Melody of Eden [Serie]

Melody of Eden Blutgefährten - Sabine Schulter  Melody of Eden Blutwächter - Sabine Schulter  Melody of Eden Blutrache - Sabine Schulter    Melody of Eden Bluterwachen - Sabine Schulter

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sabine Schulter

Teile der Serie:

  • Melody of Eden 1 – Blutgefährten (304 Seiten)
  • Melody of Eden 2 – Blutwächter (294 Seiten)
  • Melody of Eden 3 – Blutrache (320 Seiten)
  • Spinn Off: Vampires of Eden – Bluterwachen (320 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1

»Zu spät, Kleine, zu spät.« »Und nun müssen wir schauen, wie wir das wieder ausbügeln. Wir können ja schwerlich einen der wenigen Menschen hopsgehen lassen, der mal keine Angst vor uns hat«, erklärte Rich, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und ging zu dem großen Esstisch direkt vor der Glasfront.

Melody ist neugierig, mutig und jugendlich unvorsichtig. Sie will wissen, ob es wirklich Vampire gibt und treibt sich in der nähe der Kanalisation rum, in der die Vampire angeblich leben sollen. Als ihre Freundin sie endlich überzeugt nach Hause zu gehen taucht urplötzlich ein Vampir auf, der sie entführt und wer weiß was mit ihr anstellen will. Glücklicherweise hört ein Fremder (Eden) die Schreie ihrer Freundin und rettet Melody. Aber dieser Fremde hat unmenschliche Stärke. Es zeigt sich, dass auch Eden ein Vampir ist. Er unterscheidet sich aber alleine optisch schon deutlich von dem anderen Vampir. Was hat es mit dem Wilden, der Melody entführt habt und den anderen Vampiren auf sich?

Es bleibt nicht nur bei der einen Begegnung mit Vampiren und bald ist Molodys Leben komplett aus den Fugen geraten.

»Wir wissen nie, welche Konsequenzen aus unseren Entscheidungen resultieren, aber wir dürfen nicht zulassen, dass sie uns zerstören. Du magst einen Fehler gemacht haben, aber das heißt nicht, dass du dadurch zu einem bösen Wesen wurdest. Wenn du das wärst, hättest du mich in diesem Abwasserkanal sterben lassen, statt mich zu retten.«

Die Geschichte ist anfangs gefühlt sehr Mainstream artig. Biss hat offenbar moderne Vampire so geprägt, dass es in allen aktuellen Büchern als Referenz herhalten muss. Ich habe vor dieser Serie die Azur Serie gelesen und die habe ich als etwas Erwachsener empfunden.

Es gelingt dem Buch aber aufgrund der eigenen Geschichte und des ganz anderen Rhythmus sehr schnell sich von der Biss Serie zu distanzieren. Ich will nicht zu viel verraten aber das was bei Biss erst am Ende passiert, passiert hier deutlich früher und somit wird einem eine ganz andere Perspektive und ein anderer Fokus geboten.

Nach ca. 45% ist der erste Teil des Buches beendet und der liest wie ein eigenständiges Buch. Der komplette erste Teil ist auch der Sicht von Melody geschrieben. Der zweite Teil beginnt mit der Sicht von Eden und wechselt sich dann in der Folge mit der Sicht von Melody ab. Der ständige Perspektivwechsel wird bis zum Ende der Serie beibehalten.

»So wichtig bin ich dir?«, fragte er nach einer Sekunde Schweigen mit leiser Verwunderung in der Stimme. »Ja, du Blödmann. Denn mit deinem Kuss hast du mir die Tür zu einem neuen Zuhause aufgestoßen. Ich wusste sofort, dass ich nicht allein sein werde.«

Durch das ganze Buch zieht sich das Thema Entscheidungen – was ich recht interessant finde. Jede Entscheidung verändert unser Leben. Man weiß aber oft nicht welche Entscheidung wie großen Einfluss hat. Gerade kürzlich ist ein Nachbar an einem schweren Autounfall gestorben. Wenn er nur 5 Minuten früher oder später losgefahren wäre, dann würde er vermutlich noch leben.

Mit dieser Fragestellung spielt das Buch auch durchgängig.

Die Liebesgeschichte steht in diesem Buch nicht so sehr im Fokus, wie in anderen Büchern dieser Art.

Die Charaktere wirken teilweise etwas begriffsstutzig. Ich weiß nicht so genau, ob das einer Ausrichtung auf junge Leser dienen soll aber ich finde es nicht so gelungen. Zumal es mir als Leser genau andersrum geht, weil die Geschichte doch ziemlich vorhersehbar ist.

Buch 2:

Scott tat freundlicherweise so, als ob er nichts mitbekommen würde, aber Rich stützte gespannt das Kinn in eine Hand und sah aus, als ob er sich gleich Popcorn machen würde, um das Kinofeeling noch zu steigern. »Was auf der Welt kann bitte so schlimm sein, dass du erst Mut sammeln musst, um es mir zu erzählen? Ich dachte, wir hätten keine Geheimnisse voreinander«, rief Taylor aufgebracht.

Mel ist beim Versuch Eden zu helfen von einem Vampir gebissen worden und ist nun selbst eine Vampirin. Mit den neuen Umständen ihres Lebens kommt sie noch halbwegs klar, allerdings hat Eden einen alten Feind, der kein größeres Ziel hat als Rache an ihm zu nehmen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht und sein Ziel ist Mel zu töten und das möglichst grausam und auffällig.

In seinem Plan spielen scheinbar auch Tiere eine Rolle. Es sieht so aus, als wenn es Rufus gelungen ist Tiere mit dem Vampirgen zu infizieren. Was hat Rufus vor und kann sich die Vampirgruppe um Eden und Mel davor schützen oder nicht?

Die Liebesbeziehung zwischen Eden und Melody wird in diesem Buch mehr thematisiert und die Bedrohung durch Rufus nimmt weiter zu. Die Charaktere handeln teilweise recht naiv / plump. Anfangs sind beide relativ unsicher, weil sie nicht überzeugt sind, dass ihr Gegenüber die Gefühle erwidert.

»Du weißt schon, dass du wie eine Prinzessin aussiehst, die alles dafür geben würde, gerettet zu werden?« Der Gedanke munterte sie ein wenig auf und ein trauriges Lächeln fand seinen Weg zurück in ihr Gesicht. »Bist du dann der Prinz, der gekommen ist, um diese Aufgabe zu erfüllen?« Ich schnaubte belustigt. »Mir ist nicht aufgefallen, dass ich dafür die richtigen Eigenschaften besitze.«

Mel ist sehr lebensfroh und Eden hat sich lange Zeit die Schuld an etwas gegeben und seine Gefühlswelt nur auf Sparflamme laufen lassen.  Es dauert also eine ganze weile bis er auftaut. Diesbezüglich entwickelt sich vor allem Eden in diesem Buch weiter und Mel kommt langsam besser mit ihren neuen Lebensumständen als Vampir zurecht.

So ganz viel kann ich hier nicht schreiben, ohne die Geschichte zu verraten. Am Ende des Buches gibt es einen Bösen Cliffhanger

Auch in diesem Buch ist das Vorwort sehr gelungen und auch dieses Buch ist in zwei Teile geteilt. Im  zweiten Teil wird der Krieg gegen Rufus ausgerufen aber so sehr unterscheidet sich der erste vom zweiten Teil des Buches nicht.

Der zweite Teil der Serie ist aus meiner Sicht ein wenig Lückenfüller.

Buch 3:

»Jetzt ist aber langsam gut«, riss uns Rich zurück in die Wirklichkeit. »Euch beide zu beobachten, macht einen ja ganz wuschig.« »Lass sie«, meinte Kardia zufrieden. »Sie haben sich diesen Moment wahrlich verdient.«

Nach der letzten Attacke von Rufus hat Eden gesehen wie seine Partnerin in den Trümmern des Museums verschüttet wurde, das bei dem Angriff vollständig zerstört wurde. Offenbar hat Rufus Erfolg gehabt und seine Drohung wahr gemacht. Wie wird es jetzt für Eden, der am Boden zerstört ist, weitergehen?

Ist Melody wirklich bei dem Angriff gestorben oder besteht noch etwas Hoffnung?

Hier müsst ihr aufhören zu lesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt. Bei dem Cliffhanger ist es leider vollkommen unmöglich was zum Buch zu schreiben, ohne zu spoilern. Allerdings wird die Spannung auch im Buch sehr schnell aufgelöst.

Und je länger ich sie hielt, desto mehr rückte ich wieder in mein Gleichgewicht. Mein Licht war zu mir zurückgekehrt und die Dunkelheit ließ von mir ab. Endlich konnte ich durchatmen.

Der Erste Teil des Buches wird immer abwechselnd aus Edens und Melodys Sicht dargestellt. Eden dreht langsam durch, weil er denkt, das Melody gestorben ist und Melody ist eingeklemmt irgendwo in den Tiefen des Museums und hat zu allem Überfluss noch einen Reporter an ihrer Seite, der sie enttarnen könnte.

Rufus konnte natürlich mal wieder fliehen und er verhindert den Zugang zum Museum um Rettungsaktionen zu unterbinden. Er uns seine Wilden, könnten Melody jederzeit aufgreifen.

Leider entschied sich der Fahrstuhl in diesem Moment, die Türen schließen zu wollen, weswegen Mel direkt in eine davon hineinlief und beinahe zu Boden ging. »Au«, machte sie und rieb sich die Schulter, während sie der Tür einen finsteren Blick zuwarf.

Im letzten Buch spitzt sich alles auf den finalen Showdown mit Rufus zu und natürlich sind Eden und Melody mal wieder in höchster Gefahr – wobei das ein Dauerzustand in dieser Serie ist. Die Akteure rennen von einer Falle in die nächste. Das lässt einen schon ziemlich an den Charakteren zweifeln.

Die Geschichte im dritten Teil ist etwas abwechslungsreicher und spannender als im zweiten Teil, der sich für mich etwas nach einem Füllband angefühlt hat

Spin Off:

Das Spin Off habe ich nicht gelesen. Es geht um die Vorgeschichte der Vampire bzw. darum wie sie zu Vampiren geworden sind.

Fazit:

John zuckte mit den Schultern. »Ich muss zugeben, dass es ziemlich cool ist, euch nun zu kennen. Ich fühle mich wie diese Reporterin bei den Ninja Turtles – nur in männlich.«

Mir gefallen die drei Vorworte in den Büchern gut. Beim ersten Band zieht sich das Thema des Vorwortes über den ganzen Band.

Die Charaktere wirken teilweise leider etwas naiv und plump, weil sie immer wieder in die Fallen von Rufus tappen und immer wieder in bekannte Muster verfallen, obwohl sie kurz vorher das Gegenteil beteuern.

Auch emotional hat mich die ganze Serie nicht so recht abgeholt.

»Wir sind in einem Team«, verriet sie mir den Grund für ihre gute Laune. »Ja, aber auch Rich ist uns zugeteilt«, bremste ich sie und der blonde Vampir setzte gleich noch einen obenauf. »Und ich werde dir die Stunden zur Hölle machen.« Er versuchte sich an einem diabolischen Blick, der mich beinahe zum Lachen brachte und Mel die Augen verdrehen ließ. »Blödmann.«

Aus dem Perspektivwechsel hätte  Sabine Schulter meiner Meinung nach etwas mehr herausholen können. Eden und Melody sind weitgehend auf einer Wellenlänge und gerade Eden liest Melody fast alles in ihrer Mimik ab. Er weiß also in der Regel was sie denkt, ohne das sie was sagt.

Auch Melody hat im Verlauf der Geschichte ein sehr gutes Verständnis dafür was Eden bewegt.

Die Azur Serie der Autorin hat mir deutlich besser gefallen als diese Serie.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Biss (dort geht es auch im Vampire, die Serien unterscheiden sich in den Schwerpunkten aber deutlich)

Verwandte Bücher / Serien:


Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Geschichte mit der Bindung von dem Vampiren und dem Blut ist arg löchrig. Ein Jungvampir kann sich nur von dem Blut anderer Vampire ernähren, wenn diese nicht gebunden sind. Die Bindung geht ein älterer Vampir ein, wenn er selbst keine hat, aber vorher eine hatte (sonst wäre er ein Wilder). Wenn er mal eine Bindung hatte, kann er sich vom Blut jedes Vampires ernähren. Warum ist erst die Bindung erforderlich, wenn sie später offenbar egal ist – nur wegen der „Festigung“?
  • Die Vampire sind viel stärker und haben viel bessere Sinne aber benötigen nur einmal im Monat eine kleine Menge Blut. Die Effizienz muss unglaublich viel höher liegen als bei einem Menschen, da die Vampire viel kräftiger sind, schneller sind, eine extreme Wunheilungsfähigkeit besitzen und überragende Sinne…
  • Die Menschen haben Angst vor Vampiren aber die Vampire springen über 4 Spurige Kreuzungen, so dass sie und ihre Fähigkeiten von jedem gesehen werden?
  • Es ist etwas spät Mel nach dem Treffen mit Daisy zu informieren, dass sie verheimlichen muss eine Vampirin zu sein. Die natürliche Reaktion von Daisy wäre doch, dass sie die ehemaligen Kollegen informiert oder ihre Freunde.
  • Wieso erschießt Eden Rufus im Laden nicht einfach, als er vor ihm steht?
  • Die Zusammenhänge erschließen sich dem Leser meilenweit bevor die Akteure der Geschichte etwas mitbekommen. Als die Katzen geklaut wurden war sofort klar was das Ziel ist, die Akteure verstehen es erst, als sie eine Monsterkatze vor sich sehen und auch dann noch erklären sie sich das erlebte noch gegenseitig. „Das ist schlecht?“ „Wieso?“ – ernsthaft? Ja, wieso sind mutierte Katzen mit Vampirzähnen schlecht?! Das was dann mit dem Glas passiert (Falle), war auch schon vorher absehbar.
  • Erst sagt Scott großspurig, dass er ohne Ivy nicht in die Kanalisation will und dann macht er es doch direkt. Das passt gerade für die Geschichte gut, weil der Hinterhalt mit Ivy so nicht möglich gewesen wäre.
  • Buch 2 Seite 78 Dort findet sich die Aussage „Ich kann mir nicht vorstellen, dass für euch die ganze Sache gefährlich werden könnte“ und das nachdem Rufus offiziell mehrfach gedroht hat Melody aus Rachsucht zu töten. Die beiden sollen mitten in den „Bau“ der Gegner vordringen und dazu kommt, dann die vorgenannte Aussage, dass das wahrscheinlich nicht Gefährlich ist. Dem Leser doch schon vorher klar was passiert und irgendwie kann man die Charaktere auch nicht ganz für voll nehmen bei solchen Aussagen.
  • Mel und Eden sind beide megaerschöpft, trinken dann gegenseitig ihr Blut und sind dann wieder beide fit?
  • Die mutierte Katze in Mels Wohnung wäre zum Treffen mit ihrem Bruder sicherlich sehr förderlich für das Gespräch gewesen…
  • Nachdem Mel fast im Alleingang einen Bär erledigt hat, sehe ich nicht so ganz viel Sinn darin, dass sie sich an einem Luchs beweisen soll.
  • Das „Aufzeichnungsprogramm“ von Adriano dürfte ohne GPS Empfang nicht viel nützen.
  • In Anbetracht dessen, dass die wilden Vampire nur ihrem Instinkt folgen, dürfte es wohl kaum möglich sein sie ein derart großes Tunnelsystem von ihnen bauen zu lassen, dass auch noch sehr systematisch angelegt wurde
  • Wie dumm Eden und Melody immer wieder in Rufs Fallen rennen ist schon ziemlich unglaublich
  • Mel und Eden sind halb tot und sollen nicht zu Einsätzen mitkommen. Kaum sind ein paar Stunden rum sollen sie gegen Rufus kämpfen. Das Schema zieht sich durch die ganze Serie.
  • Spezialeinheiten der Polizei sind nicht in der Lage die Türen eines Museums zu öffnen und benötigen dafür Vampire?
  • Ein kleiner Reihenfolgefehler: Nach Mels Rettungsaktion wird Eden informiert, dass er das Polizeirevier nicht verlassen soll und er nimmt es auf, als wenn es ich neu wäre. Drei Stunden später wacht Mel auf und denkt darüber nach, dass sie schon am Vorabend drüber informiert wurden.
  • Der Alleingang von Melody und Eden zum Auskundschaften des Baus der Wilden ist total verrückt. Wie oft sind die beiden knapp mit dem Leben davon gekommen und haben ihre Energie total verbraten. In dem Zustand in dem Sie sich auf den Weg machen sind sie nach wie vor beide erschöpft und sie sind beide Topziele von Rufus.
  • Was soll Edens Unsichtbarkeit beim Auskundschaften des Nests der Wilden helfen, wenn man die Auren der drei Vampire spürt?
  • Wieso spüren die drei (Mel, Rich, Eden) die Aura bei der Klappe im Kanal erst, als diese geöffnet wird? Normalerweise spüren sie Auren über größere Entfernungen
  • Wie kommen die Vampire zu der naiven Annahme, dass die Wilden in ihrem Lager bleiben, obwohl sie entdeckt wurden und wenn sie es doch tun, dass das Lager nicht mit Fallen gespickt ist. Wenn doch schon der Verteidigungsminister mit den Vampiren Kontakt hat, hätte man den Angriff auf das Lager wohl auch anders regeln können.
  • Wieso hat Rufus offenbar unendlichen Nachschub an riesigen Panzerglasplatten und wieso kommt keiner schon viel früher auf die Idee mal zu forschen wo er die herbekommt?
  • Die Tiere zu Verändern damit sie mutieren ist eine Sache. Ich sehe allerdings keinen Grund warum sie Rufus Anweisungen befolgen sollten. Das wird in der Geschichte weder hinterfragt, noch erklärt.

[collapse]

Florida (Orlando – Disney + Universal + Sea World, Tampa, Kenndy Space Center) 2009 [Reisebericht]

Universal Studios

2002 sind wir in Florida in Form einer Rundreise gewesen (dazu werde ich irgendwann einen separaten Post verfassen). Bei der ersten Tour waren wir nur relativ kurz in Orlando und haben die wirklich großen Freizeitparks in Orlando eher gestreift als im Detail gesehen. Somit stand für uns fest, dass wir noch mal nach Orlando wollen. Wir haben die Freizeitparks bei den ersten Besuch sehr genossen, denn das ist ganz sicher nicht nur etwas für Kinder.

Warum mag ich die Freizeitparks bzw. den Urlaub in Orlando?

Wenn man zur richtigen Jahreszeit fährt (März, April oder Oktober oder besser November), dann ist Orlando vom Klima echt toll. Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 35C° – die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch, aber im Urlaub ist das ok (im März / April ist die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur geringer als Ende Oktober). Es gibt auch an jeder Ecke Klimaanlagen – man muss also eher aufpassen, dass man sich nicht verkühlt, vor allem wenn man nass wird (als kleine Warnung: Bei Wasserattraktionen wird man richtig nass – wenn man Pech hat ist man nach so einer Attraktion komplett durchnässt). Kleiner Tipp dazu: Alle direkt hintereinander besuchen und Wechselkleidung mitnehmen oder Kleidung,  die schnell trocknet und danach von den überall vorhandenen Klimaanlagen fern halten, bis man trocken ist.

Ansonsten sind die Tage in den Parks so vollgepackt mit Eindrücken, so intensiv, so voll mit Spaß und Adrenalin, dass man wirklich jeden Moment fühlt das man lebt und zwar intensiv und in vollen Zügen!

Epcot

Man wundert sich jeden Tag aufs Neue, dass so viele Eindrücke in einen so kurzen Zeitraum passen.

Die Planung

Gesagt, geplant, getan. Planung ist bei den Freizeitparks in Orlando wirklich alles. Beim ersten Besuch 2002 hatten wir nichts geplant (dafür aber einen guten Reiseleiter, der uns aber nur partiell begleitet hat) und man verschwendet wirklich unglaublich viel kostbare Zeit, wenn vorher nicht plant und sich informiert.

Hollywood Studios / MGM

Wenn man einen relaxten Urlaub mag, kann man sich die Planung natürlich auch sparen aber man verpasst viel und an kann mindestens 50% mehr Zeit einplanen um das gleiche zu schaffen und hat somit auch deutlich höhere Kosten.

Man braucht nicht denken, dass es einen Park von Disney, einen von Universal und dann noch nur noch Seaworld gibt. Allein von Disney gibt es 4 Parks, wenn man die Wasserparks, Autorennstrecke und das ganze Drumherum wie Reiterhöfe, Golfplätze usw. ignoriert.

Das ist schon fast wie ein kleines Land. Selbst die Polizei dort ist eine eigene Disney Polizei und da fahren hunderte Busse rum nur zum Transport der Disney Gäste. Die Infos einfach mal, dass man ein Gefühl der Größenordnung bekommt.

Animal Kingdom

Welche Parks gibt es in Orlando (Auslistung ohne Wasserparks)?

  • Disney – Animal Kingdom (Tierpark in Kombination mit Action Attraktionen) – mindestens 1 Tag einzuplanen
  • Disney – Epcot Quasi eine Art Weltausstellung mit allen Ländern in einem Park – kann man an einem Tag vergessen, weil es viel zu viele Shows zu bestimmten Zeiten gibt – mindestens 2 Tage einplanen
  • Disney – Magic Kingdom – das ist der ganz klassische Disney Park und am meisten auf Kinder ausgerichtet – ca. 1 Tag
  • Disney – MGM  bzw. Hollywood Studios – alles was mit Filmen zu tun hat – mindestens 1 Tag (bei Disney kommt in kürze noch Star Wars dazu, evtl. reicht dann ein Tag nicht mehr)
  • Universal Studios – der Name sagt alles – der Filmpark 1 Tag
  • Universal Islands of Adventure – 1 Tag (zu dem Zeitpunkt gab es den Harry Potter Parkteil noch nicht, vielleicht reicht ein Tag heute nicht mehr)
  • Seaworld – Park mit Meeresbewohnern in Kombination mit Action Attraktionen 1 Tag
  • Universal Citywalk (Shopping und Essgelegenheiten + Abendunterhaltung – Vergnügungsviertel von Universal)
  • Disney Downtown (Shopping und Essgelegenheiten + Abendunterhaltung – Vergnügungsviertel von Disney)

Epcot

Alle oben angegebenen Zeiten gehen davon aus, dass man sich recht flott von einer Attraktion zur nächsten bewegt (also nicht rennt aber auch nicht beim gehen einschläft oder sich von irgendwelchen Staus aufhalten lässt) und auch nicht lange irgendwo ansteht.

Weiterhin ist zu beachten, dass es in jedem Park unterschiedliche Öffnungszeiten gibt. D.h. an bestimmten Tagen haben einzelne Parks länger offen oder Spezielevents, die es eben nur an diesem Tag gibt. In Epcot gab es jeden Abend ein geniales Feuerwerk (das sollte man mindestens 2x mitnehmen) und jeden Tag andere Veranstaltungszeiten (in jedem Landesbereich in Epcot gibt es Shows passend zum jeweiligen Land). In Magic Kingdom gab es das Feuerwerk z.B. nur am Wochenende. An jedem anderen Tag verpasst man das also, wenn man sich vorher nicht informiert.

Epcot – Mexico

Generell stand man sich sowohl bei Disney als auch bei Universal besser, wenn man in den Hotels übernachtet, die zum Park gehören. Warum? In Universal gab es zwei Warteschlangen. Eine für Standardgäste und eine für Hotelgäste des Parks (Express). In der Zeit wo die Standardbesucher nicht einmal mit der Attraktion gefahren sind, waren wir gleich zweimal drin quasi ohne Wartezeit und dann ab zur nächsten Attraktion. Das ist einfach unheimlich effizient (auch wenn man dann von den anderen Gästen ziemlich böse angeschaut wird aber hey, so kann man sich wenigstens einmal im Leben wie ein VIP fühlen) – wer hat schon Lust zu warten und ansonsten hat man auch keine Chance Parks in der Größe in einem Tag zu besichtigen.

Seaworld

Bei Disney öffnen die Parks an bestimmten Tagen eher für Hotelgäste oder schließen Später. In Magic Kingdom war das damals schon heftig, weil der Park am Wochenende quasi durchgehend offen hatte (ich glaub bis 3:00 Nachts). Während alle anderen Gäste keine Attraktion mehr besuchen durften (ab ca. 18:00), war das für die Hotelgäste kein Problem (auch wenn dann nicht mehr alle Attraktionen offen haben).

Wenn man mal in den Parks ist, gibt es keine extra Kosten (so war es zumindest 2009). D.h. man muss lediglich noch das Essen bezahlen. Wichtig ist, dass man Ticket besitzt, die einem nicht nur den Besuch eines Parks erlauben, sondern so genannte Flexiticket, mit denen man eine bestimmte Anzahl von Tagen in alle Disney Parks kommt und bei Universal ebenso.

Hollywood Studios Backlot Tour

Der Transport zwischen den Parks ist innerhalb eines Unternehmens unproblematisch und kostet nichts. Von Disney nach Universal oder Andersrum gibt es keine Angebote (ist ja auch logisch, weil beide Konkurrenten sind). Seaworld arbeitet mit Universal zusammen, weshalb die Universal Tickets auch mit Seaworld Tickets in Kombination gekauft werden konnten.

Eine Besonderheit von Disney ist noch erwähnenswert. Dort gab es damals einen Fastpass (den gibt es auch noch heute aber die Regeln sind anders). Gerade bei beliebten Attraktionen sind die Wartezeiten lang. Den Fastpass konnte man sich einfach morgens holen und dann z.B. x Stunden später zu der Attraktion zurückkehren und kam dann fast sofort dran. Damals ging das noch bei beliebig vielen Attraktionen. Mittlerweile geht das nach meinem Stand nicht mehr, die Regeln sollte man sich aber unmittelbar vor dem Besuch anschauen.

Epcot – USA

Der Ablauf

Wir hatten bei dieser Tour zuerst einen Tag Universal Studios, einen Tag Bush Gardens, einen Tag Islands of Adventure (Tampa), einen Tag Kennedy Space Center, einen Tag Seaworld, einen Tag Magic Kingdom, zwei Tage Epcot, einen Tag Animal Kingdom und einen Tag Hollwood Studios – so grob zumindest. Bei Disney bietet es sich zum Beispiel an abends noch mal Schnell bei Epcot reinzuschauen, wenn man das Feuerwerk noch mal sehen möchte. Auch in den Hollywood Studios gibt es eine Abendveranstaltung (Fantasmic) mit Lasershow und Pyrotechnik. Teilweise liegen die Parks auch direkt nebeneinander und man kann auch schnell in den nächsten Park wechseln, wenn man die passenden Tickets hat, teilweise auch mit Wassertaxi (was sehr cool ist, da ist selbst der Transport ein Erlebnis).

Bush Gardens

Generell kann man sagen, dass sowohl die Disney Parks toll sind und die von Universal auch. Bush Gardens ist aber eine andere Hausnummer. Der Sicherheitsstandard ist deutlich niedriger (sowohl was die Qualität der Sicherheitsmaßnahmen in den Attraktionen angeht, als auch das Prüfen der Einhaltung durch das Personal. Bush Gardens war wird aber bei den älteren Kids wohl als cooler angestuft, da keine Disney Figuren und dafür diverse Achterbahnen. Ich würde Bush Gardens nicht noch mal besuchen. Die auf dem folgenden Bild sichtbare Holzachterbahn hat zumindest dafür gesorgt, dass ich den Rest des Tages Kopfschmerzen und mein Mitreisender Rückenprobleme hatte. 😉

Bush Gardens

Das Kennedy Space Center ist definitiv einen Besuch wert aber als wir da waren sind dort noch Spaceshuttles gestartet und standen auf den Rampen. Aktuell starten dort nur noch private Unternehmen. Von dem einstigen Raumfahrtprogramm der USA ist also nicht mehr viel übrig. Man hat beim Vergleich von unserem ersten Besuch 2002 nach 2009 aber bereits gesehen, dass die Nasa sich mehr und mehr auf Touristen ausgerichtet hat. Während das beim ersten mal noch wie eine Firmenbesichtigung gewirkt hat, war es beim zweiten Besuch hochgradig professionalisiert und schon eher wie in einem Freizeitpark. Beispielsweise wird in einer Attraktion ein Raketenstart simuliert (wobei es in Disney eine Attraktion gibt, die Schwerelosigkeit simuliert und das wirklich tuschend echt – die fand ich noch mal cooler – kleiner Tipp vor der Attraktion in Disney sollte man NICHTS essen). Es hängen zwar überall Tüten in der Disney Attraktion aber wie uncool ist es denn persönlich ein Raumschiff zu steuern mit seiner Crew und dann in eine Tüte zu reihern! Das geht überhaupt nicht. 🙂 Das Attraktion nennt sich übrigens Mission Space und man sitzt in einer großen Zentrifuge, die beim Start 2,5G erreicht und wenn sie dann nachlässt fühlt man sich schwerelos (im Prinzip ein billiger Trick aber es funktioniert in Kombination mit der Simulation perfekt). Wichtig ist nur, dass man dort nicht den Kindereingang ohne Zentrifuge nimmt, sondern den richtigen (orange / red nicht green)!

Die Attraktion wurde aber unterdessen renoviert, weshalb man sich green wohl auch anschauen sollte, da es nicht mehr wie vorher derselbe Flug ist nur ohne G-Kräfte.

Kennedy Space Center – Space Shuttle

Den Disney Parks (Achtung Randbemerkung – Florida = Disney World – L.A. = Disney Land) haftet das Image an eher für Kinder zu sein aber das ist nicht so. Magic Kingdom hat die primäre Ausrichtung auf Kinder aber trotzdem kann man sich als Erwachsener gut einen Tag dort aufhalten und Spaß haben. Das gilt für alle anderen Parks um so mehr, da deren Hauptfokus keine Kleinkinder sind.

Magic Kingdom

Und sonst so

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben oder wie war das noch? So auch in diesem Urlaub. Die Fahrt von Universal zu Disney war ein ziemliches Highlight. Wir hatten bewusst ein Taxi gerufen um Zeit zu sparen und schnell den Wechsel zwischen Universal und Disney hinzubekommen. Der Taxifahrer kam dann nach ich weiß nicht mehr genau dreißig oder 40 Minuten! Er hat lt. eigener Aussage seinen ersten Tag als Taxifahrer in Orlando gehabt und ist vorher angeblich in New York gefahren!

An der Stelle muss man erwähnen, dass man einen einfacheren Auftrag als Taxifahrer nicht bekommen kann, als von Universal nach Disney zu fahren. Denn Disney ist quasi auf jedem Schilf in Orlando ausgeschildert! Der Taxifahrer hat es fertig gebracht 3 mal im Kreis zu fahren und zwischendurch waren wird sogar auf dem Highway nach Tampa.

Animal Kingdom

Während der Tour hat er dann mehrfach in der Zentrale nachgefragt wie er denn fahren muss. Die haben sich aber wohl nur an den Kopf gepackt, eine richtige Antwort hat er nicht erhalten. Nach gut einer Stunde und über 140$ auf dem Ticker waren wir dann in Disney (jeah, 2h vom Tag nutzlos verschwendet) und er hat allen ernstes den vollen Fahrpreis verlangt. Wir haben dann unser Pokerface aufgesetzt und ihm glaube ich 40 oder 50$ gegeben. Das hat er dann akzeptiert – wir waren uns auch nicht so ganz sicher was passiert wäre, wenn er die Polizei gerufen hätte. zumindest hätte es uns wieder eine Stunde gekostet. Wo auch immer der vorher Taxi gefahren ist aber in New York sicher nicht!

In Disney hatten wir dann gleich die nächste Überraschung. Unser Hotel (wir waren in einem der Billighotels von Disney – dazu später noch ein paar Worte) war wegen einem Cheerleader bzw. Musikgruppenevent total überbucht und die Rezeption war super überlastet. Nachdem man unsere Room Keys fertig gemacht hatte (Plastikkarten), hat man festgestellt, dass keine Zimmer mehr frei sind. Auf den Karten waren auch die Parktickets – was wir dann aber erst später erfahren haben. Behaltet das aber für den weiteren Verlauf bitte im Hinterkopf. 😉

Islands of Adventure

An der Rezeption hat mich dann eine Managerin relativ schnell abgewimmelt und mir gesagt, dass das Hotel voll ist aber “gleich” jemand kommen würde, der sich um mich kümmert. Gleich hat dann zwar eine Weile gedauert aber nach der Aktion mit dem Taxifahrer war das dann vergleichsweise flott (Zeit ist ja relativ). Dummerweise war meine Gemütslage gerade etwas unausgeglichen nach der zweistündigen Irrfahrt durch Orlando und somit war ich ziemlich angefressen als die uns “irgendwo, irgendwie” unterbringen wollten.

Wir hatten uns das Hotel so ausgesucht, dass es strategisch günstig lag und die Parks relativ schnell zu erreichen war. Da unsere Unterbringung mir völlig neu war und etwas abseits lag, war ich zuerst wenig begeistert. Da plan ich alles so schön vor und die bringen alles ruck zuck durcheinander. 😉

Wie sich später zeigte hatte die Sache dann auch einen Makel, der nicht offensichtlich war (Stichwort Park Tickets).

Nach einer Weile kam ein Holländer, der im nach seinem Studium eine Traineezeit im Park gemacht hat, und wohl selbst aus einer relativ reichen Familie stammte und recht Gesprächig war. Er hat uns mit einem Golfwagen und unseren Koffern in nach “Saratoga Springs” gebracht hat. Damals war das Resort brandneu. Wie sich dann später erwiesen hat, war die Lage und die verkehrstechnische Anbindung deutlich besser als erwartet.

Islands of Adventure

In Saratoga Springs kann (oder konnte) man Eigentumswohnungen kaufen oder Anteile daran (sharing Modell), die schweineteuer sind. Damals war der ganze Komplex fast leer. Das war wirklich cool, weil es total ruhig war und wir den See und das Frühstücksrestaurant fast für uns alleine hatten. Da waren mehr Mitarbeiter als Gäste anwesend. Auch die Busse waren fast leer und fuhren quasi direkt vor dem Restaurant ab. Unsere Wohnung war relativ groß  aber im Gegensatz zu dem extrem entspannten Frühstück und den genialen Transportmöglichkeiten war das eher unwichtig.

Dort haben wir natürlich neue Plastikkarten bekommen, nachdem die alten angeblich umgebucht wurden. Für das Zimmer haben die auch toll funktioniert.

Cirque du Soleil – La Nouba

Was war der Makel? Eines Tages standen wir morgens vor dem Parkeingang und kamen nicht rein, obwohl wir Tickets für x Tage hatten. Ruck zuck wurden wir aussortiert und weggeschickt (was natürlich bedeutet, dass man sich an der Schlange in den Park rein wieder hinten anstellen darf).

Beim nächsten Ticketverkäufer (natürlich auch mit Warteschlange) haben wir versucht dem Typen klar machen, dass wir sehr wohl bezahlt haben, was ihn aber nicht im geringsten interessiert hat. Bei der Umbucherei von dem Billighotel zu Saratoga Springs sind offenbar unsere Tickets nicht sauber übertragen worden und waren noch auf dem alten Hotel bzw. den alten ungültigen Karten vermerkt. Der Typ an der Kasse hat uns dann gegen Bezahlung Tickets gegeben und gesagt, dass wir das abends im Resort klären müssen.

Universal Studios

Alleine diese Aktion hat dann wieder eine Stunde gekostet und abends durfte ich dann im Hotel 1,5 Stunden versuchen den Leuten an der Rezeption klar zu machen, dass wir sehr wohl Ticket gekauft haben. Dafür hat es dann sogar die Managerin benötigt, weil die Bestätigung aus dem Reisebüro keinen interessiert hat. Was im Computer steht muss ja stimmen. Irgendwann hat dann jemand die Originalbuchung im Computer gefunden und dann war alles geritzt.

Gut zu wissen ist übrigens, dass es Internetseiten gibt, die sich mit den ganzen Besonderheiten in den Parks beschäftigen – von Karten, Tipps, versteckten Sachen, Empfehlungen, Events usw. – da kann man sich wirklich umfassend über alles informieren was irgendwie mit den Parks zu tun hat.

Eine der diversen Paraden

Eine Unart, die es 2009 bei Disney schon gab ist, dass alle Leute die Geld in den Parks anlegen pro Jahr Punkte dafür bekommen. Beispielsweise steckt man 50.000€ in den Park und bekommt jedes Jahr x Punkte dafür, mit denen man Weltweit in allen Disney Anlagen Urlaub machen darf. 2009 hat man aber schon erkannt, dass man den Investoren mehr bieten muss. Somit sind in den Parks oft Bereiche abgesperrt, die diesen Premiumgästen vorbehalten sind. Ein Beispiel sind die besten Plätze zum Bewundern des Feuerwerks in Epcot. 2009 waren diese Plätze aber nur von sehr wenigen Gästen oder sogar von keinen Gästen belegt. Einige der Angestellten hatten dann ein einsehen und haben diese Bereiche irgendwann geöffnet, wenn keiner der besser gestellten Personen kam (ja, dass ist dann Disney Magic, wenn man nett fragt und nett behandelt wird), einige aber auch nicht (da fehlt dann Disney Magic) …

Epcot Feuerwerk – Illuminations

Andere Sachen sind z.B. dass man an den Shows aktiv teilnehmen kann (das trifft mittlerweile wohl auch nur noch auf die Premiumgäste zu, früher war das einfach Glück, wenn man dabei sein durfte). Da geht dann schon etwas von der Magie verloren.

Und es gibt zig Besonderheiten wie zum Beispiel die Möglichkeit das Feuerwerk in Epcot auf dem Wasser auf einem kleinen Bot zu erleben. Auch das muss man viel früher vorplanen und organisieren, ist aber mit Sicherheit sehr geil.

Bei den Attraktionen sollte man möglichst früh die guten Attraktionen, die jeder Besuchen will angehen. Es gibt einige Attraktionen die sehr gut sind aber auch sehr überlaufen. Gut ist in der Regel hinten im Park anzufangen. Auf jeden Fall azyklisch zum Rest der Parkbesucher arbeiten. Nichts ist nerviger und nutzloser als mehr als 30 Minuten in einer Warteschlange zu stehen! Wobei die Warteschlangen oft auch so gestaltet sind, dass die Attraktion dort schon beginnt. Entweder sind schon sehr viele Details zu sehen, die einen auf das Thema einstimmen oder es gibt sogar schon Videobotschaften von irgendwelchen Stars.

Universal Citywalk – Hard Rock

Geld benötigt man in den Parks nicht. Früher hat man alles mit seiner Room Karte bezahlt und bekam am Ende die Abrechnung, heute hat man wohl Armbänder dafür inklusive Totalüberwachung wo man war und was man gemacht hat. Aber was soll’s.

Wenn man die Downtown Disney besuchen will und in den Vergnügungsbereich möchte unbedingt den Reisepass mitnehmen. Ohne Reisepass glauben die einem nicht, dass man über 18 (Einlass in bestimmte Zonen) / 21 (Alkohol) ist nicht, selbst wenn man 25 Jahre alt ist.

Epcot – Italien

Die Unterbringung

Die Hotels bei Disney / sind grundsätzlich alle gut. Der Unterschied bei den Hotels liegt primär in der Größe der Zimmer (was vollkommen egal ist, weil man eh nicht im Zimmer ist), der Ausstattung (Fernsehen usw.) was auch egal ist, weil man eh nicht auf dem Zimmer ist, dem Flair (z.B. Musik, Film, Sport, Maritim, Afrika bzw. Safari, Reiterhof), den Transportanbidungen (die sind wichtig), evtl. Restaurants bzw. allgemein dem Essensangebot und ob es sich um Massenabfertigung handelt oder nicht.

Saratoga Springs – Weg von unserem Wohnhaus zum Frühstücksrestaurant – das kann man sich morgens mal gefallen lassen

Wenn man richtig viel Geld ausgibt hat man auch einen Concierge und kann dann Mahlzeiten zu bestimmten Zeiten kostenlos im Hotel bekommen aber bei den Preisen, die man dafür bezahlt lohnt sich das eher nicht.

Spätestens beim Frühstück wird einem klar was ich mit Massenabfertigung meine. Wer in den günstigen Hotels den total überlaufenen Frühstücksbereich gesehen hat, kann die Aussage nachvollziehen. Ich hatte postwendend keinen Bedarf mehr an Frühstück, nachdem ich den Stress am frühen Morgen gesehen habe und habe mir irgendwo unterwegs einen Muffin gekauft und im Kiosk nebenan irgendwelche Babymilch (was ich erst nach dem Kauf bemerkt habe), die sogar günstiger war als die normale, als bei der ersten Floridatour in einem der günstigen Hotels war.

So gesehen hatten wir dieses Mal einen schönen Kontrast, weil wir in einer der teuersten Einrichtungen überhaupt untergebracht waren, dafür aber den günstigsten Preis gezahlt haben. Das Frühstück dort war in extrem entspannter und ruhiger Atmosphäre extrem angenehm und man brauchte nirgends anstehen. Cooler geht’s nicht! Selbst die Preise für das Frühstück waren dort nicht höher aber der Service um Längen.

Nascar Sports Grille

Wenn man Abends aus dem Park kommt und bei der Haltestelle vom Billighotel stehen hunderte Leute und an der eigenen 10 oder man gemütlich in ein Wassertaxi steigt und allein die Fahrt schon ein Event ist, dann ist das schon irgendwie Gold wert.

Ansonsten unterscheiden sich die Hotels halt wie schon erwähnt sehr vom Ambiente. Es gibt Gäste, die jeden Tag in einem anderen Hotel übernachten. Beispielsweise ist das Hotel im Animal Kingdom so angesiedelt, dass man Giraffen direkt vorm Fenster haben kann und das Afrika Feeling dort muss wirklich toll sein.

Einige Hotels haben eine Schwebebahnanbindung, die direkt in die Parks geht. Ein Hotel hat eine riesen Poolanlage mit Karibikflair und Flugzeug neben dem Pool. Man merkt also das man bei Disney ist jedes Hotel besonders und erzählt seine Geschichte.

Der Rückflug nach Deutschland war übrigens nicht so toll, weil ich meine eigenen Tipps oben (Stichwort Wasserattraktionen und Klimaanalgen) nicht beherzigt habe und somit die Nase zu hatte. Beim Starten und Landen hatte ich den Eindruck, dass mir die Birne wegfliegt. Nicht toll!

Epcot – Japan

Das Essen

Das kann man bei Disney ohne Planung auch fast vergessen. Zu den Hauptessenszeiten ist der Andrang in den leicht zugänglichen Restaurants extrem. In den Fast Food Restaurants (außer in Epcot) gibt es in allen Parks das gleiche. Die Burger und Pommes sind zwar i.d.R. besser als bei uns aber 10 Tage hält man das nicht durch. Spätestens nach fünf Tagen kann man das immer gleiche Fastfood nicht mehr sehen. Wenn man was besseres essen möchte, muss man vorher in einem der Restaurants (die teilweise sehr gut versteckt in den Parks sind und wirklich gutes Essen zu nicht mal so viel höheren Preisen haben) reservieren. Diese Restaurants sind oft schon ein Event für sich. Das liegt teilweise an der Optik (60er Jahre, Riesen Aquarium usw. als auch daran wie die Gäste behandelt werden).

Hard Rock – Burger und Cocktail

Wie man sieht brauchen selbst die Restaurantbesuche etwas  Planung. Man muss vorher in etwa wissen wo man ist und das Restaurant mindestens einen Tag früher reservieren oder eben Glück haben bzw. Fastfood essen, wenn es nicht klappt mit dem Platz im Restaurant.

Eine witzige Geschichte am Rande: Ich habe an einem Abend versucht für den nächsten Tag einen Platz im Restaurant zu reservieren. Zuerst wurde mir mitgeteilt, dass ohne Kreditkarte nichts geht, dann wurde mir gesagt, dass nichts mehr frei ist. Danach kam die Frage wo ich denn residiere. Als ich “Saratoga Springs” gesagt habe, brauche ich keine Kreditkarte mehr und ein Tisch ist auch sofort frei geworden. Willkommen im Land der Marktwirtschaft! 🙂

Fazit:

Für mich war das ein extrem erholsamer Urlaub – sicherlich nicht etwas für jeden – man muss seine Vorurteile schon etwas zurückschrauben – aber unheimlich intensiv, weil die Anzahl der Eindrücke in relativ kurzer Zeit sehr hoch ist.

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Antarktis und Falkland Inseln 2017 [Reisebericht]

Eisberg

Wie kommt man dazu eine Antarktistour zu machen?

Eigentlich fast per Zufall. Ich bin definitiv kein Kreuzfahrer. Das heißt nicht, dass ich keine Schiffe oder Seereisen mag – ganz im Gegenteil. Ich mag aber keine Schiffe mit tausenden von Leuten. Bei mir ist irgendwo im Bereich von 500 Leuten Schluss. Ein Schiff sollte sich wie ein Schiff anfühlen. Dazu gehört das man nach draußen kann und irgendwo auch draußen (also ohne Fenster davor einmal rumlaufen kann. Das ist heute bei den modernen Schiffen  schon kaum noch gegeben. Vor allem nicht bei den großen Kreuzfahrtriesen. Davon mal ganz abgesehen, dass die fast alle mit Schweröl fahren.

Ich war vorher schon mal mit Hurtigruten gefahren (die klassische Postschiffreise – auch wenn der Name heute nicht mehr sehr treffend ist). Nach dieser Tour war Hurtigruten natürlich so freundlich mich umfassend mit Werbung zu versorgen, die ich dann auch an meine Reisebegleitung weitergeleitet habe. Ich hatte mir das Prospekt zwar angeschaut und bei ein paar Touren gedacht, dass die interessant sein könnten. Aber aufgrund der hohen Preise war ich davon ausgegangen, dass das Thema für meine Reisebegleitung eh nicht relevant ist. Ich wurde eines Besseren belehrt. Aufgrund der totalen Begeisterung, die mir entgegenschlug habe ich mir dann Gedacht nutze die Gunst der Stunde und mach die Tour.

Für eine derartige Tour sollte man gesundheitlich fit sein, weil man mit dem Schiff in Bereiche fährt, die weit außerhalb von Versorgung per Flugzeug liegen. D.h. wenn man irgend eine kritische Erkrankung hat oder verletzt wird, kann einen nur der Bordarzt versorgen und das Schiff muss wieder in Hubschrauberreichweite fahren. Dementsprechend benötigt man auch ein Attest. Das dient aber wohl eher Versicherungszwecken und wird weltweit sehr unterschiedlich gehandhabt, wenn ich mir meine Mitreisenden so angeschaut habe (das Attest besagt quasi, dass der allgemeine Gesundheitszustand gut ist und man in die Tenderbote ein und Aussteigen kann, die ihr auf den Bildern findet). Da wir jemand hatten, der sich einige Wochen vorher den Fuß gebrochen hatte und quasi nicht laufen konnte, erweckt das dann den Eindruck, als wenn das Attest teilweise etwas laxer gehandhabt wird.

Reiseroute

Santiago de Chile

Wie kommt man in die Antarktis? Man kann nicht direkt dorthin reisen wo die Schiffe abfahren, weil der Antarktistouismus zum Glück noch relativ überschaubar ist. D.h. die Statt wo die Schiffe abfahren ist nicht so richtig groß (Stand heute ca. 120.000 Einwohner). In unserem Fall ging die Reise über Spanien nach Chile. Die Flugzeiten waren leider recht ungünstig. Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann hätte ich den Flug selber gebucht aber vielleicht wäre da auch kein anderes Ergebnis rausgekommen. In Santiago de Chile haben wir nach der Ankunft recht viel Zeit am Flughafen vertrödelt (die Organisation um die Flüge klappt bei Hurtigruten oft nicht sonderlich gut nach meiner Erfahrung).

Flug nach Santiago

Da habe ich dann auch gleich die Mentalitätsunterschiede kennengelernt, als der Flughafenkiosk einfach mal den Laden zugemacht hat, weil mitten im Tagesgeschäft eine Lieferung kam. Nachdem die Betreiberin dann eingeräumt hatte, war ihr das für den Tag genug und sie hat dann einfach zugemacht. Eine Flasche Wasser kaufen? Nö. 😉

Santiago de Chile

Da wir mitten aus dem deutschen Winter kamen (Anfang Januar) ist das dann ein ziemliche Kontrastprogramm, wenn man plötzlich 35C° hat und das dann nach einem sehr langen Flug noch mal ein ganzer Tag vor einem liegt (ich kann leider im Flieger nicht pennen).

Santiago de Chile

Santiago de Chile war sehr interessant. Nur leider hat die ganze Flughafenabwicklung Stunden gedauert, was meine eigentliche Planung ziemlich über den Haufen geworfen hat.

Santiago de Chile

Wir haben die wesentlichen Punkte aber gesehen. Santiago ist halt eine Großstadt, oft smogig, grün, wenn vorher genug Wasser da war und teilweise auch recht dreckig. Also in Summe durchaus sehenswert aber auf dauer nichts für mich.

Anden

Die Schiffstour

Von Santiago ging es am nächsten Morgen in der Frühe mit dem Flieger nach Punta Arenas.

In Punta Arenas gibt es eine Minizollstelle durch die man durch muss (vergleichbar mit dem Terminal in Bergen nur viel kleiner und viel unprofessioneller). Der Ablauf ist zumindest auf den ersten Blick sehr strukturiert organisiert. Zuerst müssen alle mit Handgepäck auf dem Bus raus. Dann wird alles durchleuchtet (wie am Flughafen) – allerdings mit dem Unterschied, dass man da alles durchbekommen würde, weil es schlicht keinen interessiert was da auf den Bildern zu sehen ist – es schaut nicht mal jemand drauf!, dann muss man wieder in den Bus einsteigen und wird die gut 200m zum Schiff gefahren (laufen ist nicht erlaubt). Achtung: Man kommt nicht mehr raus. Man darf den Anleger nicht betreten. Pläne für die Besichtigung von Punta Arenas oder lokale Sehenswürdigkeiten kann man sich also getrost sparen.

Sobald man auf dem Schiff ist, greifen gewohnte Hurtig Ruten Abläufe und die Organisation ist ziemlich gut. Es gibt für jeden Tag ein Tagesprogramm. Bei einer Expeditionsreise muss man sich aber immer darauf einstellen, dass etwas Mal etwas später oder früher durchgeführt wird. Das ist aber normal und darum heißt es ja auch Expeditionsreise. :)

Ansonsten hat man bei den Expeditionsreisen maximal weniger Gäste an Bord als bei einer normalen Postschiffreise (ca. 300) bei der Midnatsol. Aufgrund der Bestimmungen in der Antarktis (nur x Leute gleichzeitig an Land je nach Landestelle), stellt das aber auch das sinnvolle Maximum dar.

Das Expeditionsteam ändert sich bei fast jeder Reise in der Zusammenstellung. Es sind i.d.R. Wissenschaftler aus diversen Fachbereichen (Biologen, Geologen, Zoologen). Bergführer, Kajaktrainer, Journalisten, Fotografen oder auch lokal erfahrene Begleiter an Board. Innerhalb der gesamten Reise finden diverse Vorträge zu den jeweiligen Anlandestellen, der lokalen Tierwelt, geologischen Informationen, Klimawandel und lokaler Geschichte statt. Die Vorträge selbst finden meist auf englisch statt, wobei i.d.R. mehrere Leute aus dem Expeditionsteam deutsch sprechen und oft auch eine Liveübersetzung erfolgt (ich habe mir aber der Regel lieber das englische Original angehört). Weiterhin ist es die Aufgabe des Expeditionsteams in der Arktis die erlaubten Routen abzustecken und vorab das Terrain zu erkunden.

Garibaldi Fjord

Garibaldi Fjord

Garibaldi Fjord

Zuerst haben wir den Garibaldi Fjord besucht. Dort fließen zwei Gletscher zusammen – abseits davon und einigen gesichteten Tieren kommen einem derartige Bilder bereits von der normalen Hurtigrutentour vertraut vor. Hier hat dann auch die erste Benutzung der Tenderbote mit cruising stattgefunden. Somit konnte man sich an von nun an quasi tägliche Rituale gewöhnen (mehrere schichten Klamotten anziehen, die oberste Wasserdicht, die unteren Wärmedämmend). anschließend die von Hurtigruten gestellten Gummistiefel anziehen und oben drüber die Rettungsweste.

Cruising mit Tenderboten im Garibaldi Fjord

Gletscher im Garibaldi Fjord

Puerto Williams

Puerto Williams

Das Cruising mit den Tenderboten hat dann auch einen schönen Vorgeschmack auf die folgenden Wochen gegeben. Der nächste Anlandepunkt war Puerto Williams – das ist schon ein sehr krasser Kontrast zu Santiago. Hier leben die Menschen noch sehr puristisch aber der Einfluss des Tourismus zeigt sich bereits (und meiner Meinung nach eher negativ – in weitgehend nutzlosen bauten und „Verschönerungsaktionen“ mit überflüssigen Treppen und Hafenanlagen oder ähnlichem).

Puerto Williams

Das Museum ist übrigens noch mal eine Gelegenheit das Internet zu benutzen – die letzte vor Santiago de Chile. Auf dem Schiff ist der Internetzugang sehr teuer und auch sehr langsam und instabil, sofern man nicht zur Crew oder dem Expeditionsteam gehört oder den Premiumtarif zahlt.

In Puerto Williams gibt es hunderte streunende Hunde, die von Menschen dort zurückgelassen wurden und nun auf sich gesellt sind. Bei unserer Wanderung in die nahegelegenen Berge hat uns ein ganzes Rudel eskortiert bis wir wir die Wanderung beendet haben.

Kap Hoorn

Kap Hoorn
Anschließend ging es nach Kap Hoorn und dann in die Antarktis . In Kap Horn sind wir nicht an Land gegangen. Wir hatten fast perfektes Wetter aber leichten Seegang. Das hat für den Expeditionsleiter bereits ausgereicht die Anlandung abzusagen. Die Tenderbote haben sich am Anlegerpit unregelmäßig ca. einen halben Meter hoch und runter bewegt und zwischendurch auch mal einen halben Meter vom Pit weg. D.h. rein theoretisch hätte man ins Wasser fallen können. Die Expeditionsmitglieder sind aber ganz locker ohne festhalten aus den Boten raus und wieder reingegangen.

Kap Hoorn

Allerdings hat man die Bote auch nur mit einem Seil / Tampen vorne befestigt und dann mit dem Außenborder versucht das Boot stabil zu halten. Ich habe bereits bei diversen anderen Schiffsreisen erlebt, dass derartige Bedingungen überhaupt kein Problem darstellen. In Helgoland käme man bei etwas Seegang überhaupt nicht an Land, wenn man dort derart übervorsichtig wäre.

Hier ist auch die Stelle wo sich rächt, dass Hurtigruten zwar auf ärztliche Bescheinigungen besteht, die zwar zur versicherungstechnischen Absicherung dienen aber faktisch jeder noch so sehr im Gehen eingeschränkte auf die Tenderbote verfrachtet wird. Unter nicht optimalen Bedingungen führt das dann gleich zu einem Abbruch, weil auf diese Leute Rücksicht genommen wird. Frei nach dem Motto: Es muss für jeden sicher sein. Wenn man nur einmal im Leben die Möglichkeit hat und dann nur 100m entfernt scheitert, weil man selbst ein sehr überschaubares Risiko scheut, ist das halt traurig und verdient nicht die Bezeichnung „Expeditionsreise“. Hier unterscheidet sich das Werbeversprechen und die Realität also deutlich.

Vogel

Antarktis 

Eisber mit Pinguinen

Zum Größenvergleich – die kleinen schwarzen Punkte sind Pinguine, die den Eisberg zum Freizeitpark bzw. zur Rutschbahn umfunktioniert haben

Ich werde nicht auf die einzelnen Tage in der Antarktis eingehen (Fotos sagen hier auch mehr als 1000 Worte). Zusammenfassend habe ich nirgends in der Welt so viele Tiere auf einem so begrenzten Terrain gesehen. Bei diversen Landgängen konnten verschiedene Pinguinarten, Albatrosse, Robben, Seelöwen, Wale aus nächster Nähe betrachtet werden. Und ich rede hier nicht von ein paar Tieren sondern teilweise hunderten oder tausenden. Selbst wenn man jahrzehnte um die Welt tourt wird man kaum so viele Wale oder Albatrosse sehen wie in der Antarktis in ein paar Tagen.

Berg

Weiterhin hat man bei einigen Anlandungen auch die Möglichkeit sich über weitere Strecken zu bewegen oder ehemalige Forschungs- und Walfangstationen zu besichtigen oder kleinere Berge bzw. größere Hügel (ein paar hundert Meter) zu erklimmen. In der Arktis sind die Routen teilweise relativ eng vorgegeben, damit man die Tiere nicht zu sehr stört (was ich auch in Ordnung finde).

Pinguin mit Nachwuchs
Das Erlebnis Antarktis lässt sich nur schwerlich mit anderen Urlaubsreise vergleichen. Es ist allein schon beeindruckend, wenn man Eisberge an sich vorbeitreiben sieht, die größer als das Schiff sind. Und es wird einem auch sehr schnell klar, wie lebensfeindlich die Umgebung ist (zumindest aus menschlicher Sicht) und unter welchen Bedingungen die Tiere dort leben (und man ist ja quasi unter Optimalbedingungen dort – im Hochsommer) und trotzdem leben dort unheimlich viele Tiere dort.

In der Antarktis (bzw. teilweise auch schon davor / danach) werden einige optional (teilweise deutliche Zusatzkosten) Angebote seitens Hurtigruten gemacht. Zum Beispiel ein Kajakschein (das ist quasi eine komplette Grundausbildung), ein Kajak Schnuppererlebnis, Schneeschuhwandern oder ein Fotokurs. Den Fotokurs halte ich am ehesten für verzichtbar. Man sollte sich zwar mit seiner Kamera beschäftigen und nicht nur auf Automatik knipsen, wenn man optimale Ergebnisse möchte aber die Fotografen an bord haben ihre Nase schon recht hoch im Wind getragen und die Fotos waren auch nicht besser als die von vielen Passagieren. Ohne Motiv und Gelegenheit kann halt kein Fotograf etwas reißen. Wenn die Gelegenheit sich bietet, dann kommt es auf die Technik, den grundsätzlichen Blick und die Kenntnis der Kamera an. ;)

Wal
Das Kajak Erlebnis ist sehr speziell und eine sehr wackelige Angelegenheit. Bei uns ist auch niemand gekentert aber kurz davor waren wir wohl schon. Und ich glaube nicht, dass das Kentern im arktischen Wasser trotz Überlebensanzug eine sehr angenehme Erfahrung ist. Der Anzug ist zwar theoretisch geschlossenen aber ich unterstelle, dass es trotzdem im arktischen Wasser ziemlich kalt wird, wenn man kentert. Bis dann ein Tenderboot zur Stelle ist, das einen rausfischt vergehen auf jeden Fall einige Minuten. Und ob der Anzug wirklich dicht ist, erfährt man erst im Wasser.

Kajaking

Das Schneeschuhwandern ist uneingeschränkt empfehlenswert. Wobei hier die Midnatsol schon recht viele Leute an Board hat und die Gruppen somit schon sehr groß sind, wie man unten erkennt.

Schneeschuhwandern

Weiterhin wird jeder Tag im Rahmen des normalen Tagesprogramms eingeteilt. Es dürfen also nie alle Gäste gleichzeitig an Land (aus organisatorischen Gründen und weil es auch aus Naturschutzgründen nicht erlaubt ist). D.h. der Tagesablauf ist dann immer so, dass Gruppe 1, 2, 3 jeweils leicht versetzte Anlandezeiten haben. Dann kommt in der Regel eine Pause und danach geht es mit anderen Gruppen weiter. Somit ist die Landzeit für jede Gruppe begrenzt. Alterniert wird das jeweils für die Gruppen, die an Bord bleiben mit Vorträgen des Expeditionsteams. Wobei die Anzahl der unterschiedlichen Vorträge in dem Reisezeitraum begrenzt ist (ist also nicht wie auf der Uni, sondern eher auf den Standardtouristen ausgelegt, der sich entspannen möchte).

Wir hatten insgesamt Glück mit dem Wetter in der Antarktis – nach dem etwas enttäuschenden Kap Hoorn Erlebnis und dem extrem übervorsichtigen Expeditionsleiter hatten wir schon mit dem schlimmsten gerechnet. Allerdings haben wir den letzten Tag in der Antarktis nicht mehr genutzt – auch hier wurde vorsorglich wegen schlechtem Wetter abgebrochen. Das konnte man am folgenden Tag bei Windstärke 12 aber recht überschaubarem Seegang zumindest nachvollziehen. In Kap Hoorn war die Entscheidung für mich aber nicht nachvollziehbar. Aber gut, nun hab ich es umrundet, kann auch nicht jeder von sich behaupten.

Falklandinseln

Falklandinseln

Die Falklandinseln sind auch sehr empfehlenswert und ein deutlicher Kontrast zur Antarktis . Es wird wieder deutlich grüner, auch wenn die Vegetation selbst in den Sommermonaten überschaubar ist Auch auf den Falklandinseln sind Anlandungen und Wanderungen enthalten und auch hier bekommt man einiges an Flora und Fauna geboten. Zusätzlich ist britisches Flair inklusive.

Falklandinseln - Albatrosse

Falklandinseln

 

Und sonst so:

Während der Tour haben wir uns eine ziemlich starke Erkältung eingefangen (vermutlich von anderen Reisenden angesteckt, mindestens das halbe Schiff war im verlauf der Reise krank), dass hat den Urlaub etwas getrübt – zumal man sich ja aufgrund von „ich bin ja nur 1x im Leben hier“ auch nicht bremst und trotzdem unvernünftigerweise jeden Berg hoch rennt und das dann teilweise auch nicht in relativ hoher Geschwindigkeit, weil man ja alles sehen weil und die Landzeit begrenzt ist. Dadurch wird dann natürlich alles noch schlimmer.

Falklandinseln

Meine Reisebegleitung hatte durch die starke Erkältung dann noch Augenprobleme als wir an den Falklandinseln angekommen sind. Selbst die Hauptstadt der Falklandinseln ist sehr klein. Sie hat zwar sogar ein Krankenhaus (weil die Falklandinseln seit dem Flaklandkrieg Militärstützpunkt sind) aber einen Augenarzt gibt es dort nicht. Die Untersuchung dort war also recht abenteuerlich. Mit einem Ultraschallgerät wurde das Auge untersucht (die nutzt man i.d.R. nicht dafür – ein Augenarzt erkennt diese Art der Erkrankungen einfach mit einem Blick ins Auge – die Daten wurden dann zu einem britischen Experten geschickt und dann hieß es auf die Rückmeldung warten. Währenddessen habe ich die Optionen mit der Ärztin bei einem positiven Befund diskutiert. Variante 1: Mit dem Hubschrauber nach Argentinien, Variante 2: Mit einem Mitlitärflugzeug von den Falklandinseln nach England. Man kann sich sicherlich vorstellen was beide Varianten kosten würden. Der Experte hat dann in England entschieden, dass wahrscheinlich nichts kritisches vorliegt.

Man sieht an dem konkreten Beispiel wie weit weg man von der Zivilisation ist, wenn wirklich etwas passiert. Der Spaß hat dann übrigens knapp 500 Pfund gekostet.

Auf einer Insel in der Antarktis war eine Forschungsstation angesiedelt. Dort gab es auch ein kleines Museum. Da unser Schiff aber zu groß war (zu viele Personen) durften wir dort nicht an Land. Daher sind die Bewohner der Station zu uns an Bord gekommen. Die Station wird nur im Sommer bewohnt. Neben der Forschung ist die Aufgabe der Bewohner die Station zu erhalten und eben auch den Touristen zu erklären was sie machen.

Die Freiwilligen in der Station werden aus huderten Bewerbern ausgewählt. Man wohnt dort quasi in einem Raum, arbeitet von morgens bis abends (eine Tätigkeit ist Renovieren z.B. Vogelscheiße vom Dach kratzen und das Dach anstreichen, bevor es wieder zugekackt ist) und hat kaum Freizeit. Ruhe gibt es auch keine, weil rund um die Uhr Licht da ist und somit die Pinguine rund um die Uhr Krach machen. Bezahlt wird der Job übrigens nicht.

Die Person die uns erklärt hat was die Aufgabe der Personen in der Station ist war eigentlich Zahnärztin. Sie hat für den Halbjahresjob in der Station ihre Anstellung geschmissen und hat überlegt, ob sie das im nächsten Jahr noch mal machen möchte (obwohl sie verheiratet war). Mit ihrem Mann telefonieren konnte sie in dem halben Jahr einmal und Strom gibt es auch nur für Notfälle.

Wenn man krank wird, muss man hoffen, dass ein Schiff vorbei kommt oder man einfach irgendwie durch kommt.

Man merkt also – man muss schon irgendwie ein spezieller Typ Mensch sein. 🙂

Fazit:

Die Naturerlebnisse auf der Tour sind aber definitiv spektakulär und machen einiges wett. Abseits von Santiago und den Falkland Inseln bekommt man viele karge Landschaften zu sehen und es ist auch durchweg recht kalt – das ist bei so einer Tour natürlich zu erwarten aber sicher nicht jedermanns Sache. Will sagen man kann diese Tour z.B. schlecht mit einer Australien oder Neuseeland Tour vergleichen. Das was man sich klassisch unter Urlaub vorstellt ist eher keine Expeditionsreise in die Antarktis , das Erlebnis ist aber trotzdem sehr interessant und einzigartig. Es wird einem auch sehr bewusst, dass es diese abgeschlossene Welt wohl so bald nicht mehr geben wird, wenn wir Menschen so weitermachen wie bisher (das schließt mich selbst und alle anderen Expeditionsteilnehmer natürlich ein, weil wir alle zu viel Reisen – wie wäre es denn mit einer Umweltschutzsteuer für jeden Flugkilometer und einer für jeden mit Motorschiffen gefahrenen Kilometer?).

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Azur [Serie]

 Azur Wenn eine Diebin Liebt - Sabine Schulter  Azur Eine Diebin Bricht aus - Sabine Schulter  Azur Die Behüterin der Träume - Sabine Schulter

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sabine Schulter

Teile der Serie:

  • Azur 1 – Wenn eine Diebin liebt (348 Seiten)
  • Azur 2 – Eine Diebin bricht aus (416 Seiten)
  • Azur 3 – Die Behüterin der Träume (384 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Statt zum Reitunterricht oder Fechten zu gehen, habe ich mit den Jungs aus der nicht ganz so privilegierten Nachbarschaft Fußball gespielt, habe mir die Knie aufgeschrammt und bin voller Matsch heim gegangen. Das bedeutete für mich zu leben. Nicht in feiner Kleidung auf Empfänge zu gehen und unwichtigen Gesprächen zuzuhören, die einen nicht interessieren.

Jess (Codename Azur) ist eine Traumdiebin. Sie ist gut darin aber sie macht es nicht freiwillig. Bei jedem Job schwebt sie in Gefahr, denn die Hüter versuchen die Traumdiebe auszuschalten.

Träume können in der fiktiven Buchwelt gestohlen und weitergegeben werden. Nach den gestohlenen Träumen kann man süchtig werden. Derjenige dem der Traum gestohlen wird bekommt Alpträume und leidet unter Schlafmangel und trifft möglicherweise Entscheidungen, die er sonst nicht getroffen hätte.

Der Anführer der Diebesgilde, der deren Tätigkeiten steuert heißt Saphir. Saphir hat in seinem Land bereits maximalen Einfluss, will aber seinen Einflussbereich erweitern. Dafür hat er sich zum Ziel gesetzt mithilfe der Einflussmöglichkeiten seiner Diebe einen Krieg auszulösen. Er geht davon aus, dass sein Land den Krieg gewinnt und er danach seinen Einflussbereich noch weiter vergrößern kann.

„Jess ist irgendwie anders. Noch nie habe ich das Gefühl gehabt, um eine Frau kämpfen zu wollen. Aber bei ihr? Für sie würde ich die Welt aus den Angeln heben, wenn ich könnte.“

Als Gegenpol zu den Dieben gibt es die Behüter, die versuchen die Diebe zu fangen und Informationen von ihnen zu verlangen. Die bisher gefassten Diebe sind aber alle kurz nach der Festnahme auf mysteriöse Weise gestorben.

Das Buch ist aus mehreren Perspektiven (Jess bzw. Azur und Cedric) geschrieben, was aus meiner Sicht die Geschichte grundsätzlich etwas interessanter gestaltet. Mir hat dieser Ansatz auch bei anderen Büchern schon gefallen.

Diese Sekunde, bevor mein Körper sich an seinen schmiegt und sich unsere Lippen finden, ist fast magisch und ich hätte nichts bedauert, wenn ich in diesen Moment gestorben wäre.

Es passiert natürlich was zu erwarten ist – Azur verschießt sich in einen Behüter, ihren natürlichen Feind als Diebin. Es ist mit 20 Jahren ihre erste echte Liebe (was aber an ihrem Hintergrund liegt – der im Rahmen der Rezi nicht verraten wird – und nicht daran, dass sie etwa Spätzünderin ist).

Das stehlen von Träumen bzw. das konsumieren von fremden Träumen wird hier so schlimm dargestellt wie die Sucht nach harten Drogen mit der entsprechenden Beschaffungskriminalität. So ganz überzeugt hat mich das nicht.

Mit einem Zwinkern wendet er sich ab und geht durch den Laden davon. Er ist fast hindurch, als mir bewusst wird, dass er mich ausgetrickst hat. Als ich ein mehr als ungehaltenes Geräusch mache, höre ich ihn glatt lachen. Und irgendwie schleicht sich auch auf meine Lippen ein breites Grinsen.

Trotz der recht simplen Storyelemente hat mich die Art und weise wie Jess und Cedric sich näher kommen gefangen genommen. Das Buch hat mich also eher durch die Schreibweise die Dialoge und die Charaktere der Behüter und von Jess und ihren (Diebes-)freunden abgeholt.

Die Charakterentwicklung finde ich Interessant. Cedric teilt die Welt in schwarz und weiß ein. Die Ereignisse um Jess lassen ihn aber sehr schnell erkennen, dass sein Weltbild zu simpel war. Vor allem vor Jess Hintergrund, denn Jess wurde viel Leid zugefügt.

Ich muss lachen. „Tja, die besten Dinge finden sich ungewollt.“ „Wohl wahr“, lächelt nun auch Val wieder.

Nachdem ich jetzt eine ganze Reihe von Büchern gelesen habe, die mich emotional nicht so abgeholt haben hat das hier funktioniert. Auch hier gibt es ähnlich wie in der Biss Serie einen Hang zum kitschigen – das mag man eben oder nicht. Wer Bücher von Jennifer L. Armentrout mag, wird sich hier auch direkt zu Hause fühlen

Buch 2:

Darauf kann ich nichts sagen und blicke ihn daher einfach finster an. Cedric lacht, beugt sich zu mir und küsst mich auf die zusammengepressten Lippen. „Ich stehe ziemlich drauf, wenn du so ein Gesicht machst.“ Ja, nun, wie soll man bitte auf diese Eröffnung reagieren? Finster schauen fällt auf jeden Fall flach, wodurch ich ihm lieber einen Hieb in die Seite verpasse.

Jess hat sich den Behütern anvertraut und Ihre Identität als Diebin in einer emotional aufgewühlten Situation preisgegeben. Wieder erwarten haben die Behüter es besser aufgenommen als erwartet, dass sie eigentlich deren natürliche Feindin ist.

Doch Jess trägt weiter das Gift in sich, dass Saphir einsetzen wird um sie zu töten, wenn auch nur ein hauch eines Verdachtes gegen Sie aufkommt. Zusätzlich hat Saphir einen Profikiller für den nächsten Einsatz von Jess rekrutiert. Ahnt er etwas und will er sie dem Einfluss der Bewacher entziehen? Welche Qualen und Misshandlungen kommen dann auf Jess zu? Wie soll sie dieser scheinbar ausweglosen Lage entkommen und welche Gefahren erwarten Sie bei ihrem Weg? Während Cedric ihr vertraut, hasst sie sich selbst für das was sie getan hat und kann ihn sehr lange nicht richtig an sich heranlassen und hat danach auch noch ständig Zweifel.

Verständnislos sehe ich Julian an, der mich nun so breit angrinst, als ob er die Lösung des Welthungers gefunden hätte. „Was meinst du?“ „Deine Eltern, Ced, sie sind die Connors.“ „Das weiß ich, Julian, ich bin ebenfalls einer“, erinnere ich ihn.

Die Charaktere machen viel von dem Charme der Serie aus.

Julian ist auch ein ziemlich cooler Charakter. Er ist zwar nicht so stark und selbstbewusst wie Cederic und Vincent aber ziemlich schlauch und absolut Vorurteilsfrei.

Jess ist relativ vielschichtig. Einerseits die Taffe Diebin, die körperlich fit, reaktionsschnell und erstaunlich sehr selbstbewusst bzgl. ihrer Diebesfähigkeiten ist und andererseits die traumatisierte Jess, die diverse Ängste hat, die aus ihrer Vergangenheit resultieren.

„Frag mich doch selbst. Ich stehe schließlich neben dir“, unterbricht Jess sie schnippisch. Auf einmal kommt mir die Idee, Jess mit Val bekannt zu machen, nicht mehr ganz so gut vor.

Cedric war bisher nie verliebt und hat sich eher die Frauen gesucht, bei denen er schnell mal eine Nummer schieben kann und sobald es ihm unangenehm wurde hat er die Beziehung beendet.

Aufgrund der komplett unterschiedlichen Hintergründe von Jess und Cedric gestaltet sich deren Näherkommen recht interessant. Die Szenen sind oft Sex nah (also quasi das Vorspiel) und nach einer Zeit ziehen sie schon etwas bzw. werden etwas zu viel für meinen Geschmack.

Ich tausche einen finsteren Blick mit den anderen. Vincent sieht so aus, als ob er gleich mit einem Brandsatz zum Read-Tower gehen würde, um die Diebe auszuräuchern, wohingegen Julian sehr konzentriert auf den Tisch starrt. Er scheint einen Weg finden zu wollen, um Jess noch schneller zu helfen.

Saphir ist einerseits Klischeehaft aber anderseits der perfekte Bösewicht – er ist ein sadistisches, skrupelloses, Monster.

Das erste Buch hat mir persönlich etwas besser gefallen. Richtig Spannung kommt hier erst im Finale auf und die Art und Weise wie es zu der Situation kommt finde ich sehr unglaubwürdig. Ohne zu viel zu verraten, hätte ich es glaubwürdig gefunden, wenn die Protagonisten irgendwie auffliegen oder sich verraten aber selbst in die Höhle des Löwen zu gehen und sich dort zu outen und sein Leben uns das von anderen zu riskieren (oder sollte man eher sagen „wegwerfen“) ist schon mehr als dumm.

Das Buch ist so geschrieben, dass es abgeschlossen ist. Das dritte Buch ist also eher optional aber trotzdem sehr lesenswert.

Buch 3:

Das kommt davon, wenn man so offen gegenüber seinen Freunden ist. „Sehr gut erkannt, Sherlock“, brumme ich unwillig und rutsche auf meinem Stuhl nach vorn, damit ich den Hinterkopf auf die Lehne in meinem Rücken stützen kann. So kann ich die Decke anstarren, ohne Vincents beknacktes Grinsen sehen zu müssen.

Nachdem Azur / Jess den Fängen von Saphir entkommen ist wurde sie selbst zur Hüterin. Das war teil des Deals damit sie straffrei aus der Angelegenheit kommt.

Seit diesen Ereignissen sind 2 Jahre vergangen und neue Hüter werden von der Gruppe um Jess ausgebildet. Bei denen Neuen hat Jess und ihre Kameraden Kultstatus.

Aber einer von den Neuen nimmt es mit den Gesetzen nicht so genau genau dieser Neue weckt komische Gefühle in Jess. Weiterhin breitet sich eine neue Art von Alpträumen aus, die von Träumer zu Träumer überspringen. Besteht ein Zusammenhang?

Kaum tritt ein Problem auf, macht ihr euch solche Sorgen umeinander, dass ihr wie ein Schutzschild wirkt, das nicht durchdrungen werden kann. Egal was passieren wird, ihr werdet definitiv nicht auseinandergedrängt. Ihr werdet wütend aufeinander sein, eifersüchtig, kratzbürstig und euch auch richtig fetzen, aber am Ende richtet sich alles wieder. Vertrau deiner Beziehung zu ihm mehr, Jess. Cedric kommt mit alldem schon klar.“

Die Idee, dass die vertrauten Gefährten nun Ausbilder sind hat was. Hier wird ein wenig die Top Gun Karte gespielt. Legendärer Held übernimmt die Ausbildung. Das funktioniert auch hier ganz hervorragend und ist interessant. Und sie machen sich verdammt gut in der neuen Aufgabe.

Ich konnte mich mit Adam nicht so anfreunden. Er ist sehr selbstbewusst (wobei ich den Begriff immer Irreführend finde – sich seiner selbst bewusst sein heißt sowohl seine Stärken als auch Schwächen kennen – Adam ignoriert seine Schwächen und kennt seine Stärken – so wird das Wort ja in der Regel auch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet), eingebildet, rebellisch, nicht besonders schlau und meiner Meinung nach die schlechtere Variante con Ced und Vinc.

Dies Buch liest sich durch die fünf neuen Charaktere (wobei nur zwei davon wirklich relevant für die Geschichte sind) anders als die vorherigen beiden und auch aufgrund der Tatsache, dass die Gruppe der Behüter um Jess klassische Recherche / Polizeiarbeit wahrnimmt.

Wir sind einfach nur zu nette Diebe.“ „Hah!“, macht Cedric. „Vergiss es. Jess war eine nette Diebin. Was ihr seid, muss ich noch herausfinden.“

Die Geschichte ist etwas Abwechslungsreicher als der Grundplot der ersten beiden Teile, der ja recht überschaubar war.

Emotional nicht ganz so stark wie der erste Teil aber besser als der zweite Teil.

Fazit:

„Euch stehen Kinder gut“, bemerkt Karmesin mit einem zufriedenen Blick. „Wollt ihr mir die beiden Wildfänge nicht abnehmen?“ Pia, Cedric und ich sehen wohl im gleichen Maße entsetzt aus, wohingegen Sarah laut „Ja“ schreit.

Die Grundstory – größenwahnsinniger machtgieriger Typ will die Welt einnehmen – aus den ersten zwei Büchern ist mir etwas arg plump. Die Charaktere, deren Entwicklung, die Dialoge und der Schreibstil machen aber für mich eine Menge wett.

Im dritten Teil wird die Geschichte auch Abwechslungsreicher.

Auch die Idee ist mal was anderes. Gerade im Fantasybereich liest man ja schon recht oft das gleiche. Die Welt hier relativ normal und Lediglich das Stehlen von Träumen und die Damit verbundene Gabe ist besonders.

„Gewalt wird nicht durch Gewalt gelöst“, ermahnt ihn Julian. „In welchem Schundblatt hast du denn diese Lebensweisheit gelesen?“

Das dritte Buch hat nur noch lose mit den ersten beiden zu tun. Cedric und Jess sind hier nicht mehr ganz so sehr im Mittelpunkt, spielen aber trotzdem eine wichtige Rolle. Zusätzlich gibt es diverse neue Charaktere, von denen Adam die wichtigste Rolle spielt.

Insgesamt eine tolle Serie, die vor allem nach dem letzten Teil gewaltiges Potenzial für weitere Fortsetzungen hat.

Bewertung:

4.5 out of 5 stars 4.5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Die Diebesgilde nimmt mehrere Stockwerke ein und ist fix an einem Ort in der Stadt und dann soll es angeblich bisher niemandem gelungen sein diese aufzuspüren?
  • An Azurs Stelle hätte ich mir sorgen gemacht, dass Cedric und co mich an der Stimme erkennen, denn als Azur hat sie bereits zu den Behütern gesprochen.
  • Wieso sollte Saphir Azur nicht mehr so einsetzen können wie bisher? Er weiß nicht, dass ihre Identität den Bewahrern bekannt ist (S. 201 – Buch 1). Er wird sie also wie immer einsetzen und sobald die Behüter eingreifen wird Sphir Azur töten.
  • Ich unterstelle, dass es unmöglich ist Selbstbewusstsein zu erlangen, wenn man von seinem Vater wie der letzte Dreck behandelt wird und ständig um sein Leben fürchten muss, wenn man einen Fehler macht oder den Ansprüchen nicht genügt. Wenn man als Frau ständig mit einer Vergewaltigung durch die Männer rechnen muss…
  • Die Behüter haben keinerlei Vertrauen verdient, wenn der Chef der Behüter offenbar nicht in der Lage ist Azurs Anwesenheit vor seiner komplette! Truppe zu verbergen. Seine Entschuldigung fällt dementsprechend lächerlich aus.
  • Die Erklärung wie das Gift im Körper der Diebe per Signal freigesetzt wird, halte ich für äußerst dünn und auch die Aussage, dass es physisch quasi nicht freigesetzt werden kann, obwohl des direkt unter der Haut sitzt.
  • Dass Azur / Jess mitten in der Diebesgilde die Konfrontation mit Saphir sucht finde ich ziemlich unglaubwürdig. Einen schlechteren Ort konnte sie sich dafür nicht aussuchen und es war absehbar, dass sie dabei in Gefangenschaft gerät oder getötet wird und dass andere Diebe dabei vielleicht auch getötet werden. Es wäre viel glaubwürdiger gewesen, wenn Saphir selbst hinter den Verrat gekommen wäre. Das Highlight ist dann, dass sie bei Miranda bleibt, und Saphir entkommen lässt, obwohl sie der eh nicht mehr helfen kann, wobei das immerhin keine direkten Auswirkungen hat, weil Saphir nicht weit kommt. Nachdem sie sich vorher schon immer Vorwürfe gemacht hat, kann sich sich nun vorwerfen direkt für den Tod ihrer Freundin mitverantwortlich zu sein, denn der war in dieser Form leicht vermeidbar.
  • Ich finde es interessant, dass das Entwenden von Träumen einerseits als hochgradig schlimm dargestellt wird, aber selbst die vorgewarnten Opfer schlafen in aller Ruhe. Ich würde erwarten, dass die Opfer auch mal wach sind und nicht schlafen können.
  • Wieso wurde das Opfer von Opal nicht einfach geschützt in dem in der Wohnung jemand stationiert wurde oder die Zielperson überhaupt nicht anwesend ist?
  • Wieso sind die Diebe alle auf freiem Fuß nachdem Sapirs Imperium vernichtet wurde und die Behüter die Gilde gestürmt haben? Saphir war ja offensichtlich freiwillig Dieb.
  • Auf die Augenbinden bei den Dieben hätte ich mich nicht eingelassen
  • Die Idee der Legalisierung des Traumstehlens ist unrealistisch. Genauso gut könnte dann die Regierung auch gelegentlichen Raubüberfall oder andere Verbrechen legalisieren. Die Legalisierung von Diebstahl ist nicht vergleichbar z.B. mit der Legalisierung von Kanabis Anbau, bei der man niemanden direkt schädigt. Mit den Traumdiebstählen legalisiert die Regierung den Einbruch in Häuser, den Diebstahl von Träumen und deutliche Beeinflussung der Opfer in ihren Reaktionen und Entscheidungen. Man stelle sich das mal vor: Man hat eine wichtige Prüfung auf die man Monate oder Jahre hingearbeitet hat und in der Nacht vorher klaut ein Dieb einem legal einen Traum. Im Buch sind die Auswirkungen davon teilweise verheerend, weil die Leute dadurch im Extremfall nach zwei bis drei gestohlen Träumen sogar morden. Man fällt durch die Prüfung, weil jemand einen legal sabotiert hat.
  • Wieso sollte der Bürgermeister Zugriff auf die Dienstpläne der Behüter haben?

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Meine Top 5 Urlaubsreisen [Reisebericht]

Ich habe eine Weile hin und her überlegt und war am Anfang unschlüssig, ob Reiseberichte wirklich auf einen Buchblog gehören. Aber ich habe jetzt auf einen Buchblogs Reiseberichte gelesen und mich interessieren sie durchaus. Also warum nicht. Ihr habt ja über die Schlagwortfunktion oder das Menü die Möglichkeit euch dran vorbei zu arbeiten, wenn es euch nicht so sehr interessiert.

Nachdem Sarah jetzt auch was zu dem Thema geschrieben hat, und mich dazu ermuntert hat auch zu bloggen, war das letzte Quäntchen Anstoß vorhanden.

Meine Top 5 Urlaubsreisen (in dieser Reihenfolge):

Warum in der Reihenfolge?

Ich war jetzt zweimal in Australien (die dritte Tour folgt dieses Jahr) und ich habe mir vorher nicht so richtig einen Kopf darüber gemacht aber das was wir uns für gewöhnlich unter Australien vorstellen ist Sydney, Ayers Rock, Great Barrier Reef – das die Westküste aber eigentlich das ist, was wir dem Fernsehen von Australien kennen und erwarten ist den wenigsten bewusst. Die drei erstgenannten liegen so weit auseinander, dass man zwingend Fliegen muss für jedes Ziel oder seeehr viel Zeit mitbringen.

Die Westküste Australiens war am ehesten das was ich als Traumurlaub bezeichnen würde. Von Schwimmen mit Delfinen im mehr über einsame Paradiesstrände komplett für sich allein, zu denen man mal eben mit dem Motorflieger gejettet ist bis zu einem Sternenhimmel in dem Man die gesamte Galaxie gesehen hat (noch besser als im Planetarium) und übernachten im Luxuszelt mitten im Nationalpark war alles dabei (der Gekko über der Toilette direkt nach dem Aufstehen war irgendwie süß – ja und ich hab vorm abziehen auch geschaut ob einer in der Toilette saß – das kommt wohl auch vor!).

Definitiv die Nummer 1! Teilweise kam mir das schon abstrakt elitär vor. Ist schon strange, wenn man selbst in so einem Luxus lebt und nebenan wohnen Leute im Studialter die Work & Travel betreiben in sagen wir mal besseren Hütten auf engstem Raum. Ich mag es nicht wenn Leute mich nicht wie einen gleichgestellten behandeln und das hab ich im Urlaub auch schon erlebt. Ich bin kein Stück besser als irgendjemand sonst, nur weil ich vielleicht gerade mehr Geld auf dem Konto habe. Dementsprechend braucht mich auch niemand so behandeln.

Die Westküste lässt sich komplett erfahren im doppelten Wortsinn.


Die Westküste der USA war meine erste richtig große Tour und einfach nur traumhaft. Die Westküste der USA bietet mit ihren Nationalparks (mein Favorit Yosemite direkt gefolgt vom Great Canyon) einfach Natur pur. Sowohl in Yosemite als auch im Grand Canyon hätte ich Tage verbringen können und einfach nur staunen. Leider gibt kein Foto auch nur ansatzweise die Schönheit wieder. Wer den Great Canyon auch nur ansatzweise realistisch erleben will, sollte sich den entsprechenden Film im IMAX 3D anschauen.

Durch Städte wie Las Vegas hat man aber auch extreme Kontraste. Totale nutzlose Verbrennung von wertvollen Ressourcen (wenn man sieht wie viel Wasser im Colorado River noch in Mexiko ankommt, sofern noch was ankommt und wie die Ammis Golfplätze mitten in der Wüste maximal verschwenderisch bewässern…), megageile Shows und Kitsch pur, der aber trotzdem irgendwie cool und beeindruckend ist.


Neuseeland – was soll ich groß schreiben? Jeder kennt Herr der Ringe und der Hobbit und wenn man die beiden Filme kennt, dann kennt man auch Neuseeland. Vulkanische Aktivität, grüne Landschaften und Mordor quasi in echt und Gletscher. Und auf der Südinsel ist von Jetbootfahren (wer hat’s erfunden?) bis Bungeespringen (wer hat’s erfunden?) alles an Fun Aktivitäten im Angebot was man sich vorstellen kann. Die Neuseeländer sind verrückt.

Und an Herr der Ringe und Hobbit Locations kommt man in Neuseeland – zum Glück – nicht vorbei.

Und bevor einer fragt: Ja, ich habe natürlich alles gemacht was man in den Videos sieht.


Florida – das ist vermutlich ein wenig wie Twilight. Einige lieben es, andere hassen es. Die Freizeitpark in Orlando sind einfach Weltklasse. Für mich ist das Entspannung pur. Man erlebt ins so kurzer Zeit so viel erleben und fühlt sich wieder mindestens 20 Jahre jünger. Ein paar Attraktionen sind zwar wirklich nur für Kleinkinder, das ist dann eher nichts für mich aber der Teenager im Mann ist noch vorhanden. Übrigens muss ich da bald wieder hin. Ich habe Harry Potter (eigener Parkteil bei Universal) noch nicht gesehen und Star Wars  (auch eigener Parkteil) wird in Disney noch gebaut. Man braucht übrigens nicht denken, dass man da in zwei Tagen durch ist. Für die großen drei: Disney, Universal und Seaworld kann man gemütlich 10 Tage einplanen und zwar ohne die Wasserparks!


Antarktis + Falklandinseln – Bei der Tour bin ich etwas zwiegespalten. Eigentlich sollte ich keine Werbung dafür machen dorthin zu fahren. Meiner Meinung nach ist der Tourismus in der Region jetzt schon grenzwertig (obwohl die Regeln sogar verhältnismäßig streng sind). Es war der teuerste Urlaub den ich je gemacht habe aber nicht der beste. Ohne Frage war der Urlaub toll. Ich habe nie so viele Tiere (nicht mal ansatzweise) auf so engen (und aus unserer Sicht) lebensfeindlichem Raum gesehen. Die Tiere dort haben keine Angst vor Menschen und das ist gut so und einzigartig. Aber in der Zeit in der ich dort war hat sich gerade ein riesiges Stück vom Larsen Eisschelf gelöst das hat mit der Klimaerwärmung zu tun (ja, das passiert immer wieder aber eben nicht in dem Ausmaß wie momentan).

Auf dem Schiff wurden eine ganze reihe Wissenschaftlicher Vorträge gehalten. Das Schiff war ein Expeditionsschiff (mit Wissenschaftlern diverser Gattungen) unter anderem auch von einem reinen Klimaforscher.

Für mich war das Fazit eindeutig. Nein Mr. Trump das sind keine fake News!

Natürlich trägt man mit dem Reisen auch nicht gerade wenig dazu bei, dass sich das Klima weiter erwärmt (wenigstens ist das Schiff nicht mit Schweröl, sondern mit Diesel unterwegs gewesen auch wenn das nur ein schwacher Trost ist).

Sorry, sollte eigentlich kein Umweltschutzpost werden aber wenn man in der Antarktis war, dann kann man nicht anders!


Noch etwas Teasern gefällig? Was euch noch so erwartet in den nächsten Wochen und Monaten? Gern, kein Problem:

Zu den obigen Reisen schreibe ich vor und nach noch detaillierte Berichte, die deutlich mehr in die Tiefe gehen.

Vielleicht stelle ich später auch die vollständigen Galerien zu den einzelnen Reisen online.

Interessiert euch sowas oder seid ihr der Meinung, dass das doch mal überhaupt nichts mit Büchern zu tun hat und nicht auf einen Buchblog gehört?

Zu weiteren Reisebeiträgen geht es hier.

Nebelring [Serie]

Nebelring 1 Das Lied vom Oxean - I. Reen Bow  Nebelring 2 Die Magie der Silberakademie - I. Reen Bow  Nebelring 3 Die Erinnerungen der Unsterblichen  Nebelring 4 Die Unendlichkeit der Magie - I. Reen Bow  Nebelring 5 Das Erbe der Ewigkeit - I. Reen Bow

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

I. Reen Bow

Teile der Serie:

  • Nebelring 1 – Das Lied vom Oxean (403 Seiten)
  • Nebelring 2 – Die Magie der Silberakademie (350 Seiten)
  • Nebelring 3 – Die Erinnerungen der Unsterblichen (438 Seiten)
  • Nebelring 4 – Die Unendlichkeit der Magie (415 Seiten)
  • Nebelring 5 – Das Erbe der Ewigkeit (332 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Durch seinen Wuschelkopf und das verschmitzte Lächeln sieht er frech und jung aus, ich schätze ihn auf neunzehn. Mir fehlen die Worte, stattdessen starre ich ihn an, als sei er ein seltenes Naturphänomen.

Zoe ist 15 und lebt mit ihrem Vater im Senatorium. Ihr Vater wurde vor 10 Jahren vergiftet und lebt seitdem in einer Traumwelt. Das Gift wird verwendet, damit die Zauberer Magie wirken können. Dabei kommt es immer wieder dazu, dass Menschen vergiftet werden. Zoes 16 Geburtstag steht bevor und plötzlich tauchen diverse Fremde auf, die alle Ihren Vater gekannt haben wollen. Sie wollen von ihrem Vater berichten und waren angeblich seine Freunde aber warum tauchen sie erst nach 10 Jahren auf?

Noch schlimmer ist es, eine Lüge von einer anderen Lüge zu unterscheiden.« »Aber ist es nicht beides erlogen?«, fragt Bess. »Sicher. Doch bei der einen Lüge bekommst du lediglich schlechte Laune – harmlos. Wogegen die andere Lüge dich über die Klippe in den Tod führt.

Die Organisation der Magier heißt Nebelring und ist für die Vergiftungen verantwortlich und steuert auch die Gesellschaft. Das primäre Streben des Nebelringes ist Geld und Macht.

In Zoe reift der Gedanke, dass es ein Heilmittel nur geben wird, wenn sich etwas ändert und das sich nur etwas ändert, wenn sie selbst sich darum kümmert. Und vor und nach bewegt sich etwas. Ehe sie sich versieht und gegen ihren Willen wird Zoe in einen Aufstand gegen den Nebelring verwickelt.

Die Geschichte startet recht gemächlich, nimmt dann aber nach ein Drittel des Buches Fahrt auf. Die Charaktere sind interessant und es gibt eine aufkeimende Liebesbeziehung.

»Wir haben gerne Erklärungen für das, was wir nicht verstehen. Jeder versucht es auf seine mehr oder weniger wissenschaftliche Weise zu begründen.

Zoe hat bisher in ihrer eigenen kleinen Welt gelebt. Sie wird im Sanatorium mit den anderen Kindern die dort zusammen mit ihren kranken Eltern bzw. Elternteil leben unterrichtet. Sie kennt außerhalb des Sanatoriums nichts.
Plötzlich tauchen die Bekannten ihres Vaters auf, der offenbar in der Vergangenheit selbst die Rebellenorganisation geleitet hat.

Ich habe das Gefühl, dass es mehr ist als das bloße Körpergewicht meines Vaters, das mich nach unten zieht. Wie sehr er doch mein Leben beeinflusst, ohne dass er wirklich daran teilnimmt.

Dementsprechend ist bei ihr auch die Selbstfindung in Gange und sie entwickelt sich während des Buches charakterlich weiter. Es bieten sich ihr verschiedene Wege wie sie ihrem Vater vielleicht helfen kann und sich muss sich für einen entscheiden.

Das Buch lässt sich recht leicht auf auf unsere Gesellschaft ummünzen eine Geld- und machtgierige Oberschicht, eine Pharmaindustrie, die auch nur auf Profit ausgelegt ist und dementsprechend nur da forscht wo es sich lohnt und das für und wider von Aufständen und Revolutionen.
Eine aufkeimende Liebesgeschichte gibt es auch.

Buch 2:

»Keine Sorge, wir haben geknobelt, wer dich zuerst besuchen darf. Bess und Kurk haben sich die ganze Zeit angeknurrt, sodass sie gar nicht geschnallt haben, dass ich geschummelt habe. Sie kommen dann später noch alle rein.«

Zoes Leben ist vollständig aus den Fugen geraten. Nachdem sie quasi ihr ganzes Lebem im Sanatorium mit ihrem Vater zugebracht hat ist sie unfreiwillig in den Aufstand hineingezogen worden. Da sie danach vom Nebelring gesucht wurde, der sie dafür öffentlich zur Verantwortung ziehen wollte, ist sie mit ihren neuen Bekannten geflohen. Diese Flucht ist misslungen. Um ihr eigenes Leben und das ihres Vaters zu schützen handelt sie einen Deal mit dem Nebelring aus, bei dem sich sich öffentlich von der Rebellion distanziert und eine Ausbildung an der Akademie des Nebelringes beginnt, der Organisation, deren Ehemaliger Chef ihren Vater vergiftet hat und für das Leid von tausenden verantwortlich ist.

»Sagt mal, seid ihr schon weiter? Ich meine, habt ihr euch nur geküsst oder …« Wenn Isabell ihren Mund nicht aufmachen würde, wäre ihre Anwesenheit vielleicht sogar eine Bereicherung.

Ist dieser Deal wirklich besser als das Gefängnis oder die Flucht? Zoe landet an der Akademie und stellt dort schnell fest, dass dort viele Gegner sind aber auch wenige Freunde.

Auch wird im Buch deutlich, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist. Die Rebellen und ihre Mittel sind keineswegs gut. Wegen deren skrupelloser Methoden ist Zoe überhaupt in die Situation gelangt, mit der sie nun zu kämpfen hat.

An der Tür wende ich mich an die Füchse. Ich weiß nicht, was ich mit ihnen machen soll. Sie bleiben einfach vor der Apotheke sitzen und in ihren Gesichtern ist eine intelligente Geduld, die ich selbst selten an den Tag lege. Ich habe das Gefühl, etwas sagen zu müssen, doch ich blinzele den gezauberten Füchsen nur zu und eile in den Apothekerladen.

Im Gegensatz zu anderen Fantasiebüchern, die sich am Standardrepertoire von bereits Vorhandenem bedienen, habe ich in der Serie teilweise gestaunt was die Autoren alles neu erfunden haben und wie manche Dinge beschrieben sind.

In diesem Buch geht es zu einem Guten Teil um die Erlebnisse an der Akademie. Das ist aufgrund der Fantasie der Autorin und aufgrund des Schreibstils recht unterhaltsam. Der Schreibstil fühlt sich sehr natürlich an und man fühlt als Leser mit Zoe mit, die immer mehr in die Machenschaften von beiden Parteien hineingezogen, die beide jedes Mittel nutzen.
Es werden einige neue Charaktere eingeführt, die allesamt eine Bereicherung sind.

Buch 3:

Wenn ich so alt wäre wie Taik und seine Lebenserfahrung hätte, würde ich das hier auch als eine Art zwischenzeitliche Krise sehen. Erst wenn man erfahrungsreich gelebt hat, kann man so eine Einschätzung der Ereignisse anstellen, vermute ich. Alles nimmt seinen Lauf und ist morgen nicht mehr schlimm.

Zoe ist nach wie vor Spielball zwischen den Parteien. Nachdem sie im ersten Buch als Symbol der Revolution missbraucht wurde und im zweiten dafür bestraft werden sollte, konnte sie aushandeln an die Akademie des Nebelringes zu gehen und dort so zu tun, als wenn sie für den Nebelring ist. Letztendlich hat sie die Rebellion aber wieder in die Finger bekommen und sie ist nur knapp einer tödlichen Vergiftung entgangen. Wieder soll sie Spielball zwischen den beiden Parteien werden.

Zoe erkennt, dass sie etwas gegen den Ursprung des Malwee – der lebensfeindlichen Substanz – finden muss um hoffentlich eine Lösung zu finden um es zu bekämpfen. Das gestaltet sich aber in der Theorie deutlich einfacher als in der praktischen Umsetzung.

Entweder er weiß es selbst nicht, ist genauso geschockt darüber, oder er will es wie alles andere für sich behalten. Liegt es daran, dass er in seinem Leben schon viele klärende Gespräche führen musste, dass er sich einfach angewöhnt hat, solchen energie- und zeitraubenden Fragen aus dem Weg zu gehen?

Die Liebesgeschichte scheint sich langsam zu einer Dreiecksbeziehung zu entwickeln, spielst aber weiterhin etwas im Hintergrund. Auch in diesem Buch gibt es wieder einige neue Charaktere und auch dieser Band strotzt wieder von der Fantasie der Autorin.

Die Geschichte macht in diesem Band deutliche Fortschritte. Man erfährt in Zoes Illusionen Bruchstücke aus der Vergangenheit auf und wieder zeigt sich, dass nicht alle Leute vertrauenswürdig sind, die erst so scheinen und das manche Leute, die zuerst nicht nett erscheinen die wahren Freunde sind, auf die man sich verlassen kann. Schon im zweiten Band wurde alles durch die Entdeckung der Silberakademie etwas magischer. Das nimmt hier noch weiter zu, da Zoe ihre eigenen Fähigkeiten mehr und mehr freisetzen kann.

Ansonsten gibt es in dem Buch ein paar Andeutungen, die mich nicht sehr optimistisch für den Schluss der Serie stimmen aber warten wir es ab und das Ende dieses Buches ist ziemlich dramatisch.

Das ist das mit Abstand beste Buch der bisherigen Reihe.

Buch 4:

»Na ja, es ist kompliziert«, sagt Liza. »Ja, sehr kompliziert. Ein Hoher Zauber ist vielseitig und …« »Ihr habt also keine Ahnung davon«, stellt Bess fest. »Nicht so richtig«, gibt Liza zu. »Aber es ist eine andere Funktionsweise von Magie. Energiesparender!«

Zoe und ihre Freunde wissen nun wie das Malwee entstanden ist und direkt danach wurde sie selbst vergiftet. Bei den Kämpfen hat es eine ganze Reihe Opfer gegeben. Und wieder gelingt es dem Nebelring alle Zoe in die Schuhe zu schieben. War nun alles vergebens, stirbt Zoe und alles war sinnlos? Wie viel Zeit bleibt Zoe noch und kann sie überhaupt etwas bewirken? Nachdem Zoe und ihre Anhänger nun wissen wie das Malwee entstanden ist, wollen sie einen Versuch starten es zu vernichten.

Zoe ist schwer gezeichnet von dem Angriff von Lemon und leidet unter den Folgen der Vergiftung.

Da der Brief von vielen Personen gelesen werden kann, hat ein Todeszauber früher sogar Massenmorde ausgelöst, weswegen die Magier sich darauf geeinigt haben, die Reichweite des Briefs magisch auf einen einzigen Leser einzuschränken. Das hat sogar einen neuen Berufszweig geschaffen: den Vorleser.

Ich habe in diesem Buch wirklich mit Zoe mitgelitten. Es wird nur zu deutlich wie schlimm es ist was die Greifer anrichten. Sie vergiften willentlich Menschen, die langsam und qualvoll ihre Würde und Selbstbestimmung verlieren, Schmerzen leiden und irgendwann sterben und das ohne Bestrafung und teilweise aus einer Laune heraus.

Die Lage ist insgesamt ziemlich Hoffnungslos und das zieht sich quasi durch das ganze Buch.

Buch 4 hat auf mich etwas konstruiert gewirkt. Das erste drittel ist sehr fantasiereich aber für die Handlung komplett überflüssig und fühlt sich zumindest für mich auch nicht so richtig passend an zum Rest der Serie.
Und der zweite teil des Buches lässt sich am ehesten mit Dystopie bezeichnen. Ich bin gespannt auf Buch 5, dieses hier ist reichlich hoffnungslos.

Das Buch hört übrigens mit einem ordentlichen Cliffhanger auf.

Buch 5:

Warum sind Kriege nie so aufregend und heroisch wie in den Büchern? In Geschichten steht eine Verletzung für Tapferkeit, in der Realität kann man daran verrecken

Queen hat sich zum Anführer des Nebelringes aufgeschwungen und erweist sich als sadistischer, größenwahnsinniger aber schlauer Anführer.

Die meisten von Zoes Freunden einschließlich Bess befinden sich in den Händen des Nebelringes und wurden vom Nebelring mithilfe von Malwee vergiftet und unter die Kontrolle von Queen gebracht. Queen erschafft eine Armee von willenlosen Soldaten.

Ich habe in der Öffentlichkeit gezaubert, alle wissen, wer die Illusion gewirkt hat. Alle haben mich vor Magie in Hert gewarnt und ich habe mich kein Stück darum geschert. Wenn der Krieg durch mich noch gewaltiger wird, bin ich die Nächste, die hängt.

Möglich war dies – mal wieder – mit der Hilfe von Lemon. Zoe war gleich klar, dass Lemon nicht zu trauen ist aber Kurk, der auf Zoes Seite kämpft, hat noch Hoffnung in sie gesetzt und ihr vertraut.

Zoe kann mittlerweile auch direkt Magie wirken aber gegen die Kreaturen und Magier des Nebelringes hat sie keine Chance, obwohl es ihr zumindest gelungen ist die giftige Substanz mithilfe von Magie aus ihrem eigenen Körper zu entfernen.

Die einzige Chance scheint ein hoher Zauber zu sein, zu dem aber alle traditionellen Magier zusammenarbeiten müssten. Die haben es jedoch weitgehend vorgezogen zu fliehen oder befinden sich schon in den Händen des Nebelringes.

Das war der Grund, warum ich mich erst schlafen legen wollte. Mitleid kann ich jetzt nicht gebrauchen. Bedauern schwächt selbst den größten Krieger. Wie soll ich für Bess stark sein, wenn man mich mit Blicken traurig hält?

Wie wird die Geschichte ausgehen? Kann Zoe noch etwas gegen den Nebelring unternehmen oder ist schon alles verloren? Ist Zoe in der Lage gegen ihre eigenen Freunde zu kämpfen? Falls Zoe erwischt wird, dann wird einen Exempel an ihr statuiert. Und es ist niemand mehr da, der ihr hilft, oder doch?

Der Wiederholungsteil von den vier Vorgängerbüchern ist sehr lang, allerdings geschickt verpackt. Der erste Teil des Buches ist eine Kombination von Wiederholung, Beschreibung der ausweglosen Lage und des Sammelns für den hohen Zauber.

Ich wollte ihn immer so sehr kennenlernen, aber jetzt, da er gesund ist, wollen wir beide in unterschiedliche Richtungen ziehen. Wir reden viel miteinander und es ist ein erwärmendes Gefühl, das dabei entsteht, aber es kommt mir vor, als hätte ich nur darauf hingearbeitet, dass er gesund wird, um mein eigenes Leben zu beginnen.

Dann kommt ein gewaltiger Dämpfer, der jegliche Hoffnung schwinden lässt… (mehr verrate ich nicht)

Zoe ist sehr tough geworden – sie hat eine starke Wandelung im Vergleich zu der Zoe, die man im ersten Buch kennengelernt hat, vollzogen.

In dem Buch findet sich eine gute Mischung zwischen spannenden und ruhigeren Passagen und es wird nicht langweilig.

Was ich interessant finde, das es hier genügend Grauschattierungen gibt bei den Charakteren. Isabell hat Zoe und ihre Freunde z.B. verraten aber auch ihre Hilfe wird benötigt und auch ihre Taten sind aus ihrer Sicht verständlich.

Isabell reicht jedem einen ihrer Glückszettel, nur mich übergeht sie wieder einmal. Als sie sich dann neben mich stellt, sagt sie: »Ich gebe dir nie einen, weil es dich fuchsig macht. Und genau das erwarten alle von dir.« Ich lächele daraufhin und schüttele den Kopf. »Ist auch eine Art Motivation.«

Es finden einige klärende Gespräche statt – der letzte Band hat ja mit genügend offenen Fragen und mit diversen neuen Charakteren geendet.

Emotional spricht mich der letzte Teil etwas mehr an als andere Teile der Serie.

Was ich auch sehr gut finde ist, dass hier nicht jeder Verbrecher am Ende im Knast landet oder ein gerechtest Urteil bekommt. Die Darstellung ist – so wie sie ist – einfach realistischer.

Wem die anderen Teile gefallen haben, dem wird auch dieses Buch gefallen. Wenn man die Vorgängerbücher nicht gelesen hat, macht dieses Buch trotz des Wiederholungsteils für die anderen Bücher aus der Serie keinen Sinn.

»Ah, Verbrechermanschette«, sagt Lupa, der hinter Michaena die Tür schließt und sich dann an einen Labortisch lehnt. »Mir wurden drei Jahre versprochen«, sage ich leicht grimmig. »Wäre ja schade, wenn ein Nebelring-Produkt vor Ablauf der Garantie kaputtgeht.«

Das Ende ist recht ausführlich. Ich mag es wenn man bei einer größeren Buchserie nicht mit ein paar Seiten aus dem Buch geschleudert wird. Das ist hier zum Glück nicht so. Es gibt einige Überraschungen. Mir gefällt es nicht vollständig aber das ist halt immer eine Geschmacksfrage.

Um die Liebesbeziehung geht es in diesem Buch nur noch am Rande.

Fazit:

Die Buchserie ist sehr fantasievoll und voller Abenteuer. Es gibt ständig neue Charaktere und die Geschichte bleibt durchgehend interessant. Logische Fehler gibt es nur wenige.

Erst wenn man etwas erreicht hat, kann man es mit dem vergleichen, was man hatte.

Die Liebesgeschichte ist zwar da, steht aber nicht so sehr im Vordergrund wie bei anderen Jugendbüchern.

Emotional hätte mich die Buchserie aber noch etwas mehr mitnehmen können. Aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Wieso kann ein Sanatorium sich einen Arzt leisten der nur forscht und nicht den Patienten hilft, obwohl sie ständig knapp bei Kasse sind?
  • Ich kann nicht ganz nachvollziehen wie Zoe und ihre Begleiter davon ausgehen, dass die Leute, die sie im Sanatorium gesucht haben ihnen nicht direkt zur Schöpferei folgen. Rauszubekommen wo der Krankenwagen hingefahren ist und dass Zoe vermutlich darin war, dürfte ja eine Kleinigkeit gewesen sein.
  • Die Rückkehr ins Sanatorium (Buch 1) ist einfach nur dumm un das Ergebnis wie erwartet
  • Der Plan von Zoe ist mehr als dünn – “sie müssen meinen Ruf zerstören”. Welchen Ruf? Sie ist die mutmaßliche Anführerin der Rebellen und somit brauchen sie Zoe nur einsperren und den Schlüssel wegwerfen
  • Die Vergiftung von Zoe in Buch zwei finde ich komplett unlogisch. Warum kann Toren als Zwillingsbruder von Bess in den Sicherheitsbereich der Arena marschieren? Da könnte Bess genausogut selbst dorthin gehen. Warum vergiftet er Zoe? Warum regt sich Zoe nicht darüber auf oder hinterfragt die Vergiftung? In welcher Beziehung steht Toren zu diesem Zeitpunkt überhaupt zu Bess und Lyn?
  • Woher weiß Zoe, dass Bess Auftragsmörder war? Gesagt wird davon nichts. Sie erfährt es erst nachdem sie es angeblich schon weiß.
  • Erst will Patricia die Kette nicht aus der Hand geben und dann darf Zoe sie mitnehmen? Weiterhin wollen sie erst auf keinen Fall nach Alnyr und am nächsten Tag fahren sie ohne Überzeugungsarbeit mit?
  • Zoe eröffnet Vilyan, dass die Illusionspause vorbei ist und er setzt sich in einen Gang der Bibliothek und liest Kinderbücher?! und fragt dann, ob die Pause vorbei ist?
  • Gibt es noch jemanden der bei der Szene mit den Portalen und der Schatzsuche sofort an Harry Potter und der Feuerkelch denken muss? Allerdings ist diese Variante hier so liebevoll gestaltet, dass es einfach nicht vergleichbar ist.
  • Wann hat Antonio Bess denn verraten, dass er Junkels in seinen Raum gelockt hat? Da er von Lemon mitgenommen wurde, dürfte er wohl kaum die Gelegenheit dazu gehabt haben das zu erzählen. Wenn er vorher bereits davon erzählt hätte, dann hätten Zoes Freunde ihn kaum zu Lemon gelassen
  • Ging das nur mir so oder macht das Haus in Band 4 überhaupt keinen Sinn für die Geschichte? Auch Vilyans Auftritt – nach Zoes Besuch in seinem Heldenzimmer – fällt eher in den Bereich Comedy und passt nicht so recht. Auch die Aktion Zoe zu entführen bzw. das Vilyan einen Tag eher vor Ort ist ergibt überhaupt keinen Sinn.
  • Wieso wurde Zoe von ihrer Mutter weggegeben und Mimo nicht? Noch unglaubwürdiger wird das Ganze als dann später erklärt wird, das Baldaresh und Zoes Mutter sich kennen. Sie hätte Zoe jederzeit zu sich holen können.
  • Wieso kehrt Zoe nach der Illusionsaktion vom Ende des 4. Buches in das Haus zurück, dass der Nebelring bereit als ihren Zufluchtsort kennt?
  • Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen der Sprengung des Verlagshauses und der Forderung nach dem Tot der Silbersoldaten. Als Gegenaktion war das also sinnlos, weil das Ergebnis nicht vorhersehbar war.
  • Nette Kritik an Biss (Buch 5) J
  • Mag sein, dass ich das irgendwo in der Länge der Serie verpasst habe aber was war jetzt das Motiv für die diversen Morde die Ronan begangen hat? Experimentiersucht?
  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, ob ich Zoe für das Ende bemitleiden oder beglückwünschen soll. Ich stelle es mir nicht so toll vor als Einzelperson alle zu überdauern.

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MondSilber [Serie]

MondSilberLicht - Marah Woolf  MondSilberZauber - Marah Woolf  MondSilberTraum - Marah WoolfMondSilberNacht - Marah Woolf

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Marah Woolf

Teile der Serie:

  • MondSilberLicht (300 Seiten)
  • MondSilberZauber (288 Seiten)
  • MondSilberTraum (300 Seiten)
  • MondSilberNacht (328 Seiten)

Bzgl. der Seitenzahlen gibt es offenbar unterschiedliche Ausgaben.

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

»Tolkien kannte unser Volk gut«, lächelte Raven mich an, »er war ein Eingeweihter.«

Emmas Mutter ist gestorben. Sie lebte bisher alleine mit ihr in USA, Washington. Emmas Mutter war aus Schottland ausgewandert, wo auch die einzige Verwandtschaft – ein Onkel lebt, zu dem sie nun gehen soll. Zum Ende der Welt, wie sie es selbst einschätzt.

Dort lernt sie Calum kennen, der sich abwechselnd abweisend und nett verhält und sehr geheimnisvoll ist. Welches Geheimnis hat er und warum benimmt er sich so seltsam? Und warum soll sie sich von ihm fernhalten? Was war der Grund warum ihre Mutter damals überstürzt Schottland verlassen hat und wer ist ihr Vater?

»Dad, das kann nicht dein Ernst sein. Du kannst Emma nicht in die Staaten zurückschicken. Wir sind die einzige Familie, die sie hat. Dass du sie bei wildfremden Menschen leben lassen möchtest … Ich kann das nicht glauben. Würdest du das auch mit einem von uns tun?«

Der Anfang ist mir etwas zu emotionslos. Emmas Mutter ist gerade gestorben und Emma schildert das so sachlich als wenn sie Jahrelang Abstand dazu hätte.

Das Verhältnis zu Calum fühlt sich anfangs nach Standardkost an. Mysteriöser Junge mal nett, mal weniger nett ist jetzt nicht so richtig neu. Dann zeigt sich, dass er anders ist (im wahrsten Sinne des Wortes). In der ersten Hälfte des Büches geht es um eine Standardgeschichte wie sich Teenager kennenlernen. Das liest sich aber gut, nur das Calum eben nicht Standard ist.

Emma ist einem von Anfang an sympathisch, Culum ist von Anfang an Mysteriös und Geheimnisvoll. Wer jetzt an Twilight, Lux und vergleichbare Geschichten denkt, liegt ziemlich richtig.

»Ich möchte nicht, dass du mir hilfst. Ich habe schon genug in eurer Familie angerichtet.« Empört sah sie mich an. »Was redest du da? Das ist nicht unsere Familie. Das ist deine Familie, und ob du es glaubst oder nicht, das sehen alle so.«

Die Schreibweise ist gut und man fühlt sich gleich zu Hause (da das die zweite Serie von Mara Woolf ist, die ich lese scheint das bei ihr normal zu sein).

Wirklich tiefe Emotionen kommen aber nicht auf. Als Einstiegsband ist das Buch ok. Allerdings kommt einem die ganze Geschichte sehr vertraut vor, wie schon x mal gelesen (Stichpunkte: Liebe, können nicht zusammen kommen, bereits versprochen, kämpfen dagegen an). Hier ist es irgendwie auch nicht sonderlich kreativ verpackt für meinen Geschmack.

Amelie neben mir sah mich an und bemerkte dann in ihrer gewohnt mitfühlenden Art: »Du wirst nie über ihn hinwegkommen, Emma.« »Ich weiß.« »Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie du damit leben willst.« Ich zuckte mit den Schultern und sah aus dem Fenster. »Du weißt doch, ich werde aufstehen, ich werde essen, ich werde lernen und im Übrigen alles tun, was nötig ist. Ich habe Übung darin, das darfst du nicht vergessen.«

Auch die Randbedingungen die danach folgen sind alle vorhersehbar. Erst am Ende des Buches gelingt es die altbekannten Muster etwas aufzubrechen.

Buch 2:

Um von Buch 2 nicht zu viel zu verraten fasse ich im Folgenden eher die Ausgangssituation vom ersten Buch zusammen, die dann die Basis für Buch 2 ist. Wer also nicht zum 1. Buch gespoilert werden möchte, hört hier auf zu lesen.

Calum ist ein Shellycoat ein Wassermann, er lebt eine Zeit lang unter Menschen, die Erfahrung zu machen wie es ist als Mensch zu leben. Nach dieser Zeit soll er sich wieder ins Wasser zurückkehren und sein Volk anführen. Er verliebt sich aber in Emma, was nach den Regeln seines Volkes streng verboten ist.

»Ich wollte nur, dass er sich mehr um mich kümmert«, versuchte Jamie zu erklären. »Er war nach einer Weile nicht mehr gerade liebevoll. Da dachte ich, wenn ich ihm sage, dass ich mich von ihm trenne, wird er wieder so wie am Anfang.« Verständnislos sah ich sie an. »Tolle Taktik«, bemerkte Amelie und betrachtete Jamie durch den Rückspiegel wie ein seltenes Objekt.

Als die beiden sich unbeobachtet wähnen werden sie von seinem größten Widersacher Elin entdeckt, der ihnen mit dem Tod droht und die Stellung als Nachfolger des Königs anstrebt. Elin sieht die Chance Calum aus dem Weg zu räumen. Um das zu verhindern muss Calum sich mit Amia verbinden.

Elin bringt sein Anliegen vor den großen Rat der Völker, hat dort allerdings keinen Erfolg. Im Gegenteil wird er für den Mord an Emmas Mutter und anderen Menschen zur Verantwortung gezogen und flieht daraufhin mit seinen Anhängern.

Aber der Rat der Shellycoats muss darüber entscheiden wie mit der Liebesbeziehung zwischen Emma und Calum umgegangen werden muss. Bevor es dazu kommt tötet Elin den König der Shellycoats und schwingt sich selbst zum Herrscher auf.

Das Objekt von Amelies Begierde erwies sich genau als das Sahneschnittchen, das ich befürchtet hatte. Er hieß Jake, war blond und äußerst attraktiv, wenn man auf groß gewachsene Muskelprotze stand, deren Gehirnkapazität nach drei Sätzen erschöpft war. Das war ungerecht, aber momentan war ich auf Männer im Allgemeinen nicht gut zu sprechen, das würde im Laufe der Zeit wieder besser werden, hoffte ich.

Emma ist am Boden zerstört. Ist Colum beim Angriff von Elin getötet worden oder wurde er gefangen genommen? Welche Chancen hat sie ihm zu helfen und sollte sie wegen dem Hass von Elin sogar um ihr eigenes Leben bangen? Was wäre das für ein Leben, wenn sie nicht mehr in die Nähe von größeren Gewässern kommen darf und ständig vor ihrem Tod Angst haben muss?

Emma erhält eine Nachricht von Calum, dass er noch lebt und sie auf sich achtgeben soll. Es zeigt sich aber sehr schnell, dass ihre menschliche Familie sie nicht beschützen kann. Daher bekommt sie das Angebot vom Rat, dass sie Avallach (Avalon) besucht. Wobei Emma nicht wirklich eine Wahl hat, nachdem Elin sie töten will. Emma verliert wieder ihre Familie.

Emma verhält sich am Anfang des Buches maximal naiv. Dass ist eine Eigenschaft von Charakteren in Büchern, die ich nicht besonders mag, weil sie wenig glaubwürdig ist. Sie hätte sich auch gleich hinstellen können und schreien: Hey hier bin, ich fangt und tötet mich bitte.

Ich verstand nur Bahnhof, außer das mit den zwanzig Bahnen. Der See maß schätzungsweise 100 Meter, wenn nicht mehr, in der Breite. Da würde ich eine Weile brauchen, ungefähr bis übermorgen.

Danach bekommt sie mal wieder eine Neue Umgebung, nachdem zuerst ihre Mutter ermordet wurde, sie dann in eine neue Familie bekommen hat und dann ihr Vater ermordet wurde ist sie wieder Fremd. Wie auch im ersten Buch hat man aber nicht den Eindruck, dass sie das sonderlich stört.

Die verschiedenen Wesen wie Faune, Werwölfe, Vampire, Elfen, Feen machen die Geschichte etwas interessanter. Sie sind aber alle relativ menschlich dargestellt.

»Ich werde für Lila da sein«, flüsterte ich. Meine Stimme versagte. »Das verspreche ich. Ich werde ihr von dir erzählen. Ich weiß, dass ich dich nicht ersetzen kann. Aber es wird für sie sein, als wärst du immer an unserer Seite, egal wo du ab heute sein wirst. Ich hoffe, dass du sie sehen kannst und sie beschützen wirst.«

Achtung Spoiler aber das geht nicht ohne:

Calums Verhalten kann ich in diesem Buch kein bisschen nachvollziehen. Das Emma unter ihm leiden würde, war mir zwar schon im ersten Buch klar, aber so dämlich wie er sich hier anstellt ist wirklich unglaubwürdig. Er will nun doch die nach den Regeln seines Volkes leben und verstößt Emma, um die ihm bereits als Kind versprochene (Miro) zu heiraten. Offenbar geht er grundlos davon aus, dass sie ihn liebt, obwohl sie immer nur wie Geschwister waren. Amia liebt aber einen anderen, sagt es Calum aber nicht (wobei er da durchaus selberr hätte drauf kommen können). Dann eröffnet Amia ihm, dass sie jemand anderen liebt und er „gibt sie frei“.

Ich sollte mit einem Baum reden und dann auch noch von Herzen. Klang doch ganz einfach, dachte ich sarkastisch. Amelie würde sich kaputtlachen, falls ich jemals dazu kommen sollte, ihr davon zu erzählen.

Wieso ging das vorher nicht? Er liebt sie ja offenbar auch nicht. Das alles nachdem er Emma verstoßen hat, um den Regeln seines Volkes zu folgen. Auch Amia kommt erst auf die Idee mit Calum zu sprechen, nachdem Emma auf sie einredet. Am Ende hat er das alles angeblich zum Schutz von Emma gemacht. Klar, ist total plausibel, spätestens als sie abhaut ist sie total geschützt. Für Emma ist dann natürlich sofort wieder alles in Ordnung, als Calum wieder auf sie zugeht und alles ist vergeben oder vergessen.

Buch 3:

»Ja, ja.« Sie winkte ab. »Das klärt mal schön beide allein. Wir haben unsere eigenen Sorgen.« Sie zwinkerte uns zu und verließ die Küche. Ihre Eltern sahen ihr hinterher. »Weshalb haben wir nicht vier Jungs bekommen?«, fragte Ethan Bree, woraufhin diese zu lachen begann und ihn umarmte.

Calum wurde befreit und befindet sich nicht mehr in der Gewalt von Elin, doch danach hat Culum  Emma zu ihrem eigenen Schutz verstoßen und will die Bedingungen seines Volkes erfüllen und sich mit Amia verbinden. Emma kehrt in die Menschenwelt zurück und versucht ihn zu vergessen, was ihr aber nicht gelingt.

Erst im letzten Moment siegt die Vernunft und Amia bitte ihn darum die Verbindung aufzuheben.

Elin hat nicht aufgegeben und mit dem Dreizack, der eigentlich für Emma gedacht war verletzt er Sophie schwer. Da der Dreizack vergiftet war befindet sich Sophie in einem komaartigen Zustand.

»Es ist beinahe immer so, dass während der ersten Vereinigung ein Kind entsteht.« Ich verschluckte mich und fing an zu husten. Calum reichte mir ein Glas Wasser und klopfte mir sanft auf den Rücken. Alle sahen mich an und ich spürte, dass ich puterrot wurde. »Da hast du wohl noch mal Glück gehabt«, hörte ich Amelies sarkastische Stimme von der Seite. Das Rot vertiefte sich, während Amber zu kichern anfing. Ich würde den Rest meines Lebens nicht mehr mit Amelie sprechen, nahm ich mir vor.

Calum geht auf Emma zu und sie verzeiht ihm sofort und verbindet sich auch gleich mit ihm.

Elin lässt die beiden nicht zur Ruhe kommen und greift sogar Avallach an. Wie sollen Calum und Emma je wieder sorgenfrei leben? Und wie sollen sie den Kampf gegen den übermächtigen Elin gewinnen?

Calum gibt auch hier mal wieder den Idioten – dieses Mal ist das Kapitel Eifersucht auf dem Plan.

Emma gibt sich in diesem Buch an einigen Stellen recht begriffsstutzig. Es ist irgendwie oft so in den Heldenbüchern. Die Helden erkennen zusammenhänge oft nicht, die sich dem Leser sofort erschließen. Ist das Absicht der Autoren, damit sich der Leser besser fühlt?

Das dritte Buch stellt den eigentlichen Abschluss der Serie dar und hat ein stimmiges ende. Teil 4 ist somit optional.

Buch 4:

»Der Arm ist gebrochen, das verheilt nicht in einer Nacht.« »Ach, weißt du, Emma, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde … man sollte meinen, dass du das mittlerweile gelernt hättest.«

Nachdem Emma bereits ihre Mutter und ihren Vater verloren hat, die beide ermordet wurden ist in der großen Schlacht mit den Undinen auch ihre Halbschwester und ihr Halbbruder getötet worden. Calum wird nicht König werden und die Vereinigung von Calum und Emma liegt nun bereits 6 Monate zurück.

Emma wird seit kurzem von einem Traum heimgesucht in dem sie stirbt und sie will in diesem Traum sterben.  Direkt zu Beginn der Geschichte gibt es einen zerstörerischen Sturm aber ist es wirklich nur ein Sturm oder steckt mehr dahinter? Hat Emma nicht schon genug durchgemacht? Und warum verhält Calum sich so seltsam?

»Was wäre passiert, wenn du unrecht gehabt hättest?« »Dann wärt ihr verbrannt.« Ich glaubte, mich verhört zu haben, und Merlin besaß wenigstens den Anstand, zerknirscht auszusehen. Entschuldigend hob er die Hände. »Aber wenigstens zusammen.«

Bei den Charakteren gibt es hier keine großen Überraschungen außer was Emma sich von Calum so alles gefallen lässt. Calum behandelt sie teilweise wirklich schlecht (ok, ist jetzt auch nicht neu, gab es alles schon in den vorherigen Büchern). Später ist ihr die Situation dann vollständig entglitten.

Die Shellycoats verhalten sich mal wieder primitv – man sollte meinen, dass sie dazu gelernt haben aber man fühlt sich auch hier an den wütenden Mob mit Mistgabeln erinnert.

Die Geschichte ist vergleichbar in den ersten drei Büchern – nur halt komprimiert auf ein Buch. Die Anschuldigungen, die sowohl von den Shellycoats als auch von den Elfen vorgebracht werden sind vom Niveau her tiefstes Mittelalter.

Du musst mich nur loslassen. Du musst mich gehen lassen. Ich wäre so gern bei dir geblieben«, flüsterte er mit letzter Kraft. »Aber das Schicksal hat etwas anderes für uns vorgesehen.« Ich schüttelte den Kopf. »Das Schicksal kann mich mal«

Teilweise wird die Geschichte im vierten Buch ziemlich konstruiert. Wenn man jemanden erst auf einen Sockel stellt (wir stehen Tief in deiner Schuld), dann beschuldigt, dann freispricht, dann wieder ohne Beweise beschuldigt und einsperren will ist das sehr wankelmütig. Das geht im zweiten Teil vom vierten Buch durch und durch so. Die Charaktere (egal ob Elfen oder Shellycoats) handeln  unüberlegt und dumm und verhalten sich alle wie vollkommen ungebildete.

Das Ende hat mich dann allerdings wieder etwas versöhnt.

Das Buch kann man auch eigenständig lesen. Wenn einen nicht stört, dass man etwas gespoilert wird, kann man also auch mit diesem Buch in die Serie einsteigen, da es für sich abgeschlossen ist.

Fazit:

»Hast du mit Calum darüber gesprochen?« Ich schüttelte den Kopf. »Es war nie die richtige Gelegenheit dafür, und dann begann er sich zu verändern.« »Wenn er wieder gesund ist, musst du das mit ihm besprechen. Liebe allein reicht nicht.« »Bisher nahm ich das irgendwie an.« »Tja, dann willkommen bei den Eingeweihten.« Sie grinste.

Ich mag die Schreibweise von Marah Woolf. Die Schreibweise wirkt natürlich und ich fühlt sich sofort direkt zu Hause. Das ist beileibe nicht bei allen Autoren der Fall. Die Welt ist interessant aber nicht Herausragend. Die bekannten Fabelwesen dürfen hier alle brillieren.

Marah geht auch auf Rückfragen ein und ist nahe beim Leser. Das finde ich toll!

Tiefe Emotionen sind bei mir in dieser Serie nicht aufgekommen. Das mag auch an dem hin und her zwischen Emma und Calum liegen, der mal supereinfühlsam ist und mal der größte Idiot. Das zieht sich durch alle vier Bücher und war mir über die ganze Serie dann doch zu lang.

Zum einmaligen Lesen war die Serie ganz nett aber zu mehr hat es bei mir nicht gereicht. Die Götterfunke Serie hat mir besser gefallen.

Teil 1-3 sind direkt zusammenhängend. Der vierte Teil ist später dazu gekommen und optional.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):
  • Es heißt zwar Unwissenheit schützt vor Strafe nicht aber welchen Sinn macht es Emma zu bestrafen für den Kontakt mit einem Volk, das sich vor ihr nie zeigen dürfte? (S. 190 v. 298 Buch 1)
  • Bei dem Tamtam was die Shellycoats bei Vollmond veranstalten, würden sie dauern von Menschen gesehen, die sie anschließend töten müssten (nach ihren Regeln) – da müsste es reichlich Todesfälle an Seen geben
  • „Ich würde dir nie“ wehtun und wer soll nach dem Tod ihrer Mutter schon wieder weggeschickt werden, nachdem sie sich gerade in ihrer neuen Familie eingelebt hat? Richtig Emma, nicht Calum. Es kommt zwar nicht soweit aber zu dem Zeitpunkt wird schon klar, dass sie den Preis für die Beziehung zu ihm zahlen wird. Dann später schleift er sie zum See, weil er mit ihr schwimmen will und er gefährdet ihr Leben und sie ist der Meinung, dass er nicht selbstsüchtig ist? Als er dann die Frage gestellt bekommt, ob er für Emma einen Leben als Mensch verbringen möchte, ist die Antwort auch nein (wobei eh ungeklärt ist wie das gehen soll – offenbar muss er ja mit den anderen regelmäßig schwimmen, um das leben an Land auszuhalten)
  • Spätestens nach dem klärenden Gespräch mit Calum und Dr. Erickson liegt der Verdacht nahe, dass ihre Mutter ermordet wurde. Somit stellt sich die Frage warum Emma verschont wurde. Weder der eine, noch der andere Gedanke kommt ihr zu dem Zeitpunkt.
  • Nachdem Ethan erst so ein Theater gemacht hat und Emma quasi schon fast im Flieger saß, lenkt er etwas sehr plötzlich ein und erlaubt Emma, dass sie bleiben kann. Weiterhin kann ich nicht nachvollziehen, dass er seine Familie mit dem Wissen um die Shellycoats gefährdet. Bevor alle informiert waren, war nur Emma in Gefahr. Durch das Einweihen seiner Familie gefährdet er alle.
  • Nach der Schwimmaktion mit Calum hätte ich an Ethans stelle Emma zum Schutz der eigenen Familie ausquartiert und zu Dr. Erickson verfrachtet.
  • Es ist ziemlich naiv anzunehmen, der der Preis für einmal Sex nicht zu hoch sein kann (O-Ton Emma), wenn man ihn den Rest des lebens bezahlen muss
  • Elin scheint total logisch zu sein. Er hasst die Menschen dafür, dass Ares sich in eine Menschenfrau verliebt hat und dann mit einer erzwungenen Gefährtin ihn zur Welt gebracht hat und ihn nicht geliebt hat. Vielleicht sollte er die Regeln des eigenen Volkes hinterfragen. Wenn Ares keine Partnerin – statt seiner eigentlichen Liebe – aufgezwungen worden wäre, dann hätte es Elin nie gegeben. Und natürlich will Elin Krieg mit den Menschen (das war auch schon klar, bevor es im Buch stand, sonst wäre er ja kein hinreichender Bösewicht)
  • Wieso sollte sich ein Shellycoat darüber aufregen, dass er nicht geliebt wird? Das ist nun mal nicht garantiert, wenn man bereits im Kindesalter versprochen wird (Beziehung zwischen Ares uns siener Frau).
  • Warum sollte die Rückkehr von Calum Emma irgendeinen Schutz bieten? Elin wäre jeder Zeit in der Lage sie zu töten, was er ja bei ihrer Mutter bereits getan hat
  • Es ist unglaublich naiv von Emma vor den großen Rat zu treten – zuerst sogar ohne irgendwelche Regeln und die Lebensweise der Shellycoats zu kennen – und das nachdem ihre Mutter bereits von ihnen ermordet wurde. Allein das sollte reichen, um sie davon abzuhalten. In Anbetracht des vorherigen Punktes macht es aber eh keinen Unterschied, so lange Elin lebt, weil sie eh immer in Lebensgefahr schwebt
  • Buch 1: Warum greift Elin Calum nicht an, wenn er zurück zu den Shellycoats kommt. Nachdem Elin Ares getötet hat ist ein Mord mehr oder weniger auch egal. Das der Mord dann später bei den Shellycoats als Unfall verkauft wird, ist ziemlich unglaubwürdig, wo der Rat doch die Wahrheit kennt.
  • Die Situation am Anfang von Buch 2 ist nicht plausibel: Calum ist angeblich sehr beliebt bei seinem Volk, wird aber von Elin eingesperrt, der den König ermorder hat und nicht beliebt ist. Elin lässt Calum nur am leben, weil er so viel Rückhalt hat. Das sollte so wohl kaum funktionieren unter der gegebenen Ausgangslage und wenn er den Großteil des Klans gegen sich hat.
  • In Buch 2 sagt Emma, dass ihr nicht bewusst war, dass Elfen Gedanken lesen können. Das weiß sie aber schon seit Buch 1
  • Wieso sollten die Shellycoats allein nicht überleben können, wenn sie aus dem Rat ausgeeschlossen werden (Buch 2)? Ich kann nicht erkennen das der Rat irgendetwas macht was das überleben von irgendwem gewährleistet.
  • Die Werwölfe und Faune wollen die Shellycoats aus dem Rat verbannen aber dann einvernehmlich mit ihnen gegen die Menschen vorgehen? Das ergibt keinen Sinn (Buch 2)
  • „Ich nickte und war bereit jede seiner Bedingungen zu erfüllen, wenn er mich bloß nie wieder verließ.“ – Wenn das nicht echte Liebe ist oder halt, seit wann stellt man da Bedingungen?
  • Buch 3: Wieso kann Elin Emma nicht aufspüren, als er in das Schloss eindringt. Bei ihrer Mutter ging das um die ganze Welt und bei ihr auf ein paar Meter Entfernung nicht? Calum kann sie ja auch spüren.
  • Warum Emma Miss Wallace nicht als Elfe erkannt hat ist mir nicht klar. Die Frage wird zwar im Buch gestellt aber nicht vollständig beantwortet, sondern nur in Bezug auf anderen Menschen und nicht auf Emma. Davon mal abgesehen kann offenbar jeder Feen sehen aber keine Vampire, Elfen usw. in ihrer wahren Gestalt?
  • Wieso werden die Autos versteckt (wobei ich mir das auch nicht ganz so einfach vorstelle „zwischen Büschen“)? Ein verstecktes Auto ist wohl deutlich auffälliger als ein ganz normal geparktes, wenn es jemand auftöbert.
  • Emmas Aussage, dass es das Schicksal „mal wieder“ gut mit ihr und Culum gemeint hat kann ich nicht so ganz nachvollziehen nach allem was passiert ist.
  • Emma sagt zweimal zu Peter, dass sie niemandem etwas von den Informationen aus dem Buch erzählen dürfen aber dann erklärt er ihr warum?!
  • Wieso sollten Feen eine Brücke benötigen, wo sie doch fliegen können?
  • Irgendwie praktisch, das vor der Eifersuchtsthematik mit Colum plötzlich Raven nicht mehr erwähnt wird und auch die Beziehung zwischen ihr und Peter plötzlich kein Thema mehr ist. Ansonsten wäre das Geheimnis keins geworden, weil Raven eh in Peters und Emmas Gedanken schauen kann.
  • Spätestens bei dem Gespräch mit Morgaine und Raven hätte Raven in den Gedanken vom Emma gesehen was der Plan ist (wenn man fast was ausposaunt, was man nicht verraten wollte, denkt man auch daran)
  • Im ersten Buch ist der Tanz für Calum lebenswichtig, damit er unter Menschen existieren kann und bei den Elfen verzichten diverse Shellycoats freiwillig auf den Tanz? Nicht ganz nachvollziehbar.
  • Erst ist Calum supereifersüchtig und dann ist wieder als wenn nichts gewesen wer. Er redet nicht mal mit Emma darüber?
  • Das man mit dem Spiegel jeden Beobachten kann ist ja gut und schön. Trotzdem ist für die im Buch dargestellte Detailplanung Massenüberwachung möglich. Es dürfte also sehr schwer sein viele Personen flächendeckend zu überwachen und auf kurzfristige Ereignisse zu reagieren, da man zur gleichen Zeit eben nicht sehr viele Personen im Auge behalten kann.
  • Erst macht sich Emma sorgen über eine Narbe mitten im Gesicht, nachdem ihr der Ast ins Gesicht gepeitscht ist und dann später beim Baum ist keine Rede mehr davon
  • Der Zugang zum Udinenversteck ist lt. Buch schmal. Wie soll denn da der große Spiegel durchgepasst haben?
  • Der Teil kurz vor der Vernichtung des Spiegels liest sich als wenn Emmae in aller Ruhe dem Kampf zuschaut, während ihre Schwester stirbt.
  • Buch 4: Erst ist Emma mit Calum im Pub und dann in derselben Szene plötzlich zu Hause?!
  • Die ganze Unterwasserwelt ist irgendwie ziemlich unlogisch – Drachenfeuer unter Wasser, die Grotten tief unterwasser sind aber nicht voll Wasser, sondern voll mit Atemluft. Ausgehend von der Beschreibung müssten an jedem Gebäude Schleusen oder magische Felder sein, die das Wasser zurückhalten. Tief unter der Oberfläche wäre es auch Stockdunkel und Früchte wachsen dann dort auch keine. Auch das „normal“ atmen unter Wasser ist nicht nachvollziehbar unter dem Aspekt, dass man sich offenbar auch dort verschluckt, wenn man Wasser in die Luftröhre bekommt. Wie soll das normale Atmen denn bitte sonst gehen, wenn nicht über die Lunge? Flüssigatmung gibt es ja durchaus. Verschlucken kann man sich dann aber wohl nicht an der Flüssigkeit und ein ständiges Wechseln zischen unter Wasser / Sauerstoff wäre auch so nicht möglich.
  • Die Logik der Beschuldigungen gegen Emma ist schlagend: Sie ist so mächtig, dass sie die Udinen besiegen konnte. Sie hat eine Schule zerstört, zig Heie heraufbeschworen und die ganze Ernte vernichtet, lässt sich aber von einer Wache in ihrem Zimmer einsperren und versucht auch nicht zu flüchten. Alle haben Angst vor ihr aber dann wird sie mal eben von irgendwelchen alten Erntehelferinnen festgehalten und kann sich nicht dagegen wehren. Das erinnert alles sehr an die Hexenverbrennungen aus dem Mittelalter. Die Hohepriesterin bei den Elfen nimmt dann gleich dieselbe Rolle ein. Auch die Story, dass die Hohepriesterinnen sich um das Volk der Elfen sorgen aber nicht in den für das ganze Volk existenzbedrohenden Kampf gegen die Udinen eingegriffen haben ist mehr als dünn. In diesem Buch mischt sich die Hohe Priesterin ständig ein und befehligt offenbar sogar Wachen
  • So machtversessen wie die Shellycoats offenbar sind ist denen eh nicht zu helfen. Man stürzt einen verrückten Diktator und schon nimmt der nächste seinen Platz ein.
  • Die Geschichte mit den Udinen kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich mich recht erinnere hieß es in den vorherigen Teilen, dass die Udinen von der Königin bestraft wurden. Hier heißt es wiederum, dass die Udinen die Königin in den Spiegel gesperrt haben?
  • Erst stehen die Elfen lt. Königin tief in Emmas Schuld. Als Emma dann von den Vorkommnissen mit Calum erzählt glaubt ihr niemand. Dann wird sie untersucht und „irgendwas“ wird in ihren Erinnerungen gefunden. Das wird nicht mal näher spezifiziert. Daraufhin werden die Vermutungen als haltlos abgetan und dann wird sie wieder beschuldigt und soll auch sofort eingesperrt werden. Alles von derselben Königin. Man kann hier nicht mal von Indizien sprechen, weil die Zusammenhänge viel zu schwach sind. Das alles wirft kein gutes Licht auf die Elfen. Von angeblichen Freunden sollte man schon etwas mehr erwarten können. Am besten ist dann, dass Elisien erst sagt, dass sie Emma glaubt, wenn sie ihr versichern kann, dass sie unschuldig ist und dann kommt „»Es ist alles gesagt«, unterbrach Elisien ihn. »Wir haben gesehen, wozu Emma fähig ist. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie beim nächsten Mal noch größeren Schaden anrichtet. Heute hatten wir Glück. Du kannst gern morgen mit ihr sprechen. Heute Nacht muss ich darüber nachdenken, was weiter geschehen soll.«“ – Na dann ist ja alles klar. Warum sollte man auch nachfragen, bevor man jemanden einspett, der das eigene Volk gerettet hat. Und danach setzt sie sogar noch nach und beschuldigt Emma weiter. Zur Krönung des ganzen sollen Calum und Emma dan quasi ausgewiesen werden ohne Hilfe. Da kann man sich ja richtig was drauf einbilden, wenn die Elfen meinen, dass die einem was schuldig sind. Am besten ist dann noch, dass Elisien das nicht mal direkt kommuniziert, sondern über die Hohepriesterin.

Sublevel [Serie]

Sublevel 1 Zwischen Liebe & Leid - Sandra Hörger  Sublevel 2 Zwischen Reue & Revolte - Sandra Hörger  Sublevel 3 - Zwischen Ehre & Exil - Sandra Hörger

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Sandra Hörger

Teile der Serie:

  • Sublevel 1 – Zwischen Liebe und Leid (331 Seiten)
  • Sublevel 2 – Zwischen Reue und Revolte (361 Seiten)
  • Sublevel 3 – Zwischen Ehre und Exil (365 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

Themis steht vor mir. »Heute keine Fehler, Rise!«, warnt sie mich. Schon mal was davon gehört, dass das Gehirn Negationen nicht verarbeiten kann? ›Heute Fehler‹ ist alles, was bei mir hängen bleibt. Ich werde Fehler machen. Ich bin direkt darauf programmiert.

Die Menschen Leben in einer art Kastensystem auf einer Raumstation. Corvin lebt im Toplevel und ist der jüngste Kommandant der Geschichte. Er lebt im Luxus aber unter einem sehr strengen und machtgierigen Vater, dem Präsidenten der Station Lucius.

Rise (der Name in der Buchserie Programm – fand ich etwas sehr offensichtlich) lebt im Sublevel – der untersten Stufe. Sie ist aber Hoffnungsträgerin. Hoffnungsträger dürfen in einem höheren Level in die Schule gehen, wenn die Verwandtschaft das bezahlt. Sobald sie die Schule beendet hat, wird sie sich einen Job suchen und dann alle Versorgen müssen, die heute für sie bezahlen.

Ich habe dennoch keine Gelegenheit durchzuatmen. Bereits der erste Gang – die warme Vorspeise – wird mir zum Verhängnis. Geräucherte Forelle, am Tisch filetiert. Statt eines Augenschmauses liefere ich ein Gemetzel ab, eine Anhäufung von Fischfragmenten, gespickt mit Gräten. Das Filetiermesser zittert in meiner Hand.

Da ihre Familie nicht alleine in der Lage war das nötige Geld aufzutreiben musste sie sich verloben. Zwangsverlobung nennt sich das. Später wird sie ihn zwangsheiraten. Da Rise an Produktivität verliert, wenn sie schwanger wird ist diese Möglichkeit für sie ausgeschlossen. Wenn ihre Unterstützter genügend Geld hätten, wäre sie schon längst sterilisiert worden, um das zu verhindern. Das sie über 20 Leute versorgen muss, ist für Kinder kein Platz in ihrem Leben.

In einem Monat wird es eine Mission geben um die Rückkehr der Bewohner von der Raumstation zur Erde zu ermöglichen. Ein Vorabteam wird einem Schiff losgeschickt, die die erneute Besiedlung vorbereiten soll. Der junge Kommandant der Mission sucht eine Frau die ihn begleitet und nicht nur wegen ihrem Stand und um das politische Spiel zu beeinflussen ausgewählt wurde, sondern auch die notwendigen Fähigkeiten besitzt und zu ihm passt.

»Fair? Es ist verdammt noch mal vieles nicht fair. Es ist nicht fair, dass ihr von Müll lebt, im Dreck, ohne Licht, ohne sauberes Wasser oder richtige Nahrungsmittel. Es ist nicht fair, dass bei euch schon kleine Kinder bis zum Umfallen schuften müssen. Und es ist ganz sicher nicht fair, dass du wie ein Stück Ware verkauft wirst und dass dich ein Mann bespringen wird, der dich anekelt! Fata, Rise! Wenn du zwei Wochen lang mit jemandem zusammen sein kannst, der dir genügend schöne Erinnerungen für ein ganzes beschissenes Leben schenkt, dann ergreif die Chance!«

Rise schwärmt schon lange für Corvin, den sie nur von Bildern bzw. aus dem Fernsehen kennt. Doch er wird für sie immer erreichbar sein oder ist die Suche nach ihrer Begleiterin ihre Chance. Aber was passiert mit allen, die sich auf sie verlassen, wenn sie auf diese Mission geht, kann sie niemanden unterstützen.

Es kommt zu einem Anschlag auf das Schiff, dass für die Mission genutzt werden soll. Gibt es eine Gruppe aus den Subleveln, die sich zum Ziel gemacht hat auf die unhaltbaren Umstände in den unteren Leveln hinzuweisen oder stecken andere Gruppierungen und Motive dahinter?

Das Buch fängt eher deprimierend an und es wird hinreichend veranschaulicht wie hoffnungslos das Leben im Sublevel ist. Rise ist im ersten teil des Buches etwas apathisch. Rise hat die Hoffnung längst aufgegeben – sie erlaubt sich keine Hoffnung, weil sie Angst hat enttäuscht zu werden. Ihr ganzes Leben ist vorherbestimmt, sie muss lediglich funktionieren (zumindest sagt sie sich das in Gedanken immer). Trotzdem malt sie sich in ihren Träumen das Drittel des Buches lang aus wie toll es wohl wäre mit Corvin zusammen zu sein. Danach werden die Ereignisse dann zum Glück spannender.

Mein Verstand klinkt sich aus. Er rast zum Vertikaltransporter, zu dem Essay, der fertig geschrieben werden muss, und zu dem mir vorbestimmten geordneten und geregelten Leben. Leider lässt er bei seiner überstürzten Flucht meinen Körper zurück. Irgendein anderer Teil meines Bewusstseins übernimmt die Steuerung meiner Beine.

Der Anfang fühlt sich an an wie schon mal gelesen. Dystopie im Standardmodus. Die Sprache im Sublevel ist englisch in deutscher Lautschrift auch nicht so richtig kreativ. Und die Geschichte erinnert stark an Aschenputtel mit Herzblatt / Bachelor – wie auch immer die Partnerwahlsendungen alle heißen – vermischt.

Aber ab gut der Hälfte des Buches hat mich die Autorin. Ja, es ist immer noch Aschenputtel (witzigerweise ist in Buch 3 übrigens ein direkter Bezug zu dem Märchen) aber ab der Hälfte des Buches funktioniert es für mich besser besser. Die Szenen zwischen Corvin und Rise sind interessant. Die Fernsehshows bei denen es um die Partnerwahl geht sind es nicht. Am Anfang konnte ich mit Rise nicht viel anfangen aber nach einer Zeit wird klarer wie sie tickt und das Sie sich selbst quasi komplett zurückgenommen hat. Dann macht sie etwas sehr gefährliches, was sie sich bisher verboten hat. Sie lässt Hoffnung in sich aufkeimen.

Am Ende unterscheiden sich Corvin und Rise in einem Punkt nicht. Beide tragen eine große Last der Verantwortung und beide haben nur wenig Chancen dieser Last zu entkommen.

Buch 2:

»Zieh das an.« Das letzte Mal, als jemand diesen Satz zu mir sagte und mir dabei ein schönes Kleid hinwarf, war ich sechs Jahre alt. Es war der Tag, an dem meine Eltern mich an Agris Familie verkauften.

Trotz aller Hindernisse haben Corvin und Rise zueinander gefunden aber hat ihre Beziehung eine Zukunft? Der Präsident (Corvins Vater) ist gegen eine Beziehung die nicht standesgemäß ist und ihm keine politischen Vorteile bringt. Rise kommt aus dem Sublevel. Vollkommen egal welche Leistungen sie vollbringt. In den Augen des Präsidenten ist sie nicht mehr als Dreck. Der Präsident bietet Corvin und Rise einen “Deal” an. Corvin heiratet die ihm zugedachte Partnerin und spielt offiziell den treuen Ehemann. Rise darf ihn auf dem Flug zur Erde begleiten aber treffen dürfen sie sich nur insgeheim.

Fröhlich erzählt sie weiter Baby-Anekdoten, während mein Verstand noch an dem Namen festhängt. Uprise. Der Aufstand. Sie werden ihn Rise abkürzen. Es fühlt sich an, als wäre Ersatz für mich auf die Welt gekommen. Ein guter Gedanke. Befreiend.

Doch vielleicht war dieser Deal der Anfang vom Ende seiner Herrschaft. Der Widerstand wird stärker und stärker und mit seiner Tat hat der Präsident nun auch Rise den nötigen Ansporn geliefert erneut Kontakt zum Widerstand aufzunehmen mit der Art wie er mit seinem eigenen Sohn umgeht und mit allem was er den Leuten im Sublevel angetan hat.

Rise erfährt auch durch den Kontakt zum Widerstand von immer schlimmeren Machenschaften der Regierung und des Militärapparates. Doch das ist ein gefährliches Spiel. Wenn Rise erwischt wird oder einen Fehler begeht, den der Präsident nutzen kann, bedeutet das vielleicht ihren Tod.

Die festliche Gala, mit der die Jungfernfahrt der SPES im Anschluss gefeiert wird, lässt mich die Theorie zeitlicher Relativität neu überdenken. Während die anderen Gäste sich ein paar Stunden lang köstlich amüsieren, scheinen für mich Tage zu vergehen. Erstaunlich, dass das lustlos angebissene Omega-3-Häppchen in meinen Fingern noch nicht angefangen hat zu schimmeln.

Abseits von diesen Problemen wird klar, dass die Station auf der alle Leben nicht mehr im besten Zustand ist und langfristig zerstört werden wird. Die Mission zur Erde ist also dauerhaft die einzige Überlebenschance auch wenn keiner weiß was sie dort erwartet. Irgendwer versucht den Kommandanten der Mission und den Liebhaber von Rise (Corvin) zu töten. Aber warum?

Man soll vorsichtig sein was man sich wünscht. Im ersten Buch passiert im ersten Drittel nicht viel und erst aber der Hälfte wird es zunehmend spannend.

Im zweiten Buch geht es direkt voll zur Sache – im Gegensatz zum ersten Buch greift hier auch nicht mehr die Aussage wie Aschenputtel. Das was in diesem Buch passiert ist nicht vorhersehbar.

Mein mentaler Status wechselt von gefühlt todmüde zu zombiemäßig emotionslos. Ich röchle etwas, das hoffentlich als Abschiedsgruß durchgeht, und schlurfe mit schweren Beinen in meine ›Kabine‹.

Rise verändert sich relativ schnell und deutlich. Seitdem sie sich erlaubt hat Hoffnung zu entwickeln ist sie nicht mehr bereit die unfairen Bedingungen zu akzeptieren. Ich finde den Wechsel von desillusioniert und devot zu aufmüpfig, selbstbewusst und rebellisch etwas schnell. Allerdings hat Rise auch das erste Mal im Leben etwas für das es sich zu kämpfen lohnt.

Neben dem Beschluss sich der Rebellion anzuschließen kommt Rise auch zu dem Schluss, dass sie nicht damit leben kann, wenn Corvin die Ehe mit einer Frau aufgezwungen wird, die er nicht liebt und beschließt etwas dagegen zu unternehmen. Diese Motivation wandelt sich nach den Anschlägen auf Corvin schnell dazu, dass sie die Hintergründe aufklären will.

Für die Liebe gibt es keine Materie. Und ohne Materie gibt es keinen Tod. Wer zu hundert Prozent Liebe ist, bewegt sich frei in Zeit und Raum. Er wandelt zwischen den Dimensionen. Unbegrenzt und frei.

In dem zweiten Buch passiert deutlich mehr als im ersten und ich das zweite Buch deutlich besser. Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint. Faktisch ist die Motivation der Charaktere teilweise aber ziemlich dünn (vor allem die der Terroristen). Es gibt ziemlich große Lücken in der Logik und wenn man die berücksichtigt, dann hätte die Geschichte ab dem Ende des zweiten Buches ganz anders ausgesehen.

Buch 3:

Wenn unsere Prinzipalin die Anstrengung auf sich nimmt, meinen Fahrer und den Handlanger ihres Mannes zu spielen, unterliegt meine Befreiung der höchsten Geheimhaltungsstufe. Oder Lucius gehen allmählich die verlässlichen Henkersknechte aus. Letzteres vermutlich.

Nachdem die Terroristen um Castor einen Anschlag auf Corvin durchgeführt haben und dieser dabei verstümmelt wurde, wurde vom Präsidenten alles so dargestellt, als wenn Rise die Tat begangen hat. Das einzige Raumschiff, dass die Menschheit noch retten konnte, weil die Raumstation auf der alle Leben dem Untergang geweiht ist, wurde auf Geheiß des Präsidenten beschossen, nachdem dieser erfahren hat, dass es von Terroristen gesteuert wird. Das Schiff treibt nun stark beschädigt im All. Das es Überlebende gibt ist unwahrscheinlich. Offiziell wurde das Schiff bei einem terroristischen Anschlag beschädigt.

»Wer dich kennt, Rise, weiß, dass du zu allem fähig bist, wenn du von etwas wirklich überzeugt bist. Wenn dein Wille, deine Überzeugung und deine Leidenschaft Hand in Hand gehen, kannst du Welten aus den Angeln heben, gleichgültig, wie viele atmende Wesen auf diesen Welten leben.« »Ich könnte keine Unschuldigen verletzen.« »Du könntest alles tun, wenn es sein müsste, Laienhart.« Laienhart? Löwenherz?

Rise wurde anders als in den Medien dargestellt nicht hingerichtet. Stattdessen wird an ihr ein medizinischer Eingriff vorgenommen, durch den es möglich wird ihre Gedanken zu überwachen. Angeblich lässt man sie am leben, weil man nicht weiß in welchem Zustand Corvin wieder aufwacht und ob man ihre Hilfe benötigt. Nach einigen Tagen oder Wochen, in denen sie allein in einer Zelle festgehalten wird, erfolgt ihre Verbannung in den untersten Sublevel. Dorthin wo Schwerverbrecher landen. Rise ist ganz unten, sogar noch weiter unten als im Sublevel, den sie bisher kannte. Tiefer geht es nicht mehr.

Ein Arzt rettet sie und entfernt das Implantat aber was nützt das? Es zeigt sich recht schnell, dass der Arzt es nur für Geld getan hat. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Lebt Corvin noch und wird sie Kontakt zu ihm aufnehmen können? Und selbst wenn Corvin noch lebt – was wird das nützen. Sie ist eine offiziell hingerichtete Schwerverbrecherin. Offiziell existiert sie nicht mehr. Sie kann den Aufzug zwischen den Ebenen nicht benutzen und hat auch sonst kaum noch Möglichkeiten.

»Die Schicksalsgöttinnen sind ein Haufen zahnloser alter Weiber, die aus unseren Lebensfäden Socken und Topflappen stricken! Setz dich ruhig brav zu ihnen und halte ihnen die Wollknäuel. Ich suche meinen eigenen Weg.«

Der Präsident ist nach wie vor im Amt und spinnt seine Intrigen und es es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Station auseinanderfällt.

Oder besteht doch noch Hoffnung?

Ich finde das verhalten von Rise und auch von Corvin in diesem Buch anfangs nicht ganz nachvollziehbar. Der Dramatik dient es (ich will jetzt nicht zu viel Verraten aber die große Liebe steht sehr in Frage). Gut ok, zugegeben für beide sind die Bedingungen alles andere als gut. Das Corvin seinem Vater irgendwas glaubt, nachdem was er vorher getan hat, ist sehr unwahrscheinlich (das Geständnis ist vollkommen wertlos, das weiß er selbst). Aber da sich die Ereignisse über Monate hinziehen und man speziell von Corvin nur sehr wenig erfährt, kann man sich auch nicht wirklich in die Situation versetzen.

Gegen die Explosion in meinem Inneren ist das, was Sean und ich teilen, nur ein virtuelles Tischfeuerwerk. Eine Wunderkerze, umspielt von leiser Musik, verglichen mit der intergalaktischen Pyroshow eines epochalen Live-Rockkonzerts. Mit wummernden Bässen im Magen habe ich das Gefühl, die Welt aus den Angeln heben zu können.

Rise mittlerweile sehr selbstbewusst, mutig und taff (oder tough) geworden und sie hat eine Menge erlebt. Sie und auch die anderen Charakter müssen teilweise harte und einschneidende Entscheidungen treffen. Das Gefühlspektrum wird in diesem Buch vollständig bedient.

In diesem Buch passiert eine Menge und es ist sehr spannend, allerdings anfangs ganz anders als ich erwartet habe.

In dem Buch ist er einem Autor (bzw. in dem Fall Autorin) zum ersten Mal gelungen mich davon zu überzeugen, dass man mehrere Personen gleichzeitig lieben kann, ohne das es wie Verrat und Unentschlossenheit wirkt. Der Letzte Teil mag hier und da etwas kitschig sei aber ich steh vermutlich darauf. Das ist für mich eine glatte 5 Sterne Bewertung.

Fazit:

Eine Welt ohne mich ist eine Welt ohne Farben, ohne Geräusche und ohne Geschmack. Eine Welt ohne Sinne, die keinen Sinn macht. Ich bin sprachlos. Niemals hätte ich gedacht, dass die poetischste Liebeserklärung, die ich je erhalten habe, nicht von einem meiner eloquenten, studierten Freunde, sondern von meinem Ex – einem ehemals nach Fisch und Ziege stinkenden Müllsortierer – kommen würde.

Das ist eine Serie, die es einem am Anfang nicht ganz einfach macht. Das erste Buch ist im ersten Drittel relativ langweilig. Rise hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und schwärmt insgeheim für Corvin (das nervt nach einer Zeit etwas). Ab der ersten Hälfte des Buches wird es spannender, auch wenn Geschichte zwischen Corvin und Rise anfangs stark an Aschenputtel erinnert.

Im zweiten Buch nimmt die Handlung richtig Fahrt auf aber die Motivation der Handlungen von den Terroristen ist äußerst dünn. Faktisch schaden sie sich selbst und der verbliebenen Menschheit nur und das, obwohl sie viel bessere Handlungsoptionen gehabt hätten. Das was sie tun ist vollkommen hirnlos. Da darauf wesentliche Teile der Handlung basieren, ist das nicht von Vorteil. Das zweite Buch ist aber abseits der schwachen Logik bei den Handlungen der Terroristen durchweg spanend und liest sich gut. Zugegeben, in der Realität ist das Handeln von Terroristen ja auch nicht immer gerade logisch.

Für Idiotien wie diese liebe ich ihn. Er sieht uns als Menschen, als denkende Wesen mit eigenen Rechten und einer achtbaren Eigenentwicklung. Das tun die anderen Oberlevler nicht. Sie wären nie auf den irrigen Gedanken gekommen, unser Slang könnte für eine Programmierung genutzt werden. Wenn der Stall voller Schafe ist, schreibt der Viehzüchter trotzdem nicht Mäh! auf die Tür. Genervt hackt Corvin die lateinische Version des Öffnungsbefehls in die virtuelle Tastatur. APERIARIS.

Im dritten Buch werden neue Charaktere eingeführt sie haben schwere Entscheidungen zu treffen. Die Distanz zwischen Corvin und Rise scheint nicht überbrückbar zu sein. Nach allem was passiert ist, haben alle Betroffenen große seelische Verletzungen.

Sowohl im zweiten als auch im dritten Buch durchlebt man als Leser eine Achterbahn der Emotionen. Die Bücher steigern sich von von Buch zu Buch.

Das Ende ist – wie es bei Dystopie oft der Fall ist – nicht durchweg gut. Die Chancen stehen schlecht, und die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand die folgenden Jahre überlebt ist gering (so lässt es sich kurz zusammenfassen ohne zu viel zu verraten). Aber es gibt noch etwas Hoffnung, die sich im doppelten Sinne, durch die ganze Serie zieht. Und das Ende ist im Vergleich zu manch anderen Dystopien noch relativ gut.

Insgesamt eine wirklich lesenswerte Serie mit einem grandiosen letzten Teil.

Bewertung:

Aufgrund der aus meiner Sicht stark steigenden Qualität der Bücher vergebe ich hier Einzelnoten zusätzlich zur Seriennote (Buch 1: 3,5/5, Buch 2: 4/5, Buch 3: 5/5). Die Serie ist ziemlich scharf an der nächsthöheren Einstufung vorbeigeschrammt.

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Bezüglich der Liebesgeschichte einige zum Beispiel die LuxBiss oder Nebelsphäre Kiel Reihe, bezüglich des Settings in Kombination mit der Liebesgeschichte am ehesten Die Tribute von Panem

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Eine derart zentral gesteuerte Gesellschaft würde sich kaum so viel Kritik im Fernsehen erlauben. Vor allem nicht wenn es einen Herrscher gibt, der so viel Macht hat. D.h. ein kritischer Moderator wäre nie in diese Position gekommen und würde dort auch nicht belassen, wenn er sich kritisch äußert.
  • Ist ja gut und schön, dass vor dem Apartment von Rise „Sicherheitspersonal“ postiert wird, damit die Reporter nicht zu ihr gelangen. Das bringt aber wenig, wenn jeder weiß wo sie arbeitet, wann sie anfängt und welchen weg sie dorthin nehmen muss.
  • Warum muss die Verlobte die sexuellen Erwartungen des Zwangspartners erfüllen?! Das mag ja für die Geschichte Sinn ergeben, um das ganze noch abstoßender zu machen aber wenn es lediglich darum geht, dass mehr Leute für die Ausbildung zahlen, damit die Schulbildung eines Hoffnungsträgers erfüllt wird, ist der sexuelle Zwang total überflüssig. Im Gegenteil können ja auch dabei Krankheiten übertragen werden. Kinder können ja eh keine erzeugt werden, wenn die Hoffnungsträger zwangsweise sterilisiert werden. Zumal die Hoffnungsträger doch eh im oberen Level arbeiten. Insofern dürften sich die Hoffnungsträger und die Zwangsvermählten eh nicht mehr sehen, wenn die Schule beendet ist. Zumindest so lange nicht bis sie so viel Geld erwirtschaftet haben, dass der Aufstieg möglich wird.
  • Wo und wie werden die Hoffnungsträger denn Konditioniert, wenn sie unterricht mit den anderen Schülern zusammen haben? Oder muss man das als indirekte Konditionierung per Lebensumstand verstehen?
  • Die Schriftzeichen in der SPES (Schiff chinesicher Herkunft) sind doch keinerlei Beweis dafür, dass der Angriff andersrum verlaufen ist. Das beweist lediglich, dass die SPES nicht von SPHAERA erbaut, sondern übernommen wurde. Auch der weitere Verlauf den Rise herleitet ist nur eine Annahme. Zugegeben eine plausible aber Beweise hat sie weiterhin keine. Eine große Lücke hat der Tathergang übrigens: Die Brückencrew auf der TIANLONG hätte alle Zeit der Welt gehabt einen Notruf bzw. eine Warnung zur ASIA zu senden. Ob diese sich hätte verteidigen können ist natürlich eine andere Frage. Aber da die ASIA angeblich technisch überlegen war, ist die Wahrscheinlichkeit zumindest vorhanden.
  • Die Aussage „wir töten nur im Notfall“ von Castor ist lächerlich. Er ist ein typischer Terrorist und keinen Deut besser als die Leute die er bekämpft. Er nimmt billigend den Tod von Rise und Corvin in kauf ohne sie überhaupt gefragt zu haben, ob sie sich seiner Sache anschließen. Vorher sind die dieses Risiko aber offenbar mehrfach eingegangen, sonst hätten sie nie genug Leute zusamen bekommen. Dazu kommt noch, dass über Rise sogar der optimale Zugang zu Corvin besteht. Selbst wenn er sich nicht überzeugen ließe, dann könnten sie ihn mit Rise erpressen, was viel sinnvoller ist als ihn zu verletzen oder umzubringen. Somit ist es vollkommen egal, ob Castor selbst den Abzug betätigt oder die Tötung weiter delegiert. Im Falle von Rise nimmt er es ja sogar selbst in die Hand. Davon mal abgesehen: Ist es besser jemanden zum Krüppel zu machen als ihn umzubringen? In meinen Augen nicht. Da braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben.
  • Wieso soll es aus politischer Sicht einen so großen Unterschied machen wo die SPES landet? Wichtig ist eher wo die Schiffe sind mit denen man zur Station zurückkehren kann, falls man weitere Überlebende retten will (offenbar sind die Stationen selbst nicht in der Lage zur Erde zurückzukehren). Somit ist die Argumentation mit dem Austausch der Besatzung wenig sinnvoll. Das bringt nichts. Es hätte viel mehr gebracht die Regierung der SPHAERA zu stürzen. Wer auf dem Schiff ist das zur Erde fliegt und wo es landet ist für die Gesamtsituation somit vollkommen unerheblich. Zumal vorher auch schon die Argumentation benutzt wird, dass die SPHAERA eh nicht lange genug halten wird, um zur Erde und zurück zu fliegen (mal hypothetisch davon ausgehend, dass die auf der Erde vorhandenen Schiffe überhaupt noch flugfähig sind – was wohl auch nicht sehr wahrscheinlich ist). Somit gefährdet die ganze Sabotageaktion im nur die Chance, dass überhaupt irgendjemand überlebt, weil man eh nicht davon ausgehen kann, dass von er Erde ausgehend eine Rettungsmission gestartet wird. Mal ganz von den offensichtlichen Problemen abgesehen, dass die Erde noch immer verseucht sein kann von chemischen Kampfstoffen und das evtl. noch vorhandene Lebewesen auf der Erde evtl. feindlich agieren. Wie sich dann später zeigt haben die Leute um Castor sich sogar selbst sabotiert, weil Rise überlebt hat und ihre Enttarnung zu ihrem eigenen Abschuss geführt hat.
  • Selbst aus Sicht des Präsidenten ergibt es wenig Sinn auf die SPES zu feuern. Was hat er denn zu verlieren? Ohne die SPES ist die Chance in etwas gleich 0 zur Erde zu kommen.
  • Castor benutzt den Porko im Namen von Rise mit der ID von Corvin. In Anbetracht dessen, dass der Porko sogar direkt an das Gehirn verbunden ist, wäre das wohl kaum möglich.
  • Das Corvin seinem Vater glaubt, ob mit Geständnis oder ohne ist nicht nachvollziehbar. Er weiß genau, dass er nur Lügen von seinem Vater hört und er jedes Mittel hat um Rise zu Geständnissen zu bringen.
  • Die Rettungsaktion verstehe ich nicht so ganz: Der Präsident lässt Rise ein Gerät einsetzen um ihre Gedanken zu überwachen (das macht zur Überwachung in einer Gefängniszelle wenig Sinn und nur dort befindet sie sich). Dann wird sie von einem Mitglied der Regierung abgeholt und auf den Sublevel gebracht und soll dort von irgendwem abgeholt werden. Wozu? Sollte sie dort getötet werden? Falls ja, macht das Gerät zur Gedankenüberwachung wenig Sinn.
  • Das Rise sich direkt auf ihren „Retter“ einlässt (der sie allerdings nur des Geldes wegen gerettet hat), obwohl sie Corvin angeblich liebt finde ich seltsam. Gut zugegeben, die Chancen stehen sehr schlecht, dass sie Corvin je wieder sieht. Dann bestätigt sich ihr Eindruck, nachdem sie Corvin getroffen hat und sie lässt sich auf Sean ein. Corvin macht im Prinzip das gleiche aber er kann zumindest davon ausgehen, dass Rise tot ist (wobei sich schon die Frage stellt, warum ein Raumanzug verschwendet wurde, wenn wirklich Rise in dem Anzug war)
  • Woher hat Rise ein Kleid, als sie als „Matratzenvertretung“ einspringt?
  • Die Beschreibung in Buch 3 ist nicht ganz nachvollziehbar: In der Biosphäre ist ein See mit einer Insel in der Mitte. Auf dieser Insel befindet sich Rise. Um den See befindet sich ein Wald. Danach heißt es auf der anderen Seite des Sees ist der Bunker. Wie kommt Rise dahin? Andere Seite impliziert für mich nicht auf der Mittelinsel. Das passt auch zur Beschreibung im ersten oder zweiten Buch, nachdem Corvin mit einem Gleiter über den See fliegt um zum Bunker zu kommen. Schwimmen kann Rise nicht. Von einem Boot ist nicht die Rede.
  • Die Argumentation gegenüber dem Senat warum die Sublevelschläusen geöffnet werden sollten um die Bevölkerung los zu werden hinkt gewaltig, Dabei würden immense Mengen von Sauerstoff ins all geschleudert und sehr viele Ressource in Form von Menschen verschwendet (da die normalerweise verbrannt werden, fehlen sie dafür). Da ist die Argumentation einer aufkeimenden Revolution viel stärker.
  • Das Corvin die Verantwortung allein übernimmt ist totaler quatisch. Für eine Revolution hat nie eine Person die Verantwortung. Davon ganz abgesehen – wenn er nichts getan hätte – hätte er sich am Massenmord mitschuldig gemacht. Nach einem Putsch kann man wohl kaum innerhalb von 24 Stunden mehrere Gerichtsverfahren sinnvoll durchführen, wenn wirklich ein Rechtssystem angestrebt wird, das den Namen verdient. Jemanden aufgrund einer Wahrscheinlichkeit per Strafrecht zu verurteilen ist nicht akzeptabel. Militärisch wäre das als Kommandant sicher sein Ende, bei einer 11% Wahrscheinlichkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass er später 90% Erfolgsquote hatte kann ich aber nicht nachvollziehen, dass er nicht trotzdem Kommandant der SPES sein sollte. Es ist meiner Meinung nach eine äußerst zweifelhafte Vorgehensweise und Rechtsauffassung jemanden gleich in der Todeszelle festzusetzen, bevor er überhaupt eine Verhandlung hat. Bevor man über Corvins Taten überhaupt richten kann, hätte man wohl genug zu tun das aufzuarbeiten was der Präsident über Jahre angerichtet hat. Stattdessen wird der ex Präsident ohne Aufbereitung seiner Taten mal eben per Kriegsgericht zum Tode verurteilt – super Leistung! Ein Showprozess spricht nicht unbedingt für das Rechtssystem. Derartiges steht immer unter dem Stern politischer Beeinflussung. Die ganze Art der Abwicklung erinnert sehr an die Vorgängerregierung.
  • Vor dem Aspekt der ansteckenden Krankheiten gegen die nur die obersten Level geimpft sind, wäre es mit Sicherheit keine gute Idee den Vertikaltransporter kurzfristig freizugeben. Das hätte man so schnell nicht machen können ohne totales Chaos und Plünderungen zu provozieren.
  • Wieso soll ein Mediziner plötzlich die Fähigkeit haben ein Raumschiff zu kommandieren (Sean soll statt Corvin Kommandant werden)?!
  • Was sollen Lokalregierungen bringen? Es gibt eine Station auf der alle leben. Spätestens mit Freigabe des VT würde eine totale Vermischung enstehen.

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Götterfunke [Serie]

Götterfunke 1 Liebe mich nicht - Marah Woolf  Götterfunke 2 Hasse mich nicht - Marah Woolf  Götterfunke 3 Verlasse mich nicht - Marah Woolf 

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Marah Woolf

Teile der Serie:

  • Götterfunke 1 – Liebe mich nicht (464 Seiten)
  • Götterfunke 2 – Hasse mich nicht (464 Seiten)
  • Götterfunke 3 – Verlasse mich nicht (464 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Buch 1:

»Es tut mir leid«, flüsterte er, bevor er meinen Körper sanft auf seinen Schoß hob. Selbst der körperlose Teil von mir fühlte den Schmerz, der meine Glieder erfasste. Er raste durch jede einzelne Zelle. Mein Kopf kippte nach hinten und vorsichtig bettete er ihn an seine Schulter. So verrückt das klang, aber ich war neidisch auf meinen Körper.

Das nenne ich mal einen interessanten Serieneinstieg. Die Hauptakteurin wird direkt mit ihrem eigenen Tod konfrontiert. Zack! So schnell kann es zu Ende sein. Vielleicht sollte ich sollte besser sagen ihren fast Tod aber viel hat nicht gefehlt! Aber das war nur ein Traum, oder doch nicht? Und wer war der heiße Typ, der sich so für sie eingesetzt hat?

Jessica ist zum letzten gemeinsamen Sommercamp mit ihren Freunden gefahren. Im nächsten Jahr machen sie ihren Abschluss und dann geht’s zum Studium. Jessica kümmert sich um ihre kleine Schwester, seitdem ihr Vater vor 2 Jahren abgehauen ist und ihre Mutter kaum noch was auf die Reihe bekommt. Dementsprechend wird sie in Kalifornien bleiben, während ihre Freunde an andere Unis gehen werden.

»Du hast dich mit den hübschesten Mädchen der Weltgeschichte amüsiert. Ich war tatsächlich ab und zu neidisch auf dich.« Warum hatte man nie einen Baseballschläger zur Hand, wenn man ihn brauchte? Diese Kerle waren unmöglich.

Neben den Schülern sind offenbar auch Götter im Sommercamp anwesend. Was für ein perfides Spiel treiben die Götter? Offenbar will Prometheus menschlich werden und muss es dafür schaffen, dass eine Frau die er mit allen mitteln umwirbt ihn ablehnt. Scheinbar gibt es zusätzlich eine Intrige, die zum Ziel hat Zeus zu stürzen.

Zwischen Cayden (Prometheus) und Jess gibt es direkt eine gewisse Vertrautheit und Spannung. Jess ist sich sicher, dass er der Typ ist, der im Traum dafür gesorgt hat, dass sie überlebt hat aber wie kann er in ihren Träumen auftauchen, wenn sie ihn noch nie zuvor gesehen hat? Jess verstrickt sich bei diesem Spiel unfreiwillig zunehmend in die Intrigen und Machenschaften der Götter.

Außerdem schien Väter vom Thron zu stürzen ein beliebtes Hobby unter den Göttern zu sein. Sie sollten sich mal lieber eine anständige Beschäftigung suchen.

Die Kapitel wechseln durchgängig zwischen der Göttersicht (genauer gesagt aus der Sicht von Hermes – der ist so etwas wie der rasende Reporter der Götterwelt) und der Menschensicht. Wobei die Sicht von Hermes immer sehr kurz gehalten ist. Das sorgt dafür, dass die Götter etwas geheimnisvoller wirken. Cayden ist anfangs schwer einzuschätzen. Als Leser weiß man zwar mehr als Jess, weil man den Hintergrund seiner Anwesenheit kennt aber richtig einschätzen kann man ihn trotzdem nicht. Er will Jess beschützen, fühlt sich aber auch zu ihr hingezogen und kann nicht von ihr lassen. Aber ist auch ein Gott und verhält sich somit immer etwas arrogant und bestimmend.

»Schicksal ist das, was wir aus unserem Leben machen.«

Der Schreibstil ist toll, locker und fühlt sich natürlich an. Die Dialoge sind witzig und da Cayden immer recht geheimnisvoll wirkt, liest sich die Geschichte sehr gut.

Das Buch einerseits klassisch das was man bei einem Sommercamp von jungen Erwachsenen erwartet. Andererseits ist es gut vermischt mit der Göttergeschichte und liest sich sehr interessant, obwohl anfangs nichts Bahnbrechendes passiert.

»Geh zum Teufel«, wies ich ihn ab. Es fühlte sich gut an, ihm einen Korb zu geben und ihm dabei ins Gesicht zu sehen. »Oder zu July.«

Ich mag die neckischen Sprüche und Gedanken von Jess und ihren leicht trockenen Humor. Die Götter sind in dieser Serie recht menschlich dargestellt, obwohl man aufgrund der diversen Geschichten aus der Vergangenheit merkt, dass sie nicht ungefährlich sind. Die ganze Situation ist irgendwie bizarr aber interessant. Desto mehr Geschichten über die Götter man im laufe der Handlung erfährt, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass die Götter alle nicht ganz „dicht“ sind.

Ich sollte mir von Josh eine Scheibe abschneiden. Er amüsierte sich einfach nur, ohne sich zu viel von einer Beziehung zu versprechen. Sein Herz brach in einer Million Jahren nicht und genauso sollte ich das auch handhaben. Sich verlieben war doch Mist. Wie das ganze Konzept der Liebe Mist war. Einer zog immer den Kürzeren. Ein Partner liebte immer mehr als der andere.

Die Gedanken von Jess „was übersetzt hieß“ sind oft auch witzig. Liebe Mädels – schenkt uns Jungs doch bitte ein Wörterbuch, sonst verstehen wir Aussagen wie – »Ich sehe ja meine Hand vor Augen kaum«, jammerte ich, was übersetzt hieß: Lass uns ein Bett suchen und da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben. – nicht.

Ich finde auch die Art von Jess toll – sie ist nicht der typisch naive Hauptcharakter, sondern sie fragt den Göttern Löcher in den Bauch und ihre Fragen sind gut. Lediglich ihrer „Freundin“ (Robyn) gegenüber ist sie zu loyal und gutmütig, da Robyn Jess nicht gleichwertig behandelt, sondern eher wie eine Angestellte oder sogar fast wie eine Dienerin (in Kalchas Worten: „eifersüchtiges blondes Biest“ und das ist schon eine Untertreibung).

Kalchas ist ein toller Charakter, der die Geschichte erdet, obwohl er auch zu der Götterwelt gehört.

Buch 2:

Das vertraute Neonlicht über uns flackerte an der hohen Decke, und aufgeregtes Summen lag in der Luft, wie jedes Jahr am ersten Schultag. In wenigen Wochen würde die Euphorie in Lethargie umschlagen, die meist bis zum Ende des Schuljahres anhielt.

Das Sommercamp ist zu Ende und Cayden hat Jess abgewiesen. Sie weiß nichts von der Aufgabe, die Cayden bzw. Prometheus von Zeus gestellt wurde, bei der es das Ziel ist ein Mädchen 60 Tage zu umwerben und falls sie ihn trotz seines ehrlichen Versuches abweist, bekommt er als Belohnung die Sterblichkeit, die er anstrebt. Mit Robyn, ihrer „besten“ Freundin, ist Jess nun zerstritten, weil Robyn mit Cayden geschlafen hat. Robyn hat ihn also nicht abgewiesen. Robyn präsentiert sich als das Biest, dass sie immer war. In der Vergangenheit hat Jess das ignoriert, ohne dass es ihr wirklich bewusst war. Da sie Robyn nun aber zum ersten mal widersetzt hat, zieht diese nun alle Register um Jess zu schaden. Prometheus bekommt seinen zweiten Versuch und die Aufgabe Jess zu erobern, nachdem er ihr bereits das Herz gebrochen hat.

Er versuchte sich zweimal selbst daran, ein Marshmallow zu rösten, aber nachdem der erste ins Feuer gefallen und der zweite verbrannt war, gab er es auf. Ich kicherte. »Das können nur echte amerikanische Mädchen«, klärte ich ihn auf. »Die Fähigkeit ist angeboren.«

Ihre Mutter war einige Tage trocken und nun ist sie wieder der Alkoholsucht verfallen. Jess sollte eigentlich einfach Teenager sein dürfen und stattdessen muss sie sich um ihre kleine Schwester und ihre Mutter kümmern. Ihr Vater hat ihre Mutter vor Jahren verlassen, was ihre Mutter nie verwunden hat.

Was sich anhört wie eine typische Teenagergeschichte (wenn man das Alkoholsuchtthema mal ignoriert) ist insofern besonders, als dass Götter in der Menschenwelt auftauchen und ihre perfiden Spielchen treiben. Jess ist besonders, weil sie im Gegensatz zu anderen Menschen die Welt der Götter sieht und sich an die Begegnungen mit ihnen erinnern kann. Andere Menschen haben diese Fähigkeit nicht.

»Ich hasse ihn«, erklärte ich dem wildfremden Mann, der daraufhin gutmütig lachte. »Das sagt meine Frau auch immer, gehört irgendwie dazu, Kleine. Er beruhigt sich schon wieder. Das ist nur die Angst, die bringt uns Männer manchmal um den Verstand. Sei ein bisschen nachsichtig mit ihm.«

Wie sich zeigt sind die Götter genau so idiotisch, wie man sie aus früheren Geschichten kennt, nachdem Cayden Jess bereits das Herz gebrochen hat, wird sie nun als Ziel seines Eroberungsversuches auserkoren. Das zum Thema „wir beschützen dich oder wie hatte Zeus das noch formuliert? Auch wenn man im ersten Buch teilweise den Eindruck gewinnen könnte, als würden die Götter sich Jess gegenüber freundschaftlich verhalten, ziehen sie ihr perfides Spiel weiter durch und ist „Schutz“ den sie Jess gewähren vielleicht blanker Eigennutz? Der Schutz vor Liebeskummer ist auf jeden Fall nicht inbegriffen. Jess kommt der Sache aber auf die Schliche.

Aber ich wollte den alten Zeiten nicht nachtrauern. Wenn ich eins gelernt hatte, dann, dass jedes Zeitalter seine Vorzüge besaß. In diesem war es nicht die Getränkeauswahl, aber ich würde schon noch dahinterkommen, welche es waren.

Auch in diesem Buch mag ich Jess wieder. Zumindest im ersten Buch war sie nicht naiv wie die Akteure in anderen Büchern, aber hier hat sie mehrere Aussetzer. Aber was ihre Gefühle angeht ist es menschlich darüber nicht immer die Kontrolle zu haben auch wenn ihr die Vernunft etwas anderes rät. Das ist nachvollziehbar. Sie hat das Herz am rechten Fleck und wahrscheinlich ist das genau das Problem. Bei den Göttern stimmt diesbezüglich so einiges nicht. Lediglich, dass sie bei Mateo nicht misstrauisch wird, spricht nicht unbedingt für sie. Aber da den anderen Götter an ihm auch nichts auffällt, sollte man meinen, dass er „normal“ ist.

Mit gerade mal einem Meter fünfundsechzig kam man eben nur durchs Leben, wenn man drängelte und boxte.

Cayden wirkt im zweiten Buch allerdings nicht mehr stimmig. Nachdem er Jess mehrfach das Leben gerettet hat und ständig versucht Jess zu beschützen, geht er ein lebensbedrohliches Risiko für sie ein. Das passt absolut nicht zusammen und es wird in der ganzen Buchserie nicht erklärt warum er das gemacht hat.

Leider geht das zweite Buch etwas in typisches Teenagergezicke unter. Das fand ich weniger unterhaltsam als den ersten Teil. Auch die Geschichte ist hier deutlich löchriger und nicht so stimmig wie im ersten Teil.

Buch 3:

Hatte er gerade auch über mein Schicksal bestimmt? Ein Wörtchen wollte ich da schon noch mitreden. Sobald ich wieder in meinem Körper war, konnte er was erleben. Diese Männer machten mich wahnsinnig.

Jess hat im zweiten Band von der „Wette“ der Götter erfahren, bei der es darum geht, dass Cayden menschlich wird, wenn im eine Frau trotz seines ehrlichen Versuches sie zu gewinnen, widerstehen kann. Dafür hat er alle 100 Jahre drei Versuche und dabei hat er schon sehr vielen Frauen das Herz gebrochen. Jess ist im aktuellen Jahrhundert der 2. Versuch und da sie ihn aufgrund ihrer Wut ablehnt, wird er wirklich menschlich und somit sterblich. Zusätzlich hat Jess durch das Tattoo das sie fast getötet hätte (zu dem Sie die Götter um Zeus mehr oder weniger genötigt haben) nun die Fähigkeit erlangt Sichtbares von anderen Göttern zu verbergen. Aufgrund dieser Fähigkeit wurde sie in Band 2 von Agrios dazu gezwungen ihn und seine Kumpanen in den Olymp zu führen um Zeus zu stürzen. Da Cayden nun menschlich ist, wird er bei dem darauffolgenden Kampf der Götter schwer verletzt.

Für die Götter war ich nicht mehr als ein blödes Sandkorn. Und davon gab es Milliarden. Aber ich hatte mir ja einbilden müssen, dass ihnen etwas an mir lag. Wieso fiel ich immer wieder auf sie herein? Die Antwort war denkbar einfach. Weil sie scheißbeschissene Götter waren und höchstwahrscheinlich meine Gefühle manipulieren konnten. Cayden brauchte mich ja bloß mit seinen funkelnden Augen anzuschauen und schon schmolz ich dahin. Ich war ein hoffnungsloser Fall. Am besten, ich ließ ihn im Krankenhaus versauern.

Da es Jess gelingt eine Insignie der Macht zu verstecken, kommt es zu einer Pattsituation. Wie üblich ist sie der Spielball der Götter. Jess vertraut Cayden nicht mehr und da er nun menschlich ist, meint sie, dass er ihr eh keine Hilfe mehr ist. Obwohl sie noch Gefühle für ihn hat, weigert sie sich hartnäckig ihn nach den Gründen für sein Handeln zu fragen und auch er verhält sich ziemlich bockig.

Zu allem Überfluss scheint es in Zeus Reihen auch noch einen Verräter zu geben. Wie soll sie aus sie sich verhalten? Welchen Göttern kann sie noch vertrauen (sofern sie das überhaupt jemals konnte)?

Die Putschisten bedrohen nicht nur Jess, sondern die gesamte Menschheit. Die Götter um Zeus waren zwar nicht gerade zimperlich aber dagegen noch relativ harmlos.

Die Verweigerungshaltung von Jess wirkt in diesem Teil schon etwas arg übertrieben. Im ersten Buch verzeiht sie quasi alles und versucht dies selbst im zweiten Buch bei Robyn noch ständig, obwohl Robyn schon lange ihre wahres Gesicht gezeigt hat und längst klar ist, dass sie die Freundschaft von Jess verdient.

»Ich sehe ja meine Hand vor Augen kaum«, jammerte ich, was übersetzt hieß: Lass uns ein Bett suchen und da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben.

Es ist offensichtlich, dass Jess noch etwas für Cayden empfindet aber ein vernünftiges Gespräch bekommen die beiden nicht zusammen. Jess hat ständig Angst davor ihm wieder zu verfallen und versucht sich ständig einzureden, dass sie nicht mehr für ihn empfindet. Sie flüchtet quasi die meiste Zeit vor ihm.

Weiterhin hat sie Angst um ihre Familie, das hindert sie aber nicht daran, dass sie die Götter noch wütender macht, die sie bedrohen. Um es mal vorsichtig zu formulieren finde ich es relativ unvernünftig, wenn die Familie Morddrohungen bekommt genau das zu machen was man eigentlich lassen soll und dann auch noch so, dass die Spur leicht zurück verfolgen lässt.

»Ich kann dir nicht geben, was du brauchst«, erklärte er langsam. Sein Blick ruhte auf mir. »Ich würde dir nur wehtun.« »Würdest du nicht«, widersprach ich, obwohl ich wusste, dass er recht hatte. Liebe tat meistens weh.

Die Liebesgeschichte kommt im dritten Band zu großen Teilen kaum noch zum tragen. Das war zwar im zweiten Buch schon deutlich weniger der Fall als im ersten Buch aber hier herrscht quasi totale Funkstille in der ersten Buchhälfte. Dafür ist der Abenteueranteil deutlich höher, wenn auch nicht alle Aktionen Sinn ergeben und teilweise schon äußerst Lebensmüde wirken, vor allem wenn man bedenkt, dass teilweise durch diese Aktionen nicht nur das eigene Leben in Gefahr gebracht wird.

Die vorhandenen Charaktere sind hier relativ festgefahren in ihren Haltungen und ihrem Verhalten. Es kommen allerdings noch ein paar neue dazu, die ganz interessant sind. Die Erklärungsansätze für Caydens Verhalten finde ich vollkommen unzureichend. Warum Cayden das Tattoo was Jess fast umgebracht hätte für eine „gute Idee“ gehalten hat wird überhaupt nicht erklärt.

»Eine Coke.« »Light?« »Sehe ich aus, als wollte ich mich vergiften?«

Die Götter führen sich bis zum Ende wie Idioten auf und bestimmen über das Leben von anderen Menschen und Göttern ohne diese in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Ich hätte keinem von denen verziehen, wenn ich an Jess Stelle gewesen wäre.

Fazit:

Warum gab es eigentlich kein Medikament gegen Liebeskummer? War schließlich eine Volkskrankheit.

Die Serie macht es mir echt nicht einfach. Das erste Buch fand ich toll. Das lag unter anderem am ungewöhnlichen Einstieg und auch an dem Szenario. Die Götter werden hier nicht so unnahbar dargestellt wie in anderen Buchserien. Im Prinzip sind sie auch nicht so viel anders als Menschen mit zusätzlichen Eigenschaften und da sie unsterblich sind, haben ihre Handlungen auch immer nur recht begrenzte Auswirkungen und sie denken zu wenig darüber nach was sie tun. Sie wirken oft wie überaus mächtige Kinder.

Ein Teil der Faszination des ersten Teils ist, dass vieles unklar und geheimnisvoll bleibt. Vor allem die Gründe für das Handeln der Akteure sind oft nicht klar.

»Vielleicht bereut er wirklich, euch verlassen zu haben. Findest du nicht, er hätte eine zweite Chance verdient?« »Für manche Dinge gibt es keine zweite Chance«, erklärte ich heftiger als nötig. Wir wussten beide, dass wir nicht mehr über meinen Vater sprachen.

Im zweiten Teil wird relativ klar, dass die Götter größtenteils egoistische Idioten sind und man fast keinem von ihnen trauen kann. Alle nutzen Jess aus und bringen sie in Lebensgefahr. Um die Liebesbeziehung zwischen ihr und Cayden geht es nur noch bedingt und teilweise werden die Randbedingungen (die Wette und das Handeln der Götter) weiter erläutert auch wenn die Motivationen unklar bleiben. Die Charaktere handeln an diversen Stellen nicht nachvollziehbar und nicht konform zu ihren vorherigen Handlungen (vor allem Cayden – erst Beschützer, dann Bedrohung).

Cayden stöhnte und vergrub das Gesicht in den Händen. »Agrios hat schon recht. Vor hundert Jahren haben die Mädchen noch gemacht, was man ihnen gesagt hat.«

In Teil drei werden die Motivationen der Handlungen erklärt bzw. besser gesagt es werden teilweise Erklärungsansätze gegeben, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind. Wie kann man jemand verzeihen, der einen verletzt hat und die Erklärung warum er das gemacht hat ist vollkommen sinnlos?

Trotzdem ist die Buchserie interessant. Den ersten Teil fand ich am besten und den mittleren am schwächsten. Das Ende geht für mich dann wieder in Ordnung. Bei der Serie wäre meiner Meinung nach aber noch deutlich mehr drin gewesen. Nach dem ersten Buch hatte ich noch die Hoffnung, dass am Ende 4,5 oder 5 Sterne rauskommen, weil das Buch ziemlich stimmig fand. Danach treten allerdings so viele Unstimmigkeiten auf, dass man sich wünscht, dass die letzten beiden Bücher sorgfältiger Lektoriert worden wären.

Der Schreibstil ist toll und die Ich Perspektive ermöglicht es sich voll in die Charaktere zu versetzen.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

Dämomentochter

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich finde es nicht sehr realistisch, dass die so eine große Göttertruppe für so eine „Spaßaktion“ in der Menschenwelt auftaucht. Aber gut, wer bin ich, dass ich das Handeln von Göttern einschätzen kann? Die haben ja schon immer verrückte Sachen gemacht.
  • Ist schon lustig wie leicht sich die Götter belauschen lassen. Sich nachts in Wohnzimmer der Lodge zu stellen und zu reden ist jetzt nicht gerade diskret. Aber zugegeben. Die haben eh nichts zu verlieren und Arrogant sind sie auch,
  • Warum sollten sich die Götter dafür interessieren ob und welche Überlieferungen es über sie gibt? Um die Frage weiter zu treiben: Warum sollten sie sich dafür interessieren, dass es den Menschen (Diafani), die in der Lage sind die Götter zu sehen gut geht? Das restliche Handeln der meisten Götter, legt nicht gerade nahe, dass sie sich für das Wohlergehen von einzelnen Menschen interessieren. Gut zugegeben – sie handeln nicht nach der Aussage, dass sie Jess beschützen wollen.
  • Wieso schließt Jess die Augen, bevor sie dann versehentlich den falschen mit einem Stein KO schlägt? Klassischer Fall von praktisch für den Storyverlauf, ergibt aber überhaupt keinen Sinn
  • Das Jess bei Mateo nicht argwöhnisch wird, ist nicht wirklich glaubwürdig. Er ist rein zufällig hergezogen und rein zufällig wird sie zweimal vor seinem Haus attackiert. Dazu kommt noch, dass er auffällig nett ist und sich in der heutigen Welt auch ein wenig verloren wirkt, wie die anderen Götter auch. Und das zeigt er auch immer wieder. Als Mateo auf Iapetos reagiert, ist es ziemlich offensichtlich, dass er kein normaler Junge ist. Spätestens als ihr Tattoo kribbelt als sie zu Mateo an den Tisch tritt, ist es dann offensichtlich. Gut, da ist es natürlich eh schon zu spät.
  • Das Jess darüber nachdenkt Robyn wieder zu vergeben kann ich absolut nicht nachvollziehen. Nachdem sie ihr wahres Gesicht offenbart hat, gibt es definitiv nichts was einer Freundschaft würdig ist (was Robyn ihr dann im Nachgang dann ja auch mehrfach beweist). Witzigerweise haut sie Später Robyn eine Runter „wegen der vielen Aktionen aus den letzten Jahren“. Wenn sie das doch immer gestört hat – vorher macht es nicht den Eindruck – hätte sie doch wohl schon eher reagiert
  • In Buch 2 ist eine nette Anspielung auf die Biss Serie. Schon interessant wie eine Buchreihe die Denkweise beeinflusst. Hier wird es gleich als gegeben hingenommen, dass Vampire in die Zukunft sehen können oder Gedanken lesen. Das gehört eigentlich nicht zu den Fähigkeiten von Vampiren, wenn man andere Geschichten liest.
  • Das Cayden bei dem Tattoo für Jess zustimmt finde ich vollkommen unglaubwürdig. Entweder will er Jess beschützen, wie das in der ganzen Buchserie zigmal passiert oder nicht (er rettet ihr mehrfach das Leben). Wenn die Götter keine Ahnung haben wie sich die giftige „Tinte“ auf Jess aufwirkt, hätte Cayden das niemals zugelassen. Aber er sagt ihr sogar, dass es nicht schmerzt und vollkommen harmlos ist, obwohl er weiß, dass sie daran sterben kann Den anderen Göttern wäre es natürlich egal was ihr passiert und das Jess die Gefahren nicht weiter hinterfragt, obwohl sie merkt, dass ihr alle etwas verschweigen ist auch nicht realistisch. Selbst Kalchas verrät Jess in dieser Sache, weil er ihr nichts von der Gefahr sagt. Das ist die erste Tat von Cayden die wirklich unverzeihlich ist.
  • Das es Frauen gibt die über Jahrhunderte versuchen die Götter bei ihrem Verführungsspiel zu stoppen (alle 100 Jahre einen Versuch), halte ich für nicht sehr wahrscheinlich. D.h. jede dieser Frauen lässt einmal im Leben alles stehen und liegen um die Götter aufzuspüren (also evtl. quer um die Welt zu reisen bzw. bei 100 Jahren wird sogar immer eine Generation übersprungen) und dann drei Mädchen zu warnen wegen der Gefahr von Liebeskummer? Nicht sehr realistisch. Ist ja nicht so als wenn die Götter irgendwen umbringen. Cayden verführt 3 Mädchen in einer vorgegeben Zeitspanne und das war’s. Das ist zwar nicht nett aber i.d.R. auch nicht gerade tödlich. Da wird sich wohl kaum jemand zur Lebensaufgabe machen jemand anderen – den man nicht kennt – vor Liebeskummer zu bewahren. Früher wäre es schon schwierig gewesen die Reise zu finanzieren und rechtzeitig vor Ort zu sein. Heute ist es ja kein großes Drama mehr, wenn eine Beziehung in die Brüche geht (es zerstört einem nicht das ganze Leben, wie das früher vielleicht der Fall war). Die persönliche Motivation von Ariadne wird später sehr deutlich. Die ihrer Vorgängerinnen erschließt sich mir nicht.
  • In Buch 2 hat Jess auf Seite 370 zerzaustes Haar und sandige Klamotten und Angst, dass sie ihre Mutter so sieht, weil sie es nicht erklären kann. Auf Seite 372 geht sie schnurstracks in die Küche ohne sich umzuziehen und redet mir ihrer Mutter?!
  • Das Jess allein nach Hause geht, obwohl Mateo sie erkannt hat, ist einfach nur dumm.
  • Es ist ein ziemlich kurzsichtiger Ansatz von Jess Agrios zu helfen, weil der dann angeblich Jess Mutter und Schwester nicht tötet. Aber da er danach eh die Menschheit vernichten will, wird er vor den beiden kaum halt machen
  • Wenn Zeus die „Wette“ jederzeit aufheben kann, warum dann nicht in diesem Fall. Zusätzlich hat er – wie man später erfährt – auch die Fähigkeit jemandem Zum Gott zu machen. Die Story im 2. Teil ist also ziemlich löchrig. Das einzige Argument ist, dass er in dem Moment seinen Stab nicht hat. Das wäre aber noch keine Erklärung warum er Prometheus nicht später wieder unsterblich macht.
  • Warum kann Leah und Phoebe in die Götterwelt gelangen ohne dort zu einzuschlafen? Bei Robyn war die Argumentation im ersten Buch, dass sie erst aufwacht, wenn sie die Götterwelt verlassen hat
  • Auf Seite 23 in Buch 3 ist angegeben, dass Cayden noch unsterblich wäre, wenn Jess Agrios nicht auf den Olymp gebracht hätte. Offensichtlich sind aber doch die 60 Tage rum (Zeus sagt ja „die Zeit ist abgelaufen“ – wobei es sehr seltsam finde, dass das genau in dem Moment passiert, die Götter alle beieinander sind). Erst nach den 60 Tagen ist doch relevant, dass sie ihn abgelehnt hat. Somit wäre das gleiche mit Cayden passiert, wenn sie nicht da gewesen wäre, nur ohne Verletzung
  • Der Grund warum Cayden menschlich werden wollte ich lächerlich schwach bzw. eigentlich gibt es keinen echten Grund. Eine gute Entschuldigung sieht anders aus.
  • Athene und Jess besprechen den Plan, dass Jess mal wieder in die Götterwelt reist um dort eine Kopie des Stabes zu besorgen (Buch 3 Seite 325). Das ist quasi ein Himmelfahrtskommando. Cayden sitzt während des Gespräches daneben und sagt dazu nichts. Jess denkt sogar daran, dass es keine gute Idee ist das Gespräch in seiner Gegenwart zu führen. Später wird dann erwähnt, dass er auf keinem Fall von dem Plan erfahren darf, weil er ihn sonst vielleicht verhindert um Jess zu schützen (S. 366). Wenn dem so wäre, hätte er wohl schon viel eher dagegen protestiert. Die Aktion Cayden mal eifersüchtig zu machen, damit er nichts vom Plan erfährt, nachdem sie 2 Bücher gebraucht haben um wieder zusammen zu finden ist total daneben.
  • Wieso kann Jess alleine zwar in die Götterwelt gelangen aber nicht wieder hinaus und wieso kommt nicht mal die Göttin der Weisheit auf die Idee das in ihrem Plan zu berücksichtigen?
  • Das Ziel ist es Agrios zu Zeus zu locken mit der zweiten Insignie. Um das zu erreichen wird die Kopie des Stabes benötigt. Direkt bevor Jess die Kopie erschaffen hat greift Agrios aber Zeus und die anderen Götter an. Der Plan ist also schon hinfällig bevor er ausgeführt wird. Hephaistos schafft es also mit einem Gerücht Agrios anzulocken. Das mit der Kopie mehr erreicht werden kann, ist relativ unwahrscheinlich. Zumal die Gefahr groß ist, dass der Stab einfach vom Verräter entwendet wird. Wieso sollten die Götter auf den Stab aufpassen können, wenn sie es bei Jess auch nie hinbekommen? Wie sich dann später zeigt hat die Kopie des Stabes überhaupt keinen Nutzen gehabt.
  • Apoll soll nichts davon wissen, dass Jess den echten Stab hat aber von der Kopie darf er wissen. Das macht keinen Sinn. Wenn er ein Verräter wäre, sind beide Informationen gleich gefährlich
  • Nach welchem Prinzip können sich einzelne Anhänger Götter (Anhänger von Agrios) frei von und nach Mystikas bewegen und andere nicht? Offenbar können sie das auch alleine also ohne Agrios (Buch 3 Seite 390)
  • Die Motivation von Hermes ist nicht nachvollziehbar. Es mag Jess (das sagt er drei Bücher lang) und dann hat er keine Probleme die Familie (von denen er einige sehr mag) zu verraten und zusätzlich Jess. Da er auch nicht dumm ist kann er kaum annehmen, dass er einen Platz neben Agrios erhält. Zusätzlich hab man in seiner Sicht der Dinge immer den Eindruck, als wenn er lieber seine Ruhe hat und keine Verantwortung. Aber gut, die Götter verhalten sich alle wie Kinder und sind egoistisch und naiv. Insofern braucht es wohl nicht viel Motivation für irgendwelchen sinnlosen Handlungen.
  • Wie kommen Agrios und Hermes auf die Idee, dass Jess den Stab beschaffen kann? Die Kopie ist bei den Göttern und wenn Hermes vom echten Stab wüsste (was eigentlich wahrscheinlich ist, da es genügend Gelegenheiten gab Jess bei Gesprächen über den Stab zu belauschen), dann wäre er viel eher gekommen. Dass die Götter den Stab einfach an Jess übergeben, kann Agrios wohl kaum annehmen. Warum sollten sich die Götter dafür interessieren, ob die Schwester von Jess entführt wurde?

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Essenz der Götter [Serie]

Essenz der Götter 1 - Martina Riemer  Essenz der Götter 2 - Martina Riemer

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Martina Riemer

Teile der Serie:

  • Essenz der Götter 1 (472 Seiten)
  • Essenz der Götter 2 (345 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

»Wie kommt es, dass du auch mit geschlossenen Augen immer meine Brüste erwischst?« »Talent einerseits«, sagt er, kommt näher und gibt ihr einen Kuss, »andererseits weiß meine Hand eben von alleine, wo sie hingehört.« »Ich hoffe, die Hand weiß auch, dass sie nur auf meine Brust gehört, sonst«, kontert sie und legt ihre Hand auf seine und verschränkt die Finger mit ihm, »könnte es passieren, dass ich beim nächsten Training mit den Messern abrutsche.«

Buch 1: Loreens Adoptiveltern sind kürzlich bei einem Autounfall gestorben. Loreen ist 17 und wurde in ein Kinderheim gesteckt, dass irgendwo im nirgendwo ist. Loreen trauert und ihr langjähriger Freund is nun auch unerreichbar weit weg.

Loreen erfährt, dass sie zu den Divinus Kriegern gehört. Die Divinus Krieger tragen eine göttliche Essenz in sich. Jeder Divinus Krieger hat andere Gaben (Fähigkeiten) von den Göttern bekommen. Die Divinus (Anhänger der neuen Götter – Zeus und Co) führen Krieg gegen die Titanus (Anhäger der alten Götter – Titanen) aber es steht eher schlecht. Sie benötigen Loreen aus diesem Grund, wie jeden anderen der Götteressenz in sich trägt.

Loreen entscheidet sich aber trotz der Neuigkeit mit Jamie zusammen zu leben – ihrem langjährigen Freund. Erst nach vier Jahren hört sie auf ihr Gewissen und nimmt erneut Kontakt zu den Divinus Kriegern auf. Dort wird sie in deren Geschichte und deren Kampftechniken eingeführt. Sie begegnen ihr aber teilweise mit Misstrauen, weil sie sich nicht sofort für sie entschieden hat.

Der Gedanke, Sky in kleine Scheiben zu schneiden, war kurz durch seinen Geist geflogen, aber Sky ist sein Freund und er und Loreen sind bald Bell-Par.

Dann fällt ihr ein Brief von ihrer Mutter in die Hand, in dem klar wird, dass diese mit allen Mitteln verhindern wollte, dass Loreen bei den Kriegern landet und die undurchsichtige Anführerin der Krieger erfährt davon.

Der Anfang hat schon etwas leicht esoterisches. Das jemand eröffnet bekommt, dass er kein Mensch ist und das direkt schluckt, weil er schon immer so ein Gefühl hatte, ohne Faktengrundlage halte ich nicht für normal. Noch besser wird es dann, wenn der jemand (Loreen) es ihrem Freund (Jamie) erzählt und der auch gleich voll drauf einsteigt. Kann doch jeder nachvollziehen, dass man seinen Freunden erzählt, dass man göttliche Essenz in sich trägt und die das direkt akzeptieren, oder?

Aus Erfahrung weiß Loreen bereits, dass die schlimmen Dinge meist plötzlich passieren, ohne Vorwarnung. Aber dabei vergisst man oft, dass manchmal – wie soeben mit Rion – auch die guten Dinge wie aus dem Nichts geschehen.

Loreen ist sehr naiv und steigt vollkommen auf die Göttergeschichte ein, ohne auch nur ansatzweise zu wissen was sie erwartet und auf wen sie sich einlässt. Sie weiß nicht mal wer der Gegner ist und auf welcher Seite sie kämpfen würde und für welche Ziele. Sie will sofort mit ihrem Freund schluss machen, weil der nun keinen Platz mehr in ihrem neuen Leben hat, das sie noch nicht kennt. Dann steht er vor ihr und sie will doch nicht Schluss machen und er fragt Sie ob sie ihn Heiraten will und sie sagt zu. Von Schluss machen zu Heiraten in unter 5 Minuten ist eine stramme Leistung!

»Du wirst mich verlieren oder ich werde dich irgendwann verlieren. Das ist der Lauf des Lebens. Sterben gehört einfach dazu. Deswegen bringt es nichts, wenn du nicht richtig lebst, denn das andere kommt sowieso. Wäre es dann nicht klüger, das Leben, so kurz es auch sein mag, mit all seinen Facetten vollkommen auszukosten?«

Daraufhin lebt sie etwas mehr als 2 Jahre mit Jamie zusammen, der dann an einem Gehirntumor stirbt. Danach begibt sich in die Behandlung von einem Psychiater und der überzeugt sie, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen muss. Daraufhin nimmt sie wieder Kontakt zu den Divinus Kriegern auf, nachdem sie ihre Freizeit nur mit Kampftraining und dem Lernen von altgriechisch verbracht hat.

Die Divinus Krieger leben wie vor Jahrhunderten (warum auch immer) und werden von einem Rat von 5 Personen angeführt, denen man gehorchen muss, wenn man zur Gemeinschaft gehört. Faktisch wird der Rat aber von einer Person angeführt, die quasi ein despotisches Regime führt und nicht nachvollziehbare Entscheidungen trifft. Auch gekämpft wird mit altertümlichen Mitteln.

Manchmal zählt wohl nicht die Dauer einer Bekanntschaft, um deren Wert zu messen.

Um ihre „Art“ zu sichern gibt der Rat vor wer sich mit wem zu paaren hat (ein wenig wie Hundezucht – ok, vielleicht sollte man den Ansatz auch mal überdenken). Die besten Gene müssen weitergegeben werden. Dabei werden Beziehungen oder Liebe vollständig ignoriert. Es drängt sich sogar der Verdacht auf, dass bewusst irgendwelche Spielchen getrieben werden um Menschen zu verkuppeln, die nichts füreinander empfinden. Angeblich basieren die Entscheidungen auf Visionen und Eingebungen der Götter (und das die Götter zu der Anführerin des Rates sprechen stellt natürlich auch niemand in Frage). Das er derartige Menschen gibt, die Macht missbrauchen ist nichts Neues. Ärgerlich und unglaubwürdig wird es immer dann, wenn deren Befehle nicht hinterfragt werden, obwohl die ausführenden Personen gebildet sind und sehr viel Lebenserfahrung haben.

Menschen sind so vielschichtig wie das schimmernde Farbspektrum eines Diamanten, das bei jeder Bewegung andere Nuancen preisgibt. »Danke für deine Ehrlichkeit. Du bist gar nicht so übel, wenn man kurz vorm Durchdrehen ist. Das muss man dir lassen«

Als Loreen zurück bei den Kriegern ist, denkt sie sofort wieder daran, dass sie sich zu Slash hingezogen fühlt. Slash und Loreen zicken sich dann längere Zeit an, weil sie sich vor Jahren für Jamie entschieden hat und er mauert, weil er in der Vergangenheit einen Verlust erlitten hat. Es geht quasi durchgehend darum, dass irgendwer sexuelle Anziehung auf jemand anderen ausübt. Das Kriegsthema gerät die erste Buchhälfte in den Hintergrund.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von mehreren Charakteren und mithilfe von Zeitsprüngen erzählt. Es wird zwischendurch immer mal wieder in die Vergangenheit gesprungen. Das macht es streckenweise schwierig die Handlungen oder das Verhalten der Akteure zu verstehen, weil man die Gründe und Ursachen (noch) nicht kennt.

Sie steht komplett nackt vor den beiden Männern und ihr wird klar, warum der andere Typ sie so unverhohlen anstarrt und herablassend grinst. Hastig, und mit heißen Wangen, die wahrscheinlich tomatenrot aussehen, hebt sie die Decke zu ihren Füßen hoch und schlingt sie um ihren Körper. Toller erster Eindruck! Wenn das nicht hilft, um harmlos zu wirken, was dann?, denkt sie grimmig und peinlich berührt.

Beim ersten Buch habe ich ernsthaft überlegt, ob ich abbreche, weil ich weder die Handlungen und Motive der Charaktere nachvollziehen konnte, noch die Geschichte besonders spannend war.

Buch 2: Loreen und Kate werden beschuldigt mit den Titanus paktiert zu haben und so den Angriff auf das Lager der Divinus Krieger ermöglicht zu haben.

Alle Divinus Krieger haben sich aufgrund des Verdachtes, den offenbar jeder als Tatsache hinnimmt von ihr abgewendet, obwohl sie im Kampf diverse Titanus Krieger und andere Kreaturen getötet hat, die Feinde der Divinus waren. Mal wieder folgen die Divinus Krieger blind ihrer Anführerin (ohne dafür einen Grund zu haben). Für Kate bleibt der Verdacht aber offenbar vollkommen folgenlos.

Loreen wird in Neuseeland (mutmaßlich in der nähe der Titanus) ausgesetzt. Aber sind die Titanus wirklich der Feind?

»Du hast um sie getrauert und geweint, den ganzen Weg vom Kolosseum bis in das Lager. Auch in der Nacht waren deine Gedanken bei ihr. Ich habe dich ihren Namen murmeln gehört. Und du wirst sie noch länger betrauern, aber deshalb kannst du nicht aufhören zu leben.«

Das ganze Beschuldingungsszenario entbehrt jeder Logik, weil sie selbst mehrere von den Titanus getötet hat und dabei in Ohnmacht gefallen ist bzw. fast gestorben wäre. Außerdem hat sie dem Bruder von Sky unter Einsatz ihres Lebens gerettet, was sie wohl kaum getan hätte, wenn sie zum Feind gehören würde. Weiterhin hat sie zusätzlich zu ihrer zweiten Fähigkeit eine andere, die eindeutig den Divinus Kriegern zuzuordnen ist. Ihr wird  unterstellt, dass sie zum Feind gehört, weil sie eine bestimmte Form der Magie beherrscht (2. Fähigkeit). Das ist total substanzlos, weil im ganzen ersten Buch kein Grund genannt wird warum überhaupt Krieg zwischen den beiden Parteien herrscht. Im Ursprung waren die Titanus (Kronos und Co) den alten griechischen Göttern zugehörig und die Divinus Kriegern den neuen Göttern (Zeus und Co). Da die Götter aber vereinbart haben, dass sie sich auf der Erde nicht mehr einmischen ergibt der Krieg überhaupt keinen Sinn und wird auch von niemandem hinterfragt.

Wie oft soll ich das noch ertragen, bevor ich zerbreche? Wo steht man im Leben, wenn man auf einen Schlag wieder auf sich alleine gestellt ist? Wer gibt einem Kraft und Halt, wenn die eigenen Beine einen nicht mehr tragen? Was passiert, wenn man Familie und Freunde verliert – verblasst man dann auch selbst und wird zu einem farblosen, leeren Abklatsch seines alten Ichs?

Ganz davon abgesehen wird auch nicht hinterfragt warum die Kreaturen des Tartaros beide seiten angreifen und auch die Argumentation Kate gegenüber (sie sei die einzige, die die Kreaturen des Tartarus beeinflussen kann) ist vollkommen haltlos, weil die Titanus das in der Vergangenheit selbst konnten auch ganz ohne Kate.

Ganz davon abgesehen ist Loreen das beste Beispiel, dass man beide Seiten in sich vereinen kann und der Krieg eh komplett sinnlos ist.

Nach dem verkorksten Start wird das zweite Buch dann aber deutlich besser, weil die Charaktere endlich anfangen nachzudenken und sinnvoll zu handeln und sich auch zunhemend ein Handlungsstrang ergibt.

Fazit:

Und wenn ich dir verrate, was ich weiß und Slash bekommt Wind davon, dann reißt er mir den Kopf ab. Ehrlich, ich mag meinen Kopf dort, wo er ist.«

Die Serie fühlt sich vor allem im ersten Buch an wie Göttergeschichte mit Teenagerdrama mit leichtgläubiger unentschlossener Hauptakteurin und machthungriger, verleiteter Anführerin und Charakteren, die vollkommen ohne jeden eigenen Gedanken naiv einem Anführer folgen (das hat etwas sektenartiges). Die Charaktere benehmen sich vor allem am Anfang wie Kleinkinder, obwohl sie relativ viel Lebenserfahrung haben (weil sie ein deutlich höheres Alter erreichen als Menschen). Sie lieben sich und merken es nicht und reden nicht miteinander und zicken sich lieber gegenseitig an und wenn sie dann doch zueinander finden, dann fuscht der Rat in seiner nicht vorhandenen Weisheit dazwischen.

Nach einem verkorksten Start im zweiten Buch wird es dann aber langsam besser, weil die Handlung vorankommt und sich die Charaktere plausibler verhalten..

Ich bin mit der Buchserie nicht so richtig warm geworden. Zum Glück ist es im zweiten Buch dann besser geworden.

Bewertung:

3 out of 5 stars 3/5

Vergleichbare Bücher / Serien:

  • Ausgehend von dem Götterhintergrund Dämonentochter, mir hat die Dämonentochter Serie aber deutlich besser gefallen

Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Zwei Lehrer und ein Schüler fangen neu in einem Kinderheim an und eine Woche später verschwinden alle drei? Sehr unauffällig. Außerdem: Kinderheim und Schule sind doch normalerweise nicht in einem Haus untergebracht, oder?
  • Loreen will telefonisch mir Ihrem Freund Schluss machen, den Sie schon seitdem Kleinkindalter kennt, nachdem sie erfahren hat, dass sie göttliche Essenz in sich hat. Die Entscheidung trifft sie ohne überhaupt zu wissen was sie erwartet, wenn sie den Divinus Kriegern folgt. Das muss ja eine tolle innige Freundschaft gewesen sein, wenn man sie so leicht beendet.
  • Es wird nicht erklärt warum sich die beiden Parteien bekämpfen. Sie handeln im Namen der Götter, die sich aber schon seit Jahrhunderten von der Erde zurückgezogen haben und auch beschlossen haben sich dort nicht ehr einzumischen. Der Kampf ist also komplett sinnfrei. Das ist eigentlich schon im ersten Buch klar, im zweiten Buch wird es dann bestätigt.
  • Die Divinus Krieger leben mit Lederkluft, Pfeil und Bogen, Ackerbau und recht rückständig aber Nagellack und Kaugummi ist ok? Und davon bekommt der Rat nichts mit? Klar, fällt ja auch beides nicht auf. Vor allem wenn beides von der Person benutzt wird, die der der Chefin des Rates die Haushälterin gibt.
  • Loreens Einstellung ist total lächerlich: Sie will zu ihrem Erbe stehen egal was das bedeutet. Da sie Essenz der Götter in sich trägt heißt das, dass sie ohne dies zu hinterfragen in den Krieg zieht, weil die anderen es auch machen und dass sie sich dem willen des Rates beugt, egal was der will.
  • Die Bel Par Politik scheint ja grandios zu funktionieren. Man darf nur Kinder mit jemandem bekommen den der Rat ausgewählt hat, was dann quasi dazu führt, dass fast keiner mehr Kinder hat. Sehr ausgeklügelt vor allem wenn die Population eh schon rückläufig ist.
  • Loreen setzt was auch immer für eine Fähigkeit ein und tötet einen Gegner – verbrennt ihn mit Licht – und die anderen flüchten danach. Wieso wird nach dem Kampf nicht darüber diskutiert? Eigentlich dürfte sie derartige Fähigkeiten nicht haben, weil sie nur eine Fähigkeit haben sollte. Wieso weiß Elderly davon, obwohl sie nicht dabei war?
  • Im ersten Buch gibt ein absolut inszeniertes Drama: Phase 1 – Oh, die große Liebe, ich kann nicht ohne dich, auch was wäre wenn du verletzt wirst – Phase 2: Oh wir dürfen uns nicht lieben, weil die Anführerin es nicht will. Kein Problem, wir machen doch alles was der Rat will… – Phase 3: Oh, jetzt sind wir doch wieder zusammen und alles ist vergeben und vergessen – muss man nichts zu sagen, oder? Mal ennsthaft: Will man mit jemanden zusammen sein, der blind irgendwelchen Anführern hinterher läuft und nicht im Geringsten bereit ist für die Beziehung zu kämpfen, wenn sie von außen bedroht wird?
  • Wenn Loreen angeblich so gefährlich ist, dann ist es vollkomen unlogisch, dass erst Elderly mit ihr zusammen ist und dann zwei Wachen. Mit ihren Fähigkeiten könnte sie beide locker ausschalten, wenn die Annahme über ihre Kräfte stimmt.
  • Wieso kennen die Divinus Krieger einen Spiegel mitten im Wald in Neuseeland? Man muss den Ort vorher schon gesehen haben um dorthin reisen zu können.
  • Vor was hat Loreen im Wald von Neuseeland Angst? Agesehen von Titanus kann ihr dort wenig passieren. Gefährliche Tiere gibt es schlicht keine.
  • Wieso vertraut Loreen darauf, dass die Lebensmittel, die sich bekommt nicht vergiftet sind? Sie weiß nicht welches Spiel Elderly spielt.
  • Wieso stellt niemand in Frage (weder die Titanus noch die Divinus Krieger), warum sie die Kreaturen aus dem Tataros gegen beide Seiten wenden?
  • Die Erklärung mit den Wesen aus dem Tartaros, die vor jedem Angriff der Gegenpartei erscheinen erklärt aber keineswegs wieso die Gegenpartei in dem Moment angreift, in dem auch die Kreaturen auftauchen. Für die eigentliche Kriegssituation machen diese Wesen also eigentlich keinerlei Unterschied, dafür sind die Titanus und Divinus ganz alleine verantwortlich.
  • Dass die Titanus und die Divinus nach Jahrhunderten Krieg plötzlich in ein Lager ziehen und mal eben verdrängen können, dass sie sich gestern noch gegenseitig umgebracht haben, halte ich für sehr unglaubwürdig. Zumal vorher offenbar keiner den Krieg hinterfragt hat. Sie leben jeweils auf der anderen Seite der Welt und somit wäres es überhaupt kein Problem gewesen sich aus dem Weg zu gehen. Warum soll das plötzlich in einem Lager funktonieren, wenn vorher die ganze Welt nicht groß genug war?
  • Die Art und Weise wie die Gefährten an den Kampf mit Uranos herangehen ist sehr blauäugig. Sie haben Räume voller Dokumente mit Informationen und genau eine Person, die den Gott theoretisch besiegen kann, wenn alles gut läuft. Sie wissen aber keineswegs was dafür getan werden muss. Da würde es sich eher anbieten so spät wie möglich zu handeln.
  • Wieso brechen alle für den Kampf auf und wohin überhaupt, wenn dann auf dem Weg nur ein paar Leute zu Uranos nur ein paar Leute sind?! (zumindest liest sich das so – bei dem Angriff des Drachen und beim anschließenden Sturm und Erdbeben nur ein paar Leute erwähnt und danach kommen keine Mehr).
  • Als sie bei den 100 Spiegeln sind, steht im Text: „Hier sind sie laut der Prophezeiung darauf angewiesen einen speziellen Spiegel zu finden, der sie ohne dieses Vorwissen an den richtigen Ort schickt“. Das steht aber nicht in der Prophezeiung
  • Der Bereich im Palast der Götter ist etwas chaotisch geschrieben. Angeblich kann man den Raum mit sehr vielen Spiegeln überblicken aber die Gruppe ist dann so verteilt, dass man den Anfang und das Ende der Gruppe nicht sehen kann, obwohl sie vorher nur ein paar Leute waren, später im finalen Kampf sind dann aber alle anwesend…
  • Loreens Essenz ist angeblich „ausgebrannt“ aber heilen kann sie Slash danach direkt und er lässt es zu, obwohl sich ihre Haarfarbe zu weiß verändert hat und er keine Ahnung hat welche Auswirkungen die Heilung bzw. der Einsatz ihrer Essenz auf sie hat?

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