Pacific Crest Trail – Teil 1 – Buch vs. Realität

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Da ich kürzlich das Buch “Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst” gelesen habe, haben mich die Hintergründe interessiert und ich habe recherchiert. Das ist mein erster Post zu dem Thema und es wird mindestens noch einer folgen.

Der Pacific Crest Trail (PCT) – was ist das?

Der PCT ist ein Trail von der mexikanischen Grenze bis kurz hinter die kanadische Grenze. Der PCT 4279km lang. Von den Wanderern die den Trail beginnen, schafft es nur ein geringer Teil ins Ziel (je nach Jahr mal mehr mal weniger 25-60% Ankunftsquote als grobe Größenordnung – das hängt ganz von den Wetterverhältnissen ab. Als Einflussfaktoren sind Hitze und trockene Wasserquellen in der Wüste, Schnee in den Sierras und in Washington zu nennen. Landschaftlich ist der Trail sehr Abwechslungsreich und bietet viele tolle Motive. Der Trail führt durch einig der schönsten Nationalparks der USA. Teilweise sieht man entlang des Trails tagelang keine Zivilisation. Der PCT ist also eine deutlich wildere Variante des Jakobswegs ohne den Pilgerhintergrund.

Fire Creek Pass on the Pacific Crest Trail. Photo by Ed Pabor.

Einstufung von Cheryls Leistung

Zuerst: Es geht hier nur um eine Einordnung auf Basis des angelesenen Wissens. Wirklich beurteilen kann man die Leistung erst, wenn man den Trail selbst gelaufen ist. Und selbst dann sind die Bedingungen nie gleich. Ich finde den Teil aber durchaus ganz interessant, weil Cheryl (meiner Meinung nach zu unrecht) teilweise sehr heftig kritisiert wird. Wenn man ihr etwas vorwerfen will, dann vielleicht, dass sie den Trail (zu) populär gemacht hat.

Im Buch legt Cheryl weniger als die Hälfte des Trails zurück. Allerdings beginnt sie im heißesten Teilstück und aufgrund ihres sehr schweren Rucksacks und den massiven Wanderschuhen ist ihre damalige Herangehensweise nicht wirklich vergleichbar mit der heutigen. Insofern muss man ihre Leistung anders einordnen, wenn man berücksichtigt, dass ihr Rucksack anfangs über 30kg gewogen hat und die Rucksäcke mit Vollbestückung heute eher halb so viel wiegen einschließlich Wasser und Nahrung.

Ganz nebenbei sei hier erwähnt dass der PCT von den zurückgelegten Höhenmetern vergleichbar mit 17! Everest Besteigungen ist. Das ist eine unglaublich hohe Hausnummer, oder?

Dazu kommt noch, dass es damals keine Smartphone Apps und Handy mit GPS gab. Cheryl ist ganz simpel mit Papierkarten gewandert was extrem schwierig werden kann, wenn man sich nur an Landmarken orientiert vor allem in Kombination mit Schnee.

Die Ausrüstung

Einige Ausrüstungsteile wurden mit Blick auf den PCT erst entwickelt – zumindest habe ich das über Tarps gelesen (eine Art Zeltdächer ohne Wand und Boden). Weiterhin wurden durch das zunehmende Interesse am Hiking die Ausrüstungsgegenstände deutlich optimiert.

Heute kommt man mit den Big 3 (Rucksack, Schlafen, Zelt) recht problemlos unter 3kg. Das Basisgewicht (Gewicht ohne Verbrauchsgegenstände wie Essen, Trinken, Gas für den Brenner und ohne das was man am Körper trägt) liegt dabei je nach Minimalismus im Bereich zwischen 5 und 8kg (einige Hiker rechnen sich das Basisgewicht auch schön, in dem z.B. die Kamera als “am Körper getragen” auslegen). Faktisch bringt das zwar auf dem Papier was aber tragen muss man das Gewicht eh.

Dazu kommen dann je nach Strecke noch mehrere Liter Wasser und einige kg Verpflegung dazu. Man liegt also in der Regel irgendwo zwischen 10 und 15kg Gewicht zu tragen – in Einzelfällen kann es sogar mal tageweise auch an die 20kg gehen. Das ist eine ganze Menge, wenn man damit im Schnitt auch noch ca. 30km pro Tag laufen muss. 30km pro Tag sind sogar ohne Gepäck nicht ohne, wenn man das nicht nur an einzelnen Tagen macht.

Dabei müssen durchaus viele Entscheidungen bei der Wahl der Ausrüstung getroffen werden: Will man in einem geschlossenen Zelt schlafen, nur einen Schutz von oben haben (Tarp – Zeltdach ohne Wände und Boden) oder schlicht nur im Schlafsack auf dem Boden schlafen (Cowboycamping mit einem Bivy – das ist ein Wetterschutzsack um den Schlafsack)? Will man eine Luftmatratze (die ist recht empfindlich) oder eine Matte (unbequemer aber robuster)? Will man kochen oder nicht? Zieht man lieber Trailrunner (leicht, hoher Verschleiß und schnelltrocknend) oder Wanderschuhe (stabil, schwer und gute Knöchelstabilisierung) an? Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Ich habe mich recht detailliert mit der Ausrüstungsthematik auseinander gesetzt und interessehalber ein eigenen Setup zusammengestellt. Ich wollte wissen auf welches Gewicht ich kommen würde, wenn ich mir selbst eine Ausrüstung zusammenstelle und auch ein Gefühl dafür bekommen, ob ich mir eine derartige Tour vorstellen kann.

Ich bin im üblichen Rahmen von ca. 7kg gelandet. Es geht leichter aber auch schwerer. Dabei muss man sich immer gewaltig am Riemen reißen. Einerseits darf man nicht so viel raus schmeißen, dass man zu ernsthafte Einschränkungen auf dem Trail hat. Andererseits bringt einen der Reserve / Sicherheitsgedanke ganz Schnell in Gewichtsregionen, die nicht gut sind. In Sofern hört loslassen zu der Trailerfahrung dazu. Man braucht nicht alles doppelt und bei vielen Fragen lässt sich die Frage, ob man auch mal drei Tage ohne auskommt ganz leicht mit ja beantworten.

Cheryls Ausrüstung war also viel zu schwer und sie hatte sehr viel unnützes Zeug dabei. Aber den Fehler kann man heute auch noch leicht machen, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß.

Pollen paints the glassy surface of Wanda Lake on a clear, brilliant July day. Photo by: Melody Shah

Die Kosten

Bei einigen Gegenständen (Daunenjacke, Zelt, Rucksack, Schlafsack) können die letzten paar Gramm auch sehr ins Geld gehen und den Preis verdoppeln. Die Ausrüstung liegt je nachdem was man schon hat irgendwo im Bereich zwischen 0 und 5000 Euro. Das kommt ganz drauf an wie sehr man auf Markenware und High Tech setzt oder auf günstige Sachen.

Dazu kommen dann die Lebenshaltungskosten auf dem Trail und die ein oder andere Übernachtung + Reiseversicherung und Visum 150€ + Flug und natürlich die Kosten zu Hause. Die Kunst liegt also darin die Kosten zu Hause zu minimieren. Die sind in kürzester Zeit locker teurer als die Kosten für den gesamten Trail! Für Amerikaner ist das ganze natürlich günstiger. Für den gesamten Trail liegen die Kosten irgendwo zwischen 2000 und 8000€. Der Schnitt liegt wohl irgendwo um 4000 oder 5000€.

Nicht umsonst gilt aber der Spruch “Hike your own hike”. Man kann noch so viel lesen was andere Leute wie machen. Das muss für einen selbst aber nicht richtig sein. Was für einen selbst gut und richtig ist, muss jeder für sich rausfinden.

Cheryl hat den Trail mit verhältnismäßig wenig Geld angegangen und war danach vollkommen Pleite. Da sie den Trail nicht komplett gelaufen ist, ist das also durchaus so machbar.

Im zweiten Post werde ich noch einiges zum Thema Ausrüstung berichten.

Gestern vs. heute

Als Cheryl den Trail gelaufen ist, war der Trail noch extrem wenig frequentiert. Dafür ist sie damals sogar recht vielen Leuten begegnet.

Das hat sich heute deutlich geändert (durch Film, Buch und leichtere Materialien und GPS). Heute sind so viele Hiker unterwegs, dass es an vielen Zeltplätzen schon schwierig ist noch einen Platz zu bekommen.

Vollkommen überlaufen ist der Trail nur deswegen nicht, weil die Permits (die benötigt man, um den PCT laufen zu dürfen) sehr limitiert sind. Pro Jahr werden nur 50 Permits pro Tag ausgegeben (für den Start im Süden nach Norden – das ist die von den meisten Hikern bevorzugte Route). Wenn man zusätzlich den recht eingeschränkten Startkorridier um Ende April berücksichtigt, die Zahl der Leute, die eine offizielle PCT Thru-Hike Erlaubnis haben überschaubar. Nach allem was ich bisher so gelesen habe, vermute ich aber, dass viele auch ohne Permit auf dem Trail sind. Es wird halt nicht wirklich kontrolliert, wenn aber doch wird es ziemlich teuer, wenn man kein Permit hat.

Der optimale Startzeitpunkt liegt im Bereich um Ende April. Früher starten macht i.d.R. keinen Sinn, weil dann die Sierras wegen Schnee nicht durchquerbar sind (dort sollte man Mitte Juni ankommen und hoffentlich ein schneearmes Jahr haben – ansonsten klappt es selbst im Juni nicht). Wenn man später loszieht, dann hat man schon Schnee im Endteil des Tracks. Am Ende des Trails kommt man irgendwo im Bereich September an. Wenn man Pech hat und das ist nicht so selten, sind die Sierras nicht passierbar, wenn man keine entsprechende Schnee / Eiserfahrung hat. Das ist Cheryl im Buch auch so gegangen und bereitet sehr vielen Hikern auch heute noch Probleme.

Gesundheit und Hygiene

Cheryl beschreibt im Buch, dass sie Zehennägel wegen zu kleiner Schuhe verliert. Das ist normal und entspricht auch heute noch der Realität. Das heißt nicht, dass es jedem passiert aber selten ist es auch nicht.

Die extremen Blasen, die Cheryl sind gelaufen hat, treten nicht bei jedem auf. Einige Leute haben mehr Probleme, andere Weniger. Das wird wohl mit verschiedenen Umständen zusammenhängen. Wie gut passen die Schuhe? Was für Socken hat man und wie starkt neigt man dazu Blasen zu bekommen. In schweren Schuhen ist die Gefahr wohl größer, dass man sich blasen läuft. Dafür sind die Gelenke besser geschützt und die Schuhe halten länger. Wenn man sich etwas bricht, ist der Trail auch zu Ende.

Die Verletzungen, die Cheryl durch den Rucksack hatte treten so wohl heute nicht mehr auf. Ich habe Bilder von Hikern gesehen, die eine leichte Rötung hatten dort wo der Bauch bzw. Hüftgurt aufliegt und die das schon als problematisch gesehen haben. Insofern stellt das wohl heute eher die Ausnahme dar und zeigt eher, dass der Rucksack nicht passt oder falsch eingestellt ist.

Mit der Hygiene auf dem Trail sieht es nicht so doll aus. Man duscht sich nur alle paar Tage und Waschen kann man sich zwischendurch auch nicht groß. Seife ist erstens schwer und zweitens sind viele Mittel alles andere als biologisch und somit ungeeignet für den Trail. Zumal man als Hiker das Wasser auch trinkt. Es liegt also im eigenen Interesse es sauber zu halten.

Nicht umsonst heißt es “Hikertrash”. Man stinkt schlicht und ergreifend und wird somit auch gerne mal mit Obdachlosen verwechselt. Gerade Jungs haben es oft auch schwer vom Trail in die umliegenden Orte mitgenommen zu werden. Es kommt des öfteren vor, dass man vom Trail in Städte Trampen muss.

Für den Stuhlgang buddelt man sich ein Loch (ca. 15cm Tief), das man später wieder zubuddelt. Das benutzt Toilettenpapier nimmt man im Optimalfall wieder mit. Wobei sich daran die Geister scheiden. Einige Hiker machen das (Leave No Trail), andere nicht. Es gibt auch welche die sich mit ein kleinen Sprühflasche mit Wasser helfen – was sicherlich nicht die schlechteste Variante ist, wenn man den Dreh mal raus hat. Daraus entstehen dann aber andere Probleme – a) man benötigt mehr Wasser und b) der Hintern ist ständig feucht was schnell zu Hautreizungen oder Entzündungen führt.

Fakt ist, dass man entlang des Trails teilweise recht viel Müll und auch Toilettenpapier findet (gerade an Campingplätzen oder im Startbereich des Trails) und das ist alles andere als toll. Das versaut einem den schönsten Naturtrip. Insofern sollte man sich an die Regel mit dem Loch für das große Geschäft halten.

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Fragen zum PCT:

  • Was isst man auf so einem Trail? Im Prinzip ganz normale Sachen. Wichtig ist, dass sie ein paar Tage ohne Kühlung halten (z.B. abgepackter Käse, abgepackte Wurst, Trockennahrung wie getrocknetes Fleisch, Tütennahrung, Chips, Donuts usw). Gekocht werden kann nur was sehr schnell fertig ist – also zum Beispiel Fertignudeln aus der Tüte, Kartoffelpüree aus der Tüte usw. Wichtig ist, dass man sich klar machen muss, dass man auf dem Trail um 5000 Kalorien pro Tag benötigt. Das heißt man kann und muss quasi jede Kalorienbombe mitnehmen, die sich bietet. Das sind somit oft auch Dinge, die man im normalen Alltag als ungesund einstuft. Aufgrund der Kombinatorik von leicht, kompakt, kalorienreich und schnell in der Zubereitung ist die Auswahl dann doch recht eingeschränkt. Sobald die Hiker auch nur in die nähe einer Stadt kommen, haben sie Hunger auf Burger, Cola und alles was ungesund ist und auf dem Trail nicht konsumiert werden kann. Teilweise sogar auf Dinge, die sie sonst höchstens mal ausnahmsweise essen oder trinken.
  • Was sind Trail Angel? Freiwillige Helfer, die Hiker transportieren, sie mit Wasser / Essen versorgen, Unterkunft gewähren usw.
  • Was ist Trail Magic? Ein Trail Angel tut einem etwas Gutes. Das können Essen oder Getränke sein die bereitgestellt werden. Es kann auch sein, dass man von jemanden mitgenommen wird oder auch dass man bei jemanden übernachten darf. Magie halt.
  • Was ist eine Hiker Box? Eine Box in der Hiker Dinge zurücklassen, die sie nicht mehr benötigen und sie jeder andere Hiker mitnehmen darf. Es passiert sehr häufig, dass Dinge an derartigen Boxen zurückgelassen werden. Sei es weil Gewicht gespart werden soll, weil man meint man benötigt die Dinge nicht mehr oder bei Schuhen z.B. weil sie nicht passen (man benötigt gerade auf dem ersten Teil des Trails größere Schuhe, weil diese anschwellen)
  • Welche Permits benötigt man? Das Permit für den Trail selbst was sehr begehrt und ruck zuck weg ist. Die Seiten sind i.d.R. sofort überlastet, wenn die Permits vergeben werden. Das ist ähnlich einer Konzertticketbuchung. Permits für den PCT werden nur 2x im Jahr ausgegeben (aktuell November und Januar). Wenn man den Trail bis zum Ende wandern will, benötigt man ein Permit für die Einreise nach Kanada. Weitere Permits für das Campen in speziellen Regionen des Trails sind optional. Die Permits sind limitiert (siehe auch weiter oben).
  • Welchen Tieren begegnet man? Schwarzbären, Klapperschlangen und Moskitos ohne Ende (letztere wären für mich wohl die größte Herausforderung) und natürlich zig anderen aber das sind zumindest die nervigsten. Zu den Moskitos gesellen sich teilweise auch noch Fliegen, die einem in jede Körperöffnung fliegen. Dazu kommen auch noch andere Tiere, denen man nicht unbedingt begegnen möchte, wie zum Beispiel Zecken, Skorpione (die aber in der Region offenbar nicht so gefährlich sind, aber der Stich verursacht offenbar extreme Schmerzen). In der Regel werden Hiker nicht von Bären oder Klapperschlangen verletzt. Wenn einen eine Klapperschlange beißt, dann braucht man sofort einen Hubschrauber ins nächste Krankenhaus (je nach Sorte der Schlange bzw. deren Alter). Wenn einen ein Bär erwischt (die sollte man vorher vertreiben und das funktioniert in der Regel gut), dann hat man ein echtes Problem.
  • Was passiert, wenn man sich verletzt? Der PCT ist nicht ungefährlich. Man kann stürzen (besonders in den Sierras in Kombination mit Eisflächen) oder auch in reißenden Flüssen kann es schnell lebensgefährlich werden, besonders wenn man allein unterwegs ist. Es gibt GPS Geräte, mit denen man im Falle des Falles einen Hubschrauber rufen kann. Viele Hiker haben solche Geräte. Die helfen aber auch nur, wenn man noch in der Lage ist den Notruf abzusetzen. Es sterben auch Leute auf dem PCT – z.B. auch an Dehydrierung / Unterkühlung. Es ist nicht selten, dass Hiker ausgeflogen werden.
  • Was ist eine Bounce Box? Auf dem PCT gibt es Strecken wo es mehrere Tage keinen Ort und somit auch keine Nahrung gibt. In einigen Orten gibt es auch kaum Geschäfte. Dazu kommt, dass man manche Sachen zwar ab und zu oder nur in geringeren Mengen benötigt als sie normalerweise abgepackt sind (z.B. einen Rasierer – nicht benötigt, Shampoo – nicht benötigt, Große Tube Sonnencreme – zu groß, große Pulle Desinfektionsgel – zu groß, Große Tube Zahnpasta – zu schwer usw.) aber zum mitschleppen sind die einfach zu schwer. Manche Sachen muss man auch nur auf Teilabschnitten haben wie z.B. einen 1kg schweren Essensbehälter, der sicher gegen Bären geschützt ist. In den Sierras benötigt man mindestens Mikroeisspikes. In der Wüste ist ein spezieller sonnenreflektierender Schirm hilfreich und spätestens im zweiten Teil des Trails Regenklamotten. Nach dem ersten drittel benötigt man ein Moskitonetz um den Kopf und auch Moskitospray. Man kann bei der amerikanischen Post eine Art Flatrate abschließen und sich einen Eimer oder eine Kiste immer wieder an Orte schicken wo man noch hinwandert. Die Minimalentfernung damit man auf sein Paket nicht warten muss liegt wohl im Bereich von 5 Tagen. Mehr als 10 Tage sollte man es auch nicht vorausschicken, weil es nur 2 Wochen aufbewahrt wird. Als US-Amerikaner kann man auch einfach Freunde bitten einem Pakete zu schicken aber als Europäer macht das wenig Sinn.
  • Wie steht es mit Internet und der Erreichbarkeit? In einem Wort: Schlecht. Alle paar Tage ist man mal in kleinen Orten, in denen es freies Internet gibt aber die meiste Zeit ist man nicht erreichbar und hat auch keinen Internetzugang. Es gibt Satellitenkommunikationsgeräte, die sowohl die Position übertragen als auch den Versand von SMS ermöglichen.
  • Nimmt man auf dem Trail ab? Pauschal lässt sich das nicht sagen aber wenn was zum Abnehmen vorhanden ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß. 15kg sind keine Seltenheit.
  • Was ist das Basisgewicht? Das Gewicht des Rucksacks ohne Essen, Wasser und Treibstoff für den Kocher und allem was man direkt am Körper trägt. Über das Thema kann man Romane schreiben. Es geht immer darum möglichst wenig Basisgewicht zu schleppen aber anderseits auch so viel mitzunehmen, dass man zurecht kommt. Da das Basisgewicht durch die Einschränkungen (nichts was am Körper getragen wird und keine Verbrauchsgüter) etwas schwammig definiert ist, rechnen sich das einige Hiker gerne schön und protzen dann damit rum.
  • Was ist ein Zero / Nero? Ein Tag ohne bzw. ein Tag mit wenig zurückgelegten Kilometern auf dem Trail. Quasi vergleichbar mit einem Wochenende, nur das es auf dem Trail viel seltener vorkommt.
  • Wie lange dauert es den PCT zu hiken? Normal sind 140-160 Tage. Der Rekord liegt um 60 Tage. Die 60 Tage sind aber unter unrealistischen Bedingungen entstanden, weil die Personen von außerhalb mit Getränken und Lebensmitteln versorgt wurden. Die brauchten sich also um Themen wie resupply und Trampen nicht kümmern. Das soll die sportliche und mentale Leistung nicht schmälern aber ich finde man sollte den Trail auch genießen.
  • Was ist Resupply? Das Auffüllen der Vorräte. Die Nahrungsmittel, die man mit sich trägt sind begrenzt und bedeuten viel Gewicht, desto mehr man dabei hat. D.h. desto weiter man ohne Resupply laufen will, desto mehr muss man mitschleppen. Viele Dinge halten sich bei den teilweise sehr hohen Temperaturen auch nur sehr begrenzt. Resupply ist teilweise sehr aufwendig, weil die Städte nicht immer am Treil liegen. Man auch manchmal 10km trampen, um in die Stadt zu kommen. Wenn man stinkt und wie ein Landstreicher aussieht vergrößert das gerade als Mann aber die Chancen nicht gerade mitgenommen zu werden (ich würde sogar sagen, die sind dann unterirdisch schlecht). Wobei man sich ja auch einfach ein Taxi bestellen könnte, wenn es sowas in den Kleinstädten gibt. Das ist zwar Hiker untypisch, aber bevor man stundenlang rumsteht. Das mit dem Taxi geht natürlich nur, wenn ein Handynetz verfügbar ist.
  • Was ist ein Tripple Crowner? Neben dem PCT gibt es in den USA noch zwei richtig große Trails. Der Appalachian Trail (ca. 3500km), der auf der Ostseite der USA liegt und den Central Deviding Trail (ca. 5000km), der in einigen Aspekten noch anspruchsvoller als der PCT ist. Zuerst ist er länger, er geht durch Grizzly Gebiet und er ist am schlechtesten ausgezeichnet. Wer alle drei gelaufen ist, darf sich tripple crowner nennen.

Weiterführende Links:

Ihr findet massenhaft Seiten zu dem Thema mit Ausrüstungslisten, Tipps zur Ausrüstung, Ausrüstungslisten, Berichten usw.

Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ich kann natürlich aktuell nur die Theorie beantworten. Es gibt aber zig Blogs von Leuten, die den PCT oder andere Teils gelaufen sind und die auch Praxistipps geben können. Aber Achtung: Ihr bekommt immer mehrere Meinungen, wenn ihr mehr als eine Person fragt.

Ich hoffe für auch war das Thema auch wenigstens etwas interessant. Ich finde das Thema total spannend. 🙂

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