Montagsfrage: Sind euch eher ständige Handlungswendungen oder eine logische Geschichte wichtig?

Bei der Montagsfrage wird von lauter-und-leise jeden Montag eine Frage gestellt, die auf dem eigenen Blog zu beantworten ist. Diese Frage muss innerhalb einer Woche beantwortet werden.  An dieser Aktion nehmen diverse Blogs teil.

Die Montagsfrage ist umgezogen und hat nun endlich ein neues zu Hause. Bisher war die Montagsfrage bei Buchfresserchen angesiedelt und nun bei lauter-und-leise.

Da eine Woche ausgesetzt habe, da letzte Woche viel zu tun war, habe ich wieder ein paar Bücher beendet. Da es sich bei zwei Büchern um den letzten Teil einer Serie gehandelt hat, habe ich zwei Serien abgeschlossen. Die Harbringer (englisch Name) oder auch Dark Elements Serie (Funkelnde Gnade – deutscher Name), die Starship Serie (Planetenleuchten) und auch die Hamburg Serie.

Weiterhin habe ich mir den leider letzte Staffel von Bosch angesehen und fand sie ziemlich gut.

Nachdem ich zu Hause seit über 20 Jahren Tintenstrahldrucker nutze, ist mir nun wieder einer Drucker eingetrocknet (bzw. eigentlich nur der Druckkopf aber da der so teuer wie ein neuer Drucker ist …). Wie ich festgestellt habe, hat mein letztes Gerät in 10 Jahren gerade mal 3.300 Seiten gedruckt. Früher habe ich definitiv viel mehr gedruckt, als heute. Ich habe mich jetzt für einen Farblaser entschieden.

Bisher habe ich die wegen der potenziellen Krebsgefährdung nie zu Hause haben wollen. Da die Dinger auch so billig wie möglich gefertigt werden, kann mir keiner erzählen, dass  die Partikel bei modernen Geräten ausgefiltert werden. Aber ich glaube bei meinem Druckvolumen ist die Gefahr gering. Die Laser sollen vor allem für Wenigdrucker den Vorteil haben, immer zu funktionieren. Wir werden sehen. Wir unterhalten uns dann in 10 Jahren wieder, sofern er so lange hält.

Zur Frage:

Die Frage dürft / sollt ihr natürlich wie immer kreativ auslegen. Mit logisch meine ich somit auch durchgängig, stimmig was z.B. die Charakterhandlungen angeht usw.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir Stimmigkeit / Logik ziemlich wichtig sind.

Wenn Beispielsweise Autoren Charaktere (gern genommen bei Kindern) mehr oder weniger wie Erwachsene, hochgradig intelligent usw. darstellen wirkt es unglaubwürdig, wenn sie plötzlich etwas total dämliches machen, um die Spannung zu steigern und um in Situationen zu geraten, die sie sonst – basierend auf ihrer bisherigen Darstellung – locker umschifft hätten. Sofern der Autor das im Ausnahmefall macht, kann ich damit noch leben (jeder macht ja auch mal dumme Fehler) aber nicht, wenn das zum regelmäßigen Stilmittel wird.

Anderes Beispiel: Der Charakter geht immer mit bedacht vor und hinterfragt alles, handelt logisch und ist skeptisch den Aussagen anderer gegenüber. Obwohl alles gegen das Fortführen seiner ursprünglichen Intentionen oder gegen seine Vorurteile spricht, versucht der Charakter jemanden zu töten (was mit hoher Wahrscheinlichkeit zum eigenen Ableben führen wird, ob nun erfolgreich oder nicht) und anschließend kehrt er wieder zu seiner alten Handlungsweise  des bedächtigen Handelns zurück?

Und das letzte Beispiel: Autoren stellen manchmal ein Regelwerk auf (das passiert oft bei Fantasy) und halten sich dann später selber nicht dran, wenn die Handlung es gerade erfordert. Oft mit schlechten oder nicht vorhandenen Erklärungen. Das ist gerade bei Mehrteilern gerne genommen, weil man sich halt als Autor oft noch nicht im Detail im Klaren ist wie die Handlung in den Folgebänden aussieht (auch wenn einige Autoren gerne das Gegenteil behaupten und so tun, als wenn sie am Anfang von 5000 Seiten schon jedes Detail geplant hatten).

So lange sich Unstimmigkeiten in einem überschaubaren Rahmen bewegen, kann ich damit leben. Gerade überraschende Handlungswendungen machen es aber noch mal viel schwieriger Charaktere nachvollziehbar handeln zu lassen oder eigene Regeln zu befolgen. Meiner Erfahrung nach sind oft Bücher, die in den Kritiken für ständige Handlungswendungen gelobt werden extrem Schwach in der Stimmigkeit von Charakteren oder sinnvollem Handlungsablauf. Ich fühle mich dann immer an klassisches Popkornkino erinnert. Gehirn bei der Kasse lassen, Action genießen, später Gehirn wieder mitnehmen. Bei Büchern komme ich damit aber weniger gut zurecht als in Filmen.

Ich mag keine vollständig vorhersehbaren Bücher aber wenn der Autor alternativ alle Logik ignoriert, ist das für mich keine gute Alternative.

Wie seht ihr das? Geht euch das auch so? Oder ist das Empfinden von Logik, Stimmigkeit einfach so unterschiedlich von Person zu Person? Das heißt, dass etwas was für mich unstimmig ist, vielleicht für jemand anderen vollkommen stimmig ist oder ist der Toleranzgrad einfach nur anders?

Früher bin ich immer davon ausgegangen, dass ein Buch grundsätzlich von allen Lesern vergleichbar aufgenommen wird. Mittlerweile ist mir bewusst, dass das absolute Gegenteil der Fall. Jeder Mensch ist anders, hat andere Erfahrungen oder kommt ggf. sogar aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Nahmen wir mal ein anderes Beispiel abseits von Büchern: Es gibt in den USA eine Sendung namens Hot Ones. Dabei werden Stars Fragen gestellt, während sie “Chicken Wings” mit zunehmend scharfer Soße futtern. Einige schaffen das locker bis zum Ende und trinken nicht  mal einen Schluck, andere trinken viel Milch und schaffen es nicht ansatzweise bis zum Ende.

Haben die Menschen unterschiedlich arbeitende Geschmacksnerven? Heißt das jeder empfindet Geschmäcker grundsätzlich anders? Sind die einfach Schmerztoleranter oder daran gewöhnt extrem scharf zu essen oder nehmen wir die Geschmäcker einfach anders wahr, obwohl die Geschmacksnerven grundsätzlich gleich arbeiten?

Bei manchen Büchern denke ich mir zum Beispiel: Was für ein Schwachsinn, dann schaue ich mir die Bewertungen z.B. bei Amazon an und sehe im Schnitt 4,5 Sterne. Was mir dann zeigt, dass andere Menschen das offenbar anders empfinden.

Weiterhin ist mir aufgefallen, dass ich bei Serien oder Filmen toleranter als im Buch bin (das hatte ich oben ja bereits angesprochen). Das liegt wohl an verschiedenen Effekten. Drehbücher sind oft nicht auf Stimmigkeit der Handlung ausgelegt. Nehmen wir als Ein aktuelles Beispiel ist die Serie Bosch (keine Angst, es kommt kein Spoiler). Da ist in der letzten Staffel in der letzten Folge zufällig ein Charakter zu einer bestimmten Zeit an an einem Ort, wo er nie zufällig gelandet wäre und er hätte auch nicht wissen können, dass er zu dieser Zeit an diesem Ort sein sollte. Aufgrund der Action hinterfragt man das in dem Moment nicht. Wenn man so darüber nachdenkt, fallen einem zig Sachen in der Serie ein, die man hinterfragen könnte (und die Serie ist in Summe schon ziemlich stimmig).

Wobei ich in solchen Fällen eher noch ohne Erklärung (es könnte ja eine stimmige Erklärung geben) als mit einer nicht stimmigen zufrieden bin. In dem Fall ist der Twist also halbwegs ok, wenn auch recht angestrengt.

2 Kommentare

  • Hey Torsten,

    witzig, dass du heute auch den Filmvergleich heranziehst! Ich verzeihe Logiklöcher in Filmen und Serien ebenfalls deutlich leichter und bereitwilliger als in Büchern. In Büchern ist mir Logik wesentlich wichtiger als aufregende Wendungen. Ich finde, fehlt die Logik, werden Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft der Geschichte in Frage gestellt. Außerdem frage ich mich dann immer, ob der_die Autor_in dachte, ich wäre nicht clever genug, um zu erkennen, dass da was faul ist.

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Viele Grüße,
    Elli

  • Hallo Torsten,
    ich fand deine Erklärungen und auch die Beispiele total spannend. Wahrscheinlich ist das Empfinden wirklich unterschiedlich. Aber im Grunde sollte jeder Plot mit dem Ziel gemacht sein, stimmig und logisch zu sein. Bei so vielen Seiten oder gar Bänden unterlaufen einem Autor natürlich auch Fehler. Aber es sollte wirklich nicht die Regel sein!
    LG, Tala

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