Südwesten der USA 2003 [Reisebericht]

Die USA haben einiges zu bieten – ganz besonders auf der Westseite. Neben Großstädten, Shows und Glücksspiel auch sehr viel Natur und ganz besondere Panoramen.

Dazu kommt, dass man genau diesen Teil der USA durch Werbung und Filme schon von Kindesalter an kennt. Natürlich ist es etwas ganz anderes das alles in der Realität zu sehen.

Die Tour war eine Busrundreise. Die Route war wie folgt: Los Angeles, Santa Barbara, Traumstraße, 17 Mile Drive, Carmel, San Francisco, Yosemite, Las Vegas, Zion, Bryce Canyon, Monument Valley, Grand Canyon. Phoenix, San Diego, Los Angeles.

Mietwagen vs. Bustour

Bei derartigen organisierten Touren ist der Aufbau eigentlich immer Gleich. Der grobe Rahmen ist vorgegeben. Viele Leute sagen pauschal, dass sie keine Busrundreisen machen wollen, weil das nicht individuell und flexibel genug ist. Diese Tour war ein ganz schönes Beispiel warum das so pauschal nicht stimmt. Interessanterweise sind das dann teilweise die Leute, die mit Kreuzfahrtschiffen reisen (dort ist aber auch sehr genau vorgegeben wann das Schiff anlegt und wieder abfährt).

Wenn man selbst fährt (Mietwagen) hat man natürlich etwas mehr Flexibilität. Sofern man die Hotels bereits vorgebucht hat, stimmt das aber auch nur sehr eingeschränkt. Abends muss man an Punkt x sein und in der Regel sind mindestens einige hundert (200-700 km) pro Tag zurückzulegen. In einigen Regionen gibt es einfach nicht viel zu sehen und auch nicht überall Hotels. Dazwischen gibt es dann Attraktionen, die man besichtigt. Der grobe Rahmen ist also so oder so vorgegeben. Wirklich flexibel ist man also nur, wenn die Hotels vorher nicht gebucht sind.

Nachteilig bei einer Mietwagen Tour ist, dass man sich deutlich besser vorbereiten muss (Planung) und gerade in Großstädten kann das sehr stressig sein.  Es gibt keinen Reiseleiter der einem Informationen gibt. Man muss sich alles selbst erarbeiten.

Bei der Bustour können einem die Mitreisenden auf den Nerv gehen und je nach Größe des Fahrzeuges kann man auch nicht mehr alles machen (ein kurzer Stop dauert gleich 20 Minuten bis alle aus dem Bus raus und wieder rein sind). Weiterhin kann der Bus nicht an jeder Ecke halten, wo ein Foto gerade toll wäre. Der Bus benötigt eine Haltebucht.

Ansonsten kommt es auch auf die Mentalität an. Sind alle Mitreisenden selbst aktiv genug um sich Dinge zu erarbeiten und zu erkunden oder bekommt man lieber etwas vorgesetzt.

Bei diesem Urlaub waren wir zum Beispiel am Hollywood Boulevard (also der mit dem Sternchen für die Schauspieler und dem Kino der Oscarverleihung) mit der geführten Bustour. Der Aufenthalt war mit knapp 40 Minuten nicht so lang bemessen. Wir hatten danach das Gefühl, dass das zu kurz war. Am letzten Tag der Reise hatten wir noch einen Tag in L.A.. Wir haben uns entschlossen mit einem öffentlichen Verkehrsmittel noch mal dorthin zu fahren.

Die Busfahrt war ein Erlebnis. Es war ein ziemlich schräger Amerikaner an Bord, der den ganzen Bus unterhalten hat – mal hat er geredet, mal geschrien und ich wusste am Ende nicht so genau, ob er zu viel getrunken hat, verrückt war oder einfach total schräg drauf. Nachdem wir die Busfahrt unbeschadet überstanden hatten waren wir wieder an besagter Location.

Nun sind wir noch mal den Boulevard abgelaufen und ja wir haben beim ersten Besuch ein paar Meter und ein paar Sterne im Boden verpasst. Mehr aber auch nicht. In 10 Minuten mehr hätten wir alles gesehen und ganz ehrlich – verpasst haben wir bereits beim ersten Besuch nichts.

Ich hatte eh relativ falsche Vorstellungen von dem Ort. Abseits davon, dass dort ein Kino steht, dass für die Oscarverleihung genutzt wird und davon, dass dort die Sterne mit Schauspielernamen im Gehweg sind, sieht man dort absolut nichts von Filmstudios oder Filmentwicklung. Das Hollywood was ich mir vorgestellt habe gibt es in der Form nicht – aber es heißt ja nicht umsonst die Traumfabrik.

Los Angeles

Los Angeles habe ich als Stadt nicht so toll empfunden. Los Angeles ist sehr weitläufig, war damals oft etwas versmogt. Von Hollywood bekommt man dort – abseits davon, dass dort viele teure Autos rumfahren und einigen teuren Wohnvierteln – nicht viel zu sehen.

Die Hauptattraktionen in LA: Hollywood Boulevard, Strand (bekannt von Baywatch und Arnis Muskelmannfilm (die Fitnessecke am Strand kennt ja fast jeder), dem Hollywood Zeichen und die Parks von Disney und Universal.

Nördlich von L.A. befinden sich die Traumstraße und der 17 Mile Drive, die zu den schönsten Küstenstraßen der Welt gehören.

San Francisco

San Francisco ist eine Wucht. Die Stadt kommt einem sehr europäisch vor. In den USA ist es normalerweise nicht so gängig (zumindest Stand 2003), dass man in Restaurants draußen sitzt bzw. dort Sitzgelegenheiten sind. Ganz anders in Frisco. Die Cablecars und die Hügeligen Straßen sind einfach Kult und aus diversen Filmen und Serien bekannt.

Abends bei angenehmen Temperaturen außen am Cablecar hängen ist einfach sehr geil. 😉

Sehenswürdigkeiten gibt es genug. Wir hatten Glück – die Golden Gate Bridge hat sich uns in ihrer ganzen Schönheit präsentiert und der berühmte Nebel hat sich nicht gezeigt. Wir sind auch komplett zu Fuß über die Brücke gelaufen.

Alcatraz haben wir aus Zeitmangel nicht besichtigt aber Frisco ist gerade im Hafenbereich aus so sehr interessant. Abseits des Innenstadtbereiches haben die Häuser oft nur zwei oder drei Stockwerke.

Für mich gehört San Francisco mit Boston zu den Schönsten Großstädten der USA, die ich bisher kennengelernt habe.

Yosemite

Für mich einer der schönsten Nationalparks, die ich bisher gesehen habe. Es gibt Amerikaner, die ihren ganzen Urlaub dort verbringen und ich kann es durchaus verstehen. Wir hatten das besondere Glück gerade in einem Zeitraum dort zu sein, in denen der Schnee auf den Bergen geschmolzen ist dort zu sein. Die Wasserfälle, die mehrere hundert Meter hoch sind, sieht man nur für 2-3 Wochen im Jahr.

Las Vegas

Egal ob man auf Glücksspiel steht oder nicht (wir haben 0,0 $ in Glücksspiel investiert), die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Las Vegas liegt mitten in der Wüste und es ist eine Immense Ressourcenverschwendung dort eine Stadt zu bauen. Der Wasser und Stromverbrauch (Klimaanlagen) ist unglaublich hoch. Etwas ironisch mutet es dann an, wenn in den Hotelzimmern von Ressourcenschonung die Rede ist (damals war der Wasserverbrauch bei der Spartaste der Toilette ungefähr so hoch wie bei uns eine Maximalspülung).

Die Hotels sind i.d.R. mit Spielkasinos kombiniert. Wenn man ein Zimmer mit Frühstück gebucht hat, sitzt man morgens irgendwo mitten im Spielkasino und frühstückt (zumindest im Circus Circus). Danach hat man von dem ganzen Geplärre der Automaten schon einen an der Waffel und muss dringend raus, wenn man der Sucht nicht verfallen ist.

Um die Spieler anzulocken bieten viele Hotels Shows und das ist das echte Highlight von Vegas. Die Shows sind unglaublich gut und aufgrund des Wettstreites zwischen den Hotels gibt es unglaublich viele. Damals war es so, dass man die Hälfte der Cirque du Soleil Shows in Las Vegas besuchen konnte.

Bei uns lief damals noch Siegfried und Roy was wir besucht haben. Heute würde ich KA und David Copperfield empfehlen.

Zion + Bryce Canyon

Da gibt es nicht so viel zu erzählen – die Bilder sagen mehr. Im Bryce Canon sollte man unbedingt runter wandern aber etwas auf die Uhrzeit achten. Abends wird es recht schnell dunkel unten im Canyon und es hat wohl schon genug Leute gegeben, die mangels Leuchte dort unten übernachten durften. 🙂

Monument Valley

Im Monument Valley erwartet einen genau das was man aus der Zigarettenwerbung kennt (wenn man nicht so jung ist, dass man keine Zigarettenwerbung mehr kennengelernt hat).

Dort hatten wir auch Kontakt zu Inidanern, die einen Teil des Landes besitzen und es heute touristisch nutzen.

Grand Canyon