Wochenrückblick König Ludwig Weg, Zugspitze, Neuschwanstein, Hohenschwangau

Wanderurlaub auf dem König Ludwig Weg.

09.08.2021 – Heide Park und Anreise in Bernried (ca. 15km)

Colossus

Colossus

Da ich vor ein paar Wochen bereits das Ticket für den Heidepark gekauft hatte und mein Zugticket sich auch nur zu Mondpreisen umbuchen lies, gehe ich heute morgen noch mal in den Heidepark. Da die Bahn wieder den neuen Standardservice “Sie müssen eine Stunde eher losfahren, als ursprünglich angekündigt, damit sie zur selben Zeit da sind” verabreicht hat, muss ich aber um 13:30 den Park verlassen. Da der Park aber erst um 10:00 öffnet, kann man nicht so richtig viel in der Zeit machen.

Ich schaffe noch 2 Runden Kraken (eine Vorne, eine in der Mitte), 1x Colossus (vorne) und 1x Desert Race (da kann man sich die Plätze nicht aussuchen aber ich war am Vortag mal vorne). Alle drei Bahnen profitieren davon. Ansonsten habe ich mir noch etwas zu Essen gekauft mangels Alternative. Es ist aber schon bezeichnend, wenn locker die hälfte der Leute selber was mitbringt, weil das Essen im Park echt grenzwertig ist.

Anschließend bin ich zurück zum Hotel gewandert (hin und zurück zum Park waren schon über 6km) und dann kam der Zug natürlich über 30 Minuten später (wegen technischer Probleme), war aber zur gleichen Zeit da, wie er es eigentlich sein sollte. Dazu kam noch, dass ich lt. meinem Plan umsteigen sollte, das aber nicht erforderlich war. Im Gegenteil. Wäre ich da ausgestiegen, wo die Bahn es mir nahegelegt hat, dann hätte ich meinen ICE verpasst.

Kraken

Kraken

Ein Highlight war auch die Erkenntnis am Vortag Abends, dass die Bahn bei der ICE Buchung meine Sitzplatzreservierung verschlampt hat (ich vermute einen Bug bei denen im Buchungsystem oder auch Absicht). Ich habe wahrscheinlich eine Unterbrechung im Buchungsprozess gehabt und dann ging die Buchung zwar noch durch, die Reservierung aber nicht. Eigentlich sollte das unmöglich sein, weil man die Sitzplatzreservierung beim ICE explizit ausschalten muss bzw. man sollte im Buchungsprozess darauf hingewiesen werden.

Natürlich nicht, dafür berechnet die Bahn im Nachgang 5,3€ für die Reservierung, die vorher kostenneutral war. Danke Bahn, für nichts.

Die Anreise im Schloss Hotel war irgendwie spannender als erwartet. Die Beleuchtung auf der ca. 3km Strecke zum Hotel war etwas spärlich. Ich bin aber kurz vor 23:40 angekommen. Dann habe ich mich noch auf die Suche nach dem Zimmer gemacht und offenbar das falsche erwischt. Die geben im Schloss fleißig Zimmernummern in der Konversation an, an den Zimmern steht aber nichts. Selbst auf dem Feuerplan stand nur “Gast”. Offenbar war denen das egal – “Sie haben ja ein Zimmer gefunden, alles gut”.

10.08.2021 – Bernried nach Dießen über Andechs (26km)

Morgens gab es um 6:30 den Weckruf per Feueralarm. Die Feuerwehr kam aber erst nach 10 Minuten (wahrscheinlich waren die auch noch alle im Bett). Kommuniziert wurde auch nicht. Es gab weder eine Entwarnung, noch wurde geprüft welche Personen ggf. noch im Gebäude waren bzw. welche draußen Standen und wie viele Personen lt. Liste im Gebäude sein müssten. Die ganze Aktion wirkte auf mich ziemlich unprofessionell. Vielleicht sollten die das ab und an mal üben. 😉

Wie ich heute feststelle, hat mein Veranstalter den König Ludwig Weg ziemlich kreativ ausgelegt. Der Weg fängt nicht in Bernried an, nicht mal Ansatzweise. Das zieht sich über den ganzen Weg so durch. Ich vermute einfach so waren die Unterkünfte günstiger. Dafür ist man weniger auf dem Weg und muss sich öfter nach dem GPS richten, weil es keinerlei Wegbeschilderung gibt. Bei der ersten Weghälfte musste ich an jeder Abzweigung nachschauen und das waren viele.

Heute bin ich ungefähr nach halber Tagesstrecke auf den König Ludwig Weg gestoßen. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, weiß ich noch nicht genau. Offenbar wird der Weg nicht sonderlich stark bewandert. Dafür sind extrem viele Radfahrer unterwegs. Die fahren oft ziemlich rücksichtslos.

Die Strecke war heute landschaftlich nicht so spannend. Im Prinzip sieht es hier aus wie im Sauerland zu Hause. Offenbar sind die Bayern aber alle zum Urlaub zu Hause geblieben. Hier ist alles extrem überlaufen. So war das verklärte Bild vom Koster Andechs, dass ich mir ausgemalt hatte schnell verpufft. Ich kam mir eher vor wie in einem Freizeitpark. Alles nur mit Registrierung per App und mit langen Warteschlangen.

Somit war mein Andechs Besuch sehr kurz. Ich hätte zwar gerne ein Bier getrunken aber betteln muss ich dafür auch nicht. Das war schade. Es ist ja nicht gerade so, als wenn ich öfter hier vorbeikomme.

Die FFP2 Regelungen in Bayern sind meiner Meinung nach absoluter Schwachsinn. Selbst in der Außengastronomie müssen Masken bis zum Tisch getragen werden. Beim Schiffstransport heute Standen vor dem FFP2 Schild alle ohne Maske eng zusammen und danach dann mit Maske. Auf dem Schiff hatten die meisten dann wieder keine Maske. Komplett ineffektiv, wie das gehandhabt wird.

Andechs

Andechs

Heute Morgen beim Buffet (Krankenhauseinrichtung) war ich wiederum der einzige mit Maske. Bisher erscheint mit die Maskenhandhabung in Bayern reichlich scheinheilig.

Die Hotelangestellten haben teilweise überhaupt keine Masken oder nur medizinische. Der Typ an der Rezeption im Hotel war die Krönung heute. Er hat keine Maske und hat Angst, wenn ihm jemand auf 1,5m nahe kommt, der eine FFP2 Maske trägt. Vielleicht ist da noch nicht angekommen, dass die Abstandsregeln ohne Maske gelten.

Andechs

Andechs

In Dießen an dem Hotel sieht man auch mal wieder schön, wie die Qualität der Hotels nachlässt, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Da hier alles ausgebucht ist, können sich auch sehr durchschnittliche Hotels halten (die Zimmer sehen antik aus, das Essen ist mittelmäßig und für Radfahrer oder Wanderer viel zu wenig und die Wartezeit für Essen beträgt eine Stunde – ich ahne ja  Böses für das Frühstück morgen).

Ich habe übrigens einen von den verrückten Frühstückszetteln beigefügt. Da braucht man fast eine Ausfüllanleitung. Was darf man in welcher Kombination anwählen?

Ammersee

Ammersee

Noch ein fun fact aus dem Hotel. Wozu führt es, wenn man so viel Angst vor Diebstahl hat, dass man zu der Minibar keinen Flaschenöffner belegt, obwohl man für alle Flaschen einen benötigt? Die Leute nutzen die Möbelstücke als Falschenöffner. Sieht klasse aus. 😉

Die Preise sind auch der Hammer in der Region – in einem Café in Herrsching kostet eine  Spezi + kleines Salamibaguette (15cm) ca. 10€. Da ist selbst der “Bäcker” am Bahnhof günstig gegen.

Das Wetter hier ist deutlich heißer und ich hatte mir ja sorgen über Mücken in der Heide gemacht. Da waren kaum welche. Hier in Bayern ist es aber richtig schlimm. Im Wald hatte ich heute zig Mücken und auch größere Viecher wie Bremsen. Im Gegensatz zu Moskitos kann man die beim Wandern leider auch nicht ausbeschleunigen.

Ich bin gespannt wie die Streckenangaben an den Folgetagen passen. Für heute waren 21km angegeben. Das passt vorne und hinten nicht. Die Fenix hat am Ende 28km angezeigt. Das passt auch zum Schrittzähler. Allerdings habe ich natürlich auch ein paar Schritte gemacht, die nicht zum Weg gehören aber so viele sicher nicht.

Mal sehen wie die Folgetage werden aber bisher kann ich nicht nachvollziehen, warum die Region so überlaufen ist. Scheinbar sind die Bayern dieses Jahr alle zu Hause geblieben.  Vielleicht sind das Städter, für die ist der Naturlevel hier sicher was besonderes. Das gibt es auch im Sauerland, aber viel weniger überlaufen und günstiger. Gut, dafür gibt es nicht so viele Gasthäuser und Restaurants wie hier.

11.08.2021 – Dießen nach Wessobrunn + Tassilolinde (16km)

Das Frühstück mit dem abgebildeten Zettel war richtig gut. Es kam alles wie bestellt – damit hatte ich bei dem Zettel eher nicht gerechnet. Klasse.

Die heutige Etappe ist ziemlich kurz. Somit ich bereits mittags vor Ort. So früh war ich im aktuellen Urlaub noch nie am Ziel. Aber nach 1,5 Wochen Wandern ist das auch mal ok.

Einziger Nachteil: Der Gasthof hat heute Ruhetag. Somit bleibt nur der Bäcker / Konditor vor Ort, der aber sehr gut bestückt ist. Die Preise sind im Gegensatz zum Vortag wieder in normalen Regionen.

Zu sehen gab es auf der Etappe neben dem üblichen, Wald, Wiesen und kleinere Dörfer vor allem die Vorläufer von den Alpen. Die kann man zumindest am Horizont erkennen, wenn man freie Sicht hat. Die Etappe hatte leider ziemlich viel  Roadwalkinganteil.

So überlaufen wie gestern war der Weg heute nicht mehr, das lag wohl wirklich an Andechs.

Irgend ein größeres Stechvieh hat mich heute auch erwischt. Aber ich vermute da kommen in den Folgetagen noch ein paar Stiche hinzu.

Die nächsten 3 Tage werden aufgrund der kreativen Wegführung (oder vermutlich eher den günstigsten Angeboten) eher heftig. Die Etappen dürften zum Teil deutlich länger sein, als vom Veranstalter angegeben.

12.08.2021 – Wessobrunn nach Peiting (21km)

Da für heute 28°C angesagt sind und die Etappe die meisten Höhenmeter hat, versuche ich heute früh los zu kommen. Somit ist Frühstück um 7:30 angesagt. Das habe ich bisher immer so gehandhabt. Desto früher, desto besser, besonders an heißen Tagen. Dann ist man im Optimalfall um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag mit der Tagesetappe durch. Um 8:00 war ich dann unterwegs.

Der Hohenpeißenberg ist zwar knapp 1000m hoch aber nur über dem Meeresspiegel. die Grundhöhe beträgt schon 750 – 800 Meter. Somit ist das eher ein hoher Hügel aber trotzdem ist die Rundumsicht ganz nett. Man erkennt in der Ferne auch schon die Zugspitze. Die Sicht war heute ziemlich optimal. Ein richtiges Bergpanorama, wie man es vom PCT gibt, findet man hier aber bisher nicht. Dafür muss man wohl wirklich auf die Zugspitze oder andere “echte” Berge.

Leider bestehen heute 90% auf geteerten Wegen. Auf so harten Böden wandere ich ungern und meine leichten Knieprobleme von gestern (ich vermute eine leichte Schleimbeutelentzündung oder ähnliches) werden bei dem dauerhaften Hartuntergrund immer schlimmer. Um 14:00 komme ich ziemlich humpelnd in Peiting an. Bei dem Schmerzlevel ist es relativ unrealistisch weiter zu wandern.

Auf dem PCT würde ich jetzt einfach einen Ruhetag einlegen. Bei einer vorgebuchten Tour geht das in der Form natürlich nicht. Auf dem PCT hatte ich auch schon mal vergleichbare Schmerzen. Da sich dort aber die Untergründe ständig ändern und man so gut wie nie längere Perioden über Hartuntergründe läuft, ergeben sich derartige Probleme eher nicht oder verschwinden in der Regel schnell wieder.

Es kommt auch mal vor, dass man morgens denkt das geht so nicht mehr weiter, weil etwas stark schmerzt, nachmittags ist es dann mehr oder weniger wieder gut.

Vielleicht rächt es sich nun, dass ich bisher die Hikingstöcke  nicht benutzt habe, aber hier in Bayern sind die eh unbrauchbar, ohne Gummistopfen. Die Hikingstöcke sind in der Standardausführung nicht für Teer ausgelegt, sondern eher für Naturboden.

Die Knieprobleme sind ärgerlich, denn meine Ausdauer wird jeden Tag besser. Bzgl. der Sehenswürdigkeiten verpasse ich ausgehend von dem bisherigen Stand nicht viel, wenn ich mal aussetze. Denn die Sehenswürdigkeiten sind primär Kirchen. Und die interessieren mich nicht so wahnsinnig.

Wenn man den Wanderguide liest, könnte man jeden Tag meinen, dass man den besten Wandertag seines Lebens verpasst. Die Realität sind dann in der Regel oft Wiesen, Bauernhöfe und Standardwald mit Stechviechern und Mücken gehören da noch zu den harmlosen Vertretern.

Mittags ringe nun mit mir, ob ich morgen versuchen soll eine Fahrt zur Zugspitze zu machen. Das wäre dann ein Tag ohne Wandern. Aber das sind sicher auch einige Strecken, die man läuft. Die Tour wird auch nicht wenig stressig, da ich mehrfach umsteigen muss und den – nicht gerade kleinen – Rucksack habe ich zwangsweise auch dabei und zurück komme ich auch nur, wenn alles perfekt läuft. Ich bin dabei auf diverse öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Am späten Nachmittag habe ich ein Ticket für die Zugspitze gekauft. Das ist auch ein Abenteuer. Erst teilt mir das System mit. dass die Registrierung nicht funktioniert hat (was falsch ist, man bekommt eine Bestätigungsmail und natürlich ist die Registrierung nicht vollständig, wenn man den Bestätigungslink nicht genutzt hat). Normalerweise bekommt man einen entsprechenden Hinweis, dass die Registrierung erst vollständig ist, nachdem man auf den Link geklickt hat und keine Fehlermeldung.

Nachdem ich dann als Gast bestellt habe, bekam ich die Fehlermeldung “Ihr Warenkorb ist leer”. Also habe ich einen zweiten Anlauf gemacht. Und mit Verzögerung sind beide Karten durchgegangen. Wann habe ich das letzte mal eine so schlechte Webseite gesehen? Vor 15 Jahren oder noch mehr? Früher war so schlechtes Cookiehandling ja normal aber heute? Und das bei einer der Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Echt peinlich sowas. Vielleicht sollten sie mal jemanden einstellen, der ein wenig Plan davon hat.

Den letzten Tag die 17km würde ich gerne wandern, insofern könnte es ganz hilfreich sein morgen den Schongang einzulegen.

Aus meiner Sicht ist der König Ludwig Weg viel besser zum Radfahren als zum Wandern geeignet. Heute habe ich vor meine Humpelphase sogar mal 3 Wanderer überholt, die scheinbar auch den Weg gewandert sind (ja, vielleicht war ich da etwas übermotiviert und hätte es langsamer angehen sollen).

Hier in Peiting haben quasi diverse Restaurants gleichzeitig Sommerferien (vermutlich alles Leute mit Kindern, denn in Bayern sind gerade Ferien). Somit ist die Versorgungslage etwas dünn, vor allem wenn man sein Knie schonen will. Zum Glück gibt es noch ein Cafe in 150m Entfernung was noch offen hat.

Abends sind die Schmerzen im Knie beim Auftreten aber so heftig, dass ich fast überhaupt nicht mehr laufen kann. Krass was innerhalb eines Tages so passieren kann. Ich habe aktuell Zweifel, dass es morgen wieder deutlich besser ist. So schlimm wie es jetzt ist, macht die Zugspitztour auch keinen Sinn. Da wäre schon eher die Heimfahrt angesagt. Und selbst die wird spannend. Ich muss ja über diverse Bahnhöfe bis ich mal zu Hause bin und zwar mit einem schweren Rucksack.

13.08.2021 – Per Bus und Bahn von Peiting zur Zugspitze und nach Bad Bayersoien (7km) Peiting nach Bad Bayersoien (18km)

Morgens entscheide ich mich trotz der Schmerzen dafür zur Zugspitze zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof bereue ich das. Man glaubt ja nicht wie schmerzhaft weniger als 1,5km sein können. Schon witzig irgendwie, da läuft man 1,5 Wochen ohne Probleme bis zu 30km an Tag und ein Tag reicht zum Abstieg zum Halbinvaliden auf Zeit.

Bahn in Richtung Zugspitze

Ich komme aber beim Bahnhof in Peiting an und fahre mit dem Schienenersatzverkehr zum nächsten Bahnhof (also einem wo auch Züge fahren – die Bahn renoviert hier offenbar diverse Bahnhöfe gleichzeitig und während sie das macht, ist der Zugverkehr ausgesetzt) und von dort nach Garmisch-Partenkirchen. Trotz meines Handycaps schaffe ich es mein hinterlegtes Ticket abzuholen bevor die Zugspitzbahn um 10:15 startet. Um 11:30 bin ich am Zugspitzplatt (Zwischendurch muss man übrigens noch mal umsteigen, denn die erste Bahn ist keine Zahnradbahn). Am Zugspitzplatt schaue ich mich kurz um und anschließend geht es mit der Gletscherbahn ganz hoch. Randnotiz: Gletscher stimmt nicht mehr wirklich, es war kaum noch Eis vorhanden. Die Klimaerwärmung lässt grüßen.

Oben benötige ich für meinen Rundgang etwas länger. Wenn man auf die österreichische Seite geht, greifen übrigens die Corona Testvorschriften bei Wiedereinreise. Zumindest ganz offiziell. Runter fahre ich mit der Seilbahn zum Eibsee, die noch relativ neu ist und ein paar Superlative bedient. Normalerweise halte ich ja von dieser Art Berge zu besichtigen wenig, heute kommt mir aber die supereinfache Variante zu gute. Normalerweise würde ich lieber selber hoch wandern. Das macht natürlich eher Sinn bei Bergen, die nicht so erschlossen sind. Es ist halt irgendwie nicht so sinnvoll einen Berg zu besteigen, wo nebenan x Seilbahnen fahren.

Sich neben dem Gipfelkreuz zu fotografieren finde ich ziemlich arm, wenn man dafür gerade mal 20m “klettern” muss. Die Aussicht ist ok, wenn auch zu viele menschengemachte Objekte in allen Richtungen zu sehen sind. Mir haben die Berge in den USA diesbezüglich besser gefallen.

Um 13:15 erwische ich nach der Seilbahnfahrt die Bahn zurück und halte um 13:37 am Kreuzeck um mit der Alpsitzbahn noch Garmisch Classic mitzunehmen. Dort schaue ich mir noch AlpspiX an. Das ist durchaus sehenswert aber wie ich mal wieder zur Kenntnis genommen habe nichts für Leute mit Höhenangst. Um 14:37 geht es zurück nach Garmisch und dort komme ich um kurz vor 15:00 an. Um 15:20 geht der Bus zu meinem Hotel in Bad Bayersoien, der dort um ca. 16:40 eintrifft. Die Bushaltestelle ist sogar ziemlich nah am Hotel.

Gletscherbahn

Generell ist die Bahn offiziell Betreiber der Busse (was wohl nicht so ganz korrekt ist, denn es gibt diverse örtliche Betreiber) aber offiziell läuft es unter der Bahn und die Busse funktionieren bisher im Gegensatz zu den Zügen ganz gut.

Der Tag war abseits der Schmerzen, die aber im verlauf des Tages etwas besser geworden sind, das bisherige Highlight der Woche. Das lag auch an den Zug- / Bus- und Seilbahnfahrten. Gefühlt habe ich heute in einem Tag mehr Bayern gesehen als an den Tagen davor.

Gletscherbahn

Gletscherbahn

Aufgrund er Tatsache, dass ich gestern und heute versucht habe das rechte Knie zu schonen muckt das linke jetzt natürlich auch auf. Das kenne ich auch schon vom PCT. Aber Nachmittags gehen Treppen wieder so einigermaßen. Ich hoffe über Nacht kommt jetzt nicht wieder ein Rückfall. Aber 25km Wandern sind morgen auch nicht drin. Aktuell ist alles verkrampft. Somit schaue ich mir die Wieskirche morgen per Busfahrt an und reise zum nächsten Hotel.

Übrigens noch eine Randnotiz: Ich staune wie viele Bauern  mit relativ kleinen Flächen es in Bayern noch gibt. Werden Bauern hier anders gefördert? Bei uns gibt es nach meinem Wissensstand nur noch Großbauern.

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Seilbahn zur Zugspitze

Garmisch Classic - Alpspitzbahn

Garmisch Classic – Alpspitzbahn

14.08.2021 – Bad Bayersoien per Bus zur Wieskirche und per Bus nach Buching (6km) Bad Bayersoien nach Buching (25km)

Heute Morgen ging es meinem Knie in etwa wie gestern, was natürlich keine 25km Wandern bedeutet. Somit wandere ich in Bad Bayersoien ca. 3km (das reicht auch schon wieder für heute) und fahre von dort um 10:50 mit dem Bus zur Wieskirche. Der Name ist Programm. Die Kirche ist wirklich umringt von Wiesen. Direkt daneben gibt es lediglich ein Restaurant.

Wieskirche

Wieskirche

Als ich ankomme, findet gerade ein Gottesdienst statt. Da der nächste Bus am Samstag aber eh erst um 14:00 startet, habe ich genügend Zeit für das Mittagessen und die Besichtigung der Kirche. Die Kirche ist wirklich schön. Aber selbst in Bayern sind die Gottesdienstbesucher offenbar rückläufig.

Wieskirche

Wieskirche

Heute bin ich somit früh im Hotel, dass aber ziemlich weit außerhalb liegt. Ich entschließe mich mein Knie zu schonen und nichts mehr zu machen.

Wieskirche

Wieskirche

Die Echselsbacher Brücke, die als eines der Highlights entlang der Wanderung geführt wurde, habe ich heute auch gesehen. Zu ihrer Zeit mag die technisch sehr beeindruckend gewesen sein und es ist auch ein Wunder, dass die noch steht aber aktuell wird sie auch gerade renoviert. Besonders schön ist sie nicht.

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

Wieskirche

15.08.2021 – Buching per Bus zu den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau (12,5km) Buching nach Füssen (17km)

Aktuell muss man die Tickets für Neuschwanstein und Hohenschwangau bereits Wochen vorher buchen, wenn man sicher eins bekommen will. Meine Zeitplanung ist davon ausgegangen, dass ich die 17km wandere und somit ist der Abstand zwischen den Beiden Führungen (Ende erste Führung und Start zweite Führung) mit 1:00 relativ gering. Weiterhin sind beide Führungen erst nachmittags vorgesehen (16:55 Neuschwangau – Dauer 45 Minuten und 17:40 Neuschwanstein Dauer 30 Minute ).

Aufgrund des Wetterberichtes (Nachmittags soll es bewölkt sein und Gewitter geben) fahre ich schon um 9:36 zu den Schlössern. Wie ich festgestellt habe, bekommt man vor Ort auch jeden Tag Tickets und nicht nur online. Wenn man also vor 10 da ist hat man auch noch Chancen auf ein Ticket für Neuschwanstein.

Als erstes besuche ich das Museum der Bayrischen Könige. Das ist aber so mini, dass man sich das gut sparen kann. Viel zu sehen gibt es nicht.

Hohenschwangau ist durchaus sehenswert aber die kostenlos zugänglichen Bereiche reichen völlig aus. Am besten geht man über den kurzen Zugangsweg hoch und über den langen Weg runter oder eben andersrum, dann hat man alles gesehen.

Blick auf Neuschwanstein vorbei an Hohenschwangau

Bei Hohenschwangau hat man den kurzen Weg in ca. 10 Minuten erledigt. Ich wäre also problemlos von einem Schloss zum anderen gekommen. Aber den 21€ zusätzlich trauere ich auch nicht nach, es hat den Tag deutlich entzerrt.

Da ich nach wie vor skeptisch bin was mein Knie und den Abstand zwischen beiden Besichtigungen angeht buche ich Hohenschwangau noch mal Mittags um definitiv die Führung in Neuschwanstein mitzubekommen. Das hätte ich mir aber sparen können. Die Zeitangaben sind selbst, wenn man langsam geht totaler quatsch. Der Weg nach Neuschwanstein ist mit 40 Minuten angegeben und dann noch mal 15 zum Schloss. Selbst wenn man langsam geht, sind es in Summe eher 20 Minuten + 10 Minuten zu Hohenschwangau. Eine Stunde zwischen den Führungen hätte also locker und ganz gemütlich gereicht.

Bei Neuschwanstein sieht die Lage anders aus. Man besucht zwar nicht sehr viele Räume aber die sind schon sehenswert. Zumal man aktuell ohne Führung auch nicht in den Innenhof kommt. Ich würde also nur Tickets für Neuschwanstein empfehlen.

Sowohl in Hohenschwangau als auch in Neuschwanstein gibt es diverse Treppen (in Neuschwanstein noch mal deutlich mehr, wie konnte man freiwillig da einziehen?!). Meine Beine haben sich zwar leicht beschwert aber insgesamt war es heute deutlich besser. Wenn ich das morgen nicht wieder merke, dann hat sich die Situation wohl halbwegs stabilisiert. Da es ab Morgen aber wieder nach Hause geht, kann ich mich wieder etwas entspannen.

Fotografieren darf man übrigens in beiden Schlössern nicht.  Da sind die Preußen schlauer. In Sanssouci kostet das extra und trotzdem kommen wegen den Fotos im Netz nicht weniger Leute. Insgesamt lohnt sich Sanssouci auch deutlich mehr.

Bei Neuschwanstein empfiehlt sich ein Besuch vor 10 oder Nachmittags ab 16:00. Dazwischen ist es voll. Wobei man in Corona Zeiten die Schlossführungen nur mit 10 Leuten macht. In Hohenschwangau sind es normalerweise 30-40 und in Neuschwanstein bis zu 50-60 Leute pro Führung.

Schloss Neuschwanstein

Fazit:

Ein vollständiges Fazit kann ich zum König Ludwig Weg nicht ziehen, da ich nur die erste Hälfte gewandert bin – aufgrund der Wegbeschreibungen und Sehenswürdigkeiten habe ich aber nicht das Gefühl viel verpasst zu haben. Davon ausgehend würde ich aber eher eine Radtour empfehlen. Die vielen Hartuntergründe sind nicht angenehm zum Wandern.

An den ersten drei Tagen hapert es auch ziemlich an Sehenswürdigkeiten. Andechs war extrem überlaufen. Das würde sich auch nur anders lösen lassen, wenn man erst Mittags loswandert und dort gegen Nachmittag ankommt – ich vermute, dann ist es leerer (das war im Heidepark auch so und soll bei Neuschwanstein auch so sein). Die Echselsbacher Brücke ist nicht wirklich eine Sehenswürdigkeit. Die Wieskirch ist durchaus sehenswert. Neuschwanstein und Hohenschwangau sind unter Nomalbedingungen auch extrem überlaufen.

Bei einer Radtour auch noch Zeit für einen Zugspitzbesuch. Für mich war sowohl der Heidebesuch als auch der König Ludwig Weg eher Ersatzprogramm in der Corona Zeit. Weiterhin wollte ich mich mal wieder ein wenig bewegen und pushen. Beides ist gelungen, wenn auch die letzten drei Tage nicht so gelaufen sind, wie ich mir das vorgestellt hatte.

In Summe bin ich in den zwei Wochen rund 275km Gewandert. Auch wenn eigentlich noch ein paar mehr vorgesehen waren (also ein Schnitt von 20 Kilometern pro Tag, wenn man die 2 Transfertage mit der Bahn einrechnet). Keine umwerfende Leistung aber ich war halt auch 1,5 Jahre in der Corona Pause und bin es wohl auch etwas zu flott angegangen.

Ansonsten werde ich aber lieber wieder den Rest der Welt entdecken, wenn weitere Reisen wieder halbwegs planbar sind. Vielleicht setzt sich bis nächstes Jahr auch die Erkenntnis durch, dass Dauerlockdown und Grenzschließungen nicht ewig funktionieren.

Wochenrückblick Lüneburger Heide, Heidschnuckenweg, Heidepark Soltau

Tja, wär hätte gedacht, dass meine USA Tour 2019 vorerst meine letzte Tour war und ich danach 2 Jahre überhaupt nicht mehr Reise – ich zumindest nicht, bis das Corona Chaos ausgebrochen ist.

Auch dieses Jahr hatte ich eigentlich etwas größer geplant, aber nachdem sich das alles zerschlagen hat, ist es nun eine zweigeteilte Deutschlandtour geworden.

02.08.2021 – Anfahrt Hamburg Neuengraben (3 km)

Die Bahn sorgt immer wieder für spannende Reisen! Mitte Juli – also nach den Überschwemmungen – konnte ich mein Ticket für die Fahrt nach Hamburg noch ohne Probleme und Warnungen buchen. Kurzfristig gab es sehr wohl Verspätungen und Warnungen.
Ich hatte fälschlicherweise angenommen, dass System dahinter steckt und die Warnungen und Sperrungen nur kurzfristiger Natur sind. Gut, es steckt wohl ein System dahinter aber eben nicht wie ich dachte, eher eins um die Kunden zu Ticketbuchungen zu verleiten, die die Bahn so nicht bieten kann (ich will keine betrügerischen Absichten unterstellen, so was würde die Bahn natürlich nicht machen, oder?).
Eine Woche vor der Reise hat mir die Bahn mitgeteilt: ihr Fahrplan hat sich geändert. Fahren sie eine Stunde eher los um zur gleichen Zeit anzukommen und ob der ICE überhaupt dort hält wo sie einsteigen wollen wissen wir nicht. Wir können Ihnen das auch nicht vor dem Abreisetag sagen…
Gestern haben sie den Fahrplan dann nochmal aktualisiert (den Schienenersatzverkehr so optimiert, dass man 50 Minuten auf den ICE Warten kann, der eh zu Spät kommt) und heute haben sie mir bisher 10 Mails geschickt. “Sie bekommen ihren Anschluss”, “sie bekommen ihren Anschluss nicht” usw. – irgendwann sind wohl die Klebletter, Glaskugeln oder was auch immer sie für die Prognosen nutzen ausgegangen. In Hamburg war der Zug dann fast pünktlich, pardon – nach Bahnzeitrechnung war er pünktlich. Alle Verspätungen im 5 Minuten Bereich sind ja lt. Bahn keine Veerspätungen.
Die Anzeigen im Bahnhof waren auch optimal: Man braucht nicht denken, dass ein synchroner Zustand zwischen den Monitoren zu den Gleisen und an den Gleisen besteht. Zu den Gleisen gab es den ICE nicht, an den Gleisen schon. Das ist für einen ITler nicht so richtig einleuchtend wie man sowas hinbekommt. Das geht nur mit nicht synchronisierten Systemen aber ok, von der Telekom hört man auch immer wieder solche Geschichten.

03.08.2021 – Von Fischbeck nach Buchholz (ca. 30km von Hotel zu Hotel)

Der erste Tag auf dem Heidschnuckenweg hat recht gut begonnen. Von Hamburg Neugegraben ist man  schnell in der Heide, was besonders Hundebesitzer und Radfahrer aus der lokalem Anwohnerschaft nutzen. Allerdings ist der Heideabschnitt relativ kurz, wenn man dem Heidschnuckenweg folgt. Es geht recht flott in den Wald, der aufgrund des feuchten Sommers angenehm grün ist.

Der zweite Teil der Strecke zieht sich ordentlich, weil man teilweise an Bundesstraßen, Autobahnen und über befestigte und Schotterwege läuft. Dabei wird man schnell daran erinnert, dass es Fluch und Segen ist in eng besiedelten Gebieten zu wandern. Ja, man kann jeden Tag einkehren und die Strecke notfalls mit dem Bus oder anderen Fortbewegungsmitteln verkürzen aber dafür ist man eben auch nur stückchenweise in der Natur.

Das Wetter war Wanderwetter, die Sonne kam eher selten durch aber es war trocken. Ziemlich angenehm zum Wandern aber eben kein optimales Fotowetter. Die ersten Blütenansätze bei der Heide sind zu sehen aber eine Flächenblüte ist wohl noch ein paar Tage weg. Mal sehen wie viel ich davon aus der Tour erlebe. Ich bin gespannt wie viel Heide es morgen zu sehen gibt.

Im Prinzip hätte man die komplette Stecke auch per Rad fahren können. Gerade der erste Teil des Weges wurde auch stark von Mountainbikern genutzt.

Ansonsten stecken mit die ca. 26km (vermutlich war es etwas mehr, da ich auch noch locker 2km zum Weg laufen musste und dann auch noch ein Stück zurück gelaufen bin um wirklich vom Startpunkt zu beginnen) doch ziemlich in den Muskeln heute. Ich bin den Weg recht schnell angegangen und hatte auch vermutlich ca. 8kg auf dem Rücken (ca. 5l Wasser – 2 davon aus reinen Trainingszwecken, den Rucksack, Proviant und diverser Kleinkram  – da merkt man die 2 Jahre Corona Pause doch recht deutlich.

Weiterhin bin ich heute ohne Hikingstöcke gelaufen. Der häufige Wechsel zwischen Wiese, Straße, Schotter und Waldwege ist für die Stöcke nicht wirklich hilfreich. Ich war zwar vor 15:00 am Ziel und offenbar der erste (die Rezeption war verweist) aber viel weiter hätte es heute auch nicht sein dürfen. Ich hoffe auf die Regenerationsfähigkeiten des Körpers. Die haben mich auf dem PCT auch immer wieder erstaunt.

Meine Garmin Fenix 6 hat mal wieder versagt. Der Track wurde nicht aufgezeichnet und somit fehlen fast alle Daten (zu Hause ging es mit identischen Einstellungen in der Woche davor noch). Schon ein Witz, das Garmin die Software ständig verbessert aber die wirklich wichtigen Sachen noch genauso beschissen laufen wie 2019. Die GPS Trackaufzeichnung ist offenbar noch genauso Glückssache wie 2019 schon. Dafür werden ständig irgendwelche komplett sinnlosen Funktionen für gefühlt 323 Nischensportarten eingebaut. Das verkauft sich halt besser als nach x Jahren haben wir die Grundfunktion mal so eingebaut, dass sie läuft.

Bravo Garmin. Die Basics funktionieren offenbar nie. Die Softwareentwicklung reagiert auch noch genauso arrogant wie vor ein paar Jahren. Kundenwünsche oder Funktionalität sind egal, die haben ihr eigenes Programm und wenn etwas nicht funktioniert, dann benutzt der Kunde das Produkt einfach nicht wie vorgesehen.

Der Gepäcktransport hat gut geklappt, wobei ich aktuell weniger transportieren lasse, als ich trage. Aber da bestünde ja Luft zu Verbesserungen, wenn ich weniger Wasser mitnehmen würde. Der Vorteil ist, dass ich auch eher sinnlose Luxussachen wie z.B. ein Notebook dabei haben kann. Das ist schon angenehmer, gerade wenn man früh im Hotel ist.

Somit habe ich an Tag 1 eine der längsten oder die längste Etappe gelaufen. Das hängt etwas davon ab wie viele Zusatzwege bei den anderen Etappen hinzukommen.

04.08.2021 Von Buchholz nach Wesel (ca. 25km)

Nach dem Frühstück wollte ich im 8:00 starten aber da die Luftfeuchtigkeit recht hoch war, habe ich mir das noch mal anders überlegt. Zum Nass werden hätte der Fisselregen gereicht. Glücklicherweise ging es dann um 8:15 besser. Der Weg hat sich heute vergleichbar zu gestern gezeigt. Zuerst ging es über mehrere Kilometer an der Bahn lang und dann in den Wald. Es gab auch heute kurze Heidetappen aber weitgehend ging es durch den Wald.

Heute war ich schon um kurz vor 14:00 am Ziel. So um drei Wurde es dann immer dunkler und gab ein Gewitter mit ordentlich Regen. Das war aber recht schnell durchgezogen. Zum richtig nass werden hätte es aber Gereicht.
Die Unterkunft ist heute etwas rustikaler und mein Zimmer liegt offenbar direkt über der Küche. Zumindest riecht es hier ständig nach irgendwelchem Essen. Interessant finde, ich dass bisher jedes Kaff gut mit Internet versorgt ist. Da kann man bei uns nur von träumen.

Insgesamt bin ich etwas erstaunt wie wenig Heide ich auf dem Heidschnuckenweg bisher gesehen habe. Wenn man sich die Karte zum Einstieg in den Wanderweg anschaut ist es allerdings nicht so überraschend. Faktisch streift der Weg die Heide immer nur. Und man muss sich auch klar machen, dass die “Lüneburger Heide” eben keine zusammenhängende Fläche ist, durch die man tagelang laufen kann.

Der Weg selbst ist recht wechselhaft. Mal ist er landschaftlich schön, oft wirkt er aber auch bemüht und macht eher den Eindruck, dass den Weg keiner so richtig will und er irgendwo zwischen Bahnstrecke, Autobahn und Grundstücken eingequetscht ist. Mal sehen wie es die nächsten Tage weitergeht.

Ach so, noch zu dem Garmin Schrottprodukt das sich Fenix 6 nennt (wobei die Hardware gut ist, die Software ist das Problem). Trotz mehrfachem Neustart und dem Löschen aller Daten lies sie sich nicht wieder zur Zusammenarbeit überreden. Der Fehler steckt schon seit Jahren in der Software.

Scheinbar hat der Ortswechsel das Problem verursacht. Aber gut, vielleicht ist die Erwartungshaltung auch zu hoch, wenn man eine Uhr knapp 150km entfernt vom eigenen Wohnort nutzt, die explizit für Expeditionen vermarktet wird. Wenn sich jemand währen einer Expedition auf die Garmin verlässt ist das wohl eher ein Selbstmordkandidat. Denn ein Reset erfordert z.B. im Nachgang eine Internetanbindung. Nach meiner Erfahrung hat man die auf Expeditionen oft nicht und selbst wenn auch nicht unbedingt eine Stunde Zeit dafür.

Somit blieb dann Nachmittags nur der vollständige Reset. Das war zumindest früher zuverlässig. Danach darf man dann nur wieder alle Einstellungen setzten + Pairing mit dem Telefon – da ist man auch gern eine Stunde älter.

Das hat Garmin aber offenbar auch optimiert aber zugegeben das kann auch an Apple liegen. Ich nach diversen Versuchen und dem manuellen Entfernen der Uhr im iPhone ging es dann wieder. Ob morgen dann auch wieder irgend eine Aufzeichnung von Tracks, höhen usw. funktioniert? Lassen wir uns überraschen.

Nach klassischer Etappenkunde für den Heidschnuckenweg habe ich heute übrigens Etappe 2,5 abgeschlossen. Morgen geht es dann bis Etappe 4.

05.08.2021 Wesel nach Oberhaverbeck (ca. 28km mit Rundwanderung im Totengrund)

In der aktuellen Unterkunft gibt es Frühstück leider erst ab 8:00 (mit Italienischem Eigner, also eher um 8:10, wobei der auch andere Klischees erfüllt hat, ich hab den nur rumstehen sehen, während seine deutsche Frau gearbeitet hat).

Somit komme ich später los als an den beiden ersten Tagen. Ok, dafür soll die Strecke lt. Reiseunterlagen auch nicht so lang sein. Faktisch kam dann aber neben dem Rundweg im Totengrund noch mal 1km hin und zurück hinzu. Witzig war heute das Launchpaket: Es ist gängig, dass man sich selbst etwas zubereitet (in der Regel 1-2 Brötchen). Heute musste man das Brötchen extra bestellen und dann wurde es einem gebracht. Das waren aber die gleichen Brötchen wie am Buffet. Scheinbar hatten die Eigner Angst, dass man sie mit Brötchen ruiniert.

Die Strecke war heute das was ich schon an den ersten Tagen erwartet hatte: Ganz viel Heide. Top! Ich habe aber per Infotafel auch bestätigt bekommen, was sich am ersten Tag schon abgezeichnet hat über die Karte – 60% der Heide sind Wald. Und wenn der Mensch nicht weiter eingreift, wird der Wald auf Dauer die Oberhand behalten.

Es gab heute fast nur weiche Untergründe. Somit ging das gehen super von der Hand. Für mich macht das echt einen riesigen Unterschied, ob ich über Waldböden, leicht steinige Wege, bachbettartige Wege, Split oder harten / weichen Sand laufe. Somit konnte ich heute auch durchgängig über den ganzen Tag mit über 5km/h gehen. Positiv: Es hat mich niemand überholt, ich habe – keine Ahnung – mindestens 50 Leute überholt.

Sogar meine Garmin Fenix hat nach dem Reset – gestern – heute mal das gemacht was sie soll, die Strecke aufgezeichnet und die Distanz / Höhenmeter und den Puls zusammen erfasst. Allerdings ist Garmin unzufrieden mit der Distanz und meiner durchgehend hohen Geschwindigkeit – Aerobisch 5.0, zu viel! Aber meine Leitungsalter entspricht angeblich wieder dem eines 20-25 jährigen. Die Info hatte ich auf dem PCT auch. Ich frage mich nur, ob das stimmt oder Garmin das quasi jedem attestiert, damit sich alle toll fühlen.

Die Hohe Frequenz der überholten zeigt auch: Auf dem Weg war extrem viel mehr los, als an den Vortagen. Für meinen Geschmack war es heute schon zu viel. Dabei laufen den Weg schon einige Leute. Man kann es aber nicht so genau einschätzen. Es gibt neben dem Hauptweg zig Varianten und natürlich diverse Unterkünfte. Aber pro Unterkunft sind es schon mal gerne 15-20 Leute (je nach Lokation), die auf dem Heidschnuckenweg wandern.

Heute habe ich zum ersten mal die Regenjacke benötigt, bisher habe ich den Regen immer irgendwie umgangen. Irgendwann hatte ich bei den kleineren Schauern einfach keinen brauchbaren Baum mehr und 3km vor dem Ziel wollte ich dann auch ankommen. Die Wetterfrösche sind in der Region übrigens ziemlich unzuverlässig. Oft steht in den diversen Wetterapps kein Regen, während man aus dem Fenster ganz viel Wasser sieht.

Es ist unglaublich wie gut ich mich über Essen motivieren kann. Heute war es die Apfelwaffel mit Zimt und Eis, die ich schon am Vortag bei der Unterkunft entdeckt hatte aber was es gibt ist fast egal. Auf dem PCT habe ich mich z.B. über einen kalten Softdrink + Hot Dog zur längsten Tagesetappe motivieren können. Gut, zugegeben der Universal Besuch in LA am nächsten Tag hat auch geholfen, und das Mädchen was mich überholt hat an dem Tag auch (man sieht auf dem PCT halt nicht so viele Leute oft und die war nicht so viel schneller, also war sie meine Zugmotivation). Dafür war ich dann schneller beim Softdrink und dem Hotdog. Mann muss auch Prioritäten setzen. ^^

Die Unterkunft heute ist interessant. Die drei “Geschäftsführer” sind vermutlich um die 25. Entweder hatten die schon Vermögen (dann verstehe ich nicht, warum man sich so einen Klotz ans Bein bindet) oder die Bank gut überzeugt. Das Konzept ist zumindest speziell. Es handelt sich um einen alten Hof, der komplett  modernisiert wurde. Die Zimmer schwanken zwischen altem bewahren und modern und sind auch erst ab 16:00 bezugsfertig. Die Zeit wartet man natürlich rein zufällig im Cafe und das Essen wird hervorragend auf Instagram platziert. Auf jeden Fall sorgt das für Umsatz, wenn die Gäste auf ihre Zimmer warten, den ganzen Tag gewandert sind und dann ganz freundschaftlich diverse Sachen angeboten bekommen.

Eine Karte bekommt man nicht und man weiß auch nicht was die Leckereien kosten, die man bestellt. Die jungen Eigentümer duzen einen direkt und das “möchtest du einen Kaffee” hört sich eher an, als wenn man bei Freunden ist. Bezahlen muss man erst mal auch nichts, es wird alles auf das Zimmer geschrieben (schlaues System, macht Disney auch so).
Abends gibt’s eine Brotzeit mit Salaten und Fleisch vom Grill. Das ganze Konzept kommt fast ohne Personal auf. Ansonsten noch ein bisschen blabla von wegen Nachhaltigkeit und lokale Sachen. Interessantes Konzept auf jeden Fall. Es wäre spannend wie lange sie daran abbezahlen, falls sie nicht selbst Geld hatten. Witzig auch, dass eine der Eigentümerinnen vorher offenbar für längere Zeit durch Australien gezogen ist. Die Konzeptpräsentation beim Geldgeber muss echt gut gewesen sein. 😉

Aktuell haben sie über 30 belegte Zimmer + Essensumsatz. Da kommt jeden Tag ordentlich was rein.

Von Oberhaverbeck nach Schneverdingen + Pietzmoor + Heidegarten (ca. 26km bis zur Unterkunft)

Heute Morgen gab es sogar mal Sonnenschein, in der Intensität habe ich das in den letzten Tagen noch nicht erlebt.

Die heutige Etappe sollte eigentlich die kürzeste sein, mit meinem kleinen Exkurs zum Heiddegarten war sie dann aber doch nicht ganz so kurz. Die Etappe ist eine Variante des Heidschnuckenweges. Der Hauptweg führt nicht über Schneverdingen. Durch den Schlenker über Schneverdingen bekommt man aber das Pietzmoor zu sehen. Mit der vorgesehenen Etappe war ich um 12:15 durch, da ich schon um ca. 8:00 starten konnte.

Es sieht aber so aus, als wenn diese Variante von kaum jemanden gewandert wird (das Hotel hier ist recht überschaubar von der Größe, könnte also nicht ansatzweise so viele Wanderer aufnehmen, wie ich z.B. allein gestern gesehen habe). Die Tagesetappen sind durch die Variante etwas anspruchsvoller, weil länger geworden. Ich hatte aber Anfangs auch Leute getroffen, die zumindest im ersten Abschnitt auch die längeren Etappen gelaufen sind. aber ggf. werden mehr unterschiedliche Varianten gewandert. als ich bisher dachte. Ein paar Mädels habe ich entlang des Weges auch immer wieder getroffen und war nie im gleichen Hotel mit denen.

Heute habe ich auch eine Wildcamperin gesehen, direkt am Heidschnuckenweg, relativ mutig. allerdings weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie hoch die Strafen sind, wenn man erwischt wird (lt. Google bis zu 500€). Es heißt halt nur immer, dass wildes campen in Deutschland verboten ist.

Das Pietzmoor war wieder so ein touristischer Klassiker. Man kann etwas sehen, ohne sich mehr als 5km bewegen zu müssen und schon ist es total überlaufen. Ich verstehe so was nie. Das ist so ähnlich wie bei Yosemite. Der erste Wasserfall und das Touristenzentrum ist überlaufen. Danach wird es dünn. Sobald man sich 10, 15 oder gar 20km an einem Tag laufen muss, sind größer 95% der Menschen raus, egal was es zu sehen gibt. Will sagen das Pietzmoor war ganz nett, rechtfertigt aber keineswegs den Menschenauflauf, den es dort gab.

Die Heide blüht unterdessen etwas flächiger. Heute gab es dementsprechend etwas größere Flächen zu sehen, die geblüht haben. So richtig intensiv, wie man das von Fotos kennt, habe ich es aber bisher nirgends gesehen.

Da der Regen und Gewitter erst für 14:00 angesagt war, habe ich noch schnell 6 Zusatzkilometer zum Heidegarten und zurück dran gehängt. Kurz nach 2 ging es dann auch los mit dem Regen, ich habe es so gerade noch zurück zum Hotel geschafft.

Mal kurz zum Thema Launchpakete – es ist witzig was die einzelnen Unterkünfte teilweise darunter verstehen: Bei der ersten Unterkunft gab es 1,5 Liter Wasser (sehr sinnvoll), bei der zweiten 750ml mit Kohlensäure. Letzteres ist – zumindest für mich – nicht optimal, aber gut, gibt ja vermutlich Leute, die das sogar beim Wandern brauchen. Aber 750ml wie weit soll man damit kommen? Heute gab es 150ml Multivitaminsaft und ein Ei. Eier sind jetzt auch nicht so optimal beim Wandern (bin ich der einzige, bei dem die für aufstoßen sorgen?). Lustig war auch die Cola Light auf dem PCT, die Leute meinen es gut aber echt, wie kommt man auf die Idee, dass Hochleistungausdauersporter “light” benötigen? Niemand  braucht light Produkten, wenn er / sie 4000-5000 Kalorien am Tag raus haut.

Das heutige Hotel ist auch speziell: Man muss heute schon sagen wann man Frühstück essen will, wie viele Brötchen man möchte, ob man ein Ei möchte und wie viel Wasser man mitnehmen will. Das hatte ich bisher so auch noch nicht. Da  morgen Samstag ist, gibt es zumindest in dem aktuellen Hotel erst ab 8:00 Frühstück. Bei langen Etappen ist es mir lieber früh los zu kommen. Zumal das Wetter hier die Tendenz hat, jeden Nachmittag in Regen umzuschlagen.

Schneverdingen nach Bispingen (ca. 23km)

Für heute hatte der Wetterbericht nichts gutes verkündet – quasi Dauerregen über den ganzen Tag ab 11:00. Als ich dann morgens nachgeschaut habe, hat sich das auf 14:00-15:00 verschoben. Also schnell um 8:30 los gewandert und wieder das tägliche Wetterrennen, ich habe es knapp gewonnen. Allerdings waren um 13:15 im Hotel alle Türen zu, also bin ich ein paar hundert Meter zurück zur Schule gewandert und habe dort mein Launchpaket vertilgt. Kurz danach find es richtig an zu schütten. Ich konnte mich unter einen überdachten Fahrradständer retten.

Die Route war heute eher mittelmäßig, relativ viel Wald, ein wenig Heide. Man merkt halt, dass man aus dem Kern der Heidelandschaft wieder raus ist. Ich gehe davon aus, dass es morgen in etwa vergleichbar ist.

Von Bispingen nach Soltau Nord + Heidepark (> 35 km)

Heute geht es auf die letzte Etappe meiner aktuellen Wanderung auf dem Heidschnuckenweg. Der Weg geht noch weiter bis Celle. Auf dem Hauptweg habe ich nun die erste Hälfte gewandert. Die Variante war quasi ein Bonus. Rein in Hauptwegkilomertern habe ich ca. 120km, geschafft. Wie man unschwer erkennt, addieren sich die Zahlen meiner Etappen aber zu > 160km auf.

Heute war der Wetterbericht leider sehr unpräzise und suggerierte ziemlich unbestimmbaren Regen über den ganzen Tag. Somit musste ich morgen um 8:45 im Regen starten. Angenehm ist anders aber Taktieren war mir bei dem Wetterbericht einfach zu ungewiss. Nach zwei bis drei stunden wurde das Wetter dann langsam besser. Landschaftlich war die heutige Etappe kein Highlight.

Es war das übliche Heidschnuckenwegprogramm: Durch Wald, über Felder, entlang an Schienen und Autobahnen und ein klein wenig Heide. Nach der Hälfte der Strecke (ca. 12km) hört man dann schon die Fahrgeschäfte und Schreie vom Heidepark. Witzig ist, dass der Heidschnuckenweg mitten über den Parkplatz vom Heidepark geht und sich dort irgendwo verliert.
Einer von den Parkplatzanweisern hat mich dann gefragt, wo der Weg überhaupt weitergeht, er würde ständig gefragt. Gut, wenn man eine App hat. ^^ Falls es jemanden interessiert. Bei der letzten Parkplatzeinfahrt über die Straße und nach rechts weiter. Nach ein paar Metern kommt das H Zeichen links. Wenn ihr aber zum Parkhotel wollt, geht besser nach links. Ich bin – wie offenbar mehrere einem etwas unbequemen Trampelpfad um die eingezäunte Anlage gefolgt. Wanderer sind offenbar als Gäste nicht vorgesehen.

Als ich im Hotel war war mein Zimmer nicht fertig – ok das ist normal in großen Hotelanlagen. Das Hotel ist so ein Typisches Event und Veranstaltungshotel und dient als Bettenburg unter anderem für den Heidepark. Somit wurde ich an das Restaurant verwiesen. Ergebnis: Außer Tomatensuppe gibt es mittags nichts?! Ich konnte sie dann zu einer Currywurst mit Pommes überreden und oh Wunder es kamen  direkt noch 4 andere, die auch keine Suppe wollte. Allerdings war ich mir des Risikos bewusst. Currywurst kann man leider echt nur in wenigen Regionen Deutschlands bestellen (z.B. in NRW oder Berlin). Die Wurst war aber erträglich, wenn auch nicht gut.
Da ich früh am Ziel war habe ich mir ein ermäßigtes Nachmittagsticket für den Heidepark gebucht. Der stand zwar erst für morgen auf dem Programm aber so ist es weniger stressig. Einlass um 15:10, also wieder gut 3,5km zum Heidepark latschen und abends wieder zurück. Im Heidepark bin ich anschließend auch noch diverse Kilometer gelaufen.
Die letzten zwei Tage war ich scheinbar der einzige Wanderer, weil der Gepäckservice immer nur meinen Rucksack zu den Hotels gebracht hat. Offenbar wandern die meisten keine 6 Tage in der Heide.

Heidepark:

In ca. 4 Stunden im Heidepark bin ich in den meisten Top Attraktionen gewesen. Ich werde zu alt für den Scheiß, ich brauche einen Testfahrer!
  • Kraken – fast senkrechter Fall – Achterbahn – sehr smooth und mal was anderes aber sehr kurze fahrt
  • Colossus (2x) – Beste Holzachterbahn, die ich kenne. Wirklich klasse.
  • Desert Race (3x) – Ich Liebe Bahnen mit Linearantrieb, weil die enge Toleranzen haben und dementsprechend smooth fahren. Klasse beschleunigigung
  • Ghostbusters 5D – War ok, aber hab ich schon besser gesehen (3D Ballerei im Sinne von Man in Black usw.) – man konnte nicht so richtig erkennen was Punkte bringt. Auf viel schießen? Was kaputt schießen? Aber ich war zumindest besser als die beiden Teenager, die mit mir im Wagen waren. Ich hatte eigentlich gedacht, dass die mich abhängen. Für irgendwas muss die Computerspielhistorie ja gut sein.
  • Fluch der Dämonen – Achterbahn wo man neben der Schiene fährt – fand ich nicht sonderlich außergewöhnlich. Was schlimm war, dass die Bewegungen und Drehungen zu langsam waren und die Schwerkraft einen immer in die falsche Richtung gedrückt oder gezogen hat
  • Big Loop – Zu unpräzise und klapprig – nicht so schlimm wie Limit aber auch kein Highlight
  • Scream – 08/15 Free Fall Tower, eher langweilig. Eher unangenehme Bremse
  • Limit – Gott, wer baut so einen Schrott? Hohe G Kräfte und so klapprig, dass man direkt Kopfschmerzen bekommt. Das Ding war vergleichbar Schlimm wie die Holzachterbahn in Bush Gardens
  • Bobbahn – Das ist so ziemlich die schlimmste Bahn, in der ich je gefahren bin. Die reinste Klapperkiste. Wenn man danach eine Gehirnerschütterung hat, würde mich das nicht wundern. Mein Rücken wär mehrfach fast gestorben. Ich hätte es besser wissen können. Das sah schon baum zuschauen ruckelig aus.

Am Ende wollte ich um 19:10 noch gerne eine Runde Kraken fahren, der war aber 50 Minuten vor Schließung des Parks schon dicht.

Die Corona Maßnahmen sind übrigens die reinste Ironie in einem Freizeitpark. Ich hatte mich vorher schon gefragt wie gut das funktioniert. Nur mal zum Vergleich: Heute morgen beim Buffet mussten sich alle Plastikhandschuhe und eine Maske anziehen um ans Frühstücksbuffet zu dürfen (die Handschuhe fand ich etwas übertriegben).

Im Feizeitpark sind 20% zu dumm, zu cool oder zu ignorant um in den Wartebereichen die Maske zu tragen. Abständen halten 0% der Leute ein. Sobald man aus der Attraktion raus ist, tragen keine 20% mehr die Maske. Dazu kommt, dass jeder ständig an dem Ding rumfummelt und das die Wartezonen größtenteils nicht an die Menschenmenge angepasst war, haben sich alle unter den Metallstreben, Ketten usw. drunter weg getaucht und das ganze Zeug fasst jeder an. Dazu fasst natürlich auch jeder die Haltegriffe an. Will sagen: Wenn man Freizeitparks so laufen lässt, kann man sich an zig anderen Stellen das ganze Theater schenken. So ein Freizeitpark verteilt 100x eher Corona als ein Frühstücksbuffet.

Insofern ist nun witzig, dass überall die Striche auf dem Boden sind, die waren vollständig überflüssig.

Ansonsten:

  • Das Theming des Parks ist ok (da können deutsche Parks nicht mit Giganten wie Disney und Universal mithalten)
  • Die Garten und Landschaftsgestaltung ist toll
  • Sicherheit – gut
  • Aussehen der Bahnen – sehr Wechselhaft, einige könnten eine Reinigung oder Farbe brauchen
  • Wartezonen bescheiden, oft kein Wetterschutz und auch kein Sonnenschutz – geht in der Form so überhaupt nicht
  • Der Merchandise ist offenbar auf Weltklasse Niveau, ich hatte zwar keine Zeit mir die Sachen im Detail anzuschauen aber hinter jeder Topattraktion ist ein Laden
  • Ich habe noch nie einen Freizeitpark erlebt, der so schlechte Bewertungen beim Essen hatte. Der aktuelle Stand liegt im Bereich von 2,5 – 3 von 5 Punkten, wenn man auf Google sucht. Ich habe mich wagemutig bei dem Piratenburger an einen Cheeseburger + Pommes und Softdrink in der Maxi Version für 10€ gewagt. Die Bewertung 2,5 würde ich nicht bestätigen, bei mir war es eher eine 3/5 aber gut ist anders. Die Pommes waren bei mir i.O., die Cola hatte absolut 0 Kohlensäure. Das war keinen Versehen im sinne von etwas zu spät die Patrone gewechselt. Das habe ich so noch nie erlebt. Das Fleisch vom Burger ist sehr fein durchgedreht und schmeckt seltsam. Kann man also essen, muss aber nicht sein.

Wenn ihr die Wahl habt, fahrt lieber ins Phantasialand oder noch besser nach Disney World und zu Universal Orlando.

Auf dem Rückweg zum Hotel habe ich übrigens zum ersten Mal erlebt, dass ein Zug auf der Bahnstrecke war, an der ich die ganze Zeit entlang gewandert bin.

Mein Fazit:

Die Lüneburger Heide kann man durchaus erwandern, als Pflichtprogramm würde ich das aber nicht ansehen. Die Region meiner Meinung nach ein sehr gutes Marketing. Die Landschaft ist ganz schön, aber man läuft eben oft auch durch Wälder (die sehen kein Stück anders aus als in NRW) und gerade am Anfang auch gerne mal entlang von Schienen oder Straßen. Der Heidschnuckenweg wurde als schönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet. Ok, so bin ich in Deutschland noch nicht gewandert aber wenn das stimmt, dann kann ich schon verstehen, warum die Langstreckenwanderwege im Ausland teilweise so einen legendären Ruf haben. Ich bin gespannt auf den König Ludwig weg, wenn der Heidschnuckenweg schon die Krone der Wanderwege war…
Mir mich war die Wanderung als Corona Alternativprogramm völlig in Ordnung. Das Wetter war ziemlich durchwachsen. Mit dem Regen hatte ich halbwegs Glück aber die Sonne hat sich eben auch eher selten gezeigt. Gutes Wanderwetter, kein Fotowetter. Das sieht bei Wanderwegen im Ausland oft auch anders aus. Aber in Zeiten des Klimawandels ist halt nichts mehr garantiert.
Ein Beispiel für die Effekte des Klimawandels: Während bei meiner PCT Wanderung in 2019 ein high snow Year war, also der Schnee in den Bergen bis weit in den Sommer erhalten geblieben ist, waren dieses Jahr mehr als 250 Meilen des Weges wegen Waldbränden gesperrt. Deutlich über 1000 Meilen haben “ungesunde” bis “gefährliche” Luftbedingungen gehabt.
Wie bei jedem mir bekannten Wanderweg, ist die Auszeichnung manchmal sehr gut und manchmal nicht vorhanden. Viel schief gehen kann in der Heide nicht, es gibt einfach genügend Orte, wo man im schlimmsten Fall strandet. Es schadet aber nicht eine App zu benutzen. Ich habe mir die Etappen bei Alltrails runtergeladen (das muss man dafür leider ein Jahr abonieren). Man findet auch GPX Files im Netz oder bekommt sie mit Reiseführern.
Ein klein wenig Langstreckenwanderwegsgefühl kommt auch auf dem Heidschnuckenweg aus, der Unterschied zu einer PCT Wanderung ist aber doch recht deutlich. Man kann jeden Tag einkehren und teilweise sogar entlang des Weges aussteigen. Man braucht eigentlich nur 2-3kg auf dem Rücken tragen und hat jederzeit ein Netz und doppelten Boden. Blasenpflaster vergessen? Dann werden die einem mit dem Gepäck ins Hotel geliefert. Man muss auch keine Extrawege zu teilweise recht fragwürdigen Wasserquellen laufen. Das braucht man aber auch nicht.
Wer also mal schauen will, ob länger Wandern etwas für einen ist, der kann es auch in Deutschland testen. Denn grundsätzliche Themen wie: Macht mein Körper das mit, kann ich überhaupt 30km und mehr am Tag wandern?
Mir haben jetzt auch die PCT Erfahrungen geholfen. Bestimmte Probleme kannte ich schon und die meisten konnte ich direkt vermeiden. Wenn ich dann mal wieder auf dem PCT bin, wird das auch helfen.
Letztlich kommt es wohl darauf an. welcher Typ Wanderer man ist. Ich wandere nicht, weil mit Wandern so viel Spaß macht, sondern weil ich etwas erleben und sehen will. Da hatte der PCT halt viel, viel mehr zu bieten. Obwohl ich bei einem Weg wie dem Heidschnuckenweg jeden Tag ein Hotel habe und gutes Essen, würde ich den PCT vorziehen, wenn ich frei reisen könnte. Wenn ich dann  wieder 6 Wochen unterwegs bin, sage ich wahrscheinlich was anderes.
Witzigerweise gibt es entlang des PCT übrigens auch eine Region, die aussieht wie die Lüneburger Heide. Ich wüsste aber nicht, dass das erwähnt wird. Zumindest habe ich noch keinen entsprechenden Hikebericht gelesen.
Die gute Nachricht für Radfahrer – man kann den ganzen Weg auch mit dem Rad fahren, aber ein Mountainbike oder vergleichbar sollte es schon sein.

4. Lesequartal 2020

Kurz zu meinen Wertungen:

>= 4 Sterne – sehr gute Bücher und auch mehrfach lesenswert

3 oder 3,5 Interessant zu lesen aber mir reicht es die Bücher einmal gelesen zu haben.

Meine Highlights in absteigender Reihenfolge:


Cassardim – Jenseits der schwarzen Treppe – Julia Dippel

Cassardim Jenseits der schwarzen Treppe - Julia Dippel

Zweiter Teil der Serie und genauso gut wie der erste. Julia Dippel bietet keine neuen Elemente, mischt aber sehr gut.

5 out of 5 stars 5/5


Die Geilste Lücke im Lebenslauf: 6 Jahre Weltreisen – Nick Martin

Die geilste Lücke im Lebenslauf 6 Jahre Weltreisen - Nick Martin

Sehr unterhaltsam auch für nicht Weltreisende. Es geht mehr um interessante Ereignisse als um einen detaillierten Reisebericht. Dafür hätte das Buch deutlich dicker sein müssen.

4.5 out of 5 stars 4,5/5


From Blood and Ash – Jennifer L. Armentrout

The Red Peal Scene Hawke's Point of View - Jennifer L. Armentrout  From Blood and Ash 1 - Jennifer L. Armentrout  From Blood and Ash 2 Kingdom of Flesh and Fire - Jennifer L. Armentrout

Klasse Serie von Armentrout, die erwachsener als die klassischen Serien von ihr sind. Für meinen Geschmack durchaus etwas, was auch für Leute interessant ist, die Armentrout sonst nicht so mögen.

4 out of 5 stars 4/5


Cursed – Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit – Jennifer L. Armentrout

Cursed Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit - Jennifer L. Armentrout

Ein interessanter Einzelband um Personen mit besonderen Fähigkeiten. Das Ende ist zwar einerseits abgeschlossen, lässt aber viel Raum für mehr.

4 out of 5 stars 4/5


Dark Elements 5 Goldene Wut / Rage and Ruin Harbringer Series – Jennifer L. Armentrout

Rage and Ruin Harbringer Series - Jennifer L. Armentrout  Dark Elements Goldene Wut - Jennifer L. Armentrout

Teil 5 der Dark Elements Serie und sehr vergleichbar mit den Vorgängern.

4 out of 5 stars 4/5


Yukon: 3000km im Kanu durch Kanada und Alaska – Dirk Rohrbach

Yukon 3000 Kilometer im Kanu durch Kanada und Alaska - Dirk Rohrbach

Reise entlang des Yukon, die sich primär auf die Menschen entlang des Weges fokussiert (dazu gibt es auch eine TV Doku, wenn einem das bekannt vorkommt).

4 out of 5 stars 4/5


Die Greifenreiterin – Sabine Schulter

Die Greifenreiterin 1 Gefangenschaft - Sabine Schulter  Die Greifenreiterin 2 Hoffnung - Sabine Schulter  Die Greifenreiterin 3 Verheerung - Sabine Schulter  Die Greifenreiterin 4 Rache - Sabine Schulter

Mal ein Gegensatz zu den üblichen Drachengeschichten. Die Handlung ist nicht ganz so episch wie in anderen Fantasybüchern aber das ist vielleicht auch mal ein guter Gegensatz.

4 out of 5 stars 4/5


Wächter der Magie – Lara Lorenz

Wächter der Magie Der Weiße Stein Lara Lorenz  Wächter der Magie Der Blaue Stein - Lara Lorenz

Abwechslungsreiche und extrem detaillierte Fantasywelt und es geht – unschwer zu erkennen – um Drachen.

4 out of 5 stars 4/5


Mit wenig Geld um die Welt: Weltreisen mit nur 30 Euro am Tag – Florian Blümm

Mit wenig Geld um die Welt Weltreisen mit nur 30 Euro am Tag - Florian Blümm

Das buch deckt nur bestimmte Regionen ab und nicht die ganze Welt aber trotzdem finde ich es hilfreich, wenn man plant auf Weltreise zu gehen.

4 out of 5 stars 4/5


PUR – Das Leben ist eine Reise, kein Ziel – Kerstin Foell, Robert Stolle

PUR Das Leben ist reine Reise, kein Ziel - Kerstin Foell, Robert Stolle

Mischung aus halbwegs geglückter Weltreise mit einem Segelboot und Guide zum Glücklich werden.

4 out of 5 stars 4/5


Leaving the Frame Eine Weltreise ohne Drehbuch – Maria Ehrlich

Leaving the Frame Eine Weltreise ohne Drehbuch - Maria Ehrlich

Reisen ohne Drehbuch? Nicht so richtig und Weltreise halte ich auch für übertrieben. Unterhaltsam ist es aber trotzdem.

4 out of 5 stars 4/5


Vortex – Anna Benning

Vortex 1 Der Tag an dem die Welt zerriss - Anna Benning   Vortex 2 Das Mädchen, das die Zeit durchbrach - Anna Benning

Interessante Reihe um Sprünge durch die Zeit, die leider die Nachvollziehbarkeit oft ignoriert, um Handlungswendungen zu kreieren.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


Fabula Lux – Jasmin Romana Welsch

Fabula Lux 1 Lia - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 2 Astaras - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 3 Keon - Jasmin Romana Welsch

Vorgänger zur Krieger des Lichts Reihe, leider aber relativ unspannend, wenn man die Hauptserie kennt. Andersrum wäre es aber nicht anders. Wenn man nur eine von beiden liest, empfehle ich eindeutig die Hauptserie.

3.5 out of 5 stars 3,5/5


The brightest Night Origin Series – Jennifer L. Armentrout

Origin Series 3 Brightest Night - Jennifer L. Armentrout

Um die Hauptgeschichte geht es in dem Band zum Glück kaum, denn der Teil der dann doch dazu gehört, ist leider vollkommen unglaubwürdig.

Somit ist das Buch aus meiner Sicht der bisher schlechteste Teil der Serie.

3 out of 5 stars 3/5


 

PUR Das Leben ist eine Reise, kein Ziel [Buch]

PUR Das Leben ist reine Reise, kein Ziel - Kerstin Foell, Robert Stolle

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Kerstin Foell, Robert Stolle

Titel:

  • PUR Das Leben ist eine Reise, kein Ziel (288 Seiten)

Gelesenes Format:

Gebundene Ausgabe

Rezension und Inhalt:

“Doch was passiert, wenn du beschließt, dein Leben radikal zu ändern?” … “Bei dieser Entscheidung helfen keine Ratschläge von Familie oder Freunden. Sie sind in ihren eigenen Konventionen und Wertvorstellungen verhaftet. Kaum einer bricht da aus. Im Gegenteil. Für die meisten ist es eine Bedrohung, zu sehen, dass jemand rauswill.”

Das Mantra des Buches ist mehr Erkenntnisse der Reise aufzuzeigen als die Reise an sich. So viel wird einem direkt am Anfang vom Buch vom Lektor erklärt. Wenn man also ein Reisebuch erwartet, bei dem die Abenteuer im Mittelpunkt stehen ist man bei dem Buch eher falsch aufgehoben. Glücklicherweise bewahrheitet sich das aber nicht vollständig.

Einer der beiden Autoren (Robert) ist krank und ich denke man muss erst selbst mal eine gravierende Krankheit gehabt haben, um nachvollziehen zu können wie sehr das die Perspektive ändert.

Viele Dinge, über die man sich täglich den Kopf zerbricht werden schlagartig vollkommen unwichtig. Man fragt sich plötzlich warum man seine Zeit überhaupt mit so vielen Banalitäten verschwendet und 10 Stunden im Büro sitzt.

“Das Leben ist reicher und lebenswerter als vor der düsteren Diagnose. Bewusstsein für die Begrenztheit der Zeit intensiviert das Erleben.”

Plötzlich lernt man Dinge zu genießen, die sonst selbstverständlich waren. Man braucht sich nicht der Illusion hingeben, dass das ein Dauerzustand ist. Sobald man doch wieder Gesund wird, oder die Krankheit wieder zurück weicht, fällt man nach einer Zeit wieder in seine normalen Muster. Aber manchmal führt eine dearartige Erkenntnis eben auch dazu, dass man sein Leben verändert.

Bei den beiden Autoren wird schnell klar, dass der finanzielle Möglichkeiten haben, die >99% der Bevölkerung nicht haben. Das ist nun nicht gerade das Optimalbeispiel für “wie macht man es im Leben”, da eben nur sehr wenige die gleiche Situation haben.

Mann kann keine neuen Ozeane entdecken, wenn man nicht den Mut hat die Küste aus den Augen zu verlieren.

Abgesehen habe ich bei den Autoren eher den Eindruck von Luxusproblemen. Beiden macht der Job Spaß, Geld ist im Überfluss vorhanden aber irgendwie haben sie beide das Gefühl den Sinn des Lebens noch nicht gefunden zu haben. Zugegeben sind in Deutschland viele Probleme Luxusprobleme. Wir kämpfen bei der Arbeit selten ums Überleben uns müssen uns auch meist keine Sorgen darüber machen, ob wir Lebend von der Arbeit kommen oder Essen auf dem Teller haben.

“Wir haben nur dieses eine Leben. Was, wenn das plötzlich vorbei ist, ohne das wir einen Bruchteil unserer Herzenswünsche in Angriff genommen haben? Es gibt unzählige Geschichten von passionierten Menschen, die viele Jahre ihren Traum vom Segeln, Motorradfahren oder Fahrradtour bis ins kleinste Detail planen und ihn dann nie verwirklichen konnten.”

Das Abenteuer in das sich die beiden dann stürzen hat es aber in sich. Sie kaufen sich ein Segelboot für eine Weltumsegelung. Nicht irgendwelchen Kleinkram, sondern ein Unikat vollgestopft mit Technik und so ziemlich alles was kaputt gehen kann, geht auch kaputt. Ob das neue Leben weniger stressig als der der Berufsalltag ist, wage ich etwas zu bezweifeln.

Aber es gibt auch bessere Zeiten, in denen Sie die Bootsfahrt vollends genießen (meistens irgendwo vor Anker). Aber wenn man Monate Traumstände und Trauminseln besucht erschöpft selbst das irgendwann. Ist das was man anfangs als Paradies empfindet auch nicht mehr toll, wenn man ständig dort ist? Genau diese Erkenntnis machen viele Reisende, wenn sie länger Reisen.

“Glücksexperten raten zu Perioden des Entzugs, um das Bewusstsein für Freuden zu schärfen. Dinge, die rar sind, schätzen wir mehr.”

Die Fotoauswahl gibt nur Meer und Wetter wieder. Wer irgendwelche schönen Traumstrände oder andere Landschaft erwartet, liegt mit diesem Buch definitiv falsch. Wenn man sich das Cover anschaut, dann kann man sich in etwa Vorstellen, was einen auf den Fotos im Buch erwartet.

Ob das Lektorat dem Buch einen gefallen getan hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. Der Abenteuerteil hat mir deutlich besser gefallen und der wäre wohl auch deutlich ausführlicher geworden ohne das “strenge” Lektorat.

Nicht selten trafen Robert und ich Aussteiger, die dachten, an ihrer Sehnsuchtsdestination sei alles besser als zu Hause. Weit gefehlt. Auch im Paradies kehr irgendwann der Alltag ein.

Nach etwa der Mitte des Buches geht das Buch vom Reisebericht oder man könnte aus Sagen von Murphys Law zum Erkenntnisteil über. Der erste Teil ist von Robert geschrieben, der zweite von Kerstin.

Im zweiten Teil dreht sich alles um Lebensweisheiten, die die Autoren an den Leser weitergeben möchten. Nimm die Dinge selbst in die Hand, sei deines Glückes Schmied, habe Mut zur Veränderung, Gib deinen Ängsten nicht nach, Now is the time und viele andere. Durchaus aber auch typisches Motivations- und Resilienzcoaching (das machen die Autoren jetzt übrigens auch beruflich).

Das ist eigentlich der Hauptfokus des Buches (zumindest lt. Vorwort – nimmt aber etwas weniger Platz ein und liest sich auch eher wie ein Sachbuch. Wenn man all die Tipps verinnerlicht hat man ggf. wirklich ein glücklicheres Leben. Ganz einfach ist das aber nicht, denn viel hängst mit einem selbst zusammen.

Fazit:

Nachdem ich nun diverse Weltreisebücher gelesen habe, bei denen auch immer mal wieder kurze Schiffsreisen vorkamen, ist der erste Teil dieses Buches eine angenehme Abwechslung, denn in diesem Buch steht die Schiffsreise im Mittelpunkt.

“Wir sollten den Mut haben, bequeme Sicherheiten und überholte Vorstellungen loszulassen und Neues anzupacken. Je mehr Sicherheit wir haben, desto unfreier und unkreativer werden wir. Wirkliches Leben gibt es vielleicht nur auf Messers Schneide.”

Bei den beiden Autoren geht auf der Reise wirklich unglaublich viel schief. Das Schiff ist eine Heimwerkerhochburg. Manche umrunden mit Schiffen gemütlich in zwei Jahren die Welt ohne auch nur Ansatzweise so viel Zeit und Geld in Reparaturen zu stecken.

Der zweite Teil des Buches ist für meinen Geschmack etwas losgelöst vom ersten Teil, denn abseits von einer recht großen Beharrlichkeit erkenne ich nur bedingt, dass die Autoren im ersten Teil all das gelebt haben, was sie im zweiten Teil der Lebensweisheiten vermitteln möchten.

Sie haben Höhen und Tiefen wie jeder Mensch. Ich habe generell den Eindruck, dass Menschen, die besondere Situationen gemeistert haben, pauschal als kompetent für derartige Bücher und Coachings angesehen werden. Weltreisende, Extremsportler und andere. Das hat vermutlich den Reiz, dass diese Menschen ggf. Dinge gemacht haben, die man sich selbst nicht trauen würde.

Allerdings gibt Kerstin im zweiten Teil auch unumwunden zu, dass viele “Erkenntnisse” auch erst nach der Reise bzw. bei der Recherche entstanden sind.

Es gibt einige Gedankenanstöße im Buch, die durchaus lesenswert sind, viele sind für meinen Geschmack aber auch sehr allgemein. Der zweite Teil Buches basiert zu guten Teilen auf Recherche. Einige der Weisheiten haben die Autoren gelebt, andere verknüpfen sie im zweiten Teil mit ihren Erlebnissen (frei nach dem Motto wir hätten so und so reagieren müssen). Bewiesen haben sie zum Beispiel Mut zur Veränderung und zwar besser heute als Morgen und sie haben sich auch eher ungeplant ihren Ängsten gestellt.

Bewertung:

4 out of 5 stars 4/5

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Verwandte Bücher / Serien:

Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Ich bin genau 20 Seiten weit gekommen, dann habe ich recherchiert was ein Boot kostet, dass sich für eine Weltumseglung eignet und wie groß das sein muss. Nachdem ich zuerst auf irgendein günstiges Boot aus Poolen gestoßen bin, kamen dann recht schnell die erwarteten Preisregionen. Nein, dass wird nie meine Reiseart. Viel zu teuer und alleine ziemlich gefährlich und sehr anstrengend.
  • Ein Hostel hätte ich bei den beiden nach der Anfangsbeschreibung nicht erwartet. Allerdings ist es dann direkt danach ein Hotel, vielleicht auch nur ein Vertipper (das vermute ich).
  • Ich bin ja kein Fachmann aber ich hätte mir für eine Weltumsegelung nie ein Boot gekauft, bei dem die Segel hydraulisch gesetzt werden. Handbetrieb mit optionaler elektrischer Unterstützung wäre für mich das Maximum (am liebsten nur Handbetrieb). Und ja, ich habe das geschrieben, bevor alles ausgefallen ist. 😉
  • Irgendwann war doch mal von zwei Generatoren die Rede? Einer fällt aus, und nichts geht mehr. Oder war mit dem zweiten der Hauptmotor mit Lichtmaschine gemeint? Bei so viel Technik ist es recht abenteuerlich nur eine echte Option zu haben.
  • Bei den ganzen Fehlern stellt man sich als Leser mitunter die Frage was die beiden überhaupt mal getestet haben, bevor sie sich darauf verlassen, dass es funktioniert.
  • Die Coast Guard war ja mal richtig hilfreich bei der Ankeraktion. Aber ich hätte auch nichts anderes erwartet. Die Retten einen vom Boot, wenn es drauf ankommt aber mehr ist nicht deren Aufgabe.
  • Wenn man so die Reparatur und Bastelorgie liest, fragt man sich ernsthaft, ob das bei Schiffsreisen normal ist oder die beiden extrem viel Pech hatten.
  • Ein guter Teil der Probleme scheint auch daher zu kommen, dass die beiden von vermeintlichen Experten immer nur veräppelt werden.
  • Ist es nicht etwas scheinheilig, wenn man für eine sehr nachhaltige Lebensweise wirbt, aber vorher 50 Jahre einem anderen Kredo gelebt hat und mit mit einer ziemlich großen Yacht über Jahre um die Welt geschippert ist? Reisen ist selten nachhaltig und für die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht Ansatzweise so denkbar, wie die wenigen Reichen (und da schließe ich mich ein) es praktizieren. Die Natur würde das überhaupt nicht aushalten.

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Fabula Lux [Serie]

Fabula Lux 1 Lia - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 2 Astaras - Jasmin Romana Welsch  Fabula Lux 3 Keon - Jasmin Romana Welsch

Mehrfach gelesen:

Nein

Autor(in):

Jasmin Romana Welsch

Teile der Serie:

  • Fabula Lux 1 – Lia (275 Seiten)
  • Fabula Lux 2 – Astaras (168 Seiten)
  • Fabula Lux 3 – Keon (350 Seiten)

Gelesenes Format:

eBook

Rezension und Inhalt:

Band 1:

»Furcht vor dem Unbekannten. Es liegt in der Natur der Menschheit, Angst vor dem Andersartigen zu empfinden. Ihre Unwissenheit hat auch Schattenseiten, aber sie bleibt ein Segen. Sie werden dich fürchten, obwohl sie dich feiern sollten – lerne, es ihnen nachzusehen.«

Im Prequel wird die Vorgeschichte von Mias Mutter, ihrem Vater und Keon erzählt. In Kurzform hat man sie in der Hauptgeschichte Krieger des Lichts schon gelesen, somit sind die Überraschungen ziemlich gering.

Das ist oft der Haken an Prequels, so auch hier.

Wenn man das Prequel in der zeitlich korrekten Reihenfolge liest, muss man sich in der Hauptserie wahrscheinlich ständig die Haare raufen. Das erste was man erklärt bekommt ist was es mit Sephirot auf sich hat. In der Hauptserie ist das bis zum Schluss ein Geheimnis.

Du kannst mich jederzeit rausschmeißen, wenn ich dir deine Zeit stehle« … »Kann ich das?«, stellte er eine – ausschließlich rhetorische – Frage, die mir bewusst machte, wie dumm mein höflich gemeintes Angebot in seinen Ohren geklungen haben musste. Natürlich konnte er mich rausschmeißen, sogar in hohem Bogen oder in Stückchen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lia erzählt und hat immer wieder Sprünge von mehreren Monaten. So wird in Zeitraffer Lias Jugend erzählt. Die bekannten Charaktere aus der Hauptserie Krieger des Lichts tauchen immer wieder auf. Tristan, Conan, Raphael, Gabriel, Astaras. Alle spielen eine Rolle.

Spannung kommt nicht auf. Auch der Witz der Hauptserie fehlt weitgehend. Das man dann auch noch die Rahmenhandlung kennt, wenn man Krieger des Lichts schon gelesen hat, ist auch nicht hilfreich. Wer jetzt denkt, dann fange ich mit dem Prequel an und dann mit der Hauptserie, dann ist das doch besser, dem kann ich nur davon abraten. Siehe auch Fazit unten.

Band 2:

aber die spannendsten und schönsten Ereignisse unserer Welt hatten eines gemein: Man erzählte sie sich nie mit dem Satz ›Es war einfach‹.

Lia ist mit Astaras zusammen und die Beziehung zu Raphael ist aus diesem Grund leicht abgekühlt.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Liebesbeziehung zwischen den beiden aber auch den ersten aufkommenden Spannungen, Luca und Luna spielen eine Rolle. Es wir geschildert wie Luca sich immer mehr die dunklen Mächte zu Nutzen macht und die Beziehung von Raphael und die daraus folgernde Geburt von Keon.

Das ist alles ganz interessantes Hintergrundwissen aber sonderlich spannend ist es nicht. Es passiert nicht wirklich viel.

Band 3:

Ich hatte Jahrtausende Zeit, um zu lernen, dass es keinen Unterschied macht, ob du im Antlitz des Chaos lächelst, weinst oder vor Wut vergehst. Ich bevorzuge Ersteres, weil ich dann besser aussehe und ich noch nie geweint habe.«

Astaras wurde vom Virus befallen und ist nach einem Kampf, bei dem er Lia fast getötet hätte in die Hölle geflüchtet.

Der Kreis zur Hauptserie Krieger des Lichts schließt sich langsam.

Levis ist als neuer Charakter interessant, da er in der Hauptserie nur sehr kurze Auftritte hat.

Nach nunmehr 6 Büchern der Serie finde ich es absolut erstaunlich wie gut der Autorin die Erzengel gelungen sind. Teilweise menschlich aber doch immer etwas anders und irgendwie weise / erhaben aber manchmal auch hart.

Aber es ist gar nicht übel bei den Bösen. Weniger dunkel, als man denkt. Nicht so voll. Alle guten Songs werden über uns geschrieben. Wir haben das verführerischere Lächeln – im Ernst, man grinst koketter, sobald man schwarze Flügel bekommt.«

Der Titel Keon passt zum letzten Band übrigens nicht. Um Keon geht es gerade mal in den letzten Kapiteln, die den Eindruck machen, dass sie nachträglich hinzugefügt wurden. Sonst ist Keon im ganzen Buch eine Nebenfigur, die keine große Rolle spielt. Man versteht allerdings warum er auf Raphael nicht gut zu sprechen ist in der Hauptserie.

Fazit:

Die Fabula Lux Serie ist eher was für eingefleischte Fans. Wenn man sie zuerst liest, wird die Hauptserie Krieger des Lichts weniger spannend und weniger stimmig. Wenn man sie im Nachgang liest, kennt man die komplette Handlung bereits, nur die Details nicht.

»Ich fühle mich gekränkt. Du siehst die Torte mit viel glänzenderen Augen an als mich. Obwohl dieser Körper doch ein Geschenk von Gott persönlich war.«

Ich fand die Serie daher wesentlich weniger unterhaltsam als die Hauptserie. Lia ist anfangs auch ganz schön langweilig. Mit Band 2 gegen Ende und Band 3 wird die Geschichte etwas spannender, zumal im dritten Teil auch einige neue Informationen und Hintergründe dazu kommen.

Man versteht besser die Beziehung von Lia zu Raphael, Gabriel, Luca, Levis und Keon.

Ansonsten werdet ihr vom Ende überrascht sein, wenn ihr die Krieger des Lichts Serie kennt, denn das Ende lässt sich nicht wirklich erklären.

In Summe muss ich von dem Prequel abraten. Ich empfehle: Lest die Hauptserie und spart euch das Prequel.

Bewertung:

3.5 out of 5 stars 3,5/5

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Offene Fragen / Ideen / Diskussionsstoff (Spoilerwarnung):

  • Zumindest wird im ersten Band klar, warum Tristan ein Feind ist und Conan ein Freund aber war es das Wert, wenn man betrachtet was Mia zustößt? Lia hat mit ihrer Vergangenheit sowohl verbündete als auch Feinde für Mia geschaffen.
  • In dem ersten Band deutlich warum Raphael sich Mia so verbunden fühlt und was Lia für ihn getan hat.
  • Als Wächter muss es ziemlich komisch sein mit einem Engel zusammen zu sein, der nicht altert.
  • Wie es wohl für einen Engel, der nie alter ist mit einem Menschen zusammen zu sein, der nur ein Fenster von 15 Jahren hat, wo er ansatzweise so aussieht wie der Engel und dann alt wird und stirbt?
  • Astaras ist viel zu aufbrausend und rücksichtslos, er war selbst ohne Virus kein guter Mann
  • Wo soll Astaras den Virus plötzlich herbekommen haben, nachdem die Lage vorher ruhig war und es keinerlei Anzeichen für marodierende Engel mit Virus gab und zwar seit langem? Die Erklärung, dass die Engel nur in der Hölle aufgetaucht sein sollen ist seltsam. Wie sollen sie dahin gekommen sein und warum hat keiner in unserer Welt Schaden angerichtet?
  • Es war doch ziemlich offensichtlich welche Schlüsse Astaras zieht, wenn er Levis und Mia zusammen sieht, oder (auch ohne Visionen)? Dass Lia Mia damit einer immensen Gefahr aussetzt war klar. Andererseits war Astaras Jahre nicht da. Insofern kann man Lia auch etwas verstehen. Weiterhin wäre es ein extremer Zufall, wenn Astaras gerade dann auftaucht, als Levis zusammen sind, obwohl sie vorher Jahre getrennt waren.
  • Es ist immer nervig, wenn Autoren Regeln aufstellen, die sie dann selbst brechen. Angeblich kann Raphael niemand etwas vergessen lassen an das derjenige festhält. Raphael lässt Mia ihre Mutter und ihn selbst, Keon und somit ihre komplette Kindheit vergessen. Als wenn das funktionieren würde und ihre Entwicklung nicht beeinträchtigen würde. Zumal Raphel das offenbar bei Mia auch in der Hauptserie mehrfach macht.
  • Wieso ist Keon in der Hauptserie überrascht davon, dass Mia ihn nicht mehr kennt? Mia hat ihn lt. Beschreibung schon vergessen, als Raphael aus dem Haus geht.
  • Was soll das am Ende sein? Eine alternative Zeitschiene, in der der Hauptband nie stattfindet? Das Ende passt nicht zur Hauptserie Krieger des Lichts. Der einzige sonstige Bezug ist, dass Lia im dritten Band von Krieger des Lichts noch mal auftaucht und Mia vor dem Kampf ein paar Infos zu geben, die sie aber eh gehabt hätte, wenn Raphael ihr nicht die Erinnerungen gelöscht hätte. Davon abgesehen wird Lia bei dem kurzen Treffen mit Mia in Krieger des Lichts so beschrieben, als wenn sie nicht gealtert wäre (sie müsste aber ca. 20 Jahre älter sein). In Fabula Lux ist sie schon 5 Jahre älter und Mia wäre gerade mal 10. Das Ende von Fabula Lux deutet auch darauf hin, dass Sie mit Raphael im Schloss zusammen lebt. Es kann sich also eigentlich nur um eine alternative Zeitlinie handeln. Das ergibt aber auch keinen Sinn, da es Keon dann in beiden Zeitlinien geben würde, was unlogisch ist. Zumal Astaras in der Hauptserie von Gabriel getötet wird, wenn Lia ihn aber hier bereits getötet hat, dann kann er später nicht mehr leben. Wenn es sich nicht um eine alternative Zeitlinie handelt, müsste Lia aber nach eigener Aussage in Krieger des Lichts tot sein. So oder so passt es nicht zusammen.
  • Woher weiß Belial von Keons Fähigkeit? Offenbar ist er der Laufbursche für Astaras, weil er das Virus in sich trägt. Trotzdem kann er von Keons Fähigkeit nichts wissen. Und selbst wenn macht es keinen Sinn, dass er erst 25 Minuten später kommt.

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