um in der Welt alleine zurecht zu kommen? Hat denen das irgendwie geholfen?

Wenn man sich vorher informieren möchte, kann man Reviews lesen (entweder von Bloggern oder auf Buchhandelsplattformen oder auch im Buchhandel).

Wie seht ihr das? Welche Themen sind sensibel und vor was soll in Serien oder Büchern vor dem Konsum gewarnt werden?

2 Kommentare

  • Hey Torsten,

    leider ist es für psychisch erkrankte oder traumatisierte Menschen u.U. nicht damit getan, Rezensionen oder Klappentexte zu lesen. Sie müssen Glück haben, dass die Szenen, die sie triggern könnten, eben auch angesprochen werden und das ist keinesfalls garantiert. Und ich rede hier nicht darüber, dass Betroffene eines Gewaltverbrechens vielleicht lieber keinen Thriller lesen sollten, das ist ihnen selbst klar, davon bin ich überzeugt. Hier geht es um Szenen, die schwer absehbar sind, zum Beispiel sexualisierte Gewalt in einer Romanze.

    Selbstverständlich ist es nicht möglich, alle Betroffenen durch Trigger-Warnungen zu schützen. Traumata, Leid und Schmerz sind sehr individuell und es ist utopisch, anzunehmen, man könnte das gesamte Spektrum abdecken. Deswegen ist der Schutz weniger Menschen aber nicht wert- oder sinnlos. Die Idee, sich dabei an konkreten Traumata zu orientieren, ist sicher nicht praktikabel, es kann jedoch funktionieren, anerkannte psychische Krankheitsbilder nach dem ICD-10 und gegebenenfalls deren als gesichert geltende Ursachen als Grundlage zu nutzen. Dadurch würde man verhindern, vor allen Umständen, die als schmerzhaft empfunden werden können, warnen zu müssen.

    Es geht dabei meiner Ansicht nach jedenfalls nicht um Überkorrektheit, sondern darum, vor Krankheiten zu schützen. Kann man vielleicht wie die Ekelbilder auf Zigarettenschachteln sehen, nur, dass Trigger-Warnungen nicht abschrecken sollen, sondern informieren. Dass das gesellschaftlich richtig wahrgenommen wird, ist eine Frage der Konditionierung, kurz: kann man lernen.

    <a href="https://wortmagieblog.wordpress.com/2020/11/23/montagsfrage-trigger-warnungen/"Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

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